24. August 2010
In einer Hautklinik werden sämtliche Erkrankungen im Bereich des größten Organes des Menschen, der Haut, behandelt. Hier werden sowohl Kinder als auch Erwachsene aufgenommen. Ein stationärer Aufenthalt in einer Hautklinik ist dann notwendig, wenn eine ambulante Behandlung bei einem niedergelassenen Dermatologen (Hautarzt) nicht möglich oder nicht mehr ausreichend ist.
In einer Hautklinik werden Patienten mit allergischen Krankheiten wie Heuschnupfen, Neurodermitits, allergischem Asthma, chronischer Nesselsucht oder Kontaktallergien aufgenommen. Auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können sich an eine Hautklinik wenden, wenn die Ursache beim Mann liegt. Hautkliniken behandeln zudem auch Männer mit Erektionsstörungen. Menschen, die mit Umweltgiften in Verbindung gekommen sind, werden ebenfalls hier behandelt.
Viele Patienten, die in einer Hautklinik untersucht und behandelt werden, haben auch gut- oder bösartige Hauttumore. Zudem behandeln die Hautkliniken auch Venenerkrankungen wie z.B. Krampfadern, nehmen Schönheitsoperationen vor, behandeln Patienten mit Haarausfall oder krankhaftem Haarwachstum, mit Hämorrhoiden, Analekzemen, Diabetiker mit schlecht heilenden Wunden usw.
Je nach Art der Beschwerden werden nach der Aufnahme in der Hautklinik weitere Untersuchungen durchgeführt. Viele Untersuchungen wurden bei den meisten Patienten bereits ambulant erledigt. Vermuten die Ärzte der Hautklinik eine Allergie, so wird ein Allergietest durchgeführt. Zum einen können verschiedene Allergien im Blut nachgewiesen werden, zum anderen sind dafür spezielle Tests notwendig. Beim so genannten Prick-Test werden dem Patienten verschiedene mögliche Stoffe auf den Arm getropft, auf die der Patient allergisch reagieren könnte. Die jeweiligen Hautstellen werden leicht eingeritzt, so dass der Tropfen unter die Haut gelangen kann. Nach kurzer Zeit rötet sich die Stelle mit der Substanz, auf die der Körper allergisch ist.
Patienten, die unter Hämorrhoiden leiden, werden im Rahmen der Diagnostik in der Hautklinik oftmals auch während einer Proktoskopie untersucht. Der Patient muss zuvor einen Einlauf durchführen, um den Enddarm zu reinigen. Der behandelnde Arzt führt ein starres Instrument in den Enddarm des Patienten ein und kann so Veränderungen in diesem Bereich wie z.B. Hämorrhoiden erkennen. Während dieser Untersuchung kann auch eine Behandlung erfolgen. Der Arzt legt mit einem weiteren Instrument kleine Gummiringe um die Hämorrhoide. Sie wird auf diese Weise nicht mehr durchblutet und stirbt ab.
Paare mit unerfülltem Kinderwunsch werden in einer Hautklinik umfassend betreut. Wurde von einem Gynäkologen festgestellt, dass die Frau gesund ist, so kann sich hier der Mann untersuchen lassen. Der Patient gibt dazu eine Spermienprobe ab, die im Labor der Hautklinik untersucht wird. Während weitergehender Untersuchungen wird z.B. auch die Funktion der Samenblase oder der Nebenhoden geprüft. Hat die Diagnostik ergeben, dass der Mann nur bedingt zeugungsfähig ist, so helfen oftmals Medikamente, um die Beweglichkeit der Spermien wieder zu verbessern. Die Ärzte der Hautklinik verschreiben dem Patienten dann ein Präparat. Sollte eine Schwangerschaft auf normalem Wege nicht möglich sein, bereiten die Mitarbeiter der Hautklinik die Spermien des Mannes soweit vor, dass eine künstliche Befruchtung im Reagenzglas erfolgen kann. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit Kinderwunschzentren und Gynäkologen.
Hat ein Patient einen unklaren Hauttumor, so wird dieser meist im Rahmen eines kleinen Eingriffes entfernt und anschließend unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Ist der Tumor bösartig, so entfernen die Ärzte auch noch etwas scheinbar gesundes Gewebe, so dass mit hoher Sicherheit sämtliche Krebszellen beseitigt werden. Oftmals ist anschließend auch eine Chemotherapie notwendig. Die Patienten erhalten dazu während mehrerer Zyklen eine Infusion mit einem so genannten Zytostatikum, das die Krebszellen im Körper zerstört.
Hautkliniken behandeln jedoch nicht nur Patienten mit Hautkrebs sondern auch Patienten, die sich vor dieser schweren Krankheit schützen möchten. Die Kliniken führen auch Vorsorgeuntersuchungen durch und untersuchen dabei den Körper des Patienten gründlich nach auffälligen Muttermalen und anderen Hautveränderungen.
Viele Eingriffe können heutzutage auch mit dem Laser durchgeführt werden. Laserbehandlungen sind wesentlich schonender als normale chirurgische Eingriffe. Mit dem Laser können die Ärzte z.B. nicht mehr gewünschte Tätowierungen entfernen, Altersflecken, unerwünschte Behaarung (z.B. an den Beinen) sowie Warzen oder Narben. In den Hautkliniken werden dazu verschiedene Arten von Lasersystemen verwendet.
Zur Behandlung bestimmter Hautkrankheiten kann in den Hautkliniken auch die so genannte PDT, die photodynamische Therapie, durchgeführt werden. Die betroffene Hautstelle wird dazu oberflächlich abgetragen. Ein Photosensibilisator wird auf die entsprechende Stelle aufgetragen und die Stelle mit einem speziellen Verband, der lichtdicht ist, verbunden. Die Haut kann durch diesen besonderen Verband die Stoffe besser aufnehmen. Nach etwa drei bis vier Stunden wird der Verband wieder abgenommen und die Stelle mit Rotlicht behandelt. Der Patient trägt bei dieser Behandlung eine Schutzbrille.
Im Bereich der Phlebologie behandeln die Ärzte der Hautklinik überwiegend Patienten mit verschiedenen Formen von Krampfadern. Diese werden z.B. operativ entfernt oder verödet.
Einige Hautkliniken wenden auch neue Verfahren wie die extrakorporale Photopherese (ECP) an. Während dieser Behandlung werden die weißen Blutkörperchen von den restlichen Blutbestandteilen getrennt und zusammen mit einer speziellen Substanz mit UVA-Licht bestrahlt. Die bestrahlten Blutkörperchen werden dann anschließend wieder in den Körper des Patienten geleitet. Mit dieser Therapie können z.B. einige Autoimmunkrankheiten therapiert werden.
Besonders private Hautkliniken führen neben den medizinisch notwendigen Behandlungen auch Schönheitsoperationen durch. Hier werden Falten im Bereich des Gesichtes und der Augenlider gestrafft, Fett z.B. an den Oberschenkeln abgesaugt usw. Einige Hautkliniken führen auch Brustvergrößerungen durch. Diese werden nicht nur mit Silikonkissen sondern auch mit einem Präparat durchgeführt, das in die Brust gespritzt wird und dort durch seine gelartige Substanz die Brust vergrößert.
In Hautkliniken arbeiten überwiegend Fachärzte für Dermatologie mit verschiedenen Schwerpunkten wie z.B. Phlebologie, Lasertherapie, Allergologie oder Diabetologie. Auch Anästhesisten, ästhetisch-plastische Chirurgen, Psychologen oder Allgemeinärzte sind in Hautkliniken tätig. Zusätzlich arbeiten viele nicht-medizinische Mitarbeiter wie Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenschwestern), Kinderkrankenschwestern, Operationsschwestern, Diätassistenten, medizinische Fachangestellte, medizinisch-technische Assistenten und diverses Reinigungspersonal in der Klinik.
Die Hautkliniken sind entweder selbstständige Kliniken oder Teil eines großen Klinikkomplexes. Besonders Hautkliniken, die sich auf Schönheitsbehandlungen spezialisiert haben, sind meist reine Privatkliniken. In den Hautkliniken gibt es zumeist eine Notaufnahme und weitere Fachabteilungen z.B. in den Bereichen Allergie, Andrologie, Dermatochirurgie, Laser, Lichtbehandlungen, Phlebologie, Neurodermitis, Psoriasis oder Tumore. Die Hautkliniken verfügen über mehrere Operationssäle, Intensivstationen mit Beatmungsgeräten, Untersuchungsräume, Behandlungsräume, Wartebereiche, ein Labor usw.
Für Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) bieten viele Hautkliniken Schulungen an. Die Patienten lernen hier, wie sie besser mit ihrer Krankheit leben können, wie die Haut am besten gepflegt und gereinigt wird, wie der Juckreiz erträglicher wird usw.
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