15. September 2010
Rehakliniken behandeln Patienten, die eine schwere Erkrankung hatten oder noch immer lang andauernde Beschwerden haben. Auch Patienten, die operiert wurden, benötigen anschließend oftmals eine Rehabilitationsmaßnahme in einer Rehaklinik. In diesen speziellen Fachkliniken werden Patienten nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, nach einer schweren Bypassoperation, nach Transplantationen, nach Amputationen, nach Krebserkrankungen oder nach Bandscheibenoperationen behandelt. Auch Patienten mit Atemwegserkrankungen, chronischen Rückenschmerzen oder Übergewicht oder Krankheiten wie Diabetes können sich in einer Rehaklinik behandeln lassen.
Patienten treten ihre stationäre Behandlung in der Rehaklinik entweder im Anschluss an eine Behandlung im Akutkrankenhaus an oder auf Anraten ihres Haus- oder Facharztes und entsprechendem Genehmigungsschreiben der Krankenkasse. Je nach Art der Beschwerden und Erkrankungen gibt es verschiedene Rehakliniken, die sich jeweils auf bestimmte Erkrankungen spezialisiert haben. Teilweise werden in den Rehakliniken auch nicht nur eine körperliche Untersuchung durchgeführt sondern z.B. Röntgenaufnahmen angefertigt, Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, die Blutwerte kontrolliert oder Herzuntersuchungen wie ein EKG vorgenommen.
Rehakliniken legen großen Wert auf die gesunde Ernährung der Patienten. Die Zusammensetzung der Mahlzeiten wird individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt und dabei auch die Vorerkrankungen des Patienten und die jetzigen Beschwerden berücksichtigt. Zusätzlich erhalten Patienten, die z.B. unter Übergewicht leiden, eine ausführliche Ernährungsberatung und können auch zusammen mit der Ernährungsberaterin in einer Lehrküche das gesunde Kochen erlernen.
Patienten, die eine schwere Erkrankung wie z.B. eine Krebserkrankung hinter sich haben, benötigen oftmals auch psychologische Hilfe, um wieder ins Leben zurückzufinden und mit ihrer Erkrankung leben zu lernen. Auch diese psychologische Hilfe erhalten sie in den Rehakliniken. In diesen psychologischen Gesprächen und Schulungen können die Patienten an einer Kunst- und Maltherapie oder auch an einer Tanztherapie teilnehmen. Auch Gruppengespräche unter gleichgesinnten Patienten werden im Rahmen der psychologischen Betreuung in den Rehakliniken regelmäßig durchgeführt. Zusätzlich können die Patienten auch Entspannungsmethoden wie das Autogene Training erlernen.
Physiotherapie ist ein wichtiger Bereich der Behandlung in einer Rehaklinik. Je nach Art der Beschwerden werden hier Massagen, krankengymnastische Übungen, Bäder, Moorpackungen, Fango, manuelle Therapie, Lymphdrainage und andere Anwendungen durchgeführt.
Auch Akupunktur wird in den Rehakliniken z.B. bei Schmerzpatienten angewendet. Bei dieser Therapiemethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen und auf diese Weise die Energiebahnen im Körper angeregt.
Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung (z.B. nach einem schweren Schlaganfall) nicht mehr richtig sprechen können, erhalten in den Rehakliniken eine logopädische Behandlung. Auch das Schlucken müssen einige Patienten z.B. aufgrund einer Kehlkopfentfernung erst wieder lernen. Auch diese Schluckübungen werden von den Therapeuten der Rehakliniken durchgeführt.
Ergotherapie wird in den Rehakliniken ebenfalls angeboten. Patienten lernen hier, mit Hilfsmitteln wie z.B. einem Rollstuhl oder Krücken umzugehen und werden von den Therapeuten beraten, welche Sitzmöbel zu Hause für die jeweiligen Beschwerden am besten geeignet sind. Das Ziel der Ergotherapie besteht darin, im Alltag wieder möglichst selbstständig zu sein und die normalen Tätigkeiten wieder alleine verrichten zu können. Durch verschiedene Übungen können die Patienten ihre Fein- und Grobmotorik verbessern, wenn diese z.B. durch einen Schlaganfall geschädigt wurde.
Je nach Art der Erkrankung und Beschwerden des Patienten führen die Rehakliniken viele unterschiedliche Schulungen und Vorträge z.B. über Themen wie Ernährung, gesundes Kochen, Bewegung, Leben mit einer Herzerkrankung usw. durch.
Die Rehakliniken sind ferner dafür zuständig, dass der Patient nach der Entlassung zu Hause mit seiner Krankheit und seinen noch bestehenden Beschwerden gut zurechtkommt und damit leben kann. Dazu vermitteln die Rehakliniken evtl. benötigte Hilfsmittel und helfen den Patienten bei dem Ausfüllen der entsprechenden Anträge. Auch Selbsthilfegruppen am Wohnort oder anderweitige wohnortnahe Betreuungsmöglichkeiten werden von den Rehakliniken aufgezeigt. Patienten, die z.B. aufgrund ihrer Erkrankung einen Schwerbehindertenstatus erreicht haben, erhalten von den Mitarbeitern der Rehakliniken Hilfe bei der Beantragung des entsprechenden Ausweises. Auch bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung leisten die Mitarbeiter Hilfestellung.
In den Rehakliniken arbeiten Orthopäden, Internisten, Chirurgen, Neurologen, Gynäkologen, Allgemeinärzte sowie Fachärzte mit den Schwerpunkten Pneumologie, Onkologie und Kardiologie. Daneben arbeiten auch Fachärzte mit den Zusatzbezeichnungen Chirotherapie, Physikalische Therapie, Akupunktur, Sozialmedizin, Rehabilitationswesen, Neuraltherapie, Phlebologie und Sportmedizin in den Rehakliniken. Auch viele nicht-ärztliche Mitarbeiter arbeiten in den Rehakliniken. Dazu gehören Gesundheits- und Krankenpfleger (neue Berufsbezeichnung für Krankenschwestern), Kinderkrankenschwestern, Physiotherapeuten, Musik- und Kunsttherapeuten, Sporttherapeuten, Ergotherapeuten, Diätassistenten und Ernährungsberater, Psychologen sowie Sozialarbeiter, medizinische Fachangestellte und Reinigungskräfte.
Neben behindertengerechten Patientenzimmern sowie Untersuchungsräumen verfügen die Rehakliniken über viele Behandlungszimmer z.B. für die Kunsttherapie, für die Physiotherapie und die Gymnastik oder die Bäder. Wasseranwendungen werden meist im hauseigenen Schwimmbad durchgeführt. Viele Rehakliniken haben auch eine Lehrküche, in der die Patienten das gesunde Kochen erlernen können. Auch Bibliotheken befinden sich in einigen Rehabilitationskliniken. Häufig liegen die Rehakliniken in Kurorten oder verkehrsberuhigten Ortsbereichen.
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12.03.12 | |
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01.09.11 | |
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