Medizinische Bäder - Nutzen, Arten und Anwendungshinweise

Beine einer Frau schauen aus Badewanne mit viel Schaum raus

Vom Bewegungsbad bis zum Stangerbad - Medizinische Bäder zur Behandlung verschiedener Beschwerden

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  • von Paradisi-Redaktion

Als medizinische Bäder bezeichnet man therapeutische Heilbäder. Dabei gibt es viele verschiedene Formen von Bädern. Sie gehören zur Balneologie und dienen zur Behandlung von unterschiedlichen Krankheiten und Beschwerden. Informieren Sie sich über Nutzen, Arten und Anwendungsgebiete von medizinischen Bädern, und holen Sie sich Tipps zur richtigen Anwendung.

Medizinische Bäder - Ziel und Zweck

Ziel und Zweck von medizinischen Bädern ist die Behandlung von verschiedenen Krankheiten und Beschwerden durch die Anwendung von heilenden oder lindernden Zusätzen.

Dazu zählen beispielsweise das:

Solebad, Moorbad und Co.: Wirkung verschiedener medizinischer Bäder

Medizinische Bäder eignen sich als Heil- und Präventionsmethode, sie tun Körper und Seele gut

Junge Frau beim Entspannen in Holzbadewanne
Bagno termale © vision images - www.fotolia.de

Wasser generell wirkt auf den menschlichen Organismus reinigend, entschlackend und erquickend. Dies gilt für Wasser, welches getrunken wird sowohl für verschiedene Wasseranwendungen. Besonders bequem können solche Wasseranwendungen in der Wanne durchgeführt werden und je nach Beschwerden des Körper oder persönlicher Vorliebe kann ein Zusatz wie Salz, Moor oder ätherisches Öl dem Badewasser hinzugefügt werden.

Vor allem Salz- und Moorbäder lösen Gifte aus der Haut und transportieren diese ab. Da die Haut auch als das größte Entgiftungs- und Entschlackungsorgan des menschlichen Körpers dienlich ist, empfiehlt es sich, diese abgesonderten Schlacken regelmäßig zu lösen und zu entfernen. Wer so ein medizinisches Bad einplant, sollte genügend Zeit und Muße mit bringen, denn nach so einem Bad benötigt der Körper Ruhe und Entspannung.

Medizinische Bäder in der Krankenpflege oder Gesundheitsvorsorge

Nicht selten werden solche medizinischen Bäder auch im Bereich der Krankenpflege oder Gesundheitsvorsorge durchgeführt, denn solche sanften Heil- oder Präventionsmethoden werden in der Regel bei vielen Patienten beliebter. Auch wer gesund ist, kann viel dafür tun, damit dies so bleibt. Eine sinnvolle Maßnahme stellt sicherlich das medizinische Bad dar, welches dem menschlichen Organismus allgemein enorm gut tut, ebenso dem mentalen Befinden. Ein warmes Bad tut demnach Leib und Seele gut, verschiedene Zusätze wie Salz oder Moor verstärken diesen Effekt noch ungemein.

Balneologie

Medizinische Bäder gehören zum Bereich der Balneologie und zählen zu den Standardtherapien von

  • Kurbetrieben,
  • physiotherapeutischen Praxen und
  • Sanatorien.

Balneotherapien (Bäderbehandlungen) werden schon seit langer Zeit durchgeführt und dienen als ergänzende Maßnahme zur Behandlung und Linderung von zahlreichen verschiedenen Krankheiten und Beschwerden.

Auch im Rahmen einer Physiotherapie können medizinische Bäder zur Anwendung kommen. Normalerweise werden medizinische Bäder vom Arzt verordnet und im Rahmen von Kuren durchgeführt.

Kontraindikationen

Bei vielen medizinischen Bädern handelt es sich um Vollbäder. Diese stellen jedoch nicht immer die richtige Wahl dar, da sie den Körper durch die Wärme auch zusätzlich belasten.

Zudem sind nicht alle Inhaltsstoffe für jeden Patienten verträglich. In einigen Fällen sollte somit auf ein medizinisches Bad verzichtet werden, dazu zählen:

Anwendungsgebiete

Angewandt werden medizinische Bäder unter anderem bei:

Zudem haben medizinische Bäder einen positiven Effekt auf das Immunsystem; sie dienen zur Förderung der Durchblutung und tragen zur Senkung des Blutdrucks bei. Durch den Auftrieb des Wassers werden Muskeln und Gelenke deutlich entlastet, sodass Bewegungen, die im Normalfall kaum noch möglich sind, im Wasser wieder ausgeführt werden können.

Weiterhin wirkt warmes Wasser schmerzlindernd bei zahlreichen Beschwerden.

Arten von medizinischen Bädern

Zur Anwendung kommen medizinische Bäder in der Regel in Kurbetrieben oder Sanatorien. Sie können sowohl als Vollbad als auch als Teilbad genommen werden. Zudem gibt es unterschiedliche Methoden.

Bewegungsbad

Bei der Anwendung eines Bewegungsbads nutzt man den Auftrieb des Wassers für die Behandlung. Zur Anwendung kommt es vor allem bei:

Bei dem Bewegungsbad werden die Muskeln trainiert und der Kreislauf angeregt. Die Wassertemperatur ist lauwarm bis warm.

Bewegungsbäder und ihr therapeutischer Nutzen

Bewegunsbäder können bei einer Vielzahl von Beschwerden Linderung verschaffen

Wassergymnastik: Männer und Frauen mit Hanteln im Schwimmbecken
Aqua gym fitness exercise with water dumbbell © Rido - www.fotolia.de

Medizinische Bäder und Bewegungsbäder sind aus dem therapeutischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Wasser, Auftrieb und Wärme bilden ein funktionales "Dreieck", das als krankengymnastisches Element seit vielen Jahren Standard ist. Das Wasser schafft die besten Voraussetzungen für eine Therapie, die andernorts nicht mehr möglich wäre.

Übungen, die an Land schwer fallen würden, können im Bewegungsbad durch die Wärme und den natürlichen Auftrieb des Wassers viel leichter durchgeführt werden. Man macht sich einfach dessen thermische Wirkung in Kombination mit einer mechanischen zu Nutze und erzielt dadurch eine deutliche Linderung der Beschwerden.

Vielseitiges Anwendungsgebiet von Bewegungsbädern

Bewegungsbäder werden bei unspezifischer Bewegungseinschränkung von Gelenken und Wirbelsäule verordnet, dienen der Kräftigung von Muskulatur und sollen bei bestimmten Indikationen Muskelkontraktionen abschwächen oder verhindern. Im Wasser können die verschiedenen Ausgangspositionen für eine gezielte Bewegungstherapie leichter gewechselt werden, was den Erfolg der Therapie wesentlich leichter macht.

Auch bei allgemeiner Einschränkung und Verlust der Funktionen des Herz-Kreislaufsystems, der Atmung und des Stoffwechsels können Bewegungsbäder Besserung bringen. Ein Bewegungsbad fördert die Freude an der Bewegung, hilft aber auch bei psychischer Belastung und kann sogar gynäkologische Beschwerden mildern.

Ein Bewegungsbad dauert zwischen 20 und 30 Minuten und kann sowohl als Einzel- oder Gruppenbehandlung durchgeführt werden. Zusätzlich können im Bad auch noch therapeutische Hilfsgeräte eingesetzt werden.

Solebad

Bei einem Solebad enthält das Badewasser bis zu 6 Prozent Salz. Es kommt vor allem zur Anwendung bei:

Moorbad

Als Moorbäder werden Vollbäder oder Teilbäder mit speziellem Badetorf bezeichnet. Mit dem Torf lassen sich sehr gut Überwärmungsbäder durchführen, da die Wärme deutlich langsamer abgegeben wird als dies bei Wasser der Fall ist.

Kohlensäurebad

Ein Kohlensäurebad dient zur Behandlung von:

Dazu mischt man dem Badewasser etwa 900–1400 Milligramm CO2 bei. Die Wassertemperatur liegt normalerweise bei 30–34 Grad Celsius. Das Bad kann entweder als Vollbad oder als Teilbad genommen werden.

Schwefelbad

Bei einem Schwefelbad nimmt man ein Bad in Wasser, das Schwefelwasserstoff enthält. Das Bad wirkt antibakteriell und fördert die Durchblutung. Behandelt werden damit Krankheiten wie:

Stangerbad

Bei diesem speziellen Bad erzeugt man geringen elektrischen Strom von 0,3 bis 2 Ampere. Diesen Strom nimmt aber nur als leichtes Kribbeln wahr.

Das Bad hat einen positiven Effekt auf die Muskulatur. Außerdem werden damit Schmerzen bei Neuralgien und Rheuma gelindert.

Inhalationsbad

Inhalationsbäder dienen zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege. Dazu mischt man dem 37 Grad Celsius warmem Wasser ätherische Öle bei, die während des Badens inhaliert werden.

Kräuterbad

Bei einem Kräuterbad werden verschiedene Kräutermischungen verwendet, die man ins Badewasser gibt. Die Kräuter können entweder in Form von Leinenbeuteln oder direkt ins Badewasser gegeben werden.

Das Wasser hat eine Temperatur von 37–38 Grad Celsius. Die Dauer des Bads beträgt ungefähr fünfzehn bis zwanzig Minuten. Das Kräuterbad dient zur natürlichen Behandlung von:

Auch viele weitere Beschwerden können durch Kräuter oder andere einfache Badezusätze gelindert werden. Für unterschiedliche Beschwerden gibt es verschiedene Bäder.

Bei den diversen Beschwerden helfen unterschiedliche Kräuter und Badezusätze. Die heilende Kraft des Wassers ist schon jahrhundertelang bekannt. Um sich die heilende Wirkung eines Bades zu Nutze zu machen, bedarf es nicht immer gleich einer Bäderkur. Auch zuhause kann ein Bad bei vielen Beschwerden Linderung verschaffen.

Erkältung

Bei einer angehenden Erkältung fühlt man sich oft schlapp und friert. Ein warmes Bad mit ätherischen Ölen ist hier genau das richtige.

sorgen dafür, dass Sie richtig durchatmen können, wirken gegen Bakterien und Viren und stärken zudem noch das Immunsystem.

Das warme Wasser wirkt wohltuend bei kalten Gliedmaßen und entspannend bei Muskel- und Gliederschmerzen. Nach dem Bad sollten Sie in eine Decke eingewickelt mindestens eine halbe Stunde nachruhen und ruhig auch ordentlich schwitzen.

Muskelschmerzen / Verspannungen

Ein heißes Bad kann bei Verspannungen Wunder wirken. Das warme Wasser wirkt durchblutungsfördernd, entkrampfend und beruhigend auf beanspruchte Muskelpartien. Diese Wirkung können Sie mit einem Badezusatz aus

noch verstärken.

Schlafstörungen

Ein Lavendelbad sorgt für einen ruhigen und erholsamen Schlaf. Besonders bei Einschlafstörungen ist ein Bad etwa eine Stunde vor dem zu Bett gehen zu empfehlen. Für das Lavendelbad können Sie entweder ätherisches Öl oder die getrockneten Lavendelblüten benutzen.

Trockene Haut

Weit verbreitet ist der Glaube, Baden würde die Haut austrocknen. Doch mit dem richtigen Badezusatz verpassen Sie Ihrer Haut eine Extraportion Pflege.

Machen Sie es doch einfach mal Cleopatra nach und baden Sie in Eselsmilch. Auch Stutenmilch eignet sich hervorragend für ein hautpflegendes Bad. Fügen Sie dem Bad noch einen Schuss Jojobaöl zu, und ihre Haut fühlt sich samtig weich an.

Entschlackung

Zur Entschlackung eignen sich sowohl Bäder mit Basen- als auch mit Meersalz. Für ein Vollbad benötigen Sie 2-3EL Basenbadesalz bzw. ein halbes Kilogramm Meersalz. Mit einem wöchentlichen Entschlackungsbad helfen Sie Ihrem Körper bei der Entgiftung und fördern somit Ihr Wohlbefinden.

Jodbad

Jodbäder kommen bei unter anderem bei Arteriosklerose oder Furunkulose zur Anwendung. Während des Badens werden die Jodide durch die Haut aufgenommen.

Sauerstoffbad

Bei einem Sauerstoffbad führt man während des Bads Sauerstoff direkt zu. Durch dieses warme Sprudelbad soll die Durchblutung angeregt werden.

Eichenrindebad

Dabei wird Eichenrinde, die Gerbsäure enthält, benutzt, um nässende Veränderungen der Haut zu behandeln.

Fichtennadelbad

In diesem Fall werden aromatische Öle aus Fichtennadeln verwendet, um

zu behandeln. Außerdem unterstützt ein Fichtennadelbad die Rekonvaleszenz nach Krankheiten.

Kleie- und Malzbad

Mit einem Kleie- und Malzbad können juckende Hauterkrankungen gelindert werden.

Ölbad

Als beliebte Art von medizinischen Bädern kommt auch das Ölbad zur Anwendung. Es kann bei den unterschiedlichsten Beschwerden angewandt werden. In der folgenden Tabelle geben wir einen entsprechenden Überblick.

Ölbäder und deren Anwendung
BadeartIndikationTemperatur in °CBadedauer
MagnesiumbadSchmerzlinderung, Stoffwechsel- und
Kreislaufbeschwerden
35 bis 3720 Minuten
FichtennadelbadBronchitis, Schlaflosigkeit,
Nervosität
35 bis 3720 Minuten
RosmarinbadDurchblutungsstörungen,
Frostbeulen
36 bis 3720 Minuten
EucalyptusbadErkältung, Bronchitis,
Durchblutungsstörungen
37 bis 3920 Minuten
MelissebadSchlafstörungen, Nervosität,
Durchblutungsstörungen
35 bis 3720 bis 30 Minuten
KamillebadHautentzündungen, Abszesse,
Wundheilungsstörungen, Hämorrhoiden
33 bis 37 (je stärker ausgeprägt
die Entzündung, desto kühler)
15 bis 20 Minuten
LavendelbadHautveränderung, Frieren,
Durchblutungsstörungen
35 bis 3720 Minuten
BaldrianbadSchlafstörungen, Nervosität,
Angst, Muskelverspannungen
36 bis 3720 Minuten
ThymianbadAtemwegserkrankungen,
Bronchitis
37 bis 3820 Minuten
HeublumenbadIschialgie, Neuralgien,
rheumatische Beschwerden
akut: 35 bis 36
chronisch: 37 bis 38
20 Minuten

Fazit

Einige medizinische Bäder können auch zu Hause durchgeführt werden. Badezusätze für Moorbäder, Kräuterbäder oder Kohlensäurebäder erhält man in Apotheken oder Drogerien. Im Zweifelsfall sollte man mit seinem Arzt abklären, welches medizinische Bad am besten für eine Behandlung geeignet ist.

Im Folgenden gehen wir gesondert auf medizinische Bäder für Kinder ein, da in diesem Fall nicht immer alle Zusätze angewandt werden sollten...

Medizinische Bäder für Kinder

Die typischen medizinischen Bäder, die in der Balneotherapie verabreicht werden, wie zum Beispiel ein

sind den Kureinrichtungen und Heilbädern vorbehalten.

Aber fast jeder Mensch hat schon einmal ein Erkältungsbad genommen und kennt die wohltuende Wirkung. Doch medizinische Bäder können noch mehr. Je nach Badezusatz können sie

Gerade Kinder sprechen sehr gut auf medizinische Bäder an. Zum einen plantschen sie gerne und mögen Wasser, zum anderen genießen sie die Wärme und die Geborgenheit, die das umspielende Wasser vermitteln kann.

Natürlich nehmen Kinder ein medizinisches Bad nur unter Aufsicht und genießen so auch noch die Zuwendung, die sie erfahren. Baden macht auch einfach Spaß und Freude und die entsprechenden Zusätze entfalten ihren medizinischen Nutzen.

Kinder Baden und Plantschen gerne
Kinder Baden und Plantschen gerne

Wohltuende Wirkung

Medizinische Bäder nimmt man als

  • Teil-,
  • Fuß- und
  • Sitzbad
  • sowie als Vollbad.

Dabei gibt es je nach Anwendung und Nutzen auch unterschiedliche Temperaturen. Ein medizinisches Bad kann als

  • kaltes,
  • halbkaltes,
  • lauwarmes,
  • warmes oder
  • heißes Bad

genommen werden. Die Badetemperatur sollte jedoch 40°C nicht übersteigen.

Das warme Wasser wirkt schmerzlindernd und entspannend; durch den Auftrieb des Wassers werden Gelenke und Muskeln entlastet. Daneben wirkt sich die Wärme günstig auf das vegetative Nervensystem aus und Immunsystem und Stoffwechsel werden angeregt.

Ein medizinisches Bad hat aber nicht nur einen physikalischen Nutzen; es wirkt auch durch die Badezusätze. Das sind in der Regel Heilkräuter.

Anwendungshinweise

Die ideale Badetemperatur für Kinder liegt bei etwa 32°C, da wärmere Bäder stark ermüden. Ein Bad sollte nicht länger als 20 Minuten dauern. Für ein Kind werden 250g des jeweiligen Heilkrauts in 4 Liter Wasser als konzentrierter Aufguss zubereitet.

Dann seiht man die Kräuter ab und fügt den Absud direkt vor dem Bad dem Badewasser zu. Die in den Kräutern enthaltenen wertvollen Substanzen können so ihre heilenden Eigenschaften entfalten. Auch für Teil-, Sitz- und Fußbäder verwendet man einen Aufguss der Heilkräuter.

Die Kräuter kann man in

beziehen.

Werden frische Kräuter verwendet, so nimmt man in der Regel die doppelte Menge.

Hand- oder Fußbäder werden häufig wegen ihren ableitenden Eigenschaften angewendet. Sie reizen die Haut oder hemmen Entzündungen.

Je nach Indikation und Nutzen wird das entsprechende Heilkraut gewählt. Die meisten Heilkräuter haben vielfältige Eigenschaften und können dementsprechend eingesetzt werden.

Für medizinische Bäder können auch ätherische Öle verwendet werden. Einige Tropfen werden mit Sahne oder Honig als natürlichem Emulgator gemischt und dann dem Badewasser zugefügt.

Heilende Kräuter für Teil-, Fuß- und Sitzbäder

Teil-, Fuß- und Sitzbäder für Kinder werden aus unterschiedlichen Gründen angewendet. Dementsprechend sollten auch die Heilkräuter ausgewählt werden.

Vorteile eines Sitzbads

Teil- und Fußbäder haben immer eine bestimmte Indikation. Ein Sitzbad bietet den Vorteil, dass das Herz nicht so belastet wird, weil es nicht von dem warmen Wasser umspült wird. Für ein Sitzbad benötigt man eigentlich eine spezielle Wanne, weshalb es zu Hause eher schwierig durchzuführen ist, außer, man besitzt eine Sitzbadewanne.

Im engsten Sinne sollen bei einem medizinischen Sitzbad die Füße und Unterschenkel trocken bleiben; nur Unterleib und Oberschenkel werden vom Wasser umspült. Alternativ zum Sitzbad kann man aber ein Halbbad durchführen.

Sitzbäder eignen sich besonders gut für Kinder mit einer schwächlichen Konstitution; weiterhin lösen sie Verkrampfungen. Die Auswahl der Kräuter zeigt an, auf welche Beschwerden man einwirken kann.

Senfmehl

Wie schon erwähnt, haben Teil-, Fuß- und Sitzbäder meist ableitende Eigenschaften; diese sollten von den Kräutern unterstützt werden. Senfmehl ist besonders entzündungshemmend, reizt aber auch extrem die Haut.

Ein Teil-, Fuß- und Sitzbad sollte deshalb nur nach Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen. Dafür rührt man 250g Senfmehl in kaltes Wasser ein und gibt es dann dem warmen Badewasser zu.

Heidekraut

Für ein muskelstärkendes Teilbad werden 250g Heidekraut in zwei Liter Wasser etwa 15 Minuten gekocht. Dann werden die Kräuter abgeseiht und den Absud fügt man dem Badewasser zu.

Wurmfarn und Weinrebe

Rheuma bei Kindern ist eher selten, kann aber vorkommen. Dagegen kann ein Absud aus Wurmfarnwurzeln wirken. Dafür werden 250g Wurzeln in zwei Liter Wasser ungefähr 15 Minuten gekocht. Den abgeseihten Absud fügt man dem Badewasser zu. Ein Fußbad mit den Blättern der roten Weinrebe fördert die Blutzirkulation.

Zinnkraut

Ein Bad mit Zinnkraut lindert Beschwerden der Harnorgane. Damit ein Sitzbad seine volle Wirkung entfalten kann, sollte das Kind anschließend mindestens eine Stunde ruhen.

Je nach Art der Beschwerden können auch nach dem Sitzbad Kaltanwendungen durchgeführt werden, wie kalt Abduschen oder kalt Abwaschen. Genau wie durch die entsprechenden Kräuter, wird dadurch die Wirkung des Sitzbades intensiviert.

Heilende Kräuter für Vollbäder

Vollbäder bieten sich vor allen Dingen bei Erkältungen sehr gut an. Bei Vollbädern werden 500g des Heilkrauts verwendet. Man stellt zuerst einen Aufguss her, dieser wird abgeseiht und dann fügt man den Sud kurz vor dem Bad dem Badewasser zu.

Thymian und Eukalyptus

Bei Bronchitis helfen Thymian und Eukalyptusblätter. Dafür wird von den Heilkräutern ein Sud hergestellt. Die wohltuenden Kräuter werden dann dem Badewasser zugefügt und entfalten so ihre Wirkung.

Das Kind sollte wohltemperiert nicht länger als 20 Minuten baden. Anschließend muss man das Kind gut abtrocknen und warm einpacken. Am besten wirkt so ein Vollbad vor dem Schlafen.

Rosmarin, Lavendel und Salbei

Rosmarin hat eine anregende Wirkung und kurbelt den Kreislauf an, dafür lässt man 500g zehn Minuten ziehen und fügt den Sud dem Badewasser zu. Lavendel hat wie Salbei eine stärkende, aber zusätzlich auch beruhigende Wirkung.

Beide Heilkräuter lässt man 20 Minuten ziehen und fügt sie dann dem Badewasser zu. Man lässt das Kind so lange baden, wie es als angenehm empfunden wird.

Dabei darf das Kind aber nicht unterkühlen. Manchmal darf man auch einfach ein Wohlfühlbad mit Kräutern machen. Kinder genießen das und freuen sich auch über die Wellnessanwendung.

Ein Wohlfühlbad ist für Kinder ein schönes Erlebnis
Ein Wohlfühlbad ist für Kinder ein schönes Erlebnis

Es gibt eine Vielzahl an Kräutern mit unterschiedlichen Wirkungen. Deshalb ist es sinnvoll, sich kräuterkundig zu machen. Es gibt viele gute Bücher und auch im Internet kann man fündig werden.

Am besten ist es natürlich, wenn man einen kräuterkundigen Menschen kennt. So kann man für eine Vielzahl an Beschwerden das richtige Kraut einsetzen.

Verschiedene Wirkweisen

Kräuterbäder wirken auf den Körper, Geist und Seele und sind deshalb eine ganzheitliche Therapie. Gerade ihre psychische Wirkung kann man sich bei Kindern zu Nutze machen.

So wirken bestimmte Kräuter beruhigend und ein solches Bad kann auf das Schlafengehen vorbereiten. Andere Kräuter regen den Appetit an oder sie durchwärmen den Körper.

Es gibt unzählige Eigenschaften, die Kräuter entfalten können. Und die Wirkung kann den gesamten Organismus beeinflussen. Trotzdem gehört ein Kräuterbad zu den sanften Heilmethoden und bei richtiger Anwendung und wenn keine Allergien oder Unverträglichkeiten gegen ein bestimmtes Kraut besteht, ist auch nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen.

Kinder reagieren normalerweise gut auf medizinische Bäder. Die entsprechenden Kräuter können das Immunsystem stärken oder Erkältungserscheinungen lindern.

Kräuter sind vielseitig und meistens auch preiswert. Am besten ist es natürlich, wenn man sie frisch wild sammeln kann und vorzugsweise im eigenen Garten hat.

zum Beispiel sind anspruchslos und lassen sich leicht im Garten ziehen. Allerdings braucht man für ein Bad schon eine größere Menge. Gerade wenn Kräuterbäder kurativ angewendet werden sollen, braucht man dann schon mehrere Kilos von den Heilkräutern. Ansonsten kann man auch die ätherischen Öle einsetzen, die beispielsweise gerade bei Erkältungskrankheiten sehr gut wirken.

Grundinformationen zu Medizinischen Bädern

  • Medizinische Bäder - Nutzen, Arten und Anwendungshinweise

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: bath series. feet ii © Alexey Stiop - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Small child in bath © Fanfo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Two babies in bubble bath © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: ?? © Paylessimages - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Donna in una spa di montagna © vision images - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: young beautiful brunette woman takes bubble bath © vitaliy_melnik - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Senior Frau im Moorbad bei Alternativtherapie © Kzenon - www.fotolia.de

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