22. Juni 2010
Als Wirbelsäule bezeichnet man die bewegliche Stütze des menschlichen Körpers. Durch sie wird das Gewicht von Rumpf, Hals, Kopf und Armen getragen.
Unter der Wirbelsäule (Columna vertebralis) versteht man das zentrale Konstruktionselement des menschlichen Körpers. Sie trägt das Gewicht von Rumpf, Armen, Hals und Kopf.
Die Wirbelsäule ist die knöcherne Mitte des Körpers und sorgt für die Verbindung der verschiedenen Teile des menschlichen Skeletts. Zudem wird auch das Rückenmark, das sich im Wirbelkanal befindet, von ihr umhüllt. Zusammengesetzt wird die Columna vertebralis von 33 einzelnen Wirbeln (Vertebrae), von denen neun bis zehn Wirbel starr und 24 Wirbel beweglich sind. Die beweglichen Wirbel verfügen, abgesehen von den ersten beiden Halswirbeln, über eine Verbindung durch Bänder (Ligamenta). Durch diese Verbindungen wird die hohe Stabilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglicht, wodurch der Mensch Aktionen wie Beugen, Drehen und Strecken vornehmen kann. Durch ihre doppelte S-Form passt sich die Wirbelsäule der aufrechten Haltung des Menschen an. Zu den verschiedenen Wirbeln der Columna vertebralis gehören sieben Halswirbel (Vertebrae cervicales), zwölf Brustwirbel (Vertebrae thoracicae) und fünf Lendenwirbel (Vertebrae lumbales), die zu den beweglichen Wirbeln zählen sowie fünf Kreuzbeinwirbel (Vertebrae sacrales), die das Os sacrum (Kreuzbein) bilden und vier bis fünf Steißbeinwirbel (Vertebrae coccygeae), die das Os coccygis (Steißbein) bilden und zu den starren Wirbeln gehören.
Die einzelnen Wirbel setzen sich aus einem Wirbelbogen (Arcus vertebrae), einem Wirbelkörper (Corpus vertebrae) sowie mehreren Fortsätzen, die man als Processus vertebrae bezeichnet, zusammen. Durch die knöchernen Wirbelbögen wird ein Loch gebildet, das Foramen vertebrale. Durch eine Übereinanderreihung der einzelnen Löcher entsteht der Wirbelkanal. Dieser umschließt das Rückenmark und dessen Häute. Das menschliche Rückenmark erstreckt sich vom ersten Halsnerv bis zum Conus medullaris am ersten Lendenwirbel. An den Seiten der Wirbelbögen entspringen die Querfortsätze (Processus transversus) und auf der Hinterseite der so genannte Dornfortsatz (Processus spinosus). Dabei handelt es sich um knöcherne Vorsprünge, die Muskeln und Bändern als Ansatzstellen dienen. Damit es zu einem stabilen Kontakt der Wirbel mit ihren Nachbarwirbeln kommt, besteht über die kleinen Wirbelgelenke eine Verbindung untereinander. Ihren Ursprung besitzen die Wirbelgelenke ebenfalls an den Wirbelbögen. Neben ihrer stabilisierenden Funktion, haben die Wirbelkörper auch die Aufgabe in ihrem Knochenmark die wichtigen Blutzellen zu bilden.
Abgesehen von den ersten beiden Halswirbeln und den Steißbein- und Kreuzbeinwirbeln, die miteinander verwachsen sind, besteht bei zwei benachbarten Wirbeln stets eine Verbindung durch eine Bandscheibe (Discus intervertebralis). Die Bandscheibe befindet sich zwischen den Wirbelkörpern und setzt sich aus einem faserigen, derben Ring (Anulus fibrosus) zusammen. Dieser Ring umschließt einen gelartigen Kern, den man Nucleus pulposus nennt. Zu den Aufgaben der Bandscheiben gehört, Stöße und Erschütterungen abzudämpfen. Außerdem sind sie wichtig für die bewegliche Verbindung der einzelnen Wirbel. Durch die Bandscheiben werden so genannte unechte Gelenke gebildet. Zwischen den Wirbeln befinden sich aber auch die echten Wirbelbogengelenke. Zusammen mit den Bandscheiben bilden sie die Symphysis intervertebralis.
Zu den wichtigsten Bändern der Wirbelsäule, die ihre Stabilität gewährleisten, gehören das Ligamentum longitudinale posterius und das Ligamentum longitudinale anterius, die sich zwischen den Wirbelkörpern befinden sowie die Ligamenta flava, die zwischen den Wirbelbögen liegen. Weitere Bänder sind die Ligamenta intertransversaria, die Ligamenta interspinalia, das Ligamentum supraspinale und das Ligamentum nuchae, die sich zwischen den Quer- und Dornfortsätzen befinden sowie das Ligamentum sacrococcygeum posterius superficiale, das Ligamentum sacrococcygeum posterius profundum, das Ligamentum sacrococcygeum anterius und die Ligamenta sacrococcygea lateralia, die zwischen Kreuz- und Steißbein liegen. Zur Unterstützung der Bänder tragen zahlreiche Rückenmuskeln bei.
Zu den wichtigsten Bewegungen, die durch die Wirbelsäule ermöglicht werden, gehören die Flexion (Beugen nach vorne), die Extension (Strecken nach hinten), die Rotation (Drehbewegung) sowie die Lateralflexion (Seitenneigung).
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