9. März 2009
Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom äußert sich bereits in früher Kindheit. Die Diagnose stellt daher der Kinderarzt in Zusammenarbeit mit einem Psychologen und den Kontaktpersonen des Kindes.
Man unterscheidet zwei Formen des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (auch ADS abgekürzt): Es gibt das ADS ohne und mit Hyperaktivität (dann ADHS).
Kinder mit ADS haben Konzentrationsstörungen und lassen sich äußerst leicht ablenken. Bereits das kleinste Geräusch kann dazu beitragen, dass sich die Kinder nicht mehr konzentrieren können. Schulkinder mit ADS bringen häufig ihre Hausaufgaben nicht zu Ende, weil sie durch Nichtigkeiten immer wieder abgelenkt werden. Schulisch leiden die Kinder dann sehr unter ihrer Krankheit, was sich meist auch durch schlechtere Noten äußert.
ADS-Kinder werden oft auch als Träumerkinder bezeichnet. ADS-Kinder sind jedoch keineswegs dumm. Nicht selten sind die Kinder sogar hochbegabt.
Jedes kleinste Geräusch kann zu einer Reizüberflutung des Kindes führen. Für die Kinder bedeutet dies ununterbrochener psychischer Stress, da die Kinder nicht zwischen wichtigen und unwichtigen Geräuschen unterscheiden können. Die Kinder schalten dann meist ab und wirken abwesend. Wenn man sie anspricht, reagieren sie in dieser Situation nicht.
Kinder mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom haben oft Probleme bei der Feinmotorik, zum Beispiel beim Halten eines Stiftes. Sie entwickeln sich auch körperlich langsamer als gesunde Kinder. ADS-Kinder fangen zum Beispiel später an zu krabbeln und zu laufen als andere Kinder.
Nicht alle Symptome treten bei jedem ADS-Patienten auf. Es können auch nur einige Symptome vorhanden sein.
Bis die Diagnose gestellt wird, vergeht oft längere Zeit. Meist wird das Kind ein halbes Jahr beobachtet, bis die Diagnose feststeht. Der Kinderarzt befragt als erstes die Eltern des auffälligen Kindes nach den genauen Symptomen und seit wann diese bestehen. Da viele Eltern das Verhalten ihres Kindes als normal empfinden, da sie keinen Vergleich zu anderen Kindern haben, erhalten die Eltern meist einen Fragebogen. Hier wird unter anderem nach dem Spielverhalten des Kindes gefragt, ob es gut mit anderen Kindern umgehen kann, wie gut es sich konzentrieren kann usw.
Zusätzlich wird auch eine betreuende Person aus der Schule oder dem Kindergarten befragt. Auch hier wird mit Hilfe von Fragebögen das Verhalten der Kinder im Umgang mit anderen Kindern ermittelt und zum Beispiel nach der Konzentrationsfähigkeit gefragt. Viele ADS-Kinder haben neben den typischen Symptomen des ADS auch eine Lese-/Rechtschreibschwäche. Diese wird besonders von den Lehrern in der Schule bemerkt.
Auch ein Gutachten eines Psychologen wird eingeholt. Je nach Alter des Kindes befragt er die Eltern nach den genauen Symptomen und beobachtet das Kind im Spiel oder –etwa ab dem Schulalter- wird ein spezielles Testverfahren durchgeführt.
Abschließend erfolgt auch eine eingehende Untersuchung beim Kinderarzt. Dieser führt eine körperliche Untersuchung durch und untersucht auch die Ohren und Augen mit Hör- und Sehtests, um körperliche Ursachen für die Symptome ausschließen zu können. Meist werden auch die Hirnströme gemessen (EEG), ein EKG geschrieben und das Blut des Kindes untersucht. Zusätzlich prüft der Kinderarzt, ob sich das Kind geistig und körperliche normal entwickelt hat oder ob hier Defizite bestehen.
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