Rehaklinik & Kurklinik - Funktion, Bereiche und durchgeführte Behandlungen

Rehakliniken und Kurkliniken behandeln Patienten, die eine schwere Erkrankung hatten oder noch immer lang andauernde Beschwerden haben. Hier können sie sich erholen und/oder sich in eine stationäre Behandlung begeben, um ihre Gesundheit zu verbessern bzw. zu stärken. Informieren Sie sich über Funktion und Bereiche einer Reha- und Kurklinik, und lesen Sie, welche Behandlungen hier durchgeführt werden.

Wissenswertes zu Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation

Reha- und Kurkliniken: Funktion und Merkmale

Die medizinische Rehabilitation zielt darauf ab, bei einem erkrankten oder aufgrund einer durchgestandenen Erkrankung geschwächten Menschen den ursprünglichen Gesundheitszustand wieder herzustellen, sodass er wieder vollkommen leistungsfähig ist. Dabei nimmt man sich sowohl körperlichen als auch geistigen Defiziten an.

Der Ursprung der Rehabiliation liegt im Ersten Weltkrieg, in der Zeit, in der verletzte Soldaten eine besondere Behandlung nötig hatten, um somit wieder am Leben teilnehmen zu können. Gleichzeitig bestand auch stets die Bezeichnung der Kur - sie bezog sich in erster Linie auf wohlhabende Menschen, die zur Erholung Orte mit Heilquellen aufgesucht haben.

Reha und Kur - und somit auch Reha- und Kurkliniken - weisen einige Unterschiede auf. Im Allgemeinen kann man sagen, dass eine Rehabilitation dazu beiträgt, dass ein Patient wieder gesund wird, während eine Kur darauf abzielt, einem gesunden Menschen Erholung, Wellness und möglicherweise auch eine Vorbeugung von Erkrankungen zu bringen.

In einer Kurklinik werden beispielsweise Maßnahmen wie

  • Spaziergänge im Kurpark
  • Moorpackungen
  • Bäder oder
  • Massagen

angeboten, während man in einer Reha-Klinik vor allem therapeutische Verfahren wie

  • Psychotherapie
  • Physiotherapie oder
  • Ergotherapie

wahrnehmen kann. Beide Begriffe werden häufig jedoch auch miteinander kombiniert; so weisen Reha- und Kurkliniken häufig auch dieselben Angebote auf.

Patienten treten ihre stationäre Behandlung in der Rehaklinik entweder im Anschluss an eine Behandlung im Akutkrankenhaus an oder auf Anraten ihres Haus- oder Facharztes und entsprechendem Genehmigungsschreiben der Krankenkasse. Je nach Art der Beschwerden und Erkrankungen gibt es verschiedene Rehakliniken, die sich jeweils auf bestimmte Erkrankungen spezialisiert haben. Auch Kurkliniken sind spezielle Krankenhäuser für Patienten, die sich nach langer Krankheit erholen müssen oder die eine stationäre Behandlung durchführen, um ihre Gesundheit zu verbessern und/oder zu stärken.

Einrichtung und Bereiche einer Kur- und Rehanklinik

Kurkliniken befinden sich in ruhiger Lage in Kurorten zum Beispiel in den Bergen oder auch an Nord- oder Ostsee.

Die Kur- und Rehakliniken verfügen über

  • viele Patientenzimmer
  • Aufenthaltsräume
  • Untersuchungs- und Behandlungsräume
  • Physiotherapie- und Sporträume
  • Schulungsräume
  • ein Schwimmbad sowie teilweise auch
  • Sauna und
  • Dampfbad usw.

Dabei zählen auch behindertengerechten Patientenzimmer zu den Bereichen. Wasseranwendungen werden meist im hauseigenen Schwimmbad durchgeführt.

Viele Rehakliniken haben auch eine Lehrküche, in der die Patienten das gesunde Kochen erlernen können. Auch Bibliotheken befinden sich in einigen Rehabilitationskliniken. Häufig liegen die Rehakliniken in Kurorten oder verkehrsberuhigten Ortsbereichen.

Wissenswertes zur ambulanten Reha und Kur

Eine Rehabiliation bzw. Kur kann auch ambulant durchgeführt werden. Die ambulante Kur zielt auf eine Vorsorge ab. Um Unterkunft und Verpflegung kümmert sich der Patient selbst; die Behandlungen erfolgen in örtlichen Kur- bzw. Gesundheitszentren.

Durch diese Kur kann man ein Erkranken verhindern. Besteht eine Krankheit, kann zumindest einer Verschlimmerung vorgebeugt werden.

Ambulante Kuren finden in der Regel in anerkannten Kurorten statt. Meist beträgt die Dauer zwei bis drei Wochen.

Zusammen mit dem örtlichen Kurzarzt erfolgt die Erstellung eines Therapieplans, bei dem Art und Dauer der Therapie festgelegt werden. Für Erwerbstätige ist es wichtig zu wissen, dass man für diesen Zweck nicht krankgeschrieben wird - es muss somit der Einsatz des Urlaubs erfolgen.

Bei einer ambulanten Reha wohnt der Patient zuhause und besucht tagsüber ein Rehazentrum vor Ort bzw. in der Nähe. In vielen Fällen kann man einen Fahrservice buchen, sodass man keine Probleme mit der An- und Abfahrt bekommt. Zu den typischen Indikationen für eine ambulante Reha zählen neurologische, kardiologische und orthopädische Krankheiten.

Wer und was wird in einer Reha- und Kurklinik behandelt?

Patienten, die operiert wurden, benötigen anschließend oftmals eine Rehabilitationsmaßnahme in einer Rehaklinik. In diesen speziellen Fachkliniken werden Patienten

  • nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt
  • nach einer schweren Bypassoperation
  • nach Transplantationen
  • nach Amputationen
  • nach Krebserkrankungen oder
  • nach Bandscheibenoperationen

behandelt. Auch Patienten mit

  • Atemwegserkrankungen
  • chronischen Rückenschmerzen
  • Übergewicht oder
  • Krankheiten wie Diabetes

können sich in einer Rehaklinik behandeln lassen. In Kurkliniken werden zudem Patienten mit

  • zu hohem Blutdruck
  • Stoffwechselstörungen
  • Migräne
  • Atemproblemen und
  • Allergien

behandelt. Des Weiteren zählen auch psychische Erkrankungen und Beschwerden zu den Indikationen, wie etwa

  • das Burn-out-Syndrom
  • Depressionen
  • Stress
  • Angststörungen sowie
  • Stress.

Untersuchungen, die in einer Reha- und Kurklinik durchgeführt werden

Zu Beginn der Reha- oder Kurbehandlung erfolgt ein Einführungsgespräch, in dem der behandelnde Arzt eine Anamnese erstellt. Er fragt den Patienten

  • nach seinen Beschwerden und möglichen erfolgten Eingriffen
  • nach Medikamenten und
  • weiteren Grunderkrankungen.

Eine umfangreiche Diagnostik wurde in der Regel bereits ambulant beim Hausarzt und anderen Fachärzten durchgeführt, so dass diese nicht erneut in der Reha- bzw. Kurklinik erfolgen muss.

Je nach Art der Beschwerden des Patienten können in einer Kurklinik jedoch weitere Untersuchungen wie

durchgeführt werden. In der Regel erfolgt auch eine Blutuntersuchung. Patienten, die schlecht sehen und/oder hören erhalten in der Kurklinik auch einen Seh- bzw. Hörtest.

Ernährungsberatung in der Kur- und Rehaklinik

Reha- und Kurkliniken legen großen Wert auf die gesunde Ernährung der Patienten. Die Zusammensetzung der Mahlzeiten wird individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt und dabei werden auch die Vorerkrankungen des Patienten und die jetzigen Beschwerden berücksichtigt. Zusätzlich erhalten Patienten, die zum Beispiel unter Übergewicht leiden, eine ausführliche Ernährungsberatung und können auch zusammen mit der Ernährungsberaterin in einer Lehrküche das gesunde Kochen erlernen.

Behandlungen, die in der Kur- und Rehaklinik durchgeführt werden

Welche Behandlungen in einer Reha- und Kurklinik durchgeführt werden, hängt von den Beschwerden des Patienten und dem Standort der Klinik ab. Die meisten Kliniken haben sich auf wenige Beschwerdegebiete spezialisiert und bieten in diesen Bereichen umfangreiche Therapie an.

Gestresste Patienten oder auch Patienten mit psychischen Krankheiten können in der Kur Entspannungsübungen erlernen und so ihren Alltag ruhiger gestalten. Patienten, die übergewichtig sind oder auch Patienten mit schweren Grunderkrankungen erhalten eine Ernährungsberatung.

Oftmals wird hier auch zusammen gekocht. Die Patienten lernen hier, welche Lebensmittel gesund sind und wie diese am besten zubereitet werden.

Auch

wird von vielen Kliniken angeboten.

Psychologische Hilfe in Kur- und Rehakliniken nach schweren Erkrankungen

Patienten, die eine schwere Erkrankung wie zum Beispiel eine Krebserkrankung hinter sich haben, benötigen oftmals auch psychologische Hilfe, um wieder ins Leben zurückzufinden und mit ihrer Erkrankung leben zu lernen. Auch diese psychologische Hilfe erhalten sie in den Kliniken.

In diesen psychologischen Gesprächen und Schulungen können die Patienten an einer Kunst- und Maltherapie oder auch an einer Tanztherapie teilnehmen. Auch Gruppengespräche unter gleichgesinnten Patienten werden im Rahmen der psychologischen Betreuung in den Rehakliniken regelmäßig durchgeführt. Zusätzlich können die Patienten auch Entspannungsmethoden wie das Autogene Training erlernen.

Physiotherapie in Kur- und Rehakliniken

Physiotherapie ist ein wichtiger Bereich der Behandlung in einer Rehaklinik. Je nach Art der Beschwerden werden hier

und andere Anwendungen durchgeführt. Patienten mit Rückenproblemen nehmen zusätzlich an verschiedenen Kursen wie zum Beispiel

teil.

Akupunktur in Kur- und Rehakliniken

Auch Akupunktur wird in den Rehakliniken zum Beispiel bei Schmerzpatienten angewendet. Bei dieser Therapiemethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen und auf diese Weise die Energiebahnen im Körper angeregt.

Logopädische Behandlung in Kur- und Rehakliniken

Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung (z.B. nach einem schweren Schlaganfall) nicht mehr richtig sprechen können, erhalten in den Kur- und Rehakliniken eine logopädische Behandlung. Auch das Schlucken müssen einige Patienten zum Beispiel aufgrund einer Kehlkopfentfernung erst wieder lernen. Auch diese Schluckübungen werden von den Therapeuten der Rehakliniken durchgeführt.

Ergotherapie in Kur- und Rehakliniken

Ergotherapie wird in den Kliniken ebenfalls angeboten. Patienten lernen hier, mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel einem Rollstuhl oder Krücken umzugehen und werden von den Therapeuten beraten, welche Sitzmöbel zu Hause für die jeweiligen Beschwerden am besten geeignet sind.

Das Ziel der Ergotherapie besteht darin, im Alltag wieder möglichst selbstständig zu sein und die normalen Tätigkeiten wieder alleine verrichten zu können. Durch verschiedene Übungen können die Patienten ihre Fein- und Grobmotorik verbessern, wenn diese beispielsweise durch einen Schlaganfall geschädigt wurde.

Schulungen und Vorträge in Kur- und Rehakliniken

Je nach Art der Erkrankung und Beschwerden des Patienten führen die Reha- und Kurkliniken viele unterschiedliche Schulungen und Vorträge zum Beispiel über Themen wie

  • Ernährung
  • gesundes Kochen
  • Bewegung
  • Leben mit einer Herzerkrankung usw.

durch.

Angebote für Kinder in Kur- und Rehakliniken

Kur- und Rehakliniken bieten Kuren sowohl für Erwachsene als auch für Kinder an. Einige Kurkliniken führen auch Mutter-Kind-Kuren durch.

Kurkliniken, die Kinder als Patienten oder Begleitpersonen aufnehmen, haben für diese Kinder in der Regel einen kleinen Kindergarten mit qualifizierten Erzieherinnen. Teilweise gibt es auch ein Schulzimmer, in dem die Kinder den versäumten Lehrstoff zusammen mit Lehrern nachholen können.

Betreuung der entlassenen Patienten

Die Kliniken sind ferner dafür zuständig, dass der Patient nach der Entlassung zu Hause mit seiner Krankheit und seinen noch bestehenden Beschwerden gut zurechtkommt und damit leben kann. Dazu vermitteln die Rehakliniken evtl. benötigte Hilfsmittel und helfen den Patienten bei dem Ausfüllen der entsprechenden Anträge.

Auch Selbsthilfegruppen am Wohnort oder anderweitige wohnortnahe Betreuungsmöglichkeiten werden von den Rehakliniken aufgezeigt. Patienten, die zum Beispiel aufgrund ihrer Erkrankung einen Schwerbehindertenstatus erreicht haben, erhalten von den Mitarbeitern der Rehakliniken Hilfe bei der Beantragung des entsprechenden Ausweises. Auch bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung leisten die Mitarbeiter Hilfestellung.

Fachpersonal in der Kur- und Rehaklinik

In den Reha- und Kurkliniken arbeiten

sowie Fachärzte mit den Schwerpunkten

Daneben arbeiten auch Fachärzte mit den Zusatzbezeichnungen

in den Rehakliniken.

Auch viele nicht-ärztliche Mitarbeiter arbeiten hier. Dazu gehören

Quellen:

  • Kuno Rechkemmer: Management Innerer Qualität: Krankenhäuser, Rehakliniken, Soziale Einrichtungen, W. Kohlhammer, 2015, ISBN 3170257587
  • York Dhein, Wilfried von Eiff: Erfolgreiches Rehabilitationsmanagement: Ein Leitfaden für die Praxis, W. Kohlhammer, 2019, ISBN 3170331248
  • Bundesarbeitsge für Rehabilitation: Rehabilitation: Vom Antrag bis zur Nachsorge - für Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten und andere Gesundheitsberufe, Springer, 2018, ISBN 3662542498
  • Andreas B. Imhoff, Knut Beitzel, Knut Stamer, Elke Klein: Rehabilitation in der orthopädischen Chirurgie: OP-Verfahren im Überblick - Physiotherapie - Sporttherapie, Springer, 2014, ISBN 366243556X

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