19. Juli 2008
Von Andreas Hadel
Es gibt einige Faktoren, die uns glauben lassen, wir seien hungrig, obwohl wir eigentlich satt sind. Es ist sehr wichtig, diese Faktoren zu kennen und zu verstehen, wenn man erfolgreich Diät halten will und unweigerlich mit Heißhungerattacken und Appetitschüben zu tun hat.

Das letzte Stück Pizza geht immer noch rein, auch wenn man längst satt ist
Bevor wir uns diese jedoch näher ansehen, müssen wir uns mit den zwei verschiedenen Arten des Hungers beschäftigen: Dem physiologischen sowie dem psychologischen Hunger.
Dieser wird durch die unmittelbar vorhandene Energie (Blutzucker) und der Menge an Nahrung in unserem Magen bestimmt. Je niedriger der Blutzucker ist und je weniger Nahrungsbrei im Magen ruht, um so mehr Hunger verursachende Hormone (wie Ghrelin) werden ausgeschüttet, um den Gehirn zu signalisieren, dass der Körper Essen benötigt.
Dieser wird nicht in erster Linie durch physiologische Signale wie dem Blutzuckerspiegel gesteuert, sondern ist salopp ausgedrückt eine von unserem Gehirn erzeugte Täuschung. Diese psychische Täuschung kann wiederum so stark sein, dass sie tatsächlich physiologischen Hunger stimuliert.
Mit diesem Wissen können wir uns nun die Faktoren etwas näher anschauen, die unseren Hunger sowohl physiologisch, als auch psychisch verstärken können.
Ein Grund, warum wir uns zu bestimmten Zeiten des Tages hungrig fühlen, ist schlicht der, dass wir seit Jahren darauf trainiert sind, Mahlzeiten um die gleiche Uhrzeit zu uns zu nehmen. Egal ob wir ein kleines oder opulentes Frühstück hatten. Um die Mittagszeit regt sich automatisch der Hunger.
Farben und Art des Anrichten einer Speise haben einen direkten Einfluss und unsere Geschmackswahrnehmung. Obwohl das nicht dazu führen wird, dass Sie sich an einer Mahlzeit überessen werden, kann ein ansprechend gefüllter Teller ihr Verlangen nach einer Speise erhöhen, obwohl Sie sie eigentlich gar nicht benötigten.
Je mehr verschiedene Geschmacksnerven von einer Mahlzeit stimuliert werden, um so mehr Appetit anregende Hormone werden ausgeschüttet und machen Sie hungriger, als Sie es tatsächlich sind.
Laut einer Studie kann bereits ein süßlicher Geruch die Insulinproduktion ankurbeln, wodurch der Blutzucker gesenkt und das physiologische Hungergefühl erzeugt wird.
Es ist der gleiche Grund, warum Sie nach Alkoholgenuss kein Auto mehr fahren dürfen. Alkohol schränkt das Urteilungsvermögen ein. Das trifft auch auf ihr Hungergefühl zu.
Haben Sie sich je gefragt, warum es in einigen Restaurants erstaunlich kalt ist? Das ist so, weil wir dazu tendieren, mehr zu essen, wenn es kühl ist. Niedrige Temperaturen aktivieren in unserem Organismus einen Notfallplan, der uns zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme nötigt, damit uns mehr warmhaltende Energie zum Verbrennen zur Verfügung steht.
Raffinierte Kohlenhydrate befinden sich in nahezu allen Lebensmitteln, die industriell verarbeitet wurden und dabei ihren komplexen Kohlenhydratanteil verloren haben. Weißer Reis, Weißbrot, Cornflakes und Nudeln aus Weißmehl sind nur wenige Beispiele. Raffinierte Kohlenhydrate lassen unseren Blutzuckerspiegel kurzfristig ansteigen, wodurch eine hohe Menge an Insulin ausgeschüttet wird, und den Blutzucker so rapide dezimiert, dass wir hungriger sind, als zuvor.
Mit dem Wissen um diese sieben Faktoren, können Sie sich nun eine geeignete Strategie zurecht legen, um ihrer Diät treu zu bleiben und den Kurs auf Erfolg halten zu können.
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