Panikstörungen - Ursachen, Symptome und Behandlung

Panikstörungen bzw. auch Panikattacken äußern sich durch verschiedenste körperliche und psychische Symptome. Die Diagnostik findet meist bei Psychologen statt. Für die Entstehung von Panikstörungen gibt es verschiedenste Ursachen. Wie eine Panikstörung verläuft, ist individuell verschieden. Lesen Sie alles Wissenswerte über Ursachen, Symptome und Behandlung von Panikstörungen.

Die Entstehung von Panikattacken und wie man Panikstörungen erkennen und behandeln kann

Gängige Formen von Panikattacken im Alltag

Das Herz krampft sich zusammen, die Atmung hyperventiliert, Schweiß tritt aus allen Poren und es scheint sich eine Faust um den Magen zu legen. Panikattacken sind für Außenstehende zumeist mit einer Hysterie verbunden, doch für die Betroffenen ist es ein belastendes und das Leben einschränkendes Problem. Jeder 10. Bewohner im Land leidet unter der Angst vor der Angst und schweigt in der Regel.

Panikattacken treten urplötzlich in das Leben eines Menschen. Hunderte Male Fahrstuhl gefahren ohne jegliche Ängste, wird mit einem Mal alles anders. Schon der Gedanke löst die oben erwähnten körperlichen und seelischen Zustände aus und zukünftig nimmt der Betroffene lieber die Treppen - und mögen diese auch noch so steil und lang sein.

Bei einem anderen tritt die Panikattacke im Auto auf - einfach so, obwohl er seit Jahren viel auf den Straßen unterwegs ist. Der Einkaufsbummel als Ausgleich zum Alltag wird zum wahren Horrortrip, weil einem das Herz bis zum Halse schlägt, wenn man in Räume und Geschäfte geht, die voller Menschen sind.

Drei Beispiele, die um die auftretenden Panikattacken

ergänzt werden können. Auch die Angst, alleine zuhause zu sein oder im Gegenteil, die Angst vor dem Bewegen außerhalb des Hauses sind panikauslösend. Unabhängig davon, wann oder in welcher Situation eine Panikattacke auftritt, eines ist sicher: das Leben ist nicht mehr wie zuvor und wird aus jeglichen Richtungen eingeschränkt.

Panikattacken im Kindesalter

Bereits im Kindes- und Jugendalter kann es zur Entwicklkung von Panikstörungen kommen. Besonders, wenn Eltern von Panikattacken betroffen sind, ist es typisch, dass Kinder dieses Verhalten von ihnen übernehmen.

Mimik und Gesten der Eltern können den Nachwuchs daher bereits in jungem Alter sehr beeinflussen. Trennungsangst ist ebenfalls ein typischer Auslöser von Panikattacken bei Kindern.

Behandelt man die Erkrankung nicht, ist ein chronischer Verlauf zu befürchten. Dies wiederum wirkt sich nicht selten negativ auf die Entwicklung des Kindes aus. Es kommt zu psychischen Problemen.

Generell gilt eine Behandlung von Panikstörungen im Kindesalter als erfolgreich. Sinnvoll ist es, die Eltern mit in die Behandlung einzubeziehen.

Panikstörungen - Krankheitsbild

Die Panikstörung zählt zu den psychiatrischen Angsterkrankungen. Sie äußert sich durch schwere Panikattacken, die anfallsartig auftreten und sich nicht auf eine konkrete auslösende Situation zurückführen lassen. Man bezeichnet die Panikstörung auch als Paniksyndrom oder episodisch paroxysmale Angst.

Unbehandelt können Panikstörungen zu einer generalisierten Angststörung werden. Wird die unbewusste Angst jedoch diagnostiziert und bearbeitet bzw. gelindert, kann es zu einer allmählichen Ausheilung kommen, welche sich durch immer seltenere und schwächere Attacken zeigt.

Ursachen

Wann Panikstörungen entstehen, ist verschieden und hängt auch von den einzelnen Betroffenen ab. Oftmals entwickelt sich eine Panikattacke aus einer unvorhersehbaren Situation.

Bei einigen Patienten tritt die erste Panikattacke auf, wenn sie unter Stress stehen oder um einen lieben Menschen trauern. Die genannten körperlichen Symptome treten dann auf und bereiten dem Patienten derartig große Angst, dass er künftig immer wieder Angst vor diesen Beschwerden hat.

Je mehr Zeit die Patienten zum Nachdenken haben, desto mehr können sie sich in ihre Angst hineinsteigern und provozieren so die nächste Panikattacke. Der Patient befindet sich dann in einem Teufelskreis.

Eine weitere Ursache der Panikattacken ist die psychische Situation des Menschen. Personen, die aufgrund ihres Berufes oder ihrer privaten Situation psychisch ausgelaugt sind, neigen leichter zu psychischen Krankheiten. Auch Menschen, die in der Arbeit gemobbt werden, können zu Panikattacken neigen. Einige Medikamente können sich negativ auf die Psyche auswirken und so die Panikattacken hervorrufen.

Viele Menschen haben zum Beispiel erst dann Flugangst, wenn sie einmal einen äußerst unruhigen Flug mitgemacht haben und währenddessen Angst hatten, mit dem Flugzeug abzustürzen. Diese Betroffenen haben künftig oftmals panische Angst wieder ein Flugzeug zu betreten.

Sicher würden die Betroffenen ihre Angst verlieren, wenn sie trotzdem in das Flugzeug einsteigen würden und einen ruhigen Flug erleben würden. Da sich die Betroffenen jedoch meist in kein Flugzeug mehr hineintrauen, bleibt die Angst bestehen.

Einige Menschen entwickeln auch Panikattacken, weil sie dies in ihrer elterlichen Erziehung so gelernt haben. Wenn Eltern ihren Kindern von klein auf beibringen, dass bestimmte Tiere extrem gefährlich sind, entwickeln die Betroffenen im Erwachsenenalter oftmals Panik davor.

Möglicherweise kann die Veranlagung zu einer Panikstörung auch vererbt werden, da die Erkrankung in vielen Familien gehäuft auftritt. Hierbei spielen veränderte neuronale Systeme im Hirn eine Rolle, vor allen Dingen der GABA-, Serotonin- und Noradrenalin-Neurone.

Bei einer Panikattacke sendet das Gefühlszentrum Alarmsignale an diese Systeme; das vegetativen Nervensystem schaltet auf große Not und Fluchtbereitschaft, zudem steigt der Adrenalinspiegel im Blut sehr schnell an. Gegen dieses bedrohliche Gefühl ist der Betroffene machtlos, da er nicht weiß, wohin er fliehen könnte (eine konkrete Bedrohung gibt es nicht).

Erkrankungen

In einigen Familien kommen psychische Krankheiten mit Panikattacken gehäuft vor. Krankheiten, die als Symptom die Panikattacke aufweisen, sind zum Beispiel die Agoraphobie (Angst vor speziellen Orten) oder auch verschiedenste andere Phobien, zum Beispiel

usw. Auch Patienten mit dem Burnout-Syndrom können unter Panikattacken leiden.

Verlauf

Wie die Erkrankung verläuft, ist individuell verschieden. Je früher eine Panikstörung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Einige Formen der Panikstörungen können jedoch auch chronisch sein.

Folgen

Betroffene, die nur unzureichend behandelt und therapiert werden, igeln sich oft zu Hause ein und verlieren den Kontakt zur Außenwelt. Viele tragen sich dann mit Selbstmordgedanken oder verfallen dem Alkohol.

Bei vielen Betroffenen entwickelt sich auch eine Depression. Je nach Auslöser der Panikattacke können die Betroffenen auch monatelang beschwerdefrei sein und plötzlich mehrere Attacken täglich haben.

Komplikationen

Die Gefahr von Komplikationen besteht, wenn die Panikattacken über längere Zeit nicht behandelt werden. Dadurch kommt es nicht selten zu einem chronischen Verlauf des Leidens. Mit dem Verstreichen der Zeit wird es auch wesentlich schwieriger, die psychische Störung erfolgreich zu behandeln.

Nicht selten verspüren die Patienten eine immer größere Angst vor der nächsten Panikattacke, wodurch wiederum eine größere Anfälligkeit für weitere Attacken entsteht. Im Laufe der Zeit kommt es bei zahlreichen Betroffenen zu einem sozialen Rückzug.

Bei manchen Patienten tritt zudem eine Abhängigkeit von Medikamenten oder Alkohol ein. Nicht selten gehen Panikattacken mit einer Agoraphobie einher, bei der sich die Betroffenen vor größeren Menschenmengen fürchten.

Das stille Leiden

Die Angst vor der Angst ist im wahrsten Sinne lähmend und die angstmachende Situation wird vermieden wo es nur geht. Menschen mit Panikattacken leiden und können sehr lange nicht für sich erkennen, dass genau dieses Vermeiden der ängstigenden Situation nur noch alles schlimmer macht.

Hinzu kommt, dass kein Arzt organische Ursachen finden kann, wenn ein Patient um Untersuchung bittet, weil

Auch Familienmitglieder, Kollegen oder Freunde werden nur selten über den eigenen Zustand informiert - diese könnten ja glauben man sei verrückt.

Symptome

Patienten mit einer Panikstörung leiden häufig unter so genannten Panikattacken, in denen sie ganz plötzlich furchtbare Angst vor irgendetwas haben. Eine Panikattacke dauert in der Regel bis zu einer halben Stunde, bei wenigen Betroffenen kann sie auch nur einige Minuten oder auch einige Stunden andauern.

Am Höhepunkt der Panikattacke haben die Betroffenen auch körperliche Beschwerden. Zu den Symptomen einer Panikattacke zählen

Die Betroffenen zittern am ganzen Körper und haben oftmals sogar Todesangst. Viele Betroffene haben auch schon Angst vor der nächsten Attacke und kapseln sich daher von ihrer Umwelt immer mehr ab.

Nächtliche Attacken

Knapp die Hälfte der Betroffenen sind auch von nächtlichen Panikattacken betroffen. Wieso es dazu kommt, ist nicht gänzlich geklärt. Es handelt sich nicht um Reaktionen auf einen Albtraum, da die Attacken nicht während der Traumphasen auftreten.

Man geht davon aus, dass so eine Attacke vielmehr eine Reaktion auf körperliche Veränderungen darstellt. Dabei kann es sich um einen schnellen Herzschlag handeln, den man tagsüber erlernt, und der nachts sozusagen automatisch abläuft.

Formen

Man unterscheidet verschiedene Formen von Panikstörungen bzw. Panikattacken:

  • die Angst bedingte Panikattacke
  • die spontane Panikattacke und
  • die situationsbedingte Panikattacke.

Betroffene, die zum Beispiel Angst vor dem Aufzugfahren haben, die Angst vor Tunnels oder großen Plätzen haben, leiden unter einer Angst bedingten Panikattacke.

Eine spontane Panikattacke kann jederzeit und an jedem Ort auftreten und kann völlig unterschiedliche Auslöser haben. Die situationsbedingte Panikattacke entsteht plötzlich in Situationen, die dem Betroffenen bisher noch keine Angst machten, zum Beispiel das Sprechen vor einer großen Menschenmenge oder das Autofahren.

Diagnose

Bessern sich die Panikattacken nicht von selbst wieder, ist es ratsam, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen, da es sonst zu einem chronischen Krankheitsverlauf kommen kann. Der Mediziner geht der Ursache der psychischen Störung auf den Grund.

Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Um die Panikattacken von anderen Angststörungen abgrenzen zu können, verwendet der Therapeut spezielle Fragebögen, die der Patient beantworten muss. Außerdem gibt es Fremdbeurteilungsbögen, die vom Therapeuten ausgefüllt werden. Von Panikattacken klar abzugrenzen sind

Aber auch bestimmte körperliche Krankheiten wie eine chronische Herzerkrankung oder eine Überfunktion der Schilddrüse gilt es, bei der Diagnose auszuschließen.

Liegen keine anderen Erkrankungen vor, so fragt der Arzt genau nach den Symptomen des Patienten und wann diese auftreten. Der Arzt benutzt für seine Diagnosestellung meist einen speziellen Fragebogen. Eine Panikstörung liegt nur dann vor, wenn die Panikattacken mehrmals monatlich vorkommen und der Patient dazwischen ein normales Leben ohne Angst führen kann.

Behandlung

Die Behandlung der Panikattacken erfolgt bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten. Wichtigster Teil der Therapie sind ausführliche Gespräche mit dem Therapeuten.

Diese finden entweder im Vier-Augen-Gespräch oder im Rahmen einer Gruppentherapie mit gleichgesinnten Patienten statt. Während dieser Therapie wird den Patienten vermittelt, dass ihre körperlichen Symptome (Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern etc.) während der Panikattacke nicht lebensgefährlich sind und dass sie körperlich gesund sind.

Auch wenn das Herz während einer Panikattacke zu rasen beginnt, besteht keine Gefahr, einem plötzlichen Herztod zu erliegen. Die Patienten lernen in den Gesprächen, wie sie mit den Panikattacken umgehen müssen und was sie im Akutfall tun können.

Psychotherapie

Im Rahmen der Therapie erlernen die Betroffenen, die ihnen Angst auslösenden Situationen nicht mehr zu meiden, sondern sich ihrer Angst zu stellen. Diese Behandlungsmethode nennt sich Verhaltenstherapie.

Neben der Verhaltenstherapie erlernen die Betroffenen meist auch Entspannungsübungen wie zum Beispiel autogenes Training. Diese Übungen können die Betroffenen auch während einer Panikattacke anwenden. Die Entspannungstechniken sind jedoch auch dazu geeignet, den Betroffenen zwischen zwei Panikattacken mehr Ruhe zu verschaffen.

Bestehen die Panikstörungen aufgrund eines traumatischen Erlebnisses in der Kindheit (zum Beispiel sexueller Missbrauch), muss dieses Erlebnis psychologisch aufgearbeitet werden. Diese Therapie kann mehrere Monate und sogar bis zu mehreren Jahren andauern.

Oft findet die Therapie auch im Rahmen einer Gruppentherapie mit mehreren Betroffenen statt. Unter Gleichgesinnten können sich viele Patienten leichter öffnen und sehen so, dass sie nicht alleine mit ihrer Angst und ihren Beschwerden sind.

Medikamente

Auch Medikamente spielen im Rahmen der Therapie eine wichtige Rolle. Meist sind dies Medikamente zur Beruhigung oder Medikamente zur Behandlung von Depressionen.

Verabreicht werden in einer akuten Situation schnell wirkende Benzodiazepine, wie z.B. Lorazepam. Wird das Mittel für eine vorübergehende Zeit von einigen Wochen genommen, kann es zu einer Angstlösung kommen - allerdings nur, bis man das Medikament wieder absetzt.

Längerfristig hat sich die Einnahme von Selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern (SSRI), wie z.B. Paroxetin oder Fluvoxamin, bewährt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass deren Wirkung erst nach ein paar Wochen einsetzt. Bei starken körperlichen Beschwerden sind Betablocker hilfreich.

Selbsttherapie

Panikattacken selbst zu behandeln, ist nicht einfach. Um ihnen entgegenzuwirken, wird empfohlen, sich allmählich an die Auslöser der Ängste zu gewöhnen. Dazu kann man sich zum Beispiel Bilder oder Videofilme von Tieren ansehen, die bei einem Panik erzeugen.

Manchmal hilft auch die Nähe zu anderen Menschen, um die Panikattacke besser in den Griff zu bekommen. So sollte man seine Probleme nicht verbergen, sondern lieber offen über sie reden.

Als hilfreich gilt zudem das Erlernen von Entspannungsmethoden wie

Bauchatmung

Das Erlernen von einer tiefen Atmung kann bereits bei den ersten Symptomen einer auftauchenden Panikattacke dafür sorgen, dass das Gehirn genügend Sauerstoff bekommt und die Angst nicht gleich den kompletten Kopf blockiert.

Angst durch Wut ersetzen

Das Gehirn kann nur ein Gefühl "denken", folglich bewährt es sich bei dem ersten Anzeichen der Attacke an etwas zu denken, dass einen vollkommen wütend macht. Wut ist stärker als Angst und folglich kann durch das wütende Denken sehr oft die Attacke abgewendet werden.

Hausmittel

Gegen Panikattacken können auch einige Hausmittel zur Anwendung kommen. Dazu gehört zum Beispiel das Trinken von Teesorten, die eine entspannende Wirkung haben.

Zu empfehlen sind vor allem

Ebenfalls hilfreich ist das Ausüben von beruhigenden Atemübungen. Auch das Riechen an Ölen wie Vanilleöl oder Lavendelöl sorgt für eine beruhigende Wirkung.

Kommt es zu einer Hyperventilation, ist es ratsam, in eine Papiertüte zu atmen. Außerdem sollten während einer Panikattacke enge Kleidungsstücke geöffnet werden. Um mehr Luft zu erhalten, empfiehlt es sich, die Fenster zu öffnen.

Vorbeugung

Die Entstehung von Panikstörungen kann man oftmals nicht verhindern. Grundsätzlich sollte man sich jedoch seiner Angst frühzeitig stellen und kann auf diese Weise oftmals eine Panikattacke vermeiden.

  • Es wird geraten, großen Stress zu vermeiden und auf den übermäßigen Konsum von Zigaretten und Alkohol zu verzichten.
  • Ebenfalls wichtig ist viel Bewegung an der frischen Luft.
  • Außerdem sorgt das Ausüben von Atem- und Entspannungstechniken für die Stärkung der Psyche.

Sollte man es nicht schaffen, seine Angst selbst in den Griff zu bekommen, sollte man sich frühzeitig professionelle Hilfe suchen.

Kommt es bei einer großen Anzahl von Menschen gleichzeitig zu einer Panikattacke, bricht eine Massenpanik aus...

Großveranstaltungen und Massenpanik - Wie eine Panik ausbricht

Bei einer Massenpanik gerät eine größere Menschenansammlung durch ein bestimmtes Ereignis in Panik und nimmt unkontrollierte Fluchtbewegungen vor. Verursacht werden Massenpaniken zumeist durch bestimmte Gefahrensituationen wie zum Beispiel ein Feuer oder einen Gebäudeeinsturz. Manchmal ist aber auch das Verhalten von einzelnen Menschen für den Ausbruch einer Massenpanik verantwortlich.

Zu den schlimmsten Massenpaniken in Deutschland gehört das Unglück auf der Loveparade in Duisburg im Juli 2010. Dabei kam es auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs zu einem starken Gedränge im Eingangsbereich, das 21 Todesopfer und mehr als 500 Verletzte forderte. Aber auch aus anderen Ländern sind ähnliche Massenpaniken mit hohen Opferzahlen bekannt.

Ursachen und Risiken

Die Gefahr, dass eine Massenpanik ausbricht, besteht vor allem in eingegrenzten Räumen. Dabei kann es sich um

handeln. Kommt es nun bei einer Großveranstaltung auf beschränktem Raum zu einer Situation, die als gefährlich eingeschätzt wird, kann dies zum Ausbruch einer Massenpanik führen. Als überaus riskant gelten so genannte Flaschenhalssituationen, denn dabei reagieren Menschen besonders panisch. Offene Systeme bieten dagegen eine Vielzahl von Fluchtmöglichkeiten.

Typisch für eine Massenpanik ist, dass es bei den Betroffenen zu unkontrollierter Angst und massiven Fluchtbewegungen kommt. So bewegen sich die beteiligten Personen schneller als gewöhnlich, was sich auch durch rücksichtloses Verhalten wie Drängeln, Stoßen und Schubsen bemerkbar macht.

Häufig folgen die Beteiligten einem regelrechten Herdentrieb, bei dem das Verhalten anderer Personen als Orientierung dient. Manchmal werden dabei sogar alternative Fluchtmöglichkeiten außer Acht gelassen.

Mögliche Auswirkungen

Panisches Verhalten kann auch Auswirkungen auf den Körper haben. So zeigen sich vor lauter Angst Symptome wie

  • Atemnot
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Schwindelgefühle und
  • Zittern.

Auch Todesangst ist in einer Paniksituation keine Seltenheit. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass durch die Panikreaktionen Menschen verletzt werden, da es dabei häufig zu Stürzen und Quetschungen kommt.

Zu den typischen Verletzungsfolgen einer Massenpanik gehören vor allem

Im schlimmsten Fall ist es sogar möglich, dass innere Organe durch den starken Druck der Menschenmassen reißen, und zu lebensgefährlichen Blutungen führen.

Die meisten Menschen sterben bei einer Massenpanik jedoch an einer traumatischen Asphyxie. Dabei handelt es sich um eine Kreislaufschwäche, die mit Atemstillstand einher gehen kann.

Verursacht wird eine Asphyxie durch das Zusammendrücken des Brustkorbs. Aufgrund der massiven Brustkorbverletzungen werden Luft und Gas im Körper nicht mehr ausgetauscht, was den Erstickungstod zur Folge hat.

Quellen:

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  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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