Demenz - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Entstehung einer Demenz und wie man sie erkennen und behandeln kann

Für die Entstehung einer Demenz gibt es verschiedene mögliche Ursachen. Wie eine Demenz verläuft, hängt von der genauen Demenzform ab. Eine Demenz-Erkrankung zeigt sich durch verschiedene Symptome. Die Diagnostik einer Demenz ist zwar umfangreich, dann jedoch meist recht eindeutig.

Gesichtsausschnitt eines alten Mannes mit grauen Locken und Schnurrbart

Krankheitsbild

Aufgrund von Hirnschädigungen lässt das Gedächtnis nach
Aufgrund von Hirnschädigungen lässt das Gedächtnis nach

Der Begriff "Demenz" dient als Überbegriff für das Nachlassen der geistigen Fähigkeiten aufgrund von Hirnschädigungen. Die häufigste und bekannteste Demenz-Form ist die Alzheimer-Krankheit. Mit einem Anteil von ca. 10–20 Prozent stellt die vaskuläre Demenz die zweithäufigste Demenz-Form dar.

Die Anzahl an Demenzkranken steigt in Deutschland. Sie können ihren Alltag immer weniger allein bewältigen, leiden unter Gedächtnisstörungen und Orientierungslosigkeit. Heilen kann man die Erkrankung nicht, doch ist es möglich, den Betroffenen ein Mehr an Lebensqualität zu schenken.

Die vaskuläre Demenz

Charakteristisch für die vaskuläre Demenz ist, dass die betroffenen Personen ihre kognitiven Fähigkeiten einbüßen. Das heißt, dass es zu Einschränkungen beim Denken und Erkennen kommt. Dies macht sich unter anderem durch Wahrnehmungsstörungen oder Orientierungsprobleme bemerkbar.

Besonders hoch ist das Erkrankungsrisiko bei

Auch Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, neigen häufig zu vaskulärer Demenz.

Ursachen

Demenz ist ein übergeordneter Begriff für den Verfall der Hirnleistung. Man unterscheidet verschiedene Formen:

Eine Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung. Diese liegt in mehr als der Hälfte aller Fälle vor. Auch eine Durchblutungsstörung im Gehirn kann eine Form der Demenz sein, die so genannte vasculäre Demenz.

Die Demenz kann auch die Folge einer Erkrankung, wie zum Beispiel einer Stoffwechselstörung (wie Diabetes mellitus) sein.

In einigen Familien tritt die Demenz gehäuft auf, so dass Wissenschaftler davon ausgehen, dass die Erkrankung genetisch bedingt sein kann. Auch Bluthochdruck oder ein Vorhofflimmern kann das Entstehen dieser Erkrankung begünstigen.

Vaskuläre Demenz

Ursache für eine vaskuläre Demenz sind Durchblutungsstörungen im Gehirn. Kommt es zu einer Verengung oder sogar zu einem Verschluss der Blutgefäße, die für die Versorgung des Gehirns zuständig sind, besteht die Gefahr einer Schädigung der Gehirnzellen. Diese leiden unter Sauerstoffmangel, was schließlich zu ihrem Absterben führt.

In manchen Fällen werden die Durchblutungsstörungen auch von mehreren kleinen Schlaganfällen verursacht, was man als "Multi-Infarkt-Demenz" bezeichnet.

Risikofaktoren

Darüber hinaus gibt es gewisse Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz. Dazu gehören vor allem

Werden die Durchblutungsstörungen rechtzeitig behandelt, lässt sich das vaskuläre Demenz-Risiko begrenzen. In manchen Fällen kommt es allerdings auch zu einer Mischung aus vaskulärer Demenz und Alzheimer.

Weitere mögliche Ursachen für Demenz

Säureblocker gefährlicher als gedacht? Mittel gegen Sodbrennen könnten Demenz fördern

Ärzte raten bei steigendem Lebensalter die Säureblocker mit vermehrter Rücksicht zu nehmen

3-D-Grafik eines männlichen Körpers mit rot hervorgehobenem Verdauungssystem
Silhouette junges Mannes mit Bauchschmerzen - 3D Illustration © ag visuell - www.fotolia.de

Wer an Sodbrennen leidet, hat in der kleinen Hausapotheke oft klassische Säureblocker wie den Wirkstoff

  • Omeprazol oder
  • Pantoprazol.

Beide zählen zur Gruppe der sogenannten Protonenpumpenhemmer und führen innerhalb kürzester Zeit zu einer Reduktion der Magensäure. Die Beschwerden verschwinden daher in der Regel binnen Minuten. Doch der zu leichtfertige Umgang mit den Medikamenten kann schwerwiegende Folgen haben, wie eine aktuelle Studie zeigt. Offenbar steigt durch die gehäufte Einnahme das Risiko auf eine Demenz.

Steigendes Demenz-Risiko

In der Studie wurde mit rund 73.000 Senioren gearbeitet, die mindestens 75 Jahre alt waren. Sie wurden zu ihrem Medikamentenkonsum der letzten 18 Monate befragt. Gleichzeitig erhob man, wer von den Teilnehmern an Demenz litt. Den Forschern fiel ein deutlicher Zusammenhang auf, wenn die Protonenpumpenhemmer im vergangenen 1 1/2 Jahren vermehrt eingenommen wurden.

Die Gefahr für Demenz stieg dabei um insgesamt 44 Prozent. Da es sich bei der Studie allerdings um eine Beobachtungsstudie handelte, kann man keine weiteren Aussagen über Ursache und Wirkung machen. Die Ärzte raten jedoch bei steigendem Lebensalter die Säureblocker mit vermehrter Rücksicht zu nehmen.

Weitere Nebenwirkungen

Einige andere Nebenwirkungen der Medikamente sind bereits seit einiger Zeit bekannt. So können Säureblocker die Verdauung mit der Zeit beeinflussen und daher zu Mangelerscheinungen bei gleichbleibendem Essverhalten führen. Die Wirkstoffe verändern den Säurewert und verändert daher die Effektivität, mit der Nahrungsbrei verarbeitet wird. Belegt sind Folgeprobleme wie

  • Magnesiummangel oder
  • ein Rückgang an Vitamin B12 im Blut.
  • Sogar Osteoporose kann durch die häufige Einnahme von Säureblockern entstehen, da zu wenig Kalizum über die Nahrung aufgenommen wird.

Tatsächlich unterstützt die Magensäure die Aufnahme des Mineralstoffs und sollte daher nicht auf Dauer mit Blockern gering gehalten werden.

Insulinmangel kann bei Alzheimer-Erkrankung eine Rolle spielen

Ein höheres Risiko an einer Demenz, wie die Alzheimer-Erkrankung, zu erkranken, besteht bei den Menschen, die an Diabetes leiden. Hierbei können sowohl zu hohe, aber auch zu niedrige Blutzuckerwerte eine Rolle spielen, wie der Privatdozent Dr. Daniel Kopf aus Heidelberg im "Diabetiker Ratgeber", ein Apothekenmagazin, berichtet.

Der Zucker gelangt durch das Hormon Insulin schlechter in die Gehirnzellen und fördert somit die Erkrankung an Alzheimer. Aus diesem Grund sollten Diabetiker besonders darauf achten ihre Blutzuckerwerte im normalen Bereich zu halten.

Frauen mit Bauch haben ein höheres Risiko an Demenz zu erkranken

Wie eine schwedische Langzeitstudie ergab, liegt das Risiko an Demenz zu erkranken bei Frauen höher, die einen großen Bauchumfang haben. Zusätzlich besteht auch die höhere Gefahr einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Am Anfang der Studie wurden etwa 1.500 Frauen im Alter zwischen 38 und 60 Jahren untersucht und nach ihrer Gesundheit und dem Lebensstil befragt. Nach gut 30 Jahren wurde bei den Frauen mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren bei 161 Frauen eine Demenz diagnostiziert. Bei weiteren Auswertungen kam man zum Ergebnis, dass nicht der Hüftumfang, sondern mehr der Bauchumfang ausschlaggebend ist, so dass im letzten Fall das Risiko doppelt so hoch ist.

Andere Studien hatten sich mehr auf den BMI (Body-Mass-Index) bezogen, aber die Frauen bei der Langzeitstudie waren weder besonders fett noch hatten die großes Übergewicht, so dass es davon abhängt, wo das Fett sich ansammelt.

Wer sich schräg ins Bett legt, hat eine höhere Anfälligkeit für Demenz

Ergebnissen einer Studie von Wissenschaftlern der Uni Mainz zufolge könnte ein Zusammenhang zwischen der Schlafhaltung und einer Anfälligkeit für Demenz bestehen. Gesunde Menschen legen sich demnach instinktiv gerade ins Bett, erläuterte der Neurologe Joseph Claßen. Personen, die sich im Rahmen der Testreihe eher quer ins Bett legten, hatten schlechtere Ergebnisse in den anschließenden neuropsychologischen Tests.

Die Schräglage im Bett kann demnach ein Hinweis auf ein gestörtes räumliches Orientierungsvermögen sein. "Eine Schräglage stellt ein Indiz für den behandelnden Arzt dar, denn gesunde Erwachsene legen sich spontan gerade ins Bett", so Claßen. Es sei wichtig, dass Ärzte solche Beobachtungen machen könnten.

Zusammenhang zwischen ADHS und Lewy-Körper-Demenz von argentinischen Forschern nachgewiesen

ADHS-Patient hat ein drei mal höheres Risiko, später an Lewy-Körper-Demenz zu erkranken

Grafik menschlicher Kopf mit dunkler Verfärbung - Kopfschmerzen
Kopfschmezen © Matthias Geipel - www.fotolia.de

Argentinischen Forschern ist es gelungen nachzuweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) und der Lewy-Körper-Demenz gibt. Die Lewy-Körper-Demenz ist nach Alzheimer die zweithäufigste Demenzerkrankung. Sie kann singulär auftreten oder als Folgeerscheinung der Parkinson-Krankheit.

Die Studie

Der Erstautor der Studie, Angel Golimstok, erklärte dem "European Journal of Neurology" wie er den Zusammenhang nachweisen konnte. Er untersuchte eine Gruppe von Demenzkranken, die 360 Personen umfasste, auf ADHS-Symptome im Erwachsenenalter.

Die Teilnehmer der Gruppe waren zwischen 74 und 75 Jahren alt. 109 der Kranken litten an Lewy-Körper-Demenz, 251 an Alzheimer. Die Kontrollgruppe umfasste 146 gesunde Personen des gleichen Alters.

Um zu ermitteln, wer von diesen beiden Gruppen früher ADHS-Symptome zeigte, wurden Angehörige der Teilnehmer befragt, die die Teilnehmer schon mindestens 10 Jahre kannten. Bei der Befragung wurden die Analysemethoden des "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" und die "Wender Utah Rating Scale" verwendet.

Das Ergebnis

Es zeigte sich, dass 48 Prozent der Lewy-Körper-Dementen früher ADHS hatten. Bei den Alzheimer-Dementen und bei den Gesunden waren es nur jeweils 15 Prozent. Damit hat ein Erwachsener, der an ADHS leidet, ein drei mal höheres Risiko später an Lewy-Körper-Demenz zu erkranken als ein Erwachsener, der keine ADHS-Symptome zeigt.

Schlaganfallpatienten mit Vorhofflimmern haben ein besonders hohes Demenzrisiko

Grafische Darstellung eines Schlaganfalls/Hirnschlags mit vergrößerter Ansicht des Blutgerinnsels, mit Beschriftung
Schlaganfall. Blutgerinnsel. Hirnschlag © Henrie - www.fotolia.de

Ärzte haben eine besonders gefährliche Kombination von körperlichen Beschwerden ermittelt. Demnach sind Menschen mit einem Vorhofflimmern, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, besonders schlecht dran. Sie haben ein besonders hohes Risiko, später einmal an Demenz zu erkranken.

Eine großangelegte Studie untersuchte die Gene von 46.637 Menschen. All jene Freiwillige, die nur eines oder keins der beiden Leiden hatten, besaßen ein durchschnittliches Demenzrisiko. Wer jedoch beides in sich vereinte, dessen Risiko war um das 2,4-Fache erhöht.

Auch die beiden Erkrankungen können sich gegenseitig fördern. Studien ergaben, dass Vorhofflimmern oft einem Schlaganfall voran geht. 15 Prozent aller Schlaganfälle können auf die Störung im Herzrhythmus zurückgeführt werden.

Neue Erkenntnisse in der Demenz-Forschung - bisher unbekannte Risikofaktoren aufgedeckt

Eine regelmäßige Mundhygiene kann Demenz vorbeugen

Nahaufnahme gebogene Zahnbürste mit Zahnpasta, im Hintergrund Zahnputzbecher
Dental care equipment on white table © Kati Molin - www.fotolia.de

Demenz ist bisher eine unheilbare Krankheit und viele Menschen haben große Angst, im Alter daran zu leiden. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten daran, den Ursachen der Demenz auf die Spur zu kommen und sowohl Therapiemethoden, als auch Präventionsmaßnahmen zu präsentieren.

Risikofaktor: Mundhygiene

Die Mediziner können auf der Basis neuer Erkenntnisse nun einige neue Risikofaktoren benennen. Wer diese in seinem täglichen Leben umgeht, kann seinen eigenen Betrag zur individuellen Risikosenkung leisten. Wichtig sei dabei besonders die Pflege der Zähne.

Eine Langzeitstudie über 15 Jahre mit 7.239 Freiwilligen ab 65 Jahren zeigte, dass Zahnkrankheiten einen Einfluss auf Demenz zu haben scheinen. Die Senioren waren teilweise gesund, oder hatten Anzeichen von Alzheimer. Sie alle wurden im Abstand von fünf Jahren einem gesamten Gesundheitscheck unterzogen und zu ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte befragt.

Die geistige Fitness schien dabei sowohl mit der Mundhygiene, als auch mit dem Hörvermögen einher zu gehen.

Von denen, die am Ende der Studie körperlich absolut gesund waren, hatten 18 Prozent Demenz entwickelt. Wer dagegen mit der Mundhygiene Probleme hatte, bei dem war das Risiko 3,2 Prozent höher. Wer dazu weitere Defizite hatte, etwa beim Gehör oder beim Sehen, dessen Risiko kletterte schnell auf bis zu 40 Prozent.

Durch regelmäßige Gesundheitskontrollen und bewusste Lebensweise kann man demnach das eigene Risiko um fast die Hälfte reduzieren.

Starke Depressionen können zu einer sekundären Demenz führen

Schwarz-weiß Bild Frau hockt im dunklem leeren Zimmer an kahler Wand Depression Borderline Trauer
Despair © Ella - www.fotolia.de

Demnächst findet der Wiener Alzheimertag statt. Aus diesem Anlass äußerte sich Dietmar Winkler von der Wiener Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie zum Thema Demenz. Vor allem ältere Menschen litten unter Demenz. Weil die Menschen in den westlichen Industrieländern durchschnittlich immer älter würden, nehme demnach auch das Problem der Demenz stark zu. Die häufigste Demenzerkrankung sei Alzheimer. Alzheimer sei eine sogenannte primäre Demenzerkrankung. Es gebe aber auch sekundäre Demenzen, so Winkler. Das seien demenzähnliche Zustände, deren Ursache aber in einer anderen Grunderkrankung lägen.

So könne etwa eine Schilddrüsenunterfunktion zu einer sekundären Demenz führen, aber auch neurologische Erkrankungen, Infektionen oder Vitaminmangel. Wenn Menschen unter starker Depression litten, könne es ebenfalls zu einer sekundären Demenz kommen. Der Österreicher Winkler nennt diese Art der sekundären Demenz Pseudodemenz.

Für Ärzte sei es oft nicht einfach, an einem dementen Patienten zu erkennen, dass es sich eigentlich um eine Pseudodemenz handele, so Winkler.

Feinstaub schadet Hirngefäßen - der Dreck in der Luft verursacht Schlaganfall und Demenz

Für das Risiko für Demenz und Hirnschlag muss die Skala der Feinstaubbelastung neu berechnet werden

Nahaufnahme Auto Auspuff mit Abgasen
abgase noch und nöcher © Stefan Redel - www.fotolia.de

Bisher sah man im Feinstaub vor allen Dingen eine Gefahr für unsere Lunge. Doch der feine Dreck in der Luft ist viel schlimmer als gedacht. Was uns täglich aus Abgasen um die Nase weht, legt sich auch aufs Hirn. Schon kleine Mengen Feinstaub können demnach Demenz oder gar einen Schlaganfall verursachen.

Bisher gibt es Richtwerte für die Belastung, die auf das Risiko für die Atemwege zugeschnitten sind. Bei dem Risiko für Demenz und Hirnschlag muss die Skala neu berechnet werden. Nach der Alten reicht nämlich schon ein Wert, der eigentlich noch als harmlos gilt, damit das Risiko für beides in die Höhe schnellt.

Schlaganfallgefahr durch Feinstaub

In den USA hatte man sich die Daten von 1.700 Menschen mit einem Schlaganfall genauer angesehen. Es war auffällig, dass besonders an den Tagen viele Menschen mit einem Hirninfarkt in die Klinik kamen, wenn mehr Feinstaub in der Luft gewesen war.

Es waren genau 34 Prozent Betroffene mehr, wenn die Luftqualität laut Skala nur „mäßig“ war. Eigentlich sagt das nur aus, dass ein moderates Risiko für die Gesundheit besteht, doch der Feinstaub hatte die Hirngefäße der Betroffenen deutlich in Mitleidenschaft gezogen.

Demenzrisiko in belasteten Regionen

Wer nicht gleich mit einem Hirnschlag zu kämpfen hat, der hat dennoch ein Risiko auf Demenz. Eine weitere Studie betrachtete dafür von 20.000 Freiwilligen Seniorinnen die Gesundheit. Alle Frauen waren bereits mehr als 70 Jahre alt.

Auch hier zeigte sich: wer in einer leicht feinstaubbelasteten Region gelebt hatte, hatte schon deutlich öfter Demenz. Das Gehirn altert von der Leistung her im Schnitt zwei Jahre schneller.

Die gefährlichen Auswirkungen der Übermedikation

Arzneimittel - Pillenpackungen mit blauen, roten, gelben, grünen und weißen Pillen
different pills isolated on white background © Evgeny Rannev - www.fotolia.de

In ihrem Bericht im Rahmen der österreichischen Ärztewoche machte Klinik-Pharmazeutin Martina Anditsch deutlich, dass ältere Patienten, die aufgrund von mehrerer Beschwerden eine ganze Reihe von unterschiedlichen Medikamenten einnehmen müssen, ein erhöhtes Risiko für Demenz aufweisen, denn die vielen Arzneimitteln hätten eine negative Auswirkung auf das Gehirn.

In einem beschriebenen Fall der Über- bzw. Multimedikation wurde eine Patientin mehr und mehr vergesslich und litt unter starken Konzentrationsstörungen. Insgesamt 14 verschiedene Arzneien musste die Frau einnehmen, viele davon hatten eine anticholinerge Wirkung, die die besagten Nebenwirkungen hervorrief.

Generell, so Anditsch, sei "mehr Nachdenken" der Ärzte beim Verschreiben von Arzneimitteln nötig und auch die E-Medikation, die die verschriebenen Medikamente elektronisch auf mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen überprüft, wäre eine große Hilfe.

Kummer im Seniorenalter - das seelische Tief fördert Alzheimer

Traurige Seniorin, den Kopf ans Handgelenk gestützt
Sad aged woman © aletia2011 - www.fotolia.de

Alzheimer ist nicht heilbar und bei wem der Prozess des Abbaus einmal begonnen hat, der kann die Demenz nur heraus zögern. Doch genau damit kann man sich die Lebensqualität so lange wie möglich erhalten, was im Interesse aller Betroffenen ist. Eine Studie hat nun ergeben, dass der Prozess des Nervenverfalls deutlich davon abhängt, wie glücklich oder unglücklich ein Betroffener ist. Geistige Ausgeglichenheit wird die Hirnzellen eher erhalten und dunkle Gedanken und Ängste führen zu einem schnelleren Abbau der Leistung.

Wie genau der seelische Stress die Beschleunigung bewirkt, ist noch nicht erforscht, doch dass es so ist, zeigt eine Studie mit 107 Senioren. Sie alle waren im Schnitt 72 Jahre und bereits als Alzheimer-Patienten in Behandlung. Die Männer und Frauen waren entweder im Anfangsstadium oder in einer mittelschweren Demenz-Phase. Um einen Vergleich zu haben, bat man 107 weitere Senioren an der Studie teilzunehmen. Diese Männer und Frauen hatten das selbe Durchschnittsalter, einen ähnlichen Bildungsstand, aber eben keine Anzeichen von Demenz.

Nun wurden alle Probanden und nahe Bezugspersonen wie Verwandte und Pfleger befragt, wie glücklich oder unglücklich die Senioren waren. Das Ergebnis war, dass 73 Prozent aller Alzheimer-Patienten sich selbst als eher kummervoll einschätzten. Die negative Gemütslage wurde aber nicht durch die Alzheimer-Krankheit, sondern durch Dinge wie Tod eines Nahestehenden oder Gewalterlebnisse verursacht. Offenbar hatte das die Demenz deutlich beschleunigt, denn in der Vergleichsgruppe waren nur 24 Prozent von solch negativen Ereignissen betroffen. Dies wäre eine mögliche Ursache für ihren fitten geistigen Zustand.

Demenzgefahr durch Benzodiazepine - die Wirkstoffe gegen Angststörungen fördern Demenz

Mehrere Tabletten und Pillen liegen auf Wörterbuch auf Begriff Medikament
medikament © Stefan Redel - www.fotolia.de

Benzodiazepine werden noch immer gern in verschiedenen Medikamenten verarbeitet. In der Regel sollen sie gegen Angststörungen helfen oder aber Schlafprobleme behandeln. Nun hat man eventuell eine neue Nebenwirkung entdeckt, die den Umgang mit den betroffenen Mitteln in Zukunft verändern könnte.

Zwar sind es bisher nur Hinweise und noch keine Fakten, doch die Theorie reicht bereits, um die Mediziner zu beunruhigen. Es ist denkbar, dass die Benzodiazepine durchaus in der Lage sind, das Risiko für Demenz bei einem Menschen zu erhöhen. In einer Studie zur Thematik kam man erstmals zu dem Schluss, dass die Gefahr für ältere Männer und Frauen um bis zu 60 Prozent steigen kann.

Gerade bei Senioren sollten die Medikamente daher nur noch mit großer Vorsicht zum Einsatz kommen. Die Untersuchung erfasste 1.063 Männer und Frauen, die zum Beginn der Studie noch keine Benzodiazepine eingenommen hatten.

Fünf Jahre lief die Studie, dann begannen 95 der Probanden mit Medikamenten, die den Wirkstoff enthielten. Alle Teilnehmer wurden bis zu 20 Jahren betreut und ihre geistige Verfassung beobachtet. Nach im Schnitt sechs Jahre seit dem Beginn der Einnahme - also im elften Jahr der Studie - zeigten 32 der 95 Benzodiazepine-Anwender Zeichen von Demenz.

Dies entspricht 32 Prozent. Bei den übrigen Probanden, die nicht mit den Wirkstoffen in Kontakt gekommen waren, lag die Gefahr nur bei 23 Prozent (223 von 968 Personen).

Soziale Isolation kann Alzheimer-Risiko erhöhen - Einsamkeit macht krank

Faltige Hände eines alten Menschen o Seniors mit schwarzer Bekleidung an Gehstock o Krückstock
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Es ist eigentlich ein alter Hut, dass Einsamkeit viele Menschen krank macht. Doch erst jetzt konnten niederländische Forscher einen Zusammenhang zwischen einer als schmerzlich empfundenen Isolation und Alzheimer-Erkrankungen herstellen. Die Forscher des Vrije Universiteit Medical Centers in Amsterdam analysierten 2173 Studienteilnehmer zwischen 65 und 86 Jahren, die zu Beginn der Studie noch keine Anzeichen für Demenz zeigten. Obwohl etwa die Hälfte der Teilnehmer allein lebte, gab nur ein Fünftel an, sich einsam oder sogar sehr einsam zu fühlen.

Bei einer weiteren Befragung drei Jahre später zeigte sich, dass diejenigen, die sich einsam fühlten, ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko hatten, an Demenz zu erkranken. Dabei macht es nichts aus, ob die Person allein lebte oder mit einem Ehepartner und ob sie über viele soziale Kontakte verfügten: Auch diejenigen, die einen großen Freundeskreis besaßen und sich trotzdem einsam fühlten, hatten ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Zugleich waren Menschen, die alleine lebten, sich aber nicht einsam fühlten, weniger häufig betroffen.

Die Forscher wollen nun klären, ob das Gefühl der Einsamkeit kognitive Hirnfunktionen beeinflusst und so Demenz auslösen kann, oder ob es Ausdruck der Hirnschäden und Persönlichkeitsveränderunng bei Beginn der Demenzerkrankung ist. Sie befürchten, dass Demenz auch deswegen zunimmt, weil immer mehr Menschen alleine wohnen und sich sozial isoliert fühlen.

Spezialform der Demenz geht offenbar auf einen genetischen Übersetzungsfehler zurück

Grafik menschlicher Kopf mit dunkler Verfärbung - Kopfschmerzen
Kopfschmezen © Matthias Geipel - www.fotolia.de

Allgemein spricht man zwar immer von "der Demenz", doch eigentlich gibt es verschiedene Formen der Erkrankung. Der Oberbegriff geht auf gleiche Symptome zurück, denn alle Betroffenen leiden an Gedächtnisschwäche, verändern teilweise ihre Persönlichkeit und entwickeln Fehler im Sprachmuster. Die Ursache dafür sitzt zwar im Gehirn, kann aber auf neurologischer Ebene durchaus unterschiedlich sein.

Zwei Formen der Demenz (der Mediziner nennt sie "frontotemporale Demenz" und "amyotrophe Lateralsklerose") gehen offenbar auf einen genetischen Faktor zurück. In einer Studie zu diesen beiden Formen zeigte sich, dass die Patienten spezielle Ablagerungen im Gehirn entwickeln, die rein gar nichts mit ihrem Alter und dem Alterungsprozess zu tun haben. Daher treten diese Arten der Demenz oft auch deutlich vor dem Seniorenalter auf.

Die Patienten leiden neusten Erkenntnissen zufolge an einem Gendefekt. Diesen haben sie vermutlich geerbt, denn die Formen treten stark gehäuft innerhalb einer Familie auf. Der Defekt bewirkt, dass es im Gehirn zu Übersetzungsfehlern kommt.

In der DNS liegen viele Informationen gespeichert. Bei Patienten mit diesem Defekt ist im betroffenen Gen ein Informationsabschnitt in doppelter Ausführung vorhanden. Diese Kopie ist alles andere als harmlos, denn sie sorgt dafür, dass ein Eiweiß gebildet wird, das es eigentlich gar nicht geben sollte.

Dies können Forscher sagen, da das gefundene und untersuchte Protein nirgendwo sonst im Körper anzutreffen ist. Nur bei Menschen mit diesem genetischen Defekt wird es produziert. Es lagert sich dann im Gehirn ab und führt zu dem bereits bekannten Effekt: wie Müll häuft es sich um die Nervenzellen an und führt zum Absterben der Neuronen.

Alzheimer-Risiko durch Krisen in der Lebensmitte

Ältere Dame in roter Bluse sitzt auf einer grauen Couch, den Kopf auf die rechte Hand gestützt
woman having headache © absolut - www.fotolia.de

Ereignisse im Leben können depressive Phasen auslösen. Das kann Stress, Liebeskummer oder der Tod eines nahe stehenden Menschen sein. An Depressionen leiden in Deutschland vier Millionen Menschen. Im Alter erkranken Menschen häufig an Demenz, die in ihrer Lebensmitte viel Kummer erlebt haben.

Bei Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, die eine schwere Belastung erlebten, steigt das Risiko, später an Alzheimer zu erkranken. Der vorangegangene Stress und Depressionen können im Alter zur Vergesslichkeit führen. Im Organismus können Stresshormone lange nach solch einer Belastung vorgefunden werden. Diese Hormone sind für eine Demenz verantwortlich. Im Gehirn sterben Nervenbahnen, Zellen und Kontakte der Nerven ab, das Gehirn schrumpft durch den Dauerstress. Verantwortlich ist die Ausschüttung reichlicher Stresshormone.

Erlebnisse, die das Leben mit sich bringt, lassen sich nicht vermeiden. Um Krisen und Stress jedoch besser zu verarbeiten, genügen meist einfache Mittel. Soziale Kontakte sind jetzt wichtig, ebenso diese zu pflegen und viel Bewegung. Wurde bereits eine Depression erkannt, helfen Medikamente oder eine Psychotherapie. Außerdem kann Einsamkeit schädlich sein.

Übergewicht schützt vor Demenz: Sehr dünne Menschen sind eher gefährdet

Laut einer britischen Studie sollen Menschen mit einem BMI unter 20 ein erhöhtes Demenzrisiko tragen

Bauch eines übergewichtigen Mannes, er drückt Bauchspeck vorne zusammen
Man holding his big fat belly isolated on white background © dundanim - www.fotolia.de

Endlich mal eine gute Nachricht für Menschen mit Übergewicht: Sie sind im Alter weit weniger gefährdet an Demenz zu erkranken als sehr dünne Menschen. Dies ergab eine große Studie aus London, bei der die Daten von fast zwei Millionen Bürgern in Großbritannien ausgewertet wurden.

Demnach war das Risiko, später an Demenz zu erkranken, bei Menschen mit einem Body-Mass-Index unter 20 um ein Drittel erhöht. Bei Menschen, deren Body-Mass-Index 30 oder mehr betrug, war das Risiko dagegen um ein Drittel niedriger als beim Durchschnitt. Normalerweise gilt ein BMI ab 30 als Grenze zur Fettleibigkeit.

Studienergebnisse widersprechen früheren Studien

Die Studienergebnisse widersprechen somit früheren Studien, wonach Übergewicht die Entstehung von Demenz begünstigt. Warum die neue Studie nun so unterschiedliche Ergebnisse liefert, ist unklar. Möglicherweise spielen Faktoren wie

eine Rolle, die nicht weiter erforscht wurden.

Die hinlänglich bekannten Risikofaktoren Rauchen und Alkohol hätten die Studienergebnisse dagegen nicht beeinflussen können. Somit kann die Studie letztendlich auch kein Licht ins Dunkel des kontrovers diskutierten Themas Gewicht und Demenz bringen.

Verlauf

Wie sich die Demenz entwickelt, hängt davon ab, um welche Form es sich handelt. Einige Formen der Demenz treten in Schüben auf. Während eines Schubes verschlechtert sich der Zustand massiv, zwischen den Schüben kann der Patient völlig klar sein.

Bei Alzheimer schreitet die Erkrankung langsam und kontinuierlich fort. Anfangs empfinden die meisten Betroffenen die Erkrankung als große Belastung und werden depressiv, da sie ihren geistigen Verfall noch ganz klar mitbekommen. Nicht alle Betroffenen bemerken jedoch die Veränderungen an ihnen und werden deshalb aggressiv, wenn man sie darauf anspricht.

Meist tritt eine Demenz im höheren Alter auf. Sie kann nicht behandelt werden und schreitet daher fort, bis der Patient verstirbt.

Demenz ist jedoch keine tödliche Erkrankung. Der Tod tritt durch andere Erkrankungen (wie zum Beispiel altersbedingter Herzstillstand) ein.

Wie sich neurodegenerative Erkrankungen gegenseitig beeinflussen können

Ältere Frau mit grauen Haaren sitzt auf dem Sofa und hält die Hände an die Stirn
Unhappy Retired Senior Woman Sitting On Sofa At Home © Monkey Business - www.fotolia.de

Wie Forscher nun herausgefunden haben, sind einige neurodegenerative Erkrankungen stark voneinander abhängig und können sich gegenseitig beeinflussen. Sie entstehen meist durch verklumpte fehlgefaltete Proteine im Gehirn, die sich von einer Region mit der Zeit auf mehrere Bereiche ausbreiten. Forscher aus Dresden sprechen von einer „Proteinvergiftung“ im Hirn.

Als Beispiel der Abhängigkeit voneinander nennen die Wissenschaftler Parkinson und Alzheimer. Durch die Ausbreitung und Aggregation der verschiedenen Eiweiße kann es von der einen zur anderen Krankheit kommen. Als Ursache der Fehlfaltung werden vor allem Störungen in der RNA-Verarbeitung angesehen.

Bei der Aggregation würden sich unterschiedliche Proteinstämme bilden, die Auslöser weiterer neurodegenerativer Erkrankungen sein könnten. Bei der Erkennung solcher Krankheiten müsse man dieses Wissen nutzen, um deren möglichen Folgen zu verhindern bzw. das Ausmaß deutlich zu reduzieren.

Erfahrungen zeigen, dass sich Demenz und geistiger Abbau bremsen lässt

Durch frühzeitige Hilfe kann dem geistigen Abbau bei Demenz entgegengewirkt werden

Alter Mann bekommt etwas in sein Ohr gesagt
kommunikation © Phoenixpix - www.fotolia.de

Eine der Kehrseiten unserer hohen Lebenserwartung: Immer mehr alte Menschen bauen geistig so weit ab, dass sie ohne Hilfe, oft rund um die Uhr, nicht leben können. Der Zeitpunkt jedoch, zu dem völlige Hilfsbedürftigkeit eintritt, kann weit hinaus geschoben werden.

Wie lässt sich gegen die Demenz vorgehen?

Dazu müssen aber Angehörige oder andere nahe Bezugspersonen früher als heute meist üblich, aktiv werden. „Oft sind bereits diverse Katastrophen passiert, bevor Hilfe in Anspruch genommen wird“, bedauert Professor Hans Gutzmann, Leiter der Klinik für Psychiatrie am Berliner Krankenhaus Hedwigshöhe und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie- und Psychotherapie, in der „Apotheken Umschau“.

Der Umgang mit der Krankheit will und kann gelernt werden. Richtig angeleitet können Demente Schwächen ausgleichen und Restfähigkeiten nutzen. So gilt es, alte Interessen und Fertigkeiten möglichst lange zu erhalten. „Das motorische Lernen bleibt lange erhalten“, erklärt Gutzmann. Er rät Angehörigen dringend, frühzeitig Hilfe bei professionellen Helfern zu suchen.

Diese können nicht nur bei der Betreuung anleiten, sondern auch einen Teil der Pflege übernehmen. Allein scheitern oft auch bestens motivierte Angehörige an der großen Belastung.

Auch die kognitiven Fähigkeiten leiden bei Demenz

Grafik weiß, menschliches Gehirn von der Seite
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Eine Demenzerkrankung wird in der Regel nur mit Gedächtnisstörungen assoziiert. Jedoch erfahren Betroffene noch weitere Beeinträchtigungen im Leben. Mindestens eine kognitive Fähigkeit ist meistens beeinträchtigt.

Meistens seien ebenfalls die Konzentration, das räumliche Vorstellungsvermögen oder der Orientierungssinn betroffen. Doch auch das Sozialverhalten ändert sich – dies kann bishin zu Apathie und aggressivem Verhalten führen.

Wenn derartige Veränderungen länger als sechs Monate andauern, sollten sich Betroffene an einen Facharzt für Hirnleistungsstörungen wenden.

Symptome

Demenz-Patienten erkannt man an verschiedenen Symptomen, je nachdem, wie ausgeprägt die Erkrankung ist.

Als erstes ist meist das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt. Betroffene wissen zum Beispiel nicht mehr, warum sie gerade das Haus verlassen haben (zum Beispiel, um zum Einkaufen zu gehen).

Sie werden zunehmend vergesslich. Das Langzeitgedächtnis hingegen ist erst im Endstadium der Erkrankung betroffen.

Demenz-Patienten können sich bei Fortschreiten der Erkrankung schlecht orientieren und haben ihre Gefühle nicht mehr im Griff. Sie werden aggressiv und ändern sich in ihrem Verhalten.

Demenzkranke erkennt man durch ihre Wesensveränderung oft nicht wieder. Auch die Sprache kann im Verlauf der Erkrankung beeinträchtigt werden.

Auch eine Inkontinenz kann ein Symptom einer Demenz sein. Betroffene können dann ihre Ausscheidungen nicht mehr kontrollieren und vergessen sogar, wie man die Toilette benutzt. Sie können sich im Endstadium weder aus- noch anziehen und sind Pflegefälle.

Erinnerungslücken sind nicht das einzige Symptom
Erinnerungslücken sind nicht das einzige Symptom

Streitlust und Ruhelosigkeit als Hinweise einer Demenzerkrankung

Demenzerkrankungen nehmen aufgrund der längeren Lebenserwartung weltweit zu. Als erste Hinweise einer möglichen Erkrankung sind neben einer Orientierungslosigkeit, Vergesslichkeit und Unaufmerksamkeit vor allem auch eine zunehmende Streitlust und Unruhe.

Daneben finden sich dann weitere Indikatoren wie etwa

Viele dieser Veränderungen können auch aufgrund des zunehmenden Alters auftauchen, doch raten Experten Angehörigen zur Sicherheit mit dem Betroffenen einen Psychiater aufzusuchen, um möglichst früh gegen funktionelle Störungen des Gehirns vorgehen zu können. Des Weiteren kann ein Psychiater den Angehörigen Verhaltensmaßnahmen und Tipps geben, die den Umgang mit dem erkrankten Familienmitglied erleichtern können.

Demenz kann aggressiv machen

Bei dementen, aggressiven Familienmitgliedern ist eine professionelle Pflege oft die beste Lösung

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Viele Jüngere machen die Erfahrung, dass das Alter nicht immer milde stimmt. Es gibt Menschen, die im Alter nicht sanft, sondern boshaft und aggressiv werden. Das muss nicht immer ein Anzeichen für Altersdemenz sein, sagt Professor Wolfgang Maier, der Sprecher des Kompetenznetzwerkes Demenzen.

Bosheit im Alter kann viele Ursachen haben

Es kann auch sein, dass der ältere Mensch sich einfach nicht wohl fühlt. Die Wohnung könnte nicht mehr zu seinen Bedürfnissen passen. Die Lebensbilanz sehen einige vielleicht negativ. Oder es fehlen soziale Kontakte, die richtige Ansprache. Ursache für Bosheit im Alter können auch starke Schmerzen sein, die etwa von einer Rheumaerkrankung herrühren.

Demenz als Ursache

In manchen Fällen jedoch kann Aggressivität bei alten Menschen tatsächlich ein Symptom der Demenz sein. Bei dieser Krankheit verändert sich die Struktur des Frontalhirns. Man wird vergesslich und findet sich in der Welt nicht mehr gut zurecht. Das kann zu Aggressionen bis hin zur Gewalttätigkeit führen. Allerdings werden nicht alle Demenzkranken aggressiv. Das ist von Fall zu Fall verschieden.

Wenn man als Jüngerer mit einem aggressiven demenzkranken Senioren nicht mehr zurecht kommt, sollte man sich gut überlegen, ob man nicht besser eine professionelle Pflegeeinrichtung sucht, so der Professor. Denn oft kann die Aggression des Erkrankten nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Es ist sehr schwer jemanden zu Hause zu pflegen, der zu dieser aggressiven Variante der Demenz neigt.

Alzheimer im Frühstadium - erste Zeichen bereits ernst nehmen

Alzheimer ist längst eine Volkskrankheit. Leider sind bereits ein Drittel aller Deutschen über 85 Jahren von der Krankheit betroffen. Viele Menschen erkennen bei sich die ersten Anzeichen, nehmen sie aber oft nicht ernst.

Was sind die ersten Warnsignale? Es sind ganz banale Gedächtnislücken im Alltag. Man vergisst zum Beispiel den Namen eines guten Freundes oder geht zum Einkaufen, weiß aber im Laden plötzlich nicht mehr, was man holen wollte.

Solche kleinen Patzer des Gedächtnisses können zwar hin und wieder passieren, gerade wenn man viel zu tun hat und der Alltag stressig ist, doch bei wem sich dies mit zunehmenden Alter häuft, der sollte diese Zeichen ernst nehmen.

Banale Gedächtnislücken bereits ernst nehmen
Banale Gedächtnislücken bereits ernst nehmen

Viele tun es mit einer Handbewegung ab und lassen damit zu, dass sich der Alzheimer mehr und mehr einstellt. Richtig ist es, mit den ersten Bedenken bereits zum Arzt zu gehen. Zwar ist die Krankheit leider noch nicht heilbar, doch sie lässt sich verzögern; gerade dann, wenn man sie im Frühstadium erkennt und zu bekämpfen beginnt.

Bisher sind nur Fälle von Demenz bekannt, die ab einem Alter von 50 Jahren begannen. Tatsächlich sind auch 50 Jährige bis 65 Jährige noch sehr selten betroffen. Dennoch sollte auch diese Altersgruppe bei Bedenken zum Facharzt gehen und einen speziellen Gedächtnistest absolvieren. Dieser ist so aufgebaut, dass das Risiko auf Alzheimer aus dem Ergebnis ablesbar ist.

Erste Anzeichen für eine beginnende Demenz richtig erkennen

Altes Ehepaar Kopf an Kopf, wirken traurig, Foto in Grautönen
Seniorenpaar, Portrait in einem Park © bilderstoeckchen - www.fotolia.de

Oft merken wir es selber, dass uns plötzlich ein bestimmtes Wort, beziehungsweise ein Begriff, nicht mehr einfällt, doch meistens gibt sich dies, wenn wir kurz an etwas anderes denken oder einfach das Zimmer wechseln. Aber bei Menschen, die an Demenz leiden, wirkt sich dies schon etwas anders aus, denn diesen Personen fallen diese Begriffe überhaupt nicht mehr ein und sogar selbst die engsten Angehörigen werden später nicht mehr erkannt.

Doch wie macht sich eigentlich eine Demenz im Anfangsstadium bemerkbar? So kann eine Demenz mit den Problemen einer Begriffsfindung beginnen, obwohl die Betroffen die Gegenstände und deren Funktion noch voll erkennen. Aber dies fällt meistens nicht auf, denn die normale Sprache funktioniert in diesem Stadium noch gut.

Doch diese Situation könnte schon das erste Anzeichen für einen beginnende Demenz sein, wie ein Experte betont. Anschließend haben die Betroffenen auch öfters Probleme mit der Sprache, so dass selbst die Angehörigen sich unverstanden und im Endeffekt ausgenutzt fühlen und noch nicht einmal ein "Dankeschön" erhalten. Doch dies Verhalten der Erkrankten ist natürlich keineswegs böswillig gemeint.

Vaskuläre Demenz

Die Symptome einer vaskulären Demenz lassen sich zunächst nur schwer erkennen, da die Erkrankung langsam und schleichend verläuft. Im Anfangsstadium treten meist

auf. Spürt die betroffene Person zunächst noch, dass etwas nicht in Ordnung ist, schwindet mit zunehmendem Voranschreiten der Demenz das Bewusstsein, an einer Krankheit zu leiden. Mitunter schenken die Patienten sogar auffälligen körperlichen Beeinträchtigungen keine Aufmerksamkeit. Im weiteren Verlauf ist der Erkrankte nicht mehr in der Lage, bekannte Personen wiederzuerkennen. Auch Persönlichkeitsveränderungen sind keine Seltenheit. Viele Betroffene leiden zudem unter starker Unruhe und reagieren aggressiv.

Falschdiagnose Demenz: Typische Symptome können auch auf andere Krankheiten hindeuten

Nicht immer ist die Ursache für klassische Demenz-Symptome tatsächlich eine Demenz

Alter Mann mit Kopfschmerzen fasst sich mit beiden Händen an die Stirn
old man headache © Dragan Trifunovic - www.fotolia.de

Zeigen Senioren eine auffällige Vergesslichkeit, wirken manchmal desorientiert und verändern ihre Persönlichkeit, denken viele Angehörige an eine Demenz. Der Gang zum Arzt und das Beschreiben der Alltagsprobleme veranlassen viele Mediziner, die Demenz-Vermutung zu unterstützen.

Es gibt jedoch einige Krankheiten, die nur sehr ähnliche Symptome haben. Das genauere Hinsehen lohnt sich in jedem Fall, denn während man der Demenz bisher wenig entgegenhalten kann, gibt es für so manch andere Krankheit sehr wohl Therapien.

Vermutete Creutzfeldt-Jakob-Krankheit stellt sich als Enzephalitis heraus

Ein bekanntes Beispiel aus jüngerer Zeit handelt von einem US-Patienten, der typische Zeichen einer Demenz hatte. Er

  • war ständig müde,
  • hatte offenbar Halluzinationen und
  • verlor seine Fähigkeit, normal zu sprechen.

Eine genaue Laboranalyse zeigte, dass er sehr viel "14-3-3 Eiweiß" in sich hatte. Das deutet auf die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit hin, die zu den Demenzleiden zählt.

Der Mann wurde daher erst einmal in ein Seniorenheim verlegt. Doch weitere Analysen im Krankenhaus gaben den Ärzten zu denken. Die Blutwerte waren untypisch für die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Alles deutete eher auf eine Infektion hin.

Und tatsächlich stellte sich heraus, dass der Mann an einer Enzephalitis litt. Dabei kommt es, meist durch Viren, zu einer Entzündung direkt im Hirn. Die Symptome ähneln daher den Problemen bei einer Demenz. Doch mit dieser hat das Leiden nichts zu tun. Nachdem die richtige Diagnose stand, konnte der Mann im Krankenhaus behandelt und später entlassen werden.

Andere Ursachen für die Symptome sollten nicht ausgeschlossen werden

Fälle wie jener aus den USA zeigen, dass man auch bei offenbar eindeutigen Demenz-Symptomen kritisch bleiben sollte. Vor allen Dingen wenn die Symptome relativ plötzlich auftreten und sich nicht über einen längeren Zeitraum hin entwickeln, dürfen andere Ursachen nicht ausgeschlossen werden.

Diagnose

Werden dem Arzt diese Symptome geschildert, tippt er meist sofort auf eine Demenz. Um den Diagnoseverdacht zu sichern, werden spezielle Tests zur Messung der Gedächtnisdefizite durchgeführt.

Neben diesen Tests erfolgen eine ausführliche körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme. Meist wird auch eine Computertomografieaufnahme des Gehirns erstellt.

Zur Diagnostik kann auch ein EEG (Messung der Hirnströme) oder auch eine Dopplersonografie (Messung der Durchblutung im Gehirn) notwendig sein. Bis die eindeutige Diagnose feststeht, vergeht oft einige Zeit. Zusätzlich finden auch Untersuchungen bei Fachärzten (Psychiater und Neurologe) statt.

Vaskuläre Demenz

Um eine vaskuläre Demenz diagnostizieren zu können, wird der Patient vom untersuchenden Arzt so weit wie möglich nach seiner Krankengeschichte befragt. Dabei sind für den Arzt auch Angaben von Angehörigen wichtig, denn die Patienten nehmen ihren Zustand meist nur eingeschränkt wahr.

Neben einer ausführlichen internistischen und neurologischen Untersuchung können noch weitere Diagnoseverfahren durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem

  • Untersuchungen des Nervenwassers
  • Blutuntersuchungen
  • eine Elektro-Enzephalographie
  • eine Kernspin-Tomographie des Gehirns sowie
  • diverse psychologische Tests.

Forscher entwerfen Schnelltest für Demenz-Patienten

Gedächtnistraining im Altenheim - Seniorin mit Altenpflegerin oder Tochter beim Puzzeln
Senior woman with her elder care nurse © Alexander Raths - www.fotolia.de

Den Schweregrad einer Demenzerkrankung schneller zu erkennen, hat eine Studie der Uni Erlangen-Nürnberg zum Ziel. Die Forscher der Universität wollen 120 Probanden rund 20 Aufgaben aus verschiedenen Lebensbereichen stellen und aus den Ergebnissen bis zum Jahr 2014 einen Schnelltest für Demenzpatienten erstellen.

Der Test soll nur rund eine Viertelstunde dauern, und ermitteln, wie schwer die Befragten bereits von der Krankheit betroffen sind. Die Testergebnisse sollen dann eine wirksamere Förderung Demenzkranker ermöglichen.

Durch den Test könnten die Betroffenen erstmals selbst Auskunft über ihren Zustand geben, bisher werden die Fähigkeiten von Demenzpatienten zumeist von Fremden beurteilt.

Bluttest zeigt die Demenz-Erkrankung bereits an, wenn klare Symptome noch fehlen

Ein Bluttest könnte künftig älteren Menschen mit leichten Gedächtnisschwächen Gewissheit verschaffen, ob es sich hierbei um erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit handelt, berichtet die „Apotheken Umschau“. Der Test, den Forscher aus Stanford (USA) entwickelten, kann die Erkrankung zwei bis sechs Jahre vor dem Auftreten eindeutiger Symptome feststellen.

Zwar ist Alzheimer derzeit nicht heilbar. Durch den – bisher noch nicht zugelassenen – Test würden Betroffene aber die Möglichkeit erhalten, ihr weiteres Leben vorauszuplanen.

Sarkasmus-Test bei Demenzkrankheit

Alter Mann in blauem Hemd ruht mit beiden Händen auf seinem Gehstock im Park
Close Up Of Senior Man's Hands Resting On Walking Stick © highwaystarz - www.fotolia.de

Patienten die an Alzheimer oder auch Frontotempraler Demenz erkrankt sind, können nicht erkennen wenn man sich in einem Gespräch über sie lustig macht. Zu Studienzwecken hatte man Patienten Gesprächssituationen ausgesetzt, einmal mit sarkastischen Zwischentönen und ein Gespräch mit ernst gemeinten Untertönen.

Die Auswertung der Gespräche zeigt deutlich, dass es Demenzkranken nicht möglich ist, zu erkennen ob sich ihr Gesprächspartner lustig über sie macht. Auch fehlt ihnen das Erkennen von Wut oder das Reagieren können auf sarkastische Bemerkungen. Um Demenz zu diagnostizieren sollen nun Sarkasmus-Tests eingesetzt werden.

Demenzdiagnose nun noch vor Ausbruch möglich

Ärztin mit Brille betrachtet Röntgenbilder des Gehirns
Female doctor examining a brain cat scan. © ZTS - www.fotolia.de

Eine Diagnose der vaskulären Demenz, mit Alzheimer eine der häufigsten Demenzerkrankungen, ist nun bereits möglich, bevor erste Symptome auftauchen, so dass diese gestoppt werden können.

Möglich macht das eine Untersuchung der sogenannten "weißen Masse" in der Tiefenregion des Gehirns. Portugiesische Forscher konnten erstmals erkennen, dass eine Veränderung dieser "weißen Masse" bei mehreren Probanden bereits nach drei Jahren in einer Demenzerkrankung endete. Grund dafür sei ein vermehrtes Auftreten der "Leukoaraiosen", deren Anzahl zwar im Alter generell ansteigt, aber nicht diese Ausmaße annimmt, die bei Demenzerkrankten festzustellen war. Besonders Patienten mit einer vaskulären Demenz wiesen eine extrem hohe Anzahl der "Leukoaraiosen" in der weißen Masse des Gehirns auf.

Im Gegensatz zu Alzheimer, beeinträchtigt die vaskuläre Demenz nicht bevorzugt das Gedächtnis, sondern die exekutiven Gehirnfunktionen, so dass angemessene Entscheidungen o.ä. nicht mehr getroffen werden können.

Neue Methode zur Erkennung von Demenz im Anfangsstadium - Gefragt sind dabei die Angehörigen

Durch Befragung Angehöriger potentieller Demenzkranker kann Krankheit früh erkannt werden

Kästchen vom Fragebogen, grüner Buntstift verzeichnet Häkchen
The questionnaire © Maksym Yemelyanov - www.fotolia.de

Der neue "AD8-Fragebogen" soll es möglich machen, Demenz bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Bislang war es sehr schwierig die Krankheit in einer frühen Phase zu diagnostizieren, denn getestet wurden immer nur die Betroffenen selbst. Wenn man diese Tests wie Merkaufgaben absolvieren ließ, konnte man immer nur ihre geistige Leistung zu diesem Moment festhalten. Doch die Ergebnisse sind dann vom Tageshoch abhängig und können sich auch in wenigen Wochen bedeutend verschlechtert haben.

Das Prinzip des AD8-Fragebogens

Der neue AD8-Fragebogen (kurz für "Ascertain Dementia 8") geht anders an das Problem heran und befragt das direkte Umfeld der Menschen. Der Fragebogen hat in der seiner Testphase mit 252 Angehörigen von potentiellen Demenzkranken bereits vielversprechende Erfolge gezeigt.

Mittels Ja-Nein-Fragen beantworten die Angehörigen diverse Fragen. Darunter sind Fragen nach der Urteilsfähigkeit, nach dem Wiederholen von Äußerungen und Problemen mit dem Erlernen von neuen Dingen. Auch nach Hobbys wird gefragt und ob die potentiellen Demenzkranken das Interesse daran verlieren, oder ständig Termine und Verabredungen vergessen.

Ergibt der Fragebogen das eine mögliche Erkrankung vorliegt, wird der Betroffene zu körperlichen Tests wie Hirnscans eingeladen.

Behandlung

Je früher eine Demenz erkannt wird, desto besser kann sie therapiert werden. Eine Heilung ist jedoch in keinem Stadium möglich. Werden jedoch bereits bei den ersten Anzeichen Medikamente eingenommen, kann dies den fortschreitenden Verlauf verzögern.

Im Rahmen der Therapie erhalten Angehörige auch Informationen über Pflegeleistungen und Selbsthilfegruppen. Im Verlauf der Erkrankung ist es für die Angehörigen oft sehr hilfreich, wenn ein ambulanter Pflegedienst sie bei der täglichen Betreuung unterstützt, da der Betroffene sich bei fortgeschrittener Erkrankung nicht mehr selbst versorgen kann.

In sehr vielen Orten gibt es Tageskliniken oder Tagesbetreuungseinrichtungen, in denen Demenzkranke tagsüber betreut und therapiert werden. Im Endstadium kann auch eine Unterbringung in einem speziellen Pflegeheim notwendig werden.

Selbsthilfegruppen gibt es sowohl für Patienten als auch für Angehörige. Hier treffen die Betroffenen Gleichgesinnte und können erkennen, dass auch andere in der gleichen Situation sind und sie mit ihren Sorgen und Problemen nicht alleine sind.

Neue Erkenntnisse im Kampf gegen Alzheimer: Forscher entschlüsseln Beta-Amyloide

Ansicht von oben: Alter Mann sitzt allein auf Holzbank auf Kopfsteinpflaster
Einsamkeit © Ademoeller - www.fotolia.de

Kaum etwas fürchten Menschen so sehr wie eine Erkrankung an Alzheimer: Nicht nur das eigene Gedächtnis lässt nach, auch die eigene Persönlichkeit geht immer mehr verloren. Forscher bemühen sich seit Jahren fieberhaft, die Krankheit zu entschlüsseln und entsprechende Medikamente zu entwickeln um zumindest die Entwicklung von Alzheimer aufzuhalten. Hoffnung machen nun die neuesten Erkenntnisse der University of California.

Erforschung von veränderten Proteinen im Gehirn

Dort gelang es einem Team um den Medizin-Nobelpreisträger Stanley Prusiner, krankhaft veränderte Proteine im Gehirn von Alzheimer-Patienten zu entschlüsseln. Bei diesen Proteinen handelt es sich um sogenannte Beta-Amyloid-Prionen, die sich bei Alzheimer krankhaft verändern und anschließend im Gehirn ablagern statt wie sonst über den Stoffwechsel abgebaut zu werden. Einmal abgelagert, stecken sie auch gesunde Beta-Amyloide in ihrer Umgebung an und sorgen so für eine Ausbreitung der Krankheit.

Tests verschiedener Alzheimer-Varianten

Im Labor testeten die Forscher den Krankheitsverlauf unterschiedlicher Alzheimer-Varianten, die auf verschiedene Beta-Amyloid-Varianten zurückzuführen waren. Diese Unterschiede sind ihrer Ansicht nach auch ausschlaggebend dafür, dass die Behandlung von Alzheimer unterschiedlich erfolgreich verläuft. Gezieltere Medikamente für die unterschiedlichen Beta-Amyloid-Varianten könnten hier zu besseren Behandlungserfolgen führen.

Demenzkranke: Beschäftigung hilfreicher als Medikamente

Eine Studie, die kürzlich in einem britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, könnte bei der Behandlung von Demenzkranken zu einem Umdenken führen.

Die Grundidee der neuen Therapie basiert auf mehr Beschäftigung anstelle von Medikamentenbehandlung. Im niederländischen Nijmegen untersuchen Therapeuten der Memory Clinic, zu welchen Aktivitäten die Demenz-Patienten noch fähig sind, um anschließend die Techniken einzuüben.

Dabei ergab sich, dass bei 75 Prozent der Erkrankten eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten festzustellen war.

Tai-Chi und Qigong können den geistigen Verfall aufhalten

Im Frühstadium einer Demenz profitieren Patienten von einer Kombination aus Verhaltenstherapie und den fernöstlichen Entspannungstechniken Tai-Chi und Qigong, berichtet die „Apotheken Umschau“.

Forscher der Universität von Illinois untersuchten dies mit 24 Patienten in einem Intensivprogramm über 40 Wochen. Die körperliche Verfassung der Teilnehmer verbesserte sich und auch in geistiger und psychischer Hinsicht machten sie Fortschritte: Das Selbstbewusstsein nahm zu und depressive Tendenzen wurden aufgehalten. Die Verbesserungen entwickelten sich in den ersten 20 Wochen, danach gab es zwar keine Fortschritte mehr, aber das Erreichte stabilisierte sich.

Forscher entdecken Protein, welches Erinnerungsvermögen wieder herstellt

Gefaltete Seniorenhände halten drei alte schwarz-weiße Familienfotos
vor vielen Jahren © Gabriele Rohde - www.fotolia.de

Im Fachmagazin "PNAS" wurde nun eine Studie vorgestellt, die zeigt, dass man die Gedächtnisleistung von Mäusen mit einem einzigen Protein wieder herstellen kann. Forscher hoffen nun, dass diese Entdeckung auch bei der Behandlung von Demenz und Alzheimererkrankungen beim Menschen helfen kann.

Bei einer bestimmten Art der Erkrankung kommt es zur Blockierung eines Proteins, welches für das Erinnerungsvermögen des Menschen zuständig ist. Die Folge: Gedächtnisschwund. Bei der Studie an Mäusen wurde das Eiweiß CBP in der Gehirnregion Hippocampus künstlich erhöht. Dieses Eiweiß sorgt dafür, dass Erinnerungen entstehen. Den Tieren konnte somit ihr Gedächtnis wieder gegeben werden.

Für die Untersuchung ließen die Forscher sechs Monate alte Mäuse, die an Alzheimer im Anfangsstadium litten, nach Zugabe von CBP durch ein Labyrinth laufen. Es zeigte sich, dass das Verhalten der Tiere mit dem gesunder Mäuse gleichzusetzen war. Eine andere Gruppe bekam lediglich in Placebo und brauchte deutlich länger, um den Weg aus dem Labyrinth zu finden.

In einer Studie belegen Ärzte, dass Vitamin B Alzheimer stoppen könnte

Vitamin B6 und B12 können das Schrumpfen des Hirns bei Alzheimer eindämmen

Grafik eines Röntgenbilds des menschlichen Schädels mit hervorgehobenem Gehirn auf schwarzem Hintergrund
Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

Vitamine sind gesund, das weiß natürlich jedes Kind. Forscher aus England zeigen, dass Vitamin B aber womöglich noch viel mehr als das ist. Die Vitamine B6 und B12 haben sich in einer Studie als echte Hoffnungsträger im Kampf gegen Alzheimer heraus gestellt.

Gehirnschwund um 53 Prozent verringert

271 Personen, die erste Symptome einer beginnenden Alzheimerkrankheit zeigten, nahmen an der Studie teil. Zwei Jahre lang erhielt ein Teil von ihnen die Vitamine B6 und B12, während die Kontrollgruppe nur ein Placebo erhielt. Nach Ablauf der 24 Monate untersuchte man die Teilnehmer erneut.

Das Ergebnis erstaunte sogar die Forscher. In der ersten Gruppe hatte sich der Gehirnschwund im Vergleich zur unbehandelten Gruppe um ganze 53 Prozent verringert.

Das Schrumpfen des Gehirns ist ein normaler Prozess beim Älterwerden, geht bei Menschen mit Alzheimer aber unnatürlich schnell vonstatten. Indem die Vitamine das Schrumpfen verlangsamten, konnten die Symptome von Alzheimer also eingedämmt werden.

Dies gibt vielen Demenzkranken neue Hoffnung, denn der Zerfall von Hirnzellen könnte in Zukunft mit gezielten Vitamin-Präparaten deutlich hinausgezögert werden.

Unheilbare Demenz doch bald heilbar? Ein Mittel gegen Malaria könnte zum Wunder führen

Chloroquin enthält "alkalisierende Stoffe" welche die Progranulin-Produktion wieder ankurbeln

Reife Frau, Seniorin, Rentnerin, graue kurze Haare, blaue Augen, sieht fröhlich in die Kamera, trägt schwarzes Oberteil
Charmante ältere Frau © tbel - www.fotolia.de

Bislang gilt die Demenzkrankheit als völlig unheilbar. Erkrankte können zwar mit einigen Dingen ihre Symptome etwas lindern, doch am Ende gibt es keinen Ausweg und das Gedächtnis schwindet. Forscher arbeiten jedoch fieberhaft an einem neuen Ansatz. Sie glauben, dass man mit einem Mittel gegen Malaria die Krankheit doch stoppen kann. Ihre Hoffnung liegt auf dem Medikament „Chloroquin".

Bei Demenz werden allmählich Nervenzellen abgebaut, da durch einen Gendefekt zu wenig Progranulin gebildet wird. Progranulin schützt bei gesunden Menschen die Nervenzellen und ohne diesen Stoff sterben sie vermehrt ab.

"Alkalisierende Stoffe" überlisten Gendefekt

Studien haben nun ergeben, dass die Produktion des Stoffes trotz Gendefekt aufrecht gehalten werden kann. Den Schlüssel dazu können sogenannte „alkalisierende Stoffe“ haben. Das Medikament Chloroquin enthält genau diesen Stoff. Sie kurbeln dann die Progranulin-Produktion wieder an. Tierversuche mit Mäusen, die man durch genetische Eingriffe an Parkinson erkranken ließ, zeigten erste Erfolge.

Sollten weitere Studien ergeben, dass das Mittel tatsächlich auch beim Menschen anschlägt, würde das zur Sensation werden. Da das Medikament schon länger auf dem Markt ist, kennt man seine Nebenwirkungen und muss keine weiteren Langzeitstudien durchführen.

Online-Netzwerke helfen Demenzkranken

Weiße Computer Tastatur, darüber Schatten der rechten Hand
Data security © Hans-Joachim Roy - www.fotolia.de

Soziale Netzwerke im Internet sind aus dem Alltag vieler Jugendlicher nicht mehr weg zu denken. Doch auch immer mehr Senioren tummeln sich bei Facebook, Google+ & Co. Norwegische Wissenschaftler haben nun eine neue Zielgruppe für Online-Netzwerke gefunden: Demenzkranke.

Eine Light-Version von Facebook soll den Erkrankten, die unter Vergesslichkeit, Sprach- und Konzentrationsstörungen, Orientierungslosigkeit sowie Persönlichkeitsveränderungen leiden, ein verbessertes Sozialleben ermöglichen. So haben die Forscher eine Art digitales Tagebuch entwickelt, in dem sich persönliche Fotos, Zeitungsausschnitte sowie Mitteilungen und Berichte aus dem Internet befinden.

Die Verständigung zwischen Patienten, Angehörigen sowie Pflegern habe sich dadurch verbessert, erklärt Tone Øderud vom Norwegischen Institut für Technologie (SINTEF). Zudem musste das Pflegepersonal weniger Zeit aufbringen, um Angehörige über die Krankheit und ihren Verlauf zu informieren.

Das Programm für Demenzkranke soll nun weiter verbessert werden. In der norwegischen Stadt Drammen findet bereits eine Studie zu "Facebook-Light" statt.

Demenz - Humor hilft besser als Psychopharmaka

Senioren Paar steht lächelnd Arm in Arm vor Haus
Senior couple standing outside house © Monkey Business - www.fotolia.de

Demenz führt bei betroffenen Menschen zu Ruhelosigkeit, Agressivität und zur Wiederholung stets gleicher Fragen. Psychopharmaka helfen dabei, diese Anzeichen abzumildern. Nun haben Wissenschaftler der University of New South Wales in Australien herausgefunden, dass Humor genau die gleiche Wirkung erzielt wie Medizin. Im Rahmen der Untersuchung wurde eine Pflegekraft zu einem "Lach-Chef" verpflichtet, jeweils einer in 36 Altenheimen. Er hatte im Vorfeld ein Humortraining erfolgreich absolviert.

In einen Zeitraum von drei Monaten wurden die Senioren mit Späßen unterhalten. Die Patienten wurden ruhiger, die Stimmung hob sich und im Verhalten wurde eine Verbesserung festgestellt. Die Demenzkranken waren selbst 26 Wochen nach der Lachtherapie weniger ruhelos.

Die Stimmung und das Verhalten wurde allerdings schlechter sobald der Cheflacher aufhörte. Die Symptome konnten um 20 Prozent reduziert werden, was praktisch das gleiche Ergebnis erbracht hatte wie eine Medikation. Im Gegensatz zu Psychopharmaka gibt es bei Humor keine negativen Auswirkungen.

Die 4 Symptome der Demenz mit dem MAKS-System verlangsamen

Die MAKS-Therapie soll das Fortschreiten der vier Symptome von Demenz verlangsamen

Seniorin und ihre Tochter, zu Besuch im Altenheim, Altenpflege
Lachende Seniorin schaut ihre Tochter an © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Bisher ist Demenz zwar leider noch nicht heilbar, doch Erkrankte haben durchaus die Möglichkeit, den Fortschritt ihrer Krankheit entscheidend zu beeinflussen. Demenz hat vier Symptome, die mit der Zeit immer schlimmer werden. Wie schnell die Leistung abnimmt, kann man mitbestimmen, indem man auf das MAKS-System zurückgreift.

Die vier Symptome der Demenz

Welches sind zunächst die vier Symptome? Die beiden bekannten sind

  1. der Verlust des Gedächtnisses und
  2. eine allgemeine Verwirrung.

Dazu kommen später oft

  1. Verständnisschwierigkeiten und
  2. Sprachprobleme.

Die MAKS-Therapie

Die MAKS-Therapie baut im Wesentlichen auf Verhaltensregeln auf, deren Befolgen wie eine Bremse für die Symptome ist. Sie

  • führt zu einer motorischen Stimulation (M),
  • fördert tägliche Aktivitäten (A),
  • trägt zur kognitiven Stimulation (K) bei und
  • kümmert sich auch um spirituelle Elemente (S),

zum Beispiel durch Reden über Glück und Leid. In einer Studie wurde die Wirksamkeit des Systems erneut belegt.

MAKS-Therapie verlangsamt das Fortschreiten der Demenz im Versuch

In Bayern bat man die Menschen in fünf Pflegeheimen an einem Versuch teilzunehmen. Eine Probandengruppe wurde mit dem Standardverfahren, sprich Medikamenten, behandelt, während eine andere neben den Medikamenten für ein Jahr das MAKS-Programm absolvierte. Dabei nahmen sie sechs Mal in der Woche an Therapiesitzungen teil.

Es zeigte sich nach einem Jahr, dass in Gruppe zwei in allen vier Bereichen des MAKS-Systems keinerlei Verschlechterung festzustellen waren, während die Leistungen in Gruppe Eins deutlich abgenommen hatten. Die Methode hatte das Fortschreiten der Demenz also mehr als erfolgreich verlangsamt.

Einnahme von SSRI ist gefährlich bei Demenz - Stürze nehmen zu

Verschiedene Tabletten für morgens, mittags und abends liegen sortiert in einer Dosierhilfe
Medikamenteneinnahme - Kontrolle - Übersicht - Dosierung © Gundolf Renze - www.fotolia.de

SSRI sind Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die bei anhaltenden Depressionen verschrieben werden. Solche Antidepressiva bergen immer ein gewisses Risiko auf Nebenwirkungen. Eine aktuelle Studie zu diesem Sachverhalt hat ermittelt, dass besonders Menschen mit einer Demenz sehr vorsichtig bei der Einnahme von SSRI sein müssen. Die Medikamente können bei diesen Patienten dazu führen, dass sie vermehrt stürzen.

Die Sturzgefahr steht bei Alzheimer-Patienten in direkter Korrelation zu den Antidepressiva. Gerade diese SSRI sind aber am Häufigsten bei Senioren im Einsatz. Wie gefährlich das ist, belegt die Studie mit 248 Menschen, die alle mindestens 65 Jahre alt waren. Auch die Dosis der SSRI spielt eine Rolle bei der Sturzgefahr. Je höher ein Patient demnach eingestellt ist, desto höher auch seine eigene Gefahr. Pro Jahr musste jeder behandelte Senior daher mit drei Stürzen rechnen. An den Tagen des Sturzes war vermehrt das Antidepressivum vergeben worden.

Während die Patienten unter dem Einfluss der Medikamente standen, war ihre Gefahr direkt um den Faktor Drei erhöht. Gab man ihnen eine geringere Dosis als die empfohlene Tagesmenge, bestand noch immer ein Sturzrisiko. Gab man ihnen nur 50 Prozent der Tagesdosis, so lag die Gefahr noch immer bei 73 Prozent und bei 25 Prozent der Tagesdosis lag die Sturzgefahr bei 30 Prozent.

Wie gefährlich ist das Neuroleptikum Haloperidol für Menschen mit Demenz?

Die Vergabe der Nervendämmer führt zu einer immensen Risikosteigerung für einen frühen Tod

Ein Wasserglas und 3 weiße Tabletten, gehalten von alten Händen auf beiger Tischdecke vor grüner Bluse
haende tabletten © Ramona Heim - www.fotolia.de

Neuroleptika sind eigentlich Mittel, die bei Menschen mit Psychosen Anwendung finden. Hierbei handelt es sich um eine Art Nervendämmer, der also akute Schübe der Krankheit beruhigen soll. Allerdings werden diese Medikamente auch bei anderen Menschen benutzt, etwa bei Patienten mit Demenz. In Amerika setzen viele Pflegeheime bei Senioren diese Neuroleptika ein.

Ruhigstellung durch Neuroleptika

Allein das finden Mediziner schon sehr beunruhigend, da viele dieser betreuten Menschen aus medizinischer Sicht eigentlich nicht auf die Mittel angewiesen sind. Dennoch haben Statistiken ergeben, dass gut ein Drittel der Senioren vor Ort mit Neuroleptika behandelt wird.

Der Grund scheint dabei auf der Hand zu liegen: die alten Damen und Herren sollen ruhig gestellt werden, damit weniger Aufwand anfällt. Dies ist alles andere als ungefährlich, denn die Vergabe der Mittel lässt nachweislich das Risiko auf einen frühen Tod ansteigen.

Gefahr durch Haloperidol

Die Rede ist von bis zu 70 Prozent. Besonders gefährlich scheint dabei das Medikament Haloperidol zu sein. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Dabei wurden die Daten von mehreren Heimen gesammelt und so 75.445 Senioren genau untersucht. Bereits nach einem halben Jahr waren bereits 6.598 der Männer und Frauen gestorben.

Darunter waren auffallend oft Demenzkranke, die mit Haloperidol behandelt worden waren. Daher war das Sterberisiko statistisch auch um 84 Prozent erhöht, wenn die Senioren eine hohe Dosis erhalten hatten. Doch auch bei einer mittleren Dosis lag die Gefahr des frühen Todes noch immer um 40 Prozent über dem Durchschnitt.

Alzheimer ausbremsen - Hilft Vitamin E?

Rückansicht drei Senioren sitzen auf Bank im Park
Senioren sitzen Bank © dresden - www.fotolia.de

Bisher ist Alzheimer nicht heilbar und auch Medikamente auf dem Markt - die sogenannten Antidementiva - sind keine Heilmittel, sondern können den Verlauf nur abmildern. Oft haben Patienten jedoch unter der Einnahme auch mit Nebenwirkungen zu kämpfen und daher forschen Ärzte nach neuen und alternativen Wegen.

Neue Hoffnung durch Vitamin E

Beim Vitamin E könnten sie nun fündig geworden sein. Eine Studie hat gezeigt, dass bei milden und auch mittleren Verläufen von Alzheimer der Verlauf durch viel Vitamin E verzögert werden kann. Durch diese Vitaminsupplementierung waren die Betroffenen noch eine längere Zeit dazu in der Lage, alltägliche Dinge selbst zu tun und gewannen so an Selbständigkeit und Lebensqualität.

Die Studie

An der Untersuchung hatten 613 Freiwillige teilgenommen, die laut der Messskala für Alzheimer (Mini-Mental State Examination) zwischen zwölf und maximal 16 Punkte erreicht hatten. Das gesunde Mittelmaß liegt jedoch bei 21 Punkten. Alle wurden daher bereits wegen Alzheimer behandelt.

Die Teilnehmergruppen

Nun unterteilte man sie in vier Gruppen. 152 Teilnehmer galten als reine Placebogruppe und bekamen Tabletten ohne jeden Wirkstoff. 155 Patienten wurden mit einem gängigen Mittel gegen Demenz (20 mg Memantin) behandelt und 152 Betroffene erhielten Vitamin E in einer Dosierung von 2000 IU. Die letzte Gruppe bekam sowohl Vitamin E als auch Memantin.

Die Studienergebnisse

Als Maßstab kontrollierte man nun, wie gut die Patienten im Alltag zurecht kamen. Dafür gibt es den ADCS-ADL-Score: "Alzheimer's Disease Cooperative Study/Activities of Daily Life"-Score. Die beste Punktzahl ist dabei 78. Zu Beginn der Studie hatten alle Patienten im Schnitt bei 56,8 Punkten gelegen, doch das hatte sich nach 2,3 Jahren der Einnahme verändert.

Ergebnis bestätigt Wirkung von Vitamin E

Die Placebogruppe hatte inzwischen 16,96 Punkte eingebüßt. Wer dagegen Vitamin E bekommen hatte, der hatte nur 13,81 Punkte verloren. Der Verlauf unter Vitamin E war also um 19 Prozent besser. Memantin allein und auch in Kombination mit Vitamin E hatte dagegen keine Besserung gebracht und lag mit der Placebogruppe auf einem Niveau.

Demenz und Agitation: Wirkstoff "Citalopram" hilft gegen Agitation, verschlechtert aber die Demenz

Rote Pillen auf einem Beipackzettel mit der Aufschrift Nebenwirkungen
pillen © Travelfish - www.fotolia.de

Viele Menschen mit Demenz leiden nicht nur unter dem zunehmenden Verlust ihrer geistigen Fähigkeiten, sondern zeigen mit der Zeit eine immer stärkere Agitation. In der Medizin bezeichnet man mit "Agitation" einen übermäßigen Bewegungs- und Aggressionsdrang.

Die Betroffenen sind immer unruhig und zeigen hastige Bewegungen. Gleichzeitig sind sie aggressiv gegen ihr Umfeld, was es Angehörigen und Pflegern sehr schwer macht, im Alltag mit den Demenz-Patienten umzugehen.

Patienten werden mithilfe von Antipsychotika ruhig gestellt

Es ist in vielen Pflegehäusern und Kliniken daher längst Standard, dass Menschen mit Demenz und Agitation ein Medikament aus der Gruppe der Antipsychotika bekommen. So soll die Agitation gelindert werden.

Diese Praxis ist jedoch auch umstritten und Gegner betonen, dass die Senioren damit einfach nur ruhig gestellt werden. Auch diverse Studien stellen den Einsatz der Antipsychotika inzwischen infrage, da auch die Sterblichkeit unter der Einnahme der Mittel steigt.

Hoffnung auf alternativen Wirkstoff nach Studie gedämpft

Doch welche Alternativen gibt es? Forscher hatten gehofft, mit dem Wirkstoff "Citalopram" eine gute Alternative gefunden zu haben, doch in ihrer Studie war das Ergebnis zweigeteilt. Zwar konnte dieser Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (kurz SSRI) die Aggressionen und den Bewegungsdrang der Patienten verkleinern, doch gleichzeitig verschlechterte sich unter der Einnahme die Demenz.

Citalopram verschlechterte die Demenz

Man hatte die Untersuchung mit 186 Patienten durchgeführt, die entweder ein Placebo erhielten, oder aber Citalopram in einer täglichen Menge von zehn Milligramm. Innerhalb der dreiwöchigen Studienzeit erhöhte man die Dosis auf bis zu 30 Milligramm, wenn die Patienten keine Nebenwirkungen zeigten.

Am Ende der Studie hatte sich die Agitation bei den behandelten Patienten um 40 Prozent verbessert. In der Placebogruppe lag diese Quote bei 26 Prozent. Das Citalopram hatte jedoch die Demenz so weit verschlechtert, dass die Patienten auf der Rating-Skala "Mini-Mental-State-Examination" 1,05 Punkte verloren hatten. Außerdem zeigten sich Veränderungen im EKG, die darauf hindeuteten, dass das Herz der Patienten durch Citalopram belastet wurde.

Vorbeugung

Einer Demenz kann man nicht vorbeugen. Je höher das Bildungsniveau, desto geringer ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken. Um seine geistige Leistungsfähigkeit auch im hohen Alter aufrecht zu erhalten, helfen in jedem Fall Gedächtnistrainings und das Lösen von Kreuzworträtseln.

Die Entstehung dieser Erkrankung kann man jedoch nicht verhindern. Trotzdem sollte man bereits bei den ersten Anzeichen zum Arzt gehen, damit die Erkrankung dank Medikamenten nur langsam voran schreitet.

Mit Musik die Lebensqualität von Demenzkranken steigern

Musik tut unserer Seele gut - sie kann

  • Trost spenden
  • gute Laune erzeugen
  • entspannend sein oder
  • zum Tanzen einladen.

Wie bereits häufiger getestet wurde, kann sie aber auch bei Krankheiten wirkungsvoll sein; Demenz stellt dabei ein gutes Beispiel dar.

Demenzkranke mit Musik ansprechen

Musik stellt einen wirkungsvollen Schlüssel dar, wenn es darum geht, einen dementen Menschen anzusprechen. Egal, in welchem Krankheitsstadium dieser sich befindet, ist es in der Regel stets möglich, ihn auf emotionale Weise zu erreichen; er kann immer noch auf Außenreize reagieren, werden diese durch einen Klang erzeugt. In vielen Fällen ist es nicht nötig, Worte zu benutzen, wenn man jemanden auch durch musikalische Töne ansprechen kann.

Mit Erinnerungen behaftete Musik

Nahezu jeder Mensch wird ein oder mehrere Lieder haben, die bei ihm bestimmte Erinnerungen wecken. Egal wie lange eine bestimmte Situation her ist; erklingt diese eine Melodie, wird man in diese Zeit zurück versetzt. Auf einen Schlag weiß man, was man beim Hören dieses Songs gerade gemacht hat, wie man sich gefühlt hat.

Diese Reise in die Vergangenheit kann auch Demenzkranken zu Gute kommen, denn sie bekommen durch das Bekannte ein Stückchen Sicherheit zurück. Auch kann dadurch mitunter die Orientierung verbessert werden.

Zahlreiche Wirkungsweisen

Es ist zudem möglich, dass Musik

  • zum Wohlbefinden des Patienten beiträgt
  • zu mehr Aufmerksamkeit auf etwas führt
  • dazu beiträgt, sich ohne Worte ausdrücken zu können
  • das Sozialverhalten des Patienten verbessert
  • Kontakt und Beziehung zwischen Patient und Pflegern sowie Angehörigen verbessert
  • eine mögliche innere Unruhe beim Patienten lindert
  • Trost spendet
  • Schmerzen vergessen lässt oder mitunter lindert
  • den Schlaf fördert
  • die Stimmung des Patienten aufhellt sowie
  • mögliche Ängste lindert.
Eine Ergänzung zur Therapie

Natürlich sollte sie dabei nicht als Ersatz einer Therapie gesehen werden, vielmehr als Hilfsmittel, für eine höhere Lebensqualität der Erkrankten zu sorgen. Wichtigster Punkt dabei ist die Vertrautheit.

Wenn Betroffene Musik hören, die ihnen vertraut ist, weil sie sie beispielsweise vor vielen Jahren begleitet hat, so kann dies das Wohlbefinden steigern. Möglicherweise erinnert man sich besser an Vergangenes und fängt an, davon zu erzählen; allein daran zu denken kann Freude bereiten.

Musik hilft Demenzkranken bei der Kommunikation - Musiktherapie für die ganze Familie empfohlen

Mann mit Trommel und Frau mit Gitarre bei einer Musiktherapiesitzung mit einer geistig behinderten Frau
Therapie mit Musik für geistig behinderte Frau © Miriam Dörr - www.fotolia.de

Menschen, die an fortgeschrittener Demenz leiden, können sich unter Umständen durch Musik wesentlich besser ausdrücken als durch verbale Kommunikation. Diese schon häufig von Psychologen geäußerte Meinung wurde nun zum ersten Mal durch eine Studie belegt.

Dabei hielten Wissenschaftler der Goethe Universität in Frankfurt über einen Zeitraum von zwei Jahren die wöchentlichen Besuche eines Musiktherapeuten bei Menschen filmisch fest, die an fortgeschrittener Demenz litten und zuhause gepflegt wurden. Anschließend wurden die Videos ausgewertet. Durch das Aufteilen der Filme in jeweils 30-sekündige Sequenzen konnten die Psychologen erkennen, dass die Kranken sich durch die Musik ihre Gefühle und ihr Wohlbefinden wesentlich besser ausdrücken konnten, als durch die verbale Kommunikation, zu der sie kaum noch im Stande waren.

Die Forscher wollen nun erreichen, dass Familien, die demenzkranke Personen pflegen, häufiger gemeinsam musizieren, um so die Kommunikation untereinander zu erleichtern und den Patienten eine neue Ausdrucksmöglichkeit gegenüber ihren Angehörigen zu geben.

Körperliche Aktivität kann das Risiko einer Demenzerkrankung verringern

Studien haben bewiesen: Körperliche Aktivitäten - insbesondere diejenigen, welche die Ausdauer fördern - können das Risiko für eine Demenzerkrankung verringern bzw. eine schon vorhandene Demenz in ihrem Fortschreiten verlangsamen. Auswertungen von Gehirnaufnahmen mittels Magnetresonanztomographien zeigten, dass sich die Vernetzung zwischen Gehirnzellen bei regelmäßigem Training in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten verbesserte.

Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zudem zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten, wie etwa des Lernens und Erinnerns, sowie der Orientierung und Aufmerksamkeit, bei und verringert somit das Risiko einer Demenzerkrankung.

Regelmäßige Spaziergänge schützen vor Demenz

In einer Studie haben Neurologen der Universitätsklinik Bologna (Italien) festgestellt, dass schon durch simple körperliche Betätigungen wie regelmäßige Spaziergänge das Demenz-Risiko verringert werden kann. Dies gilt für die vaskuläre Demenz, allerdings nicht für Alzheimer-Erkrankungen. An der Studie nahmen 750 ältere Menschen teil.

Es stellte sich heraus, dass 27 Prozent weniger an dieser Form der Demenz erkranken, wenn sie regelmäßig spazieren gehen. Laut dem Magazin "Neurology" unterstützen aber auch andere körperliche Tätigkeiten unser Gedächtnis. Die Annahme ist, dass durch die körperliche Bewegung das Gehirn besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt ist und somit Gefäßerkrankungen vorbeugt wird.

Mit viel Bewegung gegen Demenz: Training verlangsamt geistigen Verfall

Ältere, lächelnde Frau im Schwimmbecken
Active senior © carmeta - www.fotolia.de

Der unaufhaltsame Verfall der geistigen Fähigkeiten gehört zu den großen Ängsten der heutigen Gesesellschaft. Demenz breitet sich immer weiter aus und die Wissenschaft steht dem Phänomen fast hilflos gegenüber.

Aber nur fast, denn es gibt durchaus Möglichkeiten, den geistigen Abbau zumindest zu verlangsamen. Bewegung ist dabei ein wichtiger Baustein. Dies ergab eine Meta-Analyse der Cochrane Collaboration, die dazu 16 Studien der letzten Jahre auswertete.

Bewegung kann nicht schaden

Alle Studien waren mit Menschen durchgeführt worden, die bereits an Demenz oder Alzheimer litten und mindestens zehn Stunden Betreuung pro Woche brauchten aber ansonsten bei guter Gesundheit waren.

Zwar kamen nicht alle Studien zum gleichen Ergebnis, doch insgesamt ließ sich sagen, dass regelmäßiges Training mit etwa drei Trainingseinheiten zwischen 20 und 75 Minuten die kognitiven Fähigkeiten stärkte. Die Patienten, die sich regelmäßig bewegten, konnten sich besser in ihrem eigenen Haushalt bewegen und waren insgesamt agiler.

Negative Folgen des Trainings wurden in keiner einzigen Studie festgestellt. Dies ließ die Wissenschaftler zu dem Schluss kommen, dass Bewegung zwar nicht in jedem Fall zu einer Verbesserung führte, aber auf keinen Fall zu einer Verschlechterung: Betroffene und ihre Angehörigen sollten daher ruhig einmal verschiedene Trainingsprogramme ausprobieren.

Vorbeugung gegen Demenz und Alzheimer durch Sport

Fitness gegen Gedächtnisschwund - durch Sport wird die Region für Erinnerung zum Wachsen angeregt

Grafik Gehirn auf schwarzem Hintergrund
gehirn © axel kock - www.fotolia.de

Wie amerikanische Forscher feststellten, kann durch Sport ein altersbedingter Gedächtnisschwund aufgehalten werden, weil dadurch die Region, die für die Erinnerung zuständig ist, zum Wachstum angeregt wird. Im Normalfall nimmt der Hippocampus im Alter an Größe ab, was eben zu diesem Gedächtnisverlust beitragen kann und das Risiko einer Altersdemenz erhöht. So kann also Sport nicht nur diesen Prozess aufhalten, sondern sogar zu einem Wachstum führen.

Bei einer Studie nahmen 60 gesunde Freiwillige im Alter zwischen 55 und 80 Jahren ein Jahr lang an einem Sportprogramm mit Nordic Walking teil und eine Kontrollgruppe machte in dieser Zeit lediglich nur ein paar Dehnübungen.

Vermehrte Ausschüttung des Botenstoffs BDNF

Nach einem Jahr wurde der Hippocampus neu vermessen, mittels einer Magnetresonanzuntersuchung (MRT), und bei der Sportgruppe stellte man eine Vergrößerung um 2 Prozent fest, bei der zweiten Gruppe dagegen einen Verlust um 1,4 Prozent, was eigentlich auch der Normalfall ist.

Die Forscher führten dies auf den im Blut befindlichen Botenstoff BDNF zurück, der sich bei der sportlichen Gruppe erhöht hatte und bei der Entstehung von Erinnerungen eine große Rolle spielt. So sollte man auf jeden Fall auch im Alter nochmals mit sportlichen Aktivitäten beginnen.

Sport hilft Demenzkranken - Bewegung und gezieltes Training können Krankheit verlangsamen

Älterer Mann macht Liegestütze, weißer Hintergrund
Senior Push-Ups © Glenda Powers - www.fotolia.de

Auch Demenzkranke sind in der Lage, Sport zu treiben. Leibesübungen können die Leistungen des Gehirns, aber auch Koordination und Wahrnehmung der Patienten verbessern.

Wichtig ist es, die Senioren dabei nicht zu überfordern. Die Sportübungen haben meist spielerischen Charakter und können zu Hause wiederholt werden. Auf dem Programm stehen neben Gymnastik auch Tanzen, Rad- oder Wanderausflüge bis hin zu Reisen mit dem Kanu.

Sport verbessert physische Verfassung und schenkt Zeit mit den Lieben

Untersuchungen haben ergeben, dass Demenzkranke durch die körperliche Bewegung seltener an Depressionen leiden. Auch stärken kleine Erfolgserlebnisse das Selbstvertrauen der Patienten. Die physische Verfassung verbessert sich, weil die Muskulatur besser durchblutet wird. Das Gehirn erhält mehr Sauerstoff. Durch regelmäßige Bewegung lässt sich das Fortschreiten der Krankheit sogar verlangsamen.

Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist, desto weniger sind komplexe Bewegungsabläufe, etwa beim Golf oder Yoga, ratsam. Entscheidend ist nicht die Perfektion bei der Bewegung oder die Leistung, sondern die Freude an der Bewegung sowie das Miteinander in der Gruppe.

Angehörige sind bei dem Sportangebot ausdrücklich willkommen. Gerade Ehepaare haben so die Möglichkeit, etwas gemeinsam zu erleben.

Informationen zu Kursen erteilt neben der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft auch der Hausarzt sowie Demenz-Cafés, die Krankenkassen oder Seniorensportgruppen.

Mit Mittelmeerkost gegen Demenz

Mit der Medizin ist es immer besser möglich, Krankheiten zu bekämpfen und einen besseren Lebensstandard zu gewährleisten. Ein hohes Alter ist also nichts Ungewöhnliches mehr.

Dennoch gibt es Krankheiten, von denen vor allem alte Menschen betroffen sind, dazu zählt natürlich Demenz. Ihr kann man am besten vorbeugen, wenn man sich vitaminreich und gesund ernährt. Davon geht auch eine amerikanische Studie aus.

Mediterrane Kost für die Verbesserung des Fitness-Alters

In ihr untersuchten Forscher vier Jahre lang die geistige Leistungsfähigkeit von 2000 älteren Menschen. Besonderes Augenmerk wurde auf deren Essgewohnheiten gelegt.

Mit der Auswertung der Ergebnisse kam man zu dem Entschluss, dass sich Mittelmeerkost bestens dafür eignet, sein geistiges Fitness-Alter zu verbessern. Diejenigen, die sich zunehmend von Fisch, Obst und Gemüse ernährt haben, konnten die Wahrscheinlichkeit auf Alzheimer um bis zu 40% senken.

Hohe Motivation zur Zubereitung von gesundem Essen ist erforderlich

Dies liegt vor allem an den Omega-3-Fettsäuren im Fisch und der ausgeglichene Verzehr von Antioxidantien und Mineralstoffen. Schwierig allein ist die Umstellung auf diese Art von Essen, da es immer frisch sein muss. Zur Beschaffung gehört also ein gewisses Maß an Motivation, doch das Ergebnis ist es allemal wert.

Die mediterrane Diät senkt das Risiko auf Demenz - Nur Diabetiker bilden eine Ausnahme

Schön angerichtetes Fischfilet mit Schnittlauch auf buntem Gemüse
Pangasius Filet © arthurdent - www.fotolia.de

Eine mediterrane Diät ist für den Körper eine Wohltat. Man darf sich mit Fisch satt essen, sollte viel Obst, Gemüse und Nüsse zu sich nehmen und am besten zu jeder Gelegenheit mit Olivenöl arbeiten.

Wer sich an die Richtlinien dieser Lebensweise hält, kann damit neusten Erkenntnissen zufolge nicht nur abnehmen, sondern auch das eigene Risiko auf Demenz senken. Zu diesem Schluss kam ein internationales Forscherteam. Die Studie stellten jedoch auch fest, dass die Diät diesen Effekt nur auf Menschen ohne Diabetes hat. Das Warum ist bisher ungeklärt.

Gearbeitet wurde mit den Daten von 17.500 Menschen, die zu Beginn der Studie alle 45 Jahre alt waren. Wie sie sich ernährten, wurde durch einen sehr detaillierten Fragebogen für jeden Teilnehmer einzeln erhoben. Dabei kam heraus, dass sich 53 Prozent so gut wie gar nicht mediterran ernährten, die übrigen 47 Prozent dagegen große Anhänger dieser Lebensweise waren.

Es zeigte sich später, dass jene 47 Prozent damit ihrem Gehirn offenbar einen großen Dienst geleistet hatten, denn im Vergleich zur anderen Gruppe hatte sich die Gefahr für Demenz bei ihnen um 13 Prozent gesenkt. Dies spricht klar für einen schützenden Effekt der Diät.

Allerdings löste sich dieser Effekt im Nichts auf, wenn man zwei Teilgruppen bildete, indem man zum einen nur die Nicht-Diabetiker und zum anderen nur die Zuckerkranken betrachtete. Plötzlich hatte die mediterrane Diät auf das Demenzrisiko keinen schützenden Einfluss mehr. Vielmehr war das Gegenteil der Fall: Im Vergleich zur anderen Gruppe war die Gefahr für Diabetiker sogar um 27 Prozent gestiegen.

Minimirung der Risikofaktoren als Vorbeugung

Schützt Bildung vor Demenz? Hochqualifizierte Patienten leben länger

Forscher vermuten, dass gut trainierte Gehirne Schäden besser ausgleichen können

3D Grafik männlicher Schädel mit rotem Gehirn
schädel mit gehirn © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Wer einen hochqualifizierten Beruf ausübt, hat nach einer Demenz-Diagnose bessere Überlebenschancen als geringqualifizierte Berufstätigte - zumindest, wenn es sich um eine frontotemporale Demenz (FTD) handelt. Dies ergab eine Datenanalyse von 83 Personen an der University of Pennsylvania in Philadelphia. Die Betroffenen waren entweder an der frontotemporalen Demenz oder an Alzheimer verstorben.

Einfluss des Beschäftigtenstatuses

Die FTD-Patienten lebten nach Diagnosestellung im Durchschnitt noch etwa sieben Jahre, bzw. 81 Monate. Allerdings zeigten sich deutliche Unterschiede beim beruflichen Status der Betroffenen: Die Patienten mit niedrigstem Beschäftigtenstatus hatten demnach nur noch etwa 72 Monate zu leben, während die Patienten mit der höchsten Qualifikation rund 116 Monate lebte und somit etwa drei Jahre länger.

Das trainierte Gehirn

Die Forscher vermuten, dass gut trainierte Gehirne eher in der Lage sind, die durch den Zellenabbau entstehenden kognitiven Defizite noch einmal auszugleichen und so die geistige Leistungsfähigkeit länger aufrecht zu erhalten. Allerdings ist unklar, warum dieser Zusammenhang nur bei Patienten mit FTD nachgewiesen werden konnte und nicht bei der wesentlich häufiger auftretenden Alzheimer-Erkrankung. FTD macht nur etwa drei bis neun Prozent der Demenzerkrankungen aus und tritt schon im Alter von 50 bis 60 Jahren auf, wenn die Betroffenen noch im Berufsleben stehen.

Ausreichend Vitamin B12 scheint vor Hirnschwund zu schützen

Möglicherweise kann eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 im Alter einem Schwund von Gehirngewebe und damit einer Demenz vorbeugen, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“.

Wissenschaftler aus Oxford (Großbritannien) ermittelten bei 107 Menschen im Alter zwischen 61 und 87 Jahren die Konzentration des Vitamins im Blut und bestimmten das Gehirnvolumen. Bei einer Kontrolle nach fünf Jahren zeigte sich, dass die Teilnehmer mit den höheren Vitamin-B12-Werten sechsmal seltener an Gehirnschwund litten als jene, deren Werte im untersten Bereich lagen.

Paare, die glücklich sind, erkranken seltener an Demenz

Senioren Paar steht lächelnd Arm in Arm vor Haus
Senior couple standing outside house © Monkey Business - www.fotolia.de

Eine Studie aus Schweden konnte nun aufzeigen, dass glückliche Paare ein verringertes Risiko haben im Alter an Demenz zu erkranken. Für diese Studie wurden durch das Karolinska Institut 1500 Menschen aus gänzlich unterschiedlichen Bevölkerungsschichten aus einer zurückliegenden Studie der 60er und 70er Jahre untersucht.

Die Ergebnisse konnten aufzeigen, dass glückliche Paare, die bis ins hohe Alter zusammen sind, ein rund 50% reduziertes Risiko haben an Demenz zu erkranken. Wurden Paare allerdings geschieden, stieg das Risiko auf das Dreifache an. Ebenfalls erhöht zeigt sich die Gefahr der Demenzerkrankung, wenn ein Partner schon sehr früh durch Tod verloren wurde. Damit der Effekt des Schutzes eintreten kann, genügt es jedoch nicht nur verheiratet zu sein, sondern auch die Dynamik in der Beziehung und das Glücklichsein gehören unabdingbar dazu.

Demenz ist nicht heilbar, daher die Prävention umso wichtiger

Studie: Depression und Diabetes erhöhen das Risiko, an Demenz zu erkranken

Grafik menschlicher Kopf mit dunkler Verfärbung - Kopfschmerzen
Kopfschmezen © Matthias Geipel - www.fotolia.de

Viele Angehörige leiden sehr, wenn sie mit ansehen müssen, wie ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt. Bislang gibt es noch kein Heilmittel gegen diese Krankheit. Forscher sind daher umso mehr bemüht, wirksames Präventionsverhalten zu ermitteln, mit dem jeder sich gegen Demenz schützen kann. Jetzt haben Wissenschaftler gleich vier Faktoren ermittelt, bei deren Beachtung Sie Ihr persönliches Risiko herabsenken können.

Bildung, Erkrankungen und Ernährungsstil

Die durchgeführte Studie lief über einen Zeitraum von 7 Jahren. Fast 1500 Probanden im Alter von 65 Jahren wurden in dieser Zeit von den Medizinern begleitet. Alle hatten verschiedene Bildungsstufen, andere Ernährungsgewohnheiten, waren Raucher oder Nichtraucher und teilweise an Diabetes und Depressionen erkrankt.

Immer wieder wurden ihre kognitiven Fähigkeiten in Tests ermittelt und man kam zu einem interessanten Ergebnis. Das Risiko an Demenz zu erkranken ist höher, wenn man Depressionen und Diabetes hat. Dagegen wirkt eine gute Schulbildung und eine obstreiche Ernährung präventiv.

Daher wurden die Forscher, dass auch im Alter noch Bildungsmaßnahmen durchgeführt werden sollten und die älteren Menschen regelmäßig auf die Veranlagung zu Depressionen hin getestet werden.

Demenzrisiko steigt durch Zigarettenkonsum

Zigarettenstummel, der ausgedrückt wurde, schwarze Krümel darum
cigarette © NatUlrich - www.fotolia.de

Allgegenwärtig ist, dass der Zigarettenkonsum Lunge und Herz schadet. Doch damit nicht genug. Finnische Forscher fanden heraus, dass auch das Risiko, im Alter an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, enorm ansteigt.

Nach der Auswertung von mehr als 21 000 Gesundheitsdaten von Menschen mittleren Alters kam heraus, dass diejenigen, die am Tag zwei Schachteln oder mehr rauchten, ein 100 Prozent höheres Risiko als Nichtraucher hatten, dass ihr Verstand abnahm und sie an Alzheimer oder Demenz erkrankten.

Die bereits bekannten Risiken, die das Rauchen mit sich trägt, könnten sich somit noch weiter ausbreiten. Ein Grund dafür könnte die gefäß- oder nervenschädigende Wirkung des Zigarettenkonsums sein. Endgültiges ist aber bis jetzt noch nicht bekannt.

So kann man sein Demenz-Risiko senken

Das Gehirn benötigt 16 Esslöffel Zucker, um funktionsfähig zu sein - worauf kommt es sonst noch an?

Haferflocken in Holzschale auf weißem Hintergrund
Oats © Barbro Bergfeldt - www.fotolia.de

Das persönliche Risiko im Alter an Demenz zu leiden hängt nicht von der genetischen Veranlagung ab, wie viele Leute fälschlicherweise denken, sondern vom Lebensstil und der Ernährungsweise, wie auch der Präventionsmediziner Dr. Roland Ballier berichtet.

Die richtige Ernährung für die geistige Fitness

So benötigt das Gehirn täglich etwa 16 Esslöffel Zucker, um voll funktionsfähig zu sein. Die richtige Ernährung ist für die geistige Fitness unerlässlich. Dazu gehören neben Zucker vor allem Lebensmittel wie Walnüsse, Dinkel, Lachs, Haferflocken, Knoblauch, Spinat, Beeren, Eier, Milchprodukte und auch Kaffee.

Natürlich dürfen auch ausreichend Vitamine und Mineralstoffe nicht fehlen. Besonders wichtig für das Gehirn sind Kalzium, Magnesium, Natrium und Vitamin B, sowie ungesättigte Fettsäuren und Aminosäuren.

Auf Nikotin, Drogen und Alkohol sollte hingegen lieber verzichtet werden.

Zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung ist es wichtig, den Körper sowie den Geist regelmäßig zu trainieren, ihnen aber auch ausreichend Pausen in Form von genügend Schlaf zu gönnen. Dann steht einem fitten Gehirn im Alter so gut wie nichts mehr entgegen.

Kaffeetrinker haben geringeres Demenzrisiko

Rothaarige Frau mit Sommersprossen hält Kaffee und lächelt in die Kamera
beautiful girl with a cup of coffee © Vyacheslav Osokin - www.fotolia.de

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "JAD online" finden Forscher der University of Florida in Tampa eine Erklärung für die Tatsache, warum Kaffee Alzheimer verhindern kann.

Im Koffein dockt ein bis jetz noch unbekannter Kaffeestoff an. Dadurch steigt der GCSF-Spiegel im Blut. (GCSF = Granulocytes Colony Stimulating Factor). Bei Alzheimer-Patienten ist der GCSF-Spiegel besonders niedrig. In einer klinischen Studie am USF Health Byrd Alzheimer´s Institute bekommen zur Zeit Patienten mit geringen kognitiven Einschränkungen GCSF verabreicht, um die kommende Demenz zu bremsen. Die US-Forscher aus Florida vermuten, dass das Wachstumshormon GCSF Knochenmarkstammzellen dazu bringt im Hirn Beta-Amyloid-Proteine zu beseitigen. Außerdem könnte GCSF dazu beitragen, dass sich im Hirn neue Nervenzellen bilden, so die Wissenschaftler in ihrem Artikel.

Es handelt sich bis jetzt allerdings um bloße Vermutungen. Vorerst weiß man allerdings sicher, dass Kaffetrinken das Demenzrisiko verringert.

Gegen Demenz hilft geistige Betätigung

Die geistigen Fähigkeiten von Demenzpatienten lassen sich durch eine Kombinationstherapie verbessern

Pflegerin hält die faltige, rechte Hand einer bettlegerichen, alten Frau
Seniorin mit Pflegerin © bilderbox - www.fotolia.de

Britische Forscher haben verschiedene Studien analysiert, die sich mit leichter bis mittelschwerer Demenz befasst hatten. So nahmen an diesen Studien mehr als 700 Patienten teil, wobei über die Hälfte an Therapien teilnahmen, die die geistigen Fähigkeiten fördern sollten.

Therapien für den Geist

Dabei nahmen die Patienten beispielsweise an

Auch pflegten sie Pflanzen oder sprachen über ihre Hobbys oder unterhielten sich einfach nur über ihre Vergangenheit.

Pflegepersonal oder Angehörige

Zusätzlich sollten Personen und Gegenstände benannt werden und auch die räumliche Orientierung wurde zum Teil geübt. Diese Therapien erstreckten sich, je nach Studie, drei Mal wöchentlich über einen Zeitraum von einem bis sechs Monate und wurden durch Pflegekräfte oder auch entsprechend instruierte Angehörige durchgeführt.

Kombinationstherapie erfolgversprechend

Bei allen Studien wurde festgestellt, dass sich die geistigen Fähigkeiten durchschnittlich gegenüber den jeweiligen Vergleichsgruppen merklich verbessert hatten und im Fazit lag der Effekt so hoch wie bei der Einnahme von entsprechenden Medikamenten, den sogenannten Antidementiva.

Aber einige der Patienten hatten zusätzlich zu der Therapie auch noch die Medikamente eingenommen und der Erfolg lag dabei dann noch höher, so dass eine Kombination zwischen Medikamenten und der Teilnahme an solchen Veranstaltungen wahrscheinlich den meisten Nutzen bringt.

Zwar werden im Endeffekt die Angehörigen und auch das Pflegepersonal nicht stärker entlastet, aber in einigen Studien zeigte sich bei den betroffenen Patienten eine verbesserte Lebensqualität und sie nahmen auch wieder mehr am normalen Leben teil.

Zweisprachigkeit schützt vor Alzheimer

Drei Geschäftsleute sitzen am Tisch und besprechen einen Vertrag
three business people talking about contract © endostock - www.fotolia.de

Wer mehr als nur seine Muttersprache fließend beherrscht, der hat diverse Vorteile im Leben. Doch nicht nur bei sozialen und geschäftlichen Kontakten in alle Welt wird es dabei einfacher, jeder Mensch mit zwei Sprachen im Repertoire profitiert ganz persönlich von seiner Fähigkeit.

Eine aktuelle Studie hat nämlich nun herausgefunden, dass diese Personen deutlich seltener an Alzheimer erkranken. Die Fähigkeit, zwei oder noch mehr Sprachen fließend zu sprechen, schult das Hirn auf besondere Weise. Durch dieses Training ist es nicht nur aktiver, es kann sich auch kleine Kraftreserven anlegen. Neurologen entdeckten, dass die Hirnareale für unser Sprechen aber auch die für unser Gedächtnis beim verwenden mehrerer Sprachen besser miteinander verknüpft sind und die Nervenzellen auch im Alter deutlich aktiver bleiben. Daher kommt es seltener zu Alzheimer. Auch die ersten Anzeichen der Demenz können vom stärkeren Gehirn noch eine gewisse Zeit ausgeglichen werden.

In der Studie ermittelte man, dass es bis zu vier Jahren länger dauern kann, bis eine Demenz sich bei mehrsprachigen Menschen so deutlich etabliert wie bei anderen. Anders ausgedrückt: trotz der gleichen Schäden am Hirn, bleiben Menschen mit Zweisprachigkeit länger fit, da ihr Hirn auf die angesammelten Reserven zurückgreift.

Die Forscher sind sich sicher, dass das häufige Wechseln zwischen beiden Wortschätzen und grammatikalischen Anforderungen das Gehirn so auf Trab hält.

Risikofaktoren rechtzeitig aus dem Weg schaffen

Grafik menschlicher Kopf mit dunkler Verfärbung - Kopfschmerzen
Kopfschmezen © Matthias Geipel - www.fotolia.de

Viele Menschen befürchten, im Alter an einer Demenz zu erkranken und somit früher oder später zum Pflegefall zu werden. Die Einschränkung der geistigen Fähigkeiten, die sich anfangs oft kaum bemerkbar macht und dann binnen kürzester Zeit rasch fortschreitet, muss jedoch kein Schicksalsschlag sein. Im Gegenteil: Es gibt eine ganze Reihe an Risikofaktoren, die man rechtzeitig aus dem Weg schaffen sollte. Damit kann die Wahrscheinlichkeit, zum Beispiel an Alzheimer (eine Form der Demenz) zu erkranken, bereits deutlich reduziert werden.

Ein ganz entscheidender Faktor liegt in der Regulation des Blutdrucks. Schon ein permanent leicht erhöhter Blutdruck kann sich negativ auf das gesamte Gefäßsystem auswirken - und somit auch das Risiko einer durchblutungsbedingten Demenz erhöhen. Deshalb sollte der Blutdruck in jedem Fall gut eingestellt und gegebenenfalls medizinisch behandelt werden.

Neben dem Bluthochdruck kann auch beispielsweise die Zuckerkrankheit Diabetes für eine zunehmend schlechtere Durchblutung sorgen. Auch hier gilt: Vorsorge ist besser als Nachsicht; Zuckerkranke sollten sich von einem Facharzt des Vertrauens behandeln lassen und ein gesundes Körpergewicht sowie eine gesunde Ernährungsweise anstreben. Wer letztgenannte Maßnahmen rechtzeitig beherzigt, der kann Risikofaktoren wie eine Diabeteserkrankung oftmals sogar ganz verhindern.

Schachspielen gegen die Demenz

Schwarze und weiße Schachfiguren auf Schachbrett
Schachspiel © RRF - www.fotolia.de

Viele Menschen haben im Alter mit Demenz zu kämpfen und bisher ist dieses Leiden nicht heilbar. Doch man kann einiges tun, um Senioren geistig fit zu halten und bei Betroffen eine Verschlechterung zu verzögern.

Forscher auf der ganzen Welt haben sich daher in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit Risikofaktoren beschäftigt, die es zu vermeiden gilt. Außerdem sucht man beständig nach Aktivitäten, die der Demenz einen Strich durch die Rechnung machen. Zwei wichtige Dinge hat eine aktuelle deutsche Studie zu vermelden. Zum einen müssen die Betroffenen daran gehindert werden, stetig Trübsal zu blasen, denn das verschlechtert ihren Zustand schneller. Zum anderen ist Schach der perfekte Sport, um das Gehirn auf Trab zu halten.

Menschen mit Depressionen haben ein hohes Risiko auf Demenz, es steigt Erhebungen zufolge um das Doppelte an. Man muss daher davon ausgehen, dass gut elf Prozent aller Demenzkranken aufgrund einer Depression ihr Leiden entwickelt haben.

Dagegen sinkt das Risiko bedeutend, wenn man eine höhere Schuldbildung hat und in einem Beruf tätig ist, der stetig Leistung vom Gehirn fordert. Dies belegt nur einmal mehr die Ansicht, dass das Hirn wie ein Muskel ist, der trainiert werden muss. Daher ist Schachspielen ein hervorragendes Mittel, um Senioren vor Demenz zu schützen und beginnende Demenz zu verlangsamen.

Wer dazu noch moderaten Sport betreibt und nicht mit Nikotin in Kontakt kommt, senkt das Risiko noch weiter. Die Forscher gehen davon aus, dass jeder zweite Fall von Demenz vermieden werden könnte, wenn alle positiven Faktoren erfüllt und alle negativen Faktoren umgangen werden.

Der natürliche Stoff Spermidin verringert Eiweißablagerungen im Gehirn

Grafik eines Röntgenbilds des menschlichen Schädels mit hervorgehobenem Gehirn auf schwarzem Hintergrund
Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

Forscher von der Freien Universität Berlin haben zusammen mit österreichischen Wissenschaftlern von der Karl-Franzens-Universität in Graz festgestellt, dass ein natürlicher Stoff, der in allen lebenden Organismen vorkommt, Ablagerungen von Eiweiß im Gehirn vermindern kann.

Hierbei handelt es sich um das Spermidin, das bei den Wachstumsprozessen eine wichtige Rolle spielt. Je nach Stoffwechsel kommt es zu einer höheren oder niedrigeren Produktion und im Alter nimmt die Konzentration von Spermidin im menschlichen Körper ab.

Die Forscher hatten die positive Wirkung auf die Eiweißablagerungen bei Versuchen mit Fruchtfliegen festgestellt, indem sie den Tieren zusätzlich Spermidin ins Futter getan hatten. Danach hatte sich bei den Fliegen das Erinnerungsvermögen verbessert.

Da bei Tieren, beispielsweise Fliegen und Mäusen, die Erinnerungsprozesse so ähnlich wie beim Menschen sind, so könnte dieser natürliche Stoff vielleicht als Nahrungsergänzungsmittel gegen eine Demenz auch beim Menschen helfen, diese Erkrankung hinauszuzögern.

Der beste Schutz gegen Demenz ist geistige Aktivität: Lesen und Schach spielen halten fit

Altes Paar spielt Schach, sie in gelbem Oberteil, er in grünem
Couple playing chess in living room smiling © Monkey Business - www.fotolia.de

Wer sich vor Morbus Alzheimer schützen will, sollte seine grauen Zellen möglichst viel mit geistigen Aktivitäten auf Trab halten. Dadurch kann die Krankheit zwar nicht vollständig verhindert werden, doch zumindest ihr Ausbruch kann über Jahre hinweg verzögert werden. Dies ergab eine australische Studie mit 200 älteren Menschen, die insgesamt über einen Zeitraum von vier Jahren beobachtet wurden.

Alzheimer wird von sogenannten Beta-Amyloiden verursacht, Eiweißablagerungen in Gehirn, die nach und nach die Nervenzellen zerstören und dadurch das Gedächtnis nachhaltig schädigen. Die Forscher injizierten eine schwach radioaktive Substanz in die Gehirne der Studienteilnehmer, die das Ausmaß der Beta-Amyloiden-Ablagerungen messen konnte. So konnten sie im Studienzeitraum verfolgen, wie stark sich diese Ablagerungen ausbreiteten.

Dabei stellten sie fest, dass manche Teilnehmer trotz beginnender Demenz geistig noch vollkommen fit waren, während das Gedächtnis bei anderen schon geschädigt war. Eine Gemeinsamkeit der geistig noch gesunden Menschen war eine hohe Bildung und die Teilnahme an geistigen Aktivitäten wie Schachspielen , Lesen oder Diskussionsrunden, sowie eine lebenslange Weiterbildung. Sie folgern daraus, dass diese Aktivitäten helfen, kognitive Reserven im Gehirn zu aktivieren und so den Ausbruch der Demenz hinauszuzögern.

Ein Wachstumsfaktor im Blut schützt Frauen vor Demenz

Reife Frau, Seniorin, Rentnerin, graue kurze Haare, blaue Augen, sieht fröhlich in die Kamera, trägt schwarzes Oberteil
Charmante ältere Frau © tbel - www.fotolia.de

Alle Wirbeltiere haben in ihrem Organismus einen Wachstumsfaktor, den die Biologen "BDNF" nennen. Die Abkürzung stammt von der englischen Bezeichnung "Brain-derived neurotrophic factor". Grob gesagt handelt es sich dabei um ein Eiweiß, das immer dann in höheren Werten vorliegt, wenn man sportlich aktiv ist. Menschen, die regelmäßig Sport treiben, haben also mehr BDNF in sich.

Demenz-Risko wird bei Frauen durch hohen BDNF gesenkt

Einer neueste Studie zufolge ist dies vor allen Dingen für Frauen eine gute Sache. Die Untersuchung aus den USA kommt nämlich zu dem Schluss, dass viel BDNF das Risiko auf eine spätere Demenzerkrankung verkleinert. Aus einem bisher unbekannten Grund tritt dieser Schutz aber nur bei Frauen auf.

In der Studie arbeitete man mit den Daten von 2.100 Menschen im Seniorenalter. Alle hatten in den 1990er-Jahren ihr Blut analysieren lassen und dabei hatten die Forscher auch den damaligen BDNF-Wert bestimmt. Der Mittelwert lag bei 23 ng/ml. Alles darunter galt als zu wenig und alles darüber als positive Steigerung.

In den folgenden Jahren erkrankten 140 dieser Probanden an Demenz. Als man nun die BDNF-Werte aus der Messung heranzog, konnte man sofort sehen, dass die Betroffenen bei der Blutanalyse einen geringen BDNF-Wert gehabt hatten. Wer dagegen einen normalen bis leicht gesteigerten BDNF-Wert gehabt hatte, dessen Gefahr auf Demenz war um ein gutes Drittel kleiner. Frauen mit dem höchsten BDNF-Wert hatten auch die kleinste Demenzgefahr, weshalb man mit Sicherheit von einem statistischen Zusammenhang sprechen kann.

Der Zusammenhang blieb außerdem auch dann erhalten, wenn man bekannte Risikofaktoren wie Diabetes, Nikotinmissbrauch und hohen Blutdruck aus der Rechnung entfernte. Unterteilte man die Gruppe aber weiter nach den Geschlechtern, blieb der Schutz durch hohe BDNF-Werte nur bei Frauen bestehen. Bei Männern sinken die Prozentzahlen so stark, dass man nicht mehr von einem Zusammenhang sprechen kann.

Demenz-Prävention: Könnten Statine zur Therapie für Senioren werden?

Grafik menschlicher Kopf mit dunkler Verfärbung - Kopfschmerzen
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Statine sind in der Medizin bisher vor allen Dingen dann im Einsatz, wenn bei einem Menschen der Cholesterinspiegel nicht mehr in Ordnung ist. Wer an einer Fettstoffwechselstörung leidet, der kann die Mittel als Cholesterinsenker einnehmen. Doch das Einsatzgebiet der Statine könnte sich in naher Zukunft erweitern.

Hinweise auf positive Auswirkung bei Demenz

In einer Studie aus Taiwan fanden Forscher deutliche Hinweise darauf, dass die Mittel auch zur Demenz-Prävention eingesetzt werden könnten.

Für die Studie durften die Forscher die Daten von einer Million Menschen nutzen, die bereits 1998 exakt 65 Jahre oder älter waren. Keiner litt zu diesem Zeitpunkt an Demenz. 15.200 von ihnen mussten jedoch aufgrund anderer Krankheiten regelmäßig Statine nehmen. Nach zwölf Jahren zeigte die Nachkontrolle, dass inzwischen 5.516 Senioren an Demenz erkrankt waren. Man untersuchte nun, wie viele in der Statine-Gruppe und wie viele in der Kontrollgruppe betroffen waren.

Deutlich verringertes Erkrankungsrisiko bei hoher Statindosis

Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied. Auffallend war, dass die Schutzwirkung der Statine umso höher ausfiel, je größer die verordnete Dosis gewesen war. Dies schließt einen Zufall aus. Geringe Dosierungen senkten das Demenzrisiko um 17 Prozent und Standarddosierungen das Risiko um 28 Prozent.

Wer eine hohe Gesamtdosis hatte, dessen Risiko war sogar um 61 Prozent verkleinert.

Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel und einer Demenzentwicklung

Doch warum bewirken ausgerechnet Statine einen Rückgang des Demenzrisikos? Hierfür haben Forscher eine erste Theorie. Man vermutet in der Medizinwelt schon einige Zeit, dass die Entwicklung von Demenz und der Cholesterinspiegel eines Menschen in einem Zusammenhang stehen.

Ein zu hoher Wert von LDL-Cholesterin kann immerhin zur Arteriosklerose im Gehirn führen. Es kommt also zu einer krankhaften Veränderung von Hirngefäßen und dies beeinflusst die Versorgung des Organs. Zudem kann viel LDL-Cholesterin diverse Entzündungen triggern und dies auch in den Nervenzellen. Beides kann dem Hirn dauerhaft schaden und so vielleicht auch eine Demenz fördern.

Zyniker werden eher dement: Lieber optimistisch ins Alter

Alter Mann bekommt etwas in sein Ohr gesagt
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Das Klischee des missmutigen grantelnden Alten kennt wohl jeder. Tatsächlich gehen diese Zeitgenossen nicht nur ihrem Umfeld auf die Nerven, sondern schaden auch sich selbst: Eine neue finnische Studie zeigte nun, dass ältere Menschen mit einer negativen Einstellung, die von Misstrauen und Zynismus geprägt ist, eher an Demenz erkranken als ihre optimistisch eingestellten Zeitgenossen.

Risiko einer Demenzerkrankung

Für die Studie wurden über 1200 Personen im Alter von durchschnittlich 71 Jahren nach ihrer Meinung zu Aussagen wie "Die meisten Menschen lügen" und "Es ist sicherer, niemandem zu vertrauen" befragt. Zehn Jahre später kontrollierten die Forscher, wie viele der Patienten in der Zwischenzeit verstorben oder an Demenz erkrankt wurden. Dabei stellen sie fest, dass die Sterberate zwar bei allen gleich war - die misstrauischen Zyniker jedoch ein um 3,1 erhöhtes Risiko besaßen, an Demenz zu erkranken.

Psyche beeinflusst potenzielle Erkankungswahrscheinlichkeit

In der Gruppe mit hohem Zynismus waren 8,5 Prozent der Befragten verstorben, in der Gruppe mit moderatem Zynismus 5,3 Prozent und in der Gruppe, die ihrer Umgebung mit Vertrauen begegnete, nur 4,2 Prozent. Die Studie unterstreicht damit die Annahme, dass das psychische Befinden eines Menschen Einfluss auf eine mögliche Demenzerkrankung hat, doch die Teilnehmerzahlen waren zu gering um darauf ein allgemeingültiges Ergebnis abzuleiten.

Das Demenzrisiko senken: Risikogruppen hilft eine Lebensstil-Intervention

Studie zeigt, dass auch Menschen mit hohem Demenzrisiko von einer Lebensstil-Intervention profitieren können

Faltige Hände eines alten Menschen o Seniors mit schwarzer Bekleidung an Gehstock o Krückstock
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Das Risiko, im Alter einmal an Demenz zu erkranken, ist bei jedem Menschen unterschiedlich hoch. Viele Faktoren spielen eine Rolle und sind zum Teil nicht beeinflussbar.

Die Lebensstil-Intervention

Wer zur Risikogruppe für Demenz gehört, muss sich jedoch keinesfalls in sein Schicksal fügen, sondern kann mit einer bewussten Anpassung des eigenen Lebensstils aktiv werden. Eine aktuelle Studie fand nämlich heraus, dass selbst die Risikogruppe stark von einer Lebensstil-Intervention profitiert. Die Intervention beinhaltet dabei

  • sportliche Betätigung,
  • eine ausgewogene Ernährung und
  • regelmäßiges Gehirntraining.

Faktoren für das Demenzrisiko

Die Forscher aus Finnland bildeten zunächst einen Score, um das Risiko auf Demenz zu bestimmen. Dabei achtete man auf Alzheimer-Plaques und Alzheimer-Fibrillen im Gehirn. Beide Faktoren gelten als sicheres Zeichen dafür, dass der Patient ein hohes Demenzrisiko hat.

Die Forscher achteten aber auch auf

Als Faktoren nahmen sie außerdem

  • die Bildung,
  • das Geschlecht und
  • das Alter

in den Score auf.

Der entwickelte Maßstab sieht vor, dass ab sechs Punkten eine erhöhte Demenzgefahr besteht. Entsprechend dieser Faktoren suchte man nun Senioren, die mindestens auf sechs Punkte kamen.

Therapierte Gruppe erzielt Ergebnisse, die im Schnitt 25 Prozent besser sind als die der Kontrollgruppe

Am Ende nahmen 1.260 Männer und Frauen zwischen 60 Jahren und 77 Jahren an der Studie teil. Eine Hälfte diente als Kontrollgruppe und wurde nicht behandelt. Bei den übrigen führte man eine Lebensstil-Intervention durch.

Es zeigte sich in der Nachbeobachtung, dass die therapierte Gruppe bessere Ergebnisse bei Alzheimer-Tests erzielte. Sie lag im Schnitt 25 Prozent über der Kontrollgruppe.

Wichtige Aspekte wie planorientiertes Denken und die Verstandleistung waren sogar um 83 Prozent besser. Besonders hervorstechend war das Arbeitsgedächtnis: nach der Lebensstil-Intervention lagen die Senioren 150 Prozent über der Kontrollgruppe.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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