Schlafmangel - Ursachen und Behandlung

Frau liegt im Bett, müde, hat Augenringe, Schlafstörungen

Die Entstehung eines Schlafmangels und wie man ihn behandeln und verhindern kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Schlafmangel betrifft jeden Menschen hin und wieder. Er kann jedoch auch krankhaft bedingt sein.

Ursachen

Schlafmangel hat unterschiedliche Ursachen. Häufig stecken alltägliche Probleme dahinter. Schlafmangel tritt immer dann auf, wenn der Mensch eine oder mehrere Nächte zu wenig geschlafen hat.

Die Ursache kann dabei eine durchgefeierte Nacht sein. Auch Straßenlärm kann zu Schlafmangel führen. Babys und kleine Kinder sorgen bei ihren Eltern häufig für Schlafmangel, wenn sie nachts aufwachen und so die Eltern aufwecken.

Patienten, die den ganzen Tag über unter Schmerzen leiden und nachts nicht wissen, wie sie sich hinlegen sollen, können nur schlecht schlafen. Auch Patienten mit psychischen Problemen leiden unter Schlafmangel, wenn sie nachts über ihre Probleme nachdenken.

Menschen, die in Schicht arbeiten, haben in ihrer Freizeit häufig Probleme, ihren Nachtschlaf nachzuholen. Viele Menschen können nicht auf Befehl schlafen.

Folgen

Eine typische Folge von akutem Schlafmangel ist Müdigkeit. Halten die Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum an, leidet auch die Gesundheit unter ihnen. So besteht die Gefahr, dass es zu

Letztere wirken sich wiederum verstärkend auf die Schlafprobleme aus. Eine weitere typische Folge von Schlafmangel sind vermehrter Appetit sowie die Zunahme von Gewicht. In extremen Fällen ist sogar das Auftreten von Halluzinationen möglich.

Darüber hinaus werden Gedächtnisprobleme, Übergewicht und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) durch den Schlafmangel gefördert.

Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem

Japanische und amerikanische Wissenschaftler konnten nun durch mehrere Studien beweisen, dass Menschen, die weniger als siebeneinhalb Stunden pro Nacht schlafen, öfter an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Häufig steigt durch die Schlaflosigkeit auch der Blutdruck der Betroffenen an, was wiederum das Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko begünstigt.

Die Zahlen sprechen eine dramatische Sprache: Wer in der Nacht oft aufwacht oder insgesamt weniger als sechs Stunden schläft, hat ein 48% höheres Risiko, an einer plötzlich auftretenden Herzkrankheit zu erkranken oder sogar zu sterben.

Auch das Schlaganfall-Risiko steigt um ganze 15%, weil sich der Körper durch die zu kurze Nachtruhe nicht ausreichend von den Strapazen des Tages erholen kann.

Warum ist Schlaf so wichtig für das Herz?

Das Herz kann sich in der Nacht - so wie alle anderen Organe - erholen. In der ersten Hälfte der Nacht sinkt bei den meisten Menschen der Blutdruck. Erst in der zweiten Hälfte der Nacht steigt dieser wieder an.

Das Herz wird dadurch entlastet, so dass der Puls mitunter auf etwa 50 Schläge pro Minute zurückgeht. So werden auch die Blutgefäße weniger beansprucht.

Während wir uns im Tiefschlaf befinden, können sich Herz und Kreislauf am besten erholen. Wer also in der Nacht nicht durchschlafen kann oder mit Einschlafproblemen kämpft, fordert sein Herz.

Diese Situation wird noch verstärkt, wenn man sich aufregt und Sorgen macht, nicht genügend Schlaf zu bekommen. Wer die Stunden bis zum Aufstehen zählt, tut sich selbst nichts Gutes. In dieser Situation hilft es am besten, wenn man bekannte Entspannungstechniken wie Autogenes Training anwendet. Hilfreich ist es auch, den Wecker umzudrehen, sodass man nicht verleitet wird, alle fünf Minuten auf die Uhr zu sehen.

Wann zum Arzt?

Hält der Schlafmangel längere Zeit an, ist es besser, sich an einen Arzt zu wenden. So können die Schlafstörungen ein Indiz für behandlungsbedürftige Erkrankungen wie

sein.

Diagnose

Dauert der Schlafmangel länger an, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Dieser geht der Ursache der Probleme auf den Grund.

Anamnese

Macht der anhaltende Schlafmangel einen Besuch beim Arzt nötig, führt dieser zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. So können neben physischen Ursachen auch psychische Gründe für die Schlaflosigkeit in Betracht kommen. Im Rahmen des Gesprächs befragt der Mediziner den Patienten danach,

  • wie lange dieser schon unter Schlafmangel leidet
  • wie seine Schlafgewohnheiten sind und
  • was für Stressfaktoren bestehen.

Auch der Genuss von Alkohol und Zigaretten sowie die Ernährungsgewohnheiten

spielen eine Rolle.

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an die Befragung findet auch eine körperliche Untersuchung des Patienten statt. Dabei lassen sich weitere Aufschlüsse über die möglichen Ursachen finden.

Von chronischen Schlafstörungen, in der Medizin auch chronische Insomnie genannt, handelt es sich jedoch erst, wenn die Schlafstörungen seit mindestens einem halben Jahr bestehen und dreimal in der Woche auftreten. Die weitere Behandlung richtet sich letztlich nach den Ursachen des Schlafmangels.

Behandlung

Schlafmangel kann krankhaft sein. Betroffen sind meist Patienten, die eine chronische Grunderkrankung haben. Wenn die Patienten ihrem Arzt das Schlafproblem schildern, so kann der Arzt Schlafmittel verordnen, die der Patient vorübergehend einnehmen kann.

Patienten, die aufgrund ihrer Schmerzen nicht schlafen, können Schmerzmittel erhalten. In jedem Fall muss die Grunderkrankung therapiert werden, um auch den Schlafmangel auszugleichen.

Je nach Grunderkrankung kann auch eine Therapie bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten helfen, den Schlafmangel in den Griff zu bekommen. Der Therapeut findet zusammen mit dem Patienten die Gründe für die psychische Krankheit und auch den Schlafmangel heraus.

Die Sitzungen finden in Einzelgesprächen oder als Gruppentherapie statt. Gegen die psychische Grunderkrankung kann der Therapeut auch Medikamente wie z.B. Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen) verordnen.

Selbsttherapie

Schlafmangel entsteht durch Schlafstörungen, die unterschiedliche Ursachen haben können. Sofern keine therapiebedürftige Krankheit für den Mangel an Schlaf verantwortlich ist, lassen sich auch einige Selbstbehandlungsmaßnahmen ergreifen, die den Schlaf fördern.

So ist es zum Beispiel wichtig, nur dann zu Bett zu gehen, wenn man müde ist. Sich im Bett hin und her zu wälzen, ohne einschlafen zu können, macht dagegen wenig Sinn.

Andere Tätigkeiten wie Lesen, Musikhören oder Fernsehen sind auch auf der Couch durchführbar. Manchmal hilft es, vor dem Schlafengehen einen ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft zu machen.

Hausmittel

Gegen Schlafmangel werden auch einige Hausmittel empfohlen. Dazu gehört beispielsweise das Trinken von einem Glas Milch mit Honig am Abend.

So wird der Schlaf vom Zucker unterstützt, weil dieser den Transport von Serotonin und Melatonin im Körper anregt. Damit der Schlaftrunk seine positive Wirkung entfalten kann, wird geraten, 15 Minuten nach dem Trinken ins Bett zu gehen.

Als weiteres schlafförderndes Mittel gilt ein Vollbad, das man mit Zusätzen wie Lavendel, Melisse oder Baldrian anreichert. Ebenso wirkt sich das Trinken von Kräutertee positiv gegen Schlafprobleme aus. Weitere empfohlene Hausmittel gegen Schlafmangel sind die Einnahme von Hopfenblütentee, Apfeltee oder Anis sowie ein Dill-Aufguss.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Schlafmangel und seine Folgen ist ein erholsamer Schlaf. Um diesen zu erreichen, sollte für eine angenehme Zimmertemperatur gesorgt werden. Diese liegt zwischen 16 und 18 Grad Celsius.

Damit es nicht zu Schlafstörungen aufgrund von üppigen Mahlzeiten kommt, ist es ratsam, diese spätestens um 18 Uhr zu verzehren. Elektrische Geräte, zu denen auch Mobiltelefone und Radios gehören, sollten in der Nacht deaktiviert werden.

Außerdem ist es sinnvoll, auf einen längeren Mittagsschlaf zu verzichten, weil er das Bedürfnis in der Nacht zu schlafen, vermindert. Ebenfalls kontraproduktiv bei Schlafmangel sind sportliche Aktivitäten am Abend sowie der Konsum von Zigaretten, Alkohol, schwarzem Tee und Kaffee. Um Stress entgegenzuwirken, ist das Ausüben von Entspannungsmethoden wie zum Beispiel autogenem Training sinnvoll.

Grundinformationen zu Schlafmangel

  • Schlafmangel - Ursachen und Behandlung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Sleepless woman © Galina Barskaya - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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