15. Januar 2010
Viele Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, bekommen bestimmte Amphetamine zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit verordnet. Die Nebenwirkungen dieser Medikamente sorgen jedoch immer wieder für Kritik.
Rund 500.000 Kinder leiden in Deutschland an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die meisten von ihnen werden mit Amphetaminen und verwandten Medikamenten behandelt, die Auswirkung auf die Neurotransmitter im Gehirn haben, insbesondere Dopamin und Noradrenalin. Zeitweise wurden und werden diese Medikamente häufiger verschrieben als Mittel gegen Fieber und Erkältungen.
Seit einer Weile wird nun in der Neurowissenschaft die Rolle des Acetylcholin erforscht. Dieser Transmitterstoff gehört zu den wichtigsten in unseren Nervenzellen und spielt eine große Rolle bei der Lern- und Merkfähigkeit. Auch in Tierversuchen zeigt sich regelmäßig, dass Affen, die vor einer Denkaufgabe Acetylcholin erhalten, deutlich konzentrierter sind und bessere Ergebnisse zeigen.
Eine Theorie besagt nun, dass bei ADHS-Patienten ein Mangel an Acetylcholin vorliegt. Normalerweise kann der Körper den Transmitter selber aus verschiedenen Aminosäuren zusammenbauen, namentlich Methionin und Serin. Fehlt einer dieser beiden Stoffe, beeinträchtigt das das Denkvermögen und die Motorik.
In einer halbjährigen Studie mit 425 Probanden stellte sich heraus, dass die Versorgung mit den entsprechenden Mikronährstoffen signifikant positive Auswirkungen auf die ADHS-Patienten hatte. Es ist also durchaus möglich, dass ADHS mit einem Mangel bestimmter Aminosäuren zusammenhängt.
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