5. Juli 2007
Ein Kind zum Wunschtermin - der Kaiserschnitt macht's möglich. Doch der Eingriff kann das Kind gefährden. Denn häufig ist die Lungenfunktion von Kaiserschnitt-Kindern deutlich eingeschränkt.
Stars wie Claudia Schiffer und Victoria Beckham machen es vor: Selbst wenn der Zeitschuh drückt und ein Termin dem nächsten folgt, lässt sich so eine Geburt einschieben. Man braucht nur einen Termin für einen Kaiserschnitt und schon erblickt das Kind zum Wunschtermin das Licht der Welt. Andere Frauen nehmen das Thema nicht so auf die leichte Schulter und entscheiden sich nach reiflicher Überlegung für einen Kaiserschnitt, weil sie etwa die Schmerzen der natürlichen Geburt fürchten oder hoffen, dank des Kaiserschnitts später ein geringes Inkontinenz-Risiko zu haben.
Wissenschaftler des Innlandet Hospital Trus im schwedischen Lillehammer konnten nun beobachten, dass ein Kaiserschnitt nicht ganz ohne ist. Denn Neugeborene, die auf diesem Weg zur Welt kommen, müssen häufig länger im Krankenhaus bleiben als Kinder, die durch eine natürliche Geburt das Licht der Welt erblicken. Das ergab eine Studie, in der über sechs Monate der Verlauf der Geburten erfasst und zusätzlich Daten der nationalen Geburtsregister hinzugezogen wurden. Es zeigte sich, dass nur fünf Prozent der vaginal entbundenen Kinder nach der Entbindung auf eine Neugeborenen-Intensivstation mussten. Bei den Kaiserschnitten lag dieser Wert mit 9,8 Prozent doppelt so hoch obwohl die Werte für die Atmung, Herz, Bewegung, Reflexe und Durchblutung unmittelbar nach der Geburt für beide Gruppen gleich waren.
Das bedeutet, dass die Kinder, die durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen, nicht automatisch weniger gesund sind als jene Kinder, die auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickten. Dennoch konnte bei den Kaiserschnitt-Kindern eine verminderte Lungenfunktion festgestellt werden.
In den letzten Wochen der Schwangerschaft produziert der Säugling reichlich Cortisol. Dieses Hormon steuert und fördert die fötale Lungenreifung des Kindes. Wenn das Kind durch den Kaiserschnitt eine Abkürzung nimmt, fehlt dieses wichtige Hormon. Außerdem entfällt bei einem Kaiserschnitt das mechanische Zusammenpressen der Lunge, das stattfindet, wenn das Kind durch den engen Geburtskanal gedrückt wird. Dadurch bleiben Reste des Fruchtwassers in der Lunge, was zu Unregelmäßigkeiten der Atmung führen kann. Häufig lässt sich die Lungenfunktion jedoch nach der Geburt durch Maßnahmen, wie Absaugen und die Gabe von Sauerstoff über eine Maske, stärken.
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