Dinge, die den Hunger entfachen und Heißhunger als Aufschluss über möglichen Nährstoffmangel

Vollkommen ausgehungert überfällt man den Kühlschrank und stopft alles in sich hinein, was man finden kann: eine Heißhungerattacke. Ursache von regelmäßig wiederkehrendem Heißhunger auf ganz bestimmte Lebensmittel jedoch kann auch ein Nährstoffmangel sein. Informieren Sie sich über unterschiedliche Arten des Hungers und lesen Sie, wie man Heißhunger vorbeugen kann.

Je nachdem, auf welche Lebensmittel man Lust hat, kann es einem an bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen fehlen

Verschiedene Arten des Hungers und welche Faktoren unsere Geschmackswahrnehmung beeinflussen

Unter Heißhunger versteht man eine unbändige Lust nach etwas Fettigem, Süßem oder Salzigem. Es handelt sich in der Regel um ein körperliches Signal, das auf einen Mangel an Nährstoffen hinweist. Es können aber auch Erkrankungen dahinter stecken.

Während man normalen Hunger einige Zeit aushalten kann, fällt dies bei Heißhunger sehr schwer, da der Drang auf die besonderen Speiserichtungen sehr groß ist. Dabei kann der Heißhunger mit Fressattacken einhergehen, in denen man diese Lust dann stillt, unabhängig von der Uhrzeit.

Es gibt einige Faktoren, die uns glauben lassen, wir seien hungrig, obwohl wir eigentlich satt sind. Es ist sehr wichtig, diese Faktoren zu kennen und zu verstehen, wenn man erfolgreich Diät halten will und unweigerlich mit Heißhungerattacken und Appetitschüben zu tun hat.

Entstehung und Regulation des Hungergefühls

Beim Hungergefühl handelt es sich um ein Signal, das zum Überleben notwendig ist. Der Körper benötigt Nahrung, damit das Energielevel konstant gehalten werden kann. Das Gefühl wird stärker und kann auch mit Magenknurren einhergehen.

Viele Botenstoffe sind bei der Entstehung des Hungers aktiv. Die Regulierung erfolgt zudem über Rezeptoren sowie über Informationen aus unterschiedlichen körperlichen Bereichen. Das Hungergefühl wird zudem über

  • Gelerntes
  • Sinneswahrnehmungen und
  • Verhalten

gesteuert. All diese Informationen bündeln sich besonders im Hirnstamm und Hypothalamus. Sodann gilt es, eine Balance zwischen Energieverbrauch und Aufnahme von Nahrung zu erzielen.

Die erwähnten Regulationsmechanismen sind gestört, wenn ein Mensch ständig Hunger verspürt. In diesem Fall können unterschiedliche Erkrankungen vorliegen.

Die Rolle des Blutzuckers (Glukose) bei Hunger und Heißhunger

Für die Regulation von Hunger und Heißhunger ist der Blutzucker bzw. die Glukose sehr wichtig. Die Glukose stellt den wichtigsten Energielieferanten dar: der Blutzucker kann direkt in Energie umgewandelt werden; möglich ist aber auch die Speicherung in den Zellen. Je geringer die Blutzuckerkonzentration im Blut, desto größer Hunger oder Heißhunger.

Fehlt es an Glukose, kann man durch die Aufnahme von kohlenhydratreichem Essen für Nachschub sorgen. Durch die Zerkleinerung der Kohlenhydrate wird viel Glukose produziert.

Wie schnell die chemische Zersetzung erfolgt, ist unterschiedlich. Sind die Kohlenhydrate schnell abbaubar, steigt die Blutzuckerkonzentration rasch an, wird aber auch schnell verbraucht, sodass der Mensch schnell wieder hungrig wird. Entsprechende Kohenhydrate sind bzw. finden sich in:

Effektiver in Sachen Energiebilanz ist es, wenn die Nahrungsmittel Kohlenhydrate enthalten, deren Zerlegung aufwendiger ist, sodass der Blutzucker nach und nach ins Blut gelangt. Das lässt länger auf den Hunger warten. Vor allem Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen oder Vollkornprodukte sind entsprechende Varianten.

Hinweise zur Sättigung und zum Sättigungsgefühl

Etwa 10 bis 15 Minuten nach dem Essen kommt es zum Sättigungsgefühl. In diesem Fall signalisieren voller Magen sowie die Proteine aus dem Magen-Darm-Trakt dem Hirn, dass man satt ist.

Die Sättigung liegt dann vor, wenn der Körper durch die in der Nahrung enthaltenen Fette und Zucker versorgt werden konnte und eine zusätzliche Speicherung möglich ist. Leptin und Insulin etwa, Moleküle für Fette und Zucker, geben dem Hirn das Signal für die Sättigung.

Kommt es zu Heißhunger mit verbundenen Fressattacken, werden im Rahmen dieser große Mengen Nahrung in kurzer Zeit aufgenommen. Körper und Gehirn sind in diesem Fall zu langsam, wenn es um die rechtzeitige Drosselung der Attacken geht.

Bevor wir uns die Faktoren, die einen glauben lassen, man sei hungrig, näher ansehen, müssen wir uns mit den zwei verschiedenen Arten des Hungers beschäftigen: Dem physiologischen sowie dem psychologischen Hunger.

Physiologischer Hunger

Dieser wird durch die unmittelbar vorhandene Energie (Blutzucker) und der Menge an Nahrung in unserem Magen bestimmt. Je niedriger der Blutzucker ist und je weniger Nahrungsbrei im Magen ruht, um so mehr Hunger verursachende Hormone (wie Ghrelin) werden ausgeschüttet, um den Gehirn zu signalisieren, dass der Körper Essen benötigt.

Psychischer Hunger

Dieser wird nicht in erster Linie durch physiologische Signale wie dem Blutzuckerspiegel gesteuert, sondern ist salopp ausgedrückt eine von unserem Gehirn erzeugte Täuschung. Diese psychische Täuschung kann wiederum so stark sein, dass sie tatsächlich physiologischen Hunger stimuliert.

Mit diesem Wissen können wir uns nun die Faktoren etwas näher anschauen, die unseren Hunger sowohl physiologisch, als auch psychisch verstärken können.

1. Zeit

Ein Grund, warum wir uns zu bestimmten Zeiten des Tages hungrig fühlen, ist schlicht der, dass wir seit Jahren darauf trainiert sind, Mahlzeiten um die gleiche Uhrzeit zu uns zu nehmen. Egal ob wir ein kleines oder opulentes Frühstück hatten. Um die Mittagszeit regt sich automatisch der Hunger.

2. Optische Wahrnehmung

Farben und Art des Anrichten einer Speise haben einen direkten Einfluss und unsere Geschmackswahrnehmung. Obwohl das nicht dazu führen wird, dass Sie sich an einer Mahlzeit überessen werden, kann ein ansprechend gefüllter Teller ihr Verlangen nach einer Speise erhöhen, obwohl Sie sie eigentlich gar nicht benötigten.

3. Geschmackliche Vielfalt

Je mehr verschiedene Geschmacksnerven von einer Mahlzeit stimuliert werden, um so mehr Appetit anregende Hormone werden ausgeschüttet und machen Sie hungriger, als Sie es tatsächlich sind.

4. Geruch

Laut einer Studie kann bereits ein süßlicher Geruch die Insulinproduktion ankurbeln, wodurch der Blutzucker gesenkt und das physiologische Hungergefühl erzeugt wird.

5. Alkohol

Es ist der gleiche Grund, warum Sie nach Alkoholgenuss kein Auto mehr fahren dürfen. Alkohol schränkt das Urteilungsvermögen ein. Das trifft auch auf ihr Hungergefühl zu.

6. Temperatur

Haben Sie sich je gefragt, warum es in einigen Restaurants erstaunlich kalt ist? Das ist so, weil wir dazu tendieren, mehr zu essen, wenn es kühl ist. Niedrige Temperaturen aktivieren in unserem Organismus einen Notfallplan, der uns zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme nötigt, damit uns mehr warmhaltende Energie zum Verbrennen zur Verfügung steht.

7. Raffinierte Kohlenhydrate

Raffinierte Kohlenhydrate befinden sich in nahezu allen Lebensmitteln, die industriell verarbeitet wurden und dabei ihren komplexen Kohlenhydratanteil verloren haben.

sind nur wenige Beispiele. Raffinierte Kohlenhydrate lassen unseren Blutzuckerspiegel kurzfristig ansteigen, wodurch eine hohe Menge an Insulin ausgeschüttet wird, und den Blutzucker so rapide dezimiert, dass wir hungriger sind, als zuvor.

Mit dem Wissen um diese sieben Faktoren, können Sie sich nun eine geeignete Strategie zurecht legen, um ihrer Diät treu zu bleiben und den Kurs auf Erfolg halten zu können.

Nicht immer klappt dieses Vorhaben jedoch - es gilt, zu den richtigen Snacks und Getränken zu greifen...

Diät-Fallstricke und fünf SOS-Tipps gegen Hungerfallen

Wer die Fallstricke beim Abnehmen kennt, wird Heißhungerattacken gezielt außer Gefecht setzen und neben einem Genuss auch kein schlechtes Gewissen bekommen. Fünf SOS-Tipps zeigen genau bei solch einer fiesen Diät-Problematik Wege auf, die dabei helfen können, nicht in eine der Hungerfallen zu tappen.

Die Falle am Buffet

Das Angebot am Buffet ist einfach zu lecker und vielfältig, sodass nicht nur die Entscheidung für die einzelnen Speisen schwerfällt, sondern leider immer wieder auch viel zu viel auf dem Teller landet.

Trotzallem kann man sich am Buffet durchaus auf eine schlanke Weise schadlos halten, so etwa, wenn man hauptsächlich Gemüse ohne Soße oder unpaniertes Fleisch und Fisch zu sich nimmt. Weißbrot, Nudeln, Reis und Co. sollte man dagegen lieber den anderen Gästen überlassen.

Die Falle mit den Getränken

Limonade, reine Säfte, Bier und Wein schmecken zwar wirklich gut, aber sie liefern derart viele Kalorien, dass man mitunter eine ganze Mahlzeit kalorientechnisch damit erzielen könnte.

Allein ein Glas der beliebten dunklen Limonade enthält etwa 12 Stück Würfelzucker und vermutlich würde man diese nie auf einmal einfach so essen. Viel besser ist es, nach Mineralwasser, ungezuckerten Tee oder auch Apfelschorle zu greifen, die keine oder kaum Kalorien enthalten und zusätzlich auch noch beim Entschlacken eine tolle Unterstützung leisten.

Die Falle mit der Zeit

Alles muss schnell gehen und nur wer "keine Zeit" hat, scheint angesagt zu sein. Mag man solch ein Vorgehen in vielen Lebensbereichen auch ungestraft praktizieren können, zeigt sich jedoch der Zeitfaktor innerhalb einer Diät als ausschlaggebendes Element für den Erfolg.

Erst nach rund zwanzig Minuten meldet das Gehirn "ich bin satt", was unschwer aufzeigt, dass man sich für seine Mahlzeit in Ruhe hinsetzen und jeden Bissen genießen sollte.

Die Falle mit den Snacks

Das belegt Brötchen am Vormittag, eine Handvoll Kekse, die Rosinenschnecke oder der Hamburger zwischendurch. Schnell summieren sich die Kalorien aufgrund der oftmals unbewusst verzehrten Snacks und lassen am Abend die Kaloriensummte des Tages weit über dessen hinausgeht, was einem beim Abnehmen hilft.

Hier Maß zu halten oder auf Obst und rohe Gemüsesticks auszuweichen, ist wesentlich kalorienärmer und gibt dem Körper auch gleich noch eine große Portion an wertvollen Vitalstoffen mit auf den Weg.

Die Falle mit dem Salat

Viele Diätwillige gehen davon aus, dass wenn sie vermehrt zu Salat greifen, auf der sicheren Kalorienschiene fahren. Leider zeigt sich jedoch, dass die Blättchen zwar nur wenige Kalorien in sich bergen, allerdings lange nicht so satt machen wie es Brot, Nudeln, Reis oder Fleisch tun können. Prompt meldet sich dann auch der Hunger ruck zuck wieder und die Kalorienbilanz steigt an.

Hier ist es viel hilfreicher, wenn man den Salat mit magerem Käse oder Putenstreifen zu bereitet und ein Vollkornbrötchen dazu isst.

In manchen Fällen steckt aber auch ein anderer Grund hinter dem Hunger auf etwas Bestimmtes zu essen, nämlich dann, wenn uns gewisse Nährstoffe fehlen...

Ursachen: Heißhunger als Wegweiser für einen möglichen Nährstoffmangel

Wer regelmäßig unter Heißhungerattacken leidet, der sollte wissen, dass dies auch an einem Nährstoffmangel liegen kann. Eine Blutuntersuchung gibt dann Aufschluss darüber, ob im Körper ein Mangel, zum Beispiel an Magnesium oder Kalzium, besteht.

Heißhunger aufgrund von Diäten

Heißhunger tritt immer dann auf, wenn der Körper zu wenig Nahrung bekommt. Dies kann zum Beispiel im Rahmen einer (falschen) Diät geschehen.

Hormonell bedingter Heißhunger, z.B. während der Schwangerschaft oder Menstruation

Auch die Hormone können die Ursache des Heißhungers sein. Besonders in der Schwangerschaft neigen viele Frauen zu Heißhungerattacken. Gleiches gilt auch für einige Frauen im Rahmen ihres Menstruationszyklus.

Heißhunger als Nebenwirkung von Medikamenten, Drogen oder Alkohol

Heißhunger kann auch die Nebenwirkung einiger Medikamente, die gegen Psychosen oder Depressionen eingenommen werden, sein. Menschen, die Drogen oder Alkohol konsumieren, leiden ebenfalls häufig unter Heißhunger.

Heißhunger am Abend

Besonders häufig tritt der Heißhunger am Abend auf. Doch wieso ist das so? Warum verspürt man gerade dann, wenn man es sich auf der Couch bequem gemacht hat, so große Lust auf etwas Ungesundes?

Zu den möglichen Gründen zählt zu viel Stress: nach einem langen Arbeitstag sehnt man sich nach Entspannung und Belohnung; letzteres kann durch das Essen von Chips oder etwas Süßem realisiert werden. Auch über den Tag zu wenig aufgenommene Energie kann das Heißhungergefühl aufkommen lassen.

Trinkt man nicht genug, kann es manchmal schwerfallen, Hungergefühl und Durst voneinander zu unterscheiden. Ein Flüssigkeitsmangel führt zu Unkonzentriertheit, Müdigkeit und Mürrigkeit - das Risiko, zu Snacks zu greifen, steigt dadurch.

Natürlich spielt auch die Gewohnheit da mit ein. Greift man zur Chipstüte, wenn man auf der Couch sitzt, oder tut es etwa ein Familienmitglied, wird es schwer, sich davon zu lösen.

Nächtliche Fressattacken: Heißhunger in der Nacht

Nächtlicher Heißhunger tritt vergleichsweise häufig auf. Forscher haben herausgefunden, dass man dem Gehirn die Schuld geben kann: das Belohnungszentrum zeigt zu später Stunde eine weniger intensive Reaktion auf kalorienhaltige Speisen, als etwa am Morgen. Dies führt dazu, dass das befriedigende Gefühl beim Essen solcher Kalorienbomben ebenso geringer ausfällt - als Folge neigt man dazu, mehr davon zu essen.

Einen Nährstoffmangel durch Heißhunger erkennen

Welcher Nährstoffmangel bei Heißhunger auf Schokolade und Bananen?

Gerade wenn man das unwiderstehliche Verlangen nach ganz viel Schokolade oder Bonbons hat, so könnte ein Nährstoffmangel die Ursache sein. Bekommt man kurz vor dem Zubettgehen das unwiderstehliche Verlangen auf Bananen, so könnte ein Melatoninmangel die Ursache dafür sein.

Dieser äußert sich nachts durch Schlafstörungen und dadurch in der Folge tagsüber durch Konzentrationsstörungen und Müdigkeit. Aber auch ein Kalium- und Magnesiummangel kann sich durch derartige Symptome äußern.

Welcher Nährstoffmangel bei Heißhunger auf Nüsse, Vollkornprodukte und Tomaten?

Menschen, die Heißhunger auf Nüsse, Vollkornprodukte oder Tomaten haben, haben oft auch psychische Probleme. Sie fühlen sich in ihrem Alltag vollkommen überfordert und leiden unter behandlungsbedürftigen Ängsten.

Hier kann ein Mangel an

die Ursache für die Beschwerden sein.

Welcher Nährstoffmangel bei Heißhunger auf Fisch, Leber und Butter?

Überfällt einen regelmäßig der Heißhunger auf Fisch, wie z.B. Sardinen sowie auf Leber oder Butter, so hat man vielleicht einen Mangel an Natrium und/oder den Vitaminen D oder B1 bzw. B6 Neben den regelmäßig wiederkehrenden Heißhungerattacken bemerken die Betroffenen aber auch Muskelkrämpfe.

Welcher Nährstoffmangel bei Heißhunger auf Süßigkeiten und Fleisch?

Hat man das Verlangen nach etwas Süßem, so ist häufig der Blutzuckerspiegel im Keller. Durch das Essen von Süßigkeiten oder Eis pendelt er sich dann meist wieder ein. Wer unbedingt Fleisch essen möchte, der hat vielleicht einen Eisenmangel.

Fazit

Dies zeigt uns, dass wir mehr auf unseren Körper hören sollten. Unser Körper gibt uns durch den Heißhunger Signale, welche Stoffe ihm fehlen und wie man diese dem Körper zuführen kann.

Natürlich sollte dies nicht dazu führen, sich ständig zum Beispiel von Süßem zu ernähren, nur um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Dies kann schnell zum Gegenteil, nämlich einem zu hohen Blutzuckerspiegel führen.

Wer sich aber gesund und ausgewogen ernährt und auf die Signale seines Körpers achtet, der darf sich durchaus hin und wieder einen Schokoriegel genehmigen, wenn er das unbedingte Verlangen danach verspürt.

Erkrankungen, die mit Heißhunger einhergehen

Psychische Erkrankungen wie die Bulimie gehen ebenfalls mit Heißhunger einher. Die Ursache für Heißhunger kann auch eine Unterzuckerung des Körpers im Rahmen einer Diabetes mellitus-Erkrankung sein.

Auch Schilddrüsenerkrankungen wie die Schilddrüsenüberfunktion können dem Heißhunger zugrunde liegen. Weitere Krankheiten, die als Symptom den Heißhunger aufweisen, sind die Fettsucht (Adipositas) oder auch die Magersucht.

Komplikationen: Folgen von Heißhunger

Mitunter sind Heißhungerattacken derart intensiv ausgeprägt, dass sie sich nicht mehr beherrschen lassen. Dass bedeutet, dass die Betroffenen keinerlei Kontrolle mehr über ihr Essverhalten haben. In solchen Fällen wird der Heißhunger zumeist von psychischen oder physischen Störungen ausgelöst.

Neben den bereits erwähnten Krankheiten zählen auch

zu den Erkrankungen, die mit Heißhunger einhergehen.

Wann sollte man wegen Heißhunger zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist vor allem für schwangere Frauen und Jugendliche zu empfehlen, da es sich bei den Heißhungeranfällen möglicherweise um eine Stoffwechselerkrankung handeln kann. Außerdem sollte einer Mangelernährung vorgebeugt werden.

Leidet man unter Heißhungerattacken, obwohl man sich ganz normal ernährt, ist unbedingt ein Arzt zu Rate zu ziehen. So sollten die Ursachen schnellstens gefunden werden.

Der Besuch eines Arztes ist zudem nötig, wenn sich psychische Auslöser hinter den Heißhungerattacken verbergen. So muss in solchen Fällen eine entsprechende Psychotherapie erfolgen.

Diagnose bei Heißhunger

Kommt es immer wieder zu Heißhungerattacken ohne ersichtliche Ursache, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Dabei befasst sich der Arzt mit der Krankengeschichte des Patienten.

Anamnese bei Heißhunger

Im Falle von wiederholten Heißhungerattacken gilt es, den Hausarzt aufzusuchen. Dieser erkundigt sich zunächst beim Betroffenen danach,

  • wie lange die Heißhungerattacken schon andauern
  • ob sie nur an bestimmten Tageszeiten auftreten und
  • ob es zu Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme kam.

Außerdem wird abgeklärt,

  • ob sich die Ernährungsweise des Patienten geändert hat,
  • ob er sich mehr bewegt als in früheren Zeiten und
  • ob er eventuell unter weiteren Beschwerden wie Durchfall, Schmerzen oder Abgeschlagenheit leidet.

Darüber hinaus ist es wichtig, festzustellen, ob bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes bestehen oder spezielle Arzneimittel eingenommen werden, die Heißhungerattacken auslösen können.

Untersuchungsmöglichkeiten bei Heißhunger

Neben der körperlichen Untersuchung erfolgt auch eine Blutuntersuchung, mit der

überprüft werden. Außerdem kann

erfolgen. Werden psychologische Gründe als Ursache für die Heißhungerattacken festgestellt, erfolgt zumeist die weitere Behandlung durch einen Psychotherapeuten.

Behandlung von Heißhunger

Es können mitunter erstzunehmende Krankheiten die Ursache des Heißhungers sein. Wenn der Zuckerspiegel im Blut stark absinkt, kann beispielsweise eine Zuckerkrankheit dahinter stecken. Die Behandlung erfolgt beim Hausarzt oder einem Facharzt für die Diabeteserkrankung, dem so genannten Diabetologen.

Je nachdem, wie hoch die Zuckerwerte im Blut sind, erfolgt die Behandlung mit Tabletten oder durch das Spritzen von Insulin. So werden die Glucosewerte wieder stabilisiert. Der Patient muss jedoch regelmäßig selbst oder in der Arztpraxis seine Blutzuckerwerte kontrollieren und darauf die Medikation abstimmen lassen.

Patienten, die große Mengen an Nahrung innerhalb kürzester Zeit verzehren und anschließend alles wieder erbrechen, benötigen eine psychologische Behandlung. Diese findet ambulant oder stationär in einer Fachklinik statt und erstreckt sich meist über mehrere Monate oder sogar Jahre.

Die Patienten lernen hier wieder das normale Essverhalten. Wenn die Schilddrüse nicht einwandfrei funktioniert und dies die Ursache des Heißhungers ist, kann der Internist Schilddrüsenmedikamente verordnen.

Heißhunger stoppen: Selbsttherapie bei Heißhunger

Hat der Heißhunger keine psychischen Ursachen, ist auch eine Selbstbehandlung möglich. So wird zum Beispiel empfohlen, den Blutzuckerspiegel durch den Verzehr mehrerer kleiner Mahlzeiten über den Tag hinweg konstant zu halten. Außerdem sollte vor dem Essen ein großes Glas mit kohlensäurefreiem Mineralwasser oder Leitungswasser getrunken werden.

Kommt es dennoch einmal zu einer Heißhungerattacke, schafft die rasche Einnahme von Traubenzucker Abhilfe. Als hilfreich gilt auch das Essen einer Banane.

Wichtig ist, dass anstelle von Kohlenhydraten und Fetten, Obst und Gemüse verzehrt werden.

Heißhunger am Abend stoppen

Um den besagten Heißhunger am Abend zu stoppen, gilt es zum einen Stress möglichst zu vermeiden. Dazu gehört auch, sich tagsüber sowie auch am Abend ausreichend Zeit für das Essen zu nehmen - und dabei auf möglichst gesunde Nahrungsmittel zurück zu greifen. Wer sich bewusst gesund ernährt, bei dem kommt weniger/seltener die Lust auf Ungesundes auf.

Tagsüber sollte man zudem ausreichend Wasser trinken. Zuckerhaltige Softdrinks sollten tabu sein.

Schließlich sollte man sich fragen, wie man die abendliche Routine, etwa vor dem Fernseher zu Süßigkeiten zu greifen, ablegen kann. Man sollte andere Möglichkeiten der Belohnung für sich finden, wie etwa einen schönen Spaziergang oder Lesen.

Hausmittel bei Heißhunger

Zur Bekämpfung von Heißhungerattacken werden verschiedene Hausmittel empfohlen.

  • Dazu gehört unter anderem das Trinken von einem Glas Milch mit etwas Würze.
  • Aber auch der Verzehr von ein oder zwei Kartoffeln dämpft den Hunger.
  • Als hilfreich gilt zudem das Kauen von getrockneten Salbeiblättern.
  • Um den Magen zu füllen, kann alle 60 Minuten ein Viertelliter Wasser getrunken werden.

Tee gegen Heißhunger

Es gibt einige Teesorten, die bei Heißhunger helfen bzw. den Appetit zügeln können. So wirkt sich beispielsweise Matetee lindernd auf das Hungerempfinden aus. Ebenfalls wirksam sind

  • Hibiskusblütentee
  • grüner Tee
  • Löwenzahntee
  • Fencheltee
  • Süßholzwurzeltee
  • Ginseng Tee

Akupressur bei Heißhunger

Eine weitere Maßnahme gegen Heißhungerattacken ist das Ausüben von Akupressur. Zu diesem Zweck drückt der Hungernde die Hautstelle, die sich an der Furche zwischen der Oberlippe und der Nase befindet, 30 Sekunden lang mit dem Zeigefinger.

Alternativ ist auch das Drücken unter der Lippe am Anfang des Kinnansatzes oder des Wangenknochens unter dem Auge möglich. Diese Stellen werden solange gedrückt, bis der Heißhunger wieder nachlässt.

Heißhunger, z.B. auf Süßes, mit Homöopathie stoppen

Es ist auch möglich, mit einigen homöopathischen Mitteln gegen Heißhunger vorzugehen. Bei Lust nach etwas Süßem helfen beispielsweise

  • Chininum arsenicosum
  • China officinalis und
  • Chininum sulfuricum.

Generell sollte man die unterschiedlichen Ursachen für Heißhunger bei der Wahl des homöpathischen Mittels berücksichtigen. Dementsprechend fällt die Wahl unterschiedlich aus:

  • bei schlanken, fröstelnden Menschen mit Heißhunger: Aristolochia Clematitis
  • bei Heißhunger durch Diabetes: Datisca cannabina
  • bei andauerndem Hungergefühl auch nach dem Essen: Calcium Carbonicum Hahnemanni
  • bei Wechsel zwischen Appetitlosigkeit und Heißhunger: Ferrum phosphoricum
  • bei Heißhunger gegen 11 Uhr am Vormittag: Sulfur
  • bei nächtlichem Heißhunger, der durch wenige Bissen gestillt wird: Lycopodium

Heißhunger vermeiden: Vorbeugung von Heißhunger

Damit es gar nicht erst zu Heißhungerattacken kommt, empfiehlt es sich, seine Mahlzeiten nicht schnell herunterzuschlingen, sondern sich beim Essen genügend Zeit zu lassen. Auf diese Weise hat der Körper Gelegenheit, satt zu werden.

Außerdem sollte man Stress, Langeweile und Schlafprobleme vermeiden. Süßigkeiten werden besser nicht zwischendurch, sondern nach den Hauptmahlzeiten als Dessert verzehrt.

Grundsätzlich ist es wichtig, sich regelmäßig und gesund zu ernähren. So sollten die drei Hauptmahlzeiten morgens, mittags und abends unbedingt eingehalten werden, damit der Körper genügend Energie erhält.

Quellen:

  • Jörg Braun, Dirk Müller-Wieland: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932

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