Arterienverkalkung - Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Bei der Arterienverkalkung, auch Arteriosklerose genannt, handelt es sich um eine Erkrankung der Arterien, bei der es dort zu Ablagerungen, etwa durch Bindewegebe, Blutfette, Blutgerinnsel oder Kalk, kommt. Die Erkrankung zeigt unterschiedliche Symptome. Je nachdem, welche Arterie von der Verkalkung betroffen ist, fällt auch die Diagnostik unterschiedlich aus. Lesen Sie alles Wissenswerte über die Arterienverkalkung.

Die Entstehung einer Arteriosklerose und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Arteriosklerose ist keine "neue" Erkrankung, dennoch ist sie eine Krankheit der Modernen. Schließlich leiden jüngst immer mehr Menschen unter Arterienverkalkung.

Als Arterien bezeichnet man die Blutgefäße des Menschen, die überwiegend das "frische", sauerstoffreiche Blut im Körper transportieren. Die größte Arterie des Menschen, die Hauptschlagader (auch Aorta genannt) hat dabei einen Durchmesser von ca. drei Zentimetern.

Die Arterienverkalkung, der Mediziner nennt diese Erkrankung auch Arteriosklerose, beschreibt eine Erkrankung der Arterien, bei der sich Bindewegebe, Blutfette, Blutgerinnsel oder Kalk in den Arterien ablagern. Die Erkrankung kann kann Arterien in unterschiedlichen Bereichen des menschlichen Körpers betreffen:

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache für eine Arteriosklerose kann zum Beispiel eine Erhöhung des Cholesterins sein. Hier unterscheidet man das so genannte LDL- und das HDL-Cholesterin.

Risikofaktor für eine Arterienverkalkung ist die Kombination, dass das LDL zu hoch, das HDL aber zu niedrig ist. Die Werte werden durch eine Blutabnahme bestimmt.

Auch

beschleunigen den Fortgang der Erkrankung. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen

Verlauf

Der Überschuss an Fett lagert sich in den Wänden der Arterien ab. Es entsteht eine Entzündung, die sich zu Narben und Kalkablagerungen entwickelt. Die Muskeln der Gefäße verdicken sich und verengen so das Gefäß.

Irgendwann ist das Gefäß völlig verschlossen, was zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen kann. Weitere Auslöser für eine Arterienverkalkung können

  • Bluthochdruck
  • wenig Bewegung
  • Übergewicht und
  • Diabetes

sein. Besonders gefährdet sind auch Raucher und ältere Menschen.

Mögliche Folgen einer Arteriosklerose

Der Verlauf der Arterienverkalkung hängt stark davon ab, welche Arterie betroffen ist und ob diese nur leicht verengt oder völlig undurchlässig ist.

Symptome

Je nachdem, welche Arterie betroffen ist und wo sich diese befindet, äußert sich dies in unterschiedlichen Symptomen.

Herzkrankzgefäße

Sind die Herzkranzgefäße von der Verengung betroffen, führt dies zur so genannten Koronaren Herzkrankheit (KHK). Bei dieser Form der Arterienverkalkung wird das Herz nicht mehr richtig durchblutet, was zu Symptomen wie Beklemmungsgefühl im Brustbereich und linksseitigen Schmerzen in der Brust führt.

Halsschlagader

Ist die Halsschlagader durch die Verkalkung verengt, kann dies einen Schlaganfall auslösen und zu Sprachstörungen und halbseitigen Lähmungen führen.

Arterien im Becken und den Beinen

Eine weitere Form der Arterienverkalkung ist die Verengung der Becken- und Beinarterien. Betroffene merken die Verengung durch Schmerzen im Oberschenkel.

Sie können nur noch kurze Strecken gehen, bevor sie starke Muskelschmerzen verspüren. Im fortgeschrittenen Stadium treten die Schmerzen auch ohne Bewegung auf und schließlich können auch Zehen und sogar ganze Extremitäten absterben, da sie nicht mehr durchblutet werden.

Niere

Eine Arterienverkalkung kann im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führen. Typische Symptome sind eine eingeschränkte Nierenfunktion sowie Bluthochdruck.

Ist ein Gefäß verschlossen, kann sich dies durch bestimmte Frühwarnzeichen bemerkbar machten, auf die man achten sollte...

Mögliche Frühwarnzeichen eines Gefäßverschlusses

Von einem Gefäßverschluss ist die Rede, wenn das Lumen eines Blutgefäßes wie Arterie oder Vene, verlegt wird. Dies kann beispielsweise durch eine Thrombose, eine Embolie oder eine arterielle Verschlusskrankheit der Fall sein.

  • Kommt es zu einem arteriellen Gefäßverschluss, hat dies eine Ischämie (Minderdurchblutung) zur Folge. Das heißt, dass die abhängigen Gewebe schlechter durchblutet werden.

  • Handelt es sich um einen venösen Gefäßverschluss, erfolgt der Rückstau des Blutes. Außerdem verschlechtert sich die Mikrozirkulation des Gewebes, das vom Gefäß drainiert wird. Ein Gefäß kann sich sowohl teilweise als auch gänzlich verschließen.

Mediziner unterscheiden zwischen einem akuten und einem chronischen Gefäßverschluss. Ein akuter Gefäßverschluss gilt als medizinischer Notfall, der umgehend behandelt werden muss.

Ein Gefäßverschluss kann einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall zur Folge haben. Umso wichtiger ist es, ihn rechtzeitig zu erkennen und entsprechend behandeln zu lassen.

Es gibt verschiedene Frühwarnzeichen, die ein Hinweis auf einen möglichen Gefäßverschluss sind.

Wadenschmerzen

Droht zum Beispiel ein Gefäßverschluss in den Beinen, macht sich dies durch Schmerzen in den Waden bemerkbar. Diese treten zunächst nur bei Belastung auf. Im weiteren Verlauf zeigen sie sich jedoch auch im Ruhezustand.

Schreitet die Verengung des betroffenen Blutgefäßes weiter voran, kommt es zur so genannten Schaufensterkrankheit. Dabei bleiben die betroffenen Personen beim Laufen immer wieder stehen, weil sie Schmerzen in den Beinen haben. Schaufensterkrankheit wird diese Symptomatik genannt, weil die Patienten häufig aus Scham vor einem Schaufenster Halt machen und sich scheinbar die dort ausgestellten Waren ansehen.

Weitere Anzeichen

Ein weiteres typisches Frühwarnzeichen für einen Gefäßverschluss in den Beinen sind kalte Füße. Darüber hinaus kann es zu Taubheitsgefühlen in den Zehen kommen.

Ebenfalls als Frühwarnzeichen gelten

  • Entzündungen
  • Geschwüre
  • glänzende Rötungen
  • Wachstumsstörungen der Fußnägel und
  • Wachstumsstörungen der Beinbehaarung.

Außerdem kann sich die Haut dunkelblau oder schwarz verfärben.

Diagnose

Um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, auch wenn keine Symptome vorhanden sind, empfiehlt sich eine regelmäßige ärztliche Untersuchung vor allem im fortgeschrittenen Alter. Die Diagnostik der Arterienverkalkung hängt von der Art der Beschwerden ab.

Bei Beschwerden im Brustbereich fertigt der Arzt ein EKG sowie ein EKG unter Belastung (Belastungs-EKG) an. Vermutet der Arzt durch die Schilderung der Symptome eine Verengung der Halsschlagader, kann er den Diagnoseverdacht durch eine Doppler-Sonografie bestätigen. Bei dieser schmerzlosen Untersuchung lassen sich Gefäßveränderungen feststellen.

Klagt der Patient über Schmerzen beim Gehen, misst der Arzt die Strecke, die noch zurückgelegt werden kann. Zusätzlich wird bei allen vermuteten Gefäßverengungen eine Angiografie durchgeführt.

Für diese Untersuchung wird dem Patienten ein Kontrastmittel über einen dünnen Katheter in die betroffene Arterie gespritzt und anschließend eine Röntgen- oder CT-Aufnahme angefertigt. Durch das Kontrastmittel können die Gefäße sichtbar gemacht und Verengungen diagnostiziert werden.

Therapie

Wer die genannten Frühwarnzeichen an sich feststellt, sollte einen Arzt zu Rate ziehen. So ist es wichtig, die Symptome genau untersuchen zu lassen.

Eine wirksame Behandlung ist deshalb so wichtig, weil die Minderversorgung des betroffenen Gewebes das Immunsystem schwächt, wodurch wiederum schlecht heilende Entzündungen an den Beinen entstehen. Kommt es im Endstadium schließlich zu einem Absterben des Gewebes, das oftmals zuerst an den Zehen eintritt, ist meist eine Amputation erforderlich.

Die Therapie einer Arterienverkalkung erfolgt entweder medikamentös oder operativ.

Medikamentöse Therapie und Ernährungsumstellung

Liegt eine Arterienverkalkung vor, verschreibt der Arzt Medikamente, die das Blut verdünnen, so dass es leichter durch die verengten Gefäße fließen kann. Durch diese Maßnahme wird verhindert, dass sich das Blut zu einem so genannten Thrombus staut und zum Beispiel einen Schlaganfall hervorruft.

Zusätzlich muss das Cholesterin gesenkt werden. Zum einen kann dies durch eine Ernährungsumstellung erfolgen, zum anderen müssen auch hier Medikamente eingenommen werden.

Medikamente werden meist dann verordnet, wenn die Neigung zu hohem Cholesterin erblich bedingt ist. Liegen gleichzeitig noch Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus vor, müssen diese Erkrankungen natürlich ebenfalls konsequent behandelt werden.

Operative Therapie

Ist der vorliegende Befund des Arztes massiv und eine medikamentöse Therapie alleine nicht ausreichend, muss oft eine Operation erfolgen.

Chirurgische Eingriffe im Bereich der Herzkranzgefäße und Halsschlagader

Sind die Herzkranzgefäße verengt, kann man sie im Rahmen einer so genannten Ballondilatation weiten. Während diesem Eingriff wird ein Katheter in die Arterie eingeführt und an der Engstelle ein kleiner Ballon aufgeblasen und so das verengte Gefäß geweitet.

Die Arterie kann sich jedoch jederzeit wieder verengen, so dass oft während dem Eingriff ein Stent an der ehemaligen Engstelle eingesetzt wird, damit sich das Gefäß an dieser Stelle nicht nochmals verengen kann. Auch bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und bei einer Verengung der Halsschlagader kann dieser Eingriff durchgeführt werden.

Ist die Halsschlagader völlig undurchlässig, kann diese operativ durchtrennt und dann die Kalkablagerungen entfernt werden. Anschließend werden die Gefäßenden wieder zusammengenäht.

Chirurgische Eingriffe im Bereich des Beines und Beckens

Sind die Herzkranzgefäße oder die Arterien im Bereich des Beines und/oder des Beckens völlig verschlossen, muss ein so genannter Venenbypass gelegt werden.

Während dieser Operation wird ein Bypass um die verschlossene Stelle der Arterie gelegt und das Blut so "umgeleitet". Je früher die Gefäßverengungen festgestellt werden, desto besser können sie auch noch behandelt werden.

Vorbeugung

Um einer Arterienverkalkung vorzubeugen bzw. seinen Zustand zu verbessern, muss die Ernährung umgestellt werden. Betroffene sollten viel Obst und Gemüse und wenige Fette zu sich nehmen.

Zusätzlich sollte Übergewicht reduziert und konsequent regelmäßig Sport getrieben werden. Regelmäßige lange Spaziergänge sind dabei sinnvoller, als sich nur einmal monatlich im Fitnessstudio auszupowern.

Ebenfalls hilfreich sind

Äußerst wichtig ist auch der Verzicht aufs Rauchen, ebenso

Hilfreiche Teesorten

Um die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten und Giftstoffen zu unterstützen, den Stoffwechsel und das Immunsystem zu stärken sowie Bindegewebe und Blut zu reinigen, ist es empfehlenswert, tagsüber einen Nierentee und am Abend einen Lebertee zu trinken.

Für den Leber- und Entsäuerungstee eignen sich folgende Zutaten:

Auf 250 ml Wasser sollte man 1 EL Tee geben und diesen schon am Tag 8 Stunden kalt ansetzen. Abends 3 Minuten lang kochen und 10 Minuten lang abgedeckt ziehen lassen.

Wirksame Zutaten des Nierentees sind

Auf 250 ml Wasser komme hierbei 2 TL der Teemischung, die man ebenfalls 3 Minuten kochen und 10 Minuten lang ziehen lassen sollte. Verteilt über den Tag 3 Tassen trinken.

Quellen:

  • Werner Jaross und Sybille Bergmann und Markolf Hanefeld: Advances in Lipoprotein and Atherosclerosis Research, Diagnostics and Treatment., Urban & Fischer, Mchn., 1995, ISBN 3334609545
  • Kurt Pollak: Arterienverkalkung, Paracelsus-Verl., 1969, ISBN B0000BT25Y
  • Gerald Klose: Arteriosklerose, Springer, Heidelberg, 1989, ISBN 3540508317
  • Cornelia Heine und Horst Norden: Arteriosklerose und Thrombose. Diagnostik - Therapie - Prognose, 1988, ISBN 3334000966
  • Manfred Raff: Arteriosklerose. Die neuesten Methoden zur Vorbeugung und Behandlung von Gefässverkalkung, 1991, ISBN 3701502463
  • Uwe Beise, Silke Heimes, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Ingo Blank: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2020, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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