6 häufige Herzerkrankungen und Herzbeschwerden

Körperausschnitt Geschäftsmann fasst sich auf die Brust - Herzschmerzen

Zu den Herzkrankheiten zählen u.a. die koronare Herzkrankheit, eine Perikarditis sowie Herzklappenfehler - manche Herzfehler können auch angeobren sein

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  • von Paradisi-Redaktion

Das Herz ist eines der zentralen Organe des Körpers. Es kann jedoch unter verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden leiden.

Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten. Eine einheitliche Definition für Herz-Kreislauferkrankungen gibt es allerdings nicht. So versteht man darunter diverse Erkrankungen des Herzens, aber auch des Blutkreislaufs.

In der Humanmedizin stuft man sämtliche angeborenen oder erworbenen Herzkrankheiten, die nicht durch eine Verletzung hervorgerufen werden, als Herz-Kreislauferkrankung ein. Nicht zu dieser Art von Erkrankungen zählt die Humanmedizin Lymphgefäßerkrankungen, Venenleiden oder entzündliche Gefäßkrankheiten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Herzerkrankungen, Herzbeschwerden und Herzfehler im Detail vor.

Angeborene Herzfehler

Als Herzfehler bezeichnet man Strukturbesonderheiten des Herzens oder von angrenzenden Gefäßen. In vielen Fällen ist ein Herzfehler bereits angeboren.

Allein in Deutschland kommen pro Jahr im Durchschnitt 6.000 Kinder mit Herzfehlern auf die Welt. Während sich einige Herzfehler bereits im Mutterleib erkennen lassen, ist dies bei anderen Herzfehlbildungen erst nach der Geburt möglich. Ob diese Fehlbildungen korrigiert werden können, hängt von ihrer Ausprägung und Form ab.

Ursachen und Ausprägungsformen

Zu den häufigsten angeborenen Anomalien bei Kindern zählen Herzfehler. Häufig entstehen die Anomalien durch fehlerhaftes Erbgut. In seltenen Fällen können auch äußere Einflüsse wie

zu Fehlbildungen führen. Angeborene Herzfehler treten häufig zusammen mit anderen Anomalien, wie beispielsweise dem Down-Syndrom, auf. Von einem Herzfehler betroffen sein können sowohl nur ein Teil des Herzens als auch mehrere Teile. Ebenso ist es möglich, dass die herznahen Gefäße in Mitleidenschaft gezogen werden.

Meistens kommt es zu einer Beeinträchtigung des Blutflusses. Manchmal vermischen sich auch das sauerstoffarme und das sauerstoffreiche Blut miteinander.

Drei Gruppen von Herzfehlern

Die Überlebenschancen herzkranker Kinder sind so gut wie nie zuvor

Dank modernster Operationsverfahren haben Kinder mit angeborenen Herzfehlern mittlerweile sehr gute Überlebenschancen und können ein fast normales Leben führen.

Nach einer überstandenen Herzoperation sind die betroffenen Eltern in der Regel erst einmal erleichtert, das Schlimmste überwunden zu haben, jedoch sollten mögliche Entwicklungsverzögerungen dennoch nicht außer Acht gelassen werden. So sind betroffene Mütter und Väter gut damit beraten, ihr Kind regelmäßig von einem Spezialisten überwachen zu lassen, damit es sich altersgerecht entwickeln kann.

Dank der verbesserten Diagnostik, erheblichen Fortschritten bei den OP-Techniken sowie einer verbesserten postoperativen Versorgung erreichen heutzutage mehr als 90 Prozent der Kinder mit Herzfehlern das Erwachsenenalter.

Bei angeborenen Herzfehlern unterscheidet man zwischen drei großen Gruppen. Dies sind

  • Herzfehler ohne Shunt
  • Links-Rechts-Shunts sowie
  • Rechts-Links-Shunts.

Bei einem angeborenen Herzfehler ohne Shunt handelt es sich um einen Herzfehler ohne eine Kurzschlussverbindung zwischen dem Lungen-Kreislauf und dem Organismus. Eine Vermischung zwischen sauerstoffarmen und sauerstoffreichen Blut findet dabei nicht statt. Von einem Links-Rechts-Shunt spricht man, wenn ein Rückstrom von sauerstoffreichem Blut vom linken Herz zum rechten Herz erfolgt.

Bei einem Rechts-Links-Shunt fließt das sauerstoffarme Blut dagegen vom rechten Herz in das linke Herz. Dies hat jedoch eine schlechtere Durchblutung der Lunge zur Folge, sodass der Körper nicht genügend Sauerstoff erhält.

Während Kurzschlussverbindungen mit Links-Rechts-Shunts recht häufig auftreten, sind Rechts-Links-Shunt eher selten. Zu den wichtigsten angeborenen Herzfehlern zählen:

Wichtige angeborene Herzfehler sind u.a. die Aortenstenose sowie der Vorhofseptumdefekt
Angeborene Herzfehler

Aortenstenose

Unter einer Aortenstenose versteht man eine Verengung der Aortenklappe zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und der linken Herzkammer. Aufgrund dieser Stenose kann es zur Überlastung des linken Herzmuskels kommen.

Pulmonalstenose

Als Pulmonalstenose bezeichnet man eine Verengung der Pulmonalklappe zwischen der Lungenarterie und der rechten Herzkammer. Durch diese Verengung besteht die Gefahr einer Überbelastung der rechten Herzkammer.

Aortenisthmusstenose

Bei diesem Herzfehler kommt es zu einer hochgradigen Verengung im Aortenbogen. Dies hat zur Folge, dass das linke Herz stark belastet wird, wodurch die Gefahr von Bluthochdruck an den Armen und im Kopf besteht.

Vorhofseptumdefekt

Von einem Vorhofseptumdefekt spricht man, wenn ein Loch in der Scheidewand des Herzens besteht. Durch den Defekt in der Vorhofscheidewand fließt ein Teil des Bluts wieder zurück in das rechte Herz.

Aufgrund des Fehlers wird der Lungenkreislauf überlastet. Darüber hinaus kommt es beim rechten Herz zu einer Muskelschwäche.

Angeborene Herzleiden therapieren - viele beenden mit 18 Jahren die Behandlung aus Kostengründen

Eine einheitliche Regelung für den Anspruch auf kontinuierliche Betreuung steht bisher noch aus

Rotes Herz aus Kunststoff, daneben Stethoskop, weißer Hintergrund
Heart Care © verinize - www.fotolia.de

Viele angeborene Herzleiden können bereits medizinisch sehr gut therapiert werden. In jedem Fall sollte ein angeborener Herzfehler regelmäßig dem Kardiologen vorgestellt werden. In vielen Fällen kann diese Überwachung lebensrettend sein.

Übernahme der Krankenkasse

Allerdings sind solche Behandlungen auch oft sehr teuer. In Deutschland übernimmt die Krankenkasse bei Kindern alle entstehenden Kosten. Das wiederum bedeutet: mit 18 Jahren müssen die Teenager sich selbst entscheiden, ob sie weiterhin zum Kardiologen gehen und alle nötigen Untersuchungen durchführen lassen oder dem Arzt fern bleiben.

Anspruch auf kontinuierliche Betreuung

Die zweite Option spart sicher Geld, doch die jungen Erwachsenen ahnen oft nicht, welche lebensbedrohlichen Konsequenzen diese Entscheidung mit sich bringen kann. An dieser Stelle sind auch die Eltern angehalten, bei ihren Kindern ein Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen. Wer sich der Gefahr bewusst ist, wird auch als Erwachsener die Untersuchungen wahrnehmen.

Besser wäre es natürlich, wenn auch Patienten über 18 Jahren einen festen Anspruch auf eine kontinuierliche Betreuung ihres Herzleidens hätten. Für die meisten würde sich dann eventuell gar nicht die Frage nach einem Therapien-Abbruch stellen.

Einheitliche Regelung steht aus

Bisher benötigt man Sondergenehmigungen, damit die Therapien von der Krankenkasse abgerechnet werden können und diese Genehmigungen werden auf Landesebene unterschiedlich vergeben. Eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland wäre besser, steht jedoch noch aus.

Foramen Ovale behandeln - Medikamente sind einem Katheterverschluss ebenbürtig

Grafik 3D Herz in blauem Brustkorb
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Patienten mit einem Foramen Ovale leiden an einem angeborenen Herzfehler. Die Übersetzung der Krankheit lautet „ovales Loch“ und genau das hat sich bei den Betroffenen im Fötus-Stadium nicht geschlossen. Zunächst besitzt es beim Heranreifen jeder Fötus, doch bei 75 Prozent der Ungeborenen verschließt es sich bei der weiteren Entwicklung. Die übrigen 25 Prozent besitzen nach der Geburt eine Verbindung zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens und das führt dazu, dass Blut von der rechten in die linke Seite übertreten kann.

Um die Gefahren, die aus diesem Fehler entstehen (vor allen Dingen Schlaganfälle sind auch in jungen Jahren schon möglich), vermindern zu können, besteht für Patienten die Möglichkeit, sich mit Medikamenten therapieren zu lassen. Wirklich Sicherheit bringt nur eine Operation, bei der das Loch vom Chirurgen geschlossen wird. Die meisten meiden jedoch diese Alternative, da ein Eingriff am offenen Herzen als sehr risikoreich gilt.

Statt der Medikamente gibt es seit einiger Zeit auch die Alternative, sich das Foramen Ovale mittels Katheter-Operation verschließen zu lassen. In mehreren Studien hat sich dieses Vorgehen allerdings nicht gegen die Medikamente durchsetzen können. Auch eine aktuelle Studie sieht die Katheteralternative nur als ebenbürtig.

Bei dieser minimalen OP wird ein Katheter in den Körper eingeführt, der am Ende eine Art „Schirmchen“ hat und dieses wird vor das Loch gesetzt. Zwar kann diese Methode tatsächlich in 90 Prozent der Fälle einen Verschluss herbeiführen, doch laut Studien sinkt damit die Gefahr für einen Schlaganfall nur so weit, dass das Risiko bei 3,4 Prozent bleibt, während es bei Medikamenten bei 5,2 Prozent liegt. Statistisch gesehen ist dies kein nennenswerter Unterschied.

Angeborene Herzfehler werden nach der Geburt operiert - dennoch sind oft Nachbehandlungen nötig

Neugeborenes liegt auf dem Bauch im Inkubator und hält Finger des Arztes
Hand of the physician and newborn in incubator © Fanfo - www.fotolia.de

Früher waren angeborene Herzfehler ein großes Risiko für das Baby. Vor einem halben Jahrhundert starben noch bis zu 80 Prozent all dieser jungen Patienten. Dies hat sich dank der modernen Medizin geändert und inzwischen ist es in rund 85 Prozent der Fälle so, dass die Kinder problemlos erwachsen werden.

Dennoch bedeutet dies nicht, dass eine Operation im Säuglings - oder Kleinkindalter ausreichend ist, um mit dem Herzfehler komplett abzuschließen. Statistisch gesehen heilt nur rund ein Drittel der angeborenen Fehler wirklich im Anschluss an die OP aus. Bei den übrigen zwei Dritteln muss auf dem Weg ins Erwachsenenalter mindestens einmal eine weitere Operation erfolgen oder aber es ist notwendig, ständig Medikamente zu nehmen.

Weshalb so viele Nachbehandlungen nötig sind, kann man nicht pauschal sagen. Die individuellen Verhältnisse der Patienten spielen in der Regel die größte Rolle. Sehr häufig kommt es zum Verschleiß der eingesetzten Prothesen (Gefäßprothesen oder Herzklappen), da durch das Wachstum des Menschen die Materialien an Qualität verlieren.

Bei manchen stellt sich jedoch auch eine wachsende Herzinsuffizienz ein. Manchmal kommt man dann nicht darum herum, eine Herztransplantation durchzuführen. In vielen Fällen reicht aber auch die Vergabe von Medikamenten und ein Umstellen der Lebensgewohnheiten.

Da die Gründe für weitere Probleme so umfassend sein können, gibt es auch verschiedene oder gar keine Symptome. Genau deswegen kann es für die Betroffenen lebensnotwendig sein, sich auch ohne offensichtliche Probleme regelmäßig von einem Facharzt untersuchen zu lassen. Eltern sollten daher auch nicht versäumen, ihren Kindern von dem angeborenen Herzfehler zu erzählen, damit diese im Erwachsenenalter sich selbst um ihre Vor- bzw. Nachsorge kümmern können.

Herzfehler bei Kindern sind oft nicht vererbt, sondern durch Mutationen entstanden

Neugeborenes in Brutkasten, Hand von Vater über seinem Kopf
Newborn baby inside incubator © reflektastudios - www.fotolia.de

Forscher an der Yale School of Medicine in New York fanden in einer Studie unlängst heraus, dass angeborene Herzfehler nicht zwingend erblich sind. Die Forscher untersuchten 362 Elternpaare mit ihrem Kind und stellten fest, dass die meisten Herzfehler nur sporadisch auftreten.

Sie entstehen als Folge einer sogenannten de-novo-Mutation von Genen, die für die embryonale Entwicklung des Herzens zuständig sind. Diese Mutationen im Genom führen zur Bildung eines defekten Proteins, so dass Herzfehler die Folge sind.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Unter der koronaren Herzkrankheit (KHK) versteht man eine Erkrankung der Koronararterien (Herzkranzgefäße). Die Krankheit verläuft chronisch, sodass ihr Voranschreiten Jahre oder sogar Jahrzehnte dauert.

Kaum eine Erkrankung kommt in den westlichen Industrieländern so häufig vor, wie die Koronare Herzerkrankung. So ist sie in diesen Ländern Todesursache Nummer 1.

Allein in Deutschland leiden ca. 30 Prozent aller Männer unter der koronaren Herzkrankheit. Bei Frauen sind es etwa 15 Prozent.

Ursachen

Arteriosklerose

Bei der koronaren Herzerkrankung kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße, die für die Versorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut zuständig sind. Mediziner bezeichnen eine solche Verengung als Koronarsklerose. Besser bekannt ist sie unter den Namen Arteriosklerose oder Arterienverkalkung.

Verantwortlich für die Arteriosklerose sind Fettablagerungen wie Cholesterin, die sich im Laufe der Zeit an den Wänden der Herzkranzgefäße bilden. Zusammen mit Kalzium vermischen sich die Ablagerungen zu einer zähen Masse, die man auch als Plaque bezeichnet. Diese Plaque schädigt die Gefäße derart, dass sie sich nicht mehr ausdehnen können.

Strengt sich der Betroffene körperlich an, ist das Gefäß nicht mehr in der Lage, den Bedarf an Blut, den der Herzmuskel benötigt, zu decken. Dadurch leidet der Patient unter Beschwerden.

Grafik einer verengten Herzarterie
Grafik einer verengten Herzarterie
Risikofaktoren

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit begünstigen. Dabei handelt es sich vor allem um

Aber auch das Lebensalter spielt eine Rolle. So leiden vor allem ältere Menschen unter einer koronaren Herzerkrankung.

Symptome

Zentrales Symptom der koronaren Herzkrankheit ist Angina pectoris (Brustenge). Dabei leiden die Betroffenen unter stechenden Schmerzen und Druckgefühlen in der Brust.

Häufig kommt es auch zu einem Brennen hinter dem Brustbein. Weitere Symptome können Schweißausbrüche und Angstgefühle sein. Mitunter strahlen die Schmerzen in andere Körperregionen wie

aus. In der Regel hält der Schmerz etwa 5-15 Minuten an und verschwindet dann wieder. Ausgelöst werden die Beschwerden zumeist durch bestimmte Faktoren. Dies können

  • körperliche oder seelische Belastungen
  • Aufregung
  • Kälte oder
  • zu üppige Mahlzeiten

sein. Kommt es zum Voranschreiten der koronaren Herzerkrankung und werden die Herzkranzgefäße weiter verengt, besteht die Gefahr eines vollständigen Gefäßverschlusses und sogar eines lebensgefährlichen Herzinfarkts. Ebenso ist ein plötzlicher Herztod im Bereich des Möglichen.

Diagnose

Um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden, ist es wichtig, eine koronare Herzerkrankung so früh wie möglich zu diagnostizieren. Daher raten Ärzte dazu, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen, selbst dann, wenn man keine Beschwerden verspürt.

Zu den verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten gehören

bei der Röntgenaufnahmen der Herzkranzgefäße mithilfe eines speziellen Katheters gemacht werden. Weitere Untersuchungsmethoden sind

Behandlung

Bei der Behandlung einer koronaren Herzkrankheit ist es wichtig, akuten Angina-pectoris-Anfällen entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck verabreicht man den Patienten den Wirkstoff Glyceroltrinitat, der in Form eines Sprays oder einer Kapsel eingenommen werden kann. Die Nitrate wirken bereits nach wenigen Minuten und gelangen über die Mundschleimhaut in den Körper.

Ein weiterer Bestandteil der Behandlung ist die Intervall-Therapie, mit der das Fortschreiten der Krankheit sowie weitere Angina-pectoris-Anfälle verhindert werden sollen. Außerdem wird der Patient dadurch wieder belastbarer.

Grundlage der Intervall-Therapie ist das Ausschalten der Risikofaktoren, die die Erkrankung auslösen. So müssen der Blutdruck des Patienten gesenkt und Störungen des Fettstoffwechsels oder erhöhter Blutzucker entsprechend behandelt werden.

Außerdem ist es wichtig, dass der Patient

Des Weiteren kommen verschiedene Arzneimittel zum Einsatz, die dazu dienen, die Herztätigkeit zu verbessern und den Sauerstoffverbrauch zu senken. Dadurch lassen sich die Häufigkeit und die Schwere der Angina-pectoris-Anfälle verringern.

Verabreicht werden

Ballondilatation

Eine andere Therapiemöglichkeit zur Beseitigung von Gefäßverengungen ist die Ballondilatation mithilfe eines Herzkatheters. Mediziner bezeichnen diese Methode auch als perkutane transluminare coronare Angioplastie (PTCA).

Dabei wird an der Spitze des Katheters ein aufblasbarer Ballon über die Arm- oder Leistenarterie zu den Herzkranzgefäßen geschoben. Ist der Ballon an der verengten Stelle angelangt, weitet er diese auf.

Durch das Einsetzen einer Gefäßstütze, auch Stent genannt, wird dafür gesorgt, dass das behandelte Gefäß offen bleibt. Allerdings ist die Rückfallquote recht hoch, sodass später eine erneute Katheter-Behandlung durchgeführt werden muss.

Führt die Ballondilatation nicht zum gewünschten Erfolg, besteht die Option einer Bypass-Operation. Dabei umgeht man die verengten Blutgefäße durch das Legen eines Bypass.

Langfristig gilt eine Bypass-Operation als wirksamer als eine Ballondilatation. So haben rund 80 Prozent aller Patienten anschließend keine Beschwerden mehr. Allerdings sind die Risiken erheblich größer.

Wie ein Zebrafisch bei der Heilung von Herzinsuffizienz helfen könnte

3-D-Grafik eines Herzens mit angeschlossenem Herzschrittmacher
Herzschrittmacher Closeup 2 © psdesign1 - www.fotolia.de

Die Initiative "British Heart Foundation" plant ein Forschungsprojekt für die Heilung von Herzinsuffizienz - eine Krankheit, von der 75.000 Menschen in England betroffen sind. Diese Erkrankung des Herzmuskels wird meistens durch einen Herzinfarkt verursacht. Forscher hoffen nun, dass sie für die Behandlung die heilenden Eigenschaften des Zebrafisches verwenden können; diese Tiere sind in der Lage, kranke oder fehlende Herzmuskeln wieder zu flicken.

Wie der Leiter der Studie, Professor Peter Weissberg, aussagt, sei es eine der größten Herausforderungen, herauszufinden, wie man Menschen helfen könnte, deren Herzmuskel einmal beschädigt wurde. Laut seiner Angaben wird die Forschungsarbeit mindestens zehn Jahre lang andauern und ein Budget von 50 Millionen Pfund nötig machen. Die Organisation hofft dabei auf Spenden. Zu den Arbeiten werden Stammzellenforschung sowie Entwicklungsbiologie gehören.

Infektiöse Herzmuskelerkrankung (Myokarditis)

Von einer Myokarditis spricht man, wenn eine Entzündung des Herzmuskelgewebes besteht. Sie zählt zu den Kardiomyopathien und kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf haben.

Unterschieden wird zwischen einer interstitiellen, parenchymatösen oder gemischten Myokarditis, was davon abhängt, welcher Herzmuskelbereich entzündet ist. Während das Interstitium das Bindegewebe des Herzens ist, handelt es sich bei dem Parenchym um das Funktionsgewebe.

Außerdem betrifft eine parenchymatöse Myokarditis den Herzmuskel unmittelbar. Prinzipiell kann eine Myokarditis in jedem Lebensalter vorkommen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Herzmuskelentzündung sind unterschiedlich. Am häufigsten entstehen sie durch Infektionen mit Krankheitskeimen wie

Es gibt aber auch nicht-infektiöse Auslöser wie Giftstoffe oder Autoimmunvorgänge. Zu den Bakterien, die als Verursacher einer Myokarditis infrage kommen, zählen Borrelien, Streptokokken und Staphylokokken. Dringen die Keime über eine Infektionsquelle bis ins Blut vor, können sie eine Entzündung des Herzmuskels hervorrufen.

Mitunter ist eine Myokarditis aber auch eine Komplikation von bakteriellen Krankheiten wie

In Deutschland gehen die meisten Herzmuskelentzündungen allerdings auf Virusinfektionen zurück. Zu den Verursachern gehören

Toxische Myokarditis

Von einer toxischen Myokarditis spricht man, wenn die Entzündung durch Giftstoffe ausgelöst wird. Dabei kann es sich zum Beispiel um bestimmte Medikamente wie Paracetamol oder Clozapin handeln. Mitunter wird eine Herzmuskelentzündung auch durch eine Strahlentherapie bei Krebserkrankungen ausgelöst.

Symptome

Die Symptome bei einer Myokarditis können sehr unterschiedlich sein. In manchen Fällen verspüren die Betroffenen überhaupt keine oder nur leichte Beschwerden. Bei anderen Patienten verläuft sie dagegen sogar lebensgefährlich.

Typische Symptome für eine akute Myokarditis sind

Auch Herzrhythmusstörungen sowie Vergrößerungen von Leber und Milz können auftreten. Mitunter kommt es zur Bildung von Ödemen in den Beinen.

Handelt es sich um eine chronische Herzmuskelentzündung, sind die Beschwerden geringer ausgeprägt. Meist leiden die Patienten unter

Zudem kann als Begleiterscheinung eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) auftreten.

Diagnose

Eine Herzmuskelentzündung festzustellen, ist nicht immer leicht. So lässt sie sich im akuten Stadium einfacher diagnostizieren als bei einem chronischen Verlauf. Besteht Verdacht auf eine Myokarditis, werden eine Echokardiographie (Herzultraschall sowie ein EKG (Elektrokardiogramm) durchgeführt.

Mittlerweile kommt auch vermehrt eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnose zur Anwendung. Weitere sinnvolle Untersuchungen sind eine Blutuntersuchung sowie eine Röntgenuntersuchung.

Am sichersten nachweisen lässt sich eine Myokarditis jedoch durch eine Myokardbiopsie. Dabei wird mithilfe eines Katheters eine Gewebeprobe des Herzmuskels entnommen und anschließend im Labor untersucht.

Behandlung

Bei der Behandlung einer Herzmuskelentzündung gilt es, sowohl die Symptome zu lindern, als auch die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen. Wichtig ist, dass sich der Patient körperlich schont.

Vor allem bei Atembeschwerden im Ruhezustand muss konsequent das Bett gehütet werden. Außerdem erhält der Erkrankte

  • Diuretika zur Entwässerung
  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-Rezeptorblocker oder
  • Betablocker.

Auch Heparin wird verabreicht, um Thrombosen und Embolien entgegenzuwirken. Treten durch die Herzmuskelentzündung starke Herzrhythmusstörungen auf, kann es erforderlich sein, einen Herzschrittmacher einzusetzen.

Ist eine Autoimmunerkrankung der Auslöser der Myokarditis, erhält der Patient Immunsuppresiva. Dies sind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken und auf diese Weise die Entzündung abschwächen. Bei einer bakteriellen Myokarditis können Antibiotika verabreicht werden.

In den meisten Fällen heilt eine Herzmuskelentzündung komplett wieder ab. Gelegentlich können Herzrhythmusstörungen zurückbleiben, die jedoch meist harmlos sind. Nur selten verläuft eine Myokarditis so schwerwiegend, dass eine Herztransplantation erforderlich ist.

Blick in die Zellen: Warum der menschliche Herzmuskel sich nicht regeneriert

Warum verlieren unsere Herzmuskelzellen kurz nach der Geburt die Fähigkeit, sich effektiv zu vermehren?

Diagramm eines Herzschlags mit 3-D-Grafik des Herzens
Human heart beats © Sergey Nivens - www.fotolia.de

Der menschliche Körper ist hochkomplex und zu enormen Leistungen fähig. Es gibt jedoch Punkte, in denen er im Vergleich zu anderen Lebewesen klar im Nachteil ist. Eine wesentliche Schwäche liegt im menschlichen Herzmuskel. Sind hier aufgrund von Infarkten oder anderen Ereignissen Herzzellen abgestorben, sind diese unwiederbringlich verloren.

Herzmuskelzellen bei Säugetieren

Während sich viele Körperzellen durchaus regenerieren können, ist der Herzmuskel des Menschen dazu nicht in der Lage. Daher nimmt die Kraft des Herzens nach Problemen wie einem Herzinfarkt auch dauerhaft ab. Blickt man in die übrige Natur, ist dieses Problem anderen Tieren fremd. Lurche beispielsweise reagieren auf abgestorbene Herzmuskelzellen mit der Vermehrung der noch vorhandenen und bauen das Herz wieder auf.

Forscher beschäftigen sich schon länger mit diesem Problem. Dabei wurde relativ früh klar: Der Mensch ist mit dieser Schwäche nicht allein. Tatsächlich hat die komplette Klasse der Säugetiere dieses Problem. Bei ihnen verlieren die Herzmuskelzellen kurz nach der Geburt die Fähigkeit, sich effektiv zu vermehren. Die Regeneration im späteren Alter wird so unmöglich. Warum das auf biologischer Ebene so ist, haben Forscher nun herausgefunden.

Zentrosom im Fokus

Dreh- und Angelpunkt ist das sogenannten Zentrosom. Dabei handelt es sich um ein Zellorganell, also einem kleinen Bestandteil innerhalb einer Zelle. Das Zentrosom muss intakt sein, damit die jeweilige Zelle sich vermehren kann. Bei Säugetieren jedoch zerfällt das kleine Gebilde in den Herzmuskelzellen schrittweise und ist zeitnah nach der Geburt zerfallen. Einige Eiweiße treten dabei aus dem Zentrosom aus und lagern sich wie eine Schicht an die Zellmembran.

Wichtige Erkenntnis für die Medizinforschung

Für die Forschung ist das eine wichtige Erkenntnis. Man kann nun der Frage nachgehen, ob der Zerfall des Zentrosoms irgendwie gestoppt werden könnte. Für die Medizin wäre wichtig, die Vermehrung der Herzmuskelzellen wieder anzuregen, damit Patienten mit Herzschwäche eine Möglichkeit zur Regeneration bekommen. Außerdem ist die Krebsforschung am Thema sehr interessiert. Könnte man das Zentrosom von Krebszellen zerstören, wäre das Wachstum eines Tumors gestoppt.

Perikarditis

Bei einer Perikarditis kommt es zu einer Entzündung des Perikards (Herzbeutels). Dabei handelt es sich um die Gewebehülle, die das Herz umgibt. Das Perikard wird aus zwei dünnen Häuten aus Bindegewebe zusammengesetzt.

Bei gesunden Menschen ist zwischen den beiden Häuten etwas Flüssigkeit vorhanden. Aufgabe des Herzbeutels ist es, das Herz vor Einwirkungen von außen oder Überdehnung zu schützen.

Mediziner unterscheiden bei einer Herzbeutelentzündung zwischen einer primären und einer sekundären Perikarditis. Während die primäre Perikarditis zumeist von Viren hervorgerufen wird, sind für die sekundäre Form andere Erkrankungen verantwortlich. Die primäre Herzbeutelentzündung kommt häufiger vor.

Ursachen

Das Entstehen einer Herzbeutelentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Wird die Krankheit von Viren ausgelöst, spricht man von einer viralen Perikarditis. Dafür verantwortlich sind zumeist Coxsackie-Viren, aber auch Adenoviren oder ECHO-Viren können eine Entzündung des Herzbeutels verursachen.

Einer viralen Perikarditis gehen häufig Atemwegsinfektionen voraus. Allerdings lassen sich die Erreger nicht immer nachweisen.

Neben Viren zählen auch Bakterien zu den Hauptauslösern einer Herzbeutelentzündung. So können Bakterien wie Staphylokokken oder Pneumokokken durch eine lokale Entzündung in die Blutbahn gelangen und bis zum Herzbeutel vordringen, wo sie eine Entzündung hervorrufen.

Mögliche Gründe für eine bakterielle Perikarditis können

sein. Als weitere mögliche Ursachen für eine Perikarditis kommen

infrage. Nicht immer lässt sich jedoch eine genaue Ursache für die Herzbeutelentzündung finden. In solchen Fällen ist von einer idiopathischen Perikarditis die Rede.

Symptome

Bei einer akuten Perikarditis kommt es häufig zu Beschwerden wie

  • Schmerzen im Brustkorb
  • körperlicher Schwäche und
  • plötzlich auftretendem Fieber.

Durch Bewegungen, Husten, tiefes Einatmen oder Liegen verstärken sich die Schmerzen meist noch. Weiterhin ist ein schnellerer Herzschlag zu verzeichnen. Im Falle einer chronischen Herzbeutelentzündung sind kaum oder nur leichte Beschwerden zu verspüren. Allerdings sind die Patienten nur wenig belastbar und bekommen rasch Atemprobleme.

Auch die Bildung von Ödemen, hervortretende Venen oder eine Vergrößerung der Leber sind möglich. Sammelt sich zwischen dem Herzbeutel und dem Herzmuskel Flüssigkeit an, spricht man von einem Herzbeutelerguss.

Eine gefürchtete Komplikation ist die Herzbeuteltamponade, die zu starken Funktionsbeeinträchtigungen des Herzens, Blutdruckabfall und Schocksymptomen führt. Sie stellt einen medizinischen Notfall dar.

Diagnose

Um eine Perikarditis präzise feststellen zu können, fertigt der behandelnde Arzt oftmals ein EKG an, auf dem sich charakteristische Veränderungen erkennen lassen. Durch eine Blutuntersuchung besteht die Möglichkeit, Entzündungsanzeichen im Körper zu erkennen. Bei einem schweren oder chronischen Krankheitsverlauf kann auch eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs erforderlich sein.

Behandlung

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung einer Herzbeutelentzündung ist die körperliche Schonung des Patienten. Darüber hinaus werden spezielle Medikamente verabreicht. Welche dies sind, hängt von den Ursachen der Erkrankung ab.

  • So kommen bei einer viralen Perikarditis Schmerzmittel und entzündungshemmende Präparate wie nicht-steroidale Antiphlogistika oder Glukokortikoide zur Anwendung.
  • Durch ACE-Hemmer und Diuretika soll den Herzbeschwerden entgegengewirkt werden.
  • Handelt es sich um eine bakterielle Perikarditis, erhält der Patient auch Antibiotika.
  • Ist eine Autoimmunerkrankung für die Herzbeutelentzündung ursächlich, verabreicht man immunregulierende Mittel wie Glukokortikoide, um die Abwehr des Körpers herabzusetzen.

Perikarderguss

Um einen Perikarderguss oder Herzbeutelerguss handelt es sich, wenn es im Herzbeutel zur Ansammlung von Flüssigkeit kommt. Ein solcher Erguss tritt jedoch selten auf.

Ursachen

Für einen Perikarderguss kommen verschiedene Ursachen infrage. Mitunter ist er die Folgeerscheinung einer Herzbeutelentzündung. Doch auch Infektionskrankheiten wie

  • Diphtherie
  • Tuberkulose oder
  • die Chagas-Krankheit,

Autoimmunkrankheiten wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis, oder auch Stoffwechselerkrankungen wie

  • Urämie,
  • ein Herzinfarkt
  • Traumen oder
  • Tumore

können einen Erguss auslösen. In manchen Fällen entsteht er nach der Implantation eines Herzschrittmachers.

Symptome

Bei kleineren Herzbeutelergüssen verspüren die Betroffenen häufig gar keine Beschwerden. Bei einem ausgeprägten Erguss können Atemnot und gestaute Halsvenen auftreten.

Liegt eine bakterielle Perikarditis vor, ist der Erguss oft eitrig. Eine mögliche schwerwiegende Komplikation bei einem Perikarderguss ist die Herzbeuteltamponade.

In einem solchen Fall sammelt sich im Perikard soviel Wasser an, dass das Herz seine Funktionen nicht mehr richtig ausüben kann. Darüber hinaus erhält der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe.

Diagnose

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung ist es möglich, einen Herzbeutelerguss rasch und problemlos zu diagnostizieren. Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist eine Computertomographie. Außerdem besteht die Option, die Flüssigkeit des Ergusses auf Bakterien oder Tumorzellen zu untersuchen.

Behandlung

Ob ein Perikarderguss einer medizinischen Behandlung bedarf, hängt von dessen Ausprägung ab. So ist bei kleinen Ergüssen meist keine Therapie erforderlich.

Falls nötig, können auch Medikamente verabreicht werden. Ist der Herzbeutelerguss jedoch umfangreich oder besteht gar eine Herzbeuteltamponade, wird meist eine Perikardpunktion zur Entlastung durchgeführt. Dabei sticht man eine feine Nadel in den Herzbeutel, um die überschüssige Flüssigkeit abzusaugen.

Handelt es sich um eine bakterielle Perikarditis, ist das Einlegen einer Drainage nötig, damit die nachlaufende Flüssigkeit ablaufen kann. Treten ein Perikarderguss oder eine Perikardtamponade wiederholt auf, ist eine operative Perikardfensterung sinnvoll.

Dabei wird chirurgisch ein Durchgang im Herzbeutel geschaffen. Auf diese Weise lässt sich die Flüssigkeit in die Pleurahöhle ableiten, wo sie die Körperzellen resorbieren.

Herzklappenfehler

Von einem Herzklappenfehler ist die Rede, wenn die Funktion einer einzelnen Herzklappe oder sogar mehrerer Herzklappen beeinträchtigt ist. Meistens handelt es sich bei Herzklappenfehlern um eine Herzklappeninsuffizienz, bei der die Herzklappe nicht richtig schließt, oder eine Herzklappenstenose, bei der eine Verengung der Klappe besteht.

Anatomie: Herzklappen

Das menschliche Herz ist mit vier Herzklappen ausgestattet. Dabei handelt es sich um

  • die Aortenklappe
  • die Pulmonalklappe
  • die Trikuspidalklappe und
  • die Mitralklappe.

Die Herzklappen haben die Funktion eines Ventils und bewirken die Pumpleistung des Herzen. Dadurch fließt das Blut stets in nur eine Richtung. Kommt es zu einer Beeinträchtigung der Herzklappen, kann sich dies negativ auf die gesamte Herzfunktion auswirken.

Anatomie des menschlichen Herzens grafisch dargestellt
Anatomie des menschlichen Herzens grafisch dargestellt

In der Medizin teilt man Herzklappenfehler in Klappenstenosen und Klappeninsuffizienzen ein. Zu den Klappenstenosen gehören

  • die Aortenstenose
  • die Pulmonalstenose
  • die Trikuspidalstenose sowie
  • die Mitralstenose.

Als Klappeninsuffizienzen gelten

  • die Aorteninsuffizienz
  • die Pulmonalinsuffizienz
  • die Trikuspidalinsuffizienz und
  • die Mitralinsuffizienz.

Ursachen von Herzklappenfehlern

Für einen Herzklappenfehler kommen unterschiedliche Ursachen infrage. So entsteht eine Herzklappenstenose zumeist durch Verkalkung. Diese wiederum kann durch

  • den normalen Alterungsprozess
  • zu wenig Bewegung oder
  • ungesunde Ernährung

verursacht werden. Etwa zehn Prozent aller Herzklappenstenosen bestehen jedoch bereits seit Geburt an. Besonders betroffen davon ist die Pulmonalklappe. Weitere mögliche Gründe für eine Stenose können eine rheumatische oder eine bakterielle Endokarditis sein.

Eine Herzklappeninsuffizienz entsteht in den meisten Fällen nach einem Herzinfarkt. Da bei einem Infarkt Teile des Herzmuskels absterben, kommt es zur Bildung von Muskelrissen, was wiederum zu einer Schwächung der Herzklappenfunktion führt.

Symptome

Nicht immer haben Herzklappenfehler Beschwerden zur Folge. Dies gilt besonders für leichtgradige Klappenfehler.

Hochgradige Klappenfehler können jedoch zu Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz führen. Als typische Symptome gelten Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Liegt eine Pumpschwäche der linken Herzkammer vor, leiden die Betroffenen unter Müdigkeit und starkem Leistungsabfall.

Diagnose

Herzklappenfehler lassen sich bei einer Untersuchung oft schon an typischen Herzgeräuschen erkennen, die der Arzt mit einem Stethoskop abhören kann. Um eine genaue Diagnose zu stellen, werden bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung oder eine Farbdopplerechokardiographi durchgeführt. Aufschluss über das Ausmaß und die Lage des Herzklappenfehlers gibt ein EKG.

Behandlung

Leichte Herzklappenfehler, die keine Beschwerden verursachen, müssen nicht medizinisch behandelt werden. Anders sieht es bei hochgradigen Klappenfehlern aus.

Da Medikamente gegen die Funktionsstörungen wenig ausrichten können, ist in der Regel eine Operation die Therapie der Wahl. Dabei wird die fehlerhafte Herzklappe durch eine künstliche Klappe ersetzt.

Im Anschluss an die Operation erhält der Patient Medikamente zur Blutverdünnung, damit es nicht zu einer Thrombose oder Embolie kommt. Außerdem werden Antibiotika verabreicht, um einer bakteriellen Endokarditis entgegenzuwirken.

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Bei einem Mitralklappenprolaps führt das mutierte Gen DCHS1 zu einer Strukturschwäche

Grafik Herz mit Blutgefäßen in blauem Brustkorb
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Die Mitral­klappe ist ein wichtiger Bestandteil des Herzens. Sie liegt zwischen der linken Herzkammer und dem linken Vorhof. Als eine Art Schleuse verhindert sie im geschlossenen Zustand, dass es zu einem ungewollten Rückfluss von Blut kommt. Dichtet die Mitral­klappe nicht richtig ab und Blut fließt aus der Kammer zurück in den Vorhof, mindert das die Pumpkraft des Herzens.

Herzrhythmusstörungen durch Mitralklappenprolaps

Rund zwei Prozent aller Menschen haben einen Herzfehler, den man als Mitralklappenprolaps bezeichnet. Hier ist die Klappe verformt und es bildet sich eine Auswölbungen. In vielen Fällen führt das nicht zu Problemen, allerdings stellen sich bei manchen Patienten Herzrhythmusstörungen ein.

Sind die Auswölbungen zu stark, kann die Klappe nicht abdichten und das Herz kann nicht richtig arbeiten. Wie der Mitralklappenprolaps entstehen kann, haben Forscher nun im Tierexperiment ergründet. Der auslösende Faktor war bei den Mäusen ein Gendefekt; genauer eine einzelne Punktmutation.

Punktmutation des Gens DCHS1

Bei einer Punktmutation ist innerhalb des Gens nur eine einzige Base fehlerhaft. An ihrer Stelle sitzt eine andere, was die Struktur der DNS verändert. Da genau ein Punkt im Gen betroffen ist, wurde der Name Punktmutation geprägt.

Bei einem Mitralklappenprolaps ist das Gen DCHS1 betroffen. Es liegt auf dem Chromosom 11 und soll ein ganz bestimmtes Eiweiß herstellen. Dieses Protein gehört in die Gruppe der Cadherine und ist wichtig für den für den Aufbau der Verbindungen unter Zellen.

Strukturschwäche nicht immer der Auslöser

Im Experiment konnten die Forscher zeigen, dass durch die Punktmutation eine Strukturschwäche unmittelbar in der Mitralklappe entsteht. Daher verliert die Klappe ihre natürliche Form und es bilden sich Auswölbungen.

Die Forscher betonen aber, dass nicht alle Formen des Mitralklappenprolaps genau auf diese Mutation zurückgehen. Man hat bereits zwei Patienten gefunden, bei denen eine andere Mutation (allerdings auch im Gen DCHS1) vorlag.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: stressful job troubles © Julija Sapic - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Vintage Chalkboard © Maceo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: heart artery blockage © hakan çorbaci - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Human Heart © hakan çorbaci - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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