26. September 2009
Von Viola Reinhardt
Warum sich eine Harninkontinenz entwickelt, kann zahlreiche Gründe haben. Ob sich eine Scheidensenkung dahinter verbirgt oder eine Erkrankung der Blase und den Harnwegen, eines ist unabhängig der Ursache sicher: Die Inkontinenz bedeutet einen deutlichen Einschnitt in das Leben und somit in der Lebensqualität.
Im DRK-Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein wurde eine neue Methode der Inkontinenzbehandlung eingeführt. Hierbei handelt es sich um ein Gel namens Bulkamid, dass rund um den Schließmuskel gespritzt wird. Der Eingriff selbst wird unter Vollnarkose oder auch unter örtlicher Betäubung durchgeführt und beinhaltet als ersten Schritt der Operation das Einbringen eines Spezialgerätes. Dieses besteht aus mehreren winzigen Kanälen und einer Mini-Kamera, die es dem Operateur erlaubt zielgenau das Gel-Polster einzuspritzen.
In einem Arbeitsgang wird das farblose und ungiftige Gel an drei Stellen rund um den Schließmuskel und den Blasenhals eingebracht. Knapp zehn Minuten dauert dieser Eingriff, der übrigens von den Krankenkassen bezahlt wird. Nach dem Einspritzen des Gels baut dieses ein künstliches Polster um das Gewebe auf und strafft dadurch die Harnröhre. Durch diese Stabilisation kann dann die Muskelbewegung deutlich besser funktionieren und sich die Blase komplett leeren. Letzteres ist wichtig, um ein ständiges Tröpfeln des Urins zu vermeiden.
Ob man selbst für das Gel-Polster geeignet ist, sollte man mit seinem Arzt eingehend besprechen. Grundsätzlich sollte man sich jedoch mit zunehmendem Alter oder nach jeder Geburt darum kümmern, die Blase an ihrem Platz zu halten. Beckenbodengymnastik ist hier eine gute Methode, die schon so manche Inkontinenz unterbinden oder dann doch zumindest mildern konnte.
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