11. September 2008
Von Andreas Hadel
Der Ramadan ist ein muslimischer Brauch, in dem die Gläubigen über einen Monat lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen oder trinken. Wissenschaftler der "University of Granada" raten nach einer Untersuchung an, die Fastenzeit mit einer ausgewogenen Ernährung in den Abendstunden auszugleichen. Andernfalls drohe man in dieser Zeit an Muskelmasse zu verlieren und an Körperfett zu gewinnen.

Fastenbrechsuppe Harira
Laut statistischen Auswertungen konsumieren die Gläubigen in dieser Zeit weitaus weniger von den Makronährstoffen, als es die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden vorsehen. Die Anzahl der Speisen sinkt auf 2 bis 3 im Vergleich zu den 4 bis 5 Portionen, die der nichtmuslimische Teil der Bevölkerung zu sich nimmt. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass bei vielen Gläubigen der Anteil der Magermasse zurückgeht und gleichermassen der Körperfettanteil steigt.
Die Studie, auf die sich diese Aussagen beziehen, wurde an der Universität von Marokko durchgeführt. Hierbei wurden die körperlichen Werte von 30 Studenten im Alter von 19 bis 27 Jahren während des Ramadan täglich überprüft. Dem gegenüber stand eine Kontrollgruppe mit ähnlicher Altersstruktur, die jedoch nicht dem muslimischen Brauch folgte.
Die Auswertung zeigte, dass die Gläubigen während des Ramadan mehr als 48 Prozent ihrer Kalorien aus Fettquellen beziehen und gleichzeitig ihre Protein- und Kohlenhydratzufuhr verringern.
Die Forscher haben eine ausgewogenere Makronährstoffverteilung vorgeschlagen, die sich zu 30 Prozent aus Fetten, 40 Prozent aus Kohlenhydraten und 30 Prozent aus Proteinen zusammensetzen sollte. Sie regten außerdem an, die Muslime über die hohe Bedeutung einer gesunden Ernährung gerade im Fastenmonat aufzuklären, um Krankheiten durch Mangelernährung zu verhindern.
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