Husten - Ursachen und Behandlung

Husten ist ein häufiges Symptom verschiedener Krankheiten. Meist kann der Arzt den Husten gut behandeln.

Die Entstehung von Husten und wie man ihn behandeln und lindern kann

Ursachen

Bei einem Husten zieht sich jedes Mal das Zwerchfell zusammen und stößt die Luft im Folgenden ruckartig durch die Atemwege. Der Mensch hustet reflexartig, wenn sich ein Fremdkörper in der Luftröhre befindet. Würde sich dieser Reflex nicht einstellen, müsste der Mensch ersticken. Auch eine Unverträglichkeit eines Medikamentes kann zu Husten führen.

Erkrankungen

Das erste Kratzen im Hals deutet meist auf das drohende Übel hin - und viele rennen daher sogleich in die Apotheke oder aber direkt zum Arzt ihres Vertrauens, um sich mit (vorbeugenden oder auch Heilung versprechenden) Medikamenten zu versorgen.

Das Symptom des Hustens an sich muss ursächlich nicht immer in einer bestehenden Erkältung begründet sein, denn viele andere Faktoren können gleichermaßen eine Rolle spielen.

Viele Allergiker leiden ebenfalls unter Husten. Wenn ein Patient allergisch auf einen Stoff reagiert, behandelt sein körpereigenes Immunsystem diesen Stoff als Fremdkörper und geht dagegen an.

Husten tritt jedoch mit am häufigsten während eines grippalen Infektes oder einer Grippe auf. In schlimmen Fällen kann sich aus dem zuerst harmlosen Husten eine schwere Lungenentzündung entwickeln. In diesem Fall siedeln sich Bakterien in der Lunge an und führen dann zu einer Entzündung.

Auch Viren können Husten verursachen. Befindet sich ein bösartiger Tumor im Bereich der Lunge, äußert sich dieser ebenfalls mit Husten. Man spricht dann von Lungenkrebs.

Die Ursache des Lungenkrebses ist häufig das Rauchen. Auch ein Kehlkopftumor verursacht Husten. Weitere Krankheiten, die mit Husten einhergehen, sind zum Beispiel

Folgen und Komplikationen

Lästig ist Husten in jedem Fall und kann in der Regel sogar Schlafstörungen mit sich bringen. Je nach Intensität treten darüber hinaus mehr oder weniger heftige Schmerzen im Halsbereich auf, so dass letztendlich das Schlucken und die Nahrungsaufnahme erschwert werden können.

Im Allgemeinen gilt jedoch, dass das Husten eine völlig natürliche Reaktion des menschlichen Körpers darstellt und man nicht versuchen sollte, ihn zu unterdrücken. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass das häufige Husten ein Signal dafür ist, dass sich Krankheitserreger in den Atemwegen befinden, die durch den Husten wieder aus dem Körper heraus befördert werden.

In schweren Fällen von Husten besteht die Gefahr, dass es als Komplikation zu einer Lungenentzündung kommt. Diese kann mitunter sogar einen tödlichen Verlauf nehmen. Leidet der Patient bereits unter einer Herzerkrankung, belastet der Husten Herz und Kreislauf.

Auch Asthmakranke haben häufig unter starken Hustenanfällen zu leiden, wenn bei ihnen eine Erkältung ausbricht. Bei Rauchern besteht die Gefahr, dass der Husten chronisch wird. Außerdem drohen schwerwiegende Folgeerkrankungen wie die COPD.

Wann zum Arzt?

Hält der Husten längere Zeit unvermindert an und lässt sich keine konkrete Ursache für sein Entstehen finden, empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren. Vor allem, wenn der Patient unter weiteren Beschwerden wie Fieber, Schmerzen in der Brust oder Aushusten von Blut leidet, ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich.

Diagnose

Ist der Husten heftiger als normal oder dauert länger, wird die Hilfe eines Arztes benötigt. Dieser kann die genaue Ursache der Beschwerden feststellen.

Anamnese

Die Untersuchung des Hustens beginnt mit der Befragung des Patienten. So möchte der Arzt wissen,

  • seit wann dieser unter dem Husten leidet
  • ob es dabei zu Auswurf kommt
  • wie dieser aussieht und
  • zu welcher Tageszeit der Husten am stärksten ist.

Außerdem ist es wichtig, ob weitere Beschwerden wie

bestehen. Auch eventuelle Allergien oder Vorerkrankungen, eingenommene Arzneimittel und Tabakkonsum spielen bei der Befragung eine Rolle.

Körperliche Untersuchung

An die Befragung schließt sich die körperliche Untersuchung an, bei der auch Lungen und Herz mithilfe eines Stethoskops abgehört werden. Um eventuelle Erreger zu bestimmen oder die Entzündungswerte zu überprüfen, kann zudem eine Blutuntersuchung stattfinden.

Leidet der Patient unter Auswurf, lässt sich auch dieser als Untersuchungsmaterial verwenden. Das heißt, dass eine Probe des Auswurfs in einem Labor auf Erreger analysiert wird.

Für den Fall, dass der Husten bereits länger als drei Wochen anhält, ist eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs erforderlich, um den Verdacht auf eine Bronchitis, COPD, Lungenentzündung oder Tuberkulose abzuklären.

Weitere Untersuchungen

Je nachdem, welche Ursache der Arzt hinter dem Husten vermutet, erfolgen weitere Untersuchungen. Dabei kann es sich um

handeln. Ist jedoch eine Erkältung der Auslöser der Hustenbeschwerden, lässt sich auf diese Untersuchungen verzichten.

Behandlung

Bei Erkältungskrankheiten

Tritt der Husten zusammen mit Erkältungssymptomen auf, so gibt es in den Apotheken diverse Präparate zur Linderung der Beschwerden. Um den Husten zu lösen, gibt es verschiedene so genannte Schleimlöser. Diese Medikamente bewirken, dass der Schleim leichter herausgehustet werden kann.

Patienten, die ständig husten müssen und somit einen Reizhusten haben, bekommen vom Arzt ein Präparat verordnet, das den Hustenreiz stillt. Wenn sich durch den Husten eine Entzündung der Schleimhäute gebildet hat, so kann es auch hilfreich sein, ein spezielles Präparat zu inhalieren, das Kortison enthält. Das Kortison bewirkt eine Abschwellung der Schleimhäute.

Husten mit eitrigem Auswurf wird meist mit Antibiotika behandelt, da dann eine bakterielle Infektion vorliegt.

Bei Allergien

Tritt der Husten zusammen mit allergischen Symptomen auf, so muss der Hautarzt austesten, wogegen der Patient allergisch ist. Der Arzt kann dann spezielle Medikamente gegen die Allergie verordnen.

Einige Allergien können auch durch eine Hyposensibilisierungsbehandlung geheilt werden. Diese Behandlung erstreckt sich über etwa drei Jahre. In regelmäßigen Abständen wird dem Patienten sein Allergen unter die Haut gespritzt.

Begonnen wird mit einer minimalen Dosis, die bei jeder Behandlung geringfügig gesteigert wird. Das Ziel dieser Behandlung ist, dass sich der Körper langsam an den Stoff gewöhnt und nach einigen Jahren nicht mehr allergisch darauf reagiert.

Bei sehr ernstzunehmenden Symptomen

Tritt der Husten nicht im Zusammenhang mit einer Erkältung auf, so ist dieser ein ernstzunehmendes Symptom. Ist ein Tumor in der Lunge die Ursache des Hustens, so muss dieser im Rahmen einer Operation entfernt werden.

Ist dies nicht möglich, so erfolgt meist zuerst eine Chemotherapie, um den Tumor zu verkleinern und ihn anschließend leichter entfernen zu können. Auch nach einer Operation wird meist mit einer Strahlen- oder Chemotherapie weiter behandelt.

Selbsttherapie

Hinsichtlich einer Medikamenteneinnahme empfiehlt es sich, zunächst auf pflanzliche Mittel zurückzugreifen, da diese zumeist sehr wirksam und zeitgleich schonend für den Organismus sind. Husten lässt sich auch selbst behandeln.

Trinken

Zum Beispiel sollte der Patient täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Schleim, der die Atemwege blockiert, zu verflüssigen.

Geeignet sind Wasser oder Tee in Form eines Kräuter- oder Hustentees. Säfte können den Hustenreiz noch deutlich verstärken, was in der Tatsache begründet liegt, dass diese über Säure verfügen und zu ergänzenden Reizungen auch und im Besonderen im Hals führen können.

Inhalationen und Umschläge

Außerdem werden Dampfbäder und Inhalationen mit Kamillentee oder Pfefferminztee empfohlen, um die Luftwege zu befeuchten. Ein warmer Umschlag mit Kochsalz kann Halsbeschwerden lindern, bzw. befreit die Atemwege und wirt schleimlösend. Kartoffeln, Zwiebeln und Co. verfügen über eine Armee antibakteriell wirkender Stoffe, die ebenfalls eine rasche Linderung des Hustenreizes, bzw. anderen Erkältungssymptomen versprechen.

Der Quarkwickel erleichtert das Abhusten und wird heute in den Apotheken als Fertigwickel in einem 3er-Pack zu circa 8€ angeboten. Der Vorteil dieser Quarkpads findet sich nicht nur in der einfachen Handhabung, sondern auch in der Vermeidung einer unschönen Bröselei, wenn der Quark trocknet.

Frische Luft

Täglich frische Luft einzuatmen, indem man mindestens dreißig Minuten nach draußen geht, erleichtert ebenfalls das Atmen. Eine trockene Heizungsluft sollte man am besten vermeiden, was sich sehr gut durch das Auflegen und Aufhängen von feuchten Tüchern in der Wohnung ermöglichen lässt. Ein mehrmaliges Stoßlüften in allen Räumen sorgt für einen gesunden Luftaustausch und erhöht die Luftfeuchtigkeit ebenso als auch das Aufstellen des Wäscheständers mit frisch gewaschener Wäsche.

Hausmittel

Zu den Hausmitteln zur Bekämpfung von Husten gehört auch das Trinken eines speziellen Hustentees. Dieser sollte jeweils fünf Gramm

enthalten.

Um zähen Schleim zu lösen, eignen sich

Diese lassen sich in Form von Tees, Hustenbonbons, Hustensaft oder Hustentropfen einnehmen. Aber auch Hustentropfen, die Primel und Thymian enthalten, sind zu empfehlen.

Als altbewährte Heilpflanze gegen Husten gilt Schwarzer Rettich. So hat dessen Saft die Eigenschaft, Keimen entgegenzuwirken.

Zur Zubereitung wird der Rettich nach dem Schälen gerieben und ausgepresst. Den Saft nimmt man mehrmals am Tag mit ein bis zwei Esslöffeln ein.

Ist der Schleim sehr zäh, gilt eine Zwiebelauflage, die auf der Brust oder dem Rücken platziert wird, als hilfreich. Außerdem sollten Brust und Rücken regelmäßig abgeklopft werden.

Fenchelhonig für Kinder

Ein Hausmittel für Kinder, die unter schleimigem Husten leiden, ist Fenchelhonig. Zu dessen Zubereitung vermischt man zehn Gramm Fenchelfrüchte, die frisch geschrotet sind, mit 100 Gramm Honig.

Diese Mischung lässt man anschließend mindestens sieben Tage lang stehen, damit der Honig die ätherischen Öle des Fenchels aufnehmen kann.

Nach dem Abseihen gibt man ein bis zwei Teelöffel Fenchelhonig in eine Tasse mit heißem Wasser. Alternativ wird aber auch fertiger Fenchelhonig angeboten.

Ätherische Öle

Sinnvoll gegen Husten können zudem weitere ätherische Öle sein. Diese verfügen über keimhemmende und schleimlösende Eigenschaften. Besonders bewährt haben sich

  • Pfefferminzöl
  • Eukalyptusöl
  • Anisöl und
  • Thymianöl.

Ätherische Öle können sowohl innerlich in Form von Kapseln als auch äußerlich für Inhalationen oder zum Einreiben zum Einsatz gelangen. Für Babys und Kleinkinder eignen sie sich allerdings nicht, weil bei diesen das Risiko von Atemwegskrämpfen besteht.

Homöopathische Mittel

Gegen Husten gibt es auch homöopathische Mittel. Dazu gehören Drosera bei bellendem Husten und Bryonia bei trockenem Reizhusten. Für die passende Potenz sollte eine Beratung durch einen Apotheker oder Heilpraktiker erfolgen.

Vorbeugung

Husten ist zumeist die Folge einer Erkältungskrankheit. Um diese zu verhindern, empfiehlt es sich, das Immunsystem zu stärken. Wichtig ist natürlich auch der Verzicht auf Tabakkonsum, da der Rauch das Abwehrsystem des Körpers in Mitleidenschaft zieht.

Außerdem wird empfohlen, sich gesund zu ernähren und viel zu bewegen. Bei Allergikern kann eine Desensibilisierung hilfreich sein.

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