22. Juni 2010
Bestimmte Umstände können eine Geburtseinleitung notwendig werden lassen. Man versteht darunter, eine gezielte und meist künstliche, das heißt medikamentöse Auslösung von Wehen, mit dem Ziel den Geburtsvorgang in Gang zu bringen. Man kennt aber auch natürliche Methoden.
Es gibt einige Faktoren, die eine Geburtseinleitung zwingend werden lassen, zum Beispiel ein schlechtes CTG, die Übertragung des Kindes, ein vorzeitiger Blasensprung und auch eine Plazentainsuffizienz. Von einer Übertragung spricht man, wenn die Schwangerschaft länger als 40 Wochen dauert. Wenn es der werdenden Mutter und dem Kind gut geht, ist das in der 41. Wochen noch keine Grund zur Einleitung. Ab der 42. Woche kann es allerdings zu Problemen kommen. Bei den meisten Frauen setzen die Wehen von alleine ein, ist dies nicht der Fall, kommt eine Geburtseinleitung in Frage. Das größte Risiko für das Baby ist bei einer Übertragung, dass die Plazenta ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann und es zu einer Mangelversorgung kommt. Ist der Muttermund weitgehend geöffnet, gestaltet sich die Geburtseinleitung leichter als bei geschlossenem Muttermund. Es gibt unterschiedliche Methoden um die Geburt einzuleiten. Mit dem Öffnen der Fruchtblase fließt das Fruchtwasser ab, durch das veränderte Volumen in der Gebärmutter kommt es zu Kontraktionen und diese können die Wehen auslösen.
Die gängigste Methode ist der Wehentropf, dieser wird in eine Vene am Handrücken gelegt. Durch den Tropf bekommt die Schwangere ein Hormon verabreicht, welches so in ihren Kreislauf kommt und genau dosiert werden kann. Manchmal braucht die Gebärmutter nur einen kleinen Anstoß, um dann selbst Wehen zu erzeugen. Sind die richtigen Wehen da, wird der Wehentropf wieder abgehängt und die Geburt kann ihren natürlichen Verlauf nehmen. Das Hormon Prostaglandin kann in Form von Gel, Zäpfchen oder Tabletten angewendet werden. Diese werden in die hintere Scheide gelegt, man kann sie aber nicht so genau dosieren wie ein Wehentropf. Durch das Hormon wird der Muttermund weicher und der Gebärmutterhals verkürzt sich. Das Hormon wird von der Gebärmutter aufgenommen und diese reagiert mit Kontraktionen und die Wehen setzen ein. Eine Geburtseinleitung ist immer das Ergebnis von strapazierendem Warten, vielleicht deshalb werden die Wehenschmerzen einer Einleitung oft stärker beschrieben als bei einem natürlichen Verlauf.
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