Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom - Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, auch Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) genannt, stellt eine psychische Erkrankung. Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom führen können. Wie die Erkrankung verläuft, ist individuell verschieden. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom äußert sich bereits in früher Kindheit. Die Diagnose stellt daher der Kinderarzt in Zusammenarbeit mit einem Psychologen und den Kontaktpersonen des Kindes. Lesen Sie alles Wissenswerte über das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom.

Die Entstehung eines Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms und wie man es erkennen und behandeln kann

Symptome

Man unterscheidet zwei Formen desAufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, das auch als Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) bekannt ist, als Krankheit anerkannt, da es sich dabei um eine psychische Störung handelt, die bei psychisch gesunden Menschen nicht vorzufinden ist.

Man nennt sie auch

  • Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS)
  • hyperkinetisches Syndrom (HKS)
  • minimale cerebrale Dysfunktion (MCD)
  • psychoorganisches Syndrom (POS) oder
  • Zappelphilipp-Syndrom.

Schon im Jahr 1848 wurde die Verhaltensstörung von dem deutschen Psychiater Heinrich Hoffmann (1809-1894) beschrieben. Außerdem ließ Hoffmann, der auch Kinderbücher verfasste, die psychische Störung in sein Werk "Struwwelpeter" als Zappelphilipp-Syndrom einfließen.

Verbreitung

An ADHS erkrankte Menschen leiden an unkontrollierten, unbedachten Handlungen sowie an schwachem Durchhaltevermögen. Immer häufiger sind davon Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren betroffen.

Laut medizinischen Angaben sind in Deutschland ca. 5 Prozent der Kinder betroffen. Es gibt jedoch eine hohe Dunkelziffer, da bei ADHS nicht immer ein Arzt aufgesucht wird, sondern das Verhalten vielmehr mit dem Kindsein an sich gerechtfertig wird.

Glaubt man Schätzungen von Fachleuten, so könnten bis zu 25 Prozent der Kinder in Deutschland davon betroffen sein, davon bei den bekannten Fällen ungefähr dreimal soviel Jungen wie Mädchen. Während Jungen eher durch Hyperaktivität auffallen, wirken Mädchen verträumt, was nicht selten dazu führt, dass die Störung seltener bei ihnen festgestellt wird.

Aus medizinischer Sicht wird dringend zu therapeutischen Behandlungen geraten, da erkrankte Kinder diese Störungen in aller Regel später nicht einfach verlieren, sondern sie diese vielmehr ihr ganzes Leben lang begleitet. Die Zahl erkrankter Menschen im Erwachsenenalter wird auf zwischen zwei und vier Prozent geschätzt.

Ursachen

Das ADS wird vermutlich dadurch ausgelöst, dass im Gehirn des Kindes die Reize nicht korrekt weitergeleitet werden. Daneben gibt es weitere Ursachen.

Frühchen mit geringem Geburtsgewicht haben beispielsweise ein höheres Risiko, an ADS zu erkranken. Auch bestimmte Faktoren in der Schwangerschaft (Alkoholkonsum oder Rauchen) oder während der Geburt können ADS auslösen.

In einigen Familien tritt das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom gehäuft auf, so dass auch eine genetische Ursache vorliegt. Auch Allergien können zum ADS führen. Diskutiert werden zudem Ursachen wie Umweltgifte oder Sauerstoffmangel während der Geburt.

Des Weiteren kann die Erkrankung vom persönlichen Umfeld, wie Schule, Arbeitsplatz, Familie, etc. (ca. 80 Prozent) abhängen. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel ein Wechsel in den familiären Strukturen, aber auch erhöhter Medienkonsum und Bewegungsmangel.

So hat jedes dritte Kind weniger als 90 Minuten Bewegung am Tag - und unter "Bewegung" fallen auch schon der Schulweg oder spielen in der Wohnung.

Dafür sieht über ein Drittel mehr als eine Stunde täglich fern, rund 80 Prozent nutzen täglich Computer oder Spielkonsole. Das führt oft zu einer Kombination aus Reizüberflutung und Bewegungsmangel, die das Kind überfordert und AD(H)S-Symptome fördert.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei ADHS die Informationsverarbeitung zwischen unterschiedlichen Gehirnabschnitten gestört ist. Als Ursache dafür kommen Stoffwechselstörungen der wichtigen Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin in Betracht.

So werden bei ADHS die Informationen zwischen den Hirnzellen von den beiden Botenstoffen nur in begrenztem Maße weitergeleitet. Dies wirkt sich besonders auf die verantwortlichen Gehirnabschnitte für

  • Konzentration
  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung
  • Planung und
  • Ausführung

negativ aus, was wiederum dazu führt, dass ADHS-Patienten sich nur schwer konzentrieren können, vergesslich sind und sich unruhig oder aggressiv verhalten. Durch das ungefilterte Einströmen von neuen Eindrücken kommt es zu ständiger Anspannung.

Verlauf

Eine umfassende Behandlung der Erkrankung ist ausschlaggebend für den Krankheitsverlauf. Wird die Erkrankung nicht erkannt oder nur unzureichend behandelt, haben die Betroffenen auch im Erwachsenenalter noch Probleme. Erfolgt hingegen eine Therapie, können die meisten Patienten gut mit ihrer Krankheit leben.

Wie lange die Behandlung andauert, ist individuell verschieden. Oftmals benötigen die Kinder nur eine mehrjährige Therapie, andere Patienten benötigen hingegen eine lebenslange Behandlung.

Bleiben die ADHS-Symptome auch mit fortschreitendem Lebensalter bestehen und wird die Störung nicht behandelt, kann dies für die betroffenen Kinder gravierende Folgen für ihr weiteres Leben haben. So

  • schaffen es viele von ihnen nicht, die Schule erfolgreich zu absolvieren und einen Beruf, der ihren Fähigkeiten angemessen ist, zu ergreifen.
  • Außerdem tun sie sich schwer damit, soziale Bindungen aufzubauen.
  • Einige ADHS-Patienten geraten sogar auf die schiefe Bahn und werden straffällig.
  • Darüber hinaus besteht bei ihnen ein größeres Risiko für Unfälle.

So kommt es bei ihnen häufig zu selbst verschuldeten Schädelhirnverletzungen.

Mögliche Folgekrankheiten

Nicht selten erkranken ADHS-Patienten an

Außerdem greifen sie häufig zu Alkohol oder Drogen.

Symptome

Man unterscheidet zwei Formen des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (auch ADS abgekürzt): Es gibt das ADS ohne und mit Hyperaktivität (dann ADHS).

Kinder mit ADS haben Konzentrationsstörungen und lassen sich äußerst leicht ablenken. Bereits das kleinste Geräusch kann dazu beitragen, dass sich die Kinder nicht mehr konzentrieren können.

Schulkinder mit ADS bringen häufig ihre Hausaufgaben nicht zu Ende, weil sie durch Nichtigkeiten immer wieder abgelenkt werden. Schulisch leiden die Kinder dann sehr unter ihrer Krankheit, was sich meist auch durch schlechtere Noten äußert.

ADS-Kinder werden oft auch als Träumerkinder bezeichnet. Auffällig sind ihre langsamen Reaktionen. ADS-Kinder sind jedoch keineswegs dumm. Nicht selten sind die Kinder sogar hochbegabt.

Jedes kleinste Geräusch kann zu einer Reizüberflutung des Kindes führen. Für die Kinder bedeutet dies ununterbrochener psychischer Stress, da sie nicht zwischen wichtigen und unwichtigen Geräuschen unterscheiden können.

Die Kinder schalten dann meist ab und wirken abwesend. Gleichzeitig kann es aber auch zu starker Impulsivität, wie etwa durch Wutausbrüche, kommen. Kinder mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom haben oft Probleme bei der Feinmotorik, zum Beispiel beim Halten eines Stiftes.

Sie entwickeln sich auch körperlich langsamer als gesunde Kinder. ADS-Kinder fangen zum Beispiel später an zu krabbeln und zu laufen als andere Kinder.

Nicht alle Symptome treten bei jedem ADS-Patienten auf. Es können auch nur einige Symptome vorhanden sein.

Im Folgenden gehen wir etwas detaillierter auf die möglichen Symptome ein, indem wir sie den unterschiedlichen Altersstufen zuordnen...

Wie sich ADHS je nach Altersstufe unterschiedlich äußert

Das Erscheinungsbild der Verhaltensstörung ist bei Erwachsenen anders als bei Kindern. So äußert sich ADHS von Altersstufe zu Altersstufe unterschiedlich. Daher gilt es, zwischen ADHS im Säuglings- und Kleinkindalter, im Grundschulalter, in der Pubertät und im Erwachsenenalter zu unterscheiden.

ADHS im Säuglingsalter

Zeigt sich ADHS bereits im Babyalter, kann sich dies durch

  • motorische Unruhe
  • langes Schreien sowie
  • Probleme beim Schlafen und Essen

bemerkbar machen. Darüber hinaus

  • sind die Babys oft schlecht gelaunt
  • lehnen körperlichen Kontakt ab und
  • überstrecken ihren Körper.
  • Auf Veränderungen reagieren sie sehr unruhig.

ADHS im Kleinkindalter

Bei kleinen Kindern sind die Merkmale von ADHS wesentlich schwieriger zu erkennen als bei Jugendlichen. So tun sich sogar Ärzte schwer damit, die Verhaltensstörung in diesem Alter festzustellen. Nicht selten kommt es deswegen zu fehlerhaften Diagnosen.

Es gibt jedoch bestimmte Verhaltensweisen, die auf ADHS hindeuten können. So

  • verfügen die betroffenen Kinder nur über eine geringe Ausdauer beim Spielen
  • verhalten sich oft planlos
  • führen unvorhersehbare Handlungswechsel durch und
  • legen ausgeprägte Trotzreaktionen an den Tag.

Außerdem bestehen bei ihnen oft

  • Teilleistungsschwächen beim Sehen und Hören sowie in der Motorik.
  • Während manche ADHS-Kleinkinder durch einen ungewöhnlich frühen Spracherwerb auffallen,
  • ist bei anderen dagegen die Sprachentwicklung verzögert.

Weitere Auffälligkeiten sind

Dafür verfügen ADHS-Kinder über eine ungewöhnliche Ausdauer, wenn sie sich mit Dingen beschäftigen, die sie interessieren

Erziehung hat keinen Einfluss auf ADHS

Obwohl sich die Umwelt auf das Verhalten von Kindern auswirkt, sind ADHS-Anzeichen keineswegs auf eine schlechte oder falsche Erziehung zurückzuführen. Doch gerade junge Eltern reagieren oft verunsichert, wenn sich ihr Kind übermäßig aktiv oder laut verhält.

Besteht Verdacht auf ADHS ist es ratsam, das Verhalten des Kindes über längere Zeit genau zu beobachten und einen Experten zu Rate zu ziehen. Dieser berücksichtigt auch die Gesamtsituation der Familie.

ADHS im Grundschulalter

Statistisch gesehen gibt es in jeder deutschen Schulklasse ein Kind, das unter ADHS leidet, was nicht selten Probleme für die ganze Klasse zur Folge hat. So klagen viele Lehrer darüber, dass die hyperaktiven ADHS-Kinder die restliche Klasse beim Unterricht stören.

Außerdem ist es erforderlich, ihre schulischen Leistungen anders zu bewerten. Oftmals setzt sich die Problematik von der Grundschule bis in die höheren Schulen fort.

Im Grundschulalter kann sich ADHS durch verschiedene Verhaltensweisen bemerkbar machen. So sind die betroffenen Kinder nicht in der Lage, Regeln in der Klassengemeinschaft oder in einer Spielgruppe zu akzeptieren. Das Gleiche gilt für die eigene Familie.

Darüber hinaus

  • stören ADHS-Kinder häufig den Unterricht
  • sind emotional instabil
  • lassen sich leicht ablenken und
  • verfügen nur über ein grobes Schriftbild und wenig Ausdauer.

Des Weiteren

  • neigen sie zu aggressivem Verhalten bis hin zu Wutanfällen
  • sind chaotisch
  • sprechen viel und überhastet und
  • leiden unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche.
  • Viele von ihnen müssen die Klasse wiederholen.

Außerdem

  • verhalten sich die betroffenen Kinder oft ungeschickt und
  • können keine dauerhaften sozialen Bindungen eingehen.
  • Nicht selten werden sie zu Außenseitern.
Unwissenheit oft großes Problem

Ein großes Problem für die Betroffenen sind Unverständnis und Unwissenheit von Lehrern, Mitschülern und anderen Eltern. So werden ADHS-Kinder oft vorschnell als faul und dumm eingestuft, da nur die wenigsten Menschen wissen, welche Symptome ADHS hervorruft.

Nicht selten wird den Eltern die Schuld an dem Verhalten ihrer Kinder zugewiesen, weil sie sie falsch erzogen hätten. Oftmals stehen die Lehrer aber auch vor dem Problem, dass sie sich um eine ganze Schulklasse kümmern müssen und daher zu wenig Zeit haben, um ADHS-Kinder individuell zu betreuen.

Für ADHS-Kinder ist jedoch eine solche Betreuung unverzichtbar, da sie den Stoff nur durch häufige Wiederholungen lernen können. Auf Unverständnis bei den Mitschülern stößt vor allem das oft aggressive Verhalten von ADHS-Kindern.

Daher ist es wichtig, wenn Eltern mit dem Lehrer und der Klasse über das Problem sprechen und nach Lösungswegen suchen.

ADHS in der Pubertät

Die Pubertät ist für Jugendliche ohnehin kein leichter Lebensabschnitt. So verändern sich sowohl der Körper als auch die Psyche. Sogar Jugendliche ohne ADHS leiden in dieser Phase oft unter Stimmungsschwankungen, was vor allem ihren Eltern zu schaffen macht. Besonders kompliziert wird die Pubertät jedoch, wenn das Kind ADHS hat.

In manchen Fällen schwächen sich die ADHS-Symptome während der Pubertät ab oder kommen sogar gänzlich zum Stillstand. Bei ca. zwei Dritteln aller Jugendlichen bleiben sie jedoch weiterhin bestehen.

Bei einigen Kindern zeigt sich die ADHS-Problematik sogar erst im Jugendalter, was besonders bei Mädchen der Fall ist. Bei Jungen schwächt sich die Hyperaktivität dagegen oft ab. Allerdings leiden sie oft weiterhin an innerer Unruhe.

Ein charakteristisches Merkmal von ADHS-Kindern ist, dass die Pubertät bei ihnen erst spät einsetzt. Außerdem nimmt sie mehr Zeit in Anspruch und endet oftmals erst im 23. Lebensjahr vollständig.

Darüber hinaus sind die typischen Probleme, die während dieser Lebensphase auftreten, deutlich ausgeprägter als bei normalen Jugendlichen, was vor allem für den Ablösungsprozess von den Eltern gilt. So können schon kleinste Meinungsverschiedenheiten intensive Konflikte zur Folge haben.

Nicht selten versuchen die betroffenen Jugendlichen, ihre Grenzen mit allen Mitteln auszutesten, wobei sie mitunter auf extreme Mittel zurückgreifen. Die ADHS-Teenager fühlen sich von ihren Eltern unverstanden und kontrolliert. Regeln empfinden sie als Gängelung.

Da ADHS-Kinder nicht imstande sind, die Emotionen anderer Menschen nachzuvollziehen, reagieren sie ihren Eltern gegenüber häufig mit Beschimpfungen und derben Kraftausdrücken. Auch heftige Wutausbrüche sind keine Seltenheit.

Die betroffenen Eltern kostet das aggressive Verhalten ihrer Kinder wiederum viel Kraft. So ist es kaum möglich, ADHS-Teenager zu beeinflussen, da es diesen an der Fähigkeit mangelt,

  • zu reflektieren
  • zu relativieren und
  • Einsicht zu zeigen.
Probleme in der Berufsausbildung

Häufig stellt auch die Berufsausbildung die ADHS-Jugendlichen vor erhebliche Probleme. So sind die Betroffenen häufig desinteressiert und leiden unter mangelndem Antrieb. Die Arbeitgeber bringen den typischen Verhaltensmustern der Jugendlichen nur wenig Verständnis entgegen und halten sie für faul und unmotiviert.

Nicht selten führt das rebellische Verhalten der Teenager zu einer vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Selbst bei ansonsten unauffälligen ADHS-Jugendlichen können unvermittelt einsetzende Wutausbrüche vorkommen, die die Beziehung zu den Arbeitskollegen belasten.

Mangelndes Selbstbewusstsein

Obwohl ADHS-Teenager meist selbstbewusst auftreten, sind sie in Wahrheit eher sensibel und verletzlich. So macht es ihnen zu schaffen, dass sie nicht so sind wie andere Jugendliche in ihrem Alter.

Während manche ADHS-Teenager einfach resignieren, wollen andere dagegen unbedingt akzeptiert werden. Weil sie stets offen für neue Dinge sind und Gefahren nur schwer einschätzen können, gelten sie als gefährdet für Risikoverhalten und Drogenkonsum.

Da ADHS-Teenager als stimmungslabil gelten, kommt es häufig bei ihnen zu depressiven Verstimmungen, ohne das dafür ein erkennbarer Grund vorliegt. Manche Jugendliche sind sogar suizidgefährdet.

Verlieben sich ADHS-Teenager, löst dies bei ihnen intensive Gefühle aus. Obwohl sie selbst sehr harmoniebedürftig sind, führt ihr mangelndes Einfühlungsvermögen zu Konflikten mit dem Partner, weil sie ihn übermäßig beanspruchen und kontrollieren. Dabei neigen sie auch häufig zu Wutausbrüchen.

Eine Trennung löst bei ihnen heftige Gefühle aus. Nicht selten kommt es aus Angst vor negativen Reaktionen zu einem kompletten Rückzug.

Positive Eigenschaften

ADHS-Teenager verfügen aber auch über positive Eigenschaften. So sind sie sehr phantasievoll und kreativ. Viele von ihnen verfügen über schauspielerisches Talent oder die Gabe zu moderieren.

Durch das Fördern ihrer Begabungen lässt sich ihr Selbstbewusstsein stärken. Außerdem sind viele ADHS-Jugendliche sehr hilfsbereit und verfügen über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Tipps für die Eltern

Wichtig ist, dass die Eltern von ADHS-Kindern ruhig und geduldig bleiben, auch wenn es ihnen oft schwer fällt. Als hilfreich gelten spezielle Elterntrainings, in denen die Eltern den richtigen Umgang mit ihren Sprösslingen erlernen können.

So führt ruhiges Verhalten oft dazu, dass sich das pubertierende Kind schneller wieder abregt. Bei bedeutenden Entscheidungen gilt es, alle Kräfte aufzuwenden und sanft, aber unnachgiebig zu reagieren. Unwichtige Angelegenheiten sollten hingegen ignoriert werden. Wichtig ist zudem, dass die Eltern sich auch konsequent verhalten. Auf diese Weise lassen sich kritische Situationen reduzieren. In manchen Fällen kann auch professionelle Hilfe sinnvoll sein.

ADHS bei Erwachsenen

Fälschlicherweise wird ADHS oft nur mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung gebracht. Doch rund 60 Prozent aller betroffenen Kinder leiden auch im Erwachsenenalter unter der psychischen Störung.

Ein Problem ist, dass viele Menschen, bei denen Angststörungen, Depressionen oder Suchterkrankungen auftreten, nicht auf die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung untersucht werden. Doch gerade ADHS-Patienten sind häufig von diesen Folgekrankheiten betroffen.

Erwachsene Menschen, die unter ADHS leiden, haben Probleme, sich bei Gesprächen oder beim Lesen richtig zu konzentrieren, sodass sie häufig den roten Faden verlieren. Darüber hinaus sind sie leicht ablenkbar und zu Tagträumen, was sich wiederum negativ auf die tägliche Arbeit auswirkt, die nur langsam voran geht.

Da sie unter innerer Unruhe leiden, fällt es ihnen schwer, sich für längere Zeit zu konzentrieren. Lästige Pflichten werden hinausgeschoben, wodurch sich schließlich immer mehr Arbeit auftürmt.

Aufgrund der ständigen inneren Unruhe können sich die ADHS-Patienten nicht ausreichend entspannen. Des Weiteren

  • sind sie oft vergesslich
  • reden viel und
  • begehen häufig Flüchtigkeitsfehler.

Um sich Dinge merken zu können, greifen sie immer wieder auf Notizen, Karteikarten und Terminkalender zurück. Ein weiteres Problem ist die Hyperaktivität. So verspüren die Betroffenen ständig den Drang nach sportlicher Betätigung.

Außerdem

  • wippen sie häufig mit den Füßen und
  • neigen zu Wutausbrüchen und Stimmungsschwankungen.

Bei Überforderung sehnen sich ADHS-Patienten hingegen rasch nach Ruhe. Da sie jedoch ständig grübeln, kommt es zu Einschlafstörungen. Typisch für erwachsene Menschen mit ADHS ist, dass sie sehr impulsiv sind und erst handeln, bevor sie nachdenken.

Da sie häufig zu verbalen Entgleisungen neigen, führt dies zu Streitigkeiten mit anderen Menschen. Außerdem besteht bei ihnen ein erhöhtes Unfallrisiko.

ADHS bei Frauen

Bei Frauen tritt ADHS seltener auf als bei Männern. Darüber hinaus gibt es Unterschiede beim Beschwerdebild.

So sind Mädchen, die unter ADHS leiden, nicht so hyperaktiv wie Jungs. Stattdessen kommt es bei ihnen häufig zu Tagträumereien. Außerdem lassen sie sich leicht ablenken.

Bei erwachsenen Frauen macht sich ADHS durch

bemerkbar.

Behandlung

Nicht immer ist bei erwachsenen ADHS-Patienten unbedingt eine medizinische Behandlung nötig. Bei stark ausgeprägten Symptomen und erheblichen Beeinträchtigungen des Alltags empfehlen Experten jedoch eine Psychotherapie, die sich mit Medikamenten kombinieren lässt.

Heilbar ist ADHS nicht. In manchen Fällen können sich die Störungen jedoch im höheren Lebensalter zum Teil zurückbilden. Außerdem besteht für die Patienten die Möglichkeit, ihren Alltag mithilfe von Bewältigungsstrategien gut zu meistern.

Als hilfreich gilt auch eine Verhaltenstherapie. Dabei werden den Betroffenen Wege aufgezeigt, wie sie ihr impulsives Verhalten besser in den Griff bekommen.

Da vor allem die negativen Auswirkungen von ADS bzw. ADHS im Vordergrund stehen, ist den meisten Menschen unbekannt, dass es auch positive Aspekte gibt...

Positive Aspekte von ADS/ADHS

So lassen sich die Merkmale der Störung bei richtiger Anwendung mitunter sogar als Stärke nutzen. Zum Beispiel sind ADS- oder ADHS-Betroffene oft sehr

  • kreativ
  • phantasievoll
  • neugierig und
  • originell.

Dass sie sich nicht stets an die vorgegebenen Regeln der Gesellschaft halten und sie infrage stellen, muss keineswegs immer von Nachteil sein, sondern kann auch zum Nachdenken anregen. Außerdem

  • reagieren ADS-Betroffene oft sehr sensibel
  • sind authentisch und
  • verfügen über einen großen Gerechtigkeitssinn.

Nicht selten macht sie dies zu interessanten und kreativen Gesprächspartnern. Hyperaktive Kinder können sich zudem zu leistungsstarken Sportlern entwickeln.

Gelingt es einem Menschen mit ADS/ADHS, eine passende berufliche Betätigung zu finden, wird er oftmals auf seinem Gebiet zu einem regelrechten Meister. So sagt man einigen berühmten historischen Persönlichkeiten nach, dass sie unter der Aufmerksamkeitsstörung litten. Dazu gehören zum Beispiel

  • Albert Einstein
  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Thomas Alva Edison und
  • Ernest Hemingway,

die durch ihre Begabungen weltberühmt wurden. Allerdings hatten auch sie krankheitsbedingte soziale und familiäre Probleme.

Umfeld ist sehr wichtig

Um die positiven Ressourcen eines Menschen, der unter ADS bzw. ADHS leidet, zu fördern, ist ein günstiges psychosoziales Umfeld überaus wichtig. So müssen die Betroffenen bereits im Kindesalter die Möglichkeit erhalten, ihre Persönlichkeit entfalten zu können.

Eine solche Förderung führt meist zu positiven Entwicklungen auf mehreren Ebenen. Dagegen hat ein negativer Einfluss meist schlechte Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und die weitere Entwicklung von ADS/ADHS-Kindern.

Hochbegabungen möglich

Nicht selten sind Kinder mit ADS/ADHS hochbegabt. So wird der Gesamt-IQ durch die psychische Störung nicht beeinträchtigt. Hochbegabte Kinder verfügen über die Fähigkeit, die typischen Symptome zeitweise zu kompensieren. Dadurch lässt sich ADS/ADHS bei ihnen meist erst später feststellen.

Allerdings fällt der negative Effekt der Störung bei hochbegabten Kindern oft intensiver aus als bei Kindern, die weniger begabt sind. So kann es bei ihnen zu erheblichen Lebenskrisen kommen.

Diagnose

Beobachtung und Befragung

Bis die Diagnose gestellt wird, vergeht oft längere Zeit. Meist wird das Kind ein halbes Jahr beobachtet, bis die Diagnose feststeht. Der Kinderarzt befragt als erstes die Eltern des auffälligen Kindes nach den genauen Symptomen und seit wann diese bestehen.

Da viele Eltern das Verhalten ihres Kindes als normal empfinden, da sie keinen Vergleich zu anderen Kindern haben, erhalten die Eltern meist einen Fragebogen. Hier wird unter anderem nach dem Spielverhalten des Kindes gefragt, ob es gut mit anderen Kindern umgehen kann, wie gut es sich konzentrieren kann usw.

Zusätzlich wird auch eine betreuende Person aus der Schule oder dem Kindergarten befragt. Auch hier wird mit Hilfe von Fragebögen das Verhalten der Kinder im Umgang mit anderen Kindern ermittelt und zum Beispiel nach der Konzentrationsfähigkeit gefragt.

Viele ADS-Kinder haben neben den typischen Symptomen des ADS auch eine Lese-/Rechtschreibschwäche. Diese wird besonders von den Lehrern in der Schule bemerkt.

Auch ein Gutachten eines Psychologen wird eingeholt. Je nach Alter des Kindes befragt er die Eltern nach den genauen Symptomen und beobachtet das Kind im Spiel oder - etwa ab dem Schulalter - wird ein spezielles Testverfahren durchgeführt.

Untersuchung

Abschließend erfolgt auch eine eingehende Untersuchung beim Kinderarzt. Dieser führt eine körperliche Untersuchung durch und untersucht auch die Ohren und Augen mit Hör- und Sehtests, um körperliche Ursachen für die Symptome ausschließen zu können.

Meist werden auch die Hirnströme gemessen (EEG), ein EKG geschrieben und das Blut des Kindes untersucht. Zusätzlich prüft der Kinderarzt, ob sich das Kind geistig und körperlich normal entwickelt hat oder ob hier Defizite bestehen.

Viele vorschnelle Diagnosen

Laut einer Studie im Auftrag einer Krankenversicherung schätzen rund sieben Prozent aller Eltern ihr Kind als betroffen ein - betroffen von AD(H)S, dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Das würde bedeuten, dass in jeder Schulklasse von 28 Kindern zwei pathologische Zappelphilipps sitzen.

Experten dagegen gehen davon aus, dass die Zahl der tatsächlich Erkrankten deutlich niedriger ist. Die Schätzungen liegen zwischen zwei und sechs Prozent der Kinder, wobei signifikant mehr Jungen betroffen sind. Eltern sollten sich nicht von vorschnellen Diagnosen von Bekannten und Erziehern verunsichern lassen, denn ein gewisses Maß an anstrengender Aufgedrehtheit und Unkonzentriertheit ist bei Kindern schlicht normal und wird am besten mit Geduld und Konsequenz in der Erziehung therapiert.

In besagter Umfrage fiel auf, dass vor allem junge Eltern und solche mit geringem Einkommen ihre Kinder häufig als hyperaktiv einschätzten. Bei Familien in Großstädten waren die Zahlen höher als bei solchen auf dem Land.

Um AD(H)S sicher zu diagnostizieren, sind umfangreiche Untersuchungen nötig. Die Eltern sollten das Gespräch mit Erziehern oder Lehren suchen und sich am besten an einen kompetenten Kinderarzt oder Kinderpsychologen wenden. In jedem Fall sollten verschiedenste mögliche Auslöser und Behandlungsmethoden abgeklopft werden, bevor es zum Einsatz von Medikamenten wie Methylphenidat - besser bekannt als Ritalin - kommt.

Behandlung

Die Behandlung von ADHS-Kindern wird von Eltern, Lehrern und Erziehern ebenso geprägt wie von Kinderärzten und Kinder- und Jugendpsychiatern. Je nach Schweregrad sind medizinische, pädagogische, psychotherapeutische oder psychologische Maßnahmen angebracht. Die Therapie sollte daher genau an jedes Kind angepasst sein; eine immer wirksame Therapie gibt es nicht.

Wie die Erkrankung behandelt wird, hängt von der Ausprägung und der genauen Symptome ab. Jede Therapie wird individuell auf das Kind abgestellt.

Um einen Therapieerfolg zu erzielen, müssen alle Kontaktpersonen an einem Strang ziehen. Dazu gehören nicht nur die Eltern, sondern auch

  • die Erzieher im Kindergarten
  • die Lehrer und auch
  • die gesamte Familie (wie die Großeltern).

Medikamente

Viele Kinder erhalten im Rahmen der Therapie Medikamente. Diese so genannten Psychopharmaka, welche die Stimmungslage, die Konzentrationsfähigkeit oder auch die Gefühle des Kindes beeinflussen, sind häufig jedoch umstritten. Die Medikamente haben meist etliche Nebenwirkungen und werden in der Regel nicht als alleinige Therapie sondern nur als begleitende Maßnahme eingesetzt.

Rund 500.000 Kinder leiden in Deutschland an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die meisten von ihnen werden mit Amphetaminen und verwandten Medikamenten behandelt, die Auswirkung auf die Neurotransmitter im Gehirn haben, insbesondere Dopamin und Noradrenalin. Zeitweise wurden und werden diese Medikamente häufiger verschrieben als Mittel gegen Fieber und Erkältungen.

Acetylcholin als Schlüssel

Seit einer Weile wird nun in der Neurowissenschaft die Rolle des Acetylcholin erforscht. Dieser Transmitterstoff gehört zu den wichtigsten in unseren Nervenzellen und spielt eine große Rolle bei der Lern- und Merkfähigkeit. Auch in Tierversuchen zeigt sich regelmäßig, dass Affen, die vor einer Denkaufgabe Acetylcholin erhalten, deutlich konzentrierter sind und bessere Ergebnisse zeigen.

Eine Theorie besagt nun, dass bei ADHS-Patienten ein Mangel an Acetylcholin vorliegt. Normalerweise kann der Körper den Transmitter selber aus verschiedenen Aminosäuren zusammenbauen, namentlich Methionin und Serin. Fehlt einer dieser beiden Stoffe, beeinträchtigt das das Denkvermögen und die Motorik.

Studie

In einer halbjährigen Studie mit 425 Probanden stellte sich heraus, dass die Versorgung mit den entsprechenden Mikronährstoffen signifikant positive Auswirkungen auf die ADHS-Patienten hatte. Es ist also durchaus möglich, dass ADHS mit einem Mangel bestimmter Aminosäuren zusammenhängt.

Nicht in jedem Fall sind Medikamente zwingend notwendig. Da die Krankheit nicht heilbar, dafür aber permanent behandlungsbedürftig ist, muss die Therapie auch äußere Faktoren wie die örtliche Verfügbarkeit der Ärzte berücksichtigen.

Psychotherapie

Neben der medikamentösen Therapie erhält das ADS-Kind auch eine psychotherapeutische Betreuung. In diesem Zusammenhang werden zum Beispiel spezielle Konzentrationsübungen für Schulkinder durchgeführt, Übungen des autogenen Trainings gelernt und auch psychologisch mit den Kindern gearbeitet.

Auch ergotherapeutische Übungen werden mit den Kindern durchgeführt, in denen die Kinder konzentriertes Malen, Schreiben usw. erlernen.

Naturheilverfahren

Auch im naturheilkundlichen Bereich wurden bei ADS-Kindern bereits Erfolge erzielt. Mit einer Ernährungsberaterin erfolgt beispielsweise eine individuell abgestimmte Ernährungsumstellung.

Die Naturheilkunde geht davon aus, dass alles, was der Mensch isst, auf den Körper einwirkt. Da jedes Kind andere Symptome aufweist, sieht auch die Ernährungsumstellung unterschiedlich aus.

Neben diesen Methoden gibt es eine Vielzahl weiterer Therapiemöglichkeiten. Meist hängt es auch vom Kind ab, welche Therapien im Einzelnen angewendet werden.

Doch nicht nur das Kind muss behandelt werden, auch die Eltern müssen im Umgang mit ihrem Zappelphilipp geschult werden. Ebenso sollten Lehrer und Betreuer Bescheid wissen.

Wichtig für das Kind und die Eltern ist die Hilfe zur Selbsthilfe, also Hinweise, wie mit ADHS umzugehen ist, statt nur und ausschließlich die Hand nach Ritalin auszustrecken und das Kind ruhig zustellen. Denn eines ist sicher: Kinder mit ADSH sind noch weniger in Stande ruhige und angepasste kleine Erwachsene zu sein, als es eh bereits von gesunden Kindern erwartet und auch verlangt wird.

Die einzelnen Behandlungsbereiche lassen sich als so genannte multimodale Therapie zusammenfassen, die im Folgenden noch mal als Übersicht und Fazit aufgeführt wird.

Multimodale Therapie wirkt bei ADHS am besten

Menschen, die unter der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, bedürfen unterschiedlicher Behandlungsmethoden. Bei der so genannten multimodalen Therapie kombiniert man verschiedene Therapien unter individueller Berücksichtigung miteinander. Dabei bezieht man auch die Angehörigen und Lehrer mit ein.

Auf eine gute Zusammenarbeit kommt es an

ADHS macht es erforderlich, dass man bei der Behandlung des Patienten flexibel und individuell vorgeht. Das heißt, dass eine enge Kooperation zwischen

erforderlich ist.

Ohne eine wirksame Behandlung der psychischen Störung besteht die Gefahr, dass es bei den betroffenen Kindern zu

  • verzögerter Lernfähigkeit
  • schlechten Leistungen in der Schule
  • geringem Selbstbewusstsein
  • sozialen Ängsten und
  • Problemen im Berufsleben

kommt.

Die fünf Säulen der multimodalen Therapie

Eine individuelle Behandlung ist deshalb so wichtig, weil ADHS bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt ist. Das bedeutet, dass man die Therapiebausteine der Persönlichkeit und dem Alter des Betroffenen anpasst. Die multimodale Therapie setzt sich aus fünf Säulen zusammen:

Säule 1: Aufklärung der Eltern

Eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung ist die Aufklärung der Eltern. So sollten Eltern die Situationen, in denen es aufgrund von ADHS zu Schwierigkeiten bei ihren Kindern kommen kann, kennen, damit sie diese entsprechend unterstützen können.

Dabei werden die Eltern über die biologischen Ursachen der Erkrankung aufgeklärt. Auf diese Weise lernen sie, mehr Verständnis für ihre Kinder aufzubringen und sie nicht mehr für Dinge zu bestrafen, für die sie nicht verantwortlich sind.

Säule 2: Elterntraining

Beim Elterntraining wird den Eltern vermittelt, wie sie ihrem Kind am besten helfen und den Alltag strukturieren können. Durch die geeignete Unterstützung lassen sich zahlreiche schwierige Situationen für das Kind vermeiden, was positive Auswirkungen auf dessen Selbstwertgefühl hat.

Säule 3: Aufklärung des Kindes

Genauso wichtig wie die Aufklärung der Eltern über ADHS, ist es, auch das Kind über die Störung zu informieren, damit es seine Probleme und Fähigkeiten richtig einschätzen kann. Dies muss jedoch in geeigneter Weise geschehen. So darf sich das Kind keinesfalls für dumm oder faul halten.

Säule 4: Verhaltenstherapie

Bei einer Verhaltenstherapie können die Betroffenen gemeinsam mit anderen Kindern lernen, Strategien für eine bessere Aufmerksamkeit und eine bessere Steuerung ihrer Impulse zu entwickeln. Ein großes Problem ist allerdings, dass hierzulande nicht ausreichend Therapieplätze zur Verfügung stehen, sodass es lange Wartelisten gibt.

Säule 5: Medikamentöse Therapie

Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht in jedem ADHS-Fall notwendig. Manchmal wird jedoch erst durch eine medikamentöse Therapie die Grundlage für eine Verhaltenstherapie geschaffen. So dient sie dazu, die betroffenen Kinder aus einer schweren Krise zu holen.

Vorbeugung

Wurde die Erkrankung vererbt, kann man nichts dagegen unternehmen. Da möglicherweise auch die Schwangerschaft Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung haben kann, sollten sich schwangere Frauen jedoch gesund ernähren und auf Alkohol und Rauchen verzichten.

Quellen:

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  • Cordula Neuhaus: ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung, W. Kohlhammer, 2016, ISBN 9783170305274
  • Gerhard W. Lauth, Peter F. Schlottke: Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern, Beltz, 2019, ISBN 3621286489
  • Franz Petermann, Sören Schmidt: Therapie-Tools ADHS im Kindes- und Jugendalter, Beltz, 2018, ISBN 3621285938
  • Manfred Döpfner, Stephanie Schürmann, Jan Frölich: Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten THOP, Beltz, 2019, ISBN 3621287124
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  • Elisabeth Aust-Claus, Petra M Hammer: Das A.D.S.-Buch. Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom. Neue Konzentrations-Hilfen für Zappelphilippe und Träumer, Oberstebrink Verlag, 2005, ISBN 398044936X
  • Thom Hartmann: Eine andere Art, die Welt zu sehen: Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Schmidt-Römhild, 2009, ISBN 3795007356
  • Uwe Beise, Silke Heimes, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Ingo Blank: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2020, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Theresa Förg: BASICS Pädiatrie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437422197

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