13. Februar 2010
Von Viola Reinhardt
Schwindel gilt inzwischen nach Rücken- und Kopfschmerzen als häufigste Ursache für einen Arztbesuch und nimmt folglich einen Platz unter den Volkskrankheiten in Deutschland ein. Das Auftreten von Vertigo, dem Schwindel, tritt in der Regel akut auf und basiert je nach Form auf unterschiedlichen und sehr vielfältigen Ursachen. Allerdings liegen nur selten schwerwiegende Gründe für den Schwindel vor und zumeist lässt das Gefühl der sich drehenden Welt auch rasch wieder nach. Und das Gute: Schwindel kann sehr gut behandelt werden.
Der Drehschwindel ist ein dauerhaft oder auch anfallartiges Drehgefühl, das von der Angst begleitet wird nach vorne zu fallen und sehr oft von einer auftretenden Übelkeit begleitet wird. Für diese Schwindelform finden sich gleich mehrere Ursachen. So kann eine Entzündung durch Viren oder eine Verletzung des Gleichgewichtorgans im Ohr ebenso der auslösende Faktor sein als auch eine Migräne oder die sogenannte Menière-Erkrankung, die auf einem Stau der Flüssigkeit in den Bogengängen basiert. Eine Therapie lässt diesen Drehschwindel deutlich lindern oder gänzlich abklingen. Liegt eine Menière-Krankheit vor, kann mittels eines operativen Eingriffs die angesammelte Flüssigkeit entfernt werden. Gleichgewichtsübungen, Stressabbau und die Einnahme von Antivertiginosa (Medikamente) unterstützen die Therapie.
Eine der häufigsten Schwindelvarianten ist der Schwankschwindel, der sich als Kreislaufschwindel offenbart und mit einem Schwarzwerden vor den Augen, Schweißausbrüchen, Benommenheit, Kopfschmerzen oder auch einem Herzklopfen begleitet wird. Ursachen für den Schwankschwindel sind in der Regel Fieber, ein niedriger Blutdruck, Verspannungen in der Halswirbelsäule, ein langes Sitzen oder Durchblutungsstörungen im Gehirn. Therapeutisch wirken kreislaufstärkende Maßnahmen, ein oftmaliges Aufstehen und Bewegen, Wechselduschen, sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zusätzlich können blutverdünnende Medikamente (ASS), eine Physiotherapie und eine Akupunktur den Schwindel zum Stillstand bringen.
Heftige Schwindelanfälle beim Drehen des Kopfes deuten auf einen Lagerungsschwindel hin, der sich normalerweise wieder reguliert, wenn der Kopf in eine ruhende Position gebracht wird. Gefährlich ist diese Schwindelform nicht, denn die Ursache findet sich darin, dass kleinste Kristallsteinchen im Innenohr gelöst wurden und dann durch die Bogengänge wandern. Übungen im Sitzen, die von einem Krankengymnasten oder Arzt vermittelt werden können, helfen dabei die Ministeinchen wieder aus den Bogengängen zu entfernen und somit dem Schwindel ein Ende zu bereiten.
Die letzte Variante des Vertigo wird als Psychischer Schwindel bezeichnet und gründet folgerichtig auf psychischen Schwierigkeiten. Begleitet wird der Schwindel durch Angstgefühle, einer Niedergeschlagenheit oder auch einem mangelnden Appetit. Als Ursachen für den psychischen Schwindel finden sich dauerhafter körperlicher und seelischer Stress, eine Depression, Erschöpfung oder auch Burnout. Oberstes Behandlungsprinzip: Stress abbauen! Entspannungsübungen, das Überdenken der eigenen Lebensumstände, eine Psychotherapie oder bei sehr starken Beschwerden der kurzfristige Einsatz von Psychopharmaka lassen den Schwindel im Normalfall relativ schnell wieder vergehen.
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