Kinderkliniken Artikel
Deutsche Kinderkrebsstiftung fordert: So viel Therapie wie nötig – so schonend wie möglich
28.000 junge Menschen haben Krebs im Kindesalter überlebt.
In Deutschland leben inzwischen über 28.000 junge Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend wegen einer Krebserkrankung erfolgreich behandelt wurden, und ihre Zahl nimmt aufgrund der gestiegenen Heilungschancen weiter zu. Krankheits- und therapiebedingt bleiben nicht selten körperliche Schäden zurück oder treten Jahre später in Erscheinung, beispielsweise neurologische und hormonelle Störungen, unerfüllter Kinderwunsch, Herzbeschwerden und andere Organschäden, in seltenen Fällen auch eine zweite Krebserkrankung. Das Risiko dieser Langzeitfolgen, so die Deutsche Kinderkrebsstiftung, gilt es stärker zu berücksichtigen. Die Erfahrungen mit Spätfolgen im Erwachsenenalter müssen auf die ursprüngliche Behandlungsmethode bezogen werden und in die Risikoabschätzung mit einfließen. Aufgrund fehlender Daten der dem Kindesalter entwachsenen Patienten sei diese Rückkopplung aber nicht immer möglich. Daher fordert der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Ulrich Ropertz: "Wir brauchen neue Strukturen zwischen der Erwachsenenmedizin und den kinderonkologischen Studienzentralen, die die Therapien fortentwickeln. Für die Behandlung unserer Kinder muss gelten: So viel Therapie wie nötig – so schonend wie möglich."
Die Forderungen der Deutschen Kinderkrebsstiftung umfassen:
- Erhalt der vorbildlichen psychosozialen Versorgung der betroffenen Familien.
- Rehabilitation und Nachsorge dürfen nicht vernachlässigt werden.
- Hilfen bei Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche sind gefragt.
- Keine Diskriminierungen beim Abschluss von Kranken-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen.
- Aufbau eines Netzwerks zwischen Erwachsenen- und kinderonkologischen Ärzten, damit die Erfahrungen mit Spätfolgen der Krankheit und ihrer belastenden Therapie für die Behandlung zukünftiger Patienten nicht verloren gehen.