Bronchitis - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien. Man unterscheidet die akute sowie die chronische Form; erstere geht häufig mit einem grippalen Infekt oder einer Grippe einher, während Betroffene bei der chronischen Bronchitis an zwei aufeinanderfolgenden Jahren mindestens drei Monate lang unter Husten und Auswurf leiden. Die Ursachen einer akuten und einer chronischen Bronchitis sind völlig unterschiedlich. Auch der Verlauf der Erkrankungen ist verschieden. Lesen Sie über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmaßnahmen einer Bronchitis.

Die Entstehung einer Bronchitis und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild: Formen der Bronchitis

Heute lacht die Sonne von Himmel und man läuft mit dem T-Shirt durch die Gegend. Morgen dagegen ist es richtig kühl und starker Wind lässt die Luft als noch kälter empfinden. Ein Schnupfen zeigt sich bei solchen Wetterkapriolen sehr gerne und auch oft.

Rund viermal im Jahr erreichen Erkältungsviren ihr menschliches Ziel und bescheren neben einem Schnupfen auch eine Heiserkeit, brennende Augen, Gliederschmerzen und Husten. Zeigt sich letzterer als sehr hartnäckig, dann liegt in vielen Fällen eine akute Bronchitis vor.

Akute Bronchitis

Bei einer akuten Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Atemwege, die in den meisten Fällen zusammen mit einem grippalen Infekt oder einer Grippe auftritt. In der Regel ist eine akute Bronchitis harmlos, allerdings kann es zu unangenehmen Husten kommen.

Die Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege. So erkranken erwachsene Menschen pro Jahr zwei- oder dreimal an einer akuten Bronchitis. Noch häufiger betroffen sind Kinder, Senioren oder Menschen, die unter Immunschwäche leiden. Besonders gehäuft tritt die Atemwegserkrankung im Herbst und im Frühling auf.

Chronische Bronchitis

Um eine chronische Bronchitis handelt es sich laut WHO (Weltgesundheitsorganisation), wenn ein Mensch an zwei aufeinander folgenden Jahren wenigstens drei Monate lang unter Husten und Auswurf leidet.

Allein in Deutschland sind ungefähr 13 Prozent der Bevölkerung von einer chronischen Bronchitis betroffen. Vor allem Männer leiden unter dieser Atemwegserkrankung. Mit zunehmendem Lebensalter steigt auch die Häufigkeit der chronischen Bronchitis.

Ursachen

Ursachen einer akuten Bronchitis

Eine akute Bronchitis kann durch

  • Viren
  • Bakterien
  • Pilze sowie
  • Reizstoffe

verursacht werden.

Viren und Bakterien

Meist sind Viren die Auslöser; häufig tritt eine akute Bronchitis im Rahmen eines Virusinfektes, verursacht durch Influenza-Viren, auf.

Zu den typischen Erregern gehören

  • Rhinoviren
  • Coronaviren
  • Adenoviren sowie
  • Influenza- und
  • Parainfluenzaviren.

Bei Kindern kann die akute Bronchitis auch durch

  • RS-Viren
  • Coxsackie-Viren oder
  • ECHO-Viren

ausgelöst werden.

Sind Bakterien der Grund, handelt es sich meist um eine so genannte Sekundärinfektion. In diesem Fall geht der Erkrankung eine durch Viren verursachte Bronchitis voraus. Doch auch Bakterien der Lungenentzündung können eine akute Bronchitis auslösen.

Die Bakterien vermehren sich in den Zellen, wodurch das Immunsystem sie nicht ausreichend bekämpfen kann. Zu den auslösenden Bakterien gehören

Pilze und Reizstoffe

Pilze sind nur sehr selten der Auslöser für eine Bronchitis. Meist sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem wie beispielsweise Krebskranke oder HIV-Infizierte, davon betroffen. Zu den Faktoren oder Reizstoffen, die das Entstehen einer akuten Bronchitis begünstigen oder in seltenen Fällen auch direkt auslösen, können

  • Luftverschmutzung
  • Zigarettenrauch
  • feuchtes, kaltes Wetter sowie
  • der Aufenthalt in größeren Menschenmengen

gehören.

In Verbindung mit anderen Erkrankungen

Ebenso ist es möglich, dass eine akute Bronchitis zusammen mit Krankheiten wie

auftritt.

Ursachen einer chronischen Bronchitis

Hauptursache einer chronischen Bronchitis ist das Rauchen. 90 Prozent aller Patienten mit einer chronischen Bronchitis sind Raucher.

Werden giftige Dämpfe kontinuierlich über einen längeren Zeitraum eingeatmet, kann auch dies zu einer chronischen Bronchitis führen. Schließlich kann eine chronische Bronchitis auch zur COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) führen.

Wie weit eine chronische Bronchitis fortschreitet, ist auch von der Höhe des Tabakkonsums abhängig. Zudem vermutet man, dass die Lunge auch durch Passivrauchen geschädigt wird.

Darüber hinaus können Umweltfaktoren wie

das Entstehen einer chronischen Bronchitis begünstigen. Eher selten wird die Atemwegserkrankung durch Enzymmangel oder fehlende Abwehrstoffe ausgelöst.

Krankheitsverlauf

Verlauf einer akuten Bronchitis

Eine akute Bronchitis heilt in den meisten Fällen ohne ärztliche Behandlung. Verfärbt sich der Auswurf blutig oder grünlich, muss jedoch ein Arzt aufgesucht werden. Normalerweise heilt eine akute Bronchitis ohne Folgeschäden aus.

Komplikationen

Komplikationen können jedoch bei kranken oder alten Menschen auftreten. Besonders ältere und bettlägerige Menschen können schlecht abhusten, was schließlich zu einer Lungenentzündung führen kann. Bei diesen Personen kann die akute Bronchitis auch zur chronischen Bronchitis werden.

Verlauf einer chronischen Bronchitis

Wie eine chronische Bronchitis verläuft, hängt von der betroffenen Person ab und ob diese sich an die ärztlichen Anweisungen hält. Wird die chronische Bronchitis rechtzeitig erkannt und die betroffene Person stellt das Rauchen ein, bestehen gute Heilungschancen.

Komplikationen

Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Verdickung der Bronchien. Außerdem wird vermehrt Sekret gebildet. Die so genannten Zillien auf der Schleimhaut, die man auch als Flimmerhärchen bezeichnet, verlieren aufgrund von zunehmenden Schädigungen immer mehr ihre Funktion.

Normalerweise sorgen die Flimmerhärchen für den Abtransport von Schleim und Schmutzpartikeln aus den Atemwegen. Bei einer chronischen Bronchitis kommt es jedoch im Laufe der Zeit zu einer Zerstörung der Härchen. Dies hat zur Folge, dass sich die ganze Lungenschleimhaut verändert. So wird die Bronchienwand immer dünner und instabiler.

Schließlich fallen beim verstärkten Ausatmen die Bronchien zusammen, wodurch sich die Luftwege verengen. Es besteht auch die Gefahr, dass es zu Folgekrankheiten wie

kommt. Ebenfalls eine der Folgen ständiger bronchial Erkrankungen ist das Asthma, welches das Leben der Betroffenen durchaus sehr stark einschränken kann. Hier heißt es präventiv für die Gesundheit der Atemwege sorgen und bei anhaltendem Husten den Arzttermin nicht allzu lange herauszuzögern.

Symptome

Bei der Bronchitis ist je nach Ursache zwischen der akuten und der chronischen Bronchitis zu unterscheiden.

Akute Bronchitis

Betroffene, die an einer akuten Bronchitis leiden, klagen über Beschwerden wie

  • Husten (besonders morgens)
  • die vermehrte Bildung von Schleim
  • schleimigen Auswurf
  • Brustschmerzen und
  • Atemgeräusche
  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Heiserkeit und
  • brennenden Augen

Zuerst handelt es sich um einen trockenen Reizhusten, der dann jedoch in einen Husten mit Auswurf übergeht. Der Auswurf kann weißlich oder grünlich sein. Beim Abhusten des Schleims kann auch Blut beigemengt sein.

Wann zum Arzt?

Unter bestimmten Umständen sollte bei einer akuten Bronchitis ein Arzt aufgesucht werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es zu

  • starker Atemnot
  • heftigen Brustschmerzen
  • hohem Fieber
  • Husten von Blut oder
  • starken gelblichen Auswurf

kommt. Auch Menschen, die unter Vorerkrankungen wie

leiden, sollten sich unter ärztliche Obhut begeben.

Chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis lässt sich in drei Stadien einteilen, in denen sich die Symptome fortschreitend verstärken. Diese sind:

  • Stadium 1: einfache chronische Bronchitis
  • Stadium 2: chronisch obstruktive Bronchitis
  • Stadium 3: Lungenemphysem

Wer an einer chronischen Bronchitis leidet, hat dauerhaft oder sehr häufig Husten. Besonders in der Früh nach dem Aufstehen ist der Husten mit Auswurf kombiniert.

Ein weiteres charakteristisches Symbol ist die Atemnot. Im Endstadium entstehen bei der chronischen Bronchitis Schäden am Herzen und an der Lunge.

Diagnose

Akute Bronchitis

Klinische Untersuchung

Der Arzt diagnostiziert die akute Bronchitis, indem er den Patienten abhört und abklopft und nach den genauen Beschwerden befragt. Zusätzlich erfolgt auch eine ausführliche körperliche Untersuchung.

Laboruntersuchung

Auch eine Blutabnahme wird durchgeführt, um das Blut auf weitere Krankheitszeichen zu untersuchen. Vom Auswurf, der beim Husten abgehustet wird, kann ein Abstrich entnommen werden, um die genauen Krankheitserreger bestimmen zu können. Dies wird vor allem dann durchgeführt, wenn der Auswurf bereits grünlich ist oder Blut beigemengt ist.

Röntgen der Lunge

Um eine Lungenbeteiligung ausschließen zu können, wird oft auch eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt. Dadurch können auch Erkrankungen wie zum Beispiel Tumore in der Lunge ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome wie eine akute Bronchitis hervorrufen können.

Chronische Bronchitis

Auch bei Verdacht auf eine chronische Bronchitis wird der Arzt den Patienten abhören und die Lunge abklopfen. Wie bei der akuten Bronchitis auch, wird das Blut untersucht und eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht.

Zusätzlich zu den Untersuchungen, die bei einer akuten Bronchitis durchgeführt werden, wird bei einem Verdacht auf eine chronische Bronchitis jedoch noch eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) durchgeführt. Hier wird das Lungenvolumen gemessen. Um Schädigungen des Herzens durch die chronische Bronchitis auszuschließen, wird auch noch ein EKG angefertigt.

Therapie

Akute Bronchitis

Eine akute Bronchitis muss nur dann behandelt werden, wenn sie von Fieber begleitet ist oder länger andauert. Auch wenn der Auswurf eitrig wird, müssen Medikamente eingenommen werden.

Medikamente

Je nach Art der Erreger verschreibt der Arzt

Während pflanzliche Hustenstiller eine beruhigende und abschwellende Wirkung haben, wirken chemische Antitussiva unmittelbar am Hustenzentrum. Allerdings sind die chemischen Mittel eher für trockenen oder starken Husten in der Nacht geeignet.

Hausmittel

Der Kranke muss unbedingt viel Tee und Wasser trinken, um das Abhusten zu erleichtern. Auch ein heißes Vollbad kann die Beschwerden lindern.

Sehr wirksam ist auch das Inhalieren mit Kamille oder Salzwasser. Ein weiteres Hausmittel ist das Trinken eines Glases warmer Milch mit Honig. Auch Rotlicht ist eine hilfreiche Möglichkeit, wenn die Bronchitis bereits ihren Einzug gehalten hat.

Wunderwaffe Wärme

Wie bei den meisten Atemwegserkrankungen gilt auch bei der Bronchitis: Den Körper warm halten. Besonders die Wärme auf der Brust fördert bei der Bronchitis eine schnellere Genesung, da die Schleimlösung angetrieben wird.

Vor dem Zubettgehen ist es ratsam, den Rücken und die Brust mit Erkältungsbalsam einzureiben. Die antibakterielle und krampflösende Wirkung erleichtert das Schlafen und lindert die Anzahl oder Heftigkeit der Hustenanfälle.

Chronische Bronchitis

Eine chronische Bronchitis bei Rauchern kann nur therapiert werden, wenn das Rauchen aufgegeben wird. Anderenfalls kann es zum Lungenkrebs kommen. Neben dieser Maßnahme können schleimlösende Medikamente die Symptome eines akuten Infektes lindern. Diese Mittel können den Verlauf der Bronchitis zwar nicht direkt beeinflussen, sorgen aber für Linderung.

Auch die Einnahme von Antibiotika kann notwendig werden. Als Langzeittherapie gibt es auch Medikamente, die als Spray oder Tablette verordnet werden. Besteht Atemnot, werden bronchienerweiternde Medikamente eingesetzt.

All diese Medikamente können eine chronische Bronchitis jedoch nicht heilen. Eine Heilung ist nur bei frühzeitigem Erkennen der Erkrankung und Absetzen der Zigaretten bzw. Ausschalten der giftigen Dämpfe möglich.

Anweisungen an den Patienten

Darüber hinaus kann der Patient auch selbst etwas gegen die chronische Bronchitis tun. So wird empfohlen,

  • Atemgymnastik zu betreiben
  • sich in Maßen an der frischen Luft körperlich zu betätigen und
  • sich nicht in Räumen aufzuhalten, in denen geraucht wird.

Auch eine Impfung gegen Pneumokokken oder eine Grippe gilt als ratsam.

Vorbeugung

Akute Bronchitis

Um eine akute Bronchitis zu vermeiden, ist es hilfreich, die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Man sollte sich abwechslungs- und vitaminreich ernähren und sich viel bewegen. Auch Impfungen gegen Pneumokokken und die Grippe sind empfehlenswert.

Chronische Bronchitis

Eine chronische Bronchitis kann man verhindern, wenn man nicht raucht und sich keinen giftigen Dämpfen aussetzt. Auch als begleitende Therapie bei einer chronischen Bronchitis empfiehlt sich eine Grippe- und Pneumokokkenimpfung, um diese Begleiterkrankungen zusätzlich zur chronischen Bronchitis zu vermeiden.

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