Typische Sportverletzungen im Überblick

Herrenbein mit Krücken und gebrochenem Fuß auf Rasen, Spielfeld

Zu den häufigsten Sportblessuren zählen Prellungen, Verrenkungen, Verstauchungen, Bänderrisse und Frakturen

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  • von Paradisi-Redaktion

Eigentlich gilt Sport als gesund. Übertreibt man es jedoch, kann es zu unangenehmen Verletzungen kommen.

Sportverletzungen können durch frühe Diagnosen vermieden werden

Leistungssportler können körperliche Schäden, die durch zu hohe Belastungen hervorgerufen werden (wie zum Beispiel Knochenbrüche), durch prophylaktische Maßnahmen vermeiden. Laut Ärzten des Klagenfurter Landeskrankenhauses würde die Magnetresonanztomographie (MRT) ein ausgezeichnetes Mittel darstellen, um eventuell auftretende Verletzungen frühzeitig zu erkennen.

So hilft die MRT dabei, bevorstehende Knochenbrüche sowie Schäden am Knorpel festzustellen, indem es Veränderungen an eben jenen Stellen diagnostiziert.

Unter Sportverletzungen versteht man Verletzungen, die beim Ausüben von sportlichen Aktivitäten auftreten. In Deutschland machen Sportunfälle etwa 20 Prozent aller Unfälle aus. Dabei kommt es bei rund zwei Millionen Freizeit- oder Leistungssportlern zu Verletzungen. Manche Verletzungen sind sogar typisch für eine bestimmte Sportart.

Verschiedene Formen

Bei Sportverletzungen wird zwischen endogenen und exogenen Verletzungen unterschieden.

  • Um eine endogene Verletzung handelt es sich, wenn die Verletzung ohne äußere Einwirkungen auftritt. Als Ursachen kommen Überanstrengung im Wettkampf oder fehlerhaftes Training infrage.

  • Exogene Verletzungen entstehen infolge von sportlichen Auseinandersetzungen wie zum Beispiel bei einem Fußballspiel oder Boxkampf.

Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen

Betroffene Körperbereiche

Als typische Sportverletzungen gelten unter anderem

Damit durch Sportverletzungen keine bleibenden Schäden entstehen, ist es wichtig, sie rechtzeitig und fachgemäß zu behandeln.

Sport ist gesund, solange man keine Unfälle hat - die Gefahr von Zerrungen und Prellungen

Beim Sport kann es zu Zerrungen und Prellungen kommen - Verletzungen können gut behandelt werden

Männerbeine, Hand fasst an rot markiertes Knie, Knieschmerzen
Pain © valentinrussanov - www.fotolia.de

Sport ist sozial und gesund. Man verbringt Zeit mit Freunden, Familie oder Kollegen und tut ganz nebenbei etwas für Stoffwechsel, Immunsystem und Aussehen. So weit die positive Seite des Sportes. Leider bergen viele Sportarten auch das Risiko auf böse Unfälle. Nicht immer bricht man sich gleich einen Knochen, dennoch kann viel passieren. Besonders die Gefahr von Zerrungen und Prellungen wird immer wieder unterschätzt. Wenn die Sehnen und Muskeln nicht auf das Sportprogramm vorbereitet sind, kann eine dumme Bewegung schon reichen.

Aufwärmübungen als Prävention gegen Zerrungen

Der Trost: diese beiden Verletzungsformen sind nicht sehr gefährlich und können gut behandelt werden. Allerdings sind sowohl die Zerrung als auch die Prellung sehr schmerzhaft. Sparen kann man sich das Leid, wenn man sich richtig aufwärmt. Die Muskeln und Sehnen brauchen ausreichend Dehnung, damit auch schnelle Bewegungen gesund ausgeführt werden können. So kann man eine Überdehnung von Sehnen, Bändern und Muskelfasern weitgehend vermeiden.

Prellungen dagegen sind schwer vorzubeugen. Wenn man einen ungünstigen Stoß bekommt, oder hinfällt, kann die heftige Krafteinwirkung zu schmerzhaften Blutergüssen und Schwellungen führen. Hier hilft nur Kühlen und Abwarten. Bei einer Zerrung ist ebenfalls Schonung angesagt. Oft kann der Arzt auch spezielle Verbände anlegen, die vor zu viel Bewegung schützen.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Sportverletzungen ein.

Adduktorenzerrung

Als Adduktorenzerrung bezeichnet man eine Zerrung an den Ursprungssehnen der Adduktoren. Die Adduktoren werden zur Gruppe der Skelettmuskeln gezählt. Zu finden ist die Muskelgruppe der Adduktoren an der Oberschenkelinnenseite.

Von dort aus wirken sie auf das Hüftgelenk ein. Zu ihren Funktionen gehört, den Oberschenkel seitlich heranzuziehen.

Ursachen

Ursächlich für eine Adduktorenzerrung sind plötzliche Zugbelastungen, die den Muskel oder die Sehne stark anspannen. Dabei besteht auch die Gefahr, dass es zu einem Riss kommt.

Im Falle einer Zerrung lässt sich der Muskel jedoch weiterhin bewegen. Es können allerdings kleinere Einblutungen im Muskel entstehen.

Eine Verletzung der Adduktoren tritt häufig beim Fußball nach einer Grätsche auf. Besonders hoch ist das Zerrungsrisiko, wenn sich der Akteur vor dem Sport nicht genügend aufwärmt.

Symptome

Typische Symptome einer Adduktorenzerrung sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen am Sehnenansatz oder im Bereich des Schambeins. Außerdem kann es zu Schwellungen und Bewegungseinschränkungen kommen.

Behandlung

Für die erfolgreiche Behandlung einer Adduktorenzerrung ist eine gute Erstversorgung überaus wichtig, bei der das bewährte PECH-Schema zur Anwendung kommt. Unter PECH versteht man Pause, Eis zur Kühlung, Compression durch einen Druckverband sowie das Hochlagern der verletzten Körperstelle.

Besonders wichtig sind das Stillen von Blutungen und das rasche Abschwellen des betroffenen Gewebes. Unterstützend können auch entzündungshemmende Arzneimittel und Salbenverbände zum Einsatz kommen.

Nach Linderung der Schmerzen lassen sich die verletzten Muskeln mit krankengymnastischen Übungen wieder allmählich mobilisieren. Damit die Beschwerden nicht chronisch werden, muss die Adduktorenzerrung unbedingt auskuriert werden. Um einer Zerrung vorzubeugen, sollten die Adduktoren vor jedem Training oder Wettkampf ausreichend gedehnt und gekräftigt werden.

Ausgerenkte Schulter

In der Medizin bezeichnet man eine Schulterverrenkung auch als Schulterluxation. Dabei wird der Oberarmkopf aus der Schultergelenkspfanne ausgekugelt.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Schweregraden. Diese reichen von Überdehnung über Halbauskugelung bis hin zur kompletten Ausrenkung der Schulter. Häufig wird bei einer Ausrenkung auch die Gelenkkapsel in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen

Zu einer Schulterluxation kommt es meist, wenn der Betroffene auf den angehobenen Arm stürzt oder starke Kräfte auf den Außenarm einwirken. Besonders hoch ist das Verletzungsrisiko bei Ballsportarten wie Handball sowie beim

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Schulterluxation gehören Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Oftmals hat die betroffene Schulter ein ungewöhnliches Aussehen. Besteht zusätzlich eine Nervenverletzung, macht sich dies durch Gefühllosigkeit im Bereich der Schulter bemerkbar.

Kommt es zum Ausrenken der Schulter, sollte der Betroffene nicht versuchen, das Gelenk selbst wieder einzurenken, da sonst Sehnen, Gefäße oder Nerven beeinträchtigt werden. Stattdessen ist es besser, so rasch wie möglich einen Orthopäden zu konsultieren.

Behandlung

In der Regel wird eine ausgerenkte Schulter vom Arzt manuell wieder eingerenkt. Anschließend erfolgt eine Röntgenuntersuchung zur Kontrolle.

Ist das Einrenken der Schulter erfolgreich verlaufen, legt man den Arm zur Ruhigstellung in eine Schlinge. Leidet der Patient jedoch zusätzlich unter eingeklemmten Nerven oder Knochenfrakturen, muss ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden.

Kommt es häufiger zum Auskugeln der Schulter, sollte man das Gelenk arthroskopisch stabilisieren lassen, um weitere Verletzungen dieser Art zu verhindern. Zu diesem Zweck bringt der Chirurg mithilfe von resorbierbaren Nahtankern Gelenklippe und Gelenkkapsel wieder in die richtige Lage und fixiert sie. Nach dem Eingriff kann der Patient das Krankenhaus bereits am nächsten Tag wieder verlassen.

Die weitere Behandlung erfolgt ambulant. Der Patient muss die operierte Schulter etwa sechs Wochen lang schonen. Danach folgt für weitere sechs Wochen eine Physiotherapie, bevor sich die Schulter wieder komplett belasten lässt.

Bakerzyste

Bei der Bakerzyste, die nach dem englischen Chirurgen William Morrant Baker (1839-1896) benannt wurde, handelt es sich um eine Aussackung in der Kniekehle, die mit Flüssigkeit gefüllt ist.

Ursachen

Hervorgerufen wird sie meist durch degenerative Meniskusschäden. Aber auch rheumatoide Arthritis oder arthrotische Knorpelveränderungen können der Grund für ihre Entstehung sein.

Aufgrund von chronischen Entzündungszuständen bildet sich verstärkt Gelenkflüssigkeit, was schließlich einen Überdruck im Knie zur Folge hat. Da die Gelenkkapsel an der Stelle, an der der Widerstand am geringsten ist, nachgibt, bildet sich dort eine Zyste.

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Bakerzyste gehören immer wieder auftretende Schmerzen in der Kniekehle sowie an der oberen Wade. Manchmal besteht auch nur ein Spannungsgefühl in der Kniekehle.

Oftmals lässt sich die Bakerzyste auch als Schwellung an der Kniekehle ertasten. Wie stark die Schwellung und die Schmerzen ausgeprägt sind, hängt davon ab, wie aktiv der Patient ist. Je größer die körperliche Aktivität ausfällt, desto mehr machen sich die Beschwerden bemerkbar.

Diagnose und Behandlung

Diagnostizieren lässt sich eine Bakerzyste am besten durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Kernspintomographie. Die Behandlung der Zyste kann sowohl auf konservative als auch auf operative Weise erfolgen.

Bei einer konservativen Therapie versucht man den Schaden im Gelenk zu beheben, damit sich die Zyste wieder zurückbildet. Dabei erhält der Patient Kompressionsbandagen sowie entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen. Führt die konservative Therapie nach einem halben Jahr nicht zur Besserung der Beschwerden, kann eine operative Entfernung der Zyste sinnvoll sein.

Ultraschall und Kernspin-Tomographie als bevorzugte Diagnosemethoden

Engpass-Syndrom

Bei einem Engpass-Syndrom entsteht ein Engpass zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach, was wiederum zu Reizungen der Muskeln und Sehnen führt, die sich unter dem Dach der Rotatorenmanschette befinden. Darüber hinaus wird der Schleimbeutel in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen

Häufigste Ursache für ein Engpass-Syndrom sind Stürze auf die Schulter. Aber auch ein trainingsbedingtes Ungleichgewicht der Rotatorenmanschettenmuskulatur oder einseitige Belastungen können zu Einklemmungen und Reizungen der Sehnen führen. Häufig betroffen davon sind Sportler wie Speerwerfer oder Schwimmer.

Symptome

Charakteristisch für ein Engpass-Syndrom ist, dass die Schmerzen immer nur dann auftreten, wenn der Betroffene seinen Arm anhebt. Befindet sich die Hand dagegen über dem Kopf, verschwinden die Schmerzen wieder.

Nach längerer Zeit kann es allerdings auch im Ruhezustand zu Schmerzen kommen, was vor allem in den Nachtstunden der Fall ist. Treten die beschriebenen Beschwerden auf, muss der Betroffene seine sportlichen Aktivitäten einstellen, den Arm schonen und einen Arzt aufsuchen.

Diagnose und Behandlung

In den meisten Fällen kann ein Engpass-Syndrom schon anhand der Symptome und der Krankengeschichte festgestellt werden. Um den Zustand des Schleimbeutels und der knöchernen Strukturen des Schultergelenks zu beurteilen, erfolgen meist eine Ultraschall- bzw. eine Röntgenuntersuchung.

Zur Linderung der Schmerzen erhält der Patient entzündungshemmende Medikamente und Injektionen. Damit sich die Schulterfunktionen wieder bessern, erfolgt zudem eine längere Physiotherapie.

Sind die Beschwerden chronisch, kann auch eine Operation sinnvoll sein. Damit es gar nicht erst zu einem Engpass-Syndrom kommt, sollten die Schultermuskeln regelmäßig und gleichmäßig trainiert werden.

Ermüdungsbruch

Ermüdungsbrüche treten vor allem an den Knochen des Fußskeletts sowie am Ober- und Unterschenkel auf.

Ursachen

Ursache einer solchen Fraktur sind dauerhafte mechanische Belastungen des Knochens. Besonders betroffen von dieser Verletzung sind Tänzer und Laufsportler.

Durch eine permanente erhöhte Belastung wird das Gleichgewicht zwischen Knochengewebeaufbau und Knochengewebeabbau gestört. Im Laufe der Zeit bildet sich ein Riss im Knochen, der schließlich zum Bruch führt.

Symptome

Da Ermüdungsbrüche schleichend vorangehen, machen sie sich meist nur durch leichte lokale Druckschmerzen oder Schwellungen an der betroffenen Stelle bemerkbar, die bei Belastungen auftreten. Im Ruhezustand zeigen sich dagegen keinerlei Beschwerden.

Diagnose und Behandlung

Zur Diagnose eines Ermüdungsbruches wird meist eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, die allerdings nicht immer genügend Aufschluss bringt. Daher können noch weitere Untersuchungen wie eine Szintigraphie oder eine Kernspintomographie notwendig sein.

Behandlung

Um einen Ermüdungsbruch zu behandeln, erhält der Patient schmerzstillende Mittel wie Diclofenac oder Ibuprofen. Außerdem muss die betroffene Körperstelle entlastet werden.

Bis die Fraktur verheilt ist, dauert es bei einem normalen Ermüdungsbruch in der Regel 6-8 Wochen. Tritt ein Ermüdungsbruch jedoch am Mittelfuß oder an der Kante des Schienbeins auf, sind mitunter ein Gipsverband oder ein operativer Eingriff erforderlich. Dann beträgt die Heilungsdauer etwa ein halbes Jahr.

Notwendiger Gipsverband bei einem Ermüdungsbruch am Mittelfuß
Notwendiger Gipsverband bei einem Ermüdungsbruch am Mittelfuß

Vorbeugung

Um einem Ermüdungsbruch entgegenzuwirken, empfiehlt es sich,

  • das Trainingsprogramm an die individuelle Belastbarkeit anzupassen und
  • stets Aufwärmübungen vor dem Training durchzuführen.

Hilfreich kann auch

das Tragen von stoßdämpfenden Schuhen oder speziellen Einlagen sein.

Handgelenksbruch

In der Medizin bezeichnet man einen Handgelenksbruch als Radiusfraktur oder Speichenbruch. Dabei liegt eine Fraktur im handgelenknahen Bereich vor.

Ursachen

Ursache für diese Verletzung sind Stürze auf die ausgestreckte oder gebeugte Hand. Am häufigsten tritt eine Handgelenksfraktur bei Sportarten wie

auf.

Diagnose und Behandlung

Ein Handgelenksbruch muss rasch medizinisch versorgt werden, damit es nicht zu gravierenden Spätfolgen kommt. Für die Diagnose führt man in der Regel eine Röntgenuntersuchung durch. Handelt es sich um einen einfachen Bruch, richtet man die Bruchenden ein und stellt das Handgelenk mit einem Gipsverband ruhig.

Bis zur vollständigen Heilung der Fraktur dauert es etwa 4-6 Wochen. In dieser Zeit muss der Patient sein Handgelenk schonen. Bei komplizierten Brüchen, wie einem Trümmerbruch, ist dagegen eine Operation erforderlich.

Vorsicht beim Ski-Sport - der beliebte Wintersport birgt viele Verletzungsgefahren

Auch wenn Sport in der Natur gesund ist, passieren beim Wintersport die meisten Unfälle mit Folgen

Skifahrer mit Helm und Skibrille carvt unter blauem Himmel eine Piste hinunter
the skier © Ilja Masík - www.fotolia.de

Mediziner raten allen Menschen zur sportlichen Bewegung, denn nicht nur die Figur, sondern auch das Immunsystem dankt es uns. Am Besten ist es dann noch, wenn die Sportaktivitäten außer Haus sind und wir frische Luft atmen. All diese Wünsche erfüllt der Ski-Sport, der zudem noch Spaß und Nervenkitzel bieten kann.

Eine aktuelle Studie zeigte aber auch, dass sich immer mehr Menschen bei diesem Wintersport zum Teil schwere Verletzungen zuziehen. Über sechs Jahre hinweg wurden Daten von knapp 3.600 Menschen erhoben. Alle hatten sich Frakturen im Gesicht zugezogen. 147 Fälle gingen dabei allein auf Sportaktivitäten im Winter zurück. Das bedeutet, dass 4,8 Prozent der Kopfwunden auf Wintersportarten fallen.

Die Untersuchung ergab zudem einen deutlichen Unterschied bei den Geschlechtern. 79,6 Prozent aller Ski-Unfälle passieren Männern. Auch scheinen sich junge Menschen eher zu verletzen, als ältere Personen. Nur bei den Männern steigen die Verletzungen noch mal im letzten Lebensabschnitt.

32 Prozent der Knochenbrüche betreffen das Jochbein, das Nasenbein brechen sich 24 Prozent und die Knochenhöhle um die Augen macht 18 Prozent aller Frakturen aus.

US-Forscher untersuchen mit Hilfe von Sensoren und Hirnscans Risiko für Hirnverletzungen beim Sport

Kontaktsportarten wie Football können für die Spieler mitunter sehr gefährlich werden, denn nicht selten kommt es vor, dass sich Spieler bei einem Zusammenstoß mit anderen Spielern Gehirnerschütterungen oder andere ernsthafte Kopfverletzungen zuziehen.

Das Risiko von Gehirnverletzungen bei Kontaksportarten untersuchen amerikanische Forscher derzeit in einer groß angelegten Studie mit jugendlichen Amateur-Footballern. Dazu bedienen sie sich modernster Technik. Mit speziellen Helmen, die mit Beschleunigungssensoren ausgestattet sind, können die Forscher das Risiko für Kopfverletzungen gleich für eine ganze Saison berechnen.

Zusätzlich werden die Gehirne der Probanden bei Scans auf Veränderungen in Gewebe und Funktion untersucht. Die ersten Ergebnisse werden derzeit ausgewertet.

Sportverletzungen bei Snowboardern: Armbrüche und wie man auch ohne Gips auskommt

Bei Snowboardunfällen werden Brüche häufig geschient und nicht mehr gegipst

Snowboarder in der Luft vor blauem Himmel in Schneelandschaft
Airborne © Elena Semenova - www.fotolia.de

Etwa 1,5 Millionen Snowboarder innerhalb Deutschland sind jeden Winter aktiv auf den Pisten unterwegs. Freestyle in der Halfpipe, Raceboard auf der Piste oder auch als Freerider im tollen Pulverschnee, jede Form macht unheimlich Fun.

Häufigster Knochenbruch: Radiusfraktur

Doch Snowboarden ist nicht nur eine spaßige Freizeitbeschäftigung, sondern birgt auch die Gefahr einen Unfall zu erleiden. Kommt es zum Sturz, dann sind neben Verletzungen am Steißbein, Knöchel, Kreuzband, Meniskus und Schulter oftmals das Handgelenk der betroffene Körperteil und landet dann unweigerlich im Gips. Die Radiusfraktur ist ein handgelenksnaher Speichenbruch und zählt zu den häufigsten Brüchen überhaupt, da man aus einem Reflex heraus versucht sich bei einem Sturz abzustützen. Gerichtet wird der Bruch entweder unter örtlicher Betäubung oder durch eine Operation, bei der eine Platte oder auch Drähte zum Stabilisieren eingesetzt werden. Fünf bis sechs Wochen in Gips benötigt diese Fraktur bevor sie verheilt ist.

Schienen statt Gips

Doch immer öfter wird statt Gips eine Schiene mit einem Vakuumstützkissen verwendet, die den Vorteil hat, dass man sie beim Duschen oder zu den Untersuchungen abnehmen kann. Auch lassen sich die Finger besser bewegen, doch kann man diese Schiene nicht wie früher den Gipsverband mit Unterschriften oder Bildern schmücken.

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    Knorpelverletzung im Sprunggelenk

    Knickt man beim Sport häufig mit dem oberen Sprunggelenk um, besteht die Gefahr, dass dabei im Knorpel kleine Mikrotraumen entstehen. Diese können eine bleibende Instabilität des Gelenkes zur Folge haben.

    Verursacht werden Knorpelverletzungen im Sprunggelenk durch das Umknicken des oberen Sprunggelenks nach außen, was man als Suprinationstrauma bezeichnet. Dabei werden auch die Außenbänder des Sprunggelenks in Mitleidenschaft gezogen.

    Diagnose

    Eine Knorpelverletzung zu diagnostizieren, ist jedoch nicht immer ganz einfach, denn frische Verletzungen lassen sich auf einer Röntgenaufnahme nicht deutlich erkennen. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind eine Sonographie oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).

    Lässt sich danach die Diagnose immer noch nicht eindeutig stellen, besteht die Möglichkeit einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung). Dabei können kleinere Knorpelteile entfernt oder wieder eingefügt werden. Außerdem spült man das Gelenk sauber.

    War in früheren Jahren die Behandlung einer schweren Knorpelverletzung im Sprunggelenk nur durch eine Gelenkversteifung möglich, kann heutzutage die Beweglichkeit des Sprunggelenks durch eine Knorpelzell-Transplantation erhalten werden. Auch der Einsatz von modernen Prothesen ist möglich.

    Vorbeugung

    Damit ist es gar nicht erst zu Knorpelverletzungen des Sprunggelenks kommt, wird empfohlen, bei riskanten Sportarten schaftverstärkte Sportschuhe zu tragen. Ebenfalls verringern lässt sich das Verletzungsrisiko durch Tapeverbände oder funktionelle Orthesen.

    Kompartmentsyndrom

    Von einem Kompartmentsyndrom spricht man, wenn eine Durchblutungsstörung von Muskeln und deren begleitenden Nerven vorliegt. Diese wird durch stark erhöhten Gewebedruck hervorgerufen.

    Ursachen

    Auslöser für ein Kompartmentsyndrom sind meist Verletzungen, bei denen sich Hämatome (Blutergüsse) oder entzündliche Flüssigkeit bilden, wie bei Knochenfrakturen. Das Syndrom tritt vor allem bei Muskeln auf, die sich in Muskelkammern befinden, die nur wenig dehnbar sind. Außerdem werden sie von einer Faszie (Muskelbinde) umgeben.

    Dies hat jedoch zur Folge, dass sich die Muskeln im Falle eines erhöhten Innendrucks nicht weit genug ausdehnen können. Besonders anfällig für ein Kompartmentsyndrom ist der Unterschenkel im Schienbeinbereich.

    Verursacht wird ein Kompartmentsyndrom in erster Linie durch erhebliche Gewalteinwirkung. Es kann aber auch durch eine starke Überlastung der Muskeln entstehen, was vor allem bei Langstreckenläufern der Fall ist.

    Symptome

    Bemerkbar macht sich ein Kompartmentsyndrom durch erhebliche Schmerzen, die mit einer Schwellung und einem Spannungsgefühl in der betroffenen Körperregion einher gehen. Ebenso sind Lähmungen der Muskeln im Bereich des Möglichen.

    Diagnose und Behandlung

    Festgestellt wird ein Kompartmentsyndrom durch seine typischen Symptome sowie die Messung des Gewebedrucks. Ein akutes Kompartmentsyndrom stellt einen medizinischen Notfall dar, und muss umgehend durch eine Operation behandelt werden, bei der die Faszie der jeweiligen Muskelgruppe gespalten wird.

    Ein chronisches oder funktionelles Kompartmentsyndrom, das durch sportliche Betätigungen entsteht, behandelt man dagegen konservativ durch Kühlung und Tieflagerung der betroffenen Stelle. Außerdem muss der Patient die Muskulatur schonen und solange auf Sport verzichten, bis die Beschwerden wieder abklingen.

    Riss der Rotatorenmanschette

    Bei einem Rotatorenmanschettenriss handelt es sich um die Ruptur einer Schultersehne. Unter der Rotatorenmanschette versteht man eine Muskelgruppe, die sich aus vier Muskeln zusammensetzt. Diese Gruppe hält den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne des Schulterblattes.

    Außerdem ermöglichen die Muskeln Armbewegungen wie das Drehen nach innen und außen, seitliches Abspreizen oder das Heranführen des Arms. Besonders betroffen von einem Rotatorenmanschettenriss ist die Sehne des Supraspinatus-Muskels.

    Ursachen

    Verursacht wird eine Ruptur der Rotatorenmanschette durch Stürze auf den ausgestreckten Arm, was beim Radfahren vorkommen kann. Manchmal führt jedoch auch das einseitige Training von bestimmten Muskeln zu einer schleichenden Abnutzung der Sehnen, wie beispielsweise bei Werfern oder Schwimmern.

    Symptome

    Bemerkbar macht sich ein Riss der Rotatorenmanschette durch plötzlich einsetzende Schmerzen im seitlichen Oberarm und in der Schulter. Mitunter können die Schmerzen bis zur Hand ausstrahlen.

    Bei einem kompletten Riss der Sehne lässt sich der Arm nicht nach außen rotieren oder abspreizen. Außerdem treten häufig Druckschmerzen am Ansatz der Supraspinatussehne auf. Zusätzlich kann auch ein Engpass-Syndrom vorliegen.

    Diagnose und Behandlung

    Um einen Rotatorenmanschettenriss festzustellen, nimmt der behandelnde Arzt eine körperliche Untersuchung vor, bei der er die Muskeln der Rotatorenmanschette auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Außerdem können bildgebende Verfahren wie

    • eine Röntgenuntersuchung
    • eine Sonographie oder
    • eine Kernspintomographie

    eingesetzt werden.

    Behandeln lässt sich ein Rotatorenmanschettenriss sowohl auf konservative als auch auf operative Weise. Für Sportler, die unter starken Schmerzen leiden, ist meist eine Operation sinnvoller. Dabei vernäht man entweder die Sehnenrisse oder fixiert sie mithilfe von Schraubankern. Manchmal müssen auch abgerissene Anteile, die Einklemmungen verursachen, entfernt werden.

    Besteht dagegen lediglich ein Anriss der Rotatorenmanschette, kann man diesen konservativ durch Ruhigstellung und die Einnahme von entzündungshemmenden Präparaten wie Diclofenac oder Ibuprofen behandeln.

    Grafische Darstellung der Rotatorenmanschette
    Grafische Darstellung der Rotatorenmanschette

    Kapselriss

    Die menschlichen Gelenke werden von einer Kapsel umhüllt. Durch Sportverletzungen besteht die Gefahr eines Kapselrisses. Das heißt, dass die Gelenkkapsel durch eine Verstauchung oder Verrenkung einreißt. Häufig tritt ein Kapselriss zusammen mit einer Bänderverletzung auf.

    Besonders betroffene Körperstellen sind:

    Ursachen

    Der Kapselriss zählt zu den typischen Sportverletzungen. So entsteht die Verletzung oftmals durch plötzliche Extrembewegungen, die zu einer Überdehnung des betroffenen Gelenks führen und eine Richtung zur Folge haben, die nicht zum normalen Bewegungsradius gehört. Dabei kommt es nicht nur zur Verletzung der Bänder, sondern auch der Gelenkkapsel.

    Zum Beispiel werden Kapselrisse am Finger häufig durch Sportarten wie Volleyball oder Handball hervorgerufen. So besteht dabei die Gefahr, dass der Finger in eine Richtung abknickt, die nicht vorgesehen war, was wiederum die Schädigung der betroffenen Gelenkkapsel zur Folge hat.

    Ein Kapselriss am Sprunggelenk entsteht dagegen häufig durch das Umknicken des Fußes. Nebenbei leiden die Betroffenen nicht selten unter einer Bänderdehnung oder einer Bänderruptur.

    Im Kniegelenk kann es auch durch einen Riss des Innenbands zu einem Kapselriss kommen, ohne dass eine Ausrenkung vorliegt. Manchmal wird ein Kapselriss auch durch Tritte oder Schläge verursacht.

    Symptome

    Bemerkbar macht sich ein Kapselriss zumeist durch:

    Diagnose

    Die Diagnose eines Kapselrisses fällt nicht immer leicht. So können auch andere Verletzungen wie ein Bänderriss oder eine Bänderdehnung für die dabei auftretenden Beschwerden verantwortlich sein. Auch eine Röntgenuntersuchung liefert nicht immer präzisen Aufschluss darüber, ob es sich um eine Kapsel- oder eine Bänderverletzung handelt.

    Allerdings lässt sich eine Schädigung der Bänder durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) größtenteils ausschließen. Gewissheit erhält man zumeist durch eine Kernspintomographie (MRT).

    Behandlung

    Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem Kapselriss hat sich die PECH-Regel bewährt. Das heißt, dass der Patient seine verletzte Gelenkkapsel ruhigstellt, kühlt und hochlagert. Auch eine Kompression sollte erfolgen.

    Die Kühlung, die rund 20 Minuten dauert, nimmt man mit einem Kühlkissen vor. Sie darf aber nicht zu lange anhalten, da sonst weitere Schädigungen drohen. Darüber hinaus ist es wichtig, beim Kühlen eine Unterlage wie ein Tuch zwischen die Kühlpackung und das Gelenk zu legen.

    Zur Behandlung der Schmerzen empfiehlt sich ein Schmerzmittel, das keine Acetylsalicylsäure (ASS) enthält, weil diese die Durchblutung anregt. Die weitere Behandlung erfolgt dann durch einen Arzt. Dieser stellt normalerweise das Gelenk ruhig.

    Ebenso ist jedoch ein physiotherapeutisches Bewegungstraining möglich. So lässt sich durch gezielte Bewegung der Bluterguss rascher abbauen, was wiederum einen schnelleren Heilungsprozess zur Folge hat.

    Bis zur endgültigen Abheilung des Kapselrisses können bis zu 6 Wochen vergehen, was auch von der betroffenen Körperstelle und dem Ausmaß der Verletzung abhängt.

    Vorbeugung

    Damit es gar nicht erst zu einem Kapselriss kommt, wird empfohlen, sich regelmäßig vor dem Sport gründlich aufzuwärmen und spezielle Dehnübungen vorzunehmen. Zu bedenken ist zudem, dass sich die Beweglichkeit von Kapseln und Bändern ab einem Alter von etwa 30 Jahren verringert.

    Grundinformationen zu Sportverletzungen

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: Trotz Verletzung Mut zum Ziel © Jeanette Dietl - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Plaster © Podfoto - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Anatomie Rotatorenmanschette, Schulter Vorderansicht © bilderzwerg - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Medicine nerse put man into tunnel © Mikhail Malyshev - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: female patient's knee joint dynamic test carried out with the use of an ultrasound © endostock - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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