16. Juli 2009
Die Mittelmeerdiät und die Fastenkuren, die wir im zweiten Teil etwas genauer beleuchtet haben, führten uns nach Europa. Im letzten Teil unserer Diätenreihe umrunden wir den halben Globus und finden in Kalifornien zwei bekannte und ein hierzulande das Interesse zahlreicher Diätiker wecken werden.
Die Zonen-Diät
Dr. Barry Sears entwickelte bereits in den 90er Jahren mit der Zonen-Diät, das von einer aggressiven Marketingstrategie begleitet wird. Von Beginn an wurde der Markt gezielt mit Büchern und DVDs überschüttet und wer im Internet nach detaillierten Informationen zur Zonen-Diät sucht, wird meist nur in kostenpflichtigen Mitgliederbereichen fündig. Und dort erfährt man, dass dieses Abnehmkonzept auf einen sehr wohl überlegten Ansatz beruht, der keine der drei Makronährstoffe – Protein, Kohlenhydrate und Fett – verdammt, sondern in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. Dabei wird grundsätzlich auf die jeweils gesündeste Nahrungsmitteloption zurückgegriffen. Um zum Beispiel den Bedarf an Fetten zu decken, sind in der Zonendiät nur ungesättigte Fettsäuren zugelassen.
Unsere Meinung: Trotz des heftigen Marketings, das bei kritischen Geistern zu Recht ein solides Maß an Skepsis hervorruft, handelt es sich bei der Zonendiät um ein in sich gut durchdachtes Ernährungskonzept, das keine gesundheitlichen Risiken birgt. Viele Diätiker, die sich daran versucht haben, fanden jedoch die Mahlzeiten oft etwas zu klein und haben sich nicht genug gesättigt gefühlt, was das Durchstehen der Diät natürlich erschwert. Die Macher der Zonen-Diät bieten jedoch mit einer großen Online-Community eine gute Hilfestellung an, die zum Durchhalten animiert.
Die Grapefruit-Diät
Eine Diät-Idee, die es vor allem in der Yellow-Press zum Durchbruch geschafft hat, ist die Grapefruit-Diät. Das Konzept ist schlicht, denn der Name ist Programm. Der Nahrungskonsum wird radikal reduziert und nahezu komplett auf einen exzessiven Genuss von Grapefruits als Frucht oder als Saft eingeschränkt. Als Begründung werden zahlreiche Studien zitiert, die der Grapefruit eine gewichtsreduzierenden Effekt bescheinigen.
Unsere Meinung: Es ist offensichtlich, dass die Grapefruit-Diät auf Grund ihrer radikalen Ausrichtung den Körper nicht mit genügend Vitaminen und Eiweiß versorgt und es daher zu Mangelerscheinungen kommen kann. Das man mit diesem Ansatz sein Körpergewicht reduzieren kann, steht außer Frage. Jedoch dürfte es sich dabei eher um einen Verlust an Muskelgewebe handeln und nicht um die Verkleinerung von Fettzellen. Ein weiterer Nachteil ist, dass man durch das Befolgen dieser Diät keine gesunde Lebensweise erlernt. Und das ist schließlich ausschlaggebend für eine dauerhafte Gewichtsabnahme.
Die South-Beach-Diät
Der Kardiologe Dr. Arthur Agatston entwickelte dieses Konzept, um überwichtigen Patienten einen Weg zu einer relativ schnellen Gewichtsabnahme zu zeigen, der jedoch auf langfristigen Erfolg abzielt. In drei Phasen soll der Abnehmwillige an sein Wunschgewicht herangeführt werden und sich einer gesunden Lebensweise inklusive einer regelmäßigen sportlichen Betätigung annehmen. Die erste Phase ist sehr restriktiv, da sie viele Lebensmittel ausschließt und insbesondere keinerlei raffinierte Kohlenhydrate erlaubt. Das heißt neben Zucker sind auch Brot, Nudeln und alle weiteren Teigwaren verboten. Stattdessen sollen vermehrt proteinreiche und fettarme Nahrungsmittel gegessen werden. In den Phasen 2 und 3 werden Kohlenhydrate wieder schrittweise in den Ernährungsplan integriert, wobei diese stets nur in kleinen Mengen erlaubt sind.
Unsere Meinung: Wer sich durch die erste Phase kämpfen kann, die wegen des rigerosen Kohlenhydratverzichts überaus fordernd ist, kann die South-Beach-Diät als Wendepunkt nutzen, um seine Ernährung grundlegend umzustellen. Für unerfahrene Diätiker bieten die Phasen 2 und 3 jedoch einige Fallstricke, da es etwas Wissen und Fingerspitzengefühl bedarf, um für sich die optimale Kalorienmenge herauszufinden. Insgesamt betrachtet führt Sie dieses Konzept jedoch zu einer direkten Auseinandersetzung mit Ihrem ganz persönlichen Essverhalten und führt deshalb zu mehr als einen momentanen Gewichtsverlust.
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