6. November 2010
Von Andreas Hadel
Haben Sie sich je gefragt, warum es Menschen gibt, die sich fettreich ernähren und trotzdem dünn bleiben, wenn es doch so viele Personen gibt, die wegen einer solchen Ernährung quasi aus allen Nähten platzen? Eine neue Studie scheint auf dieses Rätsel eine Antwort gefunden zu haben.
Die in Australien an der Monash-Universität durchgeführte Studie hat gezeigt, dass eine fettreiche Ernährung unser Gehirn so verändern kann, dass Sättigungsmechanismen nicht mehr richtig greifen können.
Das Team um Professor Michael Cowley, ein führender Experte für Diabetes und Fettsucht, fanden heraus, dass der exzessive Konsum von Nahrungsfetten Zellen im Gehirn vom Rest des Körpers isoliert und sie damit unempfänglich für bestimmte Signale macht. Zu diesen Signalen gehören unter anderem auch jene, die uns den aktuellen Sättigungsgrad mitteilen. Zudem führt die Isolierung der Gehirnzellen auch dazu, dass Signale, die Energieverbrennung zu erhöhen (Beispielsweise beim Sport), ebenfalls nicht richtig aufgenommen werden können.
Im Detail konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass sogenannte Helferzellen im Gehirn durch eine fettreiche Ernährung zum "Überwachstum" angeregt werden. Dadurch werden jedoch jene Zellen in ihrer Funktion beeinträchtigt, die für die Steuerung von Appetit und Energieverbrauch zuständig sind.
Die Studie wird für den Kampf gegen das Übergewicht als bedeutend eingestuft. Denn die neuralen Funktionen, die unser Essverhalten steuern, prägen sich schon in frühster Lebensphase aus und können abhängig von genetischen Faktoren die Entstehung von Übergewicht fördern oder verhindern. Je mehr stärker die Helferzellen sich ausprägen, um so eher sind wir für einen Anstieg unseres Körperfettanteils prädestiniert. Es wäre also falsch zu behaupten, dass übergewichtige Menschen schlicht nicht willensstark für das Führen einer gesunden Ernährung sind. Es ist vielmehr möglich, dass ihr Gehirn nicht weiß, wie satt sie tatsächlich sind und wie viel Fett sie gespeichert haben. Daher sendet das Gehirn auch keine Signale, die Nahrungszufuhr zu zügeln. In der Konsequenz wird das Abnehmen also unverhältnismäßig schwer.
Die Ergebnisse der Studie haben in akademischen Kreisen weltweite Beachtung gefunden, da die australische Monash-Universität hierfür mit international renommierten Einrichtungen wie der Yale-Universität und weiteren führenden wissenschaftlichen Einrichtungen in Mexiko und Spanien zusammengearbeitet hat.
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