8. März 2005
Von Anno_Lauten
Den meisten Menschen ist der Atmungsvorgang im Alltag nicht bewußt. Und das ist auch gut so, denn er läuft unwillkürlich ab.
Das Problem mit der Atmung ergibt sich meist erst in Belastungssituationen, in Situationen erhöhter und konzentrierter Anforderung:
Zum Beispiel bei öffentlichem Sprechen, Singen oder auch beim Sport, bei Blasmusik u.a. Das Problem besteht eigentlich nicht darin, dass unser Körper den Anforderungen nicht gewachsen wäre, sondern, dass wir uns im ungestörten Atemprozess selbst behindern, d.h. bewusst oder unbewusst eingreifen und unseren Körper "vergewaltigen". Denn: Unser Körper atmet grundsätzlich selbsttätig und passt sich in der Intensität und Leistungsfähigkeit den Anforderungen an (sofern man nicht von heute auf morgen zum Leistungssportler werden will und sich damit hoffnungslos überfordert)!
Der Fehler, der am häufigsten gemacht wird, ist, dass mangels Ausdruck (interpretatorisch und muskulär!) die Lunge nicht entleert und überdies vor Einsatz der Stimme extra (viel, im schlimmsten Fall auch hörbar) Luft geholt wird. Dadurch ergibt sich ein Überdruck unterhalb der Stimmlippen, welcher meist nicht gezielt genutzt werden kann. Dadurch klingt die Stimme gepresst, gequetscht, eng und beim Sprechen oft angestrengt. Die Tonlage steigt, die Stimme wird kratzig, kippt um oder bricht weg, das Gefühl von Beklemmung, Beengung, Angst und zu wenig Luft stellt sich ein.
Atmen Sie lange und kräftig aus, anstatt Luft zu HOLEN! Lockern Sie Ihren Hosenbund und gähnen Sie genüsslich. Ihre Atmung wird tiefer und die Not ist gelindert.
Merke: Wir müssen unser Bewusstsein wecken für das, was den natürlichen Atem-Fluss behindert und uns öffnen für tiefe Inspiration (Einatmung und Eingebung) und Exspiration (Ausdruck in doppeltem Sinn).
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