20. Mai 2010
Hautärzte sind Fachärzte für die Behandlung sämtlicher Hauterkrankungen. Meist sind sie als selbständige Ärzte tätig.
Der Hautarzt, auch Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder Dermatologe genannt, behandelt Hauterkrankungen sowie Tumorerkrankungen im Bereich der Haut. Zu den Hauterkrankungen zählen Krankheiten wie Allergien, Neurodermitis oder Venenerkrankungen und auch Krankheiten im Bereich von Haaren und Nägeln. Tumorerkrankungen der Haut können sowohl gut- (z.B. Melanom) als auch bösartig (z.B. Basalzellkarzinom) sein. Auch Geschlechtskrankheiten werden vom Hautarzt behandelt.
Zu Beginn jeder hautärztlichen Behandlung steht die Erstellung der Anamnese. Der Hautarzt fragt den Patienten, welche Beschwerden bestehen, welche Medikamente der Patient nimmt, ob Vorerkrankungen bestehen, ob der Patient bereits einmal operiert wurde, ob Krankheiten in der Familie vorkommen usw.
Je nach Art der Beschwerden führt ein Hautarzt verschiedene Untersuchungen durch. Wenn ein Patient über allergische Symptome wie rote Flecken auf der Haut, ständiges Niesen oder rote Augen klagt, so könnte eine Allergie die Ursache sein. Die meisten Hautärzte können im Rahmen ihrer Diagnostik umfangreiche Allergietests durchführen. Durch diese Tests kann der Facharzt feststellen, gegen welche Stoffe der Patient allergisch ist. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zum einen können im Blut des Patienten bestimmte Werte bestimmt werden, die Auskunft über eine Allergie geben können. Zum anderen gibt es auch verschiedene Allergietests, bei denen die möglichen Allergie auslösenden Substanzen auf die Haut des Patienten getropft werden und die Stellen jeweils leicht eingeritzt werden. Die Lösung gelangt dann unter die Haut und löst eine leichte Rötung aus, wenn der Patient darauf allergisch ist. Dieser Test wird Prick-Test genannt.
Auch Pilzerkrankungen im Bereich von Haut oder Nägeln fallen in das Fachgebiet des Hautarztes. Im Rahmen der Diagnostik entnimmt der Hautarzt hier oftmals einen Abstrich und untersucht diesen unter dem Mikroskop auf Pilzsporen.
Auch die Diagnostik von Venenerkrankungen wie z.B. Krampfadern ist die Aufgabe des Hautarztes. Dazu führt der Hautarzt häufig eine spezielle Ultraschalluntersuchung durch.
Patienten, die unter massivem Haarausfall leiden, können sich beim Hautarzt auch eine Analyse ihrer Haare erstellen lassen und so oftmals die Ursache für den Haarausfall herausfinden.
Auch die Diagnostik von gut- und bösartigen Hauttumoren führt ein Hautarzt durch. Dazu begutachtet er die Hautveränderungen unter einem Vergrößerungsglas. Um genau feststellen zu können, ob die Hautveränderung gut- oder bösartig ist, kann der Hautarzt eine kleine Hautstelle entfernen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen. Sofern sich der Verdacht bestätigt und der Patient Hautkrebs hat, entfernt der Hautarzt den gesamten Tumor. In einigen Fällen ist dann auch eine Chemotherapie notwendig.
Neben der Diagnostik führt der Dermatologe auch viele unterschiedliche Behandlungen durch. Viele Eingriffe erfolgen heutzutage mit modernster Lasertechnik, die kaum Narben hinterlässt und für den Patienten wesentlich schonender abläuft als eine normale Operation. Viele Hautärzte führen zur Behandlung von Hauterkrankungen wie z.B. Akne auch die so genannte PDT, die photodynamische Therapie durch.
Hautärzte, die auch im Bereich der Schönheitsbehandlungen tätig sind, entfernen auch Körperhaare oder ein nicht mehr erwünschtes Tattoo durch eine Laserbehandlung. Auch Narben, Cellulite oder Falten können durch spezielle Behandlungen oder Spritzen (z.B. Botox) vom Hautarzt korrigiert werden.
Ein Hautarzt verordnet im Rahmen seiner Behandlung auch Medikamente. Besonders bei Hauterkrankungen verschreibt der Dermatologe Salben, die individuell auf den Patienten und seine Krankheit abgestimmt sind. Diese werden in der Apotheke nach den Vorgaben des Hautarztes gemischt.
Zusätzlich behandelt ein Hautarzt auch Geschlechtskrankheiten wie z.B. Syphilis.
Der Hautarzt betreibt auch Vorsorge, in dem er eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung durchführt. Der Arzt sieht sich dabei die gesamte Haut des Patienten unter einer Lupe an und sucht nach abklärungsbedürftigen Hautveränderungen, um so eine Hautkrebserkrankung frühzeitig zu entdecken.
Viele Hautärzte sind als selbstständige Ärzte in der eigenen Praxis tätig. In größeren Praxen arbeiten auch mehrere selbstständige oder angestellte Dermatologen. In Hautkliniken und Rehabilitationskliniken arbeiten Hautärzte auch als angestellte Fachärzte.
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