(pgk) Bluthochdruck ist bei jugendlichen Heranwachsenden keine Seltenheit. Dafür gibt es neben Übergewicht mehrere Ursachen; eine davon könnte zu wenig und zu unruhiger Schlaf sein. Das ergab jetzt eine neue Studie eines US-amerikanischen Forscherteams aus Ohio.

Dauerhafte Musikberieselung im Kinderzimmer ist einer der Gründe für häufige Schlafdefizite bei Heranwachsenden
Danach haben Jugendliche, die nachts weniger als 6,5 Stunden schlafen, ein 2,5 Mal so hohes Risiko, an Bluthochdruck (Hypertonie) zu erkranken, wie Gleichaltrige, die mehr schlafen. Bei nächtlichen Schlafstörungen ist die Wahrscheinlichkeit für Hypertonie sogar um den Faktor 3,5 erhöht.
Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Erwachsene, die zu wenig schlafen, häufiger an Bluthochdruck erkranken. Die neue Studie belegt, dass sogar schon Teenager betroffen sind. Die von Schlafmedizinern der Case Western Reserve University in Cleveland (Ohio) durchgeführte Studie ist die erste, die den Zusammenhang zwischen mangelndem Schlaf und Bluthochdruck bei gesunden Heranwachsenden untersuchte.
An der aktuellen Studie nahmen insgesamt 238 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren teil, 123 Jungen und 115 Mädchen. Die Forscher statteten die Jugendlichen mit sogenannten Aktometern aus – kleinen Messgeräten am Handgelenk, die die Bewegungsaktivität aufzeichnen. Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass elf Prozent der Teenager nachts weniger als 6,5 Stunden schliefen (der Bedarf in diesem Alter liegt bei etwa 9 Stunden) und bei jedem vierten Jugendlichen auch die Schlafqualität gestört war. Zu den möglichen Folgen des Schlafdefizits gehört offenbar ein Anstieg des Blutdrucks, wie die Studie ebenfalls zeigte. Bluthochdruck ist häufig Vorbote einer späteren Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Eine Ursache für den gestörten Schlaf vieler Jugendlicher sieht Studienleiterin Susan Redline in Handys, Computern und Musikgeräten, die es heute in fast jedem Kinderschlafzimmer gebe. Reger SMS-Austausch, mp3-Player-Berieselung und Computerspiele führten dazu, dass viele Jugendliche vor allem aus sozial benachteiligten Familien kaum noch zur Ruhe finden. Gerade in diesen Gruppen würden später die meisten Hypertonie-Erkrankungen auftreten. Die Autoren der Studie empfehlen daher allen Eltern von Teenagern, für einen ausreichend langen und erholsamen Nachtschlaf ihrer Kinder zu sorgen. Ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus sowie ein ruhiges, dunkles und kühles Schlafzimmer können nach Ansicht der Mediziner die Schlafqualität verbessern. "Computer, Mobiltelefone und Stereoanlagen haben im Schlafzimmer nichts zu suchen", so die Forscher.
Quellen:
Sleep Quality and Elevated Blood Pressure in Adolescents, Sogol Javaheri MA, Amy Storfer-Isser MS, Carol L. Rosen MD, and Susan Redline MD, MPH, Juli 2008, http://circ.ahajournals.org/
NHLBI Media Availability: Poor Sleep in Teens Linked to Higher Blood Pressure, in National Institutes of Health, 18. August 2008, http://public.nhlbi.nih.gov/
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