28. August 2010
Von Andreas Hadel
In Dänemark haben Wissenschaftler eine im Rahmen einer Studie einige beunruhigende Ergebnisse zur Kenntnis nehmen müssen. Bei der Untersuchung, die mit fast 60.000 schwangeren Frauen ausgeführt wurde, konnten die Forscher feststellen, dass Frauen, die mit künstlichen Süßstoff versetzte Limonade getrunken haben, zu einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Frühgeburt erlitten.
In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass Schwangere, die jeden Tag eine Portion Diät-Limonade zu sich geführt haben, mit einer 38 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt brachten. Bei Frauen, die vier Portionen konsumierten, war die Wahrscheinlichkeit eine Frühgeburt zu erleiden gar um 78 Prozent höher.
Interessanterweise fielen die Zahlen für stille Diät-Getränke etwas niedriger aus. Bei mit Zucker gesüßten Getränken konnten die Wissenschaftler keinen negativen Effekt hinsichtlich des Risiko einer Frühgeburt ausmachen. Die Forscher nehmen an, dass der künstliche Süßstoff im Körper zu Chemikalien umgewandelt wird, die offenbar eine Wirkung auf die Gebärmutter haben können.
Die für die Studie verantwortlichen Wissenschaftler geben an, dass weitere Untersuchungen notwendig seien, um eine sichere Empfehlung abgeben zu können. Dennoch war die Testpersonengruppe mit 60.000 schwangeren Frauen ausreichend groß, um eine statistisch signifikante Aussage machen zu können. Daher sollten schwangere Frauen Diät-Limonaden möglichst meiden. Allgemein empfehlen Ernährungsexperten werdenden Müttern eher nährstoffreiche Getränke wie Milch und Fruchtsäfte zu konsumieren, wobei das Trinken von Wasser natürlich nicht vergessen werden sollte.
Die in Kopenhagen durchgeführte Studie ging nicht näher darauf ein, welche künstlichen Süßstoffe in den Diät-Limonaden enthalten waren. Ferner muss erwähnt werden, dass bei den Frauen, die ihre Kinder verfrüht zur Welt brachten, die Schwangerschaft künstlich eingeleitet werden musste. Das heißt, der Konsum von Diät-Limonade führte nicht direkt zum früheren Einsetzen der Wehen, sondern führte eher zu Umständen im Mutterleib, die eine künstlich herbeigeführte Frühgeburt erforderlich machten.
Zunächst nahmen die Wissenschaftler an, dass dies an hohen Blutdruck oder einer möglichen Diabetes-Erkrankung liegen könnte, aber die Daten der Untersuchung schlossen diese Möglichkeit aus.
Die Sprecher führender Getränkehersteller nahmen zu der Studie ebenfalls Stellung und rieten dazu, die Ergebnisse der Untersuchung nicht zu überdramatisieren. Sie verwiesen darauf, dass Substanzen, wie künstlicher Süßstoff, vor dem Markteintritt viele Kontrollinstanzen durchlaufen müssten und von mehrfacher Seite aus für gesundheitlich unbedenklich erklärt wurden.
Mit dieser Aussage hat die Getränke-Industrie natürlich Recht. Dennoch ist es nicht abzustreiten, dass sich in den letzten Monaten die Studien häufen, die künstlichen Süßstoffen ein schlechtes Zeugnis ausstellen.
Werdende Eltern, die sich angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse verunsichert fühlen, sollten ihre Ernährungsgwohnheiten überprüfen und mit ihren Ärzten durchsprechen.
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