Autogenes Training

Entspannung durch Atmung und komplette Passivität

Das Autogene Training ist eine Entspannungs- und Atemtechnik, die hilft, Einfluss auf das Nervensystem zu nehmen. Autogenes Training wird besonders bei Schlafstörungen, Stress, psychosomatischen Beschwerden und Migräne eingesetzt.

Zwei dunkelhaarige Frauen bei einer Yoga Übung
girls doing yoga © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Das autogene Training hat sich als Entspannungsübung ursprünglich aus einer Form der Hypnose entwickelt. Da es somit aus der Psychologie stammt, wird es auch heute noch von Psychologen angewendet. Dabei findet das autogene Training vor allem in Gruppensitzungen statt. Einzelne Trainingseinheiten sind eher selten. Es ist aber grundsätzlich möglich, einige Übungen auch für sich selber durchzuführen.

Im Mittelpunkt des Trainings steht die konzentrierte Selbstentspannung. Dabei spielt die Wahrnehmung von Schwere und Wärme, aber auch die Konzentration auf den eigenen Atem eine wichtige Rolle. Die Übungen dauern in der Regel nur wenige Minuten und werden im Gegensatz zu Hypnoseformen oder anderen Entspannungsübungen ohne große verbale Anleitungen des Therapeuten durchgeführt.

Die Stufen des autogenen Trainings und deren Übungen

Das autogene Training wird in drei Stufen eingeteilt, deren Techniken sich jeweils an andere Körperbereiche wenden:

Übungen der Grundstufe

Zu den Übungen der Grundstufe gehören:

  • Schwereübung
  • Wärmeübung
  • Herzübung
  • Atemübung
  • Bauchwärme
  • Stirnkühle
  • Beenden

Übungen der Mittelstufe

Die Übungen der Mittelstufe lauten wie folgt:

  • Formelhafte Vorsatzbildung
  • Gestalten vor und nach dem autogenen Training

Übungen der Oberstufe

Zu den Übungen der Oberstufe gehören:

  • Eine beliebige Farbe auftreten lassen
  • Objekte erscheinen lassen
  • Abstrakte Gegenstände "schauen"
  • Gefühlszustände erleben
  • Andere Menschen sehen
  • Fragen an das Unbewusste

Ein typisches autogenes Training wird im Sitzen vollzogen. Hierbei muss sich der Proband nacheinander auf verschiedene Körperpartien konzentrieren und bei diesen durch das geistige Vorsprechen von Sätzen wie: "mein Arm wird ganz schwer" ein Gefühl von Schwere oder Wärme erzeugen.

Dennoch findet diese Konzentration eher passiv statt. Das bedeutet, dass man keine Empfindungen erzwingen will, sondern sich mit dem zufrieden gibt, was im Körper passiert. Dieses Passiv-sein in Bezug auf die Körperwahrnehmung kann zu einem tiefen Gefühl von Entspannung und Ruhe führen.

Anwendungsbereiche

Es wurde in mehreren Versuchsreihen nachgewiesen, dass das autogene Training als Behandlungsmethode bei psychosomatischen Störungen oder Angst-Symptomen helfen kann.

Aber auch bei weniger schwerwiegenden Problemen kann das autogene Training effektiv Hilfe leisten. So kann man damit gegen Kopfschmerzen vorgehen und das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessern.

Anwendungsbereiche auf einen Blick:

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Grundinformationen und Hinweise zum Autogenen Training

Die Grundübungen des autogenen Trainings

Die Grundübungen des autogenen Trainings

Es gibt sieben Übungen in der Grundstufe: drei Grundübungen zur Vorbereitung sowie vier Organübungen.

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