1. Dezember 2004
Von Nadia
Seit Jahrhunderten ist den Menschen die heilende Kraft der Natur bekannt und wird von ihnen therapeutisch genutzt. Das Heilen mit Pflanzen ist möglicherweise sogar die älteste aller Heilmethoden. Schon vor mehr als tausend Jahren haben etwa Mönche die verschiedensten Beschwerden und Krankheiten mit Heilpflanzen behandelt. Auch heute genießt die Pflanzenheilkunde immer größer werdende Beliebtheit.
Lange Zeit herrschte der Glaube, dass Kräuter und Heilpflanzen über große Zauberkräfte verfügen oder gar vor Unheil schützen. Heilpflanzen werden als Tee, Tinktur oder Trockenextrakt erfolgreich eingesetzt, zum Beispiel behebt Baldrian Unruhezustände und nervös bedingte Herzbeschwerden. Ein Beispiel für Schmerzbehandlung auf pflanzlicher Basis ist die Teufelskralle. Sie wird gegen Gelenkschmerzen bei Rheuma und Arthrose in Form von Tee, Tabletten, Tinktur oder Salbe verabreicht. Die Blätter der Salbeipflanze wirken entzündungshemmend und werden auch bei grippalen Infekten sowie Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Ein anderes Beispiel für pflanzliche Präparate sind Gingko-Extrakte. Die Inhaltsstoffe der Gingko-Biloba-Blätter sind bekannt für ihre fördernde Wirkung auf die Hirnleistung, speziell das Gedächtnis und das Lernvermögen. Außerdem wird die Durchblutung gefördert, vor allem im Bereich der Mikrozirkulation; die Fließeigenschaften des Blutes verbessern sich.
Im Deutschen Arzneibuch (DAB) dürfen nur solche Kräuter stehen, deren Inhaltsstoffe chemisch genau charakterisiert sind. Es wird ein Nachweis auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit für jedes einzelne Kraut gefordert, was jedoch weder vom chemischen noch vom finanziellen Aufwand her möglich ist. Nach heutigem Wissensstand soll es rund 12000 Heilpflanzen geben; zwischen 1960 und 1990 wurden rund 300 Kräuter aus dem DAB gestrichen.
Durch die gegebene Gesetzgebung und die wirtschaftliche Situation haben es die pflanzlichen Präparate, die so genannten Phytopharmaka, immer schwerer. Der Arzt kann viele Phytopharmaka nicht verschreiben und der Patient wird sie nicht kaufen, weil wahrscheinlich keine mehr zur Verfügung stehen oder selbst bezahlt werden müssen. Da die Pflanzenforschung sich hierzulande außerdem nicht mehr rentiert, sind viele Firmen gezwungen ins Ausland abzuwandern.
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