Bakterieninfektionen - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bakterien werden auf drei verschiedene Weisen übertragen. Wie die einzelnen Bakterieneinfektionen verlaufen, ist unterschiedlich. Sie sollten jedoch unbedingt behandelt werden, um nicht chronisch zu verlaufen. Bakterieninfektionen äußern sich durch unterschiedlichste Symptome. Die Diagnostik erfolgt je nach Erkrankung bei verschiedenen Ärzten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über unterschiedliche Bakterieninfektionen.

Die Entstehung einer bakteriellen Infektion und wie man sie behandeln und erkennen kann

Krankheitsbild

Eine bakterielle Infektion entsteht, wenn Bakterien, einzellige Kleinstlebewesen, in den Körper eindringen und sich dort vermehren. Dabei gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterienarten. Der Körper versucht, diese wieder loszuwerden; das Immunsystem produziert dafür verschiedene Stoffe, wodurch mitunter Entzündungsreaktionen ausgelöst werden.

Ursachen

Bakterien können zum einen durch die so genannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Durch Niesen, Husten oder Sprechen werden sie dabei von der kranken auf die gesunde Person übertragen.

Bakterien können auch direkt von der kranken auf die gesunde Person übertragen werden. Beispiele hierfür sind das Händeschütteln oder gemeinsames Berühren von Gegenständen. Auch durch Blut oder entsprechend verunreinigte Gegenstände oder auch bei Verletzungen können Bakterien übertragen werden.

Blasenentzündung

Ursache für eine Blasenentzündung sind meist Bakterien, die aus dem Darmbereich in die Harnröhre gelangen. Besonders bei Frauen treten häufig Blasenentzündungen auf, wenn sie sich nach dem Toilettengang den After von hinten nach vorne reinigen und so die Darmbakterien in die Scheide bzw. die Harnröhre befördern.

Auch durch Geschlechtsverkehr können die Bakterien hier in die Harnröhre gelangen. Faktoren wie eine Schwangerschaft oder auch Erkrankungen wie Diabetes oder Harnblasentumore können die Entstehung einer Blasenentzündung fördern.

Scharlach

Scharlach wird durch eine bestimmte Form der Bakterien, durch die so genannten Streptokokken meistens durch Tröpfcheninfektion übertragen. Kinder können sich auch durch das gemeinsame Benutzen von Spielzeug anstecken.

Lungenentzündung

Eine bakterielle Lungenentzündung wird durch so genannte Pneumokokken verursacht. Erkrankungen wie zum Beispiel Asthma sowie Krankheiten, die das Immunsystem schwächen (wie bei Krebserkrankungen) begünstigen das Eindringen der Pneumokokken in die Lunge.

Risikofaktoren für die Erkrankung an einer Mandelentzündung sind unter anderem Stress und ein geschwächtes Immunsystem.

Bakterieninfektionen können gut behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Meist entstehen so keine Folgeschäden.

Verlauf

Einen generellen Verlauf einer Bakterieninfektion zu beschreiben ist schwierig, da es immer auf die Art des Erregers und den Ort, an dem er sich eingenistet hat, ankommt. Grundsätzlich gehen bakterielle Infektionen häufig mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher und zeigen Krankheitssymptome in den betroffenen Organen oder Geweben.

In manchen Fällen bleibt eine solche Infektion zunächst unbemerkbar. Haben sich die Bakterien mit der Zeit stark vermehrt, kommt es schließlich zu den ersten Anzeichen und Beschwerden.

Blasenentzündung

Wird eine Blasenentzündung rechtzeitig behandelt, klingen die Beschwerden meist rasch ab. Folge einer Blasenentzündung kann jedoch auch die Infektion weiterer Organe, wie zum Beispiel der Nieren sein.

Die Bakterien steigen dann über die Harnleiter in die Nieren auf. Patienten bekommen dann Fieber und starke Rückenschmerzen (die Nieren befinden sich im Bereich des Rückens). Im schlimmsten Fall kann es so zum lebensgefährlichen Nierenversagen kommen.

Scharlach

Scharlach kann gut behandelt werden. Erfolgt die Behandlung hingegen nicht oder zu spät, kann dies zu schweren Folgeerkrankungen wie zum Beispiel einer Blutvergiftung führen.

Lungenentzündung

Wird die Lungenentzündung nicht oder zu spät behandelt, kann dies zu schweren Folgeerkrankungen wie einer Blutvergiftung führen. Besonders wenn die Lungenentzündung neben anderen schweren Grunderkrankungen auftritt, kann sie lebensbedrohlich sein.

Mandelentzündung

Wird die akute Mandelentzündung nicht behandelt, kann sie chronisch werden und auch zu späteren Herzproblemen führen. In einigen Fällen ist auch die operative Entfernung der Mandeln notwendig.

Symptome

Bakterien finden sich überall in einem gesunden menschlichen Körper. Sie haben dort wichtige Aufgaben; beispielsweise sorgen sie für eine geregelte Verdauung. Befinden sich jedoch zu viele Bakterien an einer Stelle des Körpers oder nisten sich die Bakterien an der falschen Stelle des Körpers ein, können sie den Menschen krank machen.

Formen

Man unterscheidet eine Vielzahl verschiedener bakterieller Infektionen. Jede Erkrankung weist andere Symptome und Beschwerden auf.

Bakterielle Infektionen sind zum Beispiel

  • Blasenentzündungen
  • Scharlach, Lungenentzündungen und
  • Mandelentzündungen.

Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung äußert sich durch ständigen Harndrang. Jedes Mal, wenn die Betroffenen auf die Toilette gehen, kann jedoch nur eine geringe Menge Urin ausgeschieden werden.

Die Patienten verspüren Unterbauchschmerzen sowie Schmerzen bei der Urinausscheidung in der Harnröhre. Der Urin kann auch blutig rot verfärbt sein.

Scharlach

Scharlach verursacht starke Halsschmerzen und Schmerzen beim Schlucken. Die Patienten haben

Nach einigen Tagen zeigen sich die für die Krankheit typische Himbeerzunge sowie ein Ausschlag am ganzen Körper. Lediglich ein Dreieck im Bereich Mund und Nase ist ausgespart.

Lungenentzündung

Eine bakterielle Lungenentzündung äußert sich durch Fieber und Schüttelfrost. Die Patienten fühlen sich schwer krank und haben starken Husten mit grünlich verfärbtem Auswurf. Oft bestehen auch Probleme beim Atmen.

Mandelentzündung

Patienten mit einer Mandelentzündung verspüren starke Schmerzen beim Schlucken. Die Schmerzen können bis zu den Ohren ausstrahlen. Zusätzlich besteht auch Fieber.

Die Patienten klagen über ein starkes Krankheitsgefühl. Da bakterielle Infektionen verschiedenste Bereiche und Organe des menschlichen Körpers betreffen können, findet die Diagnostik bei verschiedenen Fachärzten statt.

Diagnose

Blasenentzündung

Die Blasenentzündung wird meist vom Hausarzt bzw. einem Gynäkologen oder Urologen diagnostiziert. Der Arzt tastet den Bauch ab und untersucht den Urin. Dazu wird eine Urinprobe mit Hilfe eines Schnellteststreifens untersucht sowie anschließend eine Probe unter dem Mikroskop.

Im Schnelltest ist meist eine Erhöhung der roten und weißen Blutkörperchen festzustellen. Unter dem Mikroskop sieht man dann zusätzlich Bakterien.

Auch das Aussehen des Urins trägt zur Diagnosestellung bei. Bei einer bakteriellen Blasenentzündung sieht der Urin trüb und wolkig aus und riecht unangenehm.

Oftmals erfolgt auch eine Blutuntersuchung. Hier sind ebenfalls die weißen Blutkörperchen aufgrund der Entzündung im Körper erhöht sowie die Blutsenkungsgeschwindigkeit zu schnell.

Scharlach

Die Diagnose Scharlach stellt der Arzt durch Begutachtung des Hautausschlages sowie der Himbeerzunge. Auch die Lymphknoten werden abgetastet, da diese bei Scharlach unter dem Unterkiefer vergrößert sind.

Eine sichere Diagnose ist jedoch erst möglich, wenn die Bakterien nachgewiesen wurden. Dazu wird ein Rachenabstrich entnommen und im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Besonders Kinderarztpraxen haben auch Schnelltests, die das Ergebnis bereits nach kurzer Zeit anzeigen.

Lungenentzündung

Um eine Lungenentzündung zu diagnostizieren, führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch und hört dabei eingehend die Lunge ab. Zusätzlich müssen die Bakterien diagnostiziert werden. Dazu muss der Patient eine Probe des Auswurfes in der Praxis abgeben.

Im Labor können die Bakterien unter dem Mikroskop festgestellt werden. Zusätzlich erfolgt eine Blutabnahme. Auch eine Röntgenaufnahme wird angefertigt, um die Lunge genauer untersuchen zu können.

Mandelentzündung

Bei einer Mandelentzündung sieht der Arzt in den Hals und kann dort die vergrößerten Mandeln erkennen. Auch die Lymphknoten am Hals sind vergrößert und gut tastbar. Nur in seltenen Fällen wird ein Abstrich aus dem Rachen entnommen und die genaue Bakterienart bestimmt.

Behandlung

Bakterien werden durch die Einnahme von Antibiotika bekämpft. Zusätzlich helfen weitere Maßnahmen zur Beschwerdebesserung.

Es kommt vor, dass ein Antibiotikum auch dann verschrieben wird, wenn es sich gar nicht um eine bakterielle Infektion handelt; in dem Fall zeigt das Mittel keine Wirkung.

Bei folgenden Erkrankungen steht die Infektion durch Bakterien ohne Zweifel fest, oder zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit:

Blasenentzündung

Patienten mit einer Blasenentzündung müssen neben der Antibiotikaeinnahme viel trinken, um die Harnblase gut durchzuspülen. Da viele Patienten starke Schmerzen beim Wasserlassen haben, werden hier meist zusätzlich krampflösende Medikamente verordnet.

Wärmflaschen lindern die Bauchschmerzen. Auch ein warmes Sitzbad lindert die Beschwerden.

Scharlach

Scharlach wird mit einem bestimmten Antibiotikum, dem so genannten Penicillin behandelt. Damit sind die Patienten innerhalb kurzer Zeit nach Beginn der Einnahme nicht mehr ansteckend und die Beschwerden klingen rasch ab.

Neben der Antibiotikatherapie wird die Lungenentzündung durch Bettruhe und gegebenenfalls durch zusätzliche Gabe von Sauerstoff behandelt, wenn die Patienten Probleme beim Atmen haben. Zusätzlich muss auch viel getrunken werden. Nur in seltenen Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig, wenn eine maschinelle Beatmung erfolgen muss.

Mandelentzündung

Die Mandelentzündung wird nur dann mit Antibiotika behandelt, wenn sie sehr stark ausgeprägt ist. In jedem Fall erhält der Patient Medikamente, um das Fieber zu senken und die Schmerzen zu lindern. Zusätzlich sollten die Patienten zum Beispiel mit Kamillentee gurgeln und nur weiche und lauwarme Nahrung zu sich nehmen, um diese gut schlucken zu können.

Vorbeugung

Grundsätzlich sollte man alles vermeiden, was die Vermehrung der Bakterien fördert oder die natürliche Flora stören kann. Dazu gehören unter anderem parfümierte Artikel wie Toilettenpapier oder Intimsprays. Auch regelmäßiges Händewaschen trägt zur Vorbeugung bakterieller Infektionen bei.

Stuhlausscheidungen sollten nicht in Kontakt mit der Scheide oder dem Penis kommen, um ein Eindringen der Bakterien in die Harnröhre zu verhindern. Patienten mit einer bakteriellen Infektion wie Scharlach sollten den Kontakt zu gesunden Menschen meiden, um diese nicht zu infizieren. Gegen einige Erkrankungen, wie zum Beispiel eine bestimmte Form der Lungenentzündung, existieren auch Schutzimpfungen.

Im Haushalt sollten Desinfektionsmittel mit Bedacht genutzt werden - eine zuhäufige Verwendung kann die Resistenzentwicklung bei den Bakterien fördern.

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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