15. Februar 2010
Als Phytopharmaka bezeichnet man rein pflanzliche Arzneimittel. Diese werden aus verschiedenen Bestandteilen von Heilpflanzen hergestellt.
Zweck von Phytopharmaka ist die Behandlung von verschiedenen Krankheiten und Beschwerden durch die Verwendung von pflanzlichen Wirkstoffen. Phytopharmaka kommen oftmals im Rahmen einer Phytotherapie zum Einsatz und sind vielfältig anwendbar. So eignen sie sich zur Behandlung und Linderung von Erkältungskrankheiten, psychischen Erregungszuständen, Allergien sowie Magen- und Darmbeschwerden. Verabreicht werden sie in den verschiedensten Formen. Dazu gehören u.a. Tropfen, Kapseln, Extrakte, Salben, Säfte oder Tees.
Die Pflanzenheilkunde kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken und basiert oftmals auf alten Überlieferungen. Für die Herstellung von Phytopharmaka werden die unterschiedlichsten Bestandteile von Heilpflanzen wie z.B. Blätter, Öle, Samen, Wurzeln oder Früchte benutzt. Die Wirkstoffe der Pflanzen werden dann in drei verschiedenen Formen verwendet: Als Frischpflanzen, Extrakte oder so genannte Drogen. Frischpflanzen werden in der Regel frisch verarbeitet und kommen dann in getrockneter Form als Teemischung zur Anwendung. Bei einer Extraktion werden die Pflanzen in Lösungsmittel wie z.B. Wasser oder Ethanol eingelegt. Dadurch werden die Wirkstoffe herausgelöst und anschließend konzentriert. Danach werden sie in Form von Kapseln oder Tabletten verwendet. Drogen werden getrocknete Pflanzenteile, Harze, Wachse und Öle, die aus Heilpflanzen gewonnen werden, genannt. Zu den häufig verwendeten Heilpflanzen gehören:
Eukalyptusöl kommt häufig bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz und ist auch oftmals Bestandteil von Hustenbonbons. Das ätherische Öl kann inhaliert sowie in Form von Tropfen oder mit Wasser eingenommen werden. Auch Eukalyptushaltige Salben sind erhältlich. Bei Kleinkindern unter vier Jahren sollte es jedoch nicht verwendet werden, da es zu Schleimhautreizungen kommen kann.
Die Heilkraft von Thymian ist schon seit dem Mittelalter bekannt. So hat das Kraut eine positive Wirkung auf Bronchien und Lunge und kommt daher bei Husten und Bronchitis zum Einsatz. Thymian ist Bestandteil von zahlreichen Hustensäften und lässt sich zudem als Badezusatz oder Tee verwenden. Auch für Kinder ist es gut geeignet.
Efeu wurde bereits von den antiken Griechen und im alten Ägypten als heilige Pflanze sehr geschätzt. Efeublätter gelten als hilfreich bei Atemwegserkrankungen und chronischer Bronchitis. Erhältlich sind sie als Tropfen, Säfte oder Tabletten.
Holunder zählt zu den ältesten Heilpflanzen und wurde schon von den alten Germanen verehrt. Da Holunder eine schweißtreibende Wirkung hat, wird die Pflanze häufig bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Zur Anwendung kommen die Holunderblüten zumeist als Tee oder zum Gurgeln.
Lindenblüten sind ein bewährtes Mittel zur Behandlung von trockenem Reizhusten und Erkältungen. Darüber hinaus verwendet man sie zur Stärkung der Abwehrkräfte. Verabreicht werden die Lindenblüten in der Regel als Tee.
Spitzwegerich wurde schon von Hildegard von Bingen sehr geschätzt, da es eine wundheilende und schleimlösende Wirkung hat. Zur Anwendung kommt es bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Atemwegsbeschwerden. Oftmals ist Spitzwegerich gemeinsam mit anderen Phytopharmaka in Hustensäften zu finden.
Sonnentau wurde bereits im 12. Jahrhundert als Mittel gegen Reizhusten verwendet. Es eignet sich auch gut zur Behandlung von Krampfhusten und wird daher begleitend bei Keuchhusten und Asthma eingesetzt. Sonnentau kann sowohl als Fertigpräparat als auch als Tee verabreicht werden.
Anis wurde schon von den ägyptischen Pharaonen zur Linderung von Zahnschmerzen benutzt. In der heutigen Zeit setzt man das ätherische Öl oder die getrockneten Samen der heilenden Pflanze gegen Entzündungen des Rachens und Bronchitis ein. Anis kann inhaliert oder als Tee getrunken werden.
Kiefernadelöl wurde bereits von dem antiken griechischen Arzt Hippokrates zur Behandlung von Geschwüren eingesetzt. Später verwendete man es gegen Zahnschmerzen und Leberleiden. Heutzutage benutzt man die Bestandteile der Heilpflanze zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Kiefernadelöl kann inhaliert oder als Tee eingenommen werden. Auch zur äußerlichen Anwendung in Form von Salbe ist es gut geeignet.
Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere Phytopharmaka wie z.B. Johanniskraut, das hilfreich bei leichten und mittelschweren Depressionen ist, Cranberryextrakt zur Behandlung von leichten Blasenentzündungen oder Weidenrindenextrakt, das wie ein natürliches Aspirin wirkt. Weitere bewährte pflanzliche Wirkstoffe sind Salbei, Pfefferminz, Fenchel, Kümmel, Ingwer, Baldrian, Enzian, Mariendistel, Kamille, Blutwurz, Teebaumöl, Kieselsäure, Ginkgo, Ginseng oder Weißdorn.
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