Schuppenflechte - Ursachen, Symptome, Formen und Behandlung

Die Schuppenflechte ist eine häufig vorkommende Hauterkrankung. Die Diagnose erfolgt meist beim Facharzt für Hauterkrankungen. Es gibt viele Ursachen, die eine Schuppenflechte auslösen können. Eine Heilung der Erkrankung ist nicht möglich.

Die Entstehung einer Schuppenflechte und wie man die Psoriasis vulgaris, Psoriasis guttata und Psoriasis pustulosa erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass die Schuppenflechte weder selbst verursacht noch ansteckend ist. Es handelt sich um eine weit verbreitete entzündliche Hauterkrankung, an der in Deutschland allein ungefähr 100.000 Kinder und Jugendliche leiden. Sie birgt auch ein hohes Risiko für Begleiterkrankungen wie Morbus Crohn, Arthritis, Diabetes und Adipositas.

Schuppenflechte wird inzwischen auch als das "Rheuma der Haut" bezeichnet, denn ähnlich wie bei den chronischen Gelenkproblemen handelt es sich um eine Entzündungserkrankung, die schubweise auftritt und nur schwer abheilt. Stress und Hautreizungen können einen Schub auslösen.

Schuppenflechte als belastendes Problem

Die Psoriasis, so der medizinische Name der Schuppenflechte, sorgt für juckende rote Stellen am Körper, an denen die Haut verdickt und mit einer Schicht silbriger Schuppen bedeckt ist. Bei einigen Erkrankten sind nur bestimmte Entzündungsherde wie Knie und Ellbogen betroffen, bei anderen erstrecken sich die Hautveränderungen über den ganzen Körper und treten auch an Kopf und Händen auf. Obwohl die Erkrankung nicht ansteckend ist, ist sie für viele ein sozial sehr unangenehmes Problem, denn die meisten Menschen halten instinktiv Abstand.

Im Grunde handelt es sich um eine gutartige Erkrankung, jedoch fällt in der Medizinwissenschaft immer wieder auf, dass auch andere Beschwerden sich bei Psoriatikern häufen. Ihr Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und anderen Stoffwechselstörungen zu erkranken, ist doppelt so hoch wie bei Patienten ohne Hautprobleme. Bei 20 Prozent der Betroffenen greift die Entzündung auch auf die Gelenke über (Psoriasis Arthritis).

Für Kinder und Jugendliche ist es oft sehr schwierig, im Sommer mit ihrer Hauterkrankung zurecht zu kommen. Unter Schülern gibt es oft Hänseleien, wenn die Klassenkameraden im Schwimmbad das volle Ausmaß der Schuppenflechte (Psoriasis) sehen können.

Teenager und junge Erwachsene schämen sich oft, ihren Körper in luftiger Kleidung zu zeigen, ziehen sich zurück und gehen keine Beziehungen ein. Somit wird die Schuppenflechte schnell zur Rundumbelastung.

Therapie nicht vernachlässigen

Jedoch ist es wichtig, dass die Betroffenen nicht aufgeben. Viele nehmen Therapiemöglichkeiten nur dann in Anspruch, wenn sie gerade in einer akuten Phase stecken und es nicht mehr anders geht.

Dabei lässt sich die Erkrankung viel besser in den Griff bekommen, wenn man sich auch in guten Phasen gewissenhaft um die Hautgesundheit kümmert. Tipps für individuelle Therapiemöglichkeiten bietet zum beispiel der Deutsche Psoriasis Bund e.V.

Ursachen

Der eigentliche Prozess für den Ausbruch der Schuppenflechte wird durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen. Das heißt, dass das Abwehrsystem des Körpers eigene Zellen angreift und schädigt.

Maßgebend sind dabei entzündungsfördernde Eiweiße und eine zu große Aktivität von Th-1 Lymphozyten, einer bestimmten Sorte von weißen Blutzellen. Über die Botenstoffe dieser Zellen wird die Immunreaktion übermittelt. In Mitleidenschaft gezogen werden dabei die Keratinozyten, die Zellen der Oberhaut.

Durch den Angriff des Immunsystems reagiert die Haut mit einer Entzündung. Da sich die Keratinozyten schneller teilen, bildet sich zu viel neues Gewebe, wodurch die Haut schuppt und dicker wird.

Als Grund für die Autoimmunreaktion vermuten Mediziner eine Verwechslung. So hält der Körper die Keratinozyten in der Oberhaut für Streptokokken-Bakterien, denn die Oberflächenstruktur der Keratinozyten ähnelt der Struktur der Streptokokken.

Die Veranlagung zur Schuppenflechte kann erblich bedingt sein. In vielen Familien kommt die Psoriasis gehäuft vor. Untersuchungen zufolge kann der Vater die Schuppenflechte eher weiter vererben als die Mutter.

Neben dem genetischen Faktor gibt es einige Risikofaktoren, die zum Ausbruch der Schuppenflechte führen können. Dazu zählen

Auch einige Erkrankungen können bei entsprechender Veranlagung eine Schuppenflechte auslösen. Dazu zählen Krankheiten wie

Aber auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie beispielsweise

kommen als Auslöser infrage.

Psoriasis guttata

Auslöser von Psoriasis guttata sind in der Regel bakterielle Racheninfektionen wie zum Beispiel

Verursacht werden diese Erkrankungen von Streptokokken. In manchen Fällen wird diese Psoriasis-Form aber auch durch

  • die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln wie Betablockern, Lithium oder Anti-Malaria-Medikamenten
  • Hautverletzungen oder
  • Stress

hervorgerufen.

Typisch für Psoriasis guttata ist, dass sie bei den meisten Patienten nach ein paar Wochen wieder abheilt, was man als spontane Remission bezeichnet. Es ist aber auch möglich, dass die Schuppenflechte später erneut oder in Form von Psoriasis vulgaris ausbricht.

Verlauf

Psoriasis ist eigentlich eine Autoimmunerkrankung. Das körpereigene Immunsystem zerstört dabei gesunde Zellen der Haut.

Trotz intensiver Therapie ist eine Heilung der Schuppenflechte nicht möglich. Mit einer entsprechenden Behandlung können die Patienten jedoch gut mit der Erkrankung leben. Meist tritt die Schuppenflechte in Schüben auf, wobei es im Frühjahr und Herbst am schlimmsten ist.

Symptome

Bei Patienten mit Schuppenflechte erneuern sich die Hautschichten wesentlich schneller als bei gesunden Menschen. Dies äußert sich durch eine Rötung und weiße Schuppen auf der Haut.

Die Haut ist rissig und trocken. Die betroffenen Stellen jucken auch meist sehr stark.

Hauptsächlich sind der Kopf sowie die Ellbogen und Knie von der Erkrankung betroffen. Ist die Krankheit stärker ausgeprägt, kann auch die Haut des ganzen Körpers befallen sein. Man unterscheidet mehrere Formen der Psoriasis, wie der Mediziner die Schuppenflechte nennt.

Psoriasis vulgaris

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die so genannte Psoriasis vulgaris. Die Schuppenflechte erreicht bei dieser Form der Erkrankung etwa die Größe einer Hand.

Die Haut schuppt sich stark und juckt und ist an den betroffenen Stellen verdickt. Die Erkrankung tritt meist in Schüben auf, wobei fast der ganze Körper von der Schuppenflechte betroffen sein kann.

Auch die Nägel von Fingern und Zehen können betroffen sein. Man erkennt dies an verfärbten oder schlimmstenfalls völlig zerstörten Nägeln.

Psoriasis-Arthritis

Eine weitere Form der Schuppenflechte ist die rheumatische Form. Sie wird Psoriasis-Arthritis genannt.

Die Gelenke sind hier geschwollen wie bei einer normalen Arthritis auch. Bewegungen sind oft nur unter Schmerzen möglich.

Auch Finger-/Zehennägel und die Augen können davon betroffen sein. Auch bei dieser Form der Schuppenflechte unterscheidet man verschiedenartige Erkrankungen, je nachdem, welche Gelenke des Körpers betroffen sind.

Psoriasis guttata - Schuppenflechte infolge einer Streptokokkeninfektion

Psoriasis guttata wird in der Medizin auch als exanthematische Psoriasis bezeichnet. Dabei kommt es an verschiedenen Stellen des Körpers zur Bildung von kleinen roten Punkten.

Unter Psoriasis guttata leiden vor allem Kinder und junge Erwachsene. Typisch für diese Psoriasis-Form ist die Bildung von kleinen und runden roten Punkten, die die Größe eines Stecknadelkopfes, einer Linse oder einer Centmünze erreichen können

Besonders betroffene Körperregionen sind

Meist setzt die Erkrankung sehr plötzlich ein.

Psoriasis pustulosa

Mediziner unterteilen die Psoriasis pustulosa in verschiedene Formen wie Psoriasis pustulosa generalisata und Psoriasis pustulosa palmoplantaris.

Psoriasis pustulosa generalisata

Psoriasis pustulosa generalisata, die auch Typ Zumbusch genannt wird, kommt nur sehr selten vor, verläuft jedoch schwer, da sie am ganzen Körper auftritt. So entstehen auf

  • geröteten Hautstellen
  • viele gelbe Pusteln und
  • keimfreie Eiterbläschen.

Zu den Eiterbläschen kommt es, da sich in der Epidermis, der obersten Hautschicht, Leukozyten (weiße Blutkörperchen) ansammeln.

Begleiterscheinungen

Die Krankheit breitet sich rasch aus und führt zu Symptomen wie

Im schlimmsten Fall ist die Psoriasis pustulosa generalisata sogar lebensgefährlich und schädigt die Funktionen der Haut schwer. Aus diesem Grund ist eine stationäre medizinische Behandlung erforderlich.

Psoriasis pustulosa palmoplantaris

Auch bei Psoriasis pustulosa palmoplantaris, die auch als Typ Königsbeck-Barber bezeichnet wird, kommt es zur Bildung von gelben eitrigen Pusteln. Diese treten jedoch nicht am ganzen Körper auf, sondern beschränken sich auf die Innenflächen von Händen und Füßen. Ein weiterer Unterschied zur Psoriasis pustulosa generalisata ist, dass das Allgemeinbefinden der Patienten durch die Krankheit nicht beeinträchtigt wird.

Risikogruppen

Besonders betroffen von dieser Psoriasisform sind Frauen im mittleren Alter. Darüber hinaus kommt die Psoriasis pustulosa palmoplantaris vorwiegend bei Raucherinnen vor und bricht häufig nach bakteriellen Infekten aus.

Annuläre Psoriasis pustulosa

Eine andere Subform der Psoriasis pustulosa wird als annuläre Psoriasis pustulosa bezeichnet. Dabei kommt es zu unkelroten Entzündungsherden, die ungefähr fünf bis dreißig Zentimeter groß sind. Die Herde sind gesäumt von Pusteln und schuppen sich zur Mitte kragenförmig ab.

Impetigo herpetiformis

Auftreten kann eine Psoriasis pustulosa auch während der Schwangerschaft. Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft zeigt sich die Erkrankung häufig, wobei es auch zu Fieber kommt.

Akrodermatitis suppurativa

Diese Form bezeichnet man auch als Typ Halopeau. Sie betrifft das Nagelbett sowie die Fingerendglieder. Das Nagelbett wird bei dieser Erkrankung unwiderruflich zerstört; der Nagel fällt ab und kann auch nicht wieder nachwachsen.

Diagnose

Der Dermatologe unterscheidet noch etliche weitere Formen der Psoriasis. Die Diagnose Schuppenflechte stellt der Dermatologe meist schon beim Betrachten der betroffenen Hautstellen sowie der vom Patienten geschilderten Symptome.

Besteht ein Diagnosenverdacht, kann der Hautarzt auch eine Probe der Haut entnehmen und im Labor untersuchen lassen. Vermutet der Hautarzt eine Psoriasis-Arthritis führt er zusätzlich eine Blutuntersuchung durch und lässt eine Röntgenuntersuchung anfertigen.

Da auch andere Erkrankungen mit den für die Schuppenflechte typischen Symptomen einhergehen können, muss der Dermatologe diese ausschließen können. Hautpilzerkrankungen oder Ekzeme beispielsweise können ähnliche Symptome aufweisen wie die Psoriasis.

Anhand des so genannten PASI wird die Schwere der Erkrankung bewertet. PASI ist ein spezieller Index für die Erkrankung Psoriasis, bei dem die Größe der betroffenen Hautstelle und die speziellen Symptome in einem Punktesystem beurteilt werden.

Behandlung

Salben und Tabletten

Um die Psoriasis äußerlich zu behandeln, werden verschiedene Cremes oder Salben zum Einreiben der Haut verordnet. Auch spezielle Badezusätze und Shampoos bewirken eine Besserung der Beschwerden.

Hat der Patient einen akuten Schub mit stark verdickter Haut, werden die betroffenen Stellen mit speziellen Salben dick eingerieben, bis sich diese Hautschicht löst. Erst dann werden andere entzündungshemmende Salben aufgetragen. Die Salben enthalten oft Kortison.

Zusätzlich zu den Salben verordnet der Dermatologe oft auch Vitamin D in Tablettenform. Besteht kein akuter Schub, muss die Haut dennoch mit speziellen Lotionen gepflegt werden, um einem weiteren Schub möglichst vorzubeugen und die Haut feucht zu halten. Liegt eine sehr schwere Form der Schuppenflechte vor, muss der Patient oftmals auch stark wirksame Medikamente mit schweren Nebenwirkungen einnehmen.

Phototherapie und Kältebehandlungen

Neben Salben und Tabletten gibt es auch einige Möglichkeiten, die Schuppenflechte von außen zu behandeln. Dazu zählt zum Beispiel die Phototherapie. Hier gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Je nach Art der Therapie nimmt der Patient als erstes ein Bad in einem stark salzhaltigen Wasser oder muss die betroffenen Stellen mit einer speziellen Creme einreiben. Anschließend erfolgt eine Lichtbehandlung.

Auch eine Kältebehandlung bringt oftmals eine Linderung der Beschwerden. Der Patient geht für diese Behandlung zweimal täglich in eine Kältekammer. Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Kontrolle und dauert aufgrund der hohen Minusgrade (etwa 110 Grad minus) nur kurze Zeit an.

Lasertherapie

Eine neue und erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit ist die Lasertherapie. Laserbehandlungen kommen bei vielen Erkrankungen zum Einsatz und finden auch in der Dermatologie Anwendung.

Das Wirkungsprinzip bei einer Lasertherapie ist ähnlich wie bei der Lichttherapie. So wird mit dem Laser ein Licht erzeugt, dessen Wellenlänge optimal für eine Behandlung von Schuppenflechte ist.

Vorzüge

Durch moderne Lasertechnik ist es möglich, die betroffenen Hautstellen präzise mit UVB-Licht zu bestrahlen. Außerdem kann der Therapeut die Dosis genauestens und so hoch wie möglich auswählen. Dies hat den Vorteil, dass sich rasche Therapieerfolge erzielen lassen.

In der Regel genügen bereits zehn Laserbehandlungen, um das Beschwerdebild deutlich zu bessern. Ein weiterer Vorteil der Laserbehandlung ist, dass im Gegensatz zu konventionellen Bestrahlungstechniken, die angrenzenden Hautpartien geschont werden. Am besten lassen sich mit einer Lasertherapie kleinere Schuppenflechteherde an den Ellenbogen oder den Knien behandeln.

Nachteile und Nebenwirkungen einer Laserbehandlung

Leider ist es auch mit der Lasertechnik nicht möglich, eine Schuppenflechte zu heilen. So kommt es nach etwa acht bis zwölf Monaten wieder zur Bildung von Schuppenflechteherden, wodurch eine erneute Behandlung notwendig ist. Da eine Lasertherapie mehr Aufwand als eine Lichttherapie erfordert, ist sie deutlich kostspieliger.

Mögliche Nebenwirkungen einer Laserbehandlung können leichte Schmerzen und Rötungen der Haut sein. Diese klingen jedoch bald wieder ab.

Ernährung

Für Patienten mit Schuppenflechte ist oftmals die Ernährung entscheidend für den Krankheitsverlauf. Jeder Betroffene sollte auf eine gesunde Ernährung achten, wobei einige Lebensmittel oftmals unterschiedlich vertragen werden. Letztlich muss dies jeder Patient für sich selbst herausfinden.

Auch eventuell bestehendes Übergewicht sollte reduziert werden, um einem neuen Krankheitsschub vorzubeugen. Einige dieser Behandlungen werden oft auch im Rahmen einer stationären Behandlung oder Kurbehandlung durchgeführt, da für eine Linderung täglich einige dieser Maßnahmen notwendig sind.

Psoriasis guttata

Eine Psoriasis guttata vollständig zu heilen ist möglich, wenn die auslösende Ursache wie zum Beispiel eine Mandelentzündung, behoben wird. Darüber hinaus kommen zur Behandlung der Schuppenflechte Feuchtigkeitscremes zur Anwendung.

Als weitere wirksame Behandlungsmethoden haben sich die Phototherapie mit UVB-Licht oder die PUVA-Therapie, eine Mischung aus Phototherapie und medikamentöser Behandlung, bewährt.

Systemische Behandlungen mit Tabletten oder Spritzen kommen bei einer Psoriasis guttata nur in schweren Fällen zur Durchführung. Zu den bevorzugten Medikamenten gehören dabei

  • Kortikoide
  • Retinoide
  • Methotrexat oder
  • Ciclosporin.

Akrodermatitis suppurativa

Beim Typ Halopeau zielt die Behandlung darauf ab, die Entzündung zu stoppen und somit den Verlust des Nagels zu verhindern. Zu diesem Zweck werden ebenfalls Kortikoide, Methotrexat und Ciclosporin verabreicht.

Eine sorgfältige Hautpflege als Basis der Behandlung

Eine wichtige Grundvoraussetzung für den Erfolg der Behandlung ist allerdings eine sorgfältige und konsequente Hautpflege. Selbst wenn ein Psoriasis-Patient zeitweise nicht unter Beschwerden leidet, sollte die Haut dennoch gut gepflegt werden. Auf diese Weise lassen sich neue Krankheitsschübe aufschieben oder zumindest abmildern.

Bei einer Schuppenflechte liegt eine Störung der natürlichen Hautbarriere vor. Darüber hinaus leidet ein Großteil der Patienten unter sehr trockener Haut. Eine sorgfältige Hautpflege ist deshalb überaus wichtig, weil sonst die Gefahr besteht, dass neue Psoriasisherde entstehen.

(Un)geeignete Inhaltsstoffe

Bei der Hautpflege gilt es darauf zu achten, dass sie möglichst reizfrei ist. Deshalb sollten nur Stoffe zur Anwendung kommen, die sich mit der Physiologie der Haut vertragen.

Abgeraten wird von aggressiven Tensiden, die eine weitere Austrocknung der Haut zur Folge haben. Außerdem sollte ein Pflegeprodukt keine

enthalten. Besser sind dagegen rückfettende Substanzen. Feucht gehalten wird die Haut von

  • Harnstoff
  • Kollagen
  • Hyaluronsäure
  • Glyzerin und
  • Vitamin E.
  • Bei trockener Haut verwendet man am besten Salben, die wenig Wasser und einen hohen Fettgehalt aufweisen.
  • Ist die Haut dagegen eher fettig, empfiehlt es sich, auf Lotionen und Cremes mit einem hohen Wassergehalt und einem niedrigen Fettgehalt zurückzugreifen.

Dabei sollte man sich die Devise "trocken auf trocken, nass auf nass" merken.

Weitere wertvolle Hautpflege-Tipps

Ebenfalls wichtig für die Pflege der Haut ist, nicht zu lange in Wasser zu baden, das wärmer als 37 Grad Celsius ist - auch hier kann die Haut sonst schnell austrocknen. Grundsätzlich wird Psoriasis-Patienten geraten, sparsam mit Wasser und Reinigungsprodukten umzugehen, damit es nicht zu unnötigen Hautreizungen kommt.

Hautpeelings oder ähnliche Verfahren gilt es zu meiden, da sie die Erkrankung verschlimmern können. So führt jede mechanische oder chemische Reizung zu Hautirritationen.

Werden akut erkrankte Hautstellen mit Arzneimitteln behandelt, dürfen nicht gleichzeitig Pflegeprodukte aufgetragen werden. In diesem Fall ist es besser, dass Produkt am Morgen anzuwenden und das Arzneimittel dann am Abend. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt befragt werden.

Vorbeugung

Einer Schuppenflechte kann man meist nicht vorbeugen. Dies gilt zumindest dann nicht, wenn sie vererbt wird. Jedoch kann man die Risikofaktoren der Erkrankung ausschalten, in dem man

  • auf Rauchen verzichtet
  • Übergewicht reduziert und
  • Alkohol nur in Maßen genießt.

Dadurch minimiert sich das Erkrankungsrisiko für diese und weitere Erkrankungen in jedem Fall.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
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  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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