20. Mai 2010
Hebammen unterstützen Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den Wochen danach. Hebammen können sowohl selbstständig als auch angestellt sein.
Männer, die die gleiche Tätigkeit ausführen wie die Hebammen, werden Entbindungshelfer genannt.
Die Hebamme hat drei große Aufgabengebiete: Die Schwangerenvorsorge, die Geburtshilfe und die Betreuung im Wochenbett. Die komplette Schwangerenvorsorge – außer den Ultraschalluntersuchungen - kann von einer Hebamme durchgeführt werden. Auch einen Schwangerschaftstest kann die Hebamme durchführen. Ist dieser Test positiv, so stellt die Hebamme einen Mutterpass aus. Während der Schwangerschaftsvorsorge untersucht die Hebamme die Patientin, tastet nach dem Muttermund, tastet den Bauch ab, misst den Bauchumfang, untersucht die Herztöne des Babys mit Hilfe eines CTGs (Wehenschreiber) und untersucht den Urin und den Eisenwert der Schwangeren. Unabhängig von den Vorsorgeuntersuchungen kann sich eine schwangere Frau auch mit Schwangerschaftsbeschwerden wie z.B. Übelkeit, Wassereinlagerungen oder Rückenschmerzen an die Hebamme wenden. Viele Hebammen wenden dann Akupunktur an und verabreichen der Schwangeren pflanzliche Mittel wie z.B. Globuli zur Linderung der Beschwerden. Hebammen bieten auch Geburtsvorbereitungskurse an, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Hier lernen die werdenden Mütter alles zum Thema Schwangerschaft, Entbindung, Stillen und Wochenbett. Es werden Atem- und Entspannungsübungen für die Geburt erlernt und der Geburtsablauf besprochen.
Wenn die Wehen einsetzen und die Geburt beginnt, ist die Hebamme die wichtigste Bezugsperson für die werdende Mutter. Einige Hebammen sind selbstständig tätig und leiten auch Hausgeburten bei den werdenden Eltern zu Hause. Mit Beginn der Geburt kommt die Hebamme dann zu den werdenden Eltern nach Hause und bleibt dort, bis das Baby geboren ist. Einige Hebammen betreiben auch ein Geburtshaus, in das die werdenden Eltern zur Geburt gehen können und nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen können.
Die meisten Hebammen arbeiten jedoch im Krankenhaus und können die Frau auch dort selbstständig während der Geburt betreuen.
Egal, wo die Geburt stattfindet, so überwacht die Hebamme den Geburtsverlauf, in dem sie auf die Herztöne des Babys und die Wehen der Mutter achtet. Sofern die werdende Mutter Schmerzmittel benötigt, kann die Hebamme auch diese verabreichen. Sie leitet die Frauen an, verschiedene Gebärpositionen auszuprobieren oder ein Entspannungsbad in der Badewanne einzunehmen. Häufig ist auch eine Wassergeburt möglich, bei der die Hebamme der werdenden Mutter hilft, das Baby in der Badewanne zu bekommen.
Ist das Kind geboren, so untersucht es die Hebamme und führt die erste Vorsorgeuntersuchung im Leben des Neugeborenen durch, die so genannte U1. Kurz nach der Geburt ist die Hebamme der Mutter beim ersten Anlegen des Säuglings an der Brust behilflich und gibt Tipps zum richtigen Stillen.
In den Tagen und Wochen nach der Geburt kommt eine freiberuflich tätige Hebamme regelmäßig zu den Eltern nach Hause. Sie beobachtet die Entwicklung des Säuglings, untersucht regelmäßig den Nabel und wiegt das Baby. Bei Kaiserschnittentbindungen untersucht die Hebamme die Narbe am Bauch der Mutter. Zusätzlich achtet die Hebamme bei allen Müttern auf den Wochenfluss und steht den Eltern mit Rat und Tat in sämtlichen Dingen zur Seite. Viel Geduld benötigen die Hebammen häufig auch mit den Stillproblemen der Mütter. Die Hebammen legen das Baby immer wieder richtig an und behandeln evtl. wunde Brustwarzen der Mütter.
Einige Wochen nach der Entbindung bieten die Hebammen einen Rückbildungskurs für die Mutter an. Hier werden Übungen für die Festigung des Beckenbodens erlernt und die körperliche Fitness der jungen Mutter wieder hergestellt.
Während der gesamten Stillzeit haben die Mütter Anspruch auf Hebammenhilfe. Hat sich ein Milchstau oder eine Brustentzündung aufgrund des Stillens entwickelt, so kann die Hebamme mit verschiedenen Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern. Dazu gehört z.B. das Ausstreichen der Milch bei einem Milchstau oder das Anlegen eines kühlenden Umschlages bei einer Brustentzündung.
Hebammen können selbstständig oder angestellt sein. Selbstständige Hebammen haben meist eine Hebammenpraxis, in der sie die Vorbereitungs- und Rückbildungskurse durchführen. In größeren Orten gibt es auch Geburtshäuser, die von Hebammen geleitet werden. Hier sind auch angestellte Hebammen tätig. Selbstständige Hebammen können auch als Beleghebamme arbeiten und die Schwangere dann nicht nur vor und nach der Geburt begleiten sondern die Frau auch im Belegkrankenhaus durch die Geburt führen. Viele Hebammen sind jedoch in den Geburtskliniken angestellt und betreuen die Frau dann nur während der Geburt.
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