
von Christian Rapp
Freilich gab es gegen das Auto in der Stadt von Anfang an Proteste: Wien ersticke im Verkehr, Gestank und Lärm seien unerträglich, hieß es bereits um 1910. Andererseits stand das Auto für das Freiheitsversprechen, sich rasch fortbewegen, aber auch aus dem Alltag flüchten zu können. Die Stadtpolitik hat auf die Motorisierung weitgehend konfliktvermeidend reagiert. Sie wählte in der Nachkriegszeit einen Mittelweg zwischen der Autofixiertheit deutscher Städte und der Lässigkeit mediterraner Städte. Diese Haltung steht in Zukunft auf dem Prüfstand, denn die neue Rolle Wiens in Mitteleuropa und der Nachholbedarf der Nachbarländer haben in den nächsten Jahrzehnten einen drastischen Verkehrszuwachs zur Folge. Angesichts dieser Situation beleuchtet dieses Buch die Beziehungsgeschichte zwischen Mensch, Auto und Stadt. Es geht um Luxusschlitten am Blumenkorso ebenso wie um frühe Elektroautos, um kühne Straßenprojekte ebenso wie um Spielzeugautos, um Fahrschulen und Verkehrserziehung sowie Kino und Operette. Gerade die Massenmedien hatten entscheidende Bedeutung für die Durchsetzung des Autos in der urbanen Lebenswelt. Herausgegeben vom Technischen Museum Wien, mit Textbeiträgen von: Kurt Bauer, Sándor Békési, Hermann Knoflacher, Elke Krasny, Bernd Kreuzer, Lisa Noggler, Peter Payer, Michael Ponstingl, Christian Rapp, Georg Rigele, Oliver Roider, Gerhard Schaukal, Reinhold Spannlang, David Staretz und Christian Stadelmann.
20.05.13 | |
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