Schwindel - Ursachen und Behandlung

Junge, dunkelhaarige Frau mit Kopfschmerzen hält  Hand auf Stirn

Die Entstehung von Schwindel und wie man ihn behandeln und lindern kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Viele Menschen leiden unter Schwindel. Verschiedene Therapien können helfen, dieses Symptom zu lindern.

Ursachen

Patienten, die seekrank sind, leiden unter anderem unter Schwindel, wenn sie sich auf einem Schiff befinden. Das Gleichgewichtsorgan im Ohr kommt dann mit den schnell wechselnden Bewegungen des Schiffes aufgrund des Wellenganges nicht zurecht und verursacht so den Schwindel.

Menschen, die zu wenig trinken oder essen, können ebenfalls unter Schwindel leiden. Einige Patienten reagieren auch auf Antibiotika mit Schwindelgefühlen.

Erkrankungen

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) verursacht häufig Schwindel. Einige Patienten leiden auch beim zu hohen Blutdruck (Hypertonie) oder bei Blutdruckschwankungen unter Schwindelgefühlen.

Migränepatienten bemerken neben rasenden Kopfschmerzen häufig auch Schwindel. Ebenso bei gut- und bösartigen Tumoren im Gehirn kann das Symptom auftreten.

Schwindel tritt häufig auch bei Kreislaufstörungen auf. Wer zum Beispiel mit einer fieberhaften Erkrankung im Bett liegt und aufsteht, der leidet dann oftmals unter Schwindel. Eine weitere Krankheit, die mit Schwindel einhergeht, ist der Morbus Menière.

Komplikationen

Eine mögliche Komplikation von Schwindelgefühlen kann deren chronischer Verlauf sein. So besteht die Gefahr, dass es zu einem quälenden Dauerschwindel kommt, der über Monate anhält. Nicht selten geht Schwindel mit ernsthaften Erkrankungen einher. Dazu gehören zum Beispiel

Wird die Grunderkrankung nicht entsprechend behandelt, bleibt der Schwindel dauerhaft. Dadurch erhöht sich auch das Risiko, dass es zu Unfällen wie Stürzen kommt, die weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben können.

Wann zum Arzt?

Während gutartiger Lagerungsschwindel in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder verschwindet, können andere Formen dauerhaft bleiben. Tritt heftiger Schwindel auf, ohne dass sich eine auslösende Ursache erkennen lässt, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Das Gleiche gilt, wenn der Patient unter zusätzlichen Beschwerden wie

leidet. Auch wenn sich der Schwindel regelmäßig in bestimmten Situationen zeigt, wie zum Beispiel beim Steuern eines Autos oder in Menschenmengen, ist es besser, sich an einen Arzt zu wenden.

Diagnose

Nicht selten müssen sich Menschen, die unter Schwindelanfällen leiden, an mehrere Ärzte wenden. Dazu gehören neben dem Hausarzt auch ein Internist, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Neurologe. In einigen Städten gibt es auch so genannte Schwindelambulanzen, die sich auf die Untersuchung und Behandlung von Schwindelgefühlen spezialisiert haben.

Anamnese

Begonnen wird die Untersuchung der Schwindelattacken mit der Anamnese. Dabei erfasst man die Krankengeschichte des Patienten, um den auslösenden Ursachen auf den Grund zu gehen.

Außerdem möchte der Arzt die Art des Schwindels feststellen, damit er die anschließende Behandlung bestimmen kann. Zu unterscheiden ist zwischen dem

  • akuten Drehschwindel
  • anhaltendem Drehschwindel
  • Lagerungs- oder
  • Kopflageschwindel sowie
  • Benommenheitsschwindel.

Diagnostik

Nach der Erfassung der Krankengeschichte misst der Arzt Puls und Blutdruck des Patienten. Stellt sich dabei ein unregelmäßiger Puls heraus, lässt sich ein EKG (Elektrokardiogramm) zum Ermitteln von Herzrhythmusstörungen durchführen.

Um das Gleichgewichtssystem zu überprüfen, finden einige Gleichgewichtstests statt. Dazu gehört unter anderem der Romberg-Test, bei dem sich der Patient auf ein Bein stellt, die Augen schließt und die Arme ausstreckt. Darüber hinaus erfolgt eine Kontrolle des Gangbildes.

Weitere Untersuchungsmethoden

Hat der Arzt den Verdacht, dass der Schwindel durch eine bestimmte Erkrankung oder Störung hervorgerufen wird, führt er spezielle Untersuchungen durch. Dabei kann es sich um

handeln. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind

Behandlung

Verspürt ein Patient den Schwindel zum Beispiel nur während einer Schifffahrt, so kann der Arzt Medikamente verordnen, die kurz vor einer Reise eingenommen werden können und dann auch gegen weitere Symptome wie die Übelkeit wirken.

Einige Formen des Schwindels können auch mit Krankengymnastik therapiert werden. Besonders wenn ein Patient die Schwindelgefühle bei einem seitlich geneigten Kopf bemerkt, können die Beschwerden gut mit Physiotherapie geheilt werden.

Schwindelgefühle behandeln mit der Atlastherapie

Zahlreiche Menschen leiden immer wieder unter Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. Eine Möglichkeit, diese Beschwerden wirksam zu behandeln, bietet die Atlastherapie nach Arlen.

Funktion des Atlaswirbels

Beim Atlas (C1) handelt es sich um den ersten Halswirbel. Da er der schädelnächste Teil der Wirbelsäule ist, wird vom ihm der gesamte Kopf getragen. Man nennt ihn auch Nicker, weil er die Bewegung des Nickens möglich macht.

Fehlfunktionen und Auswirkungen:

Kommt es im Bereich des Atlas zu einer Fehlfunktion, kann sich dies negativ auf den gesamten Körper auswirken und zu verschiedenen Beschwerden führen. Dazu gehören vor allem

Nicht selten werden diese Beschwerden chronisch und führen zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Für manche Beschwerden lässt sich allerdings nicht immer eine organische Ursache finden. Eine alternative und schonende Behandlungsmöglichkeit ist die Atlastherapie nach Arlen.

Grundlagen und Wirkweise der Atlastherapie

Entwickelt wurde die Atlastherapie von dem französischen Arzt Albert Arlen (1925–1992). In vielen Fällen können Beschwerden wie Schwindelgefühle durch die Atlastherapie positiv beeinflusst oder sogar geheilt werden.

Grundlage der Atlastherapie ist die Behandlung des Atlaswirbels mit kurzen manuellen Druckimpulsen. Aufgrund der Impulse kommt es zu positiven Auswirkungen auf das Gleichgewichtssystem, das vegetative Nervensystem und die Eigenwahrnehmung des Körpers.

Das wird darauf zurückgeführt, dass sich in der Atlasregion zahlreiche Rezeptoren (Nervenschaltstellen) befinden. Diese verfügen über Verbindungen zu den Nervenbahnen, die zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper liegen.

Sowohl das gesamte Sehnen- und Muskelsystem sowie die Stellung des Körpers im Raum werden von den Rezeptoren kontrolliert. Im Falle von Beschwerden und Krankheiten kommt es jedoch zur Weitergabe von falschen Informationen.

Durch die Anwendung der Atlastherapie ist es möglich, den nervlichen Regelkreis für kurze Zeit zu unterbrechen und ihn sozusagen wieder neu zu ordnen und aufzubauen. Gewissermaßen ähnelt die Prozedur dem Neustart eines Computers. So lassen sich durch diese Vorgehensweise Funktionsstörungen und Beschwerden im ganzen Organismus behandeln.

Schmerzen oder Risiken wie bei der Chirotherapie sind bei der Behandlung des Atlas nicht zu befürchten. Während der Durchführung der Therapie übt der Therapeut mit dem Finger einen kurzen Impuls auf den Querfortsatz des Atlaswirbels aus.

Um die richtige Impulsrichtung bestimmen zu können, wird zuvor eine Röntgenaufnahme angefertigt. Normalerweise genügen drei Behandlungen, um eine Besserung der Beschwerden zu erzielen.

Weitere Anwendungsgebiete

Die Atlastherapie lässt sich vielfältig einsetzen. Zu den Indikationen gehören neben Schwindelgefühlen auch

  • vegetative Störungen
  • chronische Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Brustkorbspannungen oder
  • ein Schleudertrauma.

Die Methode ist auch für Kinder gut geeignet. Da sie jedoch kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung nicht.

Bei Migräne

Schwindel kann das Symptom vieler verschiedener Krankheiten sein. Teilweise können diese Grunderkrankungen mit Akupunktur behandelt werden. Dies ist zum Beispiel bei der Migräne der Fall.

Die Patienten müssen sich dazu in bestimmten Abständen in der Praxis ihres Arztes einfinden. Der Arzt sticht hauchdünne Nadeln in bestimmte Punkte der Haut und kann so die Migräne (und natürlich auch den Schwindel) therapieren. In der Therapie der Migräne werden auch verschiedenartige Schmerzmittel eingesetzt.

Bei Krebserkrankungen

In einigen Fällen liegt dem Schwindel auch ein Tumor zugrunde. Dieser muss operativ entfernt werden, damit der Patient auch vom Schwindel befreit werden kann.

Nach der Operation wird der Patient bei bösartigen Tumoren in der Regel mit einer Strahlen- oder Chemotherapie weiterbehandelt. Bis zum Abschluss der Akutbehandlung ist meist ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus sowie im Anschluss daran in einer Rehabilitationsklinik notwendig. Anschließend wird der Patient ambulant behandelt.

Bei Ohrerkrankungen und Fieber

Hat der Patient eine Erkrankung im Bereich der Ohren, die den Schwindel auslöst, so kann auch eine Operation am Ohr notwendig werden, um den Schwindel zu behandeln. Hat ein Patient Fieber und verspürt dabei Schwindelgefühle, so ist es außerordentlich wichtig, dass viel getrunken wird. Am besten eignen sich dabei Tee und Mineralwasser.

Selbsttherapie

Schwindelattacken treten häufig in den warmen Sommermonaten auf. Um Abhilfe zu schaffen, wird empfohlen, kühles Wasser über Arme und Beine laufen zu lassen.

Bei Hitze fühlt sich der Betroffene rasch wieder erfrischt. Da die Schwindelgefühle häufig schon nach dem Aufstehen auftreten, sollte man bereits kurz danach Gesicht und Arme mit kühlem Wasser behandeln.

Ein wichtiger Aspekt ist zudem das regelmäßige Trainieren des Gleichgewichts. Zu diesem Zweck balanciert man zum Beispiel mit den Einkaufstaschen auf einer Linie oder putzt sich die Zähne, während man nur auf einem Bein steht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Sportarten, mit deren Hilfe der Gleichgewichtssinn gestärkt werden kann.

Hausmittel

Ist ein zu niedriger Blutzuckerspiegel für die Schwindelattacke verantwortlich, wird geraten, Süßigkeiten wie etwas Schokolade zu sich zu nehmen. Diese sorgt für den Anstieg des Blutzuckerspiegels und vertreibt die Schwindelgefühle.

Tritt ein Schwindelanfall plötzlich auf, ist es ratsam, sich hinzusetzen oder hinzulegen. Auf diese Weise lässt sich ein Sturz vermeiden, der unangenehme Folgen haben kann.

Eine hilfreiche Methode bei einer Schwindelattacke ist das Fixieren eines bestimmten Punktes mit den Augen. Hält man den Kopf dabei ruhig, erhält der Sehsinn einen Bezugspunkt.

Manchmal entstehen Schwindelgefühle auch durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Wer Arzneimittel einnimmt, ist daher gut beraten, die Packungsbeilage auf mögliche Nebenwirkungen zu überprüfen.

Vorbeugung

Ob sich Schwindelgefühlen vorbeugen lässt, hängt von deren auslösenden Ursachen ab. So können auch bestimmte Krankheiten den Schwindel hervorrufen. Entstehen die Schwindelanfälle jedoch durch Blutdruckveränderungen, ist eine Vorbeugung durchaus möglich, indem man den Blutdruck stabilisiert.

Zu diesem Zweck sollte man stets genügend essen und trinken sowie ruckartige Bewegungen vermeiden. So ist es bei niedrigem Blutdruck besser, sich nicht zu schnell zu erheben und plötzliche Drehbewegungen zu unterlassen.

Grundinformationen zu Schwindel

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: terrible headache © Renee Jansoa - www.fotolia.de

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