Essstörungen - Formen, Ursachen, Symptome, Behandlung und Tipps für Betroffene und Angehörige

Essstörungen werden zu den Verhaltensstörungen gezählt. Betroffene haben ein gestörtes Verhältnis zum Thema Essen, und beschäftigen sich sowohl gedanklich als auch emotional damit. Oft stecken psychische Probleme hinter der Essstörung. Wie diese verläuft, ist individuell verschieden. Essstörungen äußern sich durch ein unnormales Essverhalten. Die Diagnostik erfolgt beim Hausarzt und/oder Psychotherapeuten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über unterschiedliche Formen der Essstörung.

Die Entstehung von Essstörungen und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Eine Essstörung wird zu den Verhaltensstörungen gezählt. Meistens kommt es bei den Betroffenen zu langfristigen und ernsten Gesundheitsschäden.

Diese beschäftigen sich sowohl gedanklich, als auch emotional mit dem Thema "Essen" - sowol mit der Nahrungsaufnahme sowie deren Verweigerung. Zu den Hauptformen zählen

  • die Esssucht
  • die Magersucht
  • die Bulimie
  • Binge Eating
  • das Pica-Syndrom
  • Orthorexia nervosa
  • Anorexia athletica und
  • Fütterungsstörungen im frühen Kindesalter.

Ursachen

Magersucht und Bulimie

Besonders Magersucht und Bulimie entstehen oftmals in der Pubertät. Die Betroffenen kommen mit der Veränderung ihres Körpers nicht zurecht und wollen diese nicht akzeptieren.

Vor allem bei der Magersucht kann eine mögliche Ursache auch darin liegen, dass die Betroffenen irgendwann eine Diät gemacht haben und dadurch Gewicht verloren haben. Dies hat ihnen Anerkennung gebracht, weshalb sie nun weiter hungern, um in ihren Augen noch mehr Anerkennung zu bekommen.

Oftmals können jedoch auch Probleme oder schlimme Erfahrungen aus der Kindheit der Auslöser für eine Essstörung sein. Dazu zählen zum Beispiel der sexuelle Missbrauch oder der Tod eines geliebten Menschen.

Auch Eltern, die ihre Kinder überbehüten oder sehr hohe Anforderungen an ihre Kinder setzen, können der Auslöser sein. Der kindliche Zustand des Körpers soll durch "Herunterhungern" der Geschlechtsmerkmale beibehalten werden.

Adipositas

Patienten mit einer Adipositas nehmen zu viele Fette und Kohlenhydrate mit ihrer Nahrung auf. In Kombination mit mangelnder Bewegung führt dies zu einer Gewichtszunahme.

Erkennen dies die Betroffenen zu spät oder wollen nichts dagegen unternehmen, führt dies unweigerlich zu massivem Übergewicht. Hier können jedoch auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegen und die Gewichtszunahme fördern. Einige Formen von Essstörungen können auch genetisch bedingt sein und kommen in manchen Familien gehäuft vor.

Verlauf

Magersucht

Besonders magersüchtige Patienten versterben oftmals an ihrer Erkrankung, wenn die Behandlung zu spät einsetzt oder der Betroffene sich nicht behandeln lassen will. Auch wenn die Behandlung Erfolge zeigt, ist es ein langer Weg zu einem normalen Leben.

Noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte lang haben die Betroffenen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper und zu Essen. Oft besteht eine lebenslange Phobie vor bestimmten Nahrungsmitteln.

Bulimie

Die Heilungschancen bei der Bulimie stehen besser als bei der Magersucht, da hier nicht so viele bzw. andere körperliche Folgeschäden auftreten. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind in der Regel die Erfolgschancen einer Behandlung.

Adipositas und Binge-Eating-Störung

Bei einer Adipositas steigert jedes Kilo des Körpergewichtes das Risiko einer Folgeerkrankung. Ziel der Therapie ist es, das Gewicht so weit wie möglich zu minimieren und die bereits eingetretenen Begleiterkrankungen zu behandeln. Erfolgt die Behandlung zu spät, kann die Adipositas zu tödlichen Folgeerkrankungen führen.

Ähnlich verhält sich dies auch bei der Essstörung Binge-Eating. Auch diese Erkrankung kann etliche Folgeerkrankungen mit sich bringen.

Symptome

Unter dem Begriff Essstörung sind verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Alle haben gemeinsam, dass die Patienten ein gestörtes Essverhalten aufweisen. Zu den Essstörungen werden

  • die Magersucht
  • die Ess-Brech-Sucht (Bulimie)
  • die Bulimie
  • die Adipositas sowie
  • die psychogene Hyperphagie (Binge-Eating-Disorder)

gezählt.

Magersucht

Die Magersucht, auch Anorexia nervosa genannt, äußert sich durch Essensverweigerung. Die Patienten nehmen dadurch stark an Gewicht ab und sind massiv untergewichtig.

Charakteristisch für die Erkrankung ist, dass sich die Betroffenen trotz des Untergewichtes noch immer als zu dick betrachten und daher weiter abnehmen möchten. Oft nehmen die Patienten auch Abführmittel oder Appetitzügler ein, um noch mehr Gewicht zu verlieren.

Auch der Körper reagiert auf das massive Untergewicht: Bei jungen Frauen bleibt die Menstruationsblutung aus. Bei allen Patienten sind Haarausfall und Wassereinlagerungen zu beobachten. Die meisten Magersüchtigen haben auch Depressionen.

Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

Gelegentlich ist eine Magersucht auch mit Erbrechen verbunden. Die Ess-Brech-Sucht kann jedoch auch unabhängig von der Magersucht auftreten und wird dann Bulimie genannt.

Die Bulimie stellt grob gesagt das Gegenteil der Magersucht dar. Die Betroffenen nehmen, meist nach längerer Hungerphase, übermäßig große Mengen Nahrung zu sich und erbrechen dies anschließend wieder.

Im Gegensatz zur Magersucht sind diese Patienten jedoch meist normalgewichtig, haben jedoch auch ständig die Angst, zuzunehmen. Daher wird alles Gegessene sofort wieder erbrochen. Oft nehmen die Betroffenen auch hier Abführmittel.

Durch das regelmäßige Erbrechen werden die Zähne der Patienten angegriffen und kariös. Die Magenwand und Speiseröhre kann durch die Bulimie schwer beschädigt werden. Einige Patienten haben auch Herzbeschwerden durch die Bulimie.

Adipositas

Adipositas-Patienten essen übermäßig viel und sind daher stark übergewichtig. Dieses massive Übergewicht führt zu Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie hohem Blutdruck oder einem Schlaganfall.

Durch das massive Gewicht sind die Patienten extrem kurzatmig. Sie leiden an Sauerstoffmangel, der sich nachts auch durch Schnarchen bemerkbar macht. Aufgrund des Gewichtes haben die Patienten Gelenkbeschwerden und oftmals starke Schmerzen.

Binge-Eating-Störung

Die Binge-Eating-Störung ist vergleichbar mit der Bulimie. Großer Unterschied ist jedoch, dass die Patienten nach den unkontrollierten Fressattacken weder erbrechen noch Abführmittel einnehmen.

Die Patienten sind daher stark übergewichtig. Nach einer Fressattacke fühlen sich die Patienten schuldig und ekeln sich vor ihrem eigenen Körper.

Zu den weiteren Formen der Essstörung werden auch

  • das Pica-Syndrom
  • die Orthorexia nervosa
  • die Anorexia athletica und
  • Fütterstörungen im frühen Kindesalter, Rumination und Erbrechen

gezählt.

Diagnose

Magersucht

Um eine Magersucht zu diagnostizieren, wird der Patient gemessen und gewogen und daraus der BMI, der Body Mass Index, errechnet. Befindet sich der BMI unter 17, liegt eine Magersucht vor.

Der Arzt führt zusätzlich eine körperliche Untersuchung durch. Liegt eine Magersucht vor, ist der Herzschlag meist erniedrigt und auch der Blutdruck ist äußerst niedrig.

Bei der Temperaturmessung fällt auf, dass sich diese oft im Bereich der Untertemperatur befindet. Auch eine Blutabnahme wird durchgeführt. Hier fällt ein niedriger Eiweißgehalt auf sowie eine Veränderung an den Mineralstoffwerten.

Bulimie

Eine Bulimie kann oftmals erst dann diagnostiziert werden, wenn sich der Patient gegenüber seinem Arzt öffnet. Die Betroffenen essen und erbrechen oft heimlich, so dass die Angehörigen nichts davon mitbekommen.

Auch hier führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei fallen geringe Verletzungen an den Händen auf, die auf das Herbeiführen des Erbrechens zurückzuführen sind.

Durch das regelmäßige Erbrechen werden auch die Mundwinkel wund. Ein anderes Indiz für eine Bulimie-Erkrankung sind durch das häufige Erbrechen geschwollene Lymphdrüsen, die so genannten "Hamsterbacken".

Oftmals wird im Rahmen der Bulimiediagnostik auch eine Magenspiegelung durchgeführt, da das Erbrechen zu einer Entzündung von Magen und Speiseröhre führen kann. Der Patient erhält vor der Untersuchung ein Rachenspray, das betäubend wirkt und den Würgereiz hemmt.

Der Arzt führt das Endoskop über den Mund ein und schiebt es durch die Speiseröhre bis zum Magen. Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt auch eine Gewebeprobe entnehmen, wenn er eine dünne Zange über das Endoskop einführt. Die Probe wird dann in einem Labor unter dem Mikroskop untersucht.

Auch das Blut des Patienten wird untersucht. Wie auch bei der Magersucht sind hier Veränderungen der Mineralstoffwerte festzustellen.

Adipositas

Auch bei Adipositas wird der BMI berechnet. Jedoch ist der Wert bei dieser Erkrankung wesentlich höher als Norm. Er liegt über 30.

Der Arzt führt auch hier eine körperliche Untersuchung durch und misst den Blutdruck, um Folgeerkrankungen der Adipositas diagnostizieren zu können. Der Arzt führt dazu zusätzlich ein Blutuntersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung durch. Auch ein EKG wird durchgeführt, um eventuell Herzschädigungen feststellen zu können.

Binge-Eating-Störung

Die Diagnosestellung der Binge-Eating-Störung besteht hauptsächlich darin, die Erkrankung von der Bulimie abzugrenzen. Der Arzt befragt dazu den Patienten, ob er die aufgenommene Nahrung wieder erbricht. Dies ist jedoch nur bei der Bulimie der Fall, so dass die Patienten dies verneinen.

Behandlung

Bei der Magersucht ist es von entscheidender Bedeutung, den körperlichen Zustand wieder soweit herzustellen, dass der Patient außer Lebensgefahr ist. Oft müssen die Patienten - auch gegen ihren Willen - künstlich ernährt werden.

Sämtliche Essstörungen werden meist stationär in speziellen Fachkliniken behandelt. Die Patienten erlernen hier wieder das normale Essverhalten.

Auch eine psychotherapeutische Behandlung wird durchgeführt. Im Anschluss an diese Behandlung erfolgt besonders bei Magersuchtpatienten und Bulimiepatienten oft eine mehrjährige Unterbringung in einer betreuten Wohngruppe. Es gibt auch diverse Selbsthilfegruppen für essgestörte Patienten.

Die Familienbasierte Therapie (FBT) bei Essstörungen

Essstörungen wirken sich auf den Betroffenen in einer destruktiven Weise aus. Sie können sich aber ebenso auf das familiäre Umfeld entfalten und dort zu gefährlichen Reaktionen führen. Eine Therapie sollte daher immer auch jene Menschen einbeziehen, die dem Patienten nahestehen.

Die Familie sollte nicht ausgegrenzt werden

Über Jahrzehnte hinweg galt selbst in der Wissenschaft die herrschende Ansicht, dass Essstörungen regelmäßig aus der betroffenen Person selbst entstehen würden.

- individuelle Eigenschaften, die die Krankheit fördern können. Erst in den letzten Jahren hat sich indes die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch weitere Faktoren an dem Leiden beteiligt sind. Unter ihnen nimmt das familiäre Umfeld eine hohe Bedeutung ein.

  • Konflikte mit den Geschwistern
  • der durch die Eltern ausgeübte Leistungsdruck
  • die Enge des Wohnhauses
  • Erbstreitigkeiten in der Verwandtschaft

- diese Einflüsse können sich negativ auf die Psyche des Einzelnen ausprägen und somit den Weg in die Essstörung ebnen. Allerdings sollte man hier nicht davon ausgehen, dass das familiäre Umfeld Schuld an der Erkrankung hat - es geht lediglich darum, sich darüber klar zu werden, dass man mehrere Faktoren in die Behandlung mit einbeziehen muss und die Familie dabei nicht ausgegrenzt werden sollte, im Gegenteil - sie soll als wertvolle Stütze dienen.

Grundlagen und Phasen der Familienbasierten Therapie (FBT)

Die Familienbasierte Therapie (FBT) zur Behandlung von Essstörungen hat ihren Ursprung in London und Stanford. Sie ist jedoch von der klassischen Familientherapie zu unterscheiden.

Grundsätzlich erfolgt die Therapie gemeinsam. Es wird dabei nach und nach das Verhalten der jeweiligen Personen ergründet und geschaut, inwieweit sich daraus ein Einfluss auf die gesamte Familie ergibt. Bestimmte Vorgänge mögen dem Großteil der unter einem Dach lebenden Menschen verborgen bleiben - können für den Einzelnen aber eben jenen Reiz auslösen, der an der Entstehung der Essstörung beteiligt ist.

Alle Familienmitglieder sollen sich in diesem Rahmen selbst hinterfragen, ebenso aber durch die Eltern und Geschwister das eigene Benehmen aufgezeigt bekommen. Denn immer wieder schleichen sich Verhaltensmuster ein, die individuell nicht bemerkt werden, beim Gegenüber aber verheerende Folgen hinterlassen. Diese Handlungsweisen werden aufgedeckt.

Die Familienbasierte Therapie (FBT) baut auf bestimmten Prinzipien auf:

  • niemand trägt Schuld - weder das Kind, noch die Eltern: vielmehr sind die Ursachen komplex; dabei sind sie abhängig voneinander
  • der Therapeut hat sich auf Essstörungen spezialisiert
  • Sowohl Diagnose als auch Behandlung sind dringend; letztere sollte vor Beginn der Symtpome anfangen
  • das Gewicht muss schnell wiederhergestellt werden
  • die Familie stellt eine wichtige Ressource dar; die Therapeuten gelten als deren Berater
  • Phase 1: Eltern übernehmen die Nahrungsaufnahme und Normalisierung des Verhaltens
  • Phase 2: Eltern stellen die altersgerechte Selbstständigkeit wieder her
  • Phase 3: Therapeuten thematisieren die Rückkehr zum normalen Alltag für alle

Die Stärken unterstreichen

Ein Familienverbund ist stets aber auch ein Umfeld von Toleranz, Gegenseitigkeit und unglaublicher Dichte. Lobenswerte Eigenschaften also, die gerade im Stress des Alltags gerne einmal auf die harte Probe gestellt werden. Mitgefühl und Trost verkümmern, das Interesse für die Person im Nebenzimmer schwindet, jeder Beteiligte wird mit seinen Problemen alleine gelassen.

Die Familienbasierte Therapie (FBT) soll aber gerade jene Stärken aufdecken, den Sinn für das Kollektiv zutage fördern und damit in letzter Konsequenz bezwecken, dass die Hilfe für einen an der Essstörung Erkrankten auch aus der Gemeinschaft selbst kommen kann. Besser noch, dass mentale Leiden in einem derart mitfühlenden Umfeld gar nicht erst entstehen können. Davon wiederum profitieren alle Familienmitglieder.

Das eigene Ich ergründen

Im Rahmen der Therapie können im weiteren Verlauf auch Gespräche und Analysen über

stattfinden. Diese werden zwar im Regelfall nicht selbst an den Sitzungen teilnehmen, doch ihr Verhalten und ihr Lebensweg wird erörtert. Das Ziel liegt darin, das Bewusstsein des Betroffenen für

  • seine Familien und damit seine gesamte Herkunft
  • seinen Charakter und
  • sein Wesen zu beleuchten.

Patienten, die an der Essstörung leiden, fragen sich häufig, warum sie mental so beschaffen sind, wie sie es nun einmal sind. Antworten können bei der Betrachtung des weiteren familiären Umfeldes oftmals gegeben werden.

Bestandteil der ambulanten Therapie

Grundsätzlich sollte eine solche Therapie mit einem nahe gelegenen, aber vor allem darauf spezialisierten Psychologen erörtert werden. Er wird sich zunächst dem Betroffenen an sich widmen und gleichzeitig auch das Einbeziehen der Eltern und Geschwister anregen.

Ebenso wichtig gestaltet es sich, dass anschließend auch alle Termine gemeinsam eingehalten werden und niemand die Therapie scheut, auch, wenn die Inhalte dabei nicht immer angenehm sein mögen. Sie wiederum helfen aber nicht alleine dem Einzelnen bei einem mentalen Leiden wie der Essstörung, sondern sie verbessern ebenso grundlegend das Klima innerhalb der Familie.

Für welche Therapie man sich auch entscheidet - wichtig ist, einen Ansprechpartner zu haben, zu dem man Vertrauen aufbauen kann...

Wie Sie bei einer Essstörung den richtigen Therapeuten finden

Bei Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie handelt es sich um ernstzunehmende und komplizierte psychische Erkrankungen. Zu ihrer Bewältigung ist professionelle Hilfe überaus wichtig. Allerdings kann es etwas Geduld erfordern, einen geeigneten Therapeuten zu finden.

Angewandte Verfahren zur Behandlung

Essstörungen werden in der Regel mit einer Psychotherapie behandelt. Dabei kommen entweder psychodynamische oder kognitive Verfahren zur Anwendung.

Bei bestimmten Essstörungen führt man auch eine Familientherapie durch. Zu den Grundlagen für den Erfolg einer Behandlung zählt vor allem ein guter Therapeut.

Worauf bei der Auswahl zu achten ist

Umso wichtiger ist es, bei der Suche bestimmte Kriterien zu beachten. So sollte man sich nur für einen Therapeuten entscheiden, zu dem man Vertrauen hat und bei dem man sich gut aufgehoben fühlt. Fühlt man sich dagegen unwohl, neigt man eher dazu, persönliche Dinge zu verschweigen.

Hilfreich für eine entspannte Atmosphäre ist, wenn sich der Therapeut normal und locker gibt, anstatt distanziert und förmlich. Außerdem sollte er seinen Patienten auch als gleichberechtigte Person behandeln und nicht auf ihn herabsehen.

Wichtig ist natürlich, dass er einem gut zuhört und empfänglich für Ideen und Vorschläge ist. So muss der Therapeut bereit sein, sich mit den Problemen seines Patienten ausführlich zu befassen. Oft hilft es, wenn auch nahestehende Personen wie Verwandte oder Freunde an manchen Therapiesitzungen teilnehmen dürfen.

Außerdem sollte man als Patient darauf achten, dass sich der Therapeut in erster Linie mit den Ursachen der Essstörung beschäftigt. Um Fragen der richtigen Ernährung kann sich auch der Hausarzt kümmern.

Ebenfalls wichtig ist, dass der Therapeut einen nicht zwingt, über Dinge zu reden, die man zunächst noch für sich behalten möchte. Darüber hinaus sollte er nicht verärgert reagieren, wenn man nicht mit allem einverstanden ist, was er sagt, sondern lieber den Patienten dazu ermutigen, Probleme offen anzusprechen.

Einen guten Therapeuten erkennt man daran, dass er seinem Patienten glaubt und dessen Erlebnisse und Erfahrungen nicht abwertet. Außerdem sollte er in Krisensituationen oder Notfällen erreichbar sein. Ein seriöser Therapeut würde auch niemals einem Patienten das Gefühl geben, versagt zu haben, wenn es zu einem Rückfall kommt.

Hilfreich bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten können der Hausarzt oder diverse Beratungsstellen für Jugendliche und Suchtkranke sein. Hat man jedoch während einer Therapie das Gefühl, dass diese nicht hilfreich ist, sollte man nicht davor zurückschrecken, die Behandlung abzubrechen und sich nach einem besseren Therapeuten umzusehen.

Die Wahl der richtigen Klinik bei Essstörungen - worauf kommt es an?

Essstörungen zählen zu jenen mentalen Leiden, die einen Patienten nicht selten über Monate oder sogar Jahre hinweg beherrschen. Vielfach ist zur Hilfe eine Therapie nötig, die die Unterbringung in einem Krankenhaus erfordert. Nach welchen Kriterien sollte die Klinik aber gewählt werden?

Auf die richtige Wahl kommt es an

Für Patienten, die an der Essstörung leiden, bedeutet die Entscheidung für einen Therapeuten einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Erst, wenn beide Seiten miteinander harmonieren sowie der gegenseitige Wunsch des Gebens und Annehmens der Hilfe besteht, kann eine langfristige Genesung eingeleitet werden.

Daher ist es für den Betroffenen wichtig, auch bei der Wahl eines Krankenhauses entsprechend vorzugehen. Das Angebot der Klinik an

  • Ärzten
  • Fachkräften
  • Therapieformen
  • Freizeitbeschäftigungen und
  • sonstigen Rahmenbedingungen

muss den individuellen Wünschen und Bedürfnissen optimal entsprechen. Lediglich in einem solchen Umfeld gelingt es,

  • Stress abzubauen
  • mentale Blockaden zu überwinden und
  • damit den Weg zur Heilung zu eröffnen.

Denn noch immer gilt die geistige Anspannung als eine der Ursachen für die Krankheit.

Stationär oder ambulant?

Dennoch muss die Essstörung nicht immer einen mehrwöchigen Aufenthalt in der Klinik mit sich bringen. Gerade in den leichteren Stadien der Krankheit kann eine Therapie ebenso ambulant erfolgen.

Meist betritt der Betroffene dabei für einige Stunden am Tag das Krankenhaus und wird dort sowohl medikamentös betreut, als auch in alle Sitzungen, Gespräche und Maßnahmen einbezogen. Lediglich den Abend und die Nacht verbringt er im heimischen Umfeld.

Ratsam ist es daher, bei der Wahl der Klinik auch diese Option zu bedenken und dem Angebot der ambulanten Hilfe ebenso ein großes Augenmerk zu widmen. Letztlich sollte die Entscheidung, ob die Genesung stationär oder ohne festen Aufenthalt auf der Station stattfindet, aber dem behandelnden Arzt überlassen sein.

Auf die Spezialisierung der Klinik schauen

Die psychologischen und psychotherapeutischen Fachbereiche vieler Krankhäuser weisen Spezialisten auf. Sie können die Feinheiten eines Leidens erkennen, schnellere Hilfe gewährleisten oder sogar eine dauerhafte Genesung anstreben. Wichtig ist es daher, jene Klinik zu suchen, die den für die eigene Erkrankung spezialisierten Arzt oder sogar eine eigens dafür geschaffene Abteilung besitzt.

Diese Suche kann mitunter etwas länger dauern oder eine weite Reise in ein anderes Bundesland erfordern. Regelmäßig lassen sich damit aber auch bessere Erfolge verzeichnen. Denn nur selten einmal ist die beste Klinik im nahen Umfeld des Betroffenen beheimatet.

Erfahrungsberichte einbeziehen

Essstörungen stellen mittlerweile leider eine weitverbreitete Erkrankung dar. Entsprechend hoch ist der Wissensschatz, den viele Patienten mit ihr und der Suche nach Kliniken erworben haben.

In Büchern und Zeitungen, den Foren und Blogs des Internets sowie im persönlichen Gespräch lassen sich daher wertvolle Hinweise zur Wahl eines Krankenhauses finden. Einige Betroffene werden nach negativen Erlebnissen von einer Einrichtung abraten, andere nach positiven Erfahrungen gezielt eine Klinik empfehlen.

Oftmals grenzt sich die Wahl damit bereits auf wenige Heilstätten ein. Natürlich erfordert auch dieser Schritt etwas Zeit und Geduld - doch er lohnt sich. Ebenso lohnenswert ist es, nach der eigenen Therapie gleichfalls das erworbene Wissen mit anderen Interessierten auszutauschen.

Den Dialog suchen

Auch die besten Unterhaltungen mit anderen Betroffenen dürfen das eigene Urteil aber nicht abschließend bilden. Dafür ist es zunächst wichtig, eigenständig in den Kontakt mit der Klinik zu treten.

Hier sollte einerseits eine erste Diagnose getroffen werden, auf deren Basis ein möglicher Weg der Heilung eröffnet wird. Andererseits wird sich daraus gleichermaßen die Kenntnis ergeben, welchem behandelnden Arzt der Patient künftig zugewiesen ist. Auch mit ihm sollte ein grundsätzliches Gespräch stattfinden.

Stimmt dabei die beiderseitige Chemie nicht oder gibt es grundlegende Differenzen in den Fragen der Therapie, so liegt darin ein wichtiges Kriterium gegen die Klinik. Läuft der erste Dialog aber besser, kann das einen Grund darstellen, die Einrichtung tatsächlich aufzusuchen.

Eine bewusste Entscheidung

Trotz dieser akribischen Suche für das richtige Krankenhaus ist die Zahl der Therapieabbrecher unter den Betroffenen der Essstörung relativ hoch. Das liegt grundsätzlich daran, dass das eigene Bewusstsein für die Leiden und die damit entstehende Bedürftigkeit medizinischer Hilfe zu wenig ausgeprägt ist.

Wer sich in die helfenden Hände der Psychologen und Ärzte begibt, sollte diesen Schritt bis ins letzte Detail erwogen haben. Denn die Zeit in der Klinik kann lang werden - der sich daraus ergebende Stress und mentale Druck verschlechtern die Symptome in einigen Fällen. Neben der Suche einer geeigneten Klinik ist es daher notwendig, sich auch selbst mit dem Kommenden zu befassen und die anstehenden Wochen und Monate ausschließlich der eigenen Genesung zu widmen.

Was man neben einer Therapie selbst für sich tun kann

Menschen, die unter Essstörungen leiden, sind nicht mehr in der Lage, bewusst zu essen. Ihr ganzes Leben ist geprägt von ihrem Körpergewicht und ihrer Figur. Besonders betroffen von Essstörungen, zu denen man

  • Ess-Sucht
  • Ess-Brech-Sucht und
  • Magersucht

zählt, sind junge Menschen. Je eher eine Essstörung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.

Dazu ist es jedoch notwendig, auch selbst aktiv zu werden, und sich klarzumachen, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Die innerliche Bereitschaft, die Situation zu ändern, ist die Grundvoraussetzung, um eine Besserung zu erzielen.

Sich jemandem anvertrauen

Wer unter einer Essstörung leidet, benötigt Hilfe. Daher ist es ratsam, mit anderen Menschen darüber zu reden.

Zu den typischen Begleiterscheinungen von Essstörungen gehören Depressionen und Einsamkeit. So denken die Betroffenen häufig, dass sie ganz alleine mit ihren Problemen sind.

Schafft man es jedoch, sich jemandem anzuvertrauen und sein Schweigen zu brechen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan. Natürlich kann man auch mit einer nahestehenden Person wie einem Angehörigen oder einem guten Freund über seine Essstörungen sprechen.

Austausch mit anderen Betroffenen

Noch besser ist es jedoch, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, die unter den gleichen Problemen leiden und diese deshalb auch wirklich verstehen. Eine gute Möglichkeit, auf anonyme Weise Kontakte zu knüpfen, bietet das Internet.

So kann man sich in entsprechenden Diskussionsforen zum Thema Essstörungen anmelden und dort mit Menschen, die ebenfalls unter diesem Problem leiden, über die unterschiedlichsten Themen sprechen. Ein großer Vorteil solcher Foren ist, dass man dabei anonym bleibt und sich nicht schämen muss.

Hilfe in einer Gruppe finden

Ebenfalls hilfreich kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sein. Dabei werden nicht nur Gespräche zum Thema Essen geführt. Die Menschen, die an solchen Gruppen teilnehmen, leiden ebenfalls unter Essproblemen, sodass sie mit der Problematik bestens vertraut sind.

Allerdings fällt es vielen Betroffenen schwer, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, da sie Angst und Scham empfinden. Um diese Gefühle abzubauen, wird empfohlen, im Vorfeld Kontakt mit dem Leiter der Gruppe aufzunehmen und mit ihm ein Gespräch zu führen.

Angst ausgegrenzt zu werden, braucht man in einer Selbsthilfegruppe jedenfalls nicht zu haben. So spielt es keine Rolle, ob man zu dick oder zu dünn ist.

Außerdem wird niemand gezwungen, etwas zu tun oder zu sagen, was er nicht möchte. Wer will, kann sich auch auf das Zuhören beschränken.

Vorbeugung

Um einer Essstörung vorzubeugen, sollten Eltern ihre Kinder niemals zum Essen zwingen. Auch sollten die Eltern keine zu hoch gegriffenen Anforderungen an ihre Kinder stellen, mit denen sie überfordert sein könnten.

Vielmehr sollten sie ihnen ein normales und gesundes Essverhalten und ein gutes Verhältnis zu ihrem Körper vorleben und fördern. Im Erwachsenenalter sollte man sich ausreichend bewegen und auf eine gesunde Ernährung achten.

Im Folgenden gehen wir auf den richtigen Umgang mit der Erkrankung ein - sowohl aus Sicht des Patienten, als auch seiner Angehörigen...

Trotz Essstörungen in den Urlaub - die richtige Planung ist wichtig

In der Urlaubszeit darf auch das Gewissen einmal pausieren. Fremde Länder bieten neuartige kulinarische Genüsse.

Diese bleiben aber zumeist solchen Personen verschlossen, die unter Essstörungen leiden. Wichtig ist es somit, die mentale Erkrankung selbst während einer Reise ernst zu nehmen.

Es geht auch ohne Stress

Der Urlaub dient der Entspannung. Das indes wird schwierig, wenn psychische Probleme die Stimmung beeinträchtigen.

Das Essen spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht jedermann isst ausreichend - oder doch zumindest gerne. Personen mit Essstörungen sollten daher die Fahrt auch in dieser Hinsicht planen und individuelle Freiräume bedenken. Sie sind wichtig, um dem individuellen Empfinden zu folgen, statt sich mehr oder weniger gegen den eigenen Wunsch an den Essenstisch zu setzen.

Letztlich kommen jedoch mehrere Faktoren zusammen, die vor der Abfahrt berücksichtigt werden müssen und die das Wohlbefinden der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Wer sie weitsichtig und taktvoll beseitigt, wahrt damit den erholsamen Anlass der Fahrt.

Die Mitreisenden zuvor unterrichten

Sicherlich erfordert es viel Mut, Freunden oder der Familie gegenüber die persönlichen Essstörungen einzugestehen. Dennoch kann vor einer gemeinsamen Reise gerade darin ein Weg liegen, Stress zu vermeiden. Werden die Debatten erst beim gemeinsamen Mahl in einem Restaurant erörtert, prallen regelmäßig die unterschiedlichsten Ansichten aufeinander.

Besonders schwerwiegend gestaltet sich das, wenn der Tag vielleicht schon anstrengend war und sich durch eine solche Diskussion nun jeder Anwesende mental Luft verschaffen will. Daher empfiehlt es sich, die Störung vorab zu besprechen und dabei auch das Verständnis der Mitfahrenden zu erbitten. Erfahrungsgemäß sind etwaige Misstöne oder Probleme mit den eigenen Angewohnheiten dann spätestens zum Urlaub wieder bereinigt.

Feste Mahlzeiten einhalten

Ebenso ist es wichtig, gerade beim Essen nur wenig dem Zufall zu überlassen. Eine besondere Bedeutung spielen dabei die Zeiten, an denen die Speisen verzehrt werden. Hier sollte im Vorfeld der Fahrt eine grobe Planung erfolgen, die ein Fenster von etwa anderthalb bis zwei Stunden vorsieht.

Demnach könnte das Frühstück regelmäßig zwischen 8.30 und 10 Uhr eingenommen werden. Zu Mittag würde gegen 11.30 bis 13.30 Uhr gegessen. Das Abendbrot erfolgt zwischen 18.30 und 20 Uhr.

Natürlich lassen sich die beispielhaft genannten Zeiten individuell verschieben. Aber es ist für die Betroffenen hilfreich, sie grundlegend einzuhalten - und somit auch den Körper an die geregelte Nahrungsaufnahme zu gewöhnen. Darin kann sogar ein Schlüssel zur langfristigen Heilung liegen.

Beim Essen frei entscheiden

Aber nicht alleine die Frage, wann gegessen wird, ist entscheidend. Auch der Aspekt, was letztlich auf dem Tisch steht, muss bedacht werden.

Der von der Essstörung Betroffene sollte frei und nach eigenem Gewissen wählen können, wonach es ihm beliebt. Wenn das einmal nur das Glas Wasser ist, wird dieser Wunsch akzeptiert.

Allgemein zeigt es sich aber, dass bei viel gesunder Bewegung an der frischen Luft auch der Appetit ansteigt und somit zumindest

gerne und genussvoll verzehrt werden, und zwar ohne lästiges Zählen der Kalorien. Für die übrigen Anwesenden ist es dabei wichtig, ohne Vorwürfe oder Fragen dem Essen beizuwohnen.

Sport tut gut

Der bereits erwähnten Bewegung kommt eine besondere Relevanz zu. Sie dient nicht alleine dem Zweck, den Hunger zu fördern oder den Organismus anzukurbeln. Vielmehr erhält der Betroffene bei genügend Ablenkung auch die Möglichkeit, sich einmal anderen Beschäftigungen zu widmen und dadurch ein wenig entspannen zu können.

Denn der Grund der Essstörungen liegt stets in

  • einer ungesunden Selbstwahrnehmung
  • quälenden Fragen oder sogar
  • Ängsten.

Aus diesem destruktiven mentalen Umfeld muss der Urlauber gerissen werden. Es empfiehlt sich daher, nicht den gesamten Tag am Strand zu liegen, sondern immer wieder die nahen Sehenswürdigkeiten zu besuchen, aktive Tätigkeiten einzuplanen - und ebenso das gemeinsame Essen genussvoll zu gestalten.

Konfrontationen vermeiden

Abschließend ist es wichtig, den Betroffenen nicht auf sein Leiden anzusprechen und feinfühlig auch einmal Abstand von ihm zu nehmen oder ihn einige Stunden gänzlich in Ruhe zu lassen - gerade dann, wenn dessen mentale Probleme sichtbar werden.

Demgegenüber kann sich aber insbesondere im Urlaub eine Wohlfühlstimmung ergeben, bei der der Erkrankte regelrecht aufblüht und motiviert über die eigenen Beschwerden reden möchte. Hier ist es entscheidend, ihm nicht alleine gut zuzuhören, sondern gleichfalls

  • Hilfe anzubieten
  • Wege einer Therapie zu erörtern und somit
  • Sicherheit zu vermitteln.

Gelingt dieser Drahtseilakt, so ist es möglich, gemeinsam eine erholsame Reise zu verleben, die allen Anwesenden noch lange im Gedächtnis bleiben wird - und die vielleicht einen wichtigen Beitrag zu Genesung leistet.

Erkennen und richtig handeln - Tipps für Angehörige von Essgestörten

Studien des Robert-Koch-Institutes zufolge leidet etwa ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren unter einer Essstörung wie Binge Eating, Bulimie oder Magersucht. Dabei ist der Anteil der Mädchen mit 90 Prozent besonders hoch.

Ob Veränderungen des Gewichtes in der Pubertät normal sind oder nicht, ist für Eltern nicht immer eindeutig zu erkennen. So nehmen eher schmächtige Mädchen in dieser Phase oft zu, während übergewichtige wiederum abnehmen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Erkrankten alles tun, um ihre Essstörung zu verbergen.

Mögliche Anhaltspunkte für eine Essstörung

Ein möglicher Hinweis auf eine Essstörung kann der Rückzug von den Familienmahlzeiten sein. Geben die Betroffenen vor, bereits gegessen zu haben oder lieber selbst kochen zu wollen, ist dies ebenfalls ein Grund für erhöhte Aufmerksamkeit.

Weitere typische Merkmale sind extrem ausgeprägte sportliche Aktivitäten, das ausführliche Befassen mit dem Kaloriengehalt von Lebensmitteln sowie die tägliche Überprüfung des Körpergewichts.

Darüber hinaus vergleichen die Betroffenen ihre Figur ständig mit anderen Menschen, die schlank sind, und setzen sich völlig unrealistische Ziele für die Abnahme ihres Gewichtes. In manchen Fällen kommt es auch zu regelrechten Essanfällen.

Fehler, die begangen werden

Bei dem Versuch, die Familie aufrecht zu erhalten, werden jedoch viele Fehler begangen. So versuchen Eltern oder Partner oftmals, den Betroffenen auf übertriebene Weise zu beschützen und zu kontrollieren, was jedoch häufig das Gegenteil bewirkt. So flüchtet sich der Erkrankte immer mehr in sein gestörtes Essverhalten, weil er aus einer Abwehrhaltung heraus nicht nachgeben will.

Manche Eltern unterstützen in ihrer Beschützerrolle das Verhalten des Betroffenen sogar, indem sie ihm extra Mahlzeiten zubereiten oder Geld für Süßigkeiten geben. Andere wiederum spielen die Krankheit ihres Kindes herunter, um sie zu verdrängen. Diese Verhaltensweisen helfen dem Betroffenen jedoch auf die Dauer nicht.

Der richtige Umgang

Erhärtet sich der Verdacht auf eine Essstörung tatsächlich, fällt es vielen Eltern überaus schwer, damit richtig umzugehen. So fühlen sich viele Mütter und Väter schuldig oder haben Angst vor dem Gerede ihrer Mitmenschen. Besonders problematisch ist, dass die Eltern keinen Zugang zu ihrem erkrankten Kind finden und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Aus diesem Grund empfiehlt die BzGA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) besorgten Eltern, erst einmal ausreichend Informationen über das Thema Essstörungen zu sammeln. So verfügt die BzGA über eine entsprechende Webseite im Internet. Darüber hinaus können sich Eltern bei Beratungsstellen oder Kinder- und Jugendärzten informieren.

Die Betroffenen darauf ansprechen

Für das richtige Verhalten im Umgang mit essgestörten Kindern rät die BzGA, die Essstörung als Krankheit zu betrachten, für die die Eltern sich nicht schuldig fühlen müssen. Außerdem sollten Vorwürfe an das Kind unbedingt vermieden werden. Auch gut gemeinte Ratschläge, die dazu dienen, das Kind zum Essen zu animieren, sind wenig hilfreich.

Stattdessen ist es besser, mit dem Kind in einem ruhigen Augenblick über die Krankheit zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gespräches sollte jedoch nicht sein Gewicht, sondern das Verhalten stehen. Ein solches Gespräch kann allerdings sehr schwierig sein, da viele Betroffene die Erkrankung leugnen oder sogar aggressiv werden.

Wichtig ist, geduldig zu sein und den Betroffenen nicht zu beschimpfen. Außerdem sollte man ihn dazu ermutigen, sich professionell helfen zu lassen. Ob er die Hilfe auch annimmt, muss der Betroffene jedoch letztlich selbst entscheiden.

Allerdings kann eine gesundheitliche Situation eintreten, die schnelles Handeln notwendig macht. Dann muss unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

Allein durch gutes Zureden lässt sich das Problem Essstörung ohnehin nicht lösen. Da es sich um eine psychische Störung handelt, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig ist, dem Kind klarzumachen, dass man es bei der Behandlung voll und ganz unterstützt.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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