10. Oktober 2011
Das Führen eines Motorrades bedeutet nicht nur Fahrspaß. Es bedeutet auch die Übernahme von Verantwortung und das Eingehen eines gewissen Risikos. Immer wieder passieren schwere Motorradunfälle, von denen viele auf typische Fahrfehler zurückgehen.
Zu den typischen Fahrfehlern zählt die dynamische Vorderradüberbremsung. Diese kann sich aus einer Missachtung physikalischer Gesetze ergeben. Beim Abbremsen federt das Motorrad im Vorderrad ein. Man spricht hier von einem Aufbaunicken. Erst, wenn das Fahrzeug nach einigen Zehntelsekunden in einen sogenannten stationären Nickzustand gerät, ist es in der Lage, die volle Bremskraft zu übertragen. Verschätzt sich der Fahrer und bremst zu schnell zu stark ab, blockiert das Rad, weil es die übertragene Bremskraft gar nicht aufnehmen kann. Die Bremskraft, die bereits vorhanden ist, lässt das Fahrzeug gegen das Hinterrad einknicken. Dieses hebt ab und es kommt zu einem Unfall.
Rutschende Reifen sind ebenfalls ein häufiger Unfallgrund beim Motorradfahren. Oft führen extreme Witterungsverhältnisse wie Regen, Schnee oder Öl dazu, dass die Haftung der Reifen auf dem Untergrund fehlt. Besonders häufig werden Fahrbahnen unterschätzt, auf denen sich über eine längere, regenfreie Periode Staub abgesetzt hat. Kommt es dann zu einem plötzlichen Einsetzen von Regen, verbindet sich dieser mit dem Staub und bildet einen gefährlichen Schmierfilm. Stellt der Fahrer sich nicht auf diese Straßenverhältnisse ein, kann es dazu kommen, dass die Reifen bei falscher Fahrweise die Haftung in der Kurve verlieren und der Fahrer aus der Kurve getragen wird. Möglich ist auch ein erneutes Aufbauen von Reibung, so dass sich das Motorrad unverhofft aufstellt und der Fahrer aus der Kurve geworfen wird. Das Motorrad fällt auf die in der Kurve nach innen gerichtete Seite.
Im Gegensatz dazu kommt es beim Highsider zum seitlichen Überschlag des Motorrades. Dieser hat ebenfalls eine unangepasste Fahrweise auf nasser Fahrbahn zur Ursache. Das Motorrad rutscht zunächst seitlich weg, die Seitenführungskraft geht verloren. Es bekommt dann aber durch Veränderungen im Untergrund oder Aktionen des Fahrers wieder Haftung und richtet sich unverhofft auf. Die Hebelwirkung sorgt dafür, dass der Fahrer noch schneller als beim Lowsider aus dem Sitz geworfen wird und das Motorrad auf seine in der Kurve nach oben geneigte Seite fällt. Highsider-Unfälle enden oft tödlich.
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