25. Mai 2010
Kinderärzte sind die Fachärzte für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Meist arbeiten sie in einer Arztpraxis.
Kinderärzte betreiben Vorsorge, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge. Die meisten Kinderärzte behandeln Patienten von der Geburt bis ins Jugendlichenalter.
Einen großen Teil des Aufgabengebietes nimmt die Vorsorge ein. Kinderärzte führen sämtliche Vorsorgeuntersuchungen, die so genannten U-Untersuchungen durch. Dabei werden bei jeder Vorsorge Größe, Gewicht und Kopfumfang geprüft und in das Vorsorgeheft eingetragen. Je nach Alter des Kindes prüft der Arzt die Reflexe, tastet den Bauch ab, untersucht die Hüftreife, schaut in Mund und Ohren und hört Herz und Lunge ab. Während der U-Untersuchungen achtet der Kinderarzt auf die kindliche Entwicklung. Er prüft, ob ein Baby altersgemäß den Kopf hebt, sich abstützt, krabbelt oder läuft. Er spricht mit den Kindern und achtet dabei auf Sprachstörungen wie z.B. das Stottern. Auch Fußfehlstellungen oder motorische Einschränkungen fallen dem Kinderarzt während dieser Vorsorgeuntersuchungen auf.
Neben der Hebamme ist der Kinderarzt ein wichtiger Ansprechpartner für alle jungen Mütter zum Thema Ernährung und Pflege des Säuglings.
Der Kinderarzt führt auch sämtliche empfohlenen Impfungen bei den Babys, Kindern und Jugendlichen durch. Auch die Eltern können sich beim Kinderarzt impfen lassen.
Der Kinderarzt betreut jedoch nicht nur die gesunden Kinder. Sämtliche Krankheiten, die ein Kind hat, werden vom Kinderarzt diagnostiziert und behandelt. Bei speziellen Erkrankungen kann ein Kinderarzt eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen. Im Rahmen seiner Diagnostik kann der Kinderarzt z.B. auch eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Hier untersucht er die Größe und Beschaffenheit der Organe oder den Reifeprozess der Hüfte eines Säuglings. Der Kinderarzt führt auch Seh- und Hörtests durch. Dies geschieht zum einen während der Vorsorgeuntersuchungen, zum anderen jedoch auch bei Verdacht auf eine Seh- oder Hörstörung. Je nach Art der Beschwerden des Kindes kann auch eine Blutabnahme notwendig sein. Diese nimmt der Kinderarzt entweder aus der Vene im Arm, aus dem Finger oder auch bei Babys aus einer Vene im Kopf vor. Auch Urin- und Stuhluntersuchungen werden beim Kinderarzt im Rahmen einer Diagnostik durchgeführt. Babys wird für eine Urinprobe ein spezieller Beutel aufgeklebt, so dass der Urin nicht in die Windel fließen kann. Auch das Entnehmen eines Abstriches (z.B. aus dem Hals) kann bei Verdacht auf eine bakterielle Erkrankung wie z.B. Scharlach notwendig sein.
Hat der Kinderarzt seine Diagnostik abgeschlossen, so verordnet er Medikamente wie z.B. Salben oder Tabletten oder auch Hilfsmittel wie z.B. ein Inhalationsgerät oder eine Milchpumpe für die stillende Mutter, wenn der Säugling nicht richtig trinkt. Hat der kleine Patient eine Wunde, so versorgt der Kinderarzt diese und legt einen Verband an. Die meisten Kinderärzte haben farbiges Verbandmaterial oder Pflaster mit lustigen Motiven, so dass die Kinder eher dazu bereit sind, sich behandeln zu lassen.
Bei schwerkranken Patienten führt der Kinderarzt auch Hausbesuche durch und untersucht und behandelt die Kinder und Jugendlichen zu Hause.
Kinderärzte, die im Krankenhaus arbeiten, führen diverse weitere Tätigkeiten durch wie z.B. das Anlegen von Infusionen (teilweise wird dies auch in der Kinderarztpraxis durchgeführt), das Durchführen einer Chemotherapie bei Krebspatienten, die Behandlung von Kindern mit der Zuckerkrankheit, die Arbeit in einem Schlaflabor für Kinder usw. Kinderärzte mit einer speziellen Zusatzausbildung betreuen auch zu früh geborene Babys auf speziellen Frühchenstationen. Die Kinderärzte überwachen hier den Herzschlag und die Atmung der Babys, untersuchen sie regelmäßig und führen ausführliche Gespräche mit den Eltern.
Nach einem stationären Aufenthalt erfolgt die Weiterbehandlung der Kinder bei einem niedergelassenen Kinderarzt.
Kinderärzte sind häufig in einer Arztpraxis tätig. Meist haben sich mehrere Kinderärzte zu einer Gemeinschaftspraxis zusammengeschlossen, so dass sie eine 24-Stunden-Betreuung anbieten können. Andere Kinderärzte arbeiten zum Teil neben ihrer normalen Tätigkeit auch in Bereitschaftspraxen und behandeln dann kranke Kinder und Jugendlichen in der Nacht oder an Wochenenden und Feiertagen.
Viele Kinderärzte arbeiten jedoch auch im Krankenhaus. Hier gibt es entweder spezielle Kinderstationen oder ein eigenes Kinderkrankenhaus mit verschiedenen Fachrichtungen.
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