Nierengurte - Funktion im Motorradsport und weitere Einsatzgebiete

Nierengurte sind Teil der Schutzausrüstung in diversen Sportarten oder im beruflichen Alltag. Sie können aus unterschiedlichen Materialien bestehen und verschiedene Breiten aufweisen. Je nach Einsatzgebiet hat der Nierengurt diverse Aufgaben zu erfüllen: er wärmt, stützt und beugt somit Erkrankungen und anderen Beschwerden vor. Informieren Sie sich über die Funktion des Nierengurts im Motorradsport, und lesen Sie über weitere Einsatzgebiete von Nierengurten.

Christian Steinfort
Von Christian Steinfort

Die Bezeichnung Nierengurt trifft den Aufgabenbereich dieses speziellen Gurtes nur ungenau. Zwar schützt er den Nierenbereich je nach Art mehr oder weniger gut vor Stößen oder vor Wärmeverlusten, allerdings können auch die umliegenden Gewebeschichten und Organe von ihm profitieren.

Der Nierengurt im Motorradsport

Im Motorradsport ist der Nierengurt ein fester Bestandteil der Sicherheitsausrüstung. Er besitzt sowohl eine dämpfende als auch eine wärmende Funktion.

Es handelt sich um einen elastischen Gurt, der eine Breite von etwa 15 bis 30 Zentimeter aufweisen kann. Starke Fahrtwinde würden bei einem ungeschützten Rücken dazu führen, dass die Muskulatur auskühlt und sich verkürzt. Dies kann Schmerzen und Verspannungen auslösen, die wiederum Bandscheibenbeschwerden zur Folge haben können.

Bei Frauen kann das Fahren ohne Gurt zudem zu Blasenentzündungen führen. Die Nieren unterkühlen jedoch nicht; damit es dazu kommt, müsste die Kerntemperatur des Körpers deutlich stärker sinken. So stammt der Name des Gurts lediglich von der Position, an der dieser am Körper getragen wird.

Gleichzeitig übt der Nierengurt eine Stützfunktion auf den Bauch und die inneren Organe aus. Im Falle eines Unfalls mindert er das Verletzungsrisiko, schließlich sind Nierengurte für Motorradfahrer mit Protektoren ausgestattet.

Durch einen qualitativ hochwertigen Nierengurt kann der Bauchraum komprimiert werden, was vor stumpfen Verletzungen wie etwa einem Leber- oder Milzriss schützen kann. Auch kann der Gurt als Ergänzung sowie auch zur Fixierung des Rückenprotektors gesehen werden.

Er hat in diesem Zusammenhang aber auch eine psychologische Wirkung. Beim Motorradfahrer wird das Fahrgefühl verbessert, was zu mehr Konzentration führt, sodass auch von einem aktiven Unfallschutz die Rede sein kann.

Motorradfahrer legt sich in die Kurve
Motorradfahrer legt sich in die Kurve

Ausführungen

Nierengurte gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Die klassische Variante ist nicht gefüttert; es gibt jedoch auch zusätzlich gepolsterte Gurte sowie solche, die einen Protektor integriert haben. Zu den angewandten Materialien zählen beispielsweise

  • Neopren
  • PU-Schaum und
  • Phase-Change-Materialien.

Früher wurden oft auch Ledergurte getragen; diese sind heutzutage nicht mehr üblich.

Tipps zur Auswahl

Bei der Auswahl des Nierengurts kommt es darauf an, in welcher Jahreszeit man aufs Motorrad steigt. Wer im Herbst oder auch im Winter nicht aufs Motorradfahren verzichten möchte, sollte auf windabweisende oder sogar -dichte Materialien gesetzt werden.

Im Sommer hingegen sind Varianten mit guter Belüftung zu wählen. Beim Kauf ist eine fachliche Beratung zu empfehlen, sicher zu gehen, dass man den Gurt an der richtigen Stelle ansetzt und auch fest genug anlegt.

Wenn möglich, sollte auf Neopren verzichtet werden, da man unter diesem Material zum Schwitzen neigt. Durch den Schweiß kann es nach bestimmter Zeit zur Unterkühlung kommen; außerdem verschleißt das Material eher. Besser geeignet ist Mischgewebe.

Was den Verschluss angeht, ist ein Klettverschluss zu empfehlen. Dieser lässt sich universell anpassen. Früher wurden vermehrt Gurte mit Hakenverschluss eingesetzt; diese sollte man unbedingt meiden, da sie auch ein Verletzungsrisiko mit sich bringen.

Weitere Einsatzgebiete

Auch im Kraftsport kommen Sportler selten ohne Nierengurte aus. Den hier verwendeten Modellen kommt eine hohe Stützfunktion zu. Je nach Stärke des Materials, nach Breite und Beschaffenheit spricht man von Fitnessgurt oder Gewichthebergürteln. Es kommen Schaumstoffe, Neopren oder Leder zum Einsatz.

Des Weiteren können Nierengurte beim Mountainbiking sinnvoll sein. Wahre Mountainbikefans üben den Sport auch in der kalten Jahreszeit aus, sodass eine entsprechende Bekleidung und Ausrüstung notwendig wird.

Nierengurte sorgen zudem für die nötige Wärme. Auch gibt es Modelle mit besonderer Stützfunktion, in denen Stäbe integriert sind.

Im beruflichen Alltag werden Nierengurte häufig präventiv benutzt. Wer bei Wind und Wetter im Freien arbeiten muss, wird einen Nierengurt wählen, der wärmende Eigenschaften besitzt. Auch diejenigen, die schwer heben müssen, greifen häufig auf Nierengurte zurück. So sind diese im beruflichen Bereich beispielsweise bei

  • Bauarbeitern
  • (Landschafts-)gärtnern
  • Lagerarbeitern oder
  • Spediteuren

zu finden. Aktuelle Modelle bestehen aus so genannten PCM-Materialien. Dies sind Stoffe, die beim Auf- und beim Entladen von einem Aggregatzustand in den anderen übergehen und dabei Wärme aufnehmen beziehungsweise abgeben.

Gleichzeitig sind sie in der Lage, über lange Zeit Wärmeenergie zu speichern. Zunächst wurden kleinere Modelle im Taschenformat angeboten, die als Handwärmer dienten. Inzwischen sind PCM-Materialien auch in einigen Nierengurten verarbeitet.

Und selbst bei sitzenden Tätigkeiten tragen einige Menschen einen Nierengurt. Er soll bereits vorgeschädigte Bandscheiben in der richtigen Position halten und die Rückenmuskulatur stützen.

Anwender legen Wert darauf, dass das Material unter der Kleidung nicht aufträgt, weshalb auf Polsterungen größtenteils verzichtet wird. Meist bestehen diese Nierengurte aus elastischen Materialien, teils sind Stützstäbe aus Flachfedern eingearbeitet.