Unterschiedliche Anwendungsgebiete und Arten der medizinischen Bäder

Beine einer Frau schauen aus Badewanne mit viel Schaum raus

Vom Bewegungsbad bis zum Stangerbad - Medizinische Bäder zur Behandlung verschiedener Beschwerden

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  • von Paradisi-Redaktion

Als medizinische Bäder bezeichnet man therapeutische Heilbäder. Dabei gibt es viele verschiedene Formen von Bädern. Sie gehören zur Balneologie und dienen zur Behandlung von unterschiedlichen Krankheiten und Beschwerden.

Ziel und Zweck

Ziel und Zweck von medizinischen Bädern ist die Behandlung von verschiedenen Krankheiten und Beschwerden durch die Anwendung von heilenden oder lindernden Zusätzen.

Dazu zählen beispielsweise das:

Solebad, Moorbad und Co.: Wirkung verschiedener medizinischer Bäder

Medizinische Bäder eignen sich als Heil- und Präventionsmethode, sie tun Körper und Seele gut

Junge Frau beim Entspannen in Holzbadewanne
Bagno termale © vision images - www.fotolia.de

Wasser generell wirkt auf den menschlichen Organismus reinigend, entschlackend und erquickend. Dies gilt für Wasser, welches getrunken wird sowohl für verschiedene Wasseranwendungen. Besonders bequem können solche Wasseranwendungen in der Wanne durchgeführt werden und je nach Beschwerden des Körper oder persönlicher Vorliebe kann ein Zusatz wie Salz, Moor oder ätherisches Öl dem Badewasser hinzugefügt werden.

Vor allem Salz- und Moorbäder lösen Gifte aus der Haut und transportieren diese ab. Da die Haut auch als das größte Entgiftungs- und Entschlackungsorgan des menschlichen Körpers dienlich ist, empfiehlt es sich, diese abgesonderten Schlacken regelmäßig zu lösen und zu entfernen. Wer so ein medizinisches Bad einplant, sollte genügend Zeit und Muße mit bringen, denn nach so einem Bad benötigt der Körper Ruhe und Entspannung.

Medizinische Bäder in der Krankenpflege oder Gesundheitsvorsorge

Nicht selten werden solche medizinischen Bäder auch im Bereich der Krankenpflege oder Gesundheitsvorsorge durchgeführt, denn solche sanften Heil- oder Präventionsmethoden werden in der Regel bei vielen Patienten beliebter. Auch wer gesund ist, kann viel dafür tun, damit dies so bleibt. Eine sinnvolle Maßnahme stellt sicherlich das medizinische Bad dar, welches dem menschlichen Organismus allgemein enorm gut tut, ebenso dem mentalen Befinden. Ein warmes Bad tut demnach Leib und Seele gut, verschiedene Zusätze wie Salz oder Moor verstärken diesen Effekt noch ungemein.

Balneologie

Medizinische Bäder gehören zum Bereich der Balneologie und zählen zu den Standardtherapien von

  • Kurbetrieben,
  • physiotherapeutischen Praxen und
  • Sanatorien.

Balneotherapien (Bäderbehandlungen) werden schon seit langer Zeit durchgeführt und dienen als ergänzende Maßnahme zur Behandlung und Linderung von zahlreichen verschiedenen Krankheiten und Beschwerden.

Auch im Rahmen einer Physiotherapie können medizinische Bäder zur Anwendung kommen. Normalerweise werden medizinische Bäder vom Arzt verordnet und im Rahmen von Kuren durchgeführt.

Anwendungsgebiete

Angewandt werden medizinische Bäder unter anderem bei:

Zudem haben medizinische Bäder

  • einen positiven Effekt auf das Immunsystem,
  • dienen zur Förderung der Durchblutung und
  • tragen zur Senkung des Blutdrucks bei.

Durch den Auftrieb des Wassers werden Muskeln und Gelenke deutlich entlastet, sodass Bewegungen, die im Normalfall kaum noch möglich sind, im Wasser wieder ausgeführt werden können.

Weiterhin wirkt warmes Wasser schmerzlindernd bei zahlreichen Beschwerden.

Arten von medizinischen Bädern

Zur Anwendung kommen medizinische Bäder in der Regel in Kurbetrieben oder Sanatorien. Sie können sowohl als Vollbad als auch als Teilbad genommen werden. Zudem gibt es unterschiedliche Methoden.

Bewegungsbad

Bei der Anwendung eines Bewegungsbads nutzt man den Auftrieb des Wassers für die Behandlung. Zur Anwendung kommt es vor allem bei:

Bei dem Bewegungsbad werden die Muskeln trainiert und der Kreislauf angeregt. Die Wassertemperatur ist lauwarm bis warm.

Bewegungsbäder und ihr therapeutischer Nutzen

Bewegunsbäder können bei einer Vielzahl von Beschwerden Linderung verschaffen

Wassergymnastik: Männer und Frauen mit Hanteln im Schwimmbecken
Aqua gym fitness exercise with water dumbbell © Rido - www.fotolia.de

Medizinische Bäder und Bewegungsbäder sind aus dem therapeutischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Wasser, Auftrieb und Wärme bilden ein funktionales "Dreieck", das als krankengymnastisches Element seit vielen Jahren Standard ist. Das Wasser schafft die besten Voraussetzungen für eine Therapie, die andernorts nicht mehr möglich wäre.

Übungen, die an Land schwer fallen würden, können im Bewegungsbad durch die Wärme und den natürlichen Auftrieb des Wassers viel leichter durchgeführt werden. Man macht sich einfach dessen thermische Wirkung in Kombination mit einer mechanischen zu Nutze und erzielt dadurch eine deutliche Linderung der Beschwerden.

Vielseitiges Anwendungsgebiet von Bewegungsbädern

Bewegungsbäder werden bei unspezifischer Bewegungseinschränkung von Gelenken und Wirbelsäule verordnet, dienen der Kräftigung von Muskulatur und sollen bei bestimmten Indikationen Muskelkontraktionen abschwächen oder verhindern. Im Wasser können die verschiedenen Ausgangspositionen für eine gezielte Bewegungstherapie leichter gewechselt werden, was den Erfolg der Therapie wesentlich leichter macht.

Auch bei allgemeiner Einschränkung und Verlust der Funktionen des Herz-Kreislaufsystems, der Atmung und des Stoffwechsels können Bewegungsbäder Besserung bringen. Ein Bewegungsbad fördert die Freude an der Bewegung, hilft aber auch bei psychischer Belastung und kann sogar gynäkologische Beschwerden mildern.

Ein Bewegungsbad dauert zwischen 20 und 30 Minuten und kann sowohl als Einzel- oder Gruppenbehandlung durchgeführt werden. Zusätzlich können im Bad auch noch therapeutische Hilfsgeräte eingesetzt werden.

Solebad

Bei einem Solebad enthält das Badewasser bis zu 6 Prozent Salz. Es kommt vor allem zur Anwendung bei:

Moorbad

Als Moorbäder werden Vollbäder oder Teilbäder mit speziellem Badetorf bezeichnet. Mit dem Torf lassen sich sehr gut Überwärmungsbäder durchführen, da die Wärme deutlich langsamer abgegeben wird als dies bei Wasser der Fall ist.

Kohlensäurebad

Ein Kohlensäurebad dient zur Behandlung von:

Dazu mischt man dem Badewasser etwa 900–1400 Milligramm CO2 bei. Die Wassertemperatur liegt normalerweise bei 30–34 Grad Celsius. Das Bad kann entweder als Vollbad oder als Teilbad genommen werden.

Schwefelbad

Bei einem Schwefelbad nimmt man ein Bad in Wasser, das Schwefelwasserstoff enthält. Das Bad wirkt antibakteriell und fördert die Durchblutung. Behandelt werden damit Krankheiten wie:

Stangerbad

Bei diesem speziellen Bad erzeugt man geringen elektrischen Strom von 0,3 bis 2 Ampere. Diesen Strom nimmt aber nur als leichtes Kribbeln wahr.

Das Bad hat einen positiven Effekt auf die Muskulatur. Außerdem werden damit Schmerzen bei Neuralgien und Rheuma gelindert.

Inhalationsbad

Inhalationsbäder dienen zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege. Dazu mischt man dem 37 Grad Celsius warmem Wasser ätherische Öle bei, die während des Badens inhaliert werden.

Kräuterbad

Bei einem Kräuterbad werden verschiedene Kräutermischungen verwendet, die man ins Badewasser gibt. Die Kräuter können entweder in Form von Leinenbeuteln oder direkt ins Badewasser gegeben werden.

Das Wasser hat eine Temperatur von 37–38 Grad Celsius. Die Dauer des Bads beträgt ungefähr fünfzehn bis zwanzig Minuten. Das Kräuterbad dient zur natürlichen Behandlung von:

Auch viele weitere Beschwerden können durch Kräuter oder andere einfache Badezusätze gelindert werden. Für unterschiedliche Beschwerden gibt es verschiedene Bäder.

Bei den diversen Beschwerden helfen unterschiedliche Kräuter und Badezusätze. Die heilende Kraft des Wassers ist schon jahrhundertelang bekannt. Um sich die heilende Wirkung eines Bades zu Nutze zu machen, bedarf es nicht immer gleich einer Bäderkur. Auch zuhause kann ein Bad bei vielen Beschwerden Linderung verschaffen.

Erkältung

Bei einer angehenden Erkältung fühlt man sich oft schlapp und friert. Ein warmes Bad mit ätherischen Ölen ist hier genau das richtige.

sorgen dafür, dass Sie richtig durchatmen können, wirken gegen Bakterien und Viren und stärken zudem noch das Immunsystem.

Das warme Wasser wirkt wohltuend bei kalten Gliedmaßen und entspannend bei Muskel- und Gliederschmerzen. Nach dem Bad sollten Sie in eine Decke eingewickelt mindestens eine halbe Stunde nachruhen und ruhig auch ordentlich schwitzen.

Muskelschmerzen / Verspannungen

Ein heißes Bad kann bei Verspannungen Wunder wirken. Das warme Wasser wirkt durchblutungsfördernd, entkrampfend und beruhigend auf beanspruchte Muskelpartien. Diese Wirkung können Sie mit einem Badezusatz aus

noch verstärken.

Schlafstörungen

Ein

  • Lavendelbad

sorgt für einen ruhigen und erholsamen Schlaf. Besonders bei Einschlafstörungen ist ein Bad etwa eine Stunde vor dem zu Bett gehen zu empfehlen. Für das Lavendelbad können Sie entweder ätherisches Öl oder die getrockneten Lavendelblüten benutzen.

Trockene Haut

Weit verbreitet ist der Glaube, Baden würde die Haut austrocknen. Doch mit dem richtigen Badezusatz verpassen Sie Ihrer Haut eine Extraportion Pflege. Machen Sie es doch einfach mal Cleopatra nach und baden Sie in

Auch Stutenmilch eignet sich hervorragend für ein hautpflegendes Bad. Fügen Sie dem Bad noch einen Schuss

zu und ihre Haut fühlt sich samtig weich an.

Entschlackung

Zur Entschlackung eignen sich sowohl Bäder mit

  • Basen-

als auch mit

Für ein Vollbad benötigen Sie 2-3EL Basenbadesalz bzw. ein halbes Kilogramm Meersalz. Mit einem wöchentlichen Entschlackungsbad helfen Sie Ihrem Körper bei der Entgiftung und fördern somit Ihr Wohlbefinden.

Jodbad

Jodbäder kommen bei unter anderem bei Arteriosklerose oder Furunkulose zur Anwendung. Während des Badens werden die Jodide durch die Haut aufgenommen.

Sauerstoffbad

Bei einem Sauerstoffbad führt man während des Bads Sauerstoff direkt zu. Durch dieses warme Sprudelbad soll die Durchblutung angeregt werden.

Eichenrindebad

Dabei wird Eichenrinde, die Gerbsäure enthält, benutzt, um nässende Veränderungen der Haut zu behandeln.

Fichtennadelbad

In diesem Fall werden aromatische Öle aus Fichtennadeln verwendet, um

zu behandeln. Außerdem unterstützt ein Fichtennadelbad die Rekonvaleszenz nach Krankheiten.

Kleie- und Malzbad

Mit einem Kleie- und Malzbad können juckende Hauterkrankungen gelindert werden.

Fazit

Einige medizinische Bäder können auch zu Hause durchgeführt werden. Badezusätze für Moorbäder, Kräuterbäder oder Kohlensäurebäder erhält man in Apotheken oder Drogerien. Im Zweifelsfall sollte man mit seinem Arzt abklären, welches medizinische Bad am besten für eine Behandlung geeignet ist.

Grundinformationen zu Medizinischen Bädern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: bath series. feet ii © Alexey Stiop - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: ?? © Paylessimages - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Donna in una spa di montagna © vision images - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: young beautiful brunette woman takes bubble bath © vitaliy_melnik - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Senior Frau im Moorbad bei Alternativtherapie © Kzenon - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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