Entwicklung, Verbreitung und Grundlagen der verschiedenen Weltreligionen

Großes dunkles Kreuz auf Hügel, im Hintergrund blauer Himmel mit Wolken

Zu den fünf Weltreligionen gehören das Christentum, der Islam, der Hinduismus, der Buddhismus und das Judentum - wir geben einen Überblick über die unterschiedlichen Ansichten

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  • von Paradisi-Redaktion

Religion ist ein schwer zu fassender Begriff, für welchen es keine allgemein anerkannte Definition gibt. Fest steht lediglich, dass es sich bei Religion um den Glauben an eine Sache, eine Person oder ein Prinzip handelt, welches oftmals nicht greifbar ist und gleichfalls zumeist nicht aus dieser Welt stammt. Zudem scheinen religiöse Überzeugungen eine Grundveranlagung des Menschen zu sein. Ersichtlich wird dieser Umstand in der Tatsache, dass es weltweit zur Entstehung von Religionen kam, welche sich in vielen Fällen unabhängig voneinander entwickelten. Informieren Sie sich über die Entwicklung, Verbreitung und Grundlagen der verschiedenen Weltreligionen.

Die Vielfalt an Religionen kann nur schwer geordnet und in Schemata gepresst werden. Dafür existieren zu viele Glaubensrichtungen, welche sich teils nur durch Nuancen unterscheiden. Die Erschaffung eines geordneten Systems gelingt aber dann, sobald von den fünf Weltreligionen ausgegangen wird.

In der Wissenschaft wird diese Bezeichnung jedoch zumeist gemieden. Schließlich kann sich über keine Kriterien verständigt werden, welche darüber entscheiden, ob eine bestimmte Glaubensrichtung nun als Weltreligion gelten darf oder nicht.

Das Recht der Religionsfreiheit

Die Ausübung einer Religion wird nach moderner menschenrechtlicher Auffassung als ein Grundrecht eines jeden Bürgers gesehen. Eben dieses Grundrecht soll durch die so genannte Religionsfreiheit geschützt werden.

Doch durch was zeichnet sich das Recht der Religionsfreiheit eigentlich genau aus und welche Aspekte sind in diesem Zusammenhang besonders prekär? Prinzipiell kann man die Rechte, welche sich aus dem Bestehen der Religionsfreiheit ergeben, in positive und negative Auswirkungen unterteilen.

Positive Religionsfreiheit

So gibt es einerseits die positive Religionsfreiheit. Laut dieser steht es einem Menschen frei, seine persönliche Religion wählen zu können und auch im Alltag nach dieser Überzeugung zu handeln.

So können dank der positiven Religionsfreiheit nicht nur entsprechende spirituelle Handlungen vorgenommen und Feierlichkeiten begangen werden, sondern ebenso für die eigene Überzeugung geworben und eingetreten werden. Dieses Recht endet aber natürlich an jenem Punkt, an welchem die Rechte anderer Menschen eingeschränkt oder verletzt würden.

Negative Religionsfreiheit

Daneben umfasst dieses Menschenrecht noch den Aspekt der negativen Religionsfreiheit. Dieser Ausdruck beschreibt schlicht die Tatsache, dass Menschen nicht gegen ihren Willen zur Ausübung oder Annahme einer Religion gezwungen werden können. Es darf deshalb zu keinerlei gesellschaftlichem oder rechtlichem Druck auf das Individuum kommen, wonach dieses bestimmte religiöse Überzeugungen teilen oder praktizieren müsste.

Aktuelle Streitpunkte

Heutzutage ist die Religionsfreiheit ein absolutes Grundrecht, welches dementsprechend auch in Verfassungen der UNO oder EMRK festgehalten ist. Trotzdem gibt es auch hierzulande einige Streitpunkte, welche die Ausübung der Religionsfreiheit betreffen.

So löste beispielsweise das Tragen von Kopftüchern in diversen öffentlichen Kontexten eine große Debatte aus. Unser Nachbarstaat Frankreich ging bei einer vergleichbaren Debatte sogar soweit, Kopftücher und vergleichbare religiöse Zeichen in Schulen zu verbieten.

Darüber hinaus kollidiert auch das zeremonielle Schächten von Tieren mit den Tierschutzgesetzen zahlreicher Nationen, weshalb es beispielsweise in Deutschland verboten ist, Tiere nach alter jüdischer Tradition zu schlachten. Letztlich sorgt auch noch der Bildungssektor weltweit häufig für Debatten, da oftmals nicht klar definiert werden kann, inwiefern der Glaube in der Schule gelehrt werden soll. Aus diesem Grund gibt es Staaten, welche das Fach Religion ganz aus dem Stundenplan verbannen, um eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion vorzunehmen.

Insgesamt ist die Religionsfreiheit ein fundamentales Recht, welches aufgrund seiner Bedeutung häufig zu öffentlichen Auseinandersetzungen und Streitfällen führt.

Verstößt ein Kruzifix in den öffentlichen Schulen in Italien gegen die Religionsfreiheit?

Rückenansicht sechs Schüler einer Grundschule laufen zum Ausgang
Elementary school pupils running outside © Monkey Business - www.fotolia.de

Verstößt ein Kruzifix in den öffentlichen Schulen in Italien gegen die Religionsfreiheit? Mit dieser Frage musste sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte befassen, nachdem eine Mutter, die ursprünglich aus Finnland stammte, auf die Entfernung der Kruzifixe in der von ihren Kindern besuchten Schule bestanden hatte.

Das Urteil lautete dann, dass die Kruzifixe entfernt werden müssen, weil der Gerichtshof darin einen Verstoß gegen die Religionsfreiheit sah, weil es sich um ein Symbol handelt, das nur mit dem Katholizismus in Verbindung gebracht wird.

Die italienische Regierung, die auch von der Opposition unterstützt wird, will gegen dieses Urteil Berufung einlegen, weil es sich hierbei um eine alte Tradition handelt und nicht um die Zugehörigkeit zum katholischen Glauben.

Doch um welche Ansichten geht es genau in den verschiedenen Religionen?

Die fünf Weltreligionen: ein Überblick

Namentlich handelt es sich bei den fünf Weltreligionen um

  • das Christentum
  • den Islam
  • Hinduismus
  • Buddhismus und
  • das Judentum.

Zudem ist es noch möglich, das Christentum in die Zweige der römisch-katholischen Tradition und der evangelischen Tradition zu untergliedern. Zwar mögen diese fünf Weltreligionen zahlreiche Unterschiede aufweisen, was die speziellen Glaubensvorstellungen und das Wertesystem betrifft. All diese Religionen haben allerdings gemeinsam, dass sie

  • im Rahmen einer frühen menschlichen Kultur entstanden
  • sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelten und verbreiteten und
  • schließlich den Status einer Weltreligion erlangten.

Dabei lassen sich nicht nur die zentralen Unterschiede, sondern auch wesentliche Gemeinsamkeiten erkennen, welche Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben in unserer vernetzten globalen Welt geben.

Christentum

Die meisten Anhänger hat heutzutage das Christentum mit geschätzten 2,2 Milliarden Anhängern. Das Christentum geht von der Dreieinigkeit Gottes aus, was traditionell als Vater, Sohn und heiliger Geist beschrieben wird.

Beim Sohn handelt es sich um Jesus Christus, weshalb dessen Wirken vor etwa 2000 Jahren als ein Schlüsselereignis der Menschheitsgeschichte angesehen wird. So gehen Christen davon aus, dass Jesu durch sein Leiden eine Vergebung der Sünden ermöglicht habe und dass den Gläubigen das ewige Leben erwartet.

Islam

Die zweitgrößte Weltreligion ist der Islam. Diese Religion sieht nur einen einzigen Gott vor, welcher im arabischen Raum als Allah bezeichnet wird.

Das Wort Gottes wurde den Menschen durch eine Vielzahl an Propheten überbracht, welchen neben Moses und Mohammed auch Jesus angehört. Zudem erwartet jeden Menschen am Tag seines Todes das jüngste Gericht, welches darüber entscheidet, ob man aufgrund seiner Vergehen mit dem Höllenfeuer bestraft oder mit dem Zutritt ins Paradies belohnt werden soll.

Hinduismus

Der Hinduismus verfügt wiederum über etwa 900 Millionen Anhänger, welche sich vor allem in Indien befinden. Diese Glaubensrichtung geht davon aus, dass alle Lebewesen einen ewigen Kreislauf – den Samsara – durchlaufen.

Nach dem Tod wird man deshalb als ein Lebewesen dieses Planeten wiedergeboren. Als was man wiederum wiedergeboren wird, hängt von der früheren Lebensführung und dem dabei gesammelten Karma ab.

Buddhismus

Der Buddhismus mit seinen ungefähr 400 Millionen Anhängern ähnelt von der Grundauffassung her dem Hinduismus. So wird hier ebenso vom Samsara ausgegangen. Das Ziel ist dabei jedoch der Eintritt ins Nirwana und damit der Austritt aus den weltlichen Leiden.

Die weltlichen Leiden werden wiederum durch die sogenannten drei Geistesgifte Hass, Verblendung und Gier provoziert, weshalb die buddhistische Lehre ein solches Verhalten strengstens verurteilt.

Judentum

Letztlich kann noch das Judentum mit weltweit etwa 15 Millionen Anhängern genannt werden. Von der grundsätzlichen Glaubensausrichtung her ähnelt das Judentum dem Christentum, wobei vor allem eine Ausrichtung auf die Texte des alten Testaments und der Tora erfolgt.

Atheisten, Agnostiker und Gläubige – so sind sie auf der Welt verteilt

Weltkarte des Atheismus zeigt, dass die meisten Atheisten aus Schweden und Vietnam kommen

Aufgeschlagene Bibel, davor Kreuz aus Bronze
Bronzekreuz vor aufgeschlagener Bibel © racamani - www.fotolia.de

Auf der ganzen Welt gibt es die unterschiedlichsten Religionen. Nach der Aufklärung jedoch hat es in vielen zivilisierten Ländern ganze Bewegungen gegeben, die sich vom Glauben abgewandt und der Wissenschaft verschrieben haben, also Atheisten sind. Andere Menschen hingegen zweifeln, ob es einen Gott gibt, und können es nicht ganz ausschließen. Das sind dann die Agnostiker.

Viele"Un"-Gläubige leben in Schweden und in Vietnam

Phil Zuckerman hat sich damit befasst. Er hat versucht, die verschiedenen (Un-)Gläubigen der Welt zu registrieren bzw. einzuschätzen. Heraus kam eine Weltkarte des Atheismus. Doch wo leben die meisten Atheisten, wo die meisten Glaubenden?

Die meisten Atheisten oder wenigsten Agnostiker leben zur allgemeinen Überraschung in Schweden. Dort leben bis zu 85 Prozent der Menschen ein Leben ohne Gott. Dicht auf den Fersen ist dem das asiatische Land Vietnam. Dort sind 81 Prozent Agnostiker oder Atheisten.

Auch unserem Nachbarland Frankreich merkt man an, dass es die Wiege der Aufklärung ist. Dort sind immerhin noch bis zu 54 Prozent ungläubig. Deutschland liegt mit bis zu 49 Prozent Ungläubiger auf Platz 11.

Geringer Anteil an Atheisten und Agostikern

Schlusslichter der Aufstellung mit je maximal 7 Prozent Atheisten/Agnostikern bilden die Länder Kirgisien, Dominikanische Republik, Kuba und Kroatien.

Atheisten wissen am meisten über die Weltreligionen

Rosenkranz- Kette aus holzfarbenen Kugeln auf weißem Faden, am Ende Hänger aus orangenen Fäden
Rosary © Supertrooper - www.fotolia.de

Ein Schelm, wer angesichts dieser Studie an das Sprichwort "Kenne deinen Feind" denkt. Forscher am amerikanischen Demoskopie-Institut "Pew" haben herausgefunden, dass sich Atheisten und Agnostiker am besten von allen Glaubens- beziehungsweise Nichtglaubensgruppierungen mit der Bibel und den Weltreligionen ausgekennen.

Befragt wurden 3412 erwachsene Freiwillige, die 32 Fragen zur Geschichte, Entstehung und wichtigen Persönlichkeiten der Weltreligionen beantworten sollten. Dabei schnitten diejenigen Personen, die sich als Agnostiker oder Atheisten bezeichneten mit 21 korrekt beantworteten Fragen am besten ab. Protestanten kamen im Durchschnitt auf 16 richtige Antworten, Katholiken schafften nur 14,7. Mormonen lagen mit 20,3 Fragen knapp hinter den Nicht-Gläubigen. Selbiges gilt für Juden mit 20,5 richtig beantworteten Fragen.

Immer mehr Menschen bekennen sich zur Religion

Gefaltete Hände auf einer Bibel
praying hands over a holy bible © Lincoln Rogers - www.fotolia.de

Der "Status of Global Mission 2012" hat ermittelt, wie es auf der Welt mit der Bekennung der Menschen zur Religion steht. Lange Zeit gab es immer mehr Kirchenaustritte und viele Menschen bekannten sich zum Atheismus. Doch nun ist die Zahl der Atheisten rückläufig. Seit das 21. Jahrhundert begonnen hat, ist die Zahl um ganze 1,37 Millionen gesunken. Viele ehemaligen Atheisten wenden sich gerade in christlichen Regionen wieder dem Katholizismus zu. Katholische Kirchen registrieren täglich neue Gläubige, im Durchschnitt sind es 34.000 Menschen.

Der Islam erhält sogar noch mehr Zuwachs, hier sind es im Schnitt 79.000. Auf der anderen Seite sinkt die Zahl der Religionslosen um 700 Menschen täglich. Besonders in Russland kehren immer mehr Menschen zu orthodoxen Religionen zurück. Woher kommt dieser Wandel? Soziologen glauben, dass die „religionslose“ Generation der Kriegszeit langsam stirbt und daher der Hang zum Atheismus nicht an Kinder weitergegeben wird. Neben dem Christentum und dem Islam wenden sich viele dem Hinduismus zu. Inzwischen zählt dieser 952 Millionen Anhänger.

Atheisten in Amerika - Auf dem Vormarsch, aber immernoch diskriminiert

Weiße brennende Kerze, im Hintergrund viele Kerzenlichter
Kerzenlicht © Bernd S. - www.fotolia.de

In Amerika, einem Land, in dem der Glaube an Gott allgegenwärtig ist, ist es nicht leicht sich als Atheist zu bekennen. Die meisten von ihnen tun es trotzdem, denn sie sind sich sicher, dass der Atheismus irgendwann einmal die Welt regieren wird. Schon jetzt bezeichnet sich etwa jeder dritte Amerikaner unter 30 Jahren als ungläubig und es werden immer mehr.

Der Dachverband der Atheisten, der in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert, kämpft seit seiner Entstehung gegen die Diskriminierung von Ungläubigen in Amerika und eine strikte Trennung von Staat und Kirche, dennoch werden Atheisten vielerorts weiterhin unterdrückt. In sechs US-Bundesstaaten beispielsweise dürfen Atheisten bis heute nicht in öffentlichen Ämtern arbeiten. Einige gläubige Bürger gehen sogar gewalttätig gegen sich bekennende Atheisten vor.

Derartige Attacken seien nur der letzte Atemzug eines sterbenden Systems, meint eine atheistische Journalistin zynisch. In der Bronzezeit seien Religionen für die Menschen vielleicht noch wichtig gewesen, um unerklärliche Dinge erklären zu können. Heutzutage sei aber alles wissenschaftlich bewiesen und die Religion diene lediglich noch dazu die Menschen dumm zu halten und gefügig zu machen, so die 36-Jährige.

Harte Umwelt, strenge Götter – wie Ökologie die Religionen beeinflusst

Kulturelle als auch ökologische Aspekte haben Einfluss auf die Glaubensausprägung

Ein älterer, indischer Mann in gelber Hose sitzt meditierend auf einer Mauer
meditation © pepe - www.fotolia.de

In Regionen mit knappen Ressourcen und unwirtlichem Klima sind auch die Götter strenger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie über den Zusammenhang von Religion und Ökologie. Wo die Natur es gut mit den Menschen meint, haben Religionen mit einem moralisierenden und strafenden Gott schwerer.

Die vier Faktoren des Glaubens

Für ihre Untersuchung haben die Forscher weltweit 583 Gesellschaften unter die Lupe genommen. Dabei stellten sich vier Faktoren als maßgeblich für den Glauben heraus. Neben kulturellen Aspekten wie einer

  1. hierarchischen Gesellschaftsstruktur und
  2. der Tierhaltung

    spielten auch zwei ökologische Faktoren eine Rolle:

  3. die Verfügbarkeit von Ressourcen und
  4. die klimatischen Verhältnisse.

Je einfacher und angenehmer das Leben der Bewohner ist, desto mehr neigen Gesellschaften zu milden Göttern. Müssen die Menschen dagegen enger kooperieren, etwa um Ernten einzubringen oder Tiere zu versorgen, wird der Gott tendenziell strenger.

Moralvorstellungen fördern den Zusammenhalt

Religionen mit rigorosen Moralvorstellungen dienen demnach dem Zusammenhalt der Gruppe. Die Vorstellung, dass Gott die Gläubigen spätestens im Jenseits zur Rechenschaft zieht, lässt sie auf Erden folgsamer sein.

Im Folgenden gehen wir genauer auf die Weltreligionen ein...

Christentum: Römisch-katholische Tradition

Das Christentum kennt zahlreiche Traditionen, von welchen die römisch-katholische Ausrichtung wohl jene mit der längsten Geschichte und der größten Tradition ist.

Entwicklung und Verbreitung

Die katholische Kirche sieht sich dabei als eine Glaubensgemeinschaft, welche durch Jesu Christi selbst ausgerufen wurde. Dabei stützen sich Anhänger der katholischen Glaubensgemeinschaft auf das "Felsenwort" des Apostels Petrus, in welchem Gottes Sohn selbst die direkte Gründung einer Kirchengemeinschaft andeutet.

Die ersten Kirchengemeinden der römisch-katholischen Kirche wurden dann im Jahre 30 n. Chr. gegründet. Bis die ersten katholischen Kirchen aber dem heutigen Verständnis einer Kirchengemeinde und Kirchenstruktur entsprachen, sollte noch etwa ein Jahrhundert vergehen.

2. Jahrhundert

Im Laufe des 2. Jahrhunderts nach Christus entwickelten sich dann erste hierarchische Strukturen, welche am besten in den Ämtern des Bischofs, Priesters und Diakons sichtbar wurden. Die Herausbildung hierarchischer Ebenen war dabei ein notwendiger Prozess der Selbsterhaltung.

Schließlich fehlte es der noch jungen Glaubensgemeinschaft an einer festen Definition der Glaubensinhalte sowie an Strukturen, welche die Glaubensanhänger vereinigten. Zudem gab es während dieser Anfangsjahre häufig Konflikte, da viele Anhänger der frühen christlichen Glaubensgemeinschaft Juden waren. Im Laufe der ersten Generationen wurde das Judenchristentum jedoch graduell verdrängt oder ging vollständig in anderweitigen frühen christlichen Glaubensgemeinschaften auf.

3. Jahrhundert

Im dritten Jahrhundert n. Chr. gerieten die noch kleinen christlichen Gemeinden, welchen vor allem Bürger der Unter- und Mittelschicht angehörten, jedoch zunehmend in Konflikt mit dem römischen Staat. In diesem Zusammenhang kam es dann auch zu den berühmt-berüchtigten Christenverfolgungen, etwa jenen unter Kaiser Decius und Kaiser Diokletian, welche teils sogar die Auslöschung dieser Glaubensgemeinschaft anstrebten.

Die römisch-katholische Kirche überwand jedoch diese Krise und konnte sich anschließend als akzeptierte Kirchengemeinschaft etablieren, welche nun auch zunehmend für Mitglieder der römischen Oberschicht interessant war. Damit hatte die römisch-katholische Tradition den Grundstein gelegt, sich als Weltreligion ausbreiten zu können.

Mittelalter

Im Mittelalter war das damalige Christentum in weiten Teilen Europas die vorherrschende Glaubensrichtung, wobei Anhänger der römisch-katholischen Kirche auch aktiv für die Verbreitung und Erhaltung ihres Glaubens sorgten. Dabei kam es auch zu tragischen und fatalen Vorfällen wie den Kreuzzügen und der Inquisition, bei welchen auch weltliche Interessen eine zentrale Rolle spielten.

Weg zur Neuzeit

Auf dem Weg in die Neuzeit musste die römisch-katholische Kirche dann zahlreiche Abspaltungen verkraften, so etwa die Abwendung der anglikanischen und evangelischen Glaubensausrichtung. Die römisch-katholische Tradition blieb jedoch weiterhin eine Hauptsäule des Christentums, welche mit dem Papst die weltweit wohl repräsentativste Figur des Christentums bereitstellt.

Die römisch-katholische Tradition ist eine der ältesten Ausrichtungen des Christentums
Die römisch-katholische Tradition ist eine der ältesten Ausrichtungen des Christentums

Grundlagen

Wie jede andere Religionsgemeinschaft auch, ist die römisch-katholische Tradition durch eine Reihe zentraler Glaubensinhalte gekennzeichnet. Zunächst einmal geht diese Kirchengemeinschaft von der Dreifaltigkeit Gottes aus. Namentlich handelt es sich dabei um Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist, welcher dementsprechend als Mensch auf die Erde kam.

Zudem ist Gott nicht nur der Schöpfer allen Seins, sondern greift auch in die Geschehnisse der Welt ein. Damit wird er durch das Prinzip der Liebe geleitet.

Des Weiteren schenkt Gott den Menschen die sieben Sakramente, bei welchen es sich um

  • die Taufe
  • die Ehe
  • die Firmung
  • die Eucharistie
  • die Krankensalbung
  • die Beichte und
  • das Weihsakrament

handelt. Darüber hinaus erwartet die römisch-katholische Kirche ein Wiederkommen Christi, welcher über alle Menschen der Erde in Form des letzten Gerichts richten wird. Dabei wird den Gläubigen der Aufstieg in den Himmel gewährt, während Sündern die Verdammnis in der Hölle droht.

Letztlich kennt die römisch-katholische Tradition noch die Marien- und Heiligenverehrung. Dabei wird sich auf die Annahme gestützt, dass ehemalige Mitglieder dieser Glaubensrichtung anderen Anhängern als Vorbild dienen können und es damit verdient haben, auch im Rahmen religiöser Zeremonien verehrt zu werden. Damit einher geht der Prozess der Heiligsprechung, bei welchem die Führung der römisch-katholischen Kirche entscheidet, ob das Schaffen eines in der Regel verstorbenen Menschen ausreicht, dass dieser heilig gesprochen werden kann.

Wie, wann und wo die Papstwahl stattfindet

Nachdem Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt vom Amt des Oberhaupts der katholischen Kirche erklärt hat, laufen die Vorbereitungen zur Wahl des nächsten Papstes an. So bleibt Papst Benedikt XVI. noch bis zum 28. Februar dieses Jahres im Amt, danach werden sich alle wahlberechtigten Kardinäle auf der Welt in Rom zur Wahl, der sogenannten Konklave treffen.

Wahlberechtigt sind die Kardinäle, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, so also auch Kardinal Joachim Meisner, der 79-jährige Erzbischof von Köln. Da der neue Papst bis zum Osterfest, dem 31. März 2013, gewählt werden soll und spätestens nach 20 Tagen nach dem Tod oder jetzt nach dem Rücktritt die Konklave beginnen muss, werden die Kardinäle sich Mitte März treffen.

Die Konklave, darin ist das lateinische Wort "clavis" für Schlüssel enthalten, findet in der Sixtinischen Kapelle statt, wo die berühmten Deckengemälde von Michelangelo zu sehen sind. Während dieser Zeit dürfen die Kardinale keinerlei Kontakt mit der Außenwelt haben, also keine Zeitung oder Telefon und auch sind sie zu strengster Geheimhaltung verpflichtet.

Für die Wahl des neuen Oberhaupts müssen zwei Drittel der Kardinäle stimmen, wobei es keinerlei Enthaltungen geben darf. Kommt es beim ersten oder nachfolgenden Wahlgängen zu keinem Ergebnis, so werden die Stimmzettel verbrannt. Erst wenn der neue Papst feststeht werden bestimmte Zusätze mit verbrannt, dass dadurch ein weißer Rauch entsteht, der den Menschen auf dem Petersplatz signalisiert, dass die Wahl beendet ist.

Anschließend wird der Kardinaldekan, nachdem der frisch gewählte Papst die Wahl angenommen hat, die Menschen mit den Worten "Habemus papam" ("wir haben einen Papst") informieren und der Papst wird vom Balkon des Petersdom seinen ersten Segen "Urbi et orbi" ("für die Stadt und den Erdkreis") spenden. Nun haben wir also noch einen Monat Zeit, wo wir über den zukünftigen Papst spekulieren können. So könnte es diesmal ein Kardinal aus Südamerika, Afrika oder auch Kanada sein oder vielleicht doch wieder ein Europäer?

Was denken Katholiken eigentlich über Ehe und Sexualität? Papst verschickt dazu weltweit Fragebögen

Licht fällt auf ein auf einem Holztisch liegendes Holzkreuz
wooden cross on wood background © merydolla - www.fotolia.de

Was denken eigentlich die Katholiken selber über Homo-Ehe, Scheidung oder Empfängnisverhütung? Heikle Themen, die bislang von der Kirche lieber nicht öffentlich angesprochen wurden.Doch nun möchte es der Vatikan wissen. Wie die Deutsche Bischofskonferenz bestätigte, wurde vom Generalsekretariat der Bischofssynode in Rom ein Fragebogen bezüglich dieser Familienthemen an alle nationalen Bischofskonferenzen verschickt.

Papst Franziskus plant für den Oktober 2014 eine Sonderbischofssynode zum Thema Familie und über dieses Dokument möchte sich der Papst umfassend darauf vorbereiten. Die Bischofskonferenzen wurden gebeten, die Fragebögen an ihre Gemeinden weiter zu reichen. Unter anderem werden die Gemeindemitglieder zu dem Thema Scheidung und Homosexualität befragt. Des Weiteren bittet der Vatikan um eine schnellstmögliche Rücksendung der Fragebögen.

Vor jeder Sonderbischofssynode ist es üblich, einen Fragebogen zu verschicken. Dennoch wird diese Aktion als „ungewöhnliche Initiative“ von der italienischen Zeitung "La Repubblica" bezeichnet.

Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken jedoch sieht darin eine große Chance, nun endlich auch Laien die Gelegenheit zu bieten, sich zu diesen Themen zu äußern. Man hoffe, sobald die Fragebögen eintreffen, dass es eine rege Beteiligung geben wird.

Selige und Heilige in der katholischen Kirche – das Problem mit dem Wunder

Aufgeschlagene Bibel, davor Kreuz aus Bronze
Bronzekreuz vor aufgeschlagener Bibel © racamani - www.fotolia.de

Selige und Heilige werden von Katholiken als Vorbilder verehrt. Der Weg zur religiösen Ehre ist jedoch steinig. Mitunter dauert das Verfahren einer Heiligsprechung mehrere Hundert Jahre. Im Fall der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. hat die Kirche eine Ausnahme gemacht. Papst Franziskus nahm die beiden schon kurz nach ihrem Ableben in den "Kanon der Heiligen" auf – und verzichtete sogar auf ein zweites Wunder.

Anforderungen für die Selig- und Heiligsprechung

Was Gläubige tun oder lassen sollten, ist in der katholischen Kirche streng geregelt. Die Maßstäbe für kirchliche Ehrentitel liegen sogar unrealistisch hoch: wer selig gesprochen werden möchte, muss zu Lebzeiten ein Wunder vollbringen.

Für Heilige sind die Hürden noch höher. Sie müssen mindestens zwei Wunder vollbracht haben. Aus besonderen Gründen darf der Papst jedoch auf das zweite Wunder verzichten, so wie bei Johannes XXIII. Außerdem gibt es eine Ausnahme für Gläubige, die als Märtyrer ihr Leben ließen. So hat Franziskus im vergangenen Jahr gleich 800 Opfer eines mittelalterlichen Massakers zu Heiligen ernannt.

Tatsächlich wird es für die katholische Kirche schwieriger, die Heilung von Schwerkranken durch Gebete nachzuweisen. Zwar lässt sich nicht jeder Krankheitsverlauf mit medizinischen Erkenntnissen erklären – aber der wissenschaftliche Fortschritt lässt immer weniger Raum für göttliche Eingriffe.

Christentum: Evangelische Tradition

Die evangelische Tradition des Christentums reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück, in welchem die Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche vorgenommen wurde. Da sich diese beiden Glaubensrichtungen folglich bis zu diesem Zeitpunkt nicht unterscheiden, werden nachfolgend nur die Entwicklungen während und nach dem Zeitpunkt der Abspaltung beachtet.

Martin Luther als Begründer der evangelischen Tradition

Die Entstehung der evangelischen Tradition des Christentums ist eng mit dem Leben und Schaffen von Martin Luther verbunden. Dieser soll laut eigenen Aussagen im Jahre 1511 eine Erleuchtung gehabt haben, welche als das "Turmerlebnis" in die Geschichte eingehen sollte. Diese Erleuchtung kam dabei durch das Lesen des Bibelvers Römer 1,17 zustande, aus welchem Luther die Schlüsse zog, dass der Glaube der einzige Weg der Erlösung sei.

Eigenleistungen, welche bei der damaligen katholischen Kirche selbstverständlich zum religiösen Schaffen gehörten, sah er hingegen als nichtig an. Dazu gesellte sich die Ansicht, dass die Annahme der unendlichen göttlichen Gnade, welche jedem Menschen zuteil wird, durch keinen Menschen angenommen werden kann. Luther ging davon aus, dass dem Mensch allein die Schaffenskraft fehle, ein solches Geschenk allein anzunehmen.

95 Thesen - Thesenanschlag in Wittenberg

In den folgenden Jahren verschärften sich die Ansichten Luthers und er entwickelte selbst die Überzeugung, dass die Praktiken der damaligen römisch-katholischen Kirche nicht Gott, sondern weltlichen Interessen dienten. Dieser Konfrontationskurs gipfelte schließlich 1517 im Thesenanschlag in Wittenberg, bei welchem er selbst 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte.

Im Rahmen dieser Thesen forderte er eine Loslösung der Gläubigen von der katholischen Kirche, welche seiner Ansicht nach vor allem durch ihre Finanzpraktiken jegliches Recht verspielt habe, den Glauben der Christen als System zu strukturieren. Diese Aktion erschütterte das christliche Europa und löste eine Glaubensdebatte aus, welche die Existenz der römisch-katholischen Kirche selbst in Frage stellte.

Dementsprechend aggressiv reagierte auch der Vatikan, welcher Luther anschließend der Ketzerei bezichtigte. In der Folge kam es 1519 schließlich zu einem Prozess, in welchem die Thesen Luthers als nichtig bezeichnet wurden. Zudem wurde Luther eine Frist von 60 Tagen gegeben, sich der römisch-katholischen Kirche zu unterwerfen und die Wahrheit seiner Schriften selbst abzuerkennen.

Aufkommender Buchdruck

Der Begründer der evangelischen Tradition weigerte sich jedoch und fand nun auch zunehmend Anerkennung in der Öffentlichkeit. Unterstützt wurde die Reformbewegung durch die Tatsache, dass der Buchdruck nun die Herstellung relativ kostengünstiger Schriftwerke erlaubte, was die Thesen Luthers bald schon über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte. Doch trotz dieser Popularität tauchte Luther unter und lebte fortan als "Junker Jörg" auf der Wartburg.

Bibelübersetzungen

Diese Zeit blieb allerdings nicht ungenutzt und Luther übersetzte beispielsweise die Bibel, während sich im restlichen Europa erste Abspaltungen von der römisch-katholischen Kirche abspielten. Die Grundlagen der evangelischen Tradition waren damit gelegt und ein Prozess eingeleitet, welcher weder durch den Vatikan noch durch deutsche Bischöfe gestoppt werden konnte.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich das evangelische Christentum schließlich zu einer ebenbürtigen Glaubensausrichtung des Christentums, wobei die evangelische Tradition bis heute als weniger konservativ und weltoffener gilt.

Grundlagen

Prinzipiell lassen sich die Grundlagen des evangelischen Glaubens in den vier Sola von Luther zusammenfassen.

  • Dabei handelt es sich einerseits um die Sola fide, welche besagt, dass allein der Glaube an das Geschenk Gottes zum Heil führt.
  • Die Solus Christus beschreibt wiederum, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, so dass eine volle Schuldfreiheit des Menschen erlangt werden kann.
  • Nach der Sola scriptura ist zudem allein die Bibel Maßstab religiösen Handelns, was jeglichen weltlichen Einfluss ausschließt.
  • Letztlich gibt es noch die Sola gratia, welche angibt, dass der Mensch keinen Einfluss auf die Gewährung der Gnade Gottes hat, sondern diese allein von Gott selbst kommt.

Hintergrund christlicher Feste nicht mehr bekannt

Religion des Christentums: aufgeschlagene Bibel, Brot und Abendmahlskelch mit Wein
chalice of wine and bible © Václav Mach - www.fotolia.de

In einer Umfrage zeigte sich, dass Frauen in Deutschland zu großen Teilen nicht wissen, was zum Beispiel an Pfingsten gefeiert wird. So gaben zwei Prozent der Befragten an, dass an Pfingsten ein neuer Papst gewählt wird. Weitere sieben Prozent waren der Meinung, an diesem Tag werde die Auferstehung Jesus Christus gefeiert. Wiederum vier Prozent glauben, dass Jesus an diesem Tag gekreuzigt wurde.

Nur etwa 25 Prozent der Befragten kannte den wahren Grund für das Pfingstfest wirklich: das Erscheinen des Heiligen Geistes bei den zwölf Aposteln.

Ist Maria nur durch einen Überstzungsfehler zur "Jungfrau Maria" geworden?

Die "Ursprungsversion" der Bibel unterscheidet sich von der hebräischen Version - Jungfrau Maria

Aufgeschlagene Bibel, davor Kreuz aus Bronze
Bronzekreuz vor aufgeschlagener Bibel © racamani - www.fotolia.de

Nach einer Legende wurden im 3. Jahrhundert vor Christus vom ägyptischen König Ptolemaios II. die Hohen Priester in Jerusalem gebeten, eine Übersetzung der Tora (das hebräische Gesetzbuch) ins Griechische zu machen.

Daraufhin haben 72, jeweils sechs Männer aus den einzelnen 12 Stämmen der Juden, die Übersetzung in nur 72 Tagen gemacht. Soweit die Legende. Im Jahr 340 bis 420 wurde vom Kirchenvater Hieronymus (340-420) die Bibel ins Lateinische übersetzt, wobei als Vorlage die "Vulgata" diente.

Jetzt wurde von Experten in Berlin eine neue komplette deutsche Übersetzung der "Ursprungsversion" (Septuaginta), die 1.500 Seiten umfasst, vorgestellt, bisher gab es nur eine in Englisch aus dem 19.Jahrhundert.

Entdeckung bei Übersetzungsarbeit

Bei den Übersetzungsarbeiten fiel auf, dass im alten hebräischen Bibeltext steht "siehe, die junge Frau wird schwanger werden...", aber in der Septuaginta heißt es "sie, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären. Und du wirst ihm den Namen Emmanuel geben". Und auch die Evangelisten haben nicht die ursprüngliche Übersetzung für das "Neue Testament" zugrunde gelegt, so dass wir heute alle von der "Jungfrau Maria" sprechen.

Weltverfolgungsindex 2014: Christenverfolgung ist millionenfache Menschenrechtsverletzung

Eltern mit Kindern vor großem Kreuz, Grab, Friedhof
Holy Spirit © Mikhail Tolstoy - www.fotolia.de

Das christliche Hilfswerk Open Doors geht davon aus, dass im letzten Jahr rund 100 Millionen Menschen wegen ihres christlichen Glaubens schikaniert, gedemütigt, oder gar dazu gezwungen wurden, ihren Glauben zu wechseln. Am Mittwoch wurde in Kelkheim der Weltverfolgungsindex 2014 öffentlich gemacht.

Mit dem Index, der sich auf die Zeit von November 2012 bis Oktober 2013 bezieht, wird jährlich bekanntgegeben wie es mit der Religionsfreiheit von Christen bestellt ist.

Nordkorea verfolgt Christen besonders hart

Demnach geht Nordkorea besonders heftig gegen Christen vor. Das Land, in dem Kommunismus der „vorherrschende Glaube“ ist, führt die Liste derjenigen 50 Staaten an, in denen Christen ihren Glauben nicht praktizieren dürfen, sondern dafür verfolgt werden. Der Besitz einer Bibel wird als so verwerflich angesehen, dass er mit der Todesstrafe belegt ist, oder zumindest Arbeitslager für die gesamte Familie bedeutet.

Auf den Plätzen islamische Staaten

Doch auch islamistische Extremisten sind Christen gegenüber alles andere als tolerant. Die Staaten, in denen entsprechend hart gegen Christen vorgegangen wird, sind Somalia auf Platz 2, Syrien auf Platz 3. Der Irak belegt den vierten und Afghanistan den fünften Platz. Auch in Afrika verfolgen zunehmend Islamisten die Christen.

Entschiedene Gegenwehr gefordert

Markus Rode, der Leiter von Open Doors Deutschland kritisiert, dass die verwerflichen „Gräueltaten an Christen in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig Beachtung“ finden. Deshalb sollten Politiker und Kirchen sich gegen die „millionenfachen Menschenrechtsverletzungen“ entschiedener wehren.

Buddhismus

Der Buddhismus weckt bei vielen Europäern nur Assoziationen wie Karma und Wiedergeburt, wobei die eigentlichen Glaubensinhalte des Buddhismus unerkannt bleiben. Doch wo hatte der Buddhismus eigentlich seinen Ursprung, wie kam es zu seiner Verbreitung und auf welchen religiösen Überzeugungen beruht er?

Leben und Wirken des ersten Buddhas Siddharta Gautama

Der Ursprung des Buddhismus reicht bis in das Jahr 563 v. Chr. zurück, als der erste Buddha Siddharta Gautama im heutigen Indien geboren wurde. Bei Buddha handelt es sich dabei nicht um eine einzelne Gestalt, sondern eine Person, welche das "Erwachen" erfahren hat. Hinter diesem Erwachen verbirgt sich der gelungene Ausbruch aus dem Kreis der Reinkarnation, welcher wiederum dazu führt, dass das Nirvana bereits zu Lebzeiten auf der Erde erreicht wurde und folglich auch auf ein Maß an Weisheit zurückgegriffen werden kann, welches dem Menschen eigentlich nicht zugänglich ist.

Beim ersten Buddha Siddharta Gautama hat der Buddhismus seinen Ursprung
Beim ersten Buddha Siddharta Gautama hat der Buddhismus seinen Ursprung
Spiritualität

Gautama wurde dabei sehr isoliert erzogen und sein Vater sah es vor, dass er eines Tages als sein Nachfolger auftreten solle. Doch schon während seiner Jugendzeit soll Gautama erkannt haben, dass weltliches Leid nicht mit weltlichen Mitteln zu lindern sei.

Stattdessen suchte Gautama Antworten auf seine Fragen in der Spiritualität und begann damit, regelmäßig zu meditieren und den Einklang mit seinem Geist zu suchen. Der erste Buddha ging schließlich soweit, dass er dem Fürstenhof seines Vaters den Rücken kehrte und sich vollends dem Leben als Mönch verschrieb.

In der Folge zog Gautama hinaus, um als Bettelmönch und in Askese lebend Sinn in der Spiritualität zu suchen. Bald schon stellte Gautama allerdings fest, dass vollständige Entsagung nicht zur Weisheit führe, weshalb er ein grundlegendes Prinzip des heutigen Buddhismus aufstellte: die Wahrheit des Mittelwegs.

Die erste Glaubensgemeinschaft und anschließende Aufspaltung

Eines Tages wurde Gautama schließlich beim Meditieren erleuchtet und sah es fortan als seine Aufgabe, seine gewonnenen Erkenntnisse zu lehren. Dies tat der erste Buddha auch die folgenden Jahrzehnte mit Erfolg und bereits zu Lebzeiten entwickelte sich eine Glaubensgemeinschaft rund um sein Schaffen, welche das Potential hatte, zu einer Weltreligion aufzusteigen.

Etwa ein Jahrhundert nach dem Tod von Gautama kam es dann zu ersten Aufspaltungen dieser Glaubensrichtung, welche sich in vielerlei Hinsicht unterschieden. So gab es beispielsweise Differenzen bezüglich der Frage, wer genau die Erleuchtung anstreben solle beziehungsweise wem diese zustehe.

Die Anhänger des Hinayana Buddhismus vertreten dabei die Ansicht, dass nur der Praktizierende selbst Erleuchtung erhalten solle, wohingegen sich die Mahayana Anhänger als Verfechter der Annahme verstehen, dass der Gläubige sich für die Erleuchtung aller Wesen einsetzen solle.

Universelle Glaubenslehre

Diese Uneinigkeiten drohten den buddhistischen Glauben zu zerstören, weshalb König Ashoka im dritten Jahrhundert nach Christus ein Konzil berief, welches eine universelle buddhistische Glaubenslehre anfertigen sollte. Dieser Schritt erwies sich erfolgreich und der Buddhismus verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten in großen Teilen Südostasiens.

Ab dem 10. Jahrhundert geriet der Buddhismus allerdings in Konflikt mit weiteren Religionen, namentlich vor allem dem Islam und Hinduismus und es kam teils zu Vermischungen mit anderen Glaubensansichten. Doch trotz dieser Bedrohungen konnte sich die ursprüngliche buddhistische Glaubenslehre bis heute behaupten, wobei davon ausgegangen wird, dass 450 Millionen Menschen dem Buddhismus folgen.

Grundlagen

Die buddhistische Lehre nimmt zum einen die Existenz einer allumfassenden Kraft, dem Karma, an. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei um ein universelles Ursache-Wirkungs-Prinzip, welches für ein Gleichgewicht allen Seins sorgt. Des Weiteren stützt sich der Buddhismus auf das Samsara, dem ewigen Prozess der Wiedergeburt, wobei alle Lebewesen in diesen Kreislauf eingeschlossen sind.

Als ultimatives Ziel gilt im Buddhismus schließlich das Bodhi, welches als "Erwachen" übersetzt werden kann. Dieses sorgt für die vollständige Erleuchtung und den Ausbruch aus dem ewigen Kreis des Samsara.

Gibt es bald einen weiblichen Dalai Lama?

Das derzeitige tibetische Oberhaupt ist der Meinung, dass ein weiblicher Dalai Lama her müsse. Wenn die Zeit dafür gekommen ist, dann spricht nichts gegen eine Frau, so der Dalai Lama. Er ist sogar der Meinung, dass mit einer Frau einiges besser werden könnte.

Frauen sind sensibel und nicht so aufbrausend. Sie könnten noch mit den Menschen mitfühlen und würden vieles anders machen. Der Dalai Lama hatte einen sehr aufbrausenden Vater, seine Mutter dagegen war immer ruhig und sehr sensibel. Seit dem Jahr 1959 lebt der Dalai Lama im Exil in Indien. Er flüchtete damals aus Tibet, dass von China besetzt war.

Meditation und Achtsamkeit im Alltag – warum Buddhismus glücklich macht

Buddha-Statue neben schwarzen Basaltsteinen auf blaumem Grund
Buddha mit Bambus, Massage Steinen und Schale mit Blüten © Pixelrohkost - www.fotolia.de

Ein Teil Mitgefühl und zwei Teile Achtsamkeit, eine Prise Vergebung und zum Schluss eine ordentliche Portion Dankbarkeit - liefert der Buddhismus ein Patentrezept fürs Glück? Glaubt man den neusten Studien, so aktiviert die Meditation tatsächlich positive Emotionen. Die Tücke liegt jedoch wie üblich im Detail.

Wissenschaftlicher Beweis für Glück

Neurobiologen legen zum Beweis für Glückszustände gern Hirnbilder vor. Zeigt sich im Kernspintomografen eine starke Durchblutung in der linken präfrontalen Hirnrinde und einiger anderer Regionen, gilt dieser Menschen als glücklich. Und bei keinem zeigte der Hirnscan so wohlige Gefühle wie bei Matthieu Ricard: Der Franzose lebt und meditiert seit mehr als 30 Jahren als buddhistischer Mönch in Kathmandu.

Glücksforscher setzen aber nicht nur auf die innere Einkehr. Auch wenn sich die Emotionszentren im Gehirn durch Meditieren wie ein Muskel trainieren lassen, braucht es weitere Verstärker, um anhaltend zufrieden zu sein: Mitgefühl, Dankbarkeit und selbstloses Verhalten.

Drei Formen des Glücks

Wissenschaftler unterscheiden zwischen drei Formen des Glücks. Die erste Stufe ist das kurzfristige Wohlgefühl, das mit der Befriedigung von Wünschen und Bedürfnissen einhergeht. Auf der zweiten Stufe steht die Freude und Erleichterung, wenn eine unangenehme Situationen endet oder Schwierigkeiten bewältigt sind. Auf der obersten Stufe steht das Glücksgefühl im Fürsorge-System unseres Gehirns.

Im Sinne buddhistischer Praxis ist es vor allem diese dritte Form, die als erstrebenswert gilt. Wer die tiefe Verbundenheit spüren möchte, muss allerdings viele Dinge lernen, die in unserer heutigen Kultur keinen guten Stand haben: Das Loslassen von Wünschen und Vorwürfen, das Vergeben von Fehlern und unrechten Taten.

Hinduismus

Dem Hinduismus gehören derzeit etwa 900 Millionen Menschen an, was diese Glaubensrichtung zur weltweit drittgrößten ihrer Art macht. Dabei drängt sich die Frage auf, seit wann es den Hinduismus eigentlich gibt, wie sich dieser zur Weltreligion ausbreiten konnte und worin dessen Glaubensinhalte bestehen.

Entwicklung und Verbreitung

Die genauen Ursprünge des Hinduismus können heutzutage nur noch schemenhaft rekonstruiert werden. Eine Annahme geht davon aus, dass während der letzten Jahrhunderte der damaligen Indus-Kultur einige arische Stämme in dieses Gebiet einwanderten.

In der Folge vermischten sich die religiösen Vorstellungen beider Bevölkerungsgruppen, wodurch es zur Entstehung der ersten hinduistischen Glaubensinhalte kam. Aus dieser Zeit sind einige Schriften erhalten, bei welchen es sich beispielsweise um Hymnen an Gottheiten handelt, welche bis heute zentrale Figuren des Hinduismus sind.

8. Jahrhundert vor Christus

Ab dem 8. Jahrhundert vor Christus begann dann das Zeitalter der Upanishaden, während welchem es zu einer Aufteilung der hinduistischen Glaubensgemeinschaft in drei Untergruppierungen kam. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt grundlegende Glaubensinhalte des heutigen Hinduismus bekannt waren, zu welchen etwa die Vorstellung der Wiedergeburt und des Karmas gehören.

Der eigentliche Hinduismus entstand dann allerdings erst während des so genannten klassischen Zeitalters, welches 500 v. Chr. begann. Während dieser Zeitspanne wurde sich beispielsweise darauf verständigt, dass es nur die drei Hauptgötter Brahma, Vishnu und Shiva gibt. Zudem kam es im 8. Jahrhundert zur Gründung des ersten hinduistischen Ordens, was für eine weitere Verbreitung dieser Lehren sorgte.

Mittelalter und Neuzeit

Das Mittelalter und die Neuzeit sollten die hinduistische Glaubensausrichtung jedoch mehrfach auf die Probe stellen. So geriet der Hinduismus ab dem 11. Jahrhundert zunehmend mit dem Islam in Konflikt, wobei es zu unzähligen Auseinandersetzungen und teils Kriegen kam.

Ab dem 19. Jahrhundert wurden wiederum Praktiken des Hinduismus selbst in Frage gestellt, zu welchen vor allem Traditionen wie das Kastenwesen gehören. Zudem vermengte sich der Hinduismus mit unzähligen anderen fernöstlichen Glaubensströmen, was wiederum dafür sorgte, dass sich unzählige Untergattungen dieser Religion herausbildeten. Heutzutage ist der Hinduismus ein Sammelbegriff für zahlreiche Religionen, deren Glaubensinhalte sich nur in einigen zentralen Annahmen überschneiden, welche teils Jahrtausende zurückreichen.

Grundlagen

All diese unterschiedlichen Ausprägungen des Hinduismus haben gemein, dass sie vom ewigen Kreislauf des Lebens, dem Samsara, ausgehen. Jedes Wesen wird dabei nach dem Tod wiedergeboren. Dabei entscheidet das während des Lebens angehäufte Karma darüber, ob als niedrigeres oder höheres Lebewesen wiedergeboren werden darf.

Ziel ist es dabei, diesen Kreislauf zu durchbrechen und im Brahman, dem Fluss allen kosmischen Seins, aufzugehen. Dieses Ziel kann laut dem Hinduismus über die Verehrung der Götter, Taten oder dem Weg des Wissens erreicht werden.

Pilgerfest Kumbh Mela in Indien: 30 Millionen baden im Ganges

Mit strengen Sicherheitsvorkehrungen und Regeln, soll eine erneute Massenpanik ausgeschlossen werden

Flagge von Indien
Indische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Das weltweit größte religiöse Pilgerfest hat nun im nordindischen Allahabad seinen Höhepunkt erreicht: Zum Neumond des insgesamt 55-tägigen Festes, das nur alle 12 Jahre stattfindet, strömen Millionen gläubige Hindus an den Ganges um sich bei einem Bad im heiligen Fluss von ihren Sünden reinzuwaschen. Sie hoffen dadurch aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten auszubrechen und das Nirvana zu erlangen.

Sicherheitsvorkehrungen und Auflagen

Bis zu 30 Millionen Badende wurden in Allahabad erwartet, der wichtigsten Pilgerstadt am Zusammenfluss von Ganges, Yamuna und Saraswati - auch wenn letzterer nur in der Mythologie besteht. Damit es nicht zu Stau und Gedrängel kommt, wird der Zugang zum Ganges von

  • 25.000 Polizisten,
  • 17.000 Soldaten und
  • 10.000 freiwilligen Helfern

geregelt. Die Pilger dürfen nur wenige Minuten im Fluss verbringen, ehe sie ihren Platz wieder räumen müssen.

Mögliche Auswirkungen und Gefahren

Trotz der Sicherheitsvorkehrungen konnte auch bei dieser Kumbh Mela nicht verhindert werden, dass es zu einer Massenpanik kam. Über 30 Personen wurden im Bahnhof zu Tode getrampelt, als eine große Zahl Pilger einen Bahnsteig stürmte. Ein großer Teil der Opfer waren Kinder.

Hindu-Fest Kumbh Mela: ein Bad in der Unsterblichkeit

Flagge von Indien
Indische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Die Kumbh Mela in Allahabad ist das größte religiöse Fest der Welt. Alle zwölf Jahre pilgern mehr als 90 Millionen Hindus zum Ort, an dem Ganges und Yamuna mit dem mythologischen Strom Saraswati zusammenfließen. Ein Bad in dem hygienisch bedenklichen Wasser soll von Sünden befreien und gilt als Eintauchen in Unsterblichkeit.

Damit die Besucher an den Hauptbadetagen tatsächlich alle das Wasser erreichen, werden eigens hölzerne Brücken errichtet. Während der "königlichen Prozession" wandern darauf 30.000 Millionen Menschen Richtung Ganges, die meisten nur mit einem Lendenschurz bekleidet, die Haut mit Asche eingerieben. Nach wenigen Minuten in der Brühe müssen sie Platz machen für die Nachkommenden.

Mythologischer Urpsrung des Festes liegt in Kampf zwischen Göttern und Dämonen

Seinen mythologischen Ursprung hat das "Fest des Kruges" in einem Kampf: als die Götter mit den Dämonen um ein Gefäß mit Unsterblichkeitsnektar rangen, fielen vier Tropfen der kostbaren Flüssigkeit herunter - auf die Orte Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik. Wer an den astrologisch günstigen Tagen dort ein Bad nimmt, wird selbst unsterblich. Nach dem rituellen Tauchgang in der Brühe feiern viele Hindus am Ufer bei tänzerischen Kämpfen.

Abgesehen von Zwischenfällen wie 2013, als 36 Menschen bei einer Massenpanik starben, verläuft das Treffen der Millionen erstaunlich friedlich. Für die Veranstalter ist die Kumbh Mela dennoch eine Herausforderung: um die Menschenmassen unterzubringen, entstehen Instant-Städte aus mehr als 700.000 Zelten. Wer darin keinen Platz mehr findet, schläft einfach unter freiem Himmel.

Islam

Der Islam ist heutzutage mit rund 1,3 Milliarden Anhängern die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft nach dem Christentum. Dabei verfügt der Islam auch über eine jahrtausendelange Geschichte und einige einzigartige Glaubensinhalte, was im Folgenden näher untersucht werden soll.

Entwicklung und Verbreitung

Als Begründer des Islam gilt der Prophet Mohammed, welcher im 6 Jahrhundert v. Chr. in Mekka geboren wurde. Ab dem 40. Lebensjahr Mohammeds soll ihm der Erzengel Gabriel regelmäßig erschienen sein. Während dieser Eingebungen erhielt Mohammed dann religiöse Offenbarungen, welche der Sohn eines Kaufmanns auch sofort sammelte und niederschrieb.

Bald schon versammelte sich eine kleine Anhängerschaft um den Propheten, was jedoch zu Konflikten mit den etablierten religiösen Vorstellungen in Mekka führte. In der Folge sahen sich die ersten Anhänger des Islam gezwungen, nach Norden in das heutige Medina auszuwandern und dort ihren Glauben zu praktizieren.

Die Auswanderung sollte allerdings nicht für eine Beseitigung aller Konflikte sorgen, sondern diese eher noch anfachen. So kam es beispielsweise sogar zu zwei Schlachten, bei welchen gegen andere heidnische Stämme unter der Führung von Mohammed selbst gekämpft wurde.

Kalif Umar

Der Begründer des Islam konnte diese Gefechte dabei für sich entscheiden, was seine Bekanntheit und Popularität positiv beeinflusste. Nach dem Tod Mohammeds wurden anschließend Kalifen eingesetzt, welche die Glaubensgemeinschaft führen und zusammenhalten sollten.

In diesem Zusammenhang ist vor allem der zweite Kalif Umar erwähnenswert, welcher primär militärische Mittel einsetzte, um einen Prozess zu initiieren, welcher später als die "Islamische Expansion" in die Geschichte eingehen sollte.

Aufspaltung in Sunniten und Schiiten

Im 6. Jahrhundert n. Chr. spaltete sich die damals eigentlich einheitliche islamische Glaubensbewegung allerdings auf und es kam zur Entstehung der Sunniten und Schiiten, welche es bis heute gibt. Mit der Ausbreitung des Osmanischen Reiches wurde der Islam dann schließlich auch zu einer Weltreligion, da den eroberten Gebieten diese Religion auch aufgezwungen wurde, bis diese letztlich Teil der jeweiligen Kultur wurde.

Grundlagen

Der islamische Glauben stützt sich auf fünf Säulen, welchen jeder gläubige Muslime gerecht werden muss. Namentlich handelt es sich hierbei um

  • das islamische Glaubensbekenntnis
  • das Fasten während des Ramadan
  • die Pilgerfahrt nach Mekka
  • die Almosensteuer und
  • das fünfmalige Gebet.

Zudem gibt es nach dem Islam nur einen Gott, seine Propheten und Engel, den Tag des jüngsten Gerichts sowie ein Leben nach dem Tod.

Gesichtsschleier löst in Ägypten Demonstrationen und Aufruhr aus

Vorsitzender von Al Azhar will Niqab in reinen Fraueninstitutionen verbieten und stößt auf Ablehnung

Niqab wird der Gesichtsschleier genannt, bei dem lediglich die Augen der verschleierten Frau zu sehen sind. In Ägypten schlagen derzeit die Wogen unter den sunnitischen Islamisten hoch, da der Vorsitzende von Al Azhar nach einem Besuch in einer Mädchenschulklasse das Tragen des Gesichtsschleiers in reinen Mädchenschulen, sowie in reinen von Frauen besuchten Universitätsseminaren durch einen entsprechenden Erlass verboten hat.

Er vertritt die Ansicht, dass das Tragen aus religiösen Gründen des Niqab nicht im Koran verankert ist und rein auf den Traditionen beruht. Im Land selbst ist die Entrüstung groß und die seit Jahrzehnten herrschende Autorität der Al Azhar wieder stark angezweifelt. Demonstrationen von Muslima sind ebenso auf der Tagesordnung in Ägypten als auch die neue zur Schau getragene Religiosität der Männer, die als Zeichen dafür, dass sie viel und regelmäßig beten, nun ein rosinenförmiges Mal auf der Stirn ihr Eigen nennen.

Nach Meinung der ägyptischen Medien, wird die neue Frömmigkeit im Land besonders auch durch Rückkehrer aus Saudi-Arabien gefördert, die eine ultra-konservative Auslegung des Islams praktizieren.

Muslimische Beerdigungsrituale können für Friedhöfe in Deutschland eine Herausforderung sein

Treppe und Allee auf einem Friedhof bei Nebel
Parkfriedhof Ohlsdorf in Hamburg im Nebel © SRG-Photoarts - www.fotolia.de

Muslimische Bestattungen finden nach bestimmten Regeln statt und werden durch Glaubensrituale begleitet, die sich von denen von Christen unterscheiden. Vielerorts richten sich Bezirke in Deutschland darauf mittlerweile ein. Gräber von Muslimen müssen etwa gen Mekka ausgerichtet sein. Außerdem muss es Räumlichkeiten geben, damit die speziellen Waschrituale beim Toten durchgeführt werden können.

Doch während in Städten wie Berlin große Platznot herrscht - die Grabstellen, die nach diesen Vorgaben funktionieren sind beispielsweise in Neukölln oder Spandau beinahe komplett belegt - werden die Angebote anderswo nicht angenommen.

So haben die Städte Bergkamen, Lünen und Kamen bereits 2002 Grabstellen eingerichtet, die nicht nur den Regeln entsprechen, sondern die auch die ewige Totenruhe garantieren, also keine Auslaufzeit haben. In Bergkamen seien jedoch erst fünf Muslime beerdigt worden, gab die Pressestelle des Lüner Rathaus jetzt bekannt.

Astronomische Berechnung für Beginn des Ramadan sorgt für Verwirrung bei Frankreichs Muslimen

In den meisten arabischen Ländern wird der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan durch die Beobachtung des Neumonds festgelegt. Demzufolge würde der Ramadan in diesem Jahr am 10. Juli beginnen, wie der theologische Rat der Großen Moschee in der französischen Hauptstadt Paris erklärte.

Dagegen hält jedoch der islamische Dachverband "Französischer Rat des muslimischen Glaubens", der nach astronomischen Berechnungen Anfang Mai den Beginn des Fastenmonats für den 9. Juli angesetzt hatte und sich damit von der muslimischen Tradition abwandte, was bei den Muslimen in Frankreich für Streit und Verwirrung sorgte, weil die schmale Sichel nach dem Neumond in der Dienstagnacht noch nicht zu sehen war.

Der islamische Dachverband erklärte daraufhin, dass die Berechnungen zwar theoretisch korrekt waren, man aber nicht die gemeinschaftliche Dimension beachtet habe, die lieber der muslimischen Tradition folgt. Der Fastenmonat könne daher sowohl am 9. als auch am 10. Juli begonnen werden, heißt es.

Pakistan: Frauen wird verboten, während des Ramadans alleine shoppen zu gehen

Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan soll es Frauen in Pakistan nun verboten werden, alleine shoppen zu gehen, nur in Begleitung eines männlichen Verwandten wird es ihnen gestattet. Vor wenigen Tagen wurde diese neue Regelung durch die Lautsprecher aller Moscheen gejagt und wird auch von der Polizei unterstützt. So greift diese ein und verhaftet Frauen, die alleine einkaufen gehen.

Das Verbot betrifft auch die örtlichen Händler - auch diese werden bestraft, wenn sie Frauen etwas verkaufen. Sie sind darüber natürlich nicht glücklich und fürchten einen Einbruch der Umsätze. Da die Regel auf so viel Kritik stößt, sollen sich die Behörden nun noch einmal zusammen setzen und über den Nutzen des Verbots diskutieren.

Studie zeigt: Kopftuch ist kein Symbol der Unterdrückung

Zwei junge Frauen unterschiedlicher Ethnie im Gespräch, Muslimin mit Kopftuch und blonde Christin
Girls of different ethnicity © Photographee.eu - www.fotolia.de

Nach wie vor sind viele Nichtmuslime der Meinung, dass das Tragen eines Kopftuchs im muslimischen Glauben ein Symbol der Unterdrückung der Frauen darstellt. Das dem generell aber nicht so ist, zeigt eine Befragung der Konrad-Adenauer-Stiftung von 2006.

Für die Studie wurden nicht etwa Wissenschaftler, Experten oder muslimische Männer befragt, sondern die Kopftuchträgerinnen selbst. Demnach gaben 80% der befragten Muslima an, dass das Kopftuch zumindest in ihrer Familie nicht als Zeichen der Unterdrückung betrachtet wird und das zeigen auch weitere Ergebnisse der Befragung.

Demnach befürworten nämlich mit 38% deutlich mehr muslimische Frauen als Männer (28%) das Tragen des Kopftuchs. Zudem haben sich die meisten Befragten selbst dazu entschlossen ein Kopftuch zu tragen. Lediglich ein Viertel der Muslima wurde vom Vater, 10% vom Ehemann und 4% vom Bruder in ihrer Entscheidung beeinflusst.

Dagegen spielte bei 40% die Mutter eine große Rolle, wenn es darum ging das Kopftuch anzulegen. 95% der Befragten, die das Kopftuch aus Eigeninitiative angelegt haben, nannten als Beweggrund für diese Entscheidung, dass sie das Kopftuch als religiöses Gebot ansehen. Für 87% gehört es außerdem zu ihrer Identität.

Muslimischen Schülerinnen kann koedukativer Schwimmunterricht im Burkini zugemutet werden

Kleiner Junge am Rand von Becken im Schwimmbad
schwimmen © FrankU - www.fotolia.de

Weil eine muslimische Schülerin eines Gymnasiums in Frankfurt auf ihren Wunsch hin nicht vom koedukativen Schwimmunterricht ihrer Schule freigestellt wurde, zog das Mädchen mit ihren Eltern vor Gericht.

Nachdem die Klage des Mädchens auf Freistellung vom Schwimmunterricht bereits in allen Vorinstanzen gescheitert ist, ging sie schließlich in einem Revisionsverfahren vor das Bundesverwaltungsgericht, doch auch das entschied nun, dass der koedukative Schwimmunterricht für muslimische Mädchen mit einem so genannten Burkini zumutbar ist.

Das Mädchen wollte auf Grund ihres muslimischen Glaubens nicht am gemischten Schwimmunterricht ihrer Schule teilnehmen. Zum Einen, weil es ihr Glaube nicht erlaubt, sich freizügig gekleidet in der Öffentlichkeit zu zeigen und zum Anderen, weil sie im Schwimmunterricht auch ihre männlichen Mitschüler in Badekleidung sehen würde.

Dem Gericht zufolge ist der gemischte Schwimmunterricht muslimischen Schülerinnen aber sehr wohl zumutbar, wenn sie dabei einen eigens dafür entwickelten Burkini tragen, der den Körper ausreichend bedeckt. Auch der Anblick ihrer Mitschüler in Badebekleidung sei zuzumuten, da sie schließlich auch außerhalb der Schule im Alltag regelmäßig mit leichtbekleideten Menschen konfrontiert werde, heißt es in dem Urteil.

Hadsch-Selfies aus Mekka – moderne Muslime pilgern mit Smartphone

Junges Paar Hand in Hand, fotografiertsich selbst
Happy young couple self photography © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Islamische Religionswächter sehen es mit Sorge, immer mehr Pilger leben ihre Selfie-Obsession aus. In sozialen Netzwerken und auf Instagram finden sich Tausende Fotos aus Mekka, viele direkt vor der heiligen Kaaba geknipst. Statt zu beten, widmeten sich die Pilger lieber ihren Selbstporträts, kritisieren führende Geistliche.

Wann genau der Selfie-Trend in Mekka Einzug gehalten hat, lässt sich nicht mehr feststellen. In diesem Jahr vermehrt sich das #hajjselfie jedoch so rasant, dass Religionsführer bereits Warnungen aussprechen.

Eitelkeit statt Glaubensweg

Aus Sicht einiger Prediger demonstrieren die Smartphone-Knisper eine Form von Eitelkeit, die nicht zum traditionellen Pilgern passe. Damit die quaderförmige Kaaba mit aufs Bild kommt, nutzen viele Pilger sogar eine Teleskophalterung für ihr Handy.

Als eine der fünf Säulen des Islam wird der Hadsch von islamischen Führern genau beobachtet. Mindestens einmal im Leben soll jeder Gläubige nach Mekka pilgern und dort die Kaaba berühren. In diesem Jahr nehmen nach Schätzungen des saudischen Hadsch-Ministeriums rund 2,4 Millionen Menschen teil.

Moslem oder Muslim – wie sagt man es richtig?

'Muslim' stammt aus der Herkunftsprache und ist von islamischen Verbänden als Bezeichnung gewünscht

Die Badshahi-Moschee in Pakistan
Badshahi Mosque - Lahore © branchlake - www.fotolia.de

Unsere Eltern bezeichneten Anhänger des Islam meist als Moslems – ein Begriff, der aus dem englischsprachigen Raum übernommen wurde. Heute dagegen sprechen wir von Muslimen.

Auch die islamischen Gruppierungen in Deutschland verwenden diese Wortform als Eigenbezeichnung. Der Begriff entspricht dem arabischen Wort 'muslim', das sich mit 'gottergeben' übersetzen lässt.

Klingt Moslem abwertend?

Wie eine Abfrage im Duden-Korpus ergeben hat, ist die Form 'Moslem' in Deutschland stark rückläufig. Auf jede Verwendung des Wortes 'Moslem' kommen vier Suchtreffer für 'Muslim'. Einen negativen Beigeschmack hat die alte Bezeichnung aber (noch) nicht.

Political Correctness

Die Verbreitung von 'Muslim' hat eher etwas mit Political Correctness zu tun: das Wort stammt direkt aus der Herkunftsprache und ist von islamischen Verbänden als Bezeichnung gewünscht. Der Plural von 'Muslim' lautet 'Muslime", als weibliche Formen sind 'Muslima' und 'Muslimin' möglich. Während der 'Moslem' keine diskriminierende Wirkung hat, gelten die Begriffe

  • 'Mohammedaner' oder
  • 'Muselmann'

als herabsetzend.

Judentum

Von vielen Christen wird oftmals vergessen, dass Jesus selbst ein Jude war und das Christentum vielfach mit dem Judentum in Verbindung steht. Doch wie verlief eigentlich die Geschichte und Ausbreitung des Judentums und was sind dessen zentrale Glaubensinhalte?

Entwicklung und Verbreitung

Die Geschichte des Judentums ist gleichzeitig auch die Geschichte des jüdischen Volkes, dessen genaue Herkunft nur schemenhaft rekonstruiert werden kann. Der eigentliche Ursprung des israelischen Volkes liegt dabei wohl im Eingehen eines Stammesbundes diverser Gruppierungen in Palästina, wobei sich dieser Zusammenschluss etwa 1000 v. Chr. abgespielt haben soll.

Exodus - Auswanderung aus Ägypten

Später ließ sich ein Großteil der Juden in Ägypten nieder, bis es zum bekannten Exodus unter Mose kam. Während dieser Auswanderung erhielt der damalige Stammesbund auch die zehn Gebote, welche später Vorlage für die Tora, die fünf Bücher Mose, sein sollten.

Allerdings erhielt Mose auf dem Berg nicht nur die zehn Gebote, sondern auch eine mündliche Unterweisung. Diese Worte wurden von da an mündlich immer weiter überliefert, bis sich schließlich im Jahre 220 ein einfacher Rabbi dazu entschloss, die Gesamtheit der mündlichen Überlieferungen schriftlich zu fixieren.

Das Ergebnis war die Mischna, welche wiederum Vorlage für den Talmud war. Letzterer gilt neben den fünf Bücher Mose als zentrale Glaubensstütze im Judentum. Im Rahmen des Exodus zogen die Juden in das gelobte Land Israel, ließen sich dort nieder und begannen schließlich damit, das Judentum als Religion fest zu etablieren.

Grundlagen

Der jüdische Glaube beruht auf der Vorstellung, dass es nur einen Gott gibt, welcher allerdings bis heute aktiv in die Geschehnisse der Welt eingreift. Darüber hinaus gehen heutige Strömungen des Judentums davon aus, dass es ein ewiges Leben nach dem Tod gebe.

Im Alltag des Gläubigen Juden spielen einerseits Fasttage eine wichtige Rolle, während welcher an bedeutende Ereignisse der jüdischen Geschichte gedacht werden soll. Zudem müssen die Regeln der Tora und des Mischna befolgt werden, wobei es je nach Glaubensrichtung verschiedene Ansichten darüber gibt, wie die jeweiligen Vorgaben auf den Alltag zu übertragen sind. Letztlich sieht das Judentum noch die Beschneidung aller männlichen Glaubensanhänger vor, welche damit als mündige Mitglieder in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen werden.

Europäische Juden sind angeblich aus dem Chasarenreich eingewandert

Eine Erbgutanalyse von über 1000 Menschen stützt die Rheinland-Theorie

Mehrere Blutproben in Röhrchen zur Blutuntersuchung im Labor
Blood tubes for centrifuging © angellodeco - www.fotolia.de

Ein Forscher von der Johns Hopkins University in Baltimore bestärkt die Theorie, dass die meisten europäischen Juden aus dem Mittelalterlichen Reich der Chasaren eingewandert sind.

Herkunft der ost- und mitteleuropäischen Juden

Das Chasarenreich erstreckte sich während seiner Blütezeit im 9. Jahrhundert über die gesamte südrussische Steppe zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Das Judentum wurde dort ab dem achten Jahrhundert zur wichtigsten Religion. Nach dem Zerfall des Staatsgebildes im Spätmittelalter haben viele Juden das Gebiet gen Westen verlassen, so lautet eine Theorie über die Herkunft der ost- und mitteleuropäischen Juden.

Studie stützt Rheinland-Theorie

Eine Erbgutanalyse von über 1000 Menschen aus jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerungsgruppen, die nicht miteinander verwandt sind, stützt diese Theorie. Demnach weist das Erbgut der meisten europäischen Juden eine große Ähnlichkeit mit den Bewohnern des Kaukasus auf.

Andere europäische Populationen weisen diese Ähnlichkeit nicht auf, was die sogenannte Rheinland-Theorie widerlegt. Diese besagt, dass viele Juden Palästina nach der islamischen Eroberung im siebten Jahrhundert gen Europa verlassen haben.

Der Forscher Eran Elhaik betont allerdings, dass sich seine Ergebnisse auf vergleichsweise wenige Erbgutanalysen stützen, für ein umfassendes Bild des geografischen Ursprungs der europäischen Juden seien aufwendigere Studien nötig.

Antisemitismus in Europa steigt an - Juden fühlen sich zunehmend bedroht

Frauen in schwarzen Oberteilen, 1 blickt in die Kamera, 2 stehen hinten, 1 flüstert der anderen ins Ohr
tritsch tratsch klatsch 2 © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

Antisemitismus ist in Europa präsent wie lange nicht mehr. Eine aktuelle EU-Studie zeigt, wo sich Juden besonders bedroht fühlen. Deutschland liegt europaweit im Mittelfeld, nach Zahlen des Innenministeriums haben antisemitische Straftaten im letzten Jahr aber um 10,9 Prozent zugenommen. Und nirgendwo sonst fürchten sich Juden so sehr vor Diskriminierung und Übergriffen.

Antisemitismus in Ungarn, Belgien und Frankreich besonders hoch

Befragt wurden knapp 6.000 Juden aus den acht EU-Ländern, in denen die meisten europäischen Juden leben. Initiator der Studie ist die EU-Agentur für Grundrechte (FRA), die damit erstmals den Antisemitismus aus Sicht der unmittelbar Betroffenen untersuchen wollte. Besonders bedrohlich erscheint den Juden die Lebenssituation in Ungarn, Belgien und Frankreich.

16 Prozent wurden belästigt, oft im Internet

Auffällig: Deutsche Juden sehen im Antisemitismus ein größeres Problem als in Arbeitslosigkeit, allgemeiner Kriminalität oder Rassismus. 16 Prozent der Befragten gab an, in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Beschimpfungen, Belästigungen oder körperlichen Übergriffen gewesen zu sein. Aber nur jeder vierte Jude wendet sich danach an die Polizei.

Eine wachsende Bedeutung kommt dem Internet zu. Dreiviertel der Befragten beklagte sich über diskriminierende Äußerungen im Netz.

Pessach-Fest: ein Araber rettet die Seelen der gläubigen Juden

Flagge von Israel
Flagge von Israel © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

In diesem Jahr fallen das christliche Ostern und das jüdische Pessachfest in dieselbe Woche – mit jeweils eigenen Fastenregeln. Die ohnehin strengen Speisevorschriften der Torah verbieten Gläubigen in dieser Zeit sogar den Besitz von bestimmten Lebensmitteln. Wer Brot, Nudeln oder Bier aus gesäuertem Teig im Schrank hat, dessen Seele soll nach dem Buch Exodus ausgerottet werden.

Produkte aus Weizen und Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel, die länger als 18 Minuten mit Wasser in Berührung gekommen sind, gelten nach der Thora als Chametz. Im Gedenken an die Flucht der Juden aus Ägypten ist ihr Besitz während des Pessachfestes verboten. Eine Woche lang kommen nur ungesäuerte Teigfladen auf den Tisch.

Um keine Lebensmittel wegwerfen zu müssen, verkauft man sie an Ungläubige

Das Wegwerfen von Brot und Co. ist jedoch auch strenggläubigen Juden ein Gräuel. Seit Jahrhunderten bedienen sie sich deshalb eines Tricks: sie verkaufen ihre Lebensmittelvorräte an einen Ungläubigen. Per Fax oder Email melden sie ihre Bestände an den Rabbi. Auch Supermärkte, Armee und andere staatliche Einrichtungen beteiligen sich und schicken ihre Listen an den Chefrabbiner, der dann die gesamten Vorräte Israels auf einen Schlag verkauft.

Vertragspartner für diesen Deals ist ein Araber. Seit 1998 erwirbt Jaber Hussein für eine Anzahlung von rund 4.100 Euro Lebensmittel im Gegenwert von 300 Millionen Dollar. Bis zum 22. April gehört ihm damit jedes Krümelchen Chametz im Land – nach acht Tagen tritt er regelmäßig von seinem Kauf zurück. Verpflichtet wäre Hussein dazu nicht. Jüdische Kaufverträge enthalten traditionell keine Rückübertragungsklausel.

Die Gemeinsamkeit von Sektenopfern sind Lebenskrisen, während der sie einstiegen

Sektenmitglieder sind zum Zeitpunkt einer Lebenskrise in eine Sekte eingestiegen

Ein Meer an brennenden Kerzen in der Dunkelheit
Candles glowing in the dark © Smileus - www.fotolia.de

Einen Typ Mensch, der bevorzugt zum Opfer von Sekten wird, gibt es nicht. Das ist das Fazit der Forschung des Diplom-Psychologen und Sektenexperten Dieter Rohmann.

Lebenskrise bei Einstieg

In Interviews mit Aussteigern wollte er wissen: Sind sie labiler? Neurotischer? Wurden Sie in ihrer Kindheit misshandelt? „Nein“, sagt er in der Apotheken Umschau. „Das Einzige, was Menschen eint, die in eine Sekte eingestiegen sind: Sie haben es während einer Krise getan.“ Nicht alle Vereinigungen, denen das Etikett Sekte anhängt, müssen schlimme Folgen für die Mitglieder haben. Meistens geben sie ihren Mitgliedern Halt und Perspektive.

Liste mit Fragen für potenzielle Sektenmitglieder

Die Apotheken Umschau veröffentlicht eine Liste von Fragen, die sich Mitglieder stellen sollten, um einordnen zu können, worauf sie sich einlassen. Ist das Weltbild der Gruppe verblüffend einfach und erklärt jedes Problem? Schottet sich die Gruppe ab, gibt es unantastbare Führer? Werden bewusstseinsverändernde Techniken eingesetzt, und fordert die Gruppe auf, die Beziehungen zu Freunden und Familien aufzugeben?

Je öfter die Antwort darauf „Ja“ heißt, umso bedenklicher ist die Gruppe.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: cross © Rui Vale de Sousa - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Abstract cross in church interior © Brian Jackson - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Körper, Geist und Seele © Floydine - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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