28. Juli 2010
Von Andreas Hadel
Von Crash-Diäten wird in der Regel immer abgeraten. Sie würden nur kurzfristigen Erfolg bedeuten und den Abnehmwilligen auf den direkten Weg und ohne Umwege in die Jo-Jo-Falle tappen lassen. In Stockholm präsentierten Wissenschaftler auf der "Internationalen Konferenz für Adipositas" jedoch eine Studie, die den radikalen Diätansätzen ein hohes Erfolgspotential bescheinigt.
Die australische Wissenschaftlerin Katrina Purcell von der "University of Melbourne" untersuchte mit ihren Kollegen die Wirksamkeit von sogenannten Crash-Diäten und verglich diese mit Diäten, die auf einen langsamen Gewichtsverlust abzielen.
Charakteristisch für Crash-Diäten ist eine radikale Verknappung der zugeführten Kalorienmenge. Häufig geht dies auch mit einer Konzentration auf ein bestimmtes Nahrungsmittel einher (z.B. so genannte Tomaten-Diäten, Suppen-Diäten usw.). Durch die extreme Verringerung der aufgenommenen Energie kann es bei Crash-Diäten innerhalb weniger Tage zu einer großen Gewichtsabnahme kommen. Dabei ist eine Reduktion des Körpergewichts um 2-4 Kilogramm innerhalb der ersten Woche nicht unbedingt ungewöhnlich. Bisher ging man davon aus, dass der Gewichtsverlust bei dieser Art von Diäten zwar rapide sein kann, die Abnehmwilligen ihre Motivation auf Grund des wenigen Essens und der monotonen Speiseauswahl aber schneller verlieren, als sie ihr Wunschgewicht erreichen können.
Und genau diese Annahme wollte die Wissenschaftlerin von der "University of Melbourne" mit ihrer Untersuchung überprüfen. Dafür stellte sie zwei Probanden-Gruppen auf, die sich an den zwei unterschiedlichen Diät-Ansätzen probieren sollten. Alle Probanden waren übergewichtig und hatten ein Wunschgewicht vor Augen, das innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erreicht werden sollte.
Die Crash-Diäten-Gruppe musste über den Zeitraum von 12 Wochen eine Diät befolgen, die mittels einer extremen Einschränkung der Kalorienzufuhr auf einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 1,5 Kilogramm pro Woche abzielte.
Im Vergleich dazu musste sich die zweite Probanden-Gruppe für die Dauer von 36 Wochen an eine gemäßigte Diät halten. Die Diät war auf einen wöchentlichen Gewichtsverlust von 0,5 Kilogramm ausgerichtet.
Überraschenderweise bescheinigt die Auswertung der Forschungsergebnisse der Australierin den Crash-Diäten eine klare Dominanz hinsichtlich des Abnehmerfolges. Insgesamt haben 78 Prozent der Crash-Diäten-Gruppe das erklärte Ziel, die Reduktion des Körpergewichts um 15 Prozent, erreicht. Mit der gemäßigten Diät schafften dies nur 48 Prozent.
Die Wissenschaftlerin mahnte jedoch an, dass Crash-Diäten das Risiko erhöhen, mehr Muskelmasse zu verlieren und weniger Fett zu verbrennen. Was in der Praxis also bedeuten kann, dass Sie zwar rapide an Körpergewicht verlieren, Ihr Fettanteil aber unverändert hoch bleibt. Ferner sagte sie, dass man eine radikale Diät nur in Absprache mit einem Arzt oder Ernährungsberater befolgen sollte. Eine Crash-Diät bedeute zudem nicht, dass man auf eine ausgewogene Zusammenstellung des Speiseplans und die ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralien verzichten könne.
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