Stimmungsschwankungen - Ursachen und Behandlung

Stimmungsschwankungen können bei vielen Krankheiten auftreten. Nicht immer muss jedoch eine ärztliche Behandlung erfolgen.

Die Entstehung von Stimmungsschwankungen und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Stimmungsschwankungen können bei Frauen im Zusammenhang mit

auftreten. Alle Zustände haben gemeinsam, dass sich der Körper in einer hormonellen Umstellung befindet. Die Pille "spielt" dem Körper vor, er sei schwanger, in den Wechseljahren werden weniger Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) gebildet als in den Jahren zuvor, das PMS tritt an den Tagen vor den "Tagen" auf und in der Schwangerschaft befindet sich der weibliche Körper in einer Ausnahmesituation.

Nicht immer müssen Stimmungsschwankungen jedoch das Symptom einer hormonellen Umstellung sein. Stimmungsschwankungen bemerkt jeder einmal. Mal treten sie in der kalten und trüben Jahreszeit auf, mal aufgrund eines stressigen Tages, ein andermal ist der Betroffene besonders nervös oder unausgeschlafen.

Erkrankungen

Stimmungsschwankungen sind auch ein häufiges Symptom psychischer Erkrankungen wie< der Depressionen oder dem Borderline-Syndrom.

Folgen

Stimmungsschwankungen gelten als nicht weiter ungewöhnlich. Für Mediziner sind sie erst dann von Interesse, wenn sie sehr intensiv ausfallen. Dahinter können sich sowohl psychische Störungen als auch physische Erkrankungen verbergen.

Mögliche Folgen von Stimmungsschwankungen können

sein. Aber auch

sind im Bereich des Möglichen.

Wann zum Arzt?

Normalerweise vergehen Stimmungsschwankungen von selbst wieder. Ist dies jedoch nicht der Fall oder treten physische bzw. psychische Beschwerden auf, wird geraten, sich Hilfe bei einem Arzt zu suchen.

Diagnose

Bei sehr intensiven oder ständig wiederkehrenden Stimmungsschwankungen sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Der Therapeut befasst sich zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten.

Anamnese

Um die Ursachen für die Stimmungsschwankungen herauszufinden, nimmt der untersuchende Arzt zunächst eine ausführliche Befragung der betroffenen Person vor. So erkundigt er sich

  • nach der Intensität und der Häufigkeit der Stimmungsschwankungen
  • ob der Patient unter zusätzlichen Beschwerden leidet und
  • ob die Probleme durch ein bestimmtes Erlebnis ausgelöst werden.

Körperliche Untersuchung

Weiterhin erfolgen eine körperliche sowie eine neurologische Untersuchung. Bei letzterer überprüft der Arzt die Funktionstüchtigkeit der Nerven.

Besteht Verdacht auf Natrium- und Magnesiummangel oder eine Leberzirrhose, kann auch eine Blutprobe entnommen werden. Ferner sind eine Messung des Vitaminstatus und des Hormonspiegels möglich.

Weitere Untersuchungen

Als weitere Untersuchungsmöglichkeiten bei Stimmungsschwankungen kommen

in Betracht, wenn Verdacht auf neurologische Ursachen besteht.

Behandlung

Stimmungsschwankungen, die hin und wieder situationsabhängig auftreten, müssen nicht ärztlich behandelt werden. Anders sieht es aus bei solchen, die regelmäßig und ohne ersichtlichen Grund auftreten. Dabei kann der Arzt nicht die Stimmungsschwankungen selbst, sondern nur die Grunderkrankung therapieren.

Die Behandlung findet bei unterschiedlichen Ärzten statt. Dies kann sowohl der Frauenarzt, als auch der Hausarzt oder ein Psychotherapeut sein.

Bei Einnahme der Antibabypille

Leidet eine Frau, die die Pille zur Schwangerschaftsverhütung einnimmt, unter Stimmungsschwankungen, so kann ein anderes Präparat vom Frauenarzt verschrieben werden, das die Patientin besser verträgt.

Bei Wechseljahren

Ältere Frauen, die während der Wechseljahre unter Stimmungsschwankungen leiden, können hier mit pflanzlichen Präparaten ihre Beschwerden lindern. In einigen Fällen kann es auch notwendig sein, spezielle Hormone einzunehmen, die der Frauenarzt gegen die Wechseljahresbeschwerden verordnet.

In der Schwangerschaft

Stimmungsschwankungen, die in der Schwangerschaft auftreten, können in der Regel nicht behandelt werden. Meist verschwindet dieses Symptom nach kurzer Zeit von selbst wieder.

Bei Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen

Patienten, die Stimmungsschwankungen aufgrund von Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen haben, sollten sich von einem Psychotherapeuten behandeln lassen. Der Therapeut spricht mit dem Patienten ausführlich über die Beschwerden und deren mögliche Ursachen. Je nach Art der Therapie spricht der Patient alleine mit dem Psychotherapeuten (Einzelsitzung) oder in der Gruppe (Gruppentherapie).

Selbsttherapie

Bei leichteren Stimmungsschwankungen lässt sich auch eine Selbstbehandlung durchführen. Dazu gehört vor allem viel Bewegung. So hat vermehrtes Bewegen an der frischen Luft die verstärkte Ausschüttung von Glückshormonen zur Folge, was wiederum die Stimmung aufhellt.

Vor allem Ausdauersportarten wie

gelten als gut geeignet, um Stimmungsschwankungen zu bekämpfen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Aufenthalt in der Sonne. Doch auch künstliches Licht und Wärme, wie zum Beispiel durch ein heißes Bad, sorgen für eine verbesserte Stimmung.

Hausmittel

Ein bewährtes altes Hausmittel bei Stimmungsschwankungen ist die Einnahme von Johanniskraut, welches sich in Form von Tee einnehmen lässt. Zur Anwendung kommen dabei sowohl die Blätter als auch die Blüten des Johanniskrauts.

Es wird empfohlen, den Tee dreimal täglich einzunehmen. Alternativ eignet sich auch die Einnahme von Johanniskraut-Kapseln.

Für das Einsetzen der positiven Wirkung muss der Patient allerdings etwas Geduld aufbringen. So zeigt sich der stimmungsaufhellende Effekt erst nach einigen Wochen.

Als hilfreich gegen Stimmungsschwankungen gelten zudem ätherische Öle, die über einen stimulierenden Effekt verfügen. Eine antidepressive Wirkung wird vor allem

zugeschrieben. Aber auch Duftöle wie

können die Stimmung positiv beeinflussen. Wichtig ist vor allem, dass der Benutzer den Duft der Öle als angenehm einstuft. Zur Anwendung benutzt man entweder eine Duftlampe oder gibt einige Tropfen ätherisches Öl auf ein Tuch und atmet sie ein.

Darüber hinaus stehen auch einige Lebensmittel zur Verfügung, die Tryptophan enthalten. Bei dieser Aminosäure erfolgt im menschlichen Gehirn die Umwandlung in das wichtige Hormon Serotonin, das als Stimmungsaufheller wirkt.

Aber auch Schokolade sorgt für das Anheben der Stimmung, wofür der Stoff Theobromin verantwortlich ist. Außerdem enthält die Schokolade wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalium und Kupfer.

Treten die Stimmungsschwankungen bei Frauen in den Wechseljahren auf, empfiehlt sich die Einnahme von Traubensilberkerze-Präparaten. Diese Heilpflanze sorgt für den Hormonausgleich und wirkt damit Stimmungsschwankungen entgegen.

Homöopathische Mittel und Schüßler-Salze

Auch die Homöopathie verfügt über wirksame Mittel gegen Stimmungsschwankungen. Dazu zählen

  • Ignatia C30
  • Pulsatilla D12 und
  • Cimicifuga D12.

Ebenfalls als hilfreich gelten die Schüßler-Salze

  • Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) sowie
  • Nr. 5 (Kalium phosphoricum),

die gegen depressive Verstimmungen wirken. Es wird empfohlen, die Schüßler-Salze in den frühen Nachmittagsstunden einzunehmen.

Vorbeugung

Stimmungsschwankungen vorzubeugen ist nicht einfach. Prinzipiell wird empfohlen, Stress entgegenzuwirken und auf den starken Konsum von Alkohol und Tabak zu verzichten. Manchmal hilft es auch, mit Familienmitgliedern oder Freunden über Probleme zu sprechen und gemeinsam nach deren Lösung zu suchen.

Als sinnvoll gelten zudem körperliche Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen sowie eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse. Auch an ausreichend Entspannung sollte gedacht werden.

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