Depression - Ursachen, Symptome und Behandlung

Unter einer Depression versteht man eine psychische Störung, bei der es zu negativen Gefühlslagen und Emotionen wie Traurigkeit und Niedergeschlagenheit sowie zu Minderwertigkeitsgefühlen kommt. Es gibt verschiedene Ursachen, die für die Entstehung einer depressiven Erkrankung zuständig sind. Der Verlauf ist je nach Stadium unterschiedlich. Lesen Sie alles Wissenswerte über Ursachen, Symptome und Behandlung einer Depression.

Die Entstehung einer Depression und wie man sie behandeln und erkennen kann

Krankheitsbild

Als Depression bezeichnet man Gefühle

  • der Traurigkeit
  • des Elends
  • des Unglücklichseins
  • der Entwertung.

Bei einem depressiven Menschen besteht eine höhere Tendenz des Blaumachens, sich also aus den Verantwortungen und dem Druck des Alltags zurückzuziehen. Die Gedanken und Handlungen können bis hin zum Selbstmord gehen.

Allein in Deutschland leiden schätzungsweise fünf Prozent aller Bundesbürger unter Depressionen. Weltweit sind es nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) rund 121 Millionen Menschen.

Bei einer Depression kommt es zu typischen Symptomen wie

Darüber hinaus können auch körperliche Beschwerden auftreten. Wie lange eine Depression andauert, ist jedoch sehr unterschiedlich. So sind Zeiträume zwischen einigen Tagen und mehreren Jahren möglich.

Der Verlust von Interessen

Depressionen können schleichend mit einem immer stärker sinkenden Interesse einhergehen. Ein sonst vielseitig aktiver und interessierter Mensch kann in dem Fall einer Depression zunehmend das Interesse verlieren und ist lieber zu Hause als unter Menschen. Er erliegt der Sinnlosigkeit des Seins und sieht keinen Sinn mehr darin, tagein tagaus zur Arbeit zu gehen oder an die Familie zu glauben.

Er hat keine Freude mehr an gesellschaftlichen Themen und kann sich auch in der Isolation an nichts erfreuen. Durch die Isolation wird einzig das Fragen vom Umfeld ausgeschalten, was los sei. In der Medizin wird von einer diagnostizierten Depression gesprochen, wenn diese Gefühle den täglichen Tagesablauf beeinflussen und kein gesundes Denken und Handeln möglich ist, ohne mit den Anzeichen einer Depression konfrontiert, gehemmt und verändert zu sein.

Problem Erkennung

Ein Problem ist, dass lediglich ca. zehn Prozent aller Betroffenen eine wirksame Therapie erhalten, obwohl sich die psychische Erkrankung mittlerweile gut behandeln lässt. Doch nur 50 Prozent aller Depressionen werden überhaupt festgestellt. So können sich hinter unspezifischen Beschwerden wie

depressive Störungen verbergen, was von den untersuchenden Ärzten jedoch nicht immer erkannt wird.

Problem Therapie

Außerdem wissen manche Ärzte nicht, welche Therapie für den jeweiligen Fall am besten geeignet ist. So neigen einige Mediziner sogar mitunter dazu, die Depressionen zu verharmlosen. Dabei handelt es sich bei einer Depression durchaus um eine ernsthafte Erkrankung.

Problem Missbrauch

Ein weiteres Problem ist, dass man den Begriff Depressionen zu häufig gebraucht. Doch nicht in jedem Fall liegt bei Gefühlen wie starker Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit auch wirklich eine krankhafte psychische Störung vor.

So können Stimmungsschwankungen vollkommen normale Reaktionen auf bestimmte Ereignisse sein. Bei einer echten Depression haben die betroffenen Personen jedoch keine Kontrolle mehr über ihre Gefühle.

Einteilung nach Schweregrad

Um die unterschiedlichen Formen der Depressionen einzuteilen, wird ein internationales Klassifikationssystem verwendet, das man als ICD-10 bezeichnet. Die Abkürzung ICD bedeutet International Classification of Disorders.

Das System dient dazu, die unterschiedlichen Arten von depressiven Störungen nach dem Schweregrad der Symptome sowie ihrer Dauer und ihrer Anzahl zu unterscheiden. Je nach Anzahl der Symptome, die bei einer depressiven Störung auftreten, unterscheidet man zwischen drei Schweregraden.

  1. Die leichte depressive Episode: von dieser spricht man, wenn die sozialen und beruflichen Tätigkeiten des Patienten unter dessen Depressionen leiden, er aber durchaus noch in der Lage ist, diesen Aktivitäten nachzugehen.
  2. Die mittelschwere depressive Episode: Um eine mittelschwere depressive Episode handelt es sich, wenn der Betroffene private und berufliche Angelegenheiten nur noch unter großen Anstrengungen durchführen kann.
  3. Die schwere depressive Episode: Bei einer schweren depressiven Episode ist der Patient nicht mehr imstande, sein Alltagsleben zu bewältigen. Außerdem leidet er unter starken Minderwertigkeitsgefühlen sowie körperlichen Beschwerden. Nicht selten denken die Betroffenen intensiv an Selbstmord.

In jedem Alter behandlungsbedürftig

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Zustand der Depression vom jeweiligen Leidtragenden erkannt werden kann und dass das Thema nicht verschwiegen wird, sondern ärztliche Hilfe aufgesucht wird. Es gibt kein Alter, in dem es ok ist, depressiv zu sein. Jede Form der Depression muss behandelt werden, um Lebensqualität zurückzugewinnen.

Ursachen

Primäre Depressionen

Bei einigen Betroffenen sind Besonderheiten im Gehirn zu beobachten, die die Ursache der Depression sind. Depressionen können jedoch auch erblich bedingt sein.

Wenn in der Verwandtschaft gehäuft Depressionen vorkommen, kann dies genetisch bedingt sein. In beiden Fällen handelt es sich um eine so genannte primäre Depression.

Sekundäre Depressionen

Sekundäre Depressionen treten als Symptom von Erkrankungen auf. Dazu zählen zum Beispiel Krankheiten wie die Epilepsie.

Auch Medikamente können als Nebenwirkung Depressionen hervorrufen. Eine Unterfunktion der Schilddrüse, eine langanhaltende und schwere Erkrankung sowie die Erkrankung an Krebs können den Ärzten zufolge ebenfalls zum Beginn einer Depression führen.

Je nachdem, bei wem eine Depression auftritt und wodurch sie verursacht wird, lässt sich das Krankheitsbild in weitere Formen einteilen:

  • Belastungsdepression
  • Winterdepression
  • Kinderdepression
  • Altersdepression
  • Schwangerschaftsdepression und
  • Postpartale Stimmungsdepression (Wochenbettdepression)

Bestimmte soziale Verhältnisse

Studien wiesen nach, dass Kinder, die aus schweren Familienverhältnissen kommen, eher dazu tendieren depressiv zu werden und in ihrem Umfeld oft Opfer von Hänseleien werden. Bei Erwachsenen sind als Gründe schwere soziale Verhältnisse zu nennen, wie zum Beispiel ausweglose Situationen, die aus eigener Kraft nicht zu ändern sind und bei denen es zu viel Kraft kostet oder an den eigenen Stolz geht, wenn man fremde Menschen oder Behörden um Hilfe fragt.

Einsamkeit und Stress

Das in der heutigen Zeit stark verbreitete Alleinleben oder die immer stressiger und schneller werdende Arbeitswelt sind ebenfalls als Gründe zu nennen. Auch die Familie bietet mittlerweile keine Entspannung und Minderung von Stress.

In der Schule wird immer mehr Leistung gefordert, so dass die Kinder unter Druck stehen, mit den Hausaufgaben überfordert sein können und man als arbeitende Mutter oder arbeitender Vater darüber hinaus das Problem hat, den Stress des ganzen Tages auf Knopfdruck beim Eintreten in die Wohnung fallenzulassen.

Burnout durch Überlastung und Stress

Immer öfter erkranken Menschen an der Depressionsform Burnout. Bei einem Burnout-Syndrom treten die klassischen Symptome auf, allerdings ausgelöst durch Überlastung und Stress. Betroffene erleben ein Gefühl des Ausgebranntseins und verlieren die Motivation, um ihren Alltag zu bewältigen. Für die Häufung von Burnout-Erkrankungen sind Faktoren wie ständige Erreichbarkeit und Leistungsdruck am Arbeitsplatz mitverantwortlich.

Stress in der Kindheit begünstigt Depressionen

Forscher des "Department of Psychology" an der Universität Haifa sind bei Versuchen mit Ratten auf die Beobachtung gestoßen, dass Ratten, die in jungen Jahren Stress ausgesetzt werden, stark zu Symptomen neigen, die mit Depressionen beim Menschen verglichen werden können. Bei jungen Ratten, die in den Genuss von viel Ruhe kamen, zeigten sich später keine Depressions-ähnliche Symptome. Die Forscher gehen davon aus, dass dieses Resultat auch auf den Menschen übertragen werden kann und warnen, dass Kinder, die viel Stress erlebt haben, im Erwachsenenalter eher unter Angststörungen und Depressionen leiden.

Erstmaliger Versuch bei Tieren vor der Geschlechtsreife

In der Vergangenheit wurden auf dem Gebiet der Traumaforschung bereits stressbringende Versuche mit Ratten durchgeführt. Die Experimente von Dr. Michael Tsoory unter der Leitung von Professor Gal Richter-Levin begehen jedoch neue Wege. Die Ratten waren erstmals nicht älter als 28 Tage und somit noch vor der Geschlechtsreife, bevor sie künstlichem Stress ausgesetzt wurden.

Bisher wusste man, dass sich bestimmte Stressreaktionen bei Ratten schon sehr früh zeigen. Die Areale, in denen Emotionen an Lernprozesse gekoppelt werden, entwickeln sich jedoch erst später.

In der jüngst veröffentlichten Studie untersuchten Forscher nun erstmals, ob Stress kurz vor der Geschlechtsreife bzw. vor dem Eintritt in die Pubertät die Entwicklung komplexer Gehirnleistungen stören kann. Hierfür wird die Verhaltensmuster der Ratten mit Hilfe von standardisierten Reflextests oder Labyrinth-Aufgaben analysiert.

Durch Fehlentwicklung im Hirn fehlt die Fähigkeit, mit Stress angemessen umzugehen

Stolze 37 Prozent der gestressten Jungtiere zeigten später depressive Verhaltensmuster und weitere 37 Prozent waren deutlich ängstlicher als ihre ungestressten Kameraden. In der Kontrollgruppe der ungestressten Ratten hatte kein erwachsenes Tier Depressionen.

In einem weiteren Versuch testeten die Forscher, was passiert, wenn man die Ratten erst nach der Geschlechtsreife Stresssituationen aussetzt. In diesem Fall waren viele der Tiere später sehr furchtsam, an Depressionen litt jedoch keines.

Studienleiter Tsoory erklärt: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Stress im Kindesalter der Fähigkeit schadet, im Erwachsenenalter mit Stress angemessen umzugehen. Resultat dieses Prozesses sind Gemütsstörungen und Ängste. Die Ursache für diese dauerhaften Reaktionen liegt in einem fehlentwickelten Gehirn."

Depressionen können im Zusammenhang mit Fast Food stehen

Das Essen von Fast Food stellt mehr als den Verzehr eines schnell gemachten Essens dar. Es sind nicht die Geschmackshöhepunkte, die dazu führen, dass Fast Food trotz medizinischer Warnungen weiterhin gerne in hohem Maß von Einwohnern aus Industrieländern verzehrt wird.

Es ist auch

Es ist

  • die Philosophie der Freiheit
  • des Familiären und
  • des Gewohnten,

die die Magie der Fast-Food-Produkte ungebrochen sein lässt. Zahlreiche Studienergebnisse geben zu bedenken, dass eine alltägliche Ernährung von Fast Food zu Fettleibigkeit und Herzerkrankungen führen kann. Und doch ist vor allem auf Reisen und unter Jugendlichen weit verbreitet, in Fast-Food-Restaurants einzukehren und die Hauptmahlzeit einzunehmen.

Fast Food macht depressiv

Weniger bekannt ist, dass man jedes Jahr, in dem man Fast-Food-Produkte zu seinem Ernährungsplan hinzuzählt, das Risiko erhöht, in eine Depression zu geraten. Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Verzehr von

Risikogruppen

Vor allem Singles, die

  • mehr als 45 Stunden pro Woche arbeiten
  • sich überwiegend in einer sitzenden Position befinden
  • sich mangelhaft gesund ernähren und
  • anfällig für Rauchen und Alkoholkonsum sind,

stellen die größte Gruppe der für Fast-Food-Anfälligen dar. Anhand einiger Untersuchungen zu diesem Thema ist Folgendes klar geworden: bereits eine geringe Menge an Fast Food kann im regelmäßigen Verzehr dazu führen, dass neben dem Risiko der Fettleibigkeit und dem begünstigen einer Herz-Kreislauferkrankung, Depressionen gefördert werden.

Den Fast-Food-Konsum einschränken

Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit leiden an Depressionen. Mittlerweile sind Todesursachen bzw. frühe Todeszeitpunkte im Leben eines Menschen mit

zu benennen. Es stellt eine wesentliche gesundheitliche Verbesserung dar, wenn Sie sich disziplinieren lernen und aus Ihrem Ernährungsplan alle Fast-Food-Produkte streichen.

Reflektieren Sie darüber, warum Sie sich für den Verzehr von Fast-Food-Produkten entscheiden und versuchen Sie sich die Frage immer dann bewusst zu machen, kurz bevor Sie die Entscheidung treffen, tatsächlich ein Fast-Food-Produkt zu bestellen oder zu verzehren. Denn selbst das bestellte Produkt stellt keinen Grund dar, es nun essen zu müssen, wo es schon einmal da ist. Geben Sie sich die Chance, sich in jedem Moment anders entscheiden zu können und sich damit Gutes tun zu können.

Über die Zusammensetzung und Zubereitung informieren

Wenn es Ihnen helfen kann, dann beschäftigen Sie sich näher mit der Zusammensetzung der Fast-Food-Produkte und der Art der Zubereitung. Lernen Sie mehr über die gesundheitlichen Gefahren von Transfetten, der Gefahr von leeren Kalorien und dem Gefühl, unbedingt Fast Food essen zu wollen, und alles andere abzulehnen. Lernen Sie, dass auch das Essen von Gewohnheiten geprägt ist und es sich der Mensch immer gerne leicht macht.

Umlernen und genießen

Was das Essen angeht, können auf diese Weise ganz klare Fehlverhalten in der Ernährungsweise jahrzehntelang anhalten. Sollten Sie bereits depressive Züge an sich entdecken oder von Ihren Ihnen nahestehenden Menschen reflektiert bekommen, dann nehmen Sie diese ernst und prüfen Sie umgehend Ihre Ernährung. So beschwingt Sie durch den Verzehr von Fast-Food-Produkten in erster Linie sein können, so rücksichtslos sind die Folgen für Ihre Gesundheit.

Nachweislich führt eine gesunde Ernährung zu einer verbesserten psychischen Einstellung, vor allem, wenn Sie sich das Essen selbst zubereiten. Probieren Sie es einfach aus und behalten Sie es zwei Wochen bei. Bereits nach zwei Wochen können Sie positive Veränderungen in Ihrer Psyche feststellen.

Verlauf

Wie die Depression verläuft, ist von Betroffenem zu Betroffenem unterschiedlich. Je früher die Depression behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Nicht bei jedem schlägt die Behandlung gleich gut an.

Depressionen treten meist in so genannten depressiven Episoden auf. Diese dauern mehrere Monate. Zwischen den depressiven Episoden können mehrere Jahre vergehen, bis die nächste Depression kommt.

Einteilung nach Krankheitsverlauf

Die Einteilung von Depressionen kann auch nach dem Krankheitsverlauf erfolgen. Dabei geht man von dem bisherigen Verlauf sowie dem wahrscheinlichen weiteren Verlauf aus. Mediziner unterscheiden dabei zwischen depressiven Phasen, die nur einmal auftreten und wiederkehrenden Phasen.

Die wiederkehrenden Phasen teilt man wiederum in bipolare und unipolare Depressionen ein. Bei einer unipolaren Depression treten ausschließlich Phasen auf, in denen der Patient traurig und niedergeschlagen ist. Im Unterschied dazu kommt es bei einer bipolaren Störung auch abwechselnd zu übertriebener Hochstimmung.

Je jünger ein Mensch bei der ersten Depression ist, desto geringer sind die völligen Heilungschancen. Wer also in frühen Jahren depressive Episoden hatte, wird sie wahrscheinlich auch später noch haben.

Wer eine chronische Depression hat, neigt oft auch zu Selbstmordgedanken. Besonders hier ist eine ärztliche Behandlung dringend notwendig, meist wird diese in dieser Phase stationär im Krankenhaus durchgeführt.

Symptome

Ein Patient mit Depression macht einen traurigen und freudlosen Eindruck. Nichts am Leben kann ihn mehr erheitern.

Er zeigt kein Interesse mehr an Freizeit- oder Hobbyaktivitäten. Er kann sich schlecht konzentrieren, hat Angst und zieht sich von Freunden und Verwandten immer mehr zurück.

Zu den typischen Symptomen einer depressiven Erkrankung gehören

  • Antriebslosigkeit,
  • niedergedrückte Stimmung oder
  • Gefühlsverlust bis hin zu
  • Suizidgedanken.

Gleichzeitig haben die Betroffenen oft auch körperliche Symptome wie

Depression, Traurigkeit und Stress im Vergleich - Merkmale und Unterschiede

Depressive Verstimmungen bedeuten nicht automatisch eine krankhafte Depression. So ist es durchaus normal, wenn sich negative Erlebnisse belastend auf das Gefühlsleben auswirken.

Reaktionen wie Traurigkeit oder Stress sind bei unerfreulichen Ereignissen vollkommen normal. In den meisten Fällen sind diese Gefühle nur von vorübergehender Dauer und müssen nicht medizinisch behandelt werden.

Depression vs. Traurigkeit

Traurig zu sein ist nicht ungewöhnlich. Traurigkeit entsteht durch schmerzliche Erlebnisse wie zum Beispiel die Trennung vom Partner oder den Tod eines nahestehenden Menschen. Dieses Gefühl ist ebenso Teil des menschlichen Verhaltens wie Freude, Wut oder Angst.

Jeder Mensch ist von Zeit zu Zeit traurig. Im Unterschied zu einer Depression vergeht dieses Gefühl der Niedergeschlagenheit jedoch wieder. Viele Menschen versuchen ihrer Traurigkeit entgegenzuwirken, indem sie etwas tun, was ihnen Freude bereitet, oder intensiv arbeiten.

Definiert wird Traurigkeit als schmerzliche und intensive Reaktion auf ein stark belastendes Ereignis. Sie kann einen Monat lang anhalten oder auch ein Jahr. Zu den typischen Symptomen von Traurigkeit gehören

Im Gegensatz zu einer Depression ist jedoch normalerweise keine medizinische Behandlung erforderlich. Gegebenenfalls kann ein beratendes Gespräch mit dem Hausarzt geführt werden.

Um die Trauer zu verarbeiten, wird empfohlen, mit Angehörigen oder Freunden darüber zu reden und zu lernen, die negativen Gefühle zu akzeptieren. Ansonsten gilt das alte Sprichwort, dass die Zeit alle Wunden heilt.

Depression vs. Stress

Ebenfalls eine häufige Folge von negativen Erlebnissen sind starke Stressreaktionen. Dabei wirkt sich der Stress nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf den Körper aus. Stressreaktionen unterscheiden sich von Depressionen jedoch dadurch, dass man ihnen durch eine Situationsveränderung oder Entspannung entgegenwirken kann.

Stressreaktionen zeigen sich typischerweise rasch nach einem negativen Erlebnis. Dabei kann es zu Beschwerden wie

kommen. Häufig zeigen sich auch physische Symptome wie

Um gegen Stressreaktionen vorzugehen, wird empfohlen,

  • die belastenden Faktoren abzustellen
  • Strategien zur Lösung des Problems zu finden und
  • so rasch wie es geht, wieder in den Alltag zurückzukehren.

In hartnäckigen Fällen kann auch eine Beratung durch den Hausarzt hilfreich sein.

Diagnose

Die Diagnostik einer Depression ist meist recht langwierig. In einem ausführlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient erfragt der Arzt die Beschwerden. Er geht dabei meist nach einem bestimmten Leitfaden vor.

Für den Arzt ist dabei wichtig, welcher Schweregrad einer Depression vorliegt, da sich danach dann auch die anschließende Behandlung richtet. Der Facharzt unterscheidet ferner die primäre von der sekundären Depression. Oft wird im Anschluss an dieses Gespräch noch eine neurologische Untersuchung durchgeführt, um andere Erkrankungen ausschließen zu können.

Leichte depressive Episode

Um eine Depression sicher zu diagnostizieren, muss der Betroffene im Falle einer leichten depressiven Episode mindestens unter zwei Hauptsymptomen wie depressiven Stimmungen oder Antriebslosigkeit sowie zwei zusätzlichen Symptomen leiden. Dabei kann es sich um Schlafstörungen oder Schuldgefühle handeln.

Mittelschwere depressive Episode

Bei einer mittelschweren depressiven Episode bestehen neben zwei Hauptsymptomen noch drei bis vier Zusatzsymptome.

Schwere depressive Episode

Liegt eine schwere depressive Episode vor, lassen sich alle drei Hauptsymptome einer Depression sowie wenigstens vier weitere Symptome feststellen. Des Weiteren bestehen die Beschwerden mindestens zwei Wochen lang.

Um eine Depression behandeln lassen zu können, ist es wichtig zu wissen, an wen man sich diesbezüglich wenden kann...

Den richtigen Arzt oder Therapeuten finden

Bei Depressionen handelt es sich um ernst zu nehmende psychische Störungen, die eine Therapie erfordern. Dabei ist es jedoch wichtig, den richtigen Arzt zu finden.

Professionelle Anlaufstellen

Hat man das Gefühl, unter einer Depression zu leiden, sollte man einen Arzt zu Rate ziehen.

Vermittlung durch den Hausarzt

Die erste Anlaufstelle in einem solchen Fall ist der Hausarzt. Dieser nimmt zunächst eine gründliche Untersuchung vor, um körperliche Ursachen für die Erkrankung auszuschließen.

Können keine physischen Gründe für das Problem gefunden werden, erfolgt meist eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung. Eine solche Therapie sollte durch einen Spezialisten erfolgen, der vom Hausarzt vermittelt werden kann. Zuvor ist es jedoch wichtig, sich genau über die unterschiedlichen Therapiemethoden zu informieren.

Selbstständige Suche - welche Fachbereiche gibt es?

Hat man keinen Hausarzt, ist es auch möglich, sich auf eigene Faust auf die Suche nach einem geeigneten Facharzt zu machen. Dazu sollte man allerdings über die unterschiedlichen Fachgebiete Bescheid wissen. So unterscheidet man zwischen

Bei psychologischen Psychotherapeuten handelt es sich um Psychologen, die zudem über eine psychotherapeutische Ausbildung verfügen. Als ärztliche Psychotherapeuten bezeichnet man Mediziner, die auch auf den Gebieten Psychoanalyse und Psychotherapie qualifiziert sind.

Psychiater kommen in der Regel bei schweren Depressionen zum Einsatz. Sie besitzen ein Medizinstudium sowie eine fünfjährige Ausbildung zum Facharzt.

Unterstützung durch die kassenärztliche Vereinigung

Bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten kann man sich auch von der kassenärztlichen Vereinigung helfen lassen. So verfügt die Vereinigung über die aktuellen Daten sämtlicher zugelassenen Psychotherapeuten und Psychiater.

Wissenswertes bezüglich der Kostenübernahme

Natürlich ist es auch wichtig zu wissen, ob die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt oder sich zumindest daran beteiligt. Dies ist nur dann der Fall, wenn es sich um einen zugelassenen Arzt oder Therapeuten handelt.

Wird die Überweisung an den Facharzt vom Hausarzt vorgenommen, muss die erste Sprechstunde nicht selbst bezahlt werden. Insgesamt kann der Patient bis zu fünf Vorgespräche, die man auch als probatische Sitzungen bezeichnet, kostenfrei führen.

Bei diesen Erstgesprächen wird dem Patienten die Gelegenheit gegeben, zu prüfen, ob der jeweilige Therapeut auch der richtige für ihn ist. Hat man den Therapeuten alleine gefunden, empfiehlt es sich, vor dem Besuch bei der Krankenkasse nachzufragen, ob diese die Kosten trägt. Das Gleiche gilt übrigens auch dann, wenn eine spezielle Behandlung durchgeführt werden soll.

Behandlung

Die Behandlung einer Depression ist in der Regel langwierig in bedarf eines stabilen und dem Kranken gutgesonnenen Umfelds. Sie kann aus unterschiedlichen Teilen bestehen. Wer sich rechtzeitig in ärztliche Hände begibt, hat gute Chancen, die Depressionen in den Griff zu bekommen.

Die Behandlung von Depressionen erfordert Fachwissen und Erfahrung, denn ein Standardverfahren gibt es nicht. Die Symptome spielen eine wesentliche Rolle, genauso wie deren Ausprägung.

Auch Kriterien wie kognitive Fähigkeiten (Wahrnehmung, Erinnerung, Aufmerksamkeit) sowie soziale Kontakte fließen in die Diagnose ein. Häufig kommen integrative Therapieverfahren zum Einsatz mit einer Kombination aus psychotherapeutischen und medikamentösen Methoden.

Wie lange eine Behandlung nötig ist, lässt sich pauschal nicht sagen, denn auch wenn depressive Phasen enden, kommt es häufig erneut zu Schüben, was eine Weiterbehandlung erforderlich macht. Bei schweren Depressionen sind oft lebenslange Therapien nötig.

Medikamente

Depressionen werden fast immer mit Medikamenten und zusätzlich mit psychotherapeutischer Gesprächstherapie behandelt. Der Arzt kann aus einer Reihe so genannter Antidepressiva das richtige für die betroffene Person aussuchen.

Bei der medikamentösen Therapie muss der Kranke testen, mit welchen Mitteln er sich wohlfühlt und ob er sich selbst noch spürt oder in der Persönlichkeit verändert fühlt. Medikamente, die gegen Depressionen verabreicht werden, sollten nicht ohne Beobachtung vergeben werden und nur vom Arzt bereitgestellt werden.

Die Medikamente, die beim einen depressiven Menschen helfen, müssen nicht beim anderen depressiven Menschen ebenso greifen. Nicht selten ist es der Fall, dass Medikamente die Symptome der Depression verschärfen können.

Zur Anwendung gegen Depressionen kommen beispielsweise:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  • Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI)
  • Trizyklische Antidepressiva
  • Selektive Serotonin-/Noradrenalin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSNRI)
  • Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten oder
  • Monoamino-Oxidase-(MAO)-Hemmer

Selbsthilfegruppen

Auch eine Selbsthilfegruppe kann für den Betroffenen sehr hilfreich sein. In diesen Gruppen treffen sich Betroffene regelmäßig zum gegenseitigen Austausch.

Menschen mit Depressionen können hier lernen, dass sie nicht alleine mit ihren Gedanken und Beschwerden sind. Sie finden hier Gleichgesinnte. In der Gruppe können sich die Teilnehmer gegenseitig aus einem "schwarzen Loch" holen, wenn ein Betroffener wieder eine depressive Episode hat.

Psychotherapie

Depressionen treten in unterschiedlicher Ausprägung auf, weswegen sie auch auf verschiedene Weise behandelt werden. Gute Erfolge lassen sich in der Regel mit einer Psychotherapie erzielen. Sie kommt vor allem bei leichten und mittelschweren Depressionen zur Anwendung. Darüber hinaus ist sie auch gut geeignet, um eine Behandlung mit Medikamenten zu begleiten oder Rückfälle zu vermeiden.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Verfahren einmal etwas genauer vor.

Die Verhaltensanalyse und Neustrukturierung

Erste Phase: Ursachen ergründen

Zu Beginn einer Psychotherapie versucht der Therapeut durch Gespräche mit dem Patienten die Ursachen für dessen Depressionen herauszufinden.

In den meisten Fällen wird die psychische Störung durch

  • eine belastende Lebenssituation
  • traumatische Erlebnisse oder
  • bestimmte Eigenschaften der Persönlichkeit

ausgelöst. Darüber hinaus klärt der Therapeut ab, welche Faktoren sich negativ auf die Stimmung des Patienten auswirken und in welchen Situationen sich dessen Stimmung wieder bessert. Um dies herauszufinden, fertigen viele Patienten ein so genanntes Depressionstagebuch an. Darin tragen sie ihren Tagesablauf sowie ihre Stimmungen ein.

Nächste Phase: Angenehme Tätigkeiten ausüben

In der nächsten Behandlungsphase soll der Patient zu positiven Tätigkeiten angeregt werden, denn oft stehen die Gedanken und Gefühle des Patienten stark im Zusammenhang mit den Dingen, die er gerade unternimmt. Durch das Ausüben von Tätigkeiten, die der Betroffene als angenehm empfindet, lässt sich dessen Wohlbefinden mit der Zeit erheblich verbessern.

Kognitive Verhaltenstherapie: Änderung des Denkmusters und Verhaltens

Zu den wichtigsten Behandlungsformen bei einer Depression zählt die kognitive Verhaltenstherapie. Deren Ziel ist es, negatives Denken und Verhalten des Patienten nachhaltig zu verändern. Dazu gehört auch, Dinge, die man bisher negativ ansah, in Zukunft positiver zu betrachten.

Das SORKC-Modell

Eine kognitive Verhaltenstherapie besteht zumeist aus mehreren Phasen. Generell bedient man sich dabei dem so genannten operanten Konditionieren, was bedeutet, dass ein Mensch auf einen Reiz (Stimulus/S) speziell reagiert (Reaction/R) und dies eine Konsequenz (Consequence/C) mit sich bringt. Erweitert wurde diese Grundannahme durch den Psychologen Frederick Kanfer; dieser brachte den Organismus (O) mit ein, der sich auf die biologischen Ausgangsbedingungen des Menschen bezieht, sowie die Kontingenz (K), die die Regelmäßigkeit der besagten Konsequenz beschreibt. Daraus hat sich das SORKC-Modell ergeben. Es geht nun darum, ein Verhalten, das aus dem mehrmaligen Durchlauf der oben genannten Kette entsteht, durch ein neues Verhalten zu ersetzen.

Negative Denkmuster ergründen und lernen zu vermeiden

In der ersten Phase der Verhaltenstherapie stellt der Therapeut fest, von welchen negativen Gedanken der Patient belastet wird. In der nächsten Phase werden Wege aufgezeigt, wie der Betroffene diese automatisch ablaufenden Denkmuster vermeiden kann.

Zu diesem Zweck schreibt er auf, welche Stimmungen und Gefühle er bei bestimmten Tätigkeiten empfindet. Aktivitäten, die mit angenehmen Gefühlen verbunden sind, werden gefördert. Wendet man diese Methode nachhaltig an, lässt sich allmählich wieder eine positivere Lebenseinstellung erreichen.

Alle möglichen Problembereiche berücksichtigen

Zum Gelingen einer Verhaltenstherapie trägt jedoch auch die Berücksichtung von anderen Problembereichen bei. Diese haben mitunter einen Zusammenhang mit der Depression. Dabei kann es sich um

handeln. Um diese Probleme positiv zu beeinflussen, werden Übungen zum Entspannen, zum Bewältigen von Stress oder für ein stärkeres Selbstbewusstsein durchgeführt.

Rückfälle vermeiden

In der letzten Phase der kognitiven Verhaltenstherapie gilt es, zukünftige Rückfälle zu vermeiden. Zu diesem Zweck weist der Therapeut den Patienten auf Anzeichen für einen bevorstehenden Rückfall hin und macht ihn mit bestimmten Verhaltensregeln vertraut, mit denen er einen solchen Rückfall verhindern kann.

Das Führen eines Stimmungstagebuches und einer Aktivitätenliste

Das Stimmungstagebuch

Das Anlegen eines so genannten Stimmungstagesbuches und einer Aktivitätenliste zählen zu den wichtigsten Vorgehensweisen bei einer Verhaltenstherapie. So ist es für den Therapeuten überaus wichtig, die Stimmung des Patienten langfristig und systematisch beobachten zu können.

Dazu trägt der Patient täglich und in der Regel Stunde für Stunde die Stimmungen in das Tagebuch ein, die er beim Ausüben von verschiedenen Tätigkeiten empfindet. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, welche Tätigkeiten sich positiv oder negativ auf die Stimmung des Patienten auswirken.

Oftmals wird das Befinden mithilfe von Plus- und Minus-Zeichen (von extem gut bis extrem schlecht) beschrieben und besondere Vorkommnisse, etwa eine starke Gefühlslage bei einer bestimmten Aktivität, lassen sich gesondert notieren. Hierzu zählen sowohl Glücksmomente sowie erfolgreich gemeisterte Aufgaben, als auch verschiedene Schwierigkeiten, mit denen der Patient klarkommen musste. Das Tagebuch hilft dabei, den Verlauf der Therapie zu analysieren und ebenso ist es eine wertvolle Stütze zur Planung des Alltags.

Die Aktivitätenliste

Das Gleiche gilt für eine Aktivitätenliste. Mithilfe dieser Liste kann der Patient sämtliche Erlebnisse und Tätigkeiten herausfinden, die einen positiven oder stimmungsaufhellenden Effekt auf ihn haben. Dazu werden bestimmte Felder auf der Liste angekreuzt.

Aber auch eigene Ideen lassen sich notieren. Damit dem Betroffenen die Tages- und Wochenplanung leichter fällt, sind oftmals verschiedene Aktivitätenvorschläge vorgegeben. Dabei kann es sich um ganz banale Alltagssituationen und -dinge halten, aber auch um schöne Ausflugsideen. Mögliche Beispiele sind

zu nennen - also auch die kleinsten, unscheinbarsten Dinge im Tagesablauf eines Menschen.

Tiefenpsychologisches Therapieverfahren

Die psychodynamische Therapie beinhaltet sämtliche psychoanalytischen Behandlungsmethoden. Dazu zählt man unter anderem

Ziel und Zweck

Durch ein tiefenpsychologisches Therapieverfahren soll der Patient seine Probleme, aber auch sich selbst, besser verstehen. Die Tiefenpsychologie basiert auf der Ansicht, dass schmerzliche Erlebnisse, bestimmte Ereignisse oder unbewältigte Konflikte aus der Kindheit das menschliche Verhalten und Wohlergehen beeinflussen. Zu den bekanntesten Vertretern der Tiefenpsychologie zählt die von Sigmund Freud begründete Psychoanalyse.

Anwendung

Im Rahmen einer Psychoanalyse werden unbewusste Persönlichkeitsstrukturen ermittelt, um auf diese Weise Veränderungen in der Denk- und Handlungsweise des Patienten herbeizuführen. Das bedeutet, dass während der Therapie die gesamte Lebensgeschichte des Betroffenen in Gesprächen aufgearbeitet wird.

Indem der Therapeut bei dem Patienten verdrängte Gefühle oder Konflikte zum Vorschein bringt, hilft er ihm bei deren Bewältigung. Eine Psychoanalyse nimmt in der Regel viel Zeit in Anspruch und kann mehrere Monate oder sogar Jahre dauern. Sie zählt nicht zu den Standardtherapien, sodass man sie extra bei der Krankenkasse beantragen muss.

Mittlerweile werden aber auch psychodynamische Kurzzeittherapien angeboten. Das heißt, dass die Behandlung insgesamt nur etwa 10 bis 40 Stunden umfasst. Bei diesem Verfahren geht man in den ersten Behandlungsstunden dem Problem des Patienten auf den Grund, welches man anschließend auf nachhaltige Weise behandelt.

Für die Behandlung von Depressionen ist die psychodynamische Kurzzeittherapie sehr wichtig. So werden manche Depressionen durch eine zeitlich begrenzte Krise, wie zum Beispiel die Trennung vom Partner oder den Verlust des Arbeitsplatzes, verursacht.

Ablauf

Während der Behandlung verhält sich der Therapeut möglichst neutral, damit der Patient seine tiefsten Gefühle aufarbeiten kann. Ein typisches Merkmal von tiefenpsychologischen Verfahren ist die berühmte Couch, auf die sich der Patient während der Sitzungen legt.

Am Kopfende der Couch nimmt der Therapeut Platz. Auf diese Weise kann ihn der Patient nicht sehen, weiß aber, dass er da ist. Die Behandlung lässt sich dadurch sehr erleichtern.

  • Psychoanalytiker reden nie über sich selbst, sondern konzentrieren sich voll und ganz auf ihre Patienten.
  • Während der Sitzung sprechen sie nur wenig, damit der Patient nicht beeinflusst wird.
  • Manchmal ermutigen sie ihn jedoch, über alles zu reden, woran er denkt.

Nicht jedes tiefenpsychologische Verfahren eignet sich für jeden Patienten gleichermaßen. So kann es mitunter einige Zeit dauern, bis man die passende Therapie gefunden hat. Ebenfalls wichtig für den Erfolg der Behandlung ist der richtige Therapeut, bei dem sich der Patient gut aufgehoben fühlen muss.

Die interpersonelle Therapie (IPT)

Bei der interpersonellen Therapie (IPT) handelt es sich um eine Kurzzeit-Psychotherapie. Die in den 70er und 80er Jahren entwickelte Therapieform diente ursprünglich als Placebotherapie für die Psychotherapieforschung, erwies sich jedoch zur Behandlung von psychischen Problemen durchaus als erfolgreich und kommt seither bei unterschiedlichen Störungen zum Einsatz. Die positive Wirkung der interpersonellen Therapie bei der Behandlung von Depressionen wurde durch zahlreiche empirische Studien bewiesen.

Die interpersonelle Therapie unterscheidet sich von der Psychoanalyse darin, dass sie sich weniger auf die Vergangenheit des Patienten konzentriert, sondern mehr auf dessen Gegenwart und soziale Beziehungen zu anderen Personen. Durch Gespräche lernt der Betroffene, seine persönlichen Beziehungen zu überdenken und zu verbessern.

Bestandteile

Eine wichtige Rolle bei der Therapie spielen

  • zwischenmenschliche Beziehungen
  • starke Einschnitte in das bisherige Leben und
  • gegenwärtige Konflikte.

Darüber hinaus werden auch Ansätze der kognitiven Verhaltenstherapie aufgegriffen. So werden

  • Patienteninterviews geführt
  • Hausaufgaben verteilt und
  • die Effektivität der Behandlung kontrolliert.
Phasen und Behandlungsablauf

Die interpersonelle Psychotherapie lässt sich in folgende Phasen einteilen:

  1. initiale Phase (1.-3. Sitzung)
  2. mittlere Phase (4.-13. Sitzung)
  3. Beendigungsphase (14.-16. Sitzung).

In der initialen Phase wird die Diagnose gestellt und der Patient sowie seine Angehörigen über die Erkrankung informiert. Der Therapeut sucht die Ursachen in der aktuellen Situation des Betroffenen und gibt ihm Hoffnung, eine Lösung zu finden. Ebenfalls wird das Behandlungsziel besprochen.

In der mittleren Phase wird eine Klärung des Auslösers angestrebt. Man zielt darauf ab, dem Patienten eine neue soziale Rolle zu geben und neue Beziehungen zu vertrauensvollen Menschen aufzubauen.

Die letzte Phase der interpersonellen Psychotherapie dient dem Abschied zwischen Therapeut und Patient. Die Lerninhalte der Therapie werden wiederholt und es erfolgt ein positiver Ausblick in die Zukunft. Mögliche negative Emotionen, die mit der Beendigungsphase einhergehen können, werden besonders berücksichtigt.

Doch auch außerhalb der Psychotherapie gibt es unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen...

Die Vagusnervstimulation

Wer unter Depressionen leidet, fühlt sich ständig niedergeschlagen und findet selbst an Dingen, die ihm sonst immer Spaß machten, keine Freude mehr. Ungefähr 16–20 Prozent aller Menschen durchleben mindestens einmal in ihrem Leben eine Depression.

Bemerkbar macht sich diese meist durch

  • Ängste
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsstörungen und
  • Selbstzweifel.

Ausgelöst werden kann eine Depression aus unterschiedlichen Gründen. Dazu gehören vor allem

  • psychologische und biologische Einflüsse
  • starke psychische Belastungen oder
  • Stress im Beruf.

Für die Behandlung von Depressionen kommen verschiedene Therapien infrage. Dazu gehört auch die Stimulation des Vagusnervs.

Wirkung der VNS

Unter der Vagusnervstimulation (VNS) versteht man eine Behandlungsmethode, die eigentlich zur Therapie von Epilepsie dient. Seit 2005 kommt sie aber auch bei therapieresistenten Depressionen zum Einsatz.

Bei der Vagusnervstimulation setzt man dem Patienten ein kleines elektrisches Impulsgerät im Brustbereich ein. Das Gerät ähnelt einem Herzschrittmacher und wird mithilfe einer Elektrode mit dem linken Nervus vagus verbunden, der zu den Hirnnerven gehört.

Die positive Wirkung resultiert aus einer regelmäßigen Stimulation dieses Nervs. Die Impulse, die während der Stimulation in das Gehirn gelangen, haben einen depressionshemmenden Effekt. Über die genaue Wirkungsweise ist man sich jedoch bislang noch im Unklaren.

Anwendung der VNS

Zur Anwendung kommt die Vagusnervstimulation in erster Linie bei therapieresistenten Depressionen. Das heißt, dass andere Behandlungsformen wie zum Beispiel eine Elektrokrampftherapie oder eine medikamentöse Therapie erfolglos verliefen.

Darüber hinaus stellt die VNS eine Alternativmöglichkeit für Patienten dar, die keine Antidepressiva vertragen oder unter erheblichen Nebenwirkungen leiden. Handelt es sich allerdings nur um eine leichte Depressionsform, ist es ratsam, das Operationsrisiko gut zu bedenken.

Wie lange die Wirkung eines Vagusnervstimulators bei einer Depression anhält, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Manche Patienten tragen das Gerät mehr als zehn Jahre, bei anderen Personen hält die antidepressive Wirkung auch nach der Entfernung des Stimulators an. Allerdings hat man bisher noch nicht genügend wissenschaftliche Belege, um zu einem abschließenden Urteil zu kommen.

Risiken und Nebenwirkungen

Eine Vagusnervstimulation ist nicht ganz frei von Risiken. So kann es bei dem operativen Eingriff, bei dem der Vagusnervstimulator eingesetzt wird, zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören

  • Schädigungen der Nervenbahnen
  • Entzündungen sowie
  • das allgemeine Narkoserisiko.

In manchen Fällen kann auch Heiserkeit auftreten. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Vagusnerv unter anderem für die Regulierung der Stimmritzen zuständig ist. Mitunter sind auch Muskellähmungen im Gesicht im Bereich des Möglichen.

Grundsätzlich ist die Vagusnervstimulation jedoch durchaus als positiv anzusehen. So zeigten sich bei Patienten, die unter schweren Depressionen litten, teilweise deutliche Behandlungserfolge.

Die Elektrokrampftherapie

In der Medizin wird die Elektrokrampftherapie (EKT) auch Elektrokonvulsionstherapie genannt. Obwohl die Methode als sehr effizient gilt, ist sie stark umstritten.

Durchführung und Wirkung der Elektrokrampftherapie

Zum Einsatz kommt eine Elektrokrampftherapie bei schweren Depressionen, die sich durch andere Therapieverfahren nicht erfolgreich behandeln lassen. Die antidepressive Wirkung wird durch das Auslösen eines kontrollierten epileptischen Anfalls hervorgerufen.

Zu diesem Zweck leitet man über zwei Elektroden Strom in den Körper des Patienten. Da der darauf folgende epileptische Anfall beide Hälften des Gehirns betrifft, handelt es sich um einen generalisierten Anfall. In der Regel hält ein künstlicher Anfall zwanzig bis vierzig Sekunden an und klingt dann von selbst wieder ab.

Wodurch der antidepressive Effekt bei einer Elektrokrampftherapie zustande kommt, ließ sich bislang noch nicht klären. Es wird vermutet, dass die Nervenzellen, die bei dem Vorgang aktiviert werden, vermehrt Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin freisetzen, die für die Stabilisierung der Stimmung wichtig sind.

Entwicklung der Elektrokrampftherapie

Entwickelt wurde die Elektrokrampftherapie in den 30er Jahren von ungarischen und italienischen Wissenschaftlern. Die Methode erwies sich als sehr effizient, stieß aber in den 70er Jahren auf heftige Kritik bei der Antipsychiatriebewegung. Nach der Entwicklung der Antidepressiva kam die Elektrokrampftherapie außer Mode.

Da eine medikamentöse Therapie jedoch nicht immer erfolgreich ist, kann bei manchen Patienten eine Elektrokrampftherapie wirkungsvoller sein. Daher behandelt man in Deutschland jedes Jahr etwa 4.000 Patienten auf diese Weise.

Anwendungsgebiete

Nach wie vor gilt die Elektrokrampftherapie als effizienteste Methode zur Behandlung von schweren Depressionen, aber auch von psychotischen und manischen Krankheitsbildern. So kommt sie vor allem bei

  • schweren unipolaren und bipolaren Depressionen
  • hohem Leidensdruck
  • erhöhtem Suizidrisiko sowie bei
  • Nahrungsverweigerung

zur Anwendung. Besonders in Fällen, bei denen man nicht auf die Wirkung von Medikamenten warten kann, ist die Elektrokrampftherapie von Vorteil, da ihr positiver Effekt umgehend eintritt.

Voraussetzungen und Kontraindikation

Um eine Elektrokrampftherapie durchführen zu können, muss der Patient allerdings über normalen Blutdruck sowie normale Herz- und Lungenfunktionen verfügen. Nicht zur Anwendung kommen darf die Behandlungsmethode hingegen bei

Im Rahmen einer Elektrokrampftherapie erfolgt eine enge Zusammenarbeit zwischen Neurologen, Psychiatern und Anästhesisten. Nachdem der Patient eine Kurznarkose erhalten hat und eingeschlafen ist, verabreicht man ihm ein muskelentspanndes Mittel, um starke Muskelkrämpfe zu verhindern; von der elektrischen Stimulation bekommt er also nichts mit. Normalerweise ist für eine Elektrokrampftherapie ein dreiwöchiger stationärer Klinikaufenthalt erforderlich.

Die Wachtherapie

Eine Depression zählt zu den schwersten psychischen Erkrankungen. Häufig leiden die Betroffenen dabei auch unter Schlafproblemen wie Einschlaf- oder Durchschlafstörungen.

Der Mangel an Schlaf hat zur Folge, dass es zu körperlicher Erschöpfung kommt, wodurch sich die psychischen Probleme noch weiter verschlimmern. So fühlen sich die Patienten kraft- und antriebslos. Eine Möglichkeit, die depressiven Beschwerden zu bessern, bietet die so genannte Wachtherapie.

Anwendung und Wirkung der Wachtherapie

Die Wachtherapie, die aus teilweisem oder totalem Schlafentzug besteht, kommt vor allem bei schweren bipolaren oder unipolaren Depressionen zur Anwendung. Bei ca. 50–60 Prozent verläuft die Behandlung erfolgreich, wobei die antidepressive Wirkung jedoch nur von kurzer Dauer ist. Aus diesem Grund muss meist gleichzeitig eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Obwohl die ungewöhnliche Behandlung häufig erfolgreich ist, weiß man nicht genau, wodurch die antidepressiven Effekte hervorgerufen werden. Es wird vermutet, dass es durch den gezielten Schlafentzug zu einer Neuausrichtung der gestörten Kreisläufe und Rhythmen von Botenstoffen und Hormonen kommt. Zu den Vorteilen der Wachtherapie gehört, dass sie

  • kaum schädliche Nebenwirkungen aufweist
  • schnell wirkt und
  • sich simpel durchführen lässt.

Durchführung der Wachtherapie

Im Rahmen einer Wachtherapie bleibt der Patient entweder die halbe oder sogar die ganze Nacht wach. Richtig geschlafen wird dann erst wieder am nächsten Abend.

Bereits während der Behandlung ist bei den meisten Patienten eine Verbesserung ihrer Stimmung in den Morgenstunden zu verzeichnen. So spüren die Betroffenen wieder mehr Antrieb, Freude und Elan.

Doch schon kurz nachdem der Patient wieder eine Nacht normal geschlafen hat, kommt es zu einer Verschlechterung seines Gemütszustandes. In manchen Fällen zeigt sich der positive Effekt der Wachtherapie sogar erst einen Tag später. Obwohl der Erfolg der Wachtherapie nur von kurzer Dauer ist, trägt die Behandlungsmethode immerhin dazu bei, dass der Patient vorübergehend wieder spüren kann, wie es ist, gesund zu sein.

Je nachdem wie schwer die Symptome einer Depression sind, lässt sich die Wachtherapie ein bis zweimal pro Woche durchführen. Da es für die Patienten nicht so einfach ist, den ganzen Tag wach zu bleiben, erfolgt die Therapie meist in einer Klinik und in Gruppen.

Damit die Patienten nicht von der Müdigkeit übermannt werden, gehen sie den unterschiedlichsten Tätigkeiten nach. Aber auch ein partieller Schlafentzug ist möglich.

Dabei stehen die Patienten am frühen Morgen zwischen 1 und 1:30 Uhr auf und gehen erst wieder am nächsten Abend zu Bett. Im weiteren Verlauf kann die Wachtherapie auch in den heimischen vier Wänden durchgeführt werden.

Zudem gibt es Maßnahmen, die Patienten zugunsten ihres Wohlergehens selbst durchführen können...

Was man selbst für sich tun kann, wenn man unter Depressionen leidet

Depressionen machen es den betroffenen Menschen sehr schwer, ein normales Leben zu führen. Umso wichtiger ist es, sich rasch medizinische Hilfe zu suchen, denn je eher mit einer entsprechenden Behandlung begonnen wird, desto schneller lässt sich die Erkrankung wieder in den Griff bekommen. Darüber hinaus kann man aber auch selbst etwas tun, um die Therapie zu unterstützen.

Die Krankheit akzeptieren

Zunächst einmal ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, dass es sich bei einer Depression um eine Krankheit handelt. So sind Traurigkeit oder Antriebslosigkeit keinesfalls Anzeichen von persönlicher Schwäche, sondern Krankheitssymptome.

Daher sollte man ruhig offen zu seinen Verwandten, Freunden oder Arbeitskollegen sein und über die Depression sprechen, denn durch Offenheit ist es einfacher, Missverständnissen vorzubeugen.

Ärztliche Anweisungen befolgen

Lässt man sich behandeln, trägt man zum Gelingen der Therapie bei, wenn man die Anweisungen des Therapeuten befolgt und die Arzneimittel, die von ihm verordnet wurden, regelmäßig einnimmt. Das Gleiche gilt für die regelmäßige Teilnahme an den Therapiesitzungen.

Außerdem kann es hilfreich sein, eine Vertrauensperson um Unterstützung zu bitten. So ist es oft sehr erleichternd, mit einem nahestehenden Menschen über die Krankheit zu sprechen.

Grübeln vermeiden

Kann man nicht schlafen, weil man wach liegt und grübelt, sollte man nicht im Bett bleiben, sondern lieber aufstehen und etwas tun. So kann man zum Beispiel

Etwas mit Menschen unternehmen

Auch Unternehmungen mit Familienmitgliedern oder Freunden sind wichtig, denn durch soziale Isolation werden die Depressionen nur noch schlimmer. Zudem ist es ratsam, sich gesund zu ernähren und nicht zu wenig zu essen. Auf Alkohol sollte man dagegen lieber verzichten; das gilt vor allem dann, wenn man Medikamente einnehmen muss.

Den Tag mit schönen Dingen füllen

Ebenfalls unterstützend, um gegen Depressionen vorzugehen, ist die Planung des Tages. Dabei sollten so viele angenehme Dinge wie möglich eingeplant werden, denn selbst unwichtige Tätigkeiten helfen einem dabei, sich von den negativen Gedanken abzulenken und das Verfallen in Lethargie zu vermeiden. Hilfreich für die Tagesplanung kann eine Aktivitätenliste sein, in die man Dinge einträgt, die man in nächster Zeit tun möchte.

Sport als Ausweg aus dem Tief?

Eine Methode setzt sich immer mehr bei der Behandlung von Depressionen durch: Sport. Eine Vielzahl von Studienergebnissen belegt, dass sportliche Aktivitäten eine positive Wirkung auf die Stimmung haben.

Besonders wichtig dabei ist allerdings die regelmäßige Ausübung, da der Effekt sonst schnell wieder verfliegt. Experten empfehlen Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen, etwa ein- bis dreimal pro Woche ein moderates Sportprogramm. Dabei geht es nicht um wilde Aktionen bis zur Verausgabung, sondern um leichten Ausdauersport wie

Auch

haben sich bei der Bekämpfung depressiver Verstimmungen bewährt. Durch gezielte Atemtechniken und Bewegungsmuster geraten Körper und Seele in Balance. Ein bisschen Schwitzen schadet allerdings nicht, denn nur wer die Anstrengung wahrnimmt, ist abgelenkt und kann das Gedankenkarussel stoppen.

Depressive Menschen sollten sich weder unterfordern noch überfordern. Mit einem individuell angepassten und regelmäßig ausgeführten Bewegungsprogamm lassen sich Stressreaktionen und Gefühle der Hoffnungslosigkeit vermeiden oder zumindest reduzieren.

Wichtig ist auch, dass die Angehörigen und Freunde auf einen behutsamen Umgang acht

en...

Der behutsame Umgang mit depressiven Menschen

Depressionen bei einem nahestehenden Menschen sind auch für Angehörige und Freunde nicht leicht. Wichtig ist, sich klarzumachen, dass es sich dabei um eine psychische Krankheit handelt. Um diesen Umstand besser zu verstehen, empfiehlt es sich, Informationen über die Erkrankung zu sammeln.

Neben entsprechender Literatur bietet auch das Internet zahlreiche Möglichkeiten, sich über Depressionen zu informieren. Gegebenenfalls kann auch professionelle Hilfe in Anspruch genomme

n werden.

Wann eine Depression vorliegt

Wenn ein Mensch immer mehr dazu tendiert, sich leidend zu zeigen, unruhig ist, rastlos, reizbar und Gefühle der Perspektivlosigkeit und eigenen Wertlosigkeit hegt, dann liegt eine Depression vor. Konzentrationsstörungen, extreme Veränderungen im Körpergewicht und Müdigkeit gehören ebenfalls zum Krankheitsbild.

Bezeichnend für depressive Menschen ist, dass sie energielos sind. Den ganzen Tag sind sie mit der Schwere in sich beschäftigt.

Die schnell gegen sich gerichteten Gefühle kippen ab einem bestimmten Stadium in Selbsthass um. Jede Anfeindung von außen wird dann zu einem lebendigen Verfechter der Selbstverachtung. Depressive Menschen können daher auf keinen Fall mit Kritik umgehen oder mit Entwertungen von außen.

Depressive Menschen sind für sich selbst gesehen die stärksten Gegner und vernichten sich bei fehlender Hilfe bis hin zum Selbstmord. Dies ist für viele oft der einzige Weg, um der Sinnlosigkeit einen Sinn zu geben und dem Umfeld nicht mehr aufzufallen oder das Umfeld in dessen Sorge und Rat- und ab einem bestimmten Punkt auch Kraftlosigkeit entgegen

zukommen.

Liebevoll unterstützen

Beim Umgang mit depressiven Menschen gilt es, bestimmte Fehler zu vermeiden. So sollte man sich keinesfalls von der betroffenen Person zurückziehen und sie meiden, denn gerade in dieser schweren Situation benötigt der Erkrankte Hilfe und Zuwendung.

Außerdem ist zu bedenken, dass depressive Menschen eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen. Das heißt, dass ihr Denken und Handeln von ihren Gefühlen bestimmt wird und daher nicht immer rationell ist.

Aus diesem Grund wird empfohlen, den Betroffenen nicht zu kritisieren, sondern ihm stattdessen Hilfe anzubieten. Da Menschen die unter Depressionen leiden, meist verunsichert und schüchtern sind, können liebevoll gemeinte Hilfsangebote sich durchaus positiv auswirken.

Vermeiden sollte man dagegen lieber aggressive Aufforderungen, wie zum Beispiel sich aufzuraffen oder sich nicht so anzustellen. Aufgrund ihrer Krankheit sind die Betroffenen dazu nicht in

der Lage.

Zu professioneller Hilfe raten

Am besten hilft man depressiven Personen, wenn man Verständnis für sie zeigt und ihnen zuhört. Dabei kann man ruhig auf behutsame Weise dem Erkrankten dazu raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

So lassen sich Depressionen durchaus wirksam behandeln. Außerdem ist es sinnvoll, dem Patienten zu sagen, dass man bestimmte Veränderungen an ihm festgestellt hat, und man sich deswegen Sorgen macht.

Den Erkrankten zu einem Arztbesuch zu ermutigen ist sehr wichtig, denn viele Betroffene empfinden Scham vor einem Besuch bei einem Psychiater oder Psychotherapeuten. Oft ist es auch eine große Hilfe für den Betroffenen, wenn man ihn zu einem Arztbesuch b

egleitet.

Nehmen Sie nichts persönlich

Depressive Menschen neigen oft dazu, wütend oder verletzend zu reagieren. Dies sollte man jedoch nicht persönlich nehmen, da solche Gefühle von der Erkrankung ausgelöst werden.

Anstatt dem Erkrankten Vorwürfe zu machen, ist es besser, Geduld aufzubringen und die Krankheit vorerst zu akzeptieren. Dies ist natürlich nicht immer einfach und erfordert viel Kraft und Einfühlungsvermögen.

Machen Sie einem Kranken bitte keine Szene, um ihm deutlich zu machen, dass er sich doch so sehr verändert hat und doch begreifen muss, dass er krank ist. Das ist eher kontraproduktiv.

Wenn Sie einem Erkrankten helfen wollen, dann müssen Sie selbst in sich stabil sein und auch mal aushalten, wenn der andere sich nicht helfen lassen will, weil er es gerade nicht zulassen kann. Oft ist der richtige Moment entscheidend, in dem der Kranke das durch Sie in ihn gesetzte Vertrauen ernst nehmen kann und sich auf diesem dünnen Seil auf Sie und Ihren Vorschlag einlassen kann.

Um selbst wieder neue Energie tanken zu können, wird empfohlen, auch an sich selbst zu denken und das Leben nicht vollständig auf den Patienten zu konze

ntrieren

.

Vorbeugung

Wurde die Veranlagung für eine Depression vererbt, kann man nur bedingt etwas gegen den Ausbruch der Erkrankung tun. Grundsätzlich ist es hilfreich, auch in schwierigen Phasen die positiven Dinge des Lebens hervorzuheben. Dies vermittelt ein positives Gefühl und kann Depressionen verdrängen.

Besonders in schwierigen oder stressigen Situationen sollte man unter Leute gehen und sich mit Freunden treffen. Die Ablenkung bewahrt oft vor dem Ausbruch der Depressionen.

Je früher eine Depression behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Man kann demnach einer schweren Depression vorbeugen, wenn sofort die ersten Anzeichen einer leichten Depression behandelt und ernst genommen werden.

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