Venenschwäche - Ursachen, Symptome und Behandlung

Venenleiden verursachen unterschiedliche Beschwerden. Ist die Funktion der Venen gestört, bezeichnet man dies als Venenschwäche bzw. Veneninsuffizienz. Die Diagnose stellt meist der Hausarzt oder Facharzt für Venenleiden. Unbehandelt schreitet die Venenschwäche langsam fort; man kann mehrere Schweregrade unterscheiden. Lesen Sie alles Wissenswerte über die Venenschwäche.

Wissenswertes zur Veneninsuffizienz

Aufgaben und Anatomie der Venen

Die Venen gehören zu den Blutgefäßen. Ihre Aufgabe besteht darin, das Blut zum Herzen zu transportieren.

Die Venen vollbringen eine große Leistung, immerhin befördern sie bei einem Erwachsenen täglich 7.000 Liter Blut und zwar entgegen der Schwerkraft. Die schwerste Arbeit haben die Venen in Armen und Beinen zu leisten, da der Weg zum Herzen besonders weit ist.

Damit der Pumpmechanismus funktioniert, sind viele dieser Venen mit Klappen ausgestattet, die wie ein Rückschlagventil arbeiten. Die einzelnen Schichten der Vene sind

Solange die Venen gesund sind, funktionieren Lungen- und Herzkreislauf des Menschen. Aus unterschiedlichen Gründen können Venen aber auch erkranken; manchmal besteht Lebensgefahr.

Mögliche Erkrankungen

Zu den häufigsten Erkrankungen der Venen gehören Krampfadern und Besenreiser, wobei letztere die Vorstufe zu Krampfadern bilden können.

Besenreiser

Es handelt sich dabei um Erweiterungen von Venen, die sich in der oberen Hautschicht befinden. Aus diesem Grunde sind sie gut sichtbar und bilden vor allem ein kosmetisches Problem. Die Ursachen können genetische Veranlagungen oder chronische Blutstauungen in den Venen sein.

Stauungsbedingte Besenreiser zeigen sich im Allgemeinen im inneren Knöchelbereich. Unbehandelt können sie zum offenen Bein führen, bei dem es sich um ein Geschwür handelt. Dessen Behandlung ist sehr langwierig; manchmal heilt ein offenes Bein gar nicht mehr.

Krampfadern

Auch bei Krampfadern handelt es sich um Venenerweiterungen, zusätzlich arbeiten die Venenklappen nicht mehr. Hierdurch wird der Bluttransport beeinträchtigt, die Druckverhältnisse in den Gefäßen stimmen nicht mehr.

In der Folge sickert Wasser durch die Venenwände, das sich im Gewebe anlagern kann. Der Betroffene bekommt im Laufe des Tages augenscheinlich dicke Beine.

Thrombose

Die Thrombose ist von allen Venenerkrankungen wohl am meisten gefürchtet. Zu Recht, denn es handelt sich um eine durch ein Blutgerinnsel verstopfte und entzündete Vene, durch die das Blut nicht mehr richtig fließen kann. Löst sich dieses von der Venenwand, kann es in die Lunge gelangen und dort durch einen Arterienverschluss eine Lungenembolie herbeiführen.

Phlebitis

Weiterhin können Venen von Entzündungen betroffen sein. Die so genannte Phlebitis ist schmerzhaft und sollte ärztlich behandelt werden. Alle Venenerkrankungen gehören in die Hände des Phlebologen.

Venenschwäche - Krankheitsbild

Ist die Funktion der Venen gestört, und kommt es zu Erkrankungen, wie oben beschrieben, kann eine Venenschwäche bzw. Veneninsuffizienz bestehen. In der Regel liegt dabei ein behinderter Blutfluss vor, der für gewöhnlich beide Beine betrifft.

Die Venenschwäche beginnt meist in Form eines langsamen Versagens der Venenklappen. Wenn diese nicht mehr richtig schließen können, beeinträchtigt dies den Blutabtransport. Als Folge gibt die Venenwand nach, da der Druck durch das abgesackte Blut steigt - es kommt zur Weitung der Venen, die als Besenreiser oder Krampfadern auftreten können.

Wenn die Veneninsuffizienz weiter foranschreitet, kann sie zur chronischen venösen Insuffizienz (CVI) werden.

Ursachen

Die Ursache der Venenschwäche liegt häufig in einer erblichen Veranlagung. Des Weiteren steigt auch mit zunehmendem Alter das Risiko, eine Venenschwäche zu erleiden. Frühestens ab dem 30. Lebensjahr bemerken Betroffene die ersten Anzeichen.

Als Risikofaktoren für die Entstehung von Venenleiden gelten zudem:

Häufig bilden sich während der Schwangerschaft erste Venenbeschwerden. Frauen, die regelmäßig Schuhe mit hohen Absätzen tragen, haben ebenfalls ein höheres Risiko an einer Venenleiden zu erkranken.

Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum fördern Venenerkrankungen. Menschen, die privat oder beruflich lange stehen oder sitzen, haben ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Verlauf

Ärzte unterscheiden harmlose Venenleiden von ernstzunehmenden Erkrankungen. Besenreiser beispielsweise sind zwar für viele Patienten ein kosmetisches Problem, stellen jedoch nicht zwingend eine Behandlungsnotwendigkeit dar.

Krampfadern wiederum können zu einer lebensgefährlichen Thrombose führen und sollten daher unbedingt ärztlich behandelt werden. Aus ehemals harmlosen Krampfadern kann sich auch eine Lungenembolie entwickeln.

Grundsätzlich kann eine Venenschwäche gut behandelt werden. Häufig ist dazu ein operativer Eingriff notwendig.

Symptome

Die Venenschwäche geht mit vielen verschiedene Venenerkrankungen einher, die in ihrem Verlauf fortschreiten und je nach Stadium eingeteilt werden in:

  • Besenreiser (Stadium 1)
  • Krampfadern (Stadium 2)
  • Beinödeme (Stadium 3)
  • Hautveränderungen (Stadium 4) und
  • Beingeschwüre und offene Beine (Ulcus cruris) (Stadium 5-6).

Je nach Art der genauen Krankheit verspüren die Patienten eine Schwere in den Beinen. Häufig kribbeln, brennen oder spannen die Beine auch.

Viele Patienten haben auch das Bedürfnis, ihre Beine ständig zu bewegen, damit sich die Beschwerden bessern. Die Haut an den Beinen kann auch jucken.

Häufig sind auch die Füße geschwollen und die Patienten können nachts aufgrund von Wadenkrämpfen schlecht schlafen. Besonders am Nachmittag und Abend sind die Beschwerden stärker als morgens nach dem Aufstehen.

Auch in den warmen Monaten können die Beschwerden stärker werden, da sich die Venen aufgrund der Weite zusätzlich weiten. Wenn die Patienten in der Zeit, in der sie Beschwerden verspüren, einen längeren Spaziergang machen, bessern sich die Symptome danach wieder.

Krampfadern sind auch für einen Laien zu erkennen. Es schlängeln sich dann dicke blaue Venen an den Beinen und Unterschenkeln.

Neben den spürbaren Veränderungen kann sich eine Venenschwäche schon bereits in jungen Jahren bemerkbar machen.

  • Cellulite an den Oberschenkeln
  • rosafarbene Stauungsflecken an den Unterschenkeln
  • blaue Äderchen an den Knöcheln oder
  • bläulich aussehende Aussackungen direkt unter der Oberfläche der Haut.

Diagnose

Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der sich der Arzt beispielsweise auch erkundigt, ob andere Familienmitglieder mit Venenleiden zu kämpfen haben. Wenn ein Patient diese Symptome schildert, untersucht der Arzt die Venen der Beine im Rahmen einer körperlichen Untersuchung. Anschließend wird meist eine Dopplersonografie der Venen durchgeführt.

Bei dieser Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob der Blutfluss der Venen bereits gestört ist. Auch der Druck in den Venen kann im Rahmen einer Venendruckmessung festgestellt werden.

In einigen Fällen wird auch eine Phlebografie durchgeführt. Vor der Untersuchung wird dem Patienten ein Kontrastmittel gespritzt und anschließend eine Röntgenaufnahme der durch das Kontrastmittel sichtbaren Venen gemacht.

Behandlung

Je nach Art des Venenleidens gibt es viele verschiedene Therapiemöglichkeiten. Teilweise werden Venenerkrankungen operativ behandelt, teilweise auch konservativ.

Kompression und Bewegung

Kompressionsstrümpfe zählen zu den konservativen Maßnahmen. Diese fest sitzenden Strümpfe werden individuell an das Bein des Patienten angepasst und bewirken einen geregelten Blutstrom in den Venen.

Auf diese Weise kann zum Beispiel häufig eine Thrombose verhindert werden. Auch durch Sportarten wie Joggen oder Schwimmen können einige Venenleiden behandelt werden.

Gerade der Winter eignet sich besonders gut, um etwas gegen müde und schwere Beine zu unternehmen...

Gesunde Beine - Tipps bei Venenleiden in der Winterzeit

Zunächst ist es eine Tatsache, dass gerade im Winter sehr oft die Beine regelrecht vergessen werden. Dick eingepackt in langen Hosen spürt man zwar dass da etwas nicht in Ordnung ist, aber weder fallen Schwellungen noch dicke hervorstehende Adern großartig auf. Fast scheinen folglich die Beine nicht nur aus dem Blickfeld zu gelangen, sondern auch aus dem Bewusstsein.

Eine gute Zeit für die Behandlung

Dabei sind besonders die kalten Monate im Jahr bestens dazu geeignet, um desolate Venen behandeln zu lassen, denn gerade nach einer der unterschiedlichen Therapien wird das Anlegen von Bandagen oder auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen erforderlich - optisch nicht schick und deshalb unter langen Hosen im Winter hervorragend zu verstecken und das zumeist für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen. Um die Venen weiter zu entlasten, folgen nach diesen zwei Monaten Wickel, die bis zum Frühling ebenfalls für andere Augen geschickt mit langen Hosen verpackt werden können.

Ursachen für Venenprobleme im Winter

Grundsätzlich zeigt sich mit dem Beginn der kalten Jahreszeit, dass viele Menschen sich weitaus weniger bewegen als es bei warmen Temperaturen der Fall ist. Folglich wird die Durchblutung deutlich reduziert und kann zu einem rascheren Stau in den Beinvenen führen, da durch ein langes Sitzen die Venenpumpen nicht aktiv arbeiten können.

Trägt man dann noch bei Krampfadern oder schweren Beinen enge Stiefel, ist das Malheur fast schon vorprogrammiert. Doch mit einigen Gegenmaßnahmen können Sie bei derartigen Beschwerden recht gut Abhilfe schaffen.

Bewegung, Kompression und Salben

Zum einen heißt es auch bei Kälte und Schnee, sich täglich regelmäßig Bewegung zu verschaffen und das am besten in der frischen Luft. Ist es doch allzu ungemütlich, helfen auch

  • Bein- und Fußgymnastik
  • ein Hochlegen der Beine oder
  • das Tragen von Stütz- oder Kompressionsstrümpfen.

Zum anderen sollten Sie enge Stiefel lieber nur zeitlich begrenzt tragen. Ein Präparat, zum Beispiel mit Rosskastanien, auf die belasteten Beine aufzutragen, ist zudem nicht nur aus pflegenden Aspekten eine sehr sinnvolle Ergänzung im Kampf gegen Krampfadern und Co.

Ernährungstipps
  • Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser, gemischte Säfte oder Tee
  • reduzieren Sie Ihren Salzkonsum
  • wählen Sie viele frische Lebensmittel und
  • vermeiden Sie bei starken Venenproblemen sowohl Saunagänge als auch lange und heiße Vollbäder.

Zudem sollten Sie sich rechtzeitig an einen Venenspezialisten wenden, der mit Ihnen die einzelnen Therapien besprechen wird, um endlich wieder beschwerdefrei mit schönen Beinen den Alltag erleben zu können.

Venenmittel und Laserbehandlungen

In den Apotheken und Drogeriemärkten gibt es zahlreiche Venenmittel zum Einnehmen. Viele dieser Präparate können die Beschwerden von Venenleiden lindern, heilen kann man die einzelnen Krankheiten durch die Einnahme der Tabletten jedoch nicht.

Handelt es sich um kleine Venen oder kosmetisch störende Besenreiser, können diese auch verödet oder gelasert werden.

Operationen

Krampfadern werden häufig durch eine Operation, die so genannte Crossektomie, behandelt. Da bei diesem Venenleiden eine oder mehrere Venenklappen defekt sind und sich daher das Blut staut, werden diese geschlossen und häufig wird im Anschluss die defekte Vene entfernt (Venenstripping). Die meisten Eingriffe werden im Rahmen einer ambulanten Operation durchgeführt.

Vorbeugung

Um einer Venenschwäche vorzubeugen, sollte man sich ausgewogen und gesund ernähren und auf diese Weise Übergewicht vermeiden. Auch Bewegung trägt zur Vorbeugung bei. Besonders gut eignen sich Sportarten wie Fahrradfahren oder Schwimmen.

Menschen, die beruflich lange Zeit stehen oder sitzen müssen, sollten sich zwischendurch regelmäßig bewegen, um den Blutfluss anzuregen. Besonders abends sollten die Beine hochgelegt werden. Auch Wechselduschen der Waden sind ein gutes Venentraining und können Venenleiden verhindern.

Hilfreiche gymnastische Übungen

Der moderne Alltag ist durch sitzende Tätigkeiten geprägt. Sie sorgen nicht nur für orthopädische Probleme, auch die Venentätigkeit leidet unter ihnen.

Damit die Muskelpumpe in den Beinen funktioniert, dürfen die Venenwände keine Schadstellen aufweisen, die Venenklappen müssen perfekt arbeiten.

Dies ist nur möglich, wenn Fuß- und Beinmuskulatur eine ausreichende Aktivität erfahren. Das Motto lautet also: Bewegung.

Hilfreiche Bewegungstipps

Insbesondere regt das Treppensteigen die Muskelpumpe an. Es lohnt sich, die Treppe statt des Aufzugs zu wählen. So viele Wege wie möglich sollten zu Fuß und nicht mit dem Auto zurückgelegt werden.

Und wer nach Feierabend zusätzlich

kann der Beinmuskulatur viel Gutes tun. Bei sitzenden Tätigkeiten empfiehlt sich das regelmäßige Aufstehen zwischendurch; wer viel steht, sollte öfter mal die Beine hochlegen. Kalte Beingüsse regen die Durchblutung an.

Damit sollte am linken Fuß begonnen werden. Der Wasserstrahl wird in Richtung des Herzens geführt. Anschließend erfolgt der Guss am rechten Bein.

Bei der Auswahl des Schuhwerks ist auf möglichst niedrige Absätze zu achten. Beinkleidung sollte nicht einschnüren.

Im Folgenden stellen wir Ihnen ein paar hilfreiche Übungen vor.

Fußwippe

Eine hilfreiche Übung zur Vorbeugung gegen Venenleiden ist die Fußwippe, die sowohl stehend als auch sitzend ausgeführt werden kann. Dazu werden beide Füße fest aufgestellt und in den Boden gedrückt.

Mit langsamen, kraftvollen Bewegungen rollen beide Füße abwechselnd bis zu den Zehenspitzen auf und anschließend in die Ausgangsposition zurück. Wird die Übung im Stehen durchgeführt, können die Hände zur Stabilisierung der Position in den Hüften aufgestützt werden.

Zehenstand

Eine ebenfalls sehr effektive Übung zur Kräftigung der Bein- und Fußmuskulatur ist der Zehenstand. Auch dieser kann im Sitzen oder Stehen ausgeführt werden. Die Füße stehen fest auf dem Boden. Anschließend rollen sie zeitgleich von den Fersen zu den Fußspitzen auf.

Nach Möglichkeit ist diese Position eine Weile zu halten, bevor die Füße in die Ausgangsposition zurückrollen. Wer sich im Stehen unsicher fühlt, kann beide Hände an einer Wand abstützen.

Fußkreisen

Ein besonderes Problem stellen Venenleiden im Knöchelbereich dar. Ihnen kann durch folgende Übung vorgebeugt werden: Auf dem Stuhl sitzend werden beide Beine gestreckt vom Boden abgehoben.

Anschließend kreisen die Füße jeweils nach innen oder außen. Die Richtung kann gleich oder entgegengesetzt gewählt werden. Das längere Halten dieser Position aktiviert gleichzeitig die Bauchmuskulatur sowie den unteren Rücken.

Dehnübungen und Übungen im Liegen

Für alle Venenübungen gilt, dass Streckungen langsam und kontrolliert ausgeführt werden. Es wird so lange gedehnt, bis ein angenehmes Ziehen in der Muskulatur zu spüren ist.

  • Die Ausatmung erfolgt in der Phase der Muskelanspannung.
  • Die Einatmung erfolgt in der Phase der Muskelentspannung.

Damit das Üben im Liegen nicht unangenehm erscheint, empfiehlt es sich, einen Teppich oder eine Gymnastikmatte als Unterlage zu verwenden.

Übung 1: das Bein zur Decke strecken

Die Ausgangsposition für die erste Übung ist die Rückenlage. Ein Bein wird zur Decke gestreckt, das andere Bein bleibt auf der Matte liegen.

Das gestreckte Bein wird mit beiden Händen in Kniehöhe umfasst. Wer dies nicht schafft, nimmt ein Handtuch zur Hilfe.

Es wird um das Bein geschlungen und an beiden Enden gefasst. Die Zehenspitzen werden an den Körper herangezogen.

Die Position sollte etwa eine halbe Minute gehalten werden, bevor das Bein auf der Matte abgelegt wird. Anschließend wird das andere Bein gestreckt.

Übung 2: Abwechselnes Strecken und Heranziehen der Beine

Die nächste Dehnübung dient der Mobilisierung der Beine. Sie wird ebenfalls in Rückenlage ausgeführt.

Dazu werden bei gestreckten Beinen beide Fußspitzen abwechselnd gestreckt und an den Körper herangezogen. Es sollten 20 Wiederholungen in drei Durchgängen erfolgen.

Übung 3: das Knie zum Körper ziehen

Zur Dehnung der Beinrückseiten wird in der Rückenlage ein Knie gebeugt. Der Fuß wird auf die Matte gestellt.

Anschließend wird das Knie mit beiden Händen umfasst und so weit wie möglich an den Oberkörper herangezogen. Wer dies nicht schafft, nimmt ein Handtuch zur Hilfe.

Diese Stellung soll für ungefähr eine halbe Minute gehalten werden, bevor das Bein auf die Matte gelegt wird. Anschließend wird das andere Bein an den Körper gezogen.

Übung 4: Becken anspannen

Bei der folgenden Übung sollen der Oberkörper und das Gesäß so auf der Matte platziert sein, dass die Füße an eine Wand gestellt werden können. Der Winkel der Unterschenkel zum Boden sollte mehr als 45 Grad betragen. Unter den Beckenboden wird ein schmales Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch gelegt.

Beim Einatmen wird im Beckenboden Spannung aufgebaut, dann drücken die Füße gegen die Wand, so dass der Beckenboden von der Matte abhebt. Die aufgebaute Spannung ist für eine halbe Minute zu halten, bevor das Becken beim Ausatmen auf der Matte abgelegt wird.

Übungen im Stehen und im Sitzen

Die häufigste Ursache für Venenerkrankungen ist der Bewegungsmangel. Spezielle Übungen simulieren natürliche Bewegungsabläufe, wodurch es zur Aktivierung der Muskelpumpe kommt.

Übung 1: auf der Stelle treten

Die erste Übung, die im Stehen durchgeführt wird, dient der Aktivierung der Muskelpumpe und der Anregung des Kreislaufs. Auf einer rutschfesten Unterlage wird eine Minute lang auf der Stelle getreten, wobei die Knie so weit wie möglich an den Oberkörper herangezogen werden. Beide Arme schwingen dabei gegengleich mit.

Übung 2: "Treppensteigen"

Für die nächste Übung wird ein standfester Hocker benötigt, der vor dem Körper platziert wird. Anschließend werden die Füße gehend abwechselnd auf den Hocker und zurück auf den Boden gebracht.

Dieser Bewegungsablauf simuliert das Treppensteigen. Die Übung ist eine der effektivsten Möglichkeiten, die Muskelpumpe zu aktivieren.

Übung 3: Zahlen schreiben

Folgende Übung wird im Sitzen auf der Matte ausgeführt. Die Beine sind gestreckt.

Der Oberkörper wird gerade gehalten und leicht zurückgeneigt. Hände und Arme befinden sich seitlich hinter dem Rücken, sie dienen der Stabilisierung.

Anschließend wird ein Bein angehoben und schreibt nacheinander die Zahlen von 1-9 in die Luft. Dabei sollte die Bewegung aus dem Fußgelenk kommen.

Danach wird das Bein auf der Matte abgelegt. Das andere Bein wird angehoben. Wer es schafft, wiederholt die Übung noch zweimal.

Übung 4: mit den Zehen greifen

Für die nächste Übung müssen die Schuhe und Strümpfe ausgezogen werden. Sie wird auf einem Stuhl sitzend oder im Stehen ausgeführt. Dazu wird ein Handtuch oder ein Taschentuch auf dem Boden platziert, das mit den Zehen eines Fußes gegriffen und angehoben werden muss.

Alternativ können Bleistifte, Kieselsteine oder Knöpfe verwendet werden. Je kleiner der Gegenstand ist, desto schwieriger wird die Übung.

Der Gegenstand ist etwa eine halbe Minute zu halten, bevor er wieder abgelegt wird. Dann muss der andere Fuß ihn greifen.

Ernährungstipps bei Venenschwäche

Die Ursachen für Venenleiden sind unterschiedlich, eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Übergewicht zu. Es führt zu einem erhöhten Druck auf das Venensystem der Beine.

Zudem verstärkt es das hormonelle Risiko für Venenerkrankungen. Wer auf seine Ernährung achtet, leistet einen positiven Beitrag zur Vermeidung von Venenschwächen und anderen Venenleiden.

Der Zusammenhang zwischen Verdauung und Venentätigkeit

Auf den ersten Blick mag die Verdauung in keinerlei Zusammenhang mit der Venentätigkeit in den Beinen stehen. Medizinische Studien jedoch haben bewiesen, dass ein zu starkes Pressen beim Stuhlgang für einen höheren Druck in den Beinvenen sorgt.

Fehlen dem Körper außerdem wichtige Vitamine und Spurenelemente, wird das Bindegewebe geschwächt. Dies hat eine Erschlaffung der Venenwände zur Folge. Es macht also Sinn, auf die Qualität und Quantität der aufzunehmenden Nahrungsmittel zu achten.

Ernährungsempfehlungen

Grundsätzlich isst derjenige gesund, der auf Fett und Zucker so weit wie möglich verzichtet und zu Ballaststoffen greift. Mageres Geflügel- und Lammfleisch ist Schweinefleisch vorzuziehen.

Zwar ist die Wirkung von Kochsalz auf den Blutdruck zwischenzeitlich umstritten, dennoch ist bewiesen, dass Kochsalz Wasser bindet, das sich im Gewebe einlagern kann. Ratsam ist dessen sinnvoller Einsatz.

Ballaststoffe sind in unterschiedlicher Höhe in Getreide vorhanden, in Roggen ist der Ballaststoffanteil besonders hoch. Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt nicht nur dafür, dass Verstopfungen vermieden werden, sie hält die Venenwände elastisch. Zwei Liter Wasser pro Tag sollten es für einen gesunden Erwachsenen sein.

Die Vitamine C und E kräftigen das Stützgewebe und sorgen dafür, dass die Venenklappen zuverlässig arbeiten. Sehr empfehlenswert sind alle blauen Beeren, die Bioflavonoide enthalten.

Sie können Alterungsprozesse verlangsamen, was wiederum den Venen zugute kommt. Außerdem sind rote Gemüsesorten, wie

ratsam. Aber auch

unterstützen die Venenstruktur. In den letzten Jahren konnten durch die Einnahme von Rosskastanienpräparaten sowie Extrakten aus rotem Weinlaub sehr gute Erfolge in der Venentherapie verzeichnet werden. Beide Wirkstoffe lassen sich auch äußerlich anwenden. Knoblauch kann eine Gefäßverkalkung verhindern und somit das Risiko für eine Thrombose deutlich mindern.

Einkaufstipps

Wichtig beim Einkauf aller Lebensmittel ist, dass sie aus ökologischem Anbau stammen, damit sie während ihrer Wachstumsphase möglichst wenig Kontakt mit Pestiziden und chemischen Düngern hatten. Frische Lebensmittel sind konservierten Produkten vorzuziehen.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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