Schwindel - Ursachen, Arten und Behandlung

Schwindel gilt inzwischen nach Rücken- und Kopfschmerzen als häufigste Ursache für einen Arztbesuch und nimmt folglich einen Platz unter den Volkskrankheiten in Deutschland ein. Das Auftreten von Vertigo, dem Schwindel, tritt in der Regel akut auf und basiert je nach Form auf unterschiedlichen und sehr vielfältigen Ursachen. Allerdings liegen nur selten schwerwiegende Gründe für den Schwindel vor und zumeist lässt das Gefühl der sich drehenden Welt auch rasch wieder nach. Und das Gute: Schwindel kann sehr gut behandelt werden. Lesen Sie alles Wissenswerte über Ursachen, Arten und Behandlung von Schwindel.

Die Entstehung von Schwindel und wie man ihn behandeln und lindern kann

Schwindel - Generelle Merkmale

Bei Schwindel - Vertigo - handelt es sich um ein Empfinden, bei dem der Betroffene das Gefühl hat, dass er sich nicht sicher bewegen kann, da ein Schwanken bzw. Drehen wahrgenommen wird. Auch das Gefühl, im nächsten Moment ohnmächtig zu werden, kann dazuzählen.

Es gibt diverse Arten des Schwindels, auf die wir im weiteren Verlauf dieses Artikels näher einhen werden. Nach Kopfschmerzen stellt Schwindel das häufigste Symptom, welches das Nervensystem betrifft, dar. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, eine Schwindelattacke zu erleiden.

Kleinkinder sind hingegen nahezu überhaupt nicht betroffen, da hier der Gleichgewichtssinn, von dem der Schwindel ausgeht, noch nicht ganz ausgeprägt ist. Ältere Kinder haben relativ häufig mit Schwindel zu tun, während er bei Jugendlichen wieder seltener auftritt. Bei über 80-Jährigen ist etwa ein Drittel betroffen.

Über den Gleichgewichtssinn

Über die Sinnesorgane wird die räumliche Orientierung ermöglicht; zudem kann die Steuerung des Gleichtgewichtsempfindens ermöglicht werden. Der so genannte Vestibularapparat liegt zwischen Trommelfell und Gehörschnecke im Bereich des Innenohrs. Hier befinden sich drei Bogengänge, sowie zwei Vorhofsäcke und und der Endolymphgang, der mit Flüssigkeit gefüllt ist.

Bei Drehung oder Beschleunigung des Körpers kommt es zur Bewegung der Flüssigkeit, was zu einer Reizung der Sinneszellen an den Wänden führt - diese Reize werden an das Hirn weitergeleitet. Gleichzeitig erhält das Gehirn dort auch die Information über die Bewegung der räumlichen Fixpunkte und des Horizonts.

Als dritter Faktor des Gleichgewichtssinns spielen die Tiefenrezeptoren in Gelenken, Sehnen und Muskeln ein. Diese informieren das Hirn beispielsweise darüber, dass das Kniegelenk eine Schwankung ausgleichen muss.

Begleitsymtome: Schwindel und Übelkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen und Co.

Häufig geht Schwindel mit weiteren Begleitsymptomen einher. Je nach Form des Scwindels und Ursache können

dazu gehören. Bei letzteren handelt es sich um so genannte Nystagmen; sie dienen dem Ausgleich der vermeintlichen Blickfelddrehung.

Zu den weiteren Beschwerden, die bei Schwindel auftreten können, zählen beispielsweise

Ausprägungsformen des Schwindels, z.B. beim Liegen mit geschlossenen Augen oder bei Kopfdrehung

Schwindel kann sich ganz unterschiedlich zeigen und etwa auch bei bestimmten Bewegungen auftreten. Schwindel im Liegen, mit oder ohne geschlossenen Augen, kann verschiedene Ursachen haben; möglich sind etwa entzündliche Prozesse.

Auch eine Verarbeitungsstörung im Gehirn kann zu den Auslösern zählen. Beim benignen Lagerungsschwindel spielen die erwähnten Otolithen-Kristalle eine Rolle.

Vestibulärer Schwindel und nicht-vestibulärer Schwindel

Grob lassen sich der vestibuläre und der nicht-vestibuläre Schwindel unterscheiden. Bei vestibulären Schwindel liegen die Ursachen im Kopf, während die Auslöser beim nicht-vestibulären Schwindel in anderen Körperregionen zu suchen sind.

Formen und Ursachen des vestibulären Schwindels (z.B. im Liegen)

So sind beim vestibulären Schwindel die Reize wie zuvor erwähnt widersprüchlich oder können nicht richtig verarbeitet werden. Als Ursache gelten Irritationen oder Erkrankungen des Gleichgewichtssystems. Man unterscheidet den peripheren vestibulären Schwindel, bei dem der Gleichgewichtsnerv betroffen ist, sowie den zentralen vestibulären Schwindel, bei dem die Auslöser im Großhirn, Kleinhirn oder Hirnstamm liegen.

Zu den Formen/Ursachen für den vestibulären Schwindel gehören:

  • Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV): häufigste Form, von kleinsten Kristallen im mit Flüssigkeit gefüllten Gleichgewichtsorgan ausgelöst - kurzer, starker Schwindelanfall, auch im Liegen; möglich ist Übelkeit
  • Neuritis vestibularis: Entzündung des Gleichgewichtsnervs, anhaltender Drehschwindel
  • Vestibulopathie: Innenohrerkrankung, verschwommene Wahrnehmung
  • Vestibularisparoxysmie: regelmäßige Schwindelattacken, Stand- und Gangunsicherheit
  • Morbus Menière: regelmäßiger, plötzlich auftretender Drehschwindel, einseitiger Tinnitus
  • Basilaris-Migräne (vestibuläre Migräne): wiederholte Schwindelanfälle, Hinterkopfschmerzen, Sehstörungen
  • Durchblutungsstörungen im Gehirn: führen zudem zu gestörten Bewegungsabläufen, Schluckstörunge und Gefühlsstörungen
  • Akustikusneurinom: gutartige Geschwulst im Gleichgewichts- und Hörnerv
  • Felsenbeinfraktur mit Labyrinthausfall: bei Schädelfraktur, die das Felsenbein betrifft, kann eine Beschädigung des Innenohrs mit dem Gleichgewichtssystem Schwindel auslösen
  • Vestibuläre Epilepsie: Schwindel mit Krampfanfällen und schnellen Augenbewegungen
  • Altersbedingter Schwindel: z.B. aufgrund von verzögerter Informationsverarbeitung im Innenohr und altersbedingten Durchblutungsstörungen
Formen und Ursachen des nicht-vestibulären Schwindels

Liegt ein nicht-vestibulärer Schwindel vor, ist die Funktion der Gleichgewichtsorgane nicht eingeschränkt; Hirn und Nerven funktionieren ebenso einwandfrei.

Die Ursachen bei dieser Schwindelform liegen in anderen Körperbereichen. Betroffene gehen unsicher und stürzen auch schonmal. Eine Orientierung fällt zunehmend schwer.

Zu den möglichen Ursachen zählen beispielsweise

Beim somatoformen Schwindel ist die Ursache nicht klar.

Haben Betroffene Panikattacken, ist die Rede vom hobischen Schwankschwindel. Beim psychogenen Schwindel liegen seelische Auslöser vor.

Ursachen von Schwindel

Zu einem Schwindelgefühl kommt es immer dann, wenn das Hirn widersprüchliche Informationen von den Sinnesorgangne bekommt. Auch wenn die Verarbeitung der eingehenden Informationen gestört ist, kann Schwindel auftreten.

Schwindel aufgrund von Reiseübelkeit

Patienten, die seekrank sind, leiden unter anderem unter Schwindel, wenn sie sich auf einem Schiff befinden. Das Gleichgewichtsorgan im Ohr kommt dann mit den schnell wechselnden Bewegungen des Schiffes aufgrund des Wellenganges nicht zurecht und verursacht so den Schwindel.

Schwindel durch Kreislaufschwäche oder Medikamente, z.B. Antibiotika

Menschen, die zu wenig trinken oder essen, können ebenfalls unter Schwindel leiden. Einige Patienten reagieren auch auf Antibiotika mit Schwindelgefühlen.

Halswirbelsyndrom: Schwindel aufgrund von Verspannungen

In manchen Fällen können auch Verspannungen zu Schwindelanfällen führen. Beim so genannten Halswirbelsyndrom wird die Funktion der Hirnnerven beeinflusst. Dies kann zu neuronalen Beschwerden, wie auch Schwindel, führen.

Übungen gegen den HWS-bedingten Schwindel

Für die Übungen gegen den verspannungsbedingten Schwindel setzt man sich mit aufgerichtetem Oberkörper auf einen Stuhl, dabei nicht anlehnen. Mit den Füßen steht man fest auf dem Boden; die Unterschenkel stellt man dabei beckenbreit auseinander. Im Knie- und Hüftgelenk besteht eine Beugung im rechten Winkel.

Eine der Übungen könnte wie folgt aussehen:

  • die Fußsohlen auf den Boden stemmen und die Gesäßmuskulatur anspannen
  • den Hinterkopf Richtung Decke schieben, sodass ein Doppelkinn entsteht
  • die Schultern etwas nach hinten und unten ziehen; die Hände liegen auf den Oberschenkeln
  • die Spannung 5 Sekunden lang halten, dann lösen - 5 Wiederholungen

Bei einer weiteren Übungen zieht man aus derselben Ausgangsstellung die Schultern nach oben, zählt bis drei und lässt sie wieder fallen. Auch hier sollten fünf Wiederholungen gemacht werden. Ebenso hilft es, die Schultern rückwärts zu kreisen.

Schwindel aufgrund von Erkrankungen

Schwindel durch niedrigen Blutdruck oder Bluthochdruck

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) verursacht häufig Schwindel. Einige Patienten leiden auch beim zu hohen Blutdruck (Hypertonie) oder bei Blutdruckschwankungen unter Schwindelgefühlen.

Schwindel aufgrund von Migräne oder Tumoren

Migränepatienten bemerken neben rasenden Kopfschmerzen häufig auch Schwindel. Ebenso bei gut- und bösartigen Tumoren im Gehirn kann das Symptom auftreten.

Schwindel aufgrund von Kreislaufstörungen, z.B. bei Fieber

Schwindel tritt häufig auch bei Kreislaufstörungen auf. Wer zum Beispiel mit einer fieberhaften Erkrankung im Bett liegt und aufsteht, der leidet dann oftmals unter Schwindel. Eine weitere Krankheit, die mit Schwindel einhergeht, ist der Morbus Menière.

Komplikationen: Folgen von Schwindel

Eine mögliche Komplikation von Schwindelgefühlen kann deren chronischer Verlauf sein. So besteht die Gefahr, dass es zu einem quälenden Dauerschwindel kommt, der über Monate anhält. Nicht selten geht Schwindel mit ernsthaften Erkrankungen einher. Dazu gehören zum Beispiel

Wird die Grunderkrankung nicht entsprechend behandelt, bleibt der Schwindel dauerhaft. Dadurch erhöht sich auch das Risiko, dass es zu Unfällen wie Stürzen kommt, die weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben können.

Wann sollte man wegen Schwindel zum Arzt?

Während gutartiger Lagerungsschwindel in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder verschwindet, können andere Formen dauerhaft bleiben. Tritt heftiger Schwindel auf, ohne dass sich eine auslösende Ursache erkennen lässt, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Das Gleiche gilt, wenn der Patient unter zusätzlichen Beschwerden wie

leidet. Auch wenn sich der Schwindel regelmäßig in bestimmten Situationen zeigt, wie zum Beispiel beim Steuern eines Autos oder in Menschenmengen, ist es besser, sich an einen Arzt zu wenden.

Diagnose bei Schwindel

Nicht selten müssen sich Menschen, die unter Schwindelanfällen leiden, an mehrere Ärzte wenden. Dazu gehören neben dem Hausarzt auch ein Internist, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Neurologe. In einigen Städten gibt es auch so genannte Schwindelambulanzen, die sich auf die Untersuchung und Behandlung von Schwindelgefühlen spezialisiert haben.

Anamnese bei Schwindel

Begonnen wird die Untersuchung der Schwindelattacken mit der Anamnese. Dabei erfasst man die Krankengeschichte des Patienten, um den auslösenden Ursachen auf den Grund zu gehen.

Außerdem möchte der Arzt die Art des Schwindels feststellen, damit er die anschließende Behandlung bestimmen kann. Zu unterscheiden ist zwischen dem

  • akuten Drehschwindel
  • anhaltendem Drehschwindel
  • Lagerungs- oder
  • Kopflageschwindel sowie
  • Benommenheitsschwindel.

Gleichgewichtsprüfung bei Schwindel

Nach der Erfassung der Krankengeschichte misst der Arzt Puls und Blutdruck des Patienten. Stellt sich dabei ein unregelmäßiger Puls heraus, lässt sich ein EKG (Elektrokardiogramm) zum Ermitteln von Herzrhythmusstörungen durchführen.

Um das Gleichgewichtssystem zu überprüfen, finden einige Gleichgewichtstests statt. Dazu gehört unter anderem der Romberg-Test, bei dem sich der Patient auf ein Bein stellt, die Augen schließt und die Arme ausstreckt. Darüber hinaus erfolgt eine Kontrolle des Gangbildes.

Weitere Untersuchungsmethoden bei Schwindel

Hat der Arzt den Verdacht, dass der Schwindel durch eine bestimmte Erkrankung oder Störung hervorgerufen wird, führt er spezielle Untersuchungen durch. Dabei kann es sich um

handeln. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind

Behandlung von Schwindel

Verspürt ein Patient den Schwindel zum Beispiel nur während einer Schifffahrt, so kann der Arzt Medikamente verordnen, die kurz vor einer Reise eingenommen werden können und dann auch gegen weitere Symptome wie die Übelkeit wirken.

Einige Formen des Schwindels können auch mit Krankengymnastik therapiert werden. Besonders wenn ein Patient die Schwindelgefühle bei einem seitlich geneigten Kopf bemerkt, können die Beschwerden gut mit Physiotherapie geheilt werden.

Schwindelgefühle behandeln mit der Atlastherapie

Zahlreiche Menschen leiden immer wieder unter Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. Eine Möglichkeit, diese Beschwerden wirksam zu behandeln, bietet die Atlastherapie nach Arlen.

Funktion des Atlaswirbels

Beim Atlas (C1) handelt es sich um den ersten Halswirbel. Da er der schädelnächste Teil der Wirbelsäule ist, wird vom ihm der gesamte Kopf getragen. Man nennt ihn auch Nicker, weil er die Bewegung des Nickens möglich macht.

Fehlfunktionen und Auswirkungen:

Kommt es im Bereich des Atlas zu einer Fehlfunktion, kann sich dies negativ auf den gesamten Körper auswirken und zu verschiedenen Beschwerden führen. Dazu gehören vor allem

Nicht selten werden diese Beschwerden chronisch und führen zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Für manche Beschwerden lässt sich allerdings nicht immer eine organische Ursache finden. Eine alternative und schonende Behandlungsmöglichkeit ist die Atlastherapie nach Arlen.

Grundlagen und Wirkweise der Atlastherapie

Entwickelt wurde die Atlastherapie von dem französischen Arzt Albert Arlen (1925-1992). In vielen Fällen können Beschwerden wie Schwindelgefühle durch die Atlastherapie positiv beeinflusst oder sogar geheilt werden.

Grundlage der Atlastherapie ist die Behandlung des Atlaswirbels mit kurzen manuellen Druckimpulsen. Aufgrund der Impulse kommt es zu positiven Auswirkungen auf das Gleichgewichtssystem, das vegetative Nervensystem und die Eigenwahrnehmung des Körpers.

Das wird darauf zurückgeführt, dass sich in der Atlasregion zahlreiche Rezeptoren (Nervenschaltstellen) befinden. Diese verfügen über Verbindungen zu den Nervenbahnen, die zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper liegen.

Sowohl das gesamte Sehnen- und Muskelsystem sowie die Stellung des Körpers im Raum werden von den Rezeptoren kontrolliert. Im Falle von Beschwerden und Krankheiten kommt es jedoch zur Weitergabe von falschen Informationen.

Durch die Anwendung der Atlastherapie ist es möglich, den nervlichen Regelkreis für kurze Zeit zu unterbrechen und ihn sozusagen wieder neu zu ordnen und aufzubauen. Gewissermaßen ähnelt die Prozedur dem Neustart eines Computers. So lassen sich durch diese Vorgehensweise Funktionsstörungen und Beschwerden im ganzen Organismus behandeln.

Schmerzen oder Risiken wie bei der Chirotherapie sind bei der Behandlung des Atlas nicht zu befürchten. Während der Durchführung der Therapie übt der Therapeut mit dem Finger einen kurzen Impuls auf den Querfortsatz des Atlaswirbels aus.

Um die richtige Impulsrichtung bestimmen zu können, wird zuvor eine Röntgenaufnahme angefertigt. Normalerweise genügen drei Behandlungen, um eine Besserung der Beschwerden zu erzielen.

Weitere Anwendungsgebiete der Atlastherapie

Die Atlastherapie lässt sich vielfältig einsetzen. Zu den Indikationen gehören neben Schwindelgefühlen auch

  • vegetative Störungen
  • chronische Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Brustkorbspannungen oder
  • ein Schleudertrauma.

Die Methode ist auch für Kinder gut geeignet. Da sie jedoch kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung nicht.

Behandlung von Schwindel bei Migräne

Schwindel kann das Symptom vieler verschiedener Krankheiten sein. Teilweise können diese Grunderkrankungen mit Akupunktur behandelt werden. Dies ist zum Beispiel bei der Migräne der Fall.

Die Patienten müssen sich dazu in bestimmten Abständen in der Praxis ihres Arztes einfinden. Der Arzt sticht hauchdünne Nadeln in bestimmte Punkte der Haut und kann so die Migräne (und natürlich auch den Schwindel) therapieren. In der Therapie der Migräne werden auch verschiedenartige Schmerzmittel eingesetzt.

Behandlung von Schwindel bei Krebserkrankungen

In einigen Fällen liegt dem Schwindel auch ein Tumor zugrunde. Dieser muss operativ entfernt werden, damit der Patient auch vom Schwindel befreit werden kann.

Nach der Operation wird der Patient bei bösartigen Tumoren in der Regel mit einer Strahlen- oder Chemotherapie weiterbehandelt. Bis zum Abschluss der Akutbehandlung ist meist ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus sowie im Anschluss daran in einer Rehabilitationsklinik notwendig. Anschließend wird der Patient ambulant behandelt.

Behandlung von Schwindel bei Ohrerkrankungen und Fieber

Hat der Patient eine Erkrankung im Bereich der Ohren, die den Schwindel auslöst, so kann auch eine Operation am Ohr notwendig werden, um den Schwindel zu behandeln. Hat ein Patient Fieber und verspürt dabei Schwindelgefühle, so ist es außerordentlich wichtig, dass viel getrunken wird. Am besten eignen sich dabei Tee und Mineralwasser.

Selbsttherapie: die besten Mittel gegen Schwindel

Schwindelattacken treten häufig in den warmen Sommermonaten auf. Um Abhilfe zu schaffen, wird empfohlen, kühles Wasser über Arme und Beine laufen zu lassen.

Bei Hitze fühlt sich der Betroffene rasch wieder erfrischt. Da die Schwindelgefühle häufig schon nach dem Aufstehen auftreten, sollte man bereits kurz danach Gesicht und Arme mit kühlem Wasser behandeln.

Ein wichtiger Aspekt ist zudem das regelmäßige Trainieren des Gleichgewichts. Zu diesem Zweck balanciert man zum Beispiel mit den Einkaufstaschen auf einer Linie oder putzt sich die Zähne, während man nur auf einem Bein steht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Sportarten, mit deren Hilfe der Gleichgewichtssinn gestärkt werden kann.

Hausmittel gegen Schwindel

Ist ein zu niedriger Blutzuckerspiegel für die Schwindelattacke verantwortlich, wird geraten, Süßigkeiten wie etwas Schokolade zu sich zu nehmen. Diese sorgt für den Anstieg des Blutzuckerspiegels und vertreibt die Schwindelgefühle.

Tritt ein Schwindelanfall plötzlich auf, ist es ratsam, sich hinzusetzen oder hinzulegen. Auf diese Weise lässt sich ein Sturz vermeiden, der unangenehme Folgen haben kann.

Eine hilfreiche Methode bei einer Schwindelattacke ist das Fixieren eines bestimmten Punktes mit den Augen. Hält man den Kopf dabei ruhig, erhält der Sehsinn einen Bezugspunkt.

Manchmal entstehen Schwindelgefühle auch durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Wer Arzneimittel einnimmt, ist daher gut beraten, die Packungsbeilage auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen.

Vorbeugung von Schwindel

Ob sich Schwindelgefühlen vorbeugen lässt, hängt von deren auslösenden Ursachen ab. So können auch bestimmte Krankheiten den Schwindel hervorrufen. Entstehen die Schwindelanfälle jedoch durch Blutdruckveränderungen, ist eine Vorbeugung durchaus möglich, indem man den Blutdruck stabilisiert.

Zu diesem Zweck sollte man stets genügend essen und trinken sowie ruckartige Bewegungen vermeiden. So ist es bei niedrigem Blutdruck besser, sich nicht zu schnell zu erheben und plötzliche Drehbewegungen zu unterlassen.

Verschiedene Arten des Schwindels

Man unterscheidet mehrere Arten des Schwindels.

Drehschwindel

Der Drehschwindel ist ein dauerhaft oder auch anfallartiges Drehgefühl, das von der Angst, nach vorne zu fallen, sowie sehr oft von einer auftretenden Übelkeit begleitet wird.

Ursachen von Drehschwindel

Für diese Schwindelform finden sich gleich mehrere Ursachen. So kann eine Entzündung durch Viren oder eine Verletzung des Gleichgewichtorgans im Ohr ebenso der auslösende Faktor sein als auch eine Migräne oder die so genannte Menière-Erkrankung, die auf einem Stau der Flüssigkeit in den Bogengängen basiert.

Behandlung von Drehschwindel

Eine Therapie lässt diesen Drehschwindel deutlich lindern oder gänzlich abklingen. Liegt eine Menière-Krankheit vor, kann mittels eines operativen Eingriffs die angesammelte Flüssigkeit entfernt werden. Gleichgewichtsübungen, Stressabbau und die Einnahme von Antivertiginosa (Medikamente) unterstützen die Therapie.

Schwankschwindel

Begleitsymptome von Schwankschwindel

Eine der häufigsten Schwindelvarianten ist der Schwankschwindel, der sich als Kreislaufschwindel offenbart und mit

begleitet wird.

Ursachen von Schwankschwindel

Ursachen für den Schwankschwindel sind in der Regel

  • Fieber
  • ein niedriger Blutdruck
  • Verspannungen in der Halswirbelsäule
  • ein langes Sitzen oder
  • Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Behandlung von Schwankschwindel

Therapeutisch wirken

  • kreislaufstärkende Maßnahmen
  • ein oftmaliges Aufstehen und Bewegen
  • Wechselduschen sowie
  • eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Zusätzlich können blutverdünnende Medikamente (ASS), eine Physiotherapie und eine Akupunktur den Schwindel zum Stillstand bringen.

Lagerungsschwindel

Heftige Schwindelanfälle beim Drehen des Kopfes deuten auf einen Lagerungsschwindel hin, der sich normalerweise wieder reguliert, wenn der Kopf in eine ruhende Position gebracht wird. Gefährlich ist diese Schwindelform nicht, denn die Ursache findet sich darin, dass kleinste Kristallsteinchen im Innenohr gelöst wurden und dann durch die Bogengänge wandern.

Übungen im Sitzen, die von einem Krankengymnasten oder Arzt vermittelt werden können, helfen dabei, die Ministeinchen wieder aus den Bogengängen zu entfernen und somit dem Schwindel ein Ende zu bereiten.

Psychischer/psychogener Schwindel

Die letzte Variante des Vertigo wird als Psychischer Schwindel bezeichnet und gründet folgerichtig auf psychischen Schwierigkeiten.

Begleitsymptome bei psychischem Schwindel

Begleitet wird der Schwindel von Angstgefühlen, einer Niedergeschlagenheit oder auch einem mangelnden Appetit.

Ursachen von psychischem Schwindel

Als Ursachen für den psychischen Schwindel finden sich

  • dauerhafter körperlicher und seelischer Stress
  • eine Depression
  • Erschöpfung oder auch
  • Burnout.

Behandlung und Selbsttherapie von psychogenem Schwindel

  • Entspannungsübungen
  • das Überdenken der eigenen Lebensumstände
  • eine Psychotherapie oder
  • bei sehr starken Beschwerden der kurzfristige Einsatz von Psychopharmaka

lassen den Schwindel im Normalfall relativ schnell wieder vergehen.

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