27. Juli 2010
Von Andreas Hadel
Auch wenn Sie das Laufen lieben und es als Ihre persönliche Leidenschaft ansehen, kann Ihnen der Alltag manchmal extreme Hindernisse in den Weg stellen. Wer morgens die Laufschuhe schnüren will, hat mit niedrigen Energiepegeln zu kämpfen. Und Laufen in der Mittagspause bringt nicht nur die Frage nach einer Duschmöglichkeit, sondern auch eleganten Nahrungszufuhr mit sich. Das Laufen am Abend ist nach einem anstrengenden Arbeitstag wohl einer der größten Herausforderungen, die wir im Alltag meistern können. Die folgenden Zeilen, sollen helfen, für all diese Situationen, die passende Lösung zu finden.
In den Stunden vor dem Morgengrauen ist unser Körper physiologisch betrachtet alles andere als zu Höchstleistungen fähig. Im Schlaf sinken unsere Körpertemperatur und unser Herzschlag auf das Minimalniveau. Sobald die Sonne aufgeht, stimuliert das Licht unseren Organismus verschiedene physiologische Prozesse anzustoßen, um unseren Energiepegel auf ein Niveau zu bringen, das uns zum Aufstehen treibt. Wer sich aus Zeitgründen noch vor der Sonne aus den Bett wagen muss, hat es ziemlich schwer. Besonders dann, wenn man am Vorabend das Abendessen ausgelassen oder zu viele kurzkettige Kohlenhydrate wie Reis, Brot oder Süßigkeiten gegessen hat und dadurch am nächsten Morgen die Energiespeicher nicht gerade gut gefüllt sind.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich jeden Morgen tatsächlich aus den Bett schälen und sich in Herrgotts Frühe eine brüske Laufeinheit aus den Beinen quälen, können Sie durch gezielte Vorbereitung am Vorabend deutlich erhöhen. Zum Beispiel indem Sie als letzte Mahlzeit des Tages Kohlenhydratlieferanten essen, die langsam verdaut werden. Brokkoli, Bohnen und Linsen wären optimal dafür. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie Kaffee im Haus haben. Eine kleine Tasse Kaffee genügt, um unser Nervensystem auf Trab zu bringen und vertreibt den Schlummerdrang aus unseren Kopf. Wenn Sie Schwierigkeiten haben nachts durchzuschlafen und Sie deshalb am Morgen zu müde für ein Lauftraining sind, könnte Ihnen eine Schlafmaske helfen. Sich mindestens 30 Minuten vor dem Schlafen gehen von Fernseher und PC zu verabschieden, erhöht ebenfalls Ihre Chancen auf eine durchträumte Nacht.
Wenn die Sonne am höchsten steht, sind auch unsere Energiepegel am oberen Anschlag. Zumindest theoretisch, weil unser Organismus um diese Zeit kaum Melatonin, das Müdigkeitshormon, produziert. Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir in der Mittagspause eben Mittag haben und je nachdem wie üppig es ausfällt, kann die fällige Insulinreaktion uns anfällig für ein Verdauungspäuschen machen, anstatt uns in die Laufschuhe schlüpfen zu lassen. Wenn Sie das Mittagessen ganz auslassen, fehlt Ihnen jedoch die Energie für eine gute Trainingseinheit erst recht. Optimal wäre es, wenn Sie entweder eine größere Mahlzeit als zweites Frühstück essen und Sie sich so in der Mittagspause zwar gut gefüllt, aber nicht gemästet fühlen. Oder Sie teilen Ihr Mittag in zwei Teile. Einen kleinen Happen vor dem Lauftraining und den Rest danach. Praktisch als Pre- und Post-Workout-Mahlzeit.
Zum Feierabend sind wir schlicht mental erschöpft. Und das sorgt dafür, dass weniger Dopamin ausgeschüttet wird. Dieses Hormon ist allerdings essentiell, damit wir uns völlig auf der Höhe und energiegeladen fühlen. Dazu kommt hinzu, dass die letzte Mahlzeit schon wieder etwas länger her ist und unser Blutzuckerniveau in den Keller sinkt. Ein kleiner Snack zwischen 3 und 4 Uhr kann das drohende Feierabendtief aber ziemlich gut auskontern. Außerdem müssen Sie sich bewusst machen, dass mentale Müdigkeit ziemlich wenig mit der eigentlichen körperlichen Leistungsfähigkeit zu tun hat. Britische Wissenschaftler sind zu dieser Erkenntnis gekommen. Nehmen Sie Ihre Trainingskleidung mit zur Arbeit und gehen Sie gleich vom Büro ins Studio oder auf die Laufbahn. Sie werden sehen, dass beim Aufwärmen die Bereitschaft und Lust für eine harte Tempo-Einheit rapide ansteigt.
Reis sind keine kurzkettigen Kohlenhydrate sondern gute.
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