Radfahren - Vorzüge, Hinweise zur Rückenschonung und Tipps für Einsteiger im Radsport

Äteres Paar entspannt auf Parkbank, daneben Fahrräder

Hinweise zur richtigen Lenker- und Satteleinstellung und Körperhaltung

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  • von Paradisi-Redaktion

Fahrradfahren hat viele Vorteile: es macht Spaß, ist gesund und spart Spritkosten. Doch ist der Drahtesel auch für Menschen mit angeschlagenem Rücken ein geeignetes Trainingsgerät? Wenn man weiß wie, ist ein rückenschonendes Radfahren möglich. Einsteiger im Radsport sollten auf einige generelle Punkte achten. Rund um das Radfahren - Holen Sie sich Tipps zum rückenschonenden Radeln und lesen Sie, was man für den Einstieg in den Radsport beachten sollte.

Radfahren - Merkmale und Vorzüge

Das Radfahren, auch als Fahrradfahren oder Radeln bezeichnet, stellt die Fortbewegung auf einem Fahrrad dar. Dabei kann dieses als Verkehrsmittel genutzt werden, oder aber als Sportgerät zur Erhaltung der Gesundheit, Freizeitbeschäftigung oder im Rahmen eines Wettkampfs.

Dabei sitzt man auf einem Sattel, während man mit den Füßen Pedale in einer runden Bewegung tritt; auf diese Weise bewegt man sich vorwärts. Mit den Händen hält man sich an einem Lenker fest, mit dem man gleichzeitig auch lenkt.

Es gibt zahlreiche verschiedene Fahrradmodelle, die eine entsprechend große Vielfalt an Körperhaltungen fordern oder zulassen. So ist das Radfahren je nach Modell mit geradem Rücken, aber auch mit einer stark nach vorn gebeugten Haltung möglich. Auch im Liegen lässt sich - auf einem Liegefahrrad - Radfahren.

Viele Menschen mit Rückenbeschwerden fragen sich, ob dieser Sport eine passende Wahl darstellen könnte. Radfahren auf einem ordentlich eingestellten und gut gefederten Rad gehört tatsächlich zu den rückenschonendsten sportlichen Aktivitäten überhaupt. Also keine Angst, wer schon einmal von Wirbelsäulenproblemen betroffen war - für ein rückenschonendes Fahrrad ist noch nicht einmal viel Fachwissen nötig.

Jeder Fahrradausflug stärkt Körper und Geist

Fahrradfahren wird in Zeiten überfüllter Städte und Parkplatznot immer beliebter. Etwa 73 Millionen Fahrradfahrer gibt es allein in Deutschland.

Fahrrad-Fans gondeln gemütlich zum Supermarkt oder radeln sportlich ins Büro. Jeder Fahrradausflug

  • stärkt die Fitness
  • unterstützt das Wohlbefinden
  • macht unabhängig
  • sorgt für Genuss
  • bietet frische Luft
  • entspannt
  • macht Spaß
  • trainiert die Atemwege
  • kurbelt den Fettstoffwechsel an
  • unterstützt die Gelenke
  • bringt Kreislauf und Herz in Schwung
  • verbessert die Koordination
  • tut etwas für die Orientierung
  • baut Muskeln auf
  • stärkt die Psyche
  • schont die Umwelt und
  • spart Sprit- und Fahrticketkosten.
Zwei Fahrräder auf Sanddünen, dahinter Menschen am Strand
Zwei Fahrräder auf Sanddünen, dahinter Menschen am Strand

Beim Fahrradfahren steigt die Laune und der Körper kommt richtig auf Trab. Doch passionierte Radler sollten einige Faktoren beachten, wenn sie auf den Drahtesel steigen, denn oft stimmen Sitzhaltung, Fußposition oder Lenkereinstellungen nicht. Die Folgen sind Rückenschmerzen, Knieprobleme oder Taubheitsgefühle.

Macht Fahrrad fahren impotent?

Junger Radfahrer mit Helm auf Straße
radfahrer © tm-photo - www.fotolia.de

Der Urologe und Sportmediziner der Uni Köln, Frank Sommer, hat in einer Studie herausgefunden, dass es nach langem Sitzen im Sattel bei Männern immer wieder zu Störungen der Erektion kommt.

Im Gegensatz zu Nicht-Radlern haben Radler doppelt so oft Potenzprobleme. Dies liegt an der mangelnden Durchblutung des Penis während des Radfahrens. Um dem vorzubeugen, sollte man regelmäßige Pausen einlegen und einen bequemen, breiteren Sattel benutzen.

Brustkrebs-Vorbeugung durch Radfahren

Das Krebsforschungszentrum Heidelberg hat eine Untersuchung durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um 34 Prozent abnimmt, wenn man mindestens drei Stunden pro Woche mit dem Fahrrad fährt.

Das Ergebnis zeigt, dass Radfahren bei der Vorbeugung besser geeignet ist, als die Sportarten Schwimmen oder Joggen.

Radfahren im Stehen vermindert Impotenz-Risiko

Urologen der Universität Köln haben festgestellt, dass bei aktiven Radfahrern die Zahl der diagnostizierten erektilen Dysfunktionen etwa dreimal so hoch ist wie bei Männern, die nicht Fahrrad fahren.

Das Risiko eine Impotenz zu erleiden kann durch häufiges Radfahren im Stehen und durch Sättel die die Durchblutung nicht zu sehr reduzieren vermindert werden.

Potenzkiller Fahrradsattel

Fahrrad fahren ist gesund. Aber Vorsicht: Männer, die zu lange und zu intensiv auf schmalen Rennsätteln über die Straßen preschen, können ihre Potenz gefährden. Professor Irwin Goldstein vom Boston Medical Center und zahlreiche europäische Kollegen bestätigen nun diese schon länger diskutierte Befürchtung, berichtet die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau.

Der Sattel, so die übereinstimmende Erklärung der Mediziner, drückt auf den Damm zwischen After und Hoden. Dadurch werden Arterien abgeklemmt, die den Penis mit Blut versorgen, und Nerven gequetscht, die für das Auslösen einer Erektion zuständig sind. Wer sein bestes Stück fit halten will, kann mit einem Sattel mit Gelfüllung und ergonomisch geformter Einkerbung im Genitalbereich vorbeugen. Nahtlose Radlerhosen dienen ebenfalls diesem Zweck. Auch sinnvoll: Immer wieder zwischen sitzendem und stehendem Fahren wechseln.

So ist Radfahren effektiv

Rückansicht Junge mit Rucksack auf Fahrrad
kind mit fahrrad © Elisabeth Klein - www.fotolia.de

Radfahrsport macht nicht nur Spaß und ist gesund, sondern lässt sich auch prima mit dem Alltag verbinden, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Damit das Radfahren aber auch gesund und effektiv bleibt und Herz und Muskeln trainiert werden, ist es sehr wichtig, regelmäßig zu trainieren, ein ordentliches Rad in einem angemessenen Tempo, so dass Unterhaltungen noch möglich sind, zu fahren und ausreichend zu trinken.

Um das Training noch effektiver zu gestalten, empfehlen sich zwischendurch kurze Sprints, oder Bergauffahrten. Denken Sie aber auch daran, auf eine enorme Belastung auch eine Entlastung folgen zu lassen. So steht dem Muskelaufbau und dem Herz-Kreislauftraining, sowie dem Stoffwechselantrieb nichts mehr im Wege.

Gesund und fit durch Fahrradfahren

Stärkung von Herz, Ausdauer und Immunsystem - Radfahren hält fit und gesund

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
biking in the city © SVLuma - www.fotolia.de

Wer täglich wenigstens 10 Minuten Fahrrad fährt, der verbessert dadurch seine Durchblutung und stärkt die Muskeln. Wenn man noch ein bisschen länger, das heißt wenigstens zwanzig Minuten, unterwegs ist, dann tut man zusätzlich etwas für sein Immunsystem, wie auch die Verbraucher Initiative in Berlin berichtet.

Mehrere Vorzüge

So schlagen Arbeitnehmer, die täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, zwei, beziehungsweise drei Fliegen mit einer Klappe. Einmal tun sie etwas für ihre Gesundheit, zweitens sind sie oftmals schneller als Autofahrer, die vielleicht im Stau stehen und schließlich sparen sie Kosten, wobei seit einigen Jahren über die Pendlerpauschale auch der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad der Fahrt mit PKW oder Bus und Bahn gleichgestellt ist.

Aber abgesehen von den Kosten, so steht doch im Prinzip die Gesundheit an erster Stelle, und dazu trägt das Radfahren bei. Wer also viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, bei dem wird bei einer halben Stunde Fahrt das Herz gestärkt, bei 40 Minuten kommt noch die Ausdauer hinzu und danach wird zusätzlich der Fettstoffwechsel aktiviert. Fahrradfahrer geraten deshalb weniger leicht aus dem Atem oder Schwitzen oft weniger.

Fit und gesund mit dem Rad

Durchs Radfahren zur besseren Gesundheit beitragen

Junges Paar fährt mit Fahrrädern durch Felder
couple biking © A i A - www.fotolia.de

"Frühling lässt sein blaues Band / wieder flattern durch die Lüfte", schrieb schon der Dichter Eduard Mörike. In ganz Deutschland treibt es jetzt viele Leute bei milden Temperaturen und sonnigem Wetter ins Grüne. Gerade Sport und Bewegung im Freien sind gesund und stärken das Immunsystem.

Vorteil des Radfahrens

Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte sich sein Fahrrad nehmen und mit dem Drahtesel einen Ausflug unternehmen. Doch auch wenn es "nur" der Weg zur Arbeit ist: Radfahren hält fit und verscheucht die Frühjahrsmüdigkeit. Dies empfiehlt die Verbraucher Initiative in Berlin.

Wer häufig Fahrrad fährt, ist entspannter und ausgeglichener, stellt Susanne Moosmann, Referentin des Bundesverbandes kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher, fest. Schon eine kurze Strecke lohnt sich. Wer jedoch seine Ausdauer trainieren möchte, sollte die Fahrdauer peu à peu verlängern. Schon nach zehn Minuten tritt eine Kräftigung der Muskulatur ein, eine Verbesserung des Immunsystems nach zwanzig Minuten und nach einer halben Stunde Radfahren eine Stärkung der Herzfunktionen.

Auch der Stoffwechsel profitiert von körperlicher Bewegung. Um abzunehmen, muss man jedoch wenigstens eine Stunde in die Pedale treten.

Mit dem Rad statt dem Auto unterwegs - Studie zeigt Gesundheitsvorteile

Radfahrer erhöhen ihre Lebenserwartung durch regelmäßiges Fahrradfahren

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
biking in the city © SVLuma - www.fotolia.de

Wenn das Wetter mitspielt und der Weg nicht allzu lang ist, greifen immer mehr Menschen für den Arbeitsweg auf das Fahrrad zurück. Inzwischen gibt es sogar „Fahrrad-Sharing“. Dabei leihen Firmen ihre Räder an Privatpersonen, sodass man sich nicht einmal ein eigenes Fahrrad kaufen muss.

Aber was ist eigentlich mit den Abgasen, die man bei der Fahrt durch die Stadt einatmet? Und da gibt es ja auch noch Stürze und Unfälle. Leben Radfahrer in der Stadt nicht extrem gefährlich?

Senkung des Sterberisikos durch regelmäßiges Rad fahren

Ganz im Gegenteil, wie eine aktuelle Studie zeigt. Diese Form der Arbeitswegbewältigung hat sogar klare Gesundheitsvorteile. Die medizinische Erhebung ergab, dass ein Sterberisiko bei regelmäßigen Rad fahren sinkt - auch dann, wenn man im Stadtverkehr unterwegs ist. Man setzte dafür die Daten von Fahrradfahrern in Beziehung zu allgemeinen Verkehrsdaten über Unfälle und die gemessene Lungenbelastung durch Verschmutzung.

Geringfügige Unfallzahlen

Das Ergebnis: auch wenn es tödliche Unfälle für Radfahrer gibt, so liegt die Zahl für die Gesamtheit bei nur 0,03 Todesfällen. Durch Luftverschmutzung sterben 0,13 Fahrer. Das alles jeweils auf ein Jahr berechnet. Die Studie sieht diese Nachteile ganz klar hinter dem Bewegungs-Plus. Durch die Betätigung werden demnach 12,46 frühzeitige Tode verhindert.

Rauf auf den Drahtesel: Was der Alltagssport wirklich kann

Regelmäßiges Fahrradfahren sorgt für Spaß und verbrennt jede Menge an Kalorien

Junger Radfahrer mit Helm auf Straße
radfahrer © tm-photo - www.fotolia.de

Keine Lust auf eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio? Kein Problem, es gibt schließlich hervorragende Möglichkeiten auch ohne Geld und Verpflichtungen top in Form zu kommen! Ein hervorragendes "Sportgerät" haben wohl die meisten Menschen im Garten, Hof oder Schuppen stehen - genau, die Rede ist hier vom Fahrrad.

Fahrradfahren nach einem Sicherheitscheck

Wer den guten Drahtesel länger nicht mehr benutzt hat, der sollte ihn erst einmal einem gründlichen Verkehrstauglichkeitscheck unterziehen. Das erspart nicht nur mögliche Geldbußen, sondern ist allein aus sicherheitstechnischen Aspekten wichtig. Und nicht zuletzt trainiert es sich auf einem optimal aufbereitetem Rad auch einfach sehr viel leichter!

Genau hier liegt dann auch das Geheimnis des Radfahrens: Man benötigt gar nicht so viel Motivation, um zum ersten Mal aufzusteigen. Radeln fällt auch untrainierten Menschen leicht, macht jede Menge Spaß und sorgt dabei ganz nebenbei sogar für eine schnelle Fortbewegung.

Regelmäßiges Fahren und auch mal Ausflüge einplanen

All diese Aspekte zusammengenommen machen den Radsport zu so einem praktischen wie effektiven Training. Am besten regelmäßig fahren und zu den üblichen Routen zur Arbeit, Uni und Co. auch einmal längere Strecken einplanen - wie wäre es zum Beispiel mit einem tollen Wochenend-Ausflug per Rad, Notfall-Kit natürlich inklusive?

So ausgestattet, macht der Trip richtig Spaß und verbrennt ganz nebenbei noch eine beachtliche Summe an Kalorien. Übrigens: Den obligatorischen Helm sollte man ebenfalls nicht vergessen.

Gesundes Radfahren: darauf kommt es an

Ausschnitt Mountainbike, Sportler im Gelände
adventure sport © Warren Goldswain - www.fotolia.de

Wer sich auf sein Fahrrad schwingt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes, und das auf eine Weise, die die Gelenke schont. Doch damit es nicht zu Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen kommt ist es wichtig, die Einstellungen des Drahtesels individuell anzupassen. Hierbei gilt es, einige Dinge zu beachten.

Die Wahl des richtigen Fahrrads

Zunächst einmal kommt es auf das Fahrrad an sich an und somit auf den Zweck, den es erfüllen soll. Jemand, der täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren möchte und dessen Weg lediglich durch die Stadt führt, wird ein anderes Modell brauchen als derjenige, der regelmäßig auf's Gelände möchte.

So eignen sich Holland- und Cityräder eher für kurze Strecken in der Stadt; Trekkingräder oder Mountainbikes sind bei längeren Wegen und unebenen Straßen zu empfehlen. Wer das Radfahren zum Abnehmen und Konditionstraining benutzen möchte, sollte sich für ein Rennrad entscheiden. Egal welches Modell es sein soll – eine fachliche Beratung ist beim Kauf unbedingt zu nutzen.

Die Höhe von Sattel und Lenker

Bei jedem Rad sollte der Sattel und der Lenker der Körpergröße und Sitzhaltung des Fahrers angepasst werden. Beim Sattel kommt es darauf an, dass das Bein durchgestreckt ist, wenn man seinen Fuß auf das nach unten gestellte Pedal setzt. Die Position des Lenkers hängt von dem jeweiligen Fahrradmodell ab. Rennräder haben den Lenker deutlich niedriger eingestellt als Hollandräder.

Generell lässt sich sagen, dass man die richtige Höhe von Sattel und Lenker nicht unbedingt sofort herausbekommt. Am besten ist es, man macht eine Proberunde und schaut, ob man sich mit der gewählten Einstellung wohlfühlt. Dabei können schon wenige Millimeter einen deutlichen Unterschied machen.

Statt mit Auto und Bus besser mit dem Rad zur Arbeit: Risiko für Diabetes sinkt deutlich

Pendler, die das Fahrrad für den Arbeitsweg nutzten, tun ihrem Körper nachgewiesen Gutes

Mann mit Fahrradhelm und Radkleidung schließt sein Rennrad vor einem gläsernen Hochhaus ab
Man with his bike in the city. © william87 - www.fotolia.de

Diabetes-Typ-2 betrifft immer mehr Menschen. Die zwei größten Risikofaktoren sind:

  1. eine falsche Ernährung und
  2. Bewegungsmangel.

Gerade in Sachen Sport fehlt es vielen an Motivation, aber auch an der Zeit während der Arbeitswoche.

Wer am Abend nicht ins Fitnessstudio oder zum Sportverein geht, der kann den Bewegungsmangel beenden, indem für den täglichen Weg zur Arbeit statt PKW, Motorrad oder öffentliche Verkehrsmittel das gute, alte Fahrrad zum Einsatz kommt. Eine Studie aus Dänemark zeigt, wie hoch der Nutzen ist.

Positive Effekte des Radelns

1993 wurden die Daten von 52.000 Männern und Frauen gesammelt, die zwischen 50 Jahren und 65 Jahren alt waren. Neben Fragen rund um die Ernährung ging es auch um Gewohnheiten wie das Radfahren. Nach der ersten Befragung 1993 nahmen 45.000 an einer zweiten Runde 1997 teil.

Das eindeutige Ergebnis: Wer regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte seltener Diabetes bekommen. Im Vergleich zu allen, die niemals Rad fuhren, war die individuelle Gefahr im direkten Zusammenhang mit der Dauer des Fahrens gesunken.

  • Wer wöchentlich bis zu einer Stunde auf dem Rad war, bei dem sank das Risiko um 28 Prozent,
  • bei 61 bis 150 Minuten die Woche um 17 Prozent und
  • bei über 150 Minuten sogar um 30 Prozent.

Umstellung im Lebensstil stets lohnenswert

Die besten Chancen, diese Zeit zu erreichen, hatten offenbar die Studienteilnehmer, die das Fahrrad für den Arbeitsweg nutzten. Die konsequenten Pendler, die wirklich jeden Tag so zur Arbeit fuhren und auch bei Regen und Schnee nicht auf andere Verkehrsmittel umstiegen, hatten die besten Werte.

Die Forscher registrierten außerdem eine Schutzwirkung auch dann, wenn ein Teilnehmer bei der ersten Befragung noch wenig und erst bei der zweiten Befragung das Rad vermehrt nutzte. Daraus leiten sie ab, dass auch bei Menschen über 50 Jahren eine Umstellung im Lebensstil das Risiko noch senkt und damit lohnenswert ist.

Potenz, Harnwege, Prostata: Studie sieht keine Gefahr für Männergesundheit beim Radfahren

Selbst häufiges und langes Radfahren steigert nicht die Gefahr für Harnwegsinfekte und Impotenz

Arm mit Smartwatch zur Messung der Herzfrequenz während des Fahrradfahrens
Woman riding a bike with a smartwatch heart rate monitor. © Artur Marciniec - www.fotolia.de

Viele Menschen sind leidenschaftliche Radfahrer und steigen zu jeder Gelegenheit in ihrer Freizeit oder für den Arbeitsweg auf ihr Fahrrad. Für Männer stellt sich allerdings immer die Frage, ob das Sitzen auf dem Sattel auf lange Sicht eine negative Auswirkung auf ihr bestes Stück hat. Die Sorgen drehen sich um Potenzprobleme und um das Steigen der Gefahren für Harnwegsinfekte. Eine aktuelle Studie hat sich beide Bedenken rund um das Fahrradfahren angesehen und gibt doppelte Entwarnung.

Studie zum Einfluss von Radfahren auf Potenzstörungen und Harnwegsprobleme

Für die Studie wurden rund 4.000 Männer ausgewählt, die entweder Radsportler waren oder als Kontrollgruppe dienten. Man teilte die Fahrer in zwei Gruppen auf und unterschied noch einmal in sehr aktive und moderat aktive Fahrradfahrer. Die Grenze zogen die Forscher bei durchschnittlich 40 Kilometern Fahrstrecke am Tag. Wer darüber lag, gehörte zur Intensiv-Gruppe.

Alle Männer wurden gebeten, einen Fragebogen zu ihrer Gesundheit auszufüllen und wurden dabei vor allem zu Problemen rund um Harnwegsinfektionen, Prostata oder auch wunde Stellen im Intimbereich und an den Oberschenkeln befragt.

Das Ergebnis: Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen der Menge der zurückgelegten Kilometer und der Potenz oder Harnwegsproblemen.

Taubheitsgefühl durch falsche Position

Interessant war, dass manche Männer sich im Fragebogen über ein regelmäßiges Taubheitsgefühl im Genitalbereich beklagt hatten. Betrachtete man ihren Fahrstil genauer, so stellte sich heraus, dass diese Fahrer sehr viel Zeit sitzend im Sattel verbrachten. Wer keine Taubheitsgefühle beklagte, fuhr laut eigener Angabe mehr als 20 Prozent seiner Fahrzeit im Stehen. Wichtig war zudem die eingestellte Höhe des Lenkers. Er sollte offenbar mindestens auf einer Höhe mit dem Sattel oder im Idealfall etwas höher stehen. Ist dies gegeben, verringert sich die Gefahr für Taubheitsgefühle.

Hingegen keinen Einfluss hatten unterschiedliche Sattelformen, und auch verschiedene Winkeleinstellungen des Sattels blieben ohne Einfluss.

Berufspendler mit E-Bike nicht weniger fit als normale Fahrrad-Pendler

Laut Studie verfügen E-Bike-Pendler sogar über die bessere Lungenfunktion

Mann in grauer Hose und braunen Lederschuhen auf einem weißen Fahrrad im Stadtverkehr
Anonymous person on bike © connel_design - www.fotolia.de

Wer ein E-Bike nutzt, wird von anderen Menschen manchmal mit einem spöttischen Lächeln bedacht. Böse Zungen nennen diese Räder auch "Mogel-Fahrrad", da man dank des Motors weniger Muskelkraft beim Treten einsetzen muss, wenn man denn nicht will. Doch stimmt das denn? Sind Besitzer eines E-Bikes weniger fit als Menschen, die auf ein klassisches Rad setzen? Im Zuge der Schweizer Aktion "Bike to Work" hat die Universität Basel eine Studie zum Thema durchgeführt.

Studie zum Pendeln mit Fahrrad oder E-Bike

Die Aktion "Bike to Work" soll die Menschen dazu motivieren, die Pendelwege zur Arbeit und Nachhause mit dem Fahrrad zu absolvieren. Immerhin 65.000 Männer und Frauen haben allein 2018 bei der Aktion mitgemacht, was für ein schrittweises Umdenken spricht. Die rege Teilnahme war für die Forscher der Uni die beste Gelegenheit, um 30 ausgewählte Personen zu begleiten. Alle waren mit einem BMI von mindestens 28 und maximal 29 stark übergewichtig und hatten sich bei einer Voruntersuchung samt Lungenfunktionstest als relativ gesund, aber untrainiert herausgestellt.

Die Teilnehmer fuhren nun mindestens sechs Kilometer an mindestens drei Tagen in der Woche und das für einen Monat. 15 nutzten dafür ein klassisches Fahrrad und die übrige Hälfte ein E-Bike. Die Forscher machten den Probanden bewusst keine Vorgaben zur maximalen Intensität des Trainings. Alle durften also auch deutlich öfter und länger das Rad nutzen und beim E-Bike gab es keine Angaben, wie stark die Motorunterstützung ausfallen durfte.

E-Bike-Fahrer sogar mit der etwas besseren Ausdauer

Nach vier Wochen mit ihren Rädern wurden die Teilnehmer erneut untersucht. Die Lungenfunktion hatte sich in beiden Gruppen gebessert. Nutzer der normalen Fahrräder kamen auf ein Plus von 2,2 Milliliter pro Kilogramm pro Minute. Bei den E-Bikern war es mit einem Plus von 3,6 ml/kg/min jedoch noch mehr. Mit einem E-Bike stieg demnach die Ausdauer minimal besser.

Über das Warum lässt sich nur Mutmaßen. Vermutlich geht von der Motorunterstützung ein größerer Reiz aus und die Nutzer haben schlicht mehr Spaß am Fahren. Damit absolvieren sie längere Strecken und überwinden mehr Höhenmeter.

Die richtige Einstellung des Fahrrads

Um von Fahrspaß reden zu können, bedarf es der richtigen Einstellung des Rads. Dazu zählen mehrere Aspekte.

Die optimale Sitzhaltung

Fühlt sich das Hinterteil taub an, zieht es im Nacken oder kribbeln die Hände? Dann ist die Sitzposition das Problem. In dem Fall sollte jeder Alltags-Radler ein Fahrradfachgeschäft aufsuchen und Sattel- und Lenkerhöhe checken lassen.

Schon wenn der Lenker zu tief eingestellt ist, kann es zu erheblichen Einschränkungen kommen; oft werden verschiedene Körperzonen regelrecht eingeklemmt. Der Fahrradrahmen muss immer an die Körpergröße angepasst sein. Bei Tourenrädern oder City-Bikes sollte der Durchstieg möglichst niedrig konzipiert sein und maximal 45 Zentimeter betragen.

Wenn man zu weit nach vorne gebeugt im Sattel sitzt, ist die Wirbelsäule nicht stabil genug und kann ihre tragende Funktion nicht aktivieren. Schon 15 bis 20 Grad Neigung des Oberkörpers nach vorne sind ausreichend, um den Rücken richtig zu stabilisieren und gleichzeitig die Tretbewegungen der Beine zu unterstützen.

Wichtig ist auch die natürliche, leicht S-förmige Haltung des Rückens. So wird die untere Rückenmuskulatur beim Radfahren gekräftigt.

Die optimale Sitzhaltung auf dem Fahrrad ist vom Fahrradtyp abhängig. Auf einem Rennrad ist eine andere Sitzposition erforderlich als auf einem Mountainbike. Generell gilt:

  • Die Arme sollten im leichten Winkel positioniert und nicht durchgestreckt sein
  • Die Breite des Lenkers ist ideal, wenn sie der Schulterbreite entspricht
  • Die Sattelhöhe ist richtig eingestellt, wenn das untere Pedal leicht erreichbar ist
  • Die Beine sollten wie bei der Armhaltung leicht gebeugt sein

Die korrekte Sattelhöhe

Nahaufnahme Ritzel und Kette eines Fahrrads
Nahaufnahme Ritzel und Kette eines Fahrrads

Wenn die Fersen auf dem tiefsten Punkt der Pedalposition stehen, müssen die Knie durchgedrückt sein. Schon eine kurze Probetour genügt, um zu testen, ob der Sattel zu hoch oder zu tief eingestellt ist.

Sollte das Becken zur linken oder rechten Seite neigen, ist der Sattel zu hoch; bei einem zu niedrig eingestellten Sattel machen sich häufig Knieschmerzen bemerkbar. Skalierte Sattelstützen sind besonders hilfreich bei der Einstellung. Die Tretkurbel sollte sich in 3-Uhr-Position befinden.

Verläuft das Lot der Sattelstütze vom Knie direkt bis zur Pedalachse, ist der Sattel korrekt eingestellt. Befindet sich das Lot vor oder hinter den Pedalen, muss der Sattel entweder nach vorne oder nach hinten gerückt werden.

Besonders schmale Sportsättel können zudem die Blutgefäße einquetschen, doch auch ein breiter Sattel ist nicht immer die Ideallösung. Ein Fahrradexperte empfiehlt das passende Sattelmodell.

Die richtige Lenkerposition

Die Sitzhaltung wird von der Lenkerposition beeinflusst. Spezielle Lenkervorbauten sind hinsichtlich des Winkels und der Höhe individuell verstellbar und erfordern keine langwierige Montage.

  • Auf einem Hollandrad befinden sich die Oberarme idealerweise auf Höhe des Oberkörpers, während die Hände locker am Lenker liegen
  • Bei einem City-Bike sollte der Winkel etwa 70 bis 80 Grad betragen. Aber auch 60 Grad oder 90 Grad empfinden viele Radfahrer als angenehme Lenkerposition, um Handgelenke, Hände und Schultern zu entlasten
  • Ein optimale Lastenverteilung beim Trekking-Rad ermöglicht ein 90-Grad-Winkel. Dieser Winkel erfordert weniger Stützarbeit von Schultergürtel und Rücken
  • Rennradfans und Mountainbiker sind oft mit Winkelpositionen von mehr als 90 Grad unterwegs. Arme und Schultern werden durch die flachere Sitzhaltung stärker belastet. Winkel und Länge des Lenkers bestimmen die Oberarm- und Oberkörperposition
Junges Paar mit Fahrradhelm beim Mountainbiking
Junges Paar mit Fahrradhelm beim Mountainbiking

Mit dem Vorderfuß auf der Pedale

Viele Radfahrer treten mit dem Mittelfuß auf die Pedale, einige auch mit der Ferse. Das sind sichere Zeichen für eine zu tief eingestellt Sattelhöhe. Der Körper reagiert instinktiv und versucht, den Abstand zwischen Pedale und Sattel zu korrigieren, indem er die Fußlänge verkürzt.

Für angenehmes Fahrradfahren ist es jedoch wichtig, dass die Muskeln effektiv arbeiten können. Das ist nur möglich, wenn die Beine fast komplett gestreckt werden können.

Der Vorderfuß sollte auf der Pedale aufliegen, denn dadurch werden die Sprunggelenke bewegungsfähiger. Vor allen die seitliche Bewegung der Fußknöchel gleicht die Kniebewegungen aus. Wird dagegen der Mittelfuß oder die Ferse auf die Pedale gesetzt, können die Sprunggelenke die Kniebewegungen nicht abfangen, was auf Dauer zu Knieproblemen führen kann.

Oft treten Radfahrer rasant in die Pedale, kommen in Fahrt und lassen sich dann gemächlich rollen - keine sinnvolle Fahrweise. Besser ist ein gleichmäßiger Pedaltritt und frühzeitiges Schalten in einen leichten Gang. So sind keine schweißtreibenden Kraftakte nötig, Knie und Wirbelsäule werden entlastet.

Bei alltäglichen Radtouren kommt es nicht darauf an, ein schnittiges Rennbike zu fahren, sondern vor allem auf den Fahrstil und die richtige Einstellung der Komponenten. Ein älteres City-Bike oder ein praktisches Hollandrad erfüllen ihren Zweck genauso wie ein teures Rennrad.

Wichtig ist, dass das Fahrrad auf individuelle Anforderungen zugeschnitten ist und Qualität bietet. Richtig eingestellt, ist das Fahrrad der ideale Freizeitbegleiter und sorgt für mehr Fitness.

In Sachen Federung

Fahrrad fahren beudeutet Bewegung, Schwung und Fitness, ist außerdem praktisch und schont die Umwelt. Doch unter Huckeln und Bordsteinen leiden schnell die Wirbelsäule und viele weitere Gelenke im Körper. Gerade wer nicht topfit ist, sollte also darauf achten, dass sein Fahrrad gut gefedert und in der Größe passend für den Körperbau ist.

Beim Kauf eines neuen Fahrrads sollte man darauf achten, dass der Drahtesel über eine Vollfederung verfügt. Diese ermöglicht beim Fahren ein Maximum an Rückenschonung.

Zur Unterscheidung der Begriffe ist zu sagen, dass bei einer Komfortfederung lediglich Sattelstütze und Fahrradgabel gefedert sind, während eine Vollfederung auch das Vorder- und Hinterrad mit einschließt. Das bedeutet schon einen großen Unterschied:

Die Belastung für den Rücken durch Hügel und Schlaglöcher reduziert sich bei einem voll gefederten Fahrrad um 35 Prozent, wie eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln ergeben hat. Zusätzlich verbessern sich Grip, Straßenlage und Fahrsicherheit.

Elektronische Räder erleichtern die Fahrt

Ältere Menschen oder solche mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit haben oft noch mehr Freude an einem elektrounterstützten Fahrrad. Es fährt nicht ganz von allein, sondern unterstützt die Tretleistung durch einen kleinen elektrischen Motor. So funktionierende Räder werden oft als Pedelec pezeichnet.

Gut geeignet ist das Pedelec für Menschen, die durch Erkrankungen oder Operationen geschwächt sind und dennoch ihre Beweglichkeit ungern aufgeben möchten. Ein elektrisch unterstützes Fahrrad bietet mehr Flexibilität und Selbstständigkeit und hilft einem beim Erklimmen so mancher Steigung. Die meisten Pedelecs verfügen über abnehmbare Akkus, die sich an einer Steckdose aufladen lassen.

Gruppe von Mountainbikern auf Radweg, im Hintergrund Bergpanorama
Gruppe von Mountainbikern auf Radweg, im Hintergrund Bergpanorama

Tipps für Einsteiger im Radsport

Das Radfahren ist ein Ausdauersport, der sich für jede Altersgruppe eignet. Selbst Ältere, die noch nie auf einem Fahrrad gesessen haben, können sich das Radfahren in speziellen Kursen aneignen.

Der Radkauf

Damit sich der Anfänger unter den vielen Fahrrad-Modellen entscheiden kann, sollte er sich über die Anforderungen Gedanken machen, die sein Fahrrad erfüllen soll. Unter anderem entscheiden

  • Fahrstil
  • Regelmäßigkeit der Verwendung
  • notwendige Ausstattung sowie
  • Preis.

Es macht einen Unterschied, ob das Rad täglich für den Weg zwischen Arbeitsstätte und Wohnort genutzt wird oder ob man gelegentlich eine Tour durchs Gelände unternimmt.

Es empfiehlt sich, Informationen über die unterschiedlichen Fahrradtypen einzuholen, beziehungsweise im Fahrradfachhandel um Rat zu bitten. Doch theoretische Tipps können den Praxistest nicht ersetzen. Nach Möglichkeit sollten unterschiedliche Modelle probegefahren werden, bevor sich zum Fahrradkauf entschlossen wird.

Die richtige Einstellung

Anschließend muss das Rad gut eingestellt werden, damit das Fahren keinerlei Beschwerden auslöst und womöglich Dauerschäden nach sich zieht. Zum großen Teil entscheiden über die Einstellungen von Lenker- und Sattelhöhe individuelle Vorlieben, doch auch vorhandene Vorbelastungen müssen berücksichtigt werden. Wer beispielsweise unter Rückenbeschwerden leidet, sitzt aufrecht besser und beugt sich nicht allzu tief über den Lenker.

Als Faustregel für die Sattelhöhe gilt, dass der Radfahrer mit ausgestrecktem Bein den Boden mit dem Vorderfuß gerade noch berühren sollte. Der Lenker sollte bequem zu erreichen sein.

Großfamilie beim Radausflug im Grünen entlang eines kleinen Sees, alle tragen einen Helm
Großfamilie beim Radausflug im Grünen entlang eines kleinen Sees, alle tragen einen Helm

Optimaler Start

Anfänger sollten bei der Aufstellung des Trainingsplanes bedenken, dass das Radfahren ein Ausdauertraining ist. Niemand wird also innerhalb kürzester Zeit in der Lage sein, das gelbe Trikot zu erkämpfen.

Im Gegenteil, ein zu intensiver Einstieg ins Radfahrtraining führt nicht nur dazu, dass der Spaß schnell wieder verloren geht. Er verhindert den optimalen Muskelaufbau und kann gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.

  • Wer in das Training einsteigt, sollte auf Strecken mit möglichst wenig Fahrwiderstand beginnen.
  • Dafür darf die Trittfrequenz ruhig bei etwa 80 Umdrehungen in der Minute liegen.
  • Ein ein- bis zweimaliges Training ist durchaus ausreichend, wobei die maximale Herzfrequenz bei etwa 70 Prozent liegen sollte.

Wichtige Regeln im Straßenverkehr

Die meisten Deutschen haben ein Fahrrad und benutzen es zumindest auch in unregelmäßigen Abständen. Die Polizei beklagt jedoch immer wieder, dass die Radfahrer nur in Grundzügen ein Verständnis der Straßenverkehrsregeln haben, die für sie gelten. Insbesondere in Fragen von Radwegen, Beleuchtung und Straßennutzung gibt es Nachholbedarf.

Die Radwege: Die Benutzung ist Pflicht

Gibt es einen Radweg, so ist dessen Benutzung auch Pflicht und nicht optional. Gekennzeichnet ist dieser durch ein blaues Schild mit einem weißen Fahrrad. Entgegen dem, was viele Fußgänger häufig denken, ist der Radweg allerdings exklusiv für die Fahrräder.

Mann in grauer Hose und braunen Lederschuhen auf einem weißen Fahrrad im Stadtverkehr
Mann in grauer Hose und braunen Lederschuhen auf einem weißen Fahrrad im Stadtverkehr

Eine gemeinschaftliche Nutzung eines Wegs ist nur dann erlaubt, wenn ein blaues Schild mit Teilung ein Fahrrad und Fußgänger zeigt. Hierbei gilt generell: Der rechte Teil des Wegs ist dabei exklusiv für die Fußgänger reserviert, wohingegen der linke Teil den Radfahrern gehört.

Gibt es keinen entsprechenden Hinweis, handelt es sich um einen Fußgängerweg, der von Radfahrern nur dann benutzt werden darf, wenn diese ihr Rad schieben. Doch zurück zu den Radwegen: Diese sind meist durch einen roten Untergrund gekennzeichnet und dürfen nur in eine Richtung befahren werden. Diese ergibt sich durch den Verkehrsfluss auf der Straße.

Die Beleuchtung: Ohne Lichtquelle ist Radfahren Tabu

Fahrräder, die in Deutschland zugelassen sind, müssen über zwei Lichtquellen verfügen, die jeweils wenigstens über eine Nennleistung von drei Watt und eine Nennspannung von sechs Volt verfügen. Nach vorne hin muss dabei Weißlicht abgestrahlt werden, wohingegen es nach hinten Rotlicht sein soll.

Empfohlen wird zudem ein Reflektor auf der Rückseite des Fahrrads. Zudem sollten auch die Reifen über je zwei Reflektoren verfügen.

Die Lichtquellen, die auch über Akku oder Batterie gespeist werden dürfen, müssen stets funktionsfähig sein und das Prüfzeichen der Bundesrepublik tragen. Auch bei Tageslicht dürfen keine Räder gefahren werden, die nicht über funktionierende Lichtquellen verfügen.

Die einzigen Ausnahmen bilden dabei die Räder, die als Sportgeräte zugelassen sind. Dazu gehören Rennräder sowie Mountainbikes, die jedoch im normalen Straßenverkehr-Einsatz ebenfalls über eine Beleuchtung verfügen müssen.

Die Straßenbenutzung: Notwendiges Übel

Viele Radfahrer meiden die Straße, weil sie die gemeinschaftliche Benutzung mit den Autos ängstigt. Die Verkehrsregeln sind diesbezüglich allerdings eindeutig: Gibt es keinen ausgewiesenen Radweg, müssen die Fahrradfahrer die Straße am rechten Rand verwenden. Das Ausweichen auf die Fußgängerwege ist nicht gestattet, bzw. nur dann, wenn der Fahrer sein Rad schiebt.

Es gibt generell in Deutschland nur einen Straßentyp, der von Autos befahren wird und von Radfahrern nicht benutzt werden darf: die Autobahn. Bundes- bzw. Schnellstraßen können benutzt werden; hier dürfen die Radfahrer aber wegen der gestiegenen Gefahrenlage meist auf den benachbarten Weg ausweichen, der zumeist als Wald- und Wiesenweg gekennzeichnet ist und deshalb allgemein benutzt werden kann.

Helmpflicht im Radsport ab 2004

Grauer Fahrradhelm und gelbes Fahrrad liegen nach einem Unfall auf dem Asphalt vor einem Auto
Fahrradsturz © arborpulchra - www.fotolia.de

Der Radsport-Weltverband (UCI) hat bei allen offiziellen Rennen für jeden Teilnehmer eine generelle Helmpflicht beschlossen. Diese Regelung tritt ab 2004 in Kraft.

Bisher galt der Schutz durch Sturzhelme nur als Empfehlung.

Alkohol macht auch Radfahrer gefährlich

Bereits nach einem halben Liter Bier versechsfacht sich für Radfahrer das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Zu diesem überraschendem Ergebnis kamen Forscher der Johns Hopkins Universität in Baltimore, USA. Das berichtet die Gesundheitszeitschrift „Apotheken Umschau“.

Dortige Forscher haben 124 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung untersucht und dabei festgestellt, dass in jedem dritten Fall Alkohol am Lenker im Spiel war. Die alkoholisierten Radfahrer schätzen Verkehrssituationen falsch ein und beschwören durch Leichtsinn gefährliche Verletzungen herauf: Viele von ihnen verzichten fatalerweise auf den Helm, obwohl gerade sie ihn besonders nötig hätten.

Fahrradhelm: Nur jeder vierte sitzt richtig

Fahrradhelme sind bei Kindern mittlerweile weitgehend akzeptiert. Und doch sind Unfall-Experten noch nicht zufrieden, denn bei drei von vier Helmträgern passt und sitzt er nicht richtig, berichtet die Apothekenzeitschrift Baby und die ersten Lebensjahre.

Prof. Volker Briese, Fachreferent für Verkehrspädagogik beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, moniert, oft sei der Helm viel zu groß, weil preisbewußte Eltern gerne auf Zuwachs kaufen. Zwar lässt sich jeder Helm dann mit Hilfe der verstellbaren Innenringe auf Kopfgröße anpassen. Aber: "Das soll nur zur Feineinstellung dienen und nicht, um einen mehrere Nummern zu großen Helm herunter zu regulieren", sagt Briese. Eine sorgfältige Anprobe vor dem Kauf sei wichtig.

Drei Tipps vom Experten, wann der Helm richtig sitzt: 1.) Wenn man den Kopf schüttelt, darf der Helm nicht wackeln. 2.) Wenn man nach oben schielt, muss der Rand des Helms zu sehen sein. 3.) Wenn man den Mund weit aufmacht, muss der Helm mit herunterziehen.

Mit Helm auf dem Fahrrad: höheres Risiko

In einer Studie hat Dr. Ian Walker der Universität Bath herausgefunden, dass Fahrradfahrer mit einem Helm auf dem Kopf ein höheres Risiko tragen, auf der Straße angefahren zu werden, als Fahrer ohne Helm.

Bei seiner Untersuchung maß der Forscher mittels am Rad angebrachten Sensoren den Abstand von knapp 2.500 vorbeifahrenden Fahrzeugen. Dabei wurde er sogar zweimal angefahren. Beide Male trug er einen Helm. Im Schnitt hielten die Autofahrer 8,4 cm mehr Abstand, wenn Walker keine Kopfbedeckung trug.

Als Grund wird die weit verbreitete Auffassung angegeben, dass Radler mit einem Helm über mehr Erfahrung verfügen würden, was allerdings in keinster Weise nachgewiesen werden konnte.

Laut ADAC gibt es keine sehr guten, aber auch keine mangelhafte Fahrradträger

Der ADAC hat 14 Fahrradträger getestet und kein einziger bekam die Note "sehr gut". Von den 14 getesteten Trägern waren acht am Heck des Autos auf einer Anhängerkupplung montiert, die anderen als Aufbau auf dem Dach. Die Note "gut" konnten die Tester sechs Trägern geben, sieben bekamen die Note "befriedigend" und ein Träger wurde als "ausreichend" bewertet, so dass mangelhafte Träger nicht gefunden wurden.

Besonders auf die Sicherheit wurde, neben Montage und Handhabung, Wert gelegt.

Aber auf einer schlechten Wegstrecke hatte ein Heckträger Probleme mit der Belastbarkeit und die Klemme auf der Kupplung löste sich. Beim Crash-Test war auch der teuerste Träger nicht in der Lage, das Fahrrad festzuhalten, so dass dies ein Risiko bei einem Unfall darstellt.

Man kann also feststellen, dass nicht immer die teuersten Träger auch die Besten sind.

Auch Fahrradfahrer können Fahrverbot bekommen

Betrunkener Fahrradfahrer bekommt Geldstrafe und 15 Jahre Fahrverbot

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
biking in the city © SVLuma - www.fotolia.de

Autofahrer können ihren Führerschein verlieren und müssen eventuell vor der Rückgabe, wenn Alkohol im Spiel war, zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Jetzt wurde aber auch einem Fahrradfahrer, der nicht im Besitz eines Führerschein war, für 15 Jahre das Fahrradfahren gerichtlich untersagt.

Satte Geldstrafe plus Fahrverbot

Der vorliegende Fall war, dass ein Student, der mit dem Fahrrad zu einer Party fuhr und dort einiges an Bieren konsumiert hatte, anschließend auf dem Heimweg eine rote Ampel überfuhr und von der Polizei erwischt wurde. Bei der Kontrolle, beziehungsweise Blutuntersuchung stellte man einen Promillewert von 1,7 fest, was im Normalfall für einen Führerscheinentzug reicht. Aber unser Student hatte gar keinen, so dass er zu 500 Euro Bußgeld verdonnert wurde.

Doch dies war nicht alles, denn der Radfahrer sollte auch zur MPU, was er aber strikt ablehnte und schließlich vom Gericht zu dem Fahrverbot verurteilt wurde. Jetzt darf der Student in den nächsten 15 Jahren neben dem Fahrrad auch nicht auf dem Skateboard, einem Tretroller und sogar Dreirad angetroffen werden, oder er muss 25 Euro Strafe zahlen. Diese riskiert der Student, weil er weiterhin mit dem Rad unterwegs ist. Vielleicht werden ihm bei der nächsten Kontrolle die Pedalen abgeschraubt?

Radfahrer dürfen die Straße benutzen, auch wenn ein Radweg vorhanden ist

Jetzt hat sich das Bundesverwaltungsgericht für die Radfahrer entschieden und nach dem neuen Urteil ist die Benutzung der Straße für Radfahrer erlaubt, selbst wenn ein Radweg vorhanden ist. Allerdings müssen die Radfahrer weiterhin auf ihren ausgewiesenen Wegen bleiben, wenn größere Gefahren drohen.

So ist also das blau-weiße Schild mit dem Fahrrad-Symbol nicht mehr bindend und vor allem die Städte und Gemeinden müssen jetzt eventuell diese Schilder alle entfernen. Aber an besonders gefährlichen Stellen werden wir die Schilder weiterhin sehen und dann auch diesem Gebot Folge leisten müssen. Aber jetzt müssen natürlich auch die Ampelanlagen eventuell eine neue Taktzeit erhalten, weil nicht alle Radfahrer so schnell über eine Kreuzung kommen.

Gegen den "blau-weißen" Schilderwald hatte der Regensburger ADFC-Vorsitzende Klaus Wörle geklagt und bekam nun Unterstützung von den Richtern. Nun heißt es für alle Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht auf den anderen nehmen, was also für Fußgänger, Autofahrer und auch Radfahrer gilt.

Unsichtbarer Helm soll Fahrrad-Fahrer bei Unfall vor Kopfverletzungen schützen

Hövding - ein im Kragen integrierter Kopfschutz mit Airbag, um beim Fahrradunfall zu schützen

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Sieht man sich im Straßenverkehr um, ist relativ schnell klar, dass Fahrradhelme nach wie vor out sind. Nur die wenigsten Radfahrer schützen sich und ihren Kopf. Die beiden Designerinnen Anna Haupt und Terese Alstin aus Schweden liefern aber jetzt die Lösung zumindest für alle diejenigen, die einen Helm aus optischen Gründen ablehnen: Hövding.

Versteckt im Kragen: bei Bedarf springt der Air-Bag heraus

Dabei handelt es sich eher um eine Art Air-Bag, als um einen Helm, und zudem ist er nicht sichtbar, denn er verbirgt sich in einem Kragen. "Leuten wie uns, die nicht mal tot mit einem herkömmlichen Helm gesehen werden wollen, bereitete der Gedanke, dazu gezwungen zu werden, echte Bauchschmerzen", erklärte Haupt, wie die Idee entstanden ist. Denn in Schweden gibt es Helmpflicht.

Hövding, was übersetzt Häuptling heißt, enthält einen Mechanismus, der registriert, wenn ein Radfahrer sich - etwa bei einem Sturz - unnatürlich verhält. Passiert dies, springt der Air-Bag aus seiner Hülle und zwar in 0,1 Sekunden.

In Deutschland gibt es Hövding noch nicht zu kaufen, dafür aber im Internet.

Bußgeld und Führerschein-Entzug auch für Fahrradfahrer

Radfahrern droht ein Führerschein-Entzug beim Fahren im betrunkenen Zustand oder Unfallbeteiligung

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Auf Deutschlands Straßen herrscht Krieg - nicht nur zwischen den Autofahrern sondern auch zwischen Auto- und Radfahrern.

Verkehrsverstöße von Radfahrern werden ebenfalls geahndet

Viele Radfahrer halten sich nicht an die Verkehrsordnung und überfahren rote Ampeln, verlassen den Radweg oder sind im Dunkeln ohne Licht kaum zu sehen. Wer auf dem Rad fährt, kann jedoch genauso Punkte in Flensburg sammeln wie der Autofahrer. Ab einem Bußgeld von 40 Euro gibt es Punkte in der Verkehrssünderkartei. Die Spanne reicht von fünf Euro für freihändiges Fahren bis 350 Euro für das Überfahren des Bahnüberganges, obwohl die Schranke geschlossen ist.

Was viele Fahrradfahrer nicht wissen: Sie können ihren Autoführerschein verlieren, wenn sie betrunken fahren. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass dem alkoholisierten Radfahrer der Führerschein entzogen wird, wenn er 1,6 Promille hat - also die absolute Fahruntüchtigkeit erreicht ist. Außerdem wird eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Das Urteil bezieht sich auf den Fall eines Mannes der mit 2,09 Promille auf dem Rad erwischt wurde.

Gleiche Regelung bei Unfallbeteiligung

Ist ein Radfahrer an einem Unfall beteiligt, gilt für ihn die 0,3 Promille-Grenze genauso wie auch für den Autofahrer. Hat er diese überschritten, kann er nach Paragraph 315 Strafgesetzbuch verurteilt werden. Handelt der Radfahrer grob fahrlässig oder gar mit Vorsatz läuft er sogar Gefahr, dass seine Versicherung nicht den Schaden des Unfalls übernimmt. Jeder, der sich auf das Rad setzt und denkt: Jetzt kann ich was trinken, riskiert, tief in die Tasche greifen zu müssen.

Sicherheit auf dem Fahrrad

Fahrradfahren ist zwar gesund, jedoch nur mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen

Junges Paar mit Fahrradhelm beim Mountainbiking
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Jetzt beginnt wieder die Fahrradsaison. Aber wie bei jedem Sport sind auch hier gewisse Risiken vorhanden und man kann schnell in einen Unfall verwickelt werden. Eine genaue Zahl liegt nicht vor, wie auch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) berichtet.

Fahrradhelm und Reflektoren als Lebensretter

Aber laut einer Studie in Münster, bei der in dem untersuchten Zeitraum alleine schon 723 Unfälle passierten, haben die Forscher die dreifache Zahl dokumentiert. So traten bei einem Viertel der Unfälle Kopfverletzungen auf, weil nur wenige (sechs Prozent) einen Fahrradhelm tragen, obwohl sich dadurch das Risiko einer schweren Kopfverletzung um wenigstens 50 Prozent reduzieren lässt.

Auch Alkohol, zwar nicht am Steuer, sondern am Lenker, führt bei vielen Unfällen zu schweren tödlichen Verletzungen. Doch besonders in der Dunkelheit sollten Fahrradfahrer auf ihre Sicherheit bedacht sein. So gehören eine richtige Beleuchtung und die Reflektoren in den Speichen einfach dazu.

Am besten ist es, damit man auch beim Stehen an einer Straßenkreuzung oder Ampel von den Autofahrern besser gesehen wird, wenn man dementsprechende helle auffallende Kleidung trägt. Mittlerweile gibt es auch Beleuchtung mit einer Standfunktion.

Wann darf ein Radfahrer den Radweg verlassen?

Trotz der vielen Radfahrer, lassen die Radwege zu wünschen übrig, doch wann darf man sie verlassen?

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Die Radfahrer in Deutschland werden immer mehr. In den 90er Jahren legten sie circa 24 Millionen Kilometer zurück. Die Schätzungen für das Jahr 2008 ergaben 33 Milliarden Kilometer. Dieser Boom macht sich vor allem in Großstädten bemerkbar, weil immer mehr Radfahrer am Straßenverkehr teilnehmen.

In Berlin stieg der Fahrradverkehr in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel an. Die Verkehrsplaner tragen dieser Entwicklung jedoch nur langsam Rechnung. Es gibt vor allem in Städten immer noch zu wenig Radwege. Und wenn es sie gibt, verlaufen sie gefährlich nah an der Straße.

Unfälle passieren häufig, wenn Autofahrer rechts abbiegen und die Radfahrer übersehen, die auf dem Weg neben der Straße entlangfahren. Die Radwege sind oft auch in einem schlechten Zustand, weil der Asphalt durch Wurzelschlag uneben ist oder der Radweg plötzlich an einem hohen Bürgersteig endet.

Radweg-Pflicht nur bei zumutbarer Beschaffenheit

Die Radfahrer sind gesetzlich verpflichtet Wege, die mit einem blauen Schild als Radweg ausgewiesen sind, zu benutzen. Es gibt jedoch Ausnahmen: Die Verwaltungsvorschrift besagt, dass ein Radweg von "zumutbarer Beschaffenheit" sein muss. Wenn ein Radweg also von parkenden Autos oder im Winter durch Schneemassen nicht befahren werden kann, darf der Radfahrer auf die Straße ausweichen. Dieses Recht müssen sich die Radler im Ernstfall allerdings erstreiten.

Viele Kommunen schildern nämlich Radwege aus, die eigentlich nicht zumutbar sind. Wird ein Fahrradfahrer von der Polizei gestoppt, weil er nicht auf dem Radweg fährt, muss er ein Bußgeld von mindestens 15 Euro bezahlen. Er kann dagegen indes Widerspruch einlegen und sich vor Gericht auf ein Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts berufen, das eine Radwegebenutzungspflicht nur vorsieht, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

E-Bikes droht Führerscheinpflicht

Die Auswirkung von E-Bikes auf den Straßenverkehr ist bisher nicht abzusehen - Studie folgt

Fahrradhelm hängt am Fahrradlenker
bicycle helmet © Kati Molin - www.fotolia.de

Es ist der neueste Trend: Die so genannten Elektro-Fahrräder helfen nicht nur bei Anstiegen dem Radfahrer, sondern können ihn auch schnell im normalen Straßenverkehr auf ein rasantes Tempo bringen. Und das bereitet nun dem Bundesverkehrsministerium sorgen. Denn daraus können schnell Unfälle resultieren, da keiner der Fahrer seine Geschwindigkeit und Bremsweg so richtig einschätzen kann.

Parlamentarische Anfrage zum Thema Helmpflicht

Als erste Überlegung wird eine generelle Helmpflicht geprüft, was aus einer parlamentarischen Anfrage der SPD an das Ministerium hervorgeht. Mit einem Tempo von bis zu 45 km/h gelten die Elektro-Räder laut EU-Richtlinie 2002/24/EG eigentlich als Kleinkraftrad. Demnach benötigen sie entsprechend Sicherheitsvorkehrungen wie einen Rückspiegel, eine Hupe, oder auch ein Versicherungskennzeichen.

Überprüfung des Einflusses von Elektrorädern auf den Straßenverkehr

Gerade das höhere Tempo verführt laut Experten zu unvorsichtigen Überholmanövern, die die Gefahr im Straßenverkehr erhöhen. Auch andere Verkehrsteilnehmer können im Moment nur schwer die Geschwindigkeiten der E-Bikes abschätzen.

Auch deshalb gibt das Bundesverkehrsministerium erst einmal eine wissenschaftliche Studie in Auftrag, die die Auswirkungen von Elektrorädern im Straßenverkehr überprüfen soll. Ein generelles Tempo ist momentan nicht angedacht, auch weil es wegen der vielen verschiedenen Anbieter zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchsetzbar sei.

Radfahrer müssen die Radwege richtig nutzen

Inzwischen gibt es sowohl auf dem Land als auch in der Stadt unzählige Radwege, welche von den Radlern allerdings auch richtig genutzt werden sollten. Demnach darf der Radfahrer nicht einfach den Radweg auf der anderen Seite befahren, wenn der in Fahrtrichtung nicht befahrbar sein sollte.

Im speziellen Fall nutzte eine Radfahrerin den gegenüberliegenden Radweg, da der Weg auf der rechten Fahrbahnseite nicht passierbar war. In Folge dessen kam es zu einem Unfall mit einem Auto, woraufhin die Frau klagte und ihr vom Oberlandesgericht Naumburg eine Mitschuld an dem Zusammenstoß bescheinigt wurde.

Laut den Richtern hätte die Radlerin ganz rechts auf der Fahrbahn für Autos fahren müssen und dürfte nur dann den anderen Radweg benutzen, wenn dieser ausdrücklich freigegeben ist.

Welche Promille-Grenzen bei einem E-Bike gelten

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Mancher, der bei einer Feier auch mal ein Gläschen mehr trinken möchte, lässt sein Auto zu Hause stehen und nimmt dann vielleicht sein Fahrrad. Aber auch hier gelten bestimmte Promille-Grenzen. Im Gegensatz zum Autofahrer liegt hier die Grenze für absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,6 Promille, bei den Autofahrern bei 1,1 Promille. Aber auch darunter kann es für den Fahrradfahrer problematisch werden, wenn man auffällig wird oder gar einen Unfall verursacht, denn dabei sind auch 0,3 Promille eventuell zu viel.

Mittlerweile aber gibt es auch viele Radfahrer, die nicht allein auf ihre Muskelkraft vertrauen und sich durch einen Elektromotor Hilfe verschaffen. Dabei taucht natürlich die Frage auf, welche Promille-Grenzen gelten hierbei. Dies ist von der möglichen Geschwindigkeit abhängig, wie ein Urteil des Oberlandesgericht in Hamm zeigt.

Urteil im konkreten Fall

Bei einem Fall wurde ein Radfahrer auf einem sogenannten "E-Bike" mit 0,8 Promille von der Polizei kontrolliert und das zuständige Amtsgericht verhängte eine Geldbuße über 750 Euro und zusätzlich ein Fahrverbot für drei Monate, weil man von einem Kraftfahrzeug ausging.

Doch das Oberlandesgericht stellte sich, nach der Berufungsklage des Mannes, auf die Seite des Radfahrers, weil im Straßenverkehrsgesetz nur von Kraftfahrzeugen und nicht von Rädern, die mittels Pedale betrieben werden, die Rede ist. Zudem konnte auch nicht mehr festgestellt werden, wie hoch die maximale Geschwindigkeit des Fahrrades gewesen war.

Was grundsätzlich gilt

Aber grundsätzlich gilt, dass Fahrräder mit einem elektrischen Hilfsantrieb, der bei einer Geschwindigkeit von 25 Km/h sich automatisch abschaltet, nicht zu den Kraftfahrzeugen zählen. So fallen also die sogenannten "Pedelecs" unter die Kategorie Fahrrad. Anders sieht es aber bei den E-Bikes aus, die sogar bis zu 45 Km/h erreichen und somit als Kraftfahrzeug eingestuft werden und dabei gelten eben die bekannten Promille-Grenzen wie bei den Autofahrern.

Kleines Verkehrs-ABC für Radfahrer – was ist auf zwei Rädern erlaubt?

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Zahl der Radfahrer wieder zu. Speziell in Städten kommen sich die Verkehrsteilnehmer unweigerlich in die Quere. Einige wichtige Regeln für Radler.

Richtiges Verhalten an Ampeln

Rechts überholen ist eigentlich verboten. Als Radler darf man aber elegant an wartenden Autoschlangen vorbeirollen. Die Straßenverkehrsordnung schreibt lediglich vor, dass Radfahrer dabei langsam und vorsichtig sein sollten.

An großen Kreuzungen gibt es oft separate Fahrradampeln. Fehlen diese, richtigen sich Radfahrer nach den Signalen für Autofahrer. Sie dürfen also erst starten, wenn der motorisierte Verkehr "grün" bekommt. Andererseits dürfen sie noch fahren, wenn die Ampel für Fußgänger schon auf "rot" gesprungen ist.

Bushaltestellen, Einbahnstraße und Kreisverkehr

Wer auf zwei Rädern durch den Verkehr surrt, trifft auf allerlei Hindernisse. Wenn Busse am Straßenrand halten, müssen Radler auf ein- und aussteigende Fahrgäste Rücksicht nehmen – auch wenn sie auf einem gekennzeichneten Radweg unterwegs sind.

Im Kreisverkehr haben Räder zwar dieselben Rechte wie Autofahrer, oft ist die Vorfahrt aber durch Schilder aufgehoben. In Städten sieht man dagegen häufig Schilder, die Radlern das Befahren von Einbahnstraßen in Gegenrichtung erlauben. Kraftfahrer müssen in diesen Straßen jederzeit in beide Richtungen schauen.

Fahren auf dem Bürgersteig

Wer zügig und sicher vorankommen möchte, darf nicht einfach auf den Bürgersteig ausweichen. Erlaubt ist das Rollen zwischen den Fußgängern nur für Kinder unter zehn Jahren. Bis acht Jahre müssen die kleinen Verkehrsteilnehmer sogar den Gehweg benutzen – während die Eltern auf Straße oder Radweg fahren sollen.

Alkohol "am Lenker"

Alkohol im Straßenverkehr ist auch für Radfahrer kritisch. Allerdings hat der Gesetzgeber keinen präzisen Promillewert festgelegt, ab dem Pedaleure absteigen müssen. Richter setzen den kritischen Wert meist bei 1,6 Promille an, wer unter Alkoholeinfluss einen Unfall baut oder Schlangenlinien fährt, muss aber schon ab 0,3 Promille mit juristischen Konsequenzen rechnen.

Sicher auf dem Rad unterwegs sein

Kind ist mit dem Fahrrad gestürzt und fasst sich ans Knie
Gestürzt © bilderbox - www.fotolia.de

Jährlich versorgen Unfallchirurgen tausende verletzte Fahrradfahrer. Dabei ließen sich einige Unfälle in ihrer Schwere mindern, wenn einfach ein Helm getragen wird.

Der Fahrradhelm

Grundsätzlich sollte zur eigenen Sicherheit immer ein Sturzhelm beim Fahrradfahren getragen werden. Besonders Kinder und Senioren sollten auf diesen Schutz nicht verzichten.

Nach wie vor gelten die Kleinsten als schwächste Teilnehmer im Straßenverkehr. Das liegt zum einen daran, dass ihnen die nötige Erfahrung fehlt und zum anderen an der Feinmotorik. Aber auch ältere Menschen sind gefährdet, denn ihre Reaktionsfähigkeit lässt mit dem Alter nach. Jedes zweite Todesopfer unter den Fahrradfahrern ist älter als 65 Jahre.

Damit der Helm auch den nötigen Schutz bieten kann, muss dieser optimal passen. Eltern sollten zudem immer darauf achten, dass der Helm wirklich nur beim Fahrradfahren und nicht beim Spielen getragen wird.

Ein Austausch des Helms wird Experten zufolge alle fünf Jahre empfehlen. Nach einem heftigen Sturz muss ein Helm selbstverständlich vorher ausgetauscht werden.

Licht, Reflektoren, Luftdruck, Bremsen und Speichen

Sicherheit im Straßenverkehr wird auch nur dann gewährleistet, wenn der Fahrradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen wird. Daher müssen Vorderlicht, Rücklicht, so wie alle Reflektoren funktionstüchtig sein.

Luftdruck, Bremsen und Speichen sollten zu Beginn der Fahrradsaison auf ihre Funktionalität hin überprüft werden.

Ein kleiner Check sorgt somit für mehr Sicherheit auf dem Fahrrad.

Alkohol am Lenker - Ab 1,6 Promille droht das Fahrradverbot

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Radfahrer, die mit mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut betrunken unterwegs sind, müssen nicht nur damit rechnen den Führerschein zu verlieren, sondern auch damit, auf das Fahren mit Rad oder Mofa verzichten zu müssen. Das hat das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße entschieden.

Im vorliegenden Fall hatte die Polizei einen Radfahrer mit 1,73 Promille am Lenker erwischt. Er erhielt vom Amtsgericht Speyer eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro. Zudem forderte der Landkreis den Mann auf, ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPG) vorzulegen. Dies lehnte der jedoch ab.

Keine Fahrerlaubnis mehr durch Ablehnung des MPG's

Daraufhin nahm ihm die Führerscheinbehörde die Fahrerlaubnis weg. Dagegen legte der Radfahrer Klage ein. Er begründete dies damit, dass er bislang mit Ausnahme dieses einen Vorfalls immer unbeanstandet gefahren sei, und zwar sowohl mit dem Rad als auch mit dem Auto.

Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage ab. 1,73 Promille sprächen für regelmäßiges Trinken von Alkohol. Es könne daher immer passieren, dass der Mann betrunken mit dem Auto fahre. Dabei würde er sich und andere gefährden. Ein MPG sei daher erforderlich.

Da er es aber nicht abgegeben habe, sei er nicht geeignet, ein Kraftfahrzeug zu führen. Eine Revision vor dem Oberverwaltungsgericht ist noch möglich. Nach aktueller Rechtsprechung gelten Radfahrer ab 1,6 Promille als absolut fahruntauglich, Autofahrer jedoch ab 0,5 Promille.

Winken ist Pflicht – Radler müssen Handzeichen geben

Radfahrer werden aufgefordert im Straßenverkehr ihre Fahrtrichtung rechtzeitig und deutlich anzuzeigen

Das Auto muss blinken, der Radfahrer winken. In der Praxis nehmen Radler es mit dem Handzeichen aber nicht so genau. Sie wechseln die Spur oder biegen ab, ohne dies mit einem Wink zu signalisieren. Das kann teuer werden. Bei einem Unfall müssen sie mit einer Teilschuld rechnen. Im schlimmsten Fall sogar mit dem Alleinverschulden.

Abbiegen muss deutlich angezeigt werden

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub fordert Radfahrer deshalb auf, ihre "Fahrtrichtungsanzeiger" rechtzeitig und deutlich zu benutzen. Gemeint sind beide Hände – elektrische Blinker sind am Rad verboten. Die Pflicht zum Handzeichen gilt sowohl für den Wechsel beim Einordnen auf eine andere Fahrspur als auch vor dem eigentlichen Abbiegen.

Wer seine Absicht mit einem Wink signalisiert hat, kann die Hand dann wieder herunternehmen. Es ist nicht nötig, den Arm während des gesamten Abbiegens ausgestreckt zu lassen. Wie Autofahrer müssen Radler sich vorm Linksabbiegen allerdings umschauen, ob ein anderer Verkehrsteilnehmer überholt.

Betrunken Fahrrad fahren - zum Wohle der Wissenschaft

Alkoholkonsum und seine Auswirkungen auf die Fahrweise

Zoom Optik Mountainbike-Lenker mit Armen bei Tour durch Wald
Mountain biking in the forest © Oligo - www.fotolia.de

Rein rechtlich dürfen Radler noch mit 1,5 Promille in die Pedale treten. Aber wie wirkt sich Alkohol tatsächlich auf die Fahrsicherheit aus? Dieser Frage geht aktuell eine Studie der Uni Mainz nach.

Zum Wohle der Wissenschaft müssen die Teilnehmer mit steigendem Alkoholpegel einen Fahrradparcours absolvieren. Bier und Schnaps gibt es gratis.

Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrweise

Als Ort für ihr feucht-fröhliches Experiment hat die Medizinstudentin Katja Luchmann eine Sporthalle der Uni Main ausgewählt. Auf insgesamt drei Parcours testet sie, wie sich der Alkohol auf die Fahrweise ihrer Probanden auswirkt.

Vor dem Start wird jeweils der Alkoholgehalt im Blut gemessen. Gefahren wird mit 0,5 Promille und 1,0 Promille. Wer durchhält, darf auch mit 1,5 Promille auf die Slalomstrecke gehen.

Ab 1,1 Promille steigen Ausfallerscheinungen

Fazit: Routinierte Radler machen selbst mit mehr als 1 Promille weniger Fehler als Gelegenheitsfahrer. Generell steigen die alkoholbedingten Ausfallerscheinungen jedoch ab 1,1 Promille deutlich an. Eine Teilnehmerin brach sich bei einem Sturz trotz Helm und Protektoren das Schlüsselbein. Auch der Eimer für Notfälle kam schon öfter zum Einsatz.

Unfallursachen

In der Unfallstatistik für Radfahrer liegt Alkohol auf Rang vier. Häufigster Grund für Unfälle ist das Fahren auf der falschen Straßenseite. Insgesamt 70.000 Fahrradunfälle wurden im vergangenen Jahr von Polizei und Versicherungen gemeldet.

Promillegrenze für Radfahrer soll sinken

Automobilclubs fordern eine Orientierung an der Granze für Kraftfahrzeugfahrer

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
biking in the city © SVLuma - www.fotolia.de

Die Promillegrenze für Radfahrer soll sinken. Das fordern die Deutsche Verkehrswacht sowie die Automobilclubs ADAC und ACE.

Forderung: Grenzwert von 1,6 auf 1,1 Promille senken

Auch der Verkehrsclub für Fahrradfahrer ADFC schließt sich den Forderungen des Deutschen Verkehrsgerichtstags an, den Grenzwert von 1,6 auf 1,1 Promille zu senken. Dadurch soll es zu weniger Alkoholfahrten und -unfällen kommen.

Langfristiges Ziel ist ein Rückgang des durchschnittlichen Alkoholpegels bei Verunglückten sowie weniger verletzte und getötete Radfahrer.

Orientierung an der Granze für Kraftfahrzeugfahrer

Wer unkontrolliert und betrunken auf dem Fahrrad fahre, sei ein großes Risiko für sich und andere Verkehrsteilnehmer, so der ADFC. Eine Herabsetzung auf 1,1 Promille sei demnach ein Schritt in die richtige Richtung.

Dieser Wert gilt in Deutschland auch für Kraftfahrzeugfahrer. Wer sich dennoch ans Steuer setzt, macht sich wegen Trunkenheit im Verkehr strafbar. Die Fahrerlaubnis wird unter Anordnung einer Sperrfrist entzogen.

Ab 1,6 Promille ordnet die Führerscheinstelle vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis die Durchführung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), auch "Idiotentest" genannt, an. In Bayern und Baden-Württemberg bereits ab 1,1 Promille.

Fahren mit 0,5 Promille gilt als Ordnungswidrigkeit. Ein Fahrverbot ist die Folge.

Eine Promillegrenze von 1,6 Promille für Radfahrer sei demnach nicht mehr zeitgemäß, so der ADFC. Noch sieht Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aber keinen Handlungsbedarf für die Herabsenkung der Promillegrenze,

Trunkenheit auf einem rollenden Fahrrad kann den Führerschein kosten

Erwischt die Polizei einen volltrunkenen Fahrradfahrer auf einem rollenden Rad, wird dieser bestraft

Nahaufnahme Alkoholtest bei Verkehrskontrolle
sécurité routière verification alcoolemie souffler l éthylotest © Firenight - www.fotolia.de

Auch Radfahrer müssen den Führerschein abgeben, wenn die Polizei sie volltrunken am Lenker erwischt. Ab 1,6 Promille auf dem Fahrrad liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Dies zieht laut Bußgeldkatalog

nach sich. Doch ist ein Radfahrer auch dann Fahrzeugführer, wenn er seine Füße nicht auf den Pedalen hat?

Urteil der Fahrerlaubnisbehörde

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München entschied in einem aktuellen Urteil, dass jemand, der auf einem rollenden Fahrrad sitzt, dieses auch führt. Selbst wenn ein Fahrrad nur rolle und die Füße sich nicht auf den Pedalen befänden, so die Richter, sei ein Lenken erforderlich (Az.: 11 ZB 14.1755). Dementsprechend sei die Entscheidung der Fahrerlaubnisbehörde gegenüber einem Radfahrer, der wegen Trunkenheit im Verkehr aufgefallen war, richtig.

Der Mann war mit 2,41 Promille erwischt worden, als er auf seinem Rad saß und es rollen ließ. Da ihn die Polizei dabei erwischte, verlor er seine Fahrerlaubnis und sollte ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegen. Des Weiteren untersagte die Behörde dem Mann das Führen von Fahrrädern im öffentlichen Straßenverkehr. Dies wollte er jedoch nicht akzeptieren und zog gegen die Entscheidung vor Gericht.

Das Führen eines Rades

Da nach Ansicht des Verwaltungsgerichtshofs jedoch bereits das Sitzen auf einem rollenden Fahrrad ein Führen dieses Fahrrads darstellt, blieb der Entscheid der Fahrerlaubnisbehörde bestehen.

Tipps für sicheres Radfahren im Straßenverkehr

Diese Dinge sollten Radfahrer unbedingt beachten, damit sie unversehrt und unfallfrei ihr Ziel erreichen

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
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Gerade in Großstädten ist das Nutzen des Fahrrades nicht ganz ungefährlich. Damit sie unversehrt und unfallfrei ihr Ziel erreichen, sollten Radfahrer einige Dinge unbedingt beachten.

Verkehrsregeln, Helm und Klingel

Das Wichtigste für alle Verkehrsteilnehmer ist das Befolgen der Verkehrsregeln. Dazu gehört es auch, mit den Fehlern von Auto- und Lkw-Fahrern zu rechnen. Gerade beim Abbiegen können diese Radler auch mal übersehen - mit manchmal fatalen Folgen. Erwachsene Radfahrer dürfen den Bürgersteig nicht benutzen und den Radweg nicht in verkehrter Richtung befahren.

Neben dem Helm ist auch eine helltönende Klingel wichtig, mit der sich andere Fahrradfahrer und Fußgänger alarmieren lassen. Gerade bei schlechten Sichtverhältnissen und Dunkelheit muss auch die Lampe funktionieren. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) verlangt 10 Lux Beleuchtungsstärke. Besser sind jedoch wenigstens 30 Lux, um herumliegende Äste nicht zu übersehen und dadurch zu stürzen.

Reflektoren, Licht und Prüfsiegel

Die StVZO fordert zudem zwei rote Reflektoren sowie elektrisches Rücklicht hinten und weiße Scheinwerfer sowie Reflektor vorne. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um abnehmbare Lichter oder fest montierte Leuchten handelt. Pflicht sind ebenfalls Pedal- und Speichen-Reflektoren. Alle Leuchten am Rad benötigen das Prüfsiegel des Kraftfahrt-Bundesamtes, das aus einem Wellenzeichen, dem Buchstaben "K" und einer Prüfnummer besteht.

Radler, die ohne korrekte Beleuchtung unterwegs sind, müssen ein Bußgeld von 20 Euro zahlen, wenn die Polizei sie erwischt. Blinkleuchten sind nur am Körper des Radlers zulässig, nicht aber am Fahrrad selbst. Es besteht aber die Gefahr, dass sie andere Verkehrsteilnehmer stark irritieren.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Elderly couple with their bikes © WavebreakMediaMicro - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Ausflug an die Küste © Otmar Smit - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: bycicles02 © diego cervo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Sprockets © arsdigital - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: mountainbike couple outdoors © Warren Goldswain - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Radausflug mit Großeltern © ARochau - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Anonymous person on bike © connel_design - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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