Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung besteht eine Erkrankung des Herzens sowie des Blutkreislaufs. Ursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind meist verkalkte Blutgefäße. Typisches Anzeichen ist beispielsweise Bluthochdruck. Je nach Erkrankung werden unterschiedliche Medikamente verschrieben. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung unterschiedlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen handelt es sich um Krankheiten, die das Herz und den Blutkreislauf betreffen. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören bekannte Erkrankungen wie

Ursachen

Bluthochdruck

Ein hoher Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben. Sehr häufig liegt ein hoher Blutdruck in der Familie, so dass die Veranlagung dazu vererbt werden kann.

Viele Hypertoniker verwenden auch zu viel Salz beim Kochen. Auch

tragen zu einem hohen Blutdruck bei. Bluthochdruck kann jedoch auch die Folge einer Medikamenteneinnahme (zum Beispiel der Pille) oder ein Symptom weiterer Krankheiten sein.

Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt

Sowohl der KHK als auch dem Herzinfarkt liegen verkalkte Blutgefäße zugrunde (Arteriosklerose). In den Blutgefäßen sammelt sich über die Jahre hinweg Fett an, das zusammen mit Kalzium das Herzkranzgefäß weniger flexibel macht. Strengt sich der Patient nun körperlich stark an, kann sich das "verkalkte" Blutgefäß nicht mehr dehnen, um den Mehrbedarf an Blut durchfließen zu lassen, so dass es zu den typischen Beschwerden kommt.

Zu Beginn einer koronaren Herzkrankheit treten die Beschwerden nur bei starker körperlicher Belastung auf, im Verlauf jedoch bei der kleinsten körperlichen Betätigung. Ist das Herzkranzgefäß durch die Ablagerungen völlig verschlossen, kommt es zum Herzinfarkt. Risikofaktoren für eine KHK sowie den Herzinfarkt sind im Wesentlichen die gleichen wie bei einer Hypertonie.

Verlauf

Bluthochdruck

Wird ein Bluthochdruck rechtzeitig erkannt und behandelt, entstehen meist keine Folgeschäden. Erfolgt die Behandlung jedoch zu spät, kann der Bluthochdruck schließlich zu einem Herzinfarkt führen. Auch die Nieren können durch einen hohen Blutdruck derart geschädigt werden, dass die Nieren ihre Funktion einstellen und der Patient nur durch eine Dialyse am Leben gehalten werden kann.

Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt

Eine KHK kann die Vorstufe zum Herzinfarkt sein. Je nachdem, wie viele Gefäße verengt sind, steigt das Herzinfarktrisiko.

Wird eine KHK diagnostiziert, werden dem Patienten spezielle Medikamente verordnet. Zusätzlich muss der Patient geeigneten Sport in so genannten Herzsportgruppen betreiben. Auch die Ernährung spielt bei dieser Erkrankung eine große Rolle.

Liegt ein schwerer Herzinfarkt vor, versterben viele Patienten. Die Stelle des Herzens, an der sich der Infarkt gebildet hat, ist dauerhaft geschädigt. Somit können auch Patienten, die überleben, nie mehr völlig gesund werden. Meist müssen die Patienten lebenslang Medikamente einnehmen und ihr Leben von Grund auf hinsichtlich der Ernährung, der Bewegung und der allgemeinen Lebensweise ändern.

Symptome

Da jede Herz-Kreislauf-Erkrankung andere Symptome verursacht, können die Beschwerden nicht verallgemeinert werden. Im Folgenden werden einige von diesen Erkrankungen kurz erläutert.

Bluthochdruck

Ein Bluthochdruck verursacht viele Jahre lang keinerlei Beschwerden, was jedoch tückisch ist. Die Hypertonie kann die Grundlage vieler weiterer ernster Erkrankungen sein.

Patienten, die irgendwann Symptome ihres hohen Blutdrucks bemerken, klagen über Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. Auch Nasenbluten ist oft ein charakteristisches Symptom einer Hypertonie. Ist der Blutdruck zum Beispiel aufgrund eines Ereignisses kurzzeitig extrem erhöht, sind die Patienten oft nicht mehr klar bei Bewusstsein und haben Sehstörungen.

Koronare Herzkrankheit

Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit klagen über Brustschmerzen, die in die linke Schulter und den Arm ausstrahlen. Dieses Symptom gehört zur Krankheit Angina pectoris, die ein Teil der koronaren Herzkrankheit darstellt.

Meist tritt dieser Angina pectoris-Anfall unter großer Belastung auf. Die Beschwerden verschwinden wieder, wenn sich der Patient ausruht bzw. beruhigt. Während dieses Anfalles schwitzen die Patienten und haben starke Atemnot.

Herzinfarkt

Die koronare Herzkrankheit bzw. die Angina pectoris sind häufig die Vorstufe eines Herzinfarktes. Die Patienten bemerken zuvor ein Engegefühl in der Brust.

Ein Herzinfarkt äußert sich dann ähnlich wie ein Angina pectoris-Anfall, jedoch dauern die Beschwerden länger an. Auch wenn die Patienten ihre Notfallmedikamente gegen die Angina pectoris einnehmen, verschwinden die Beschwerden nicht.

Die Patienten sehen blass aus, sind äußerst unruhig und berichten über Todesangst. Auch hier haben die Patienten Probleme beim Atmen.

Vielen Betroffenen ist übel und sie müssen sich übergeben. Ein schwerer Herzinfarkt geht auch mit Bewusstlosigkeit einher.

Diagnose

Die Erstdiagnose erfolgt meist beim behandelnden Hausarzt. Der Herzinfarkt wird oftmals auch von einem herbeigerufenen Notarzt diagnostiziert.

Bluthochdruck

Da viele Patienten jahrelang ihren hohen Blutdruck nicht bemerken, wird dieser meist im Rahmen einer Routineuntersuchung diagnostiziert. Dies erfolgt zum Beispiel bei Frauen im Rahmen der Krebsvorsorge, bei der der Blutdruck routinemäßig gemessen wird. Auch bei einem allgemeinen Check-up gehört das Blutdruckmessen dazu.

Übersteigt der Blutdruck Werte von 120/80, liegt ein Bluthochdruck vor. Dabei muss jedoch beachtet werden, wie alt der Patient ist und ob er männlich oder weiblich ist.

Je älter die Patienten sind, desto höher kann auch der Blutdruck sein. Werte von 140/90 sollten jedoch nicht überschritten werden. Ist der Blutdruck bei der ersten Messung erhöht, wird der Patient ein zweites Mal einbestellt und der Blutdruck erneut gemessen.

Zusätzlich wird dem Patienten auch ein 24-Stunden-Blutdruckmessgerät angelegt. Der Patient erhält dazu eine Manschette um den Arm; das Gerät wird am Gürtel getragen. In regelmäßigen Abständen misst das Gerät nun 24 Stunden lang den Blutdruck, so dass der Arzt auch die Werte im Ruhezustand sowie während des Schlafens kontrollieren kann.

Koronare Herzkrankheit

Auch zur Diagnostik einer koronaren Herzkrankheit gehört die Blutdruckmessung. Zusätzlich wird hier auch ein EKG geschrieben, um Veränderungen an den Herzströmen feststellen zu können.

Meist wird auch ein Belastungs-EKG durchgeführt. Der Patient sitzt dazu auf einem Fahrrad und tritt in die Pedale, während gleichzeitig ein EKG geschrieben wird. Der Arzt kann hier die Herzveränderungen während der Belastung beurteilen.

Auch ein Langzeit-EKG wird dem Patienten angelegt. Die Elektroden des EKGs verbleiben dann für 24 Stunden am Oberkörper des Patienten, das Gerät wird an einem Gürtel getragen. So kann der Arzt die Herzaktionen den ganzen Tag und auch nachts über beurteilen.

Neben weiteren spezifischen Untersuchungen wird auch eine Angiografie durchgeführt. Der Patient erhält ein Kontrastmittel, bevor die Herzkranzgefäße geröntgt werden.

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt wird meist bereits durch die typischen Symptome diagnostiziert. Zusätzlich wird auch hier ein EKG geschrieben. Dies kann auch bei dem Patienten zu Hause durch einen Notarzt erfolgen.

Durch die Veränderungen auf dem EKG kann der Arzt beurteilen, wo genau sich der Herzinfarkt am Herzen befindet und wann dieser eingetreten ist. Entweder in der Hausarztpraxis oder bereits im Krankenhaus werden auch die Blutwerte kontrolliert. Bei einem Herzinfarkt sind bestimmte Enzymwerte erhöht.

Behandlung

Bluthochdruck

Bluthochdruck kann oftmals allein durch eine Ernährungsumstellung gesenkt werden. Zusätzliche Gewichtsabnahme sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können häufig ausreichen, den Blutdruck wieder zu normalisieren, ohne Medikamente einnehmen zu müssen. Anderenfalls werden spezielle Medikamente zur Blutdrucksenkung verordnet.

Koronare Herzkrankheit

Die KHK wird durch die Gabe von Nitrosprays oder speziellen Kapseln behandelt, wenn ein akuter Angina pectoris-Anfall besteht. Zusätzlich müssen auch hier die Patienten

  • Gewicht abnehmen
  • sich regelmäßig bewegen und
  • auf Zigarettenkonsum verzichten.

Um einen weiteren Anfall zu verhindern, werden Langzeitmedikamente verordnet. Im Rahmen einer Angiografie kann das verengte Herzkranzgefäß auch geweitet werden.

An die ursprüngliche Engstelle wird dann ein Stent eingesetzt, der verhindert, dass sich das Gefäß hier erneut verengt. Ist dieser Eingriff nicht möglich, wird die Engstelle durch einen Bypass überbrückt und der Blutfluss so umgeleitet.

Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt stellt einen behandlungsbedürftigen Notfall dar und wird durch Blutgerinnungsmedikamente und weitere Medikamente sowie durch die Gabe von Sauerstoff behandelt. Auch hier wird oft eine Angiografie durchgeführt.

Vorbeugung

Sämtliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen können oft verhindert werden, wenn man

  • sich ausreichend bewegt
  • sich gesund ernährt und
  • immer wieder auf Ruhephasen in seinem Alltag achtet.

Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus sollten konsequent behandelt werden und auch den Blutdruck sollte man sich regelmäßig beim Arzt oder in einer Apotheke messen lassen.

Im Folgenden zeigen wir, worauf es bei der gesunden Lebensweise zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ankommt...

Mediterranes Essen und Bewegung schützen das Herz

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen mit zu den häufigsten Todesursachen. Es ist daher wichtig, beides zu schützen, und das nicht erst im höheren Alter.

Speisen aus der mediterranen Küche eignen sich hervorragend für eine Herz schonende Ernährung. Zudem ist die Mittelmeerküche bestens dafür geeignet, Krebserkrankungen vorzubeugen.

Bestandteile der Mittelmeerküche

Auf dem Speiseplan sollte viel Gemüse und Obst stehen, zudem Hülsenfrüchte und Salat. Typisches Merkmal dieser Küche ist die Verwendung von Olivenöl.

In Sachen Fleisch sollte man eher auf Geflügel zurückgreifen; Fisch wird jedoch bevorzugt. Es gibt eine Vielzahl an Kochbüchern mit vielen leckeren Rezepten, die Spaß machen und gut schmecken - langweilig wird es mit dieser Ernährungsweise niemals!

Beliebte Sportarten an der frischen Luft

Um das Herz und den Kreislauf zu optimal zu schützen, gilt es, neben der Ernährungsweise auch auf genügend Bewegung zu achten. Nach den kalten Wintermonaten zieht es viele Menschen nach draußen; gute Vorsätze sollen in die Tat umgesetzt werden und der Frühling eignet sich hervorragend dafür. Mit

tut man dem Körper etwas Gutes, aber auch

gehören zu den beliebtesten Sportarten an der frischen Luft.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Veronika Sagmeister: BASICS Kardiologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2016, ISBN 3437421891

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