Typische Reisebeschwerden und Tipps zur Bekämpfung

Endlich Urlaub. Raus aus dem Alltag und einfach mal abschalten und entspannen. Wer jetzt krank wird, kann seine Urlaubszeit jedoch keineswegs genießen. Reisebeschwerden gibt es viele. Und bei manchen Urlaubern machen sich die ersten Beschwerden bereits während der Aneise bemerkbar. Lesen Sie über typische Reisebeschwerden und informieren Sie sich, was zur Bekämpfung und Vorbeugung beachtet werden sollte.

Schmerzen, Übelkeit und Co während der Reise und im Urlaub - worauf ist zu achten?

Krank im Urlaub - Vorbeugung durch Vorbereitung

Ungewohnte Speisen, Temperaturwechsel, schlechte Hygienebedingungen und Co. - im Urlaub zu erkranken, ist keine Seltenheit. Sowohl kleinere Wehwehchen als auch ernsthaftere Infektionen können zu den typischen Reisebegleitern werden. Häufig handelt es sich dabei beispielsweise um

Hinzu kommen spezielle für eine bestimmte Region typische Infektionen, zum Beispiel durch Mückenstiche. Vor allem, wer trotz kalter und nasser Jahreszeit nicht auf Urlaub in der Sonne verzichten möchte, der entscheidet sich für eine Fernreise und kehrt Deutschland den Rücken zu. Jahr für Jahr fliehen deutsche Urlauber in warme Gebiete, um Regen und niedrigen Temperaturen zu entkommen.

Wer sichergehen möchte, dass er im Urlaubsland auch wirklich die gewünschte Erholung genießen kann, sollte vor allem in Sachen Gesundheit entsprechend planen, denn gerade in fernen Ländern hat man sich schnell einen Infekt eingefangen, der einem die Urlaubszeit gehörig vermiesen kann. Doch auch zu anderen Jahreszeiten und an anderen Zielen ist eine Erkrankung im Urlaub nicht selten.

Typisch sind Magen-Darm-Beschwerden und Durchfallerkrankungen. Aber auch andere Beschwerden im Urlaub sind möglich, wie etwa Herz-Kreislauf-Probleme durch den Klimawechsel, Erkrankungen der Haut und der Atemwege. Schützende Kleidung und Sonnenschutz, eine sorgfältige Körperhygiene und das rasche Desinfizieren kleiner Wunden sind gute Maßnahmen zur Vorbeugung.

Zu den besten Vorbeugemaßnahmen zählen Hygienemaßnahmen sowie Schutzimpfungen, wenn nötig. Im weiteren Verlauf dieses Artikels gehen wir genauer darauf ein.

Reiseapotheke einpacken

Generell sollte man bei Reisen stets eine Reiseapotheke mit sich führen. Dort hinein gehören Mittel, die man als Eigenmedikation verwenden kann, wie zum Beispiel Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen. Eine detaillierte Aufstellung mit nützlichen Mitteln finden Sie hier.

Sich informieren

Um über mögliche typische Krankheitsrisiken des Landes Bescheid zu wissen, ist eine vorherige Information beim Hausarzt oder in der Apotheke von Nöten. Vor allem in südlichen Ländern muss man vermehrt mit Mücken und anderen Insekten rechnen; diese können gefährliche Krankheiten übertragen.

Auf einen entsprechenden Schutz ist deshalb besonders zu achten. Am einfachsten kann man Krankheiten mit entsprechendem Impfschutz vorbeugen, auch darüber sollte man sich bei seinem Arzt unbedingt informieren.

Bei Erkrankung: einen Arzt aufsuchen

Sollte es doch zu einer Erkrankung kommen, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, auch dann, wenn die Beschwerden erst nach Reiserücktritt auftreten. In dem Fall muss man dem Arzt unbedingt von der Fernreise und dem Reiseziel erzählen, denn es gibt typische Urlaubserkrankungen, die sich erst Wochen später bemerkbar machen.

Unter Umständen kann auch bereits ein Arztbesuch vor Ort nötig sein. In diesem Fall ist eine Auslandskrankenversicherung von großer Wichtigkeit, auch dies sollte man also vor Reiseantritt beachten.

Dennoch kann man sich nicht immer vor Erkrankungen schützen - mit welchen typischen Beschwerden man während des Urlaubs rechnen kann, zeigen wir im Folgenden; dabei kommt es natürlich immer auf das jeweilige Reiseziel an...

Die Reisekrankheit

Vielen Menschen bereiten schaukelnde Bewegungen äußerst unangenehme Empfindungen. Am bekanntesten ist dabei die Seekrankheit, die jedoch nur eine Form der auch Kinetose genannten Reisekrankheit darstellt.

Nur rund jeder fünfte Europäer scheint wirklich absolut unempfindlich gegen Kinetose zu sein. Die meisten, die diesen Zustand schon öfter erlebt haben, haben ihre eigenen Hausmittelchen, die ihnen helfen, mit den unangenehmen Empfindungen fertig zu werden - für andere ist jede Flug-, Schiffs- oder Busreise eine Tortur.

Ursachen

Die Ursache liegt in unserem Gleichgewichtsorgan: Unser Gleichgewichtssinn sitzt im Innenohr, nahe des Gehirns und hat die Aufgabe, die Lage des Körpers im Raum festzustellen, und dem Gehirn zu melden.

Diese Informationen passen jedoch nicht immer zu den Sinneseindrücken, den uns der Gesichtssinn über die Augen vermittelt - das Innere eines Fahrzeuges scheint sich für unsere Augen nicht zu bewegen, während das Gleichgewichtsorgan starke Schaukelbewegungen meldet. Diese widersprüchlichen Informationen führen zu Schwindelgefühlen - und nachdem unser Körper gelernt hat, Schwindel als Gefahrensignal für verschluckte giftige Stoffe anzusehen, reagiert er mit Erbrechen, in dem gutgemeinten Versuch, das vermeintlich verschluckte Gift wieder aus dem Körper zu befördern.

Symptome

Neben der Übelkeit, sind auch

die Hauptsymptome. Man fühlt sich wie betäubt und kann den Bewegungen des Verkehrsmittels nicht mehr folgen. Der Zustand ist zwar unangenehm, aber im Grunde dennoch harmlos. Nur bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden können die Auswirkungen auch noch drastischer ausfallen, in ganz dramatischen Fällen sogar einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen.

Die Symptome beschränken sich meist auf den unmittelbaren Zeitraum der Reise. In praktisch allen Fällen klingen sie von selbst wieder ab, manchmal auch erst ein paar Tage nach dem auslösenden Ereignis.

Behandlung

In den letzten Jahren wurde im Bereich der Kinetose viel geforscht, bisher bewährt haben sich aber jedenfalls Pflaster, die den Wirkstoff Scopolamin enthalten, der über die Haut abgegeben wird, und aufsteigende Übelkeit bekämpft. Histamin ist nach neueren Studien ebenfalls wirksam, es wird normalerweise bei einer Immunreaktion freigesetzt, scheint aber auch bei instabilen Gleichgewichtsbedingungen die Reaktion des Körpers unter Kontrolle zu halten.

Ingwer ist ein altes Hausmittel, das aber bei Weitem nicht bei allen wirkt - asiatische Seeleute schwören allerdings darauf.

Ein sehr guter Ratschlag ist immer, die vorbeiziehende Umgebung zu beachten, und die Schaukelbewegungen bewusst wahrzunehmen, um so dem Gehirn über die Augen die selbe Information zu vermitteln, die es auch vom Gleichgewichtssinn bekommt. Damit wird das Schwindelgefühl und in der Folge auch die dadurch verursachte Übelkeit meist schon ausreichend unterdrückt.

Jedenfalls: Wer zu Reisekrankheit neigt, weiß das zumeist, und hat die Möglichkeit, sich darauf einzustellen. Scopolaminpflaster sollte man rechtzeitig besorgen und auch rechtzeitig aufkleben, damit ist die Wirkung am besten. Wer sein eigenes Hausmittelchen bereits gefunden hatte, sollte auf jeden Fall dabei bleiben, wenn es wirkt, alle anderen sollten ruhig einmal Ratschläge und Empfehlungen sammeln und das eine oder andere ausprobieren.

Auf Reisen Kopfschmerzen keine Chance geben

Viele Reisende kennen das: die Koffer sind gepackt, man macht sich auf den Weg in den Urlaub - weg vom stressigen Alltag, rein in ein paar entspannende Tage. Wenn da die Kopfschmerzen nicht wären, die viele Urlauber auf ihrem Weg begleiten.

Spannungskopfschmerzen sind bei vielen Menschen ein lästiger Reisebegleiter. Doch es gibt Tipps, wie man es erst gar nicht dazu kommen lassen muss: nämlich mit den richtigen Arzneimitteln im Handgepäck.

Autofahrten als Kopfschmerzauslöser

Wer eine längere Autofahrt bis zu seinem Reiseziel vor sich hat, für den empfiehlt sich ein so genanntes Kombinationspräparat. In Sachen Kopfschmerzmittel bedeutet dies, dass das Medikament

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Paracetamol und
  • Koffein

enthält. Während ASS und Paracetamol schmerzlindernde Eigenschaften haben, wird diese von Koffein zusätzlich verstärkt, sodass Kombi-Präparaten die beste Wirkung nachgesagt wird. Je nach Stärke der Schmerzen sollten ein bis zwei Tabletten mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Kopfschmerzen im Flugzeug

Flugreisende sollten zusätzlich auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr achten, denn an Bord der Flugzeuge ist die Luftfeuchtigkeit gering, was zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führt. Zudem ist auch der Luftdruck niedrig - es kommt zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Körpers, was Kopfschmerzen verstärken kann. Um diesen vorzubeugen, empfehlen Experten etwa 150 Milliliter

pro Stunde.

Durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug können Kopfschmerzen entstehen
Durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug können Kopfschmerzen entstehen

Durchfall und Co. - Wenn exotische Speisen zur Gefahr werden

Im Urlaub sind wir oft neugierig auf fremde Landschaften, Kulturen und auch das landestypische Essen. Doch wer seine freien Tage nicht mit Durchfall und Magenkrämpfen zubringen will, sollte sich an bestimmte Hygieneregeln halten.

Weit weg von zu Hause stehen oft exotische Gerichte auf dem Speiseplan, die dem Verdauungstrakt zu schaffen machen. Aber auch vermeintlich harmlose Früchte oder offene Getränke können schlimme Verstimmungen auslösen, meist durch bestimmte Coli-Bakterien.

Die Verführung durch das Unbekannte

Ob die leuchtenden Feigen und Papayas auf dem Wochenmarkt, die duftende Couscous-Speise an der Strandbar oder der frisch gegrillte Fisch aus dem Imbissladen: Andere Länder und ihre kulinarischen Besonderheiten machen uns neugierig. Letztere sehen ja oft auch einfach nur verführerisch aus und duften köstlich.

Doch nicht immer geht das gut. Nahezu regelmäßig kommt es beim Urlaub in fernen Ländern durch unbekannte Gewürze zu Reisedurchfall bei den Touristen.

Keime im Trinkwasser und besonders fettreiche Speisen können auch für dauerhafte Magen-Darm-Probleme sorgen, die den Urlaub schnell verderben. Auch ernsthafte Infektionen mit Cholera oder Hepatitis A sind möglich.

Koch es, schäl es oder vergiss es

Das gilt als die wichtigste Regel im Umgang mit Essen in exotischen Reiseländern. Säfte, Salate und ungeschälte Früchte sind nicht selten mit Bakterien belastet. Selbiges gilt für Milch, aber auch Trinkwasser und Eiswürfel.

Bei Wasser ist man dann auf der sicheren Seite, wenn man es zuvor abkocht. Auch sollten besonders fettige und stark gewürzte Speisen aus Rücksicht auf den eigenen Verdauungstrakt mit Vorsicht genossen werden.

Speisen, die rohes Ei enthalten - auch Mayonnaise und bestimmte Desserts - sollten grundsätzlich gemieden werden. Auch Pasteten oder Hackfleisch, das nicht ganz durchgebraten wurde, können gefährlich sein.

Wenn der Verdacht auf Keime im Trinkwasser besteht, sollte man auch beim Zähneputzen auf Mineralwasser zurückgreifen. Auf Eiswürfel im Getränk verzichtet man lieber.

Auch Milch, Käse und Speiseeis können Krankheitserreger enthalten. Obst und Gemüse sollten nur in geschälter Form verzehrt werden.

Behandlung

Wen es dennoch erwischt, der kann dem Elektrolytverlust durch Durchfallerkrankungen mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke entgegenwirken. Wenn Fieber dazukommt oder der Durchfall blutig ist, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Infektion mit Vibrionen - gefährliche Erreger aus dem Meer

Bei Vibrionen handelt es sich um Bakterien, die in Salz- und Brackwasser sowie in Meeresfrüchten vorkommen. Auch in der Ostsee siedeln sich die Erreger an, wie seit 1994 bekannt. Virbrionen gelangen über Wunden in den Körper und sind insbesondere für

  • Ältere
  • chronisch Erkrankte und
  • Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem

gefährlich.

Vibrionen tummeln sich weltweit in Meerwasser und Brackwasser. Die Keime vermehren sich besonders stark bei Temperaturen über der 20-Grad-Marke.

Zu den bekanntesten Vibrionen-Typen zählt der Erreger Vibrio cholerae. Dieses Bakterium befindet sich in verunreinigtem Wasser und löst die Cholera aus, eine schwere Magen-Darm-Infektion, die lebensbedrohend sein kann.

Vibrio vulnificus in der deutschen Ostsee

Ein anderer Vibrio-Typ ist der Keim Vibrio vulnificus, der auch in der deutschen Ostseegefunden wurde. Bereits mehrere Badegäste haben sich in den letzten Jahren mit dem Vibrio-Erreger infiziert.

Als Grund sehen Experten die ansteigenden Wassertemperaturen im Sommer mit Werten zwischen 17 und 19 Grad. An flachen Stellen, wo kaum Wasserbewegungen stattfinden, werden schnell Temperaturen von über 20 Grad erreicht - ein optimaler Nährboden für Vibrio vulnificus.

Symptome einer Vibrionen-Infektion

Wie es bisher aussieht, stellt das Bakterium Vibrio vulnificus für einen gesunden Menschen keine Gefahr dar. Doch bei älteren Personen über 60 Jahren und bei Menschen mit Vorerkrankungen oder schwacher Immunabwehr kann der Keim schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Kommen offene Wunden von gesundheitlich Vorbelasteten in Kontakt mit kontaminiertem Meer- oder Brackwasser, dringt Vibrio vulnificus in den Körper ein und breitet sich dort schnell aus.

Folgende Symptome können bei einer Infektion mit Vibrionen auftreten:

Bei einer Infektion nach dem Verzehr von Meeresfrüchten kann es innerhalb von etwa 15 Stunden zu starker Übelkeit und Brechdurchfall kommen. Vor allem bei Personen mit schwachem Immunsystem drohen schon nach wenigen Stunden heftige Hautausschläge, Blutvergiftung und multiples Organversagen. Um eine Infektion durch Meeresfrüchte zu vermeiden, sollten diese nie in rohem Zustand verzehrt werden.

Kommt verletzte Haut mit Schalentieren wie Austern, Garnelen oder Muscheln in Berührung, besteht das Risiko schwerer Wundinfektionen. Auch Hautverletzungen, die mit durch Vibrio-Erreger belastetes Meerwasser in Kontakt kommen, können sich schnell infizieren. Im Extremfall droht die Amputation der betroffenen Gliedmaße.

Gesunde müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen, doch Ältere und Personen mit Erkrankungen wie Diabetes und offenen Wunden sollten nicht in dem Wasser baden. Entzünden sich Wunden oder treten für Vibrio-Infektionen typische Symptome auf, ist es dringend angeraten, einen Arzt aufzusuchen.

Schnelle Therapiemaßnahmen sind besonders wichtig

Vibrionen-Erkrankungen werden in Deutschland noch relativ selten verzeichnet. Kommt es dennoch zu einer Infektion, sind aufgrund der schwerwiegenden Folgen sofortige Therapiemaßnahmen besonders wichtig, um eine Blutvergiftung und andere Komplikationen zu verhindern. Der Krankheitsverlauf kann sehr rasch voranschreiten, im schlimmsten Fall mit tödlichen Folgen.

Die Behandlung erfolgt in Form einer antibakteriellen Therapie. Zum Einsatz kommen Breitbandantibiotika wie Cephalosporinen oder Doxycyc. Bei Entstehung einer Nekrose (Absterben von Zellen) kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

Reisen nach Afrika - Informationen über Meningitis-Risiko

Die Meningitis oder eitrige Hirnhautentzündung ist über den ganzen Globus verbreitet. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr mit Meningokokken in afrikanischen Ländern, die im Meningitis-Gürtel liegen. In den Regionen von Äthiopien bis zum Senegal kommt es immer wieder zu Epidemien durch Erreger der Typen A, C, W und Y.

Klimatische Bedingungen beeinflussen Meningitis-Häufigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registriert auch heute noch eine hohe Anzahl an Todesfällen durch Meningokokken verursachte Hirnhautentzündung in rund 15 afrikanischen Ländern. Vor allem die klimatischen Bedingungen fördern die Ausbreitung der Meningitis.

Bei anhaltenden Dürreperioden von Oktober bis März treten Meningitis-Erreger besonders häufig auf und breiten sich rasend schnell aus. Zu den besonders gefährdeten Gebieten gehören Länder im Meningitis-Gürtel wie

  • Uganda,
  • Kamerun,
  • die Elfenbeinküste,
  • Togo,
  • Ruanda,
  • Nigeria und
  • Tansania.

Urlauber, die eine Reise in diese Regionen planen, sollten sich vorab genau über ihren Impfstatus informieren und diesen bei Bedarf auffrischen lassen. Ein Reisemediziner oder ein Arzt mit reisemedizinischer Zusatzausbildung ist der richtige Ansprechpartner. Experten bewerten die erforderlichen Impfschutzmaßnahmen zwar unterschiedlich, dennoch wird neben dem Impfschutz gegen Malaria und Gelbfieber auch zur Meningitis-Impfung geraten.

Lebensbedrohliche Erkrankung mit vielfältigen Symptomen

Bei einer Ansteckung mit Meningokokken kann es zu schwerenwiegenden Symptomen kommen. Neben

  • starken Kopfschmerzen,
  • Erbrechen und
  • Fieber,

tritt meistens eine ausgeprägte Nackensteife auf, manchmal einhergehend mit Hautausschlag oder Lichtempfindlichkeit. Auch Gelenkschmerzen und Krampfanfälle gelten als Anzeichen für eine Hirnhautentzündung.

Nach Ausbruch der Erkrankung und bei einem dramatischen Verlauf, kann es innerhalb weniger Stunden zu

kommen. In sehr schweren Fällen treten Herzkreislaufversagen und gefährliche Blutgerinnungsstörungen auf, die in kurzer Zeit zum Tod führen.

Bei einer Meningitis-Erkrankung ist schnelles Handeln daher unabdingbar. Neben einer intensivmedizinischen Betreuung muss umgehend eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden.

In afrikanischen Ländern ist jedoch keine lückenlose medizinische Versorgung garantiert. Fehlen die richtigen Medikamente, steigt das Todesrisiko auf 60 bis 80 Prozent. Normalerweise liegt die Sterberate nach einer Meningitis-Infektion bei etwa 5 bis 10 Prozent.

Impfberatung etwa sechs Wochen vor Abreise

Meningokokken-Bakterien führen in der Regel innerhalb von 2-4 Tagen zu einem schweren Krankheitsbild, das lebensbedrohlich werden kann. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht vor allem bei Kontakt mit Einheimischen und bei Trekking-Touristen.

Afrikaurlauber, die in einer der Zonen im Meningitis-Gürtel ihren Urlaub verbringen möchten, sollten sich etwa sechs Wochen vor Reisestart zu einer Impfberatung beim Arzt oder in einer Apotheke anmelden. Fachlich geschulte Ärzte und Apotheker bieten umfassende Gesundheitsberatungen an und informieren, welcher Impfschutz erforderlich ist, zum Beispiel auch, ob und in welchen Gebieten ein Prophylaxe gegen Malaria sinnvoll ist.

Empfehlenswert ist eine Meningitis-Impfung rund 14 Tage vor Reisebeginn. Der Impfschutz ist drei Jahre wirksam.

Die Impfung für Afrikareisende schützt nicht gegen mitteleuropäische Erreger der Gruppe B, sondern gegen die Bakterienstämme A, C, W und Y. Seit Ende 2013 steht allerdings auch ein Impfstoff gegen B-Meningokokken zur Verfügung. Erreger der Gruppe B kommen aber vor allem in den USA und in Europa vor.

Mumps, Masern, Röteln - Keine Reisen in Entwicklungsländer ohne ausreichenden Impfschutz

Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern treten immer öfter auch bei Erwachsenen auf. In Industriestaaten ist das Erkrankungsrisiko aufgrund umfassender Impfmaßnahmen niedriger, doch gerade bei Reisen in Länder wie Südafrika, Indonesien oder Vietnam besteht eine höhere Infektionsgefahr. Deshalb sollte vor Reiseantritt der Impfschutz überprüft werden.

Trend zu Reisen in Entwicklungsländer

Neue Statistiken belegen, dass immer mehr Menschen ihren Urlaub in einem Entwicklungsland verbringen. Ein wachsender Trend ist vor allem für Reisen in Länder wie Vietnam und Südafrika erkennbar.

Doch in Entwicklungsländern mit schwachem Gesundheitssystem besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Viruserkrankungen Mumps, Masern und Röteln. In großen Teilen Afrikas hat nur rund 50 Prozent der Bevölkerung einen ausreichenden Impfschutz.

Wer eine Reise in Länder plant, die keine ausreichenden Impfmaßnahmen durchführen, sollte unbedingt rechtzeitig seinen Impfschutz überprüfen und sich von einem Reisemediziner oder in einer Apotheke beraten lassen. Erkranken Erwachsene an Masern oder Röteln, kann es zu schweren Krankheitsverläufen mit Komplikationen kommen.

Masern - höhere Sterblichkeitsrate als in Industrienationen

Das RNA-Masernvirus ist besonders häufig in Entwicklungsländern verbreitet, vor allem bedingt durch Mangelernährung und eine hohe Bevölkerungsdichte. Das Virus überträgt sich durch die Luft, die Inkubationszeit beträgt bis zu zehn Tage. Die Symptome äußern sich mit

  • Hautausschlägen,
  • Entzündungen der Augen,
  • Husten und
  • Fieber.

In der Regel klingen die Beschwerden nach etwa zwei Wochen ab, dennoch können gerade bei Erwachsenen Komplikationen auftreten. Bei schweren Verläufen kann es zu

kommen. Die Sterblichkeitsrate in Entwicklungsländern liegt mit 25 Prozent deutlich höher als in den Industrienationen mit einer Todesfallquote von rund 0,1 Prozent.

Röteln - besonders große Gefahr für Schwangere

Röteln übertragen sich nicht so schnell wie Masern, dennoch zeigen Auswertungen immer wieder Krankheitsausbrüche. Eine Rötelninfektion kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten können Röteln-Viren zu Missbildungen im Gehirn, an Augen und Herz des Kindes führen oder Fehlgeburten auslösen.

Röteln sind weltweit verbreitet, doch in dicht besiedelten Gebieten wie Indien ist die Infektionsgefahr deutlich größer. Erkrankungswellen kommen jedoch auch in Industrieländern wie den USA oder Europa vor.

Eine Rötelnerkrankung äußert sich mit Hautrötungen an Ohren und Augen, die sich schnell im Gesicht, im Nacken und auf andern Körperregionen ausbreiten. Erwachsene leiden häufig unter Fieber und starken Gliederschmerzen. Durch frühzeitige Impfungen lassen sich Rötelninfektionen zu 100 Prozent verhindern.

Mumps - Ausbrüche auf nahezu allen Kontinenten

Zu Mumpsausbrüchen kommt es auf nahezu allen Kontinenten, doch in vielen Ländern Afrikas und Asiens ist aufgrund der mangelnden Immunisierung besondere Vorsicht geboten. Vor allem in Teilen Südafrikas wie Nigeria, auf den Philippinen und in Südostasien besteht ein hohes Ansteckungsrisiko.

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Nach etwa sieben Tagen kommt es bei rund einem Drittel der Infizierten zu einseitigen Entzündungen der Hals- und Ohrdrüsen, später zeigen sich die Entzündungen auf beiden Seiten. Betroffene leiden außerdem oft unter Fieberschüben, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Als Komplikationen können Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder Hodenentzündungen auftreten. Bei schweren Verläufen kann es zu dauerhaften Hörschäden oder in extremen Fällen zu Hirnhautentzündung kommen. Zweiterkrankungen drohen selten, in der Regel besteht nach einer überstandenen Mumpserkrankung das ganze Leben Immunität gegen die Erreger.

Dringend empfohlen: Überprüfung des MMR-Impfschutzes

Da insbesondere in Dritte-Welt-Ländern ein erhöhtes Risiko für Virusinfektionen besteht, sollte vor Reiseantritt auf jeden Fall der MMR-Impfschutz (Masern, Mumps, Röteln) überprüft werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt MMR-Impfungen für Kinder und ungeimpfte Erwachsene, die noch nie an Masern, Mumps und Röteln erkrankt sind.

Kinder sollten den Kombinationsimpfstoff zweimal mit einem Abstand von vier Wochen erhalten. Erwachsene können den Impfschutz nachholen, allerdings sollte die Impfdosis spätestens zehn Tage vor Reiseantritt verabreicht werden.

Sind beispielsweise Impfungen gegen Gelbfieber erforderlich, kann die MMR-Impfung entweder im Abstand oder einem Monat oder gleichzeitig erfolgen. Bei Nachimpfungen tritt die Schutzwirkung innerhalb von vierzehn Tagen ein.

Grundsätzlich ist eine Überprüfung des Impfschutzes bei allen Auslandsreisen wichtig. Reisemediziner oder das Centrum für Reisemedizin (CRM) geben Impfempfehlungen für das jeweilige Reiseland.

Man kann also einiges tun, um einer Erkrankung im Urlaub vorzubeugen oder diese zu bekämpfen - manchmal stellt sich aber auch die Frage, ob man trotz bestehender Erkrankung verreisen darf, wie zum Beispiel bei einer Atemwegserkrankung...

Verreisen trotz chronischer Atemwegserkrankung?

Chronische Erkrankungen gibt es viele. Eine pauschale Angabe darüber zu machen, ob man als Betroffener verreisen darf oder nicht, wäre wohl kaum möglich. Generell sollte man sich zu diesem Zweck immer an seinen Arzt wenden.

Grundsätzlich ist eine Reise mit Erkrankung jedoch nicht ausgeschlossen. Außerdem ist es für die Genesung auch gut, das gewohnte Umfeld einmal zu verlassen; je nach Krankheit und Ziel kann eine Reise auch sehr empfehlenswert sein.

Neben der Art der chronischen Krankheit ist also auch entscheidend, welches Ziel man wählt. Im Folgenden geben wir ein paar Hinweise für die Urlaubsplanung mit chronischer Atemwegserkrankung.

Wichtig ist vor allem eine gründliche Planung und Vorbereitung. Dies gilt besonders dann, wenn man zum ersten Mal an einen bestimmten Ort reist.

Eine Atemwegserkrankung kann durch unterschiedliche Faktoren entstehen und sich ebenso unterschiedlich zeigen.

Die Möglichkeiten an Ratschlägen sind dementsprechend vielfältig.

  • Hat man beispielsweise Probleme mit bestimmten Allergenen, sollte man die Regionen mit erhöhtem Aufkommen meiden.
  • Bei einer Überblähung der Lunge sollte man darauf schauen, wie weit man körperlich belastbar ist und dementsprechend auf bestimmte Tätigkeiten verzichten, ebenso auf merkbare Höhenlagen.
  • Wer ein Inhalationsgerät nutzt, muss sichergehen, dass dieses vor Ort gereinigt werden kann.
  • Ist man sauerstoffpflichtig, muss die Versorgung vor Ort gewährleistet sein; zudem sollte sich bei möglichen technischen Störungen Hilfe in der Nähe befinden.
  • Führen bestimmte Faktoren wie z.b. Rauch, Ozon, Kälte, Bodenbeläge etc. zu akuter Atemnot, sollte man sich bei der Unterkunft über Innenraumbelastungen informieren.
  • Man sollte stets das Verkehrsmittel reisen, welches am komfortabelsten und am wenigsten Probleme bereitet.
  • Erforderliche Medikamente müssen in ausreichender Menge mitgenommen werden; mögliche Zeitverschiebungen müssen bei der Einnahme berücksichtigt werden.
  • Man sollte sich vorab darüber informiert haben, wie die ärztliche Versorgung vor Ort aussieht und wo genau sich ein passender Arzt befindet - diese Information sollte auch das Hotelpersonal an der Rezeption kennen.

Quellen:

  • Armin Wirth: Erste Hilfe unterwegs, Reise Know-How Verlag Rump, 2002, ISBN 383171021X
  • Norbert Krappitz: Handbuch Reisemedizinische Gesundheitsberatung: Reiserisiken, Prophylaxe, Geomedizin, Management, Deutscher Arzte-Verlag, 2009, ISBN 3769112709
  • Hans J. Diesfeld und Gerard Krause und Dieter Teichmann: Praktische Tropenmedizin und Reisemedizin, Thieme Verlag, 2003, ISBN 3131083425
  • Friedhelm Achenbach, Ulrike Achenbach und Alfred Kuczera: Reisekrankheiten zum Nachschlagen: Kompakte Informationen zu Erkrankungen bei Nah- und Fernreisen, Books on Demand Gmbh, 2003, ISBN 3831148600
  • Ralf Goldstein und Tomas Jelinek: Reisemedizin: Kompendium für die reisemedizinische Beratung, Ecomed, 2007, ISBN 360951471X
  • Bruce-Michael Dürfeld und Eckhard Rickels: Selbstdiagnose und Behandlung unterwegs: Notfallversorgung, Reiseapotheke, Verständigunghilfen, Körperschemata, Notrufnummern, Reise Know-How Verlag Rump, 2006, ISBN 3831710422
  • Norbert Krüger und Enrique Sanchez: Tropenkrankheiten, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1995, ISBN 3534121368
  • Christian G. Meyer: Tropenmedizin, Ecomed, 2001, ISBN 3609515600
  • David Werner: Wo es keinen Arzt gibt: Medizinisches Gesundheitshandbuch zur Hilfe und Selbsthilfe auf Reisen, Reise Know-How Verlag Rump, 2008, ISBN 3831710198

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