Typische Reisebeschwerden und Tipps zur Bekämpfung

Frauenfüße laufen über den Strand am Meer

Schmerzen, Übelkeit und Co während der Reise und im Urlaub - worauf ist zu achten?

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  • von Paradisi-Redaktion

Endlich Urlaub. Raus aus dem Alltag und einfach mal abschalten und entspannen. Wer jetzt krank wird, kann seine Urlaubszeit jedoch keineswegs genießen. Reisebeschwerden gibt es viele. Und bei manchen Urlaubern machen sich die ersten Beschwerden bereits während der Aneise bemerkbar. Lesen Sie über typische Reisebeschwerden und informieren Sie sich, was zur Bekämpfung und Vorbeugung beachtet werden sollte.

Krank im Urlaub - Vorbeugung durch Vorbereitung

Ungewohnte Speisen, Temperaturwechsel, schlechte Hygienebedingungen und Co. - im Urlaub zu erkranken, ist keine Seltenheit. Sowohl kleinere Wehwehchen als auch ernsthaftere Infektionen können zu den typischen Reisebegleitern werden. Häufig handelt es sich dabei beispielsweise um

Hinzu kommen spezielle für eine bestimmte Region typische Infektionen, zum Beispiel durch Mückenstiche. Vor allem, wer trotz kalter und nasser Jahreszeit nicht auf Urlaub in der Sonne verzichten möchte, der entscheidet sich für eine Fernreise und kehrt Deutschland den Rücken zu. Jahr für Jahr fliehen deutsche Urlauber in warme Gebiete, um Regen und niedrigen Temperaturen zu entkommen.

Wer sichergehen möchte, dass er im Urlaubsland auch wirklich die gewünschte Erholung genießen kann, sollte vor allem in Sachen Gesundheit entsprechend planen, denn gerade in fernen Ländern hat man sich schnell einen Infekt eingefangen, der einem die Urlaubszeit gehörig vermiesen kann. Doch auch zu anderen Jahreszeiten und an anderen Zielen ist eine Erkrankung im Urlaub nicht selten.

Typisch sind Magen-Darm-Beschwerden und Durchfallerkrankungen. Aber auch andere Beschwerden im Urlaub sind möglich, wie etwa Herz-Kreislauf-Probleme durch den Klimawechsel, Erkrankungen der Haut und der Atemwege. Schützende Kleidung und Sonnenschutz, eine sorgfältige Körperhygiene und das rasche Desinfizieren kleiner Wunden sind gute Maßnahmen zur Vorbeugung.

Zu den besten Vorbeugemaßnahmen zählen Hygienemaßnahmen sowie Schutzimpfungen, wenn nötig. Im weiteren Verlauf dieses Artikels gehen wir genauer darauf ein.

Tollwut-Schutzimpfung bei Reise in Risikoländer

Impfung: Frau bekommt Spritze in Oberarm
impfung © emeraldphoto - www.fotolia.de

In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, vor allem in China, Indien oder Thailand, ist die Tollwut noch sehr weit verbreitet.

Vor einer Reise in diese Risikoländer empfiehlt sich eine Impfung gegen Tollwut, die außerdem gut verträglich ist.

Hauptüberträger der Tollwut, die bei Ausbruch meist tödlich endet, sind in der Regel herumstreunende Hunde.

Vor Urlaubsantritt: Impfung nicht vergessen

Impfungen: Spritze auf Impfpass
Impfen © VRD - www.fotolia.de

Auf Grund der zur Zeit in den USA und auch Europa herrschenden Grippewelle wird empfohlen, sich vor Urlaubsantritt impfen zu lassen. Vorher sollte man sich allerdings schlau machen, welche Länder besonders gefährdet sind.

Speziell ältere und chronisch kranke Menschen sind besonders gefährdet, sich mit Grippe anzustecken. Ärzte raten dazu, sich mindestens zwei Wochen vor der Reise impfen zu lassen, da ein Immunschutz erst innerhalb von 14 Tagen aufgebaut ist.

Reisende Schwangere sollten sich vorher gegen Hepatitis impfen lassen

Bauch einer schwangeren Frau, sie hat die Hände darauf gelegt und sitzt im Flugzeug
Pregnant Passenger © Rafael Ben-Ari - www.fotolia.de

Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangere sollten sich vor einer Reise in die Mittelmeerregion oder nach Südosteuropa unbedingt gegen Hepatitis A und B immunisieren lassen. Dies teilte der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München mit. Am besten sei eine Impfung vor Eintreten einer Schwangerschaft, da Hepatitis ein erhöhtes Risiko einer Früh- oder Totgeburt verursacht. Außerdem haben die Krankheiten eine Inkubationszeit zwischen 25 und 90 Tagen.

Mit Hepatitis A kann man sich durch schlechte hygienische Bedingungen infizieren. Hepatitis B ist lediglich durch Sexualkontakt, Blut oder Speichel übertragbar.

Sechs Wochen vor Reisebeginn sind die notwendigen Impfungen noch ohne Probleme durchzuführen

Nahaufnahme Tetanus Impfung: Spritze auf Impfpass
Tetanus vaccination © Keith Frith - www.fotolia.de

Eine Reise ist immer ein guter Anlass, den Impfschutz zu überprüfen. Nicht nur, wen es in exotische Gefilde zieht, sollte daran denken.

Die Hepatitis A zum Beispiel ist schon im Mittelmeerraum zu Hause, und das Baltikum gilt als FSME-Gebiet (Zecken). Sechs Wochen vor einer Fahrt sollte man deswegen zum Hausarzt gehen. „Dann lässt sich noch alles unterbringen, was nötig ist“, sagt Dr. Stefan Schmiedel von der auf Reisekrankheiten spezialisierten Bernhard-Nocht-Klinik, Hamburg, in der „Apotheken Umschau“.

Jeder sollte eine Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung (Polio) haben. Tetanus und Diphtherie müssen alle zehn Jahre aufgefrischt werden, Polio nur, wenn man in Risikogebiete reist.

Europa, Amerika und Australien sind poliofrei.

Bei Reisen sollte man sich rechtzeitig impfen lassen

Verspätet einsetzender Impfschutz, in Abständen verabreichte Impfungen und Nebenwirkungen beachten

Junge, blonde Ärztin bei einer intramuskulären Impfung in den Oberarm
young female doctor giving vaccine to a patient © Dušan Zidar - www.fotolia.de

Schon lange vor Reisebeginn sollte man sich, egal ob beruflich oder privat, gegen Tetanus und Diphtherie, sowie je nach Reiseziel auch gegen Gelbfieber, Hepatitis A und B oder Typhus impfen lassen. Aber bitte nicht auf den letzten Drücker, denn bei den meisten Impfungen setzt der Schutz erst nach ein paar Tagen, manchmal auch Wochen, ein. Deshalb sechs bis acht Wochen vorher beim Arzt sich über die notwendigen Impfungen informieren.

Bei manchen Impfungen muss man auch mehrmals in Abständen gespritzt werden, so beispielsweise gegen Tollwut. Deshalb sind Impfungen auf die Schnelle nicht sinnvoll, es sei denn es handelt sich um eine Auffrischungsimpfung. Zu bedenken ist auch, dass bei einigen Impfungen Nebenwirkungen auftreten können, die dann aber erst im Reiseland akut werden, so dass man dann seine Probleme hat.

Welche Impfungen man benötigt und was man außerdem beachten sollte

Über die notwendigen Impfungen für das Ausland weiß jeder Arzt Bescheid, so gibt es auch für die tropischen Länder eine Vorschrift sich gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Wer in tropische oder subtropische Länder reist, sollte auch beim Essen und Trinken vorsichtig sein, beispielsweise beim Obst oder Wasser. Für Deutschland selber werden Impfungen gegen Tetanus, Masern, Kinderlähmung und Diphtherie empfohlen.

Impfungen vor dem Antritt einer Fernreise sind notwendig und können Leben retten

Vor Fernreisen über notwendige Impfungen informieren

Impfungen: Spritze auf Impfpass
Impfen © VRD - www.fotolia.de

Nicht nur diejenigen, die in ihrem nächsten Urlaub eine Fernreise planen, sollten sich vorher genauestens über Schutzimpfungen informieren, auch Arbeitnehmer, die auf Geschäftsreise in weit entfernte Länder gehen, sollten mit den einheimischen Krankheiten nicht zu leichtfertig umgehen. Hier schonmal einige häufige Krankheiten, gegen die sich Reisende vorsorglich impfen lassen sollten.

Reisedurchfall und Cholera

Durch die Umstellungen, die unser Körper bei der Reise mitmacht, sei es der Temperaturunterschied, die Umstellung auf andere Nahrungsmittel oder unreines Trinkwasser, kommt es bei vielen Reisenden zu einer Durchfallerkrankung. Es gibt Schluckimpfungen gegen Cholera, eine Art Brechdurchfall, der ebenfalls durch Viren verursacht wird, die gleichzeitig das Risiko eindemmen, an dem weniger schlimmen, aber nervigen Reisedurchfall zu erkranken.

Typhus

Auch Typhus wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel hervorgerufen und kann die Reise zu einer Qual werden lassen. Auch die Sterne des Hotels in dem man wohnt sind keine Garantie dafür nicht an Typhus zu erkranken, aber besonders Urlauber, die nicht soviel Wert auf die hygienischen Bedingungen legen, sollten sich vorher gegen diese Krankheit impfen lassen. Auch hierfür gibt es eine Schluckimpfung.

Tollwut

Auch wenn die Tollwut hierzulande so gut wie ausgerottet ist, kann man sicher sein, dass sie in anderen Ländern zum Alltag gehört. Besonders vorsichtig sollte man bei freilaufenden Hunden sein, so niedlich sie auch sind, sie können den tödlichen Virus in sich haben und auf den Menschen übertragen. Länder wie Afrika, China, Indien und Asien sind da besonders gefährdet. Die Impfstoffe gegen Tollwut sind sehr gut verträglich und schützen, neusten Untersuchungen zufolge, auch vor der Übertragung durch Fledermäuse.

Japanische Enzephalitis

Wie der Name schon sagt, ist die japanische Enzephalitis vor allem in Asien sehr verbreitet und wird durch Stechmücken übertragen. In ihrem Krankheitsbild ähnelt sie sehr stark der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Für diese Krankheit gibt es noch keine wirkungsvolle Behandlung, sodass nur eine Impfung vor den Folgen, wie bleibende Gehirnschäden, schützen kann. Seit 2009 gibt es den Impfstoff gegen die japanische Enzephalitis in Deutschland und wird grundsätzlich allen Asienurlaubern empfohlen.

Reiseimpfung: TKK und DAK erstatten Kosten

Wer in die Tropen fliegen will oder einen Asienurlaub plant, sollte sich im Vorfeld um einen guten Impfschutz vor Infektionskrankheiten kümmern. Im Osten und Süden Europas ist die Gefahr, sich mit Gelbsucht anzustecken, besonders groß. Wer in Ägypten, Italien oder in der Türkei Ferien machen will, sollte sich besonders gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Je nach Reiseziel differieren die notwendigen Impfungen, doch nicht jede Krankenkasse zahlt die Injektionen. Während die Techniker Krankenkasse und die Deutsche Angestellten Krankenkasse viele Behandlungen abdecken, erstattet beispielsweise die Barmer Ersatzkasse keinerlei Kosten.

Urlaubern wird jedoch geraten, sich vor Reiseantritt individuell bei ihrer Krankenkasse zu informieren, denn es kann sein, dass bestimmte Reiseimpfungen je nach Reiseziel erstattet werden.

Die unterschätzte Malariagefahr - Impfungen und Medikamentenprophylaxe sind wichtig

Immer wieder informieren sich Urlauber vor Reiseantritt nicht ausreichend über die Infektionsrisiken im jeweiligen Land. Immer wieder kommt es daher auch vor, dass Reisende fremde Erreger nach Deutschland einführen und andere Menschen damit infizieren. Vor allem eine Malariainfektion wird von Reisenden oft unterschätzt, dabei kann diese Infektion im schlimmsten Fall mit dem Tod enden.

Am stärksten betroffen von Malaria ist der afrikanische Raum. Da hier die Behandlungsmöglichkeiten nicht allzu gut sind, ist die Vorsorge besonders wichtig. Unentbehrlich ist eine Schutzimpfung, die vor Reiseantritt durchgeführt werden muss. Zudem kann es sinnvoll sein vorsorglich Medikamente gegen Malaria einzunehmen, vor allem bei längeren Aufenthalten. Um sich vor den Überträgern, den Mücken, zu schützen, können Fliegengitter und Moskitonetze angebracht werden. Zusätzlich können Insektenschutzmittel und lange, feste Kleidung helfen sich die Stechmücken vom Leib zu halten.

Last-Minute-Urlaub kann gefährlich werden - viele denken nicht an notwendige Impfungen

Mann mit Rucksack am Flughafen steht vor Anzeigetafel mit Abflug- oder Landezeiten der Flugzeuge
Guy near airline schedule © Sergey Furtaev - www.fotolia.de

Es gibt diverse Gründe, sich spontan für einen Urlaub ins Ausland zu entscheiden. Viele Menschen wollen sparen, andere bekommen in letzter Minute ihren Urlaub genehmigt oder sind einfach so gern spontan. Im Grunde spricht auch nichts gegen Last-Minute-Flüge, allerdings denken viele dabei nicht an ihre Gesundheit.

Gerade bei Reisen ins Ausland kann es oft sehr wichtig sein, den Hausarzt einmal zu fragen, welcher zusätzliche Impfschutz notwendig ist. Selbst innerhalb von Deutschland kann es ratsam sein, den Arzt zu konsultieren; etwa bei der Reise in ein zeckenreiches Waldgebiet.

Auch wenn eine Last-Minute-Reise oft kaum mehr Zeit für den ausreichenden Schutz lässt, sollte man diesen Gedanken nicht als Ausrede nehmen und nicht zum Arzt gehen. Manchmal ist selbst am Abreisetag noch eine Impfung möglich. Oft erforderlich ist beispielsweise der Schutz gegen Hepatitis A und diese Spritze kann unkompliziert noch vor dem Start des Fliegers gesetzt werden.

Was dagegen nicht unmittelbar vor dem Urlaubsstart möglich ist, ist beispielsweise die Impfung gegen Typhus. Zwar kann der Arzt hier theoretisch sofort die Spritze setzen, allerdings wird der Schutz im Schnitt erst nach zehn Tagen einsetzen.

Entscheidend ist natürlich nicht nur, in welches Land oder Gebiet man reist, sondern auch was man dort zu tun gedenkt. Wer in Afrika landet, dort jedoch nur im 5-Sterne-Hotel bleibt, der hat ein geringeres Risiko für Infektionen als jemand, den es in einen Abenteuerurlaub zieht, bei dem durch den Dschungel gezogen wird. Allerdings sollte man sich auch über diverse Impfpflichten informieren. In manchen Länder erhält man beispielsweise ohne Impfung gegen Gelbfieber keine Einreisegenehmigung.

Reiseapotheke einpacken

Generell sollte man bei Reisen stets eine Reiseapotheke mit sich führen. Dort hinein gehören Mittel, die man als Eigenmedikation verwenden kann, wie zum Beispiel Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen. Eine detaillierte Aufstellung mit nützlichen Mitteln finden Sie hier.

Sich informieren

Um über mögliche typische Krankheitsrisiken des Landes Bescheid zu wissen, ist eine vorherige Information beim Hausarzt oder in der Apotheke von Nöten. Vor allem in südlichen Ländern muss man vermehrt mit Mücken und anderen Insekten rechnen; diese können gefährliche Krankheiten übertragen.

Auf einen entsprechenden Schutz ist deshalb besonders zu achten. Am einfachsten kann man Krankheiten mit entsprechendem Impfschutz vorbeugen, auch darüber sollte man sich bei seinem Arzt unbedingt informieren.

Bei Erkrankung: einen Arzt aufsuchen

Sollte es doch zu einer Erkrankung kommen, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, auch dann, wenn die Beschwerden erst nach Reiserücktritt auftreten. In dem Fall muss man dem Arzt unbedingt von der Fernreise und dem Reiseziel erzählen, denn es gibt typische Urlaubserkrankungen, die sich erst Wochen später bemerkbar machen.

Unter Umständen kann auch bereits ein Arztbesuch vor Ort nötig sein. In diesem Fall ist eine Auslandskrankenversicherung von großer Wichtigkeit, auch dies sollte man also vor Reiseantritt beachten.

Die Gesundheit wird auf Reisen oft vernachlässigt

Grafik Stilisiertes Flugzeug oben mit Ankunftstafel aus Flughafen unten
aeroplane arrivals © Julian Addington-Barker - www.fotolia.de

Das "Europäische Gremium für Gesundheit auf Reisen" (ETHAB) befragte an Großflughäfen weltweit 8.000 Reisende zum Gesundheitsschutz auf Reisen. In vielen Fällen wurde eine mangelhafte Gesundheitsvorsorge festgestellt.

Professor Nothdurft vom Münchner Tropeninstitut erklärt, dass bei Reisen in Malaria-Risikogebiete nur ein Drittel aller Reisenden eine Prophylaxe durchgeführt habe und nur ein Viertel der deutschen Urlauber war bei Reisen in Hepatitis-Risikogebiete geimpft.

Gesund und sicher im Urlaub

Urlaubsreisen kann man offensichtlich mit ruhigem Gewissen unternehmen. Ernsthafte Erkrankungen oder Verletzungen sind äußerst selten.

Im Allgemeinen haben Urlauber lediglich unter leichteren Beschwerden zu leiden wie Sonnenbrand (10,3%), Erkältungen (9,0%) oder Durchfall (8,0%). Auch ängstliche Naturen können beruhigt sein: Kriminalität spielt kaum eine Rolle. Überfälle sind absolute Ausnahmen (0,1%) und bestohlen wurden lediglich rund fünf Prozent der Urlauber.

Im „Reiseziel Deutschland“ lag die Quote mit 1,4% sogar noch deutlich niedriger. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung im Auftrag der Apotheken Umschau bei 1.968 Bundesbürgern ab 14 Jahre.

Immer mehr Reisende kommen aus dem Urlaub mit Hauterkrankungen zurück

Eine Zunahme von Hauterkrankungen wie „Orientbeule“, „Loa loa“ oder „Kala-Azar“ beklagt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG).

Immer mehr Urlauber bringen solche teils nur lästigen, teils aber auch gefährlichen Souvenirs aus Afrika, Asien, Mittelamerika und auch aus dem europäischen Mittelmeerraum mit, berichtet die Apotheken Umschau.

Verursacht werden die Erkrankungen meistens von Parasiten, die von Mücken und Flöhen, aber auch von Hunden und Katzen übertragen werden. Da Impfungen nicht möglich sind, rät die DDG zu konsequenter Vorbeugung: Insektenschutzmittel benutzen, körperbedeckende Kleidung tragen, unter Moskitonetzen schlafen und Zurückhaltung bei herrenlosen Tieren üben, auch wenn diese noch so niedlich und anhänglich sind. Mit schmerzenden und juckenden Hautveränderungen sollten Heimkehrer sofort zum Arzt gehen.

Fast alle Fernreisenden informieren sich vor Urlaubsantritt über Empfehlungen zur Vorsorge

Wenn sich die Deutschen aufmachen, um die große weite Welt zu bereisen, dann sind sie meist gut vorbereitet.

Wie eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.010 Personen ab 14 Jahren im Auftrag der „Apotheken Umschau“ herausfand, informieren sich fast 90 Prozent (88,8 %) der Fernreise erprobten Männer und Frauen vor ihrem Urlaub über Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge oder lassen sich gar reisemedizinisch beraten – insbesondere wenn sie exotischere Ziele ansteuern.

Die meisten von ihnen holen sich Rat beim Hausarzt (71,4 %). Viele informieren sich auch im Internet (25,9 %), im Reisebüro (24,2 %) oder in der Apotheke (16,7 %).

Von den Befragten insgesamt – egal, ob sie nun in Deutschland oder im Ausland Urlaub machen – lässt sich immerhin auch mehr als ein Drittel (36,9 %) vor Reiseantritt medizinisch beraten.

Krank im Urlaub durch falsches Verhalten

Patient im Bett schüttelt Arzt die Hand, daneben Krankenschwester
Two doctors with a patient © Alexander Raths - www.fotolia.de

Der Urlaub sollte auch der Erholung dienen und bevor man auf Reisen geht, sollte man sich gründlich über das Reiseland informieren, besonders wenn es sich um Fernreisen geht.

Hierbei sind oftmals bestimmte Vorsorgen für die Gesundheit zu treffen, beispielsweise diverse Impfungen. Aber auch nicht jede Impfung hilft gegen eine Erkrankung, so sollte man sich in dem Reiseland auch dementsprechend verhalten. Wer beispielsweise schon irgendeine Vorerkrankung hat, so eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und dann in tropische Länder reist, sollte besonders vorsichtig sein und in den ersten Tagen die Sonne meiden und sich an das neue Klima gewöhnen.

Im Urlaubsland selber sind auch einige Regeln zu beachten, besonders Wert muss man auf die Hygiene legen. Grundsätzliche, beziehungsweise empfohlene, Impfungen sind die gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Hepatitis, wobei es verschiedene Typen gibt "A" bis "E", und auch gegen Diphtherie, die wieder vermehrt auftritt.

Auf Reisekrankheiten reagieren Frauen und Männer unterschiedlich

Wie das Apothekenmagazin "Apotheken Umschau" schreibt, reagieren laut einer Studie die Frauen und Männer unterschiedlich auf bestimmte Krankheiten bei Reisen. So tritt bei Frauen öfters eine Erkrankung der Atemwege auf und Frauen erkranken auf Reisen öfter an Durchfall und Infektionen der Atemwege, während die Männer eher an Fieber erkranken, beziehungsweise anfälliger für Malaria sind.

Aus diesem Grund sollte man seine Reiseapotheke dementsprechend ausrüsten, also für die Frauen etwas gegen Durchfall und für die Männer reichlich Insektenschutz mitnehmen. Für die Studie hatte man die Daten von etwa 60.000 Menschen, die in den Jahren 1997 bis 2007 auf der ganzen Welt bei ihren Reisen erkrankten, ausgewertet.

Bei Reisen ist zwischendurch Bewegung wichtig

Thrombosevorbeugung: bei langen Autoreisen öfters eine Pause einlegen!

Familie fährt im Auto in den Urlaub
Familie im Auto verreist © Kzenon - www.fotolia.de

Wer in den Urlaub fährt, der sollte auf der Reise auch auf die nötige Bewegung zwischendurch achten; dies ist für die Durchblutung der Beine wichtig, denn sonst wächst das Risiko einer Thrombose. Besonders Autofahrer und Flugreisende sind davon betroffen. Bei einer Zug- oder Busfahrt hat man ja mehr die Möglichkeit zwischendurch einmal aufzustehen und ein wenig herum zugehen, vielleicht auch in den Speisewagen.

Tipps für die Autofahrt

Deshalb sollten Autofahrer regelmäßig auch einmal eine kurze Pause einlegen, bei der man auch kleine Gleichgewichtsaufgaben absolvieren sollte, was auch für das Gehirn gut ist. Zudem auch reichlich trinken, doch sind Kaffee und schwarzer Tee nicht so gut geeignet. Autofahrer sollten auch nicht übermüdet fahren, denn hier droht der bekannte "Sekundenschlaf", also rechtzeitig Pausen einlegen.

Tipps für die Flugreise

Bei einer Flugreise, die länger dauert, sollte man vielleicht einen Platz am Gang auswählen, wo man zwischendurch doch öfters einmal aufstehen kann und nicht immer den Nachbarn belästigen muss. Grundsätzlich sollte man bei Reisen immer auf eine bequeme Kleidung und Schuhe achten.

Bei Flugreisen empfehlen sich ein Paar dicke Socken mitzunehmen, die man anstelle der Schuhe anzieht und so kann man auch die Zehen und Füße besser bewegen, beispielsweise auch kreisen lassen.

Die Reise gut vorbereiten - Gesundheitsvorsorge

In vielen Reiseländern sind besondere Vorsorgemaßnahmen, wie zum Beispiel Impfungen, erforderlich. Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung rät aus diesem Grunde, die empfohlenen Impfungen für das Urlaubsland in Erfahrung zu bringen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Auch Medikamente, die im Urlaub benötigt werden könnten, sollten vorab zusammengestellt werden. Schmerzmittel oder Medikamente gegen Durchfallerkrankungen, wie auch gegen Sonnenbrand sollten in der Urlaubsapotheke zu finden sein.

Keine Medikamente im Ausland kaufen - Viele Fälschungen im Umlauf

Auch eine bekannt wirkende Verpackung mit Prüfsiegel bietet keinen Schutz vor Fälschungen

Arzneimittel - Transparenter Dosierlöffel liegt vor vier verschiedenen Medikamenten
verschiedene medikamente auf weissem hintergrund © Ramona Heim - www.fotolia.de

Wer eine Fernreise nach Südostasien oder Afrika plant, sollte die Reiseapotheke bereits vor der Abreise in Deutschland zusammenstellen, warnt das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf. Während die Gefahr, in Deutschland gefälschte Medikamente zu bekommen, als geringt eingestuft wird, ergaben Studien im vergangenen Jahr, das bis zu 35% der in Südostasien und in Afrika südlich der Sahara verkauften Medikamente gefälscht waren.

Vom Placebo bis hin zur gefährlichen Substanz

Im besten Fall handelt es sich ganz einfach um Placebos ohne Wirkstoff, wie bei 31% der festgestellten Fälschungen, doch im schlimmsten Fall können die gefälschten Medikamente auch gefährliche Substanzen enthalten. Erst im vergangenen Monat starben in Pakistan 33 Menschen an einem verunreinigten Medikament, das statt Antihypertensiva Antitussivum mit Dextromethorpan enthielt.

Prüfsiegel kein Schutz

Europäische Reisende warten beispielsweise häufig mit dem Kauf von Malariamitteln bis zur Ankunft im Zielgebiet, weil sie sich niedrigere Preise versprechen oder mit dem Kauf warten wollen, bis wirklich Bedarf besteht. Eine echt wirkende Umverpackung mit Prüfsiegel bietet heute auch keinen Schutz mehr, so das CRM: Auch diese Sicherheitsmerkmale werden heute ausgesprochen gut gefälscht.

Dennoch kann man sich nicht immer vor Erkrankungen schützen - mit welchen typischen Beschwerden man während des Urlaubs rechnen kann, zeigen wir im Folgenden; dabei kommt es natürlich immer auf das jeweilige Reiseziel an...

Die Reisekrankheit

Vielen Menschen bereiten schaukelnde Bewegungen äußerst unangenehme Empfindungen. Am bekanntesten ist dabei die Seekrankheit, die jedoch nur eine Form der auch Kinetose genannten Reisekrankheit darstellt.

Nur rund jeder fünfte Europäer scheint wirklich absolut unempfindlich gegen Kinetose zu sein. Die meisten, die diesen Zustand schon öfter erlebt haben, haben ihre eigenen Hausmittelchen, die ihnen helfen, mit den unangenehmen Empfindungen fertig zu werden – für andere ist jede Flug-, Schiffs- oder Busreise eine Tortur.

Ursachen

Die Ursache liegt in unserem Gleichgewichtsorgan: Unser Gleichgewichtssinn sitzt im Innenohr, nahe des Gehirns und hat die Aufgabe, die Lage des Körpers im Raum festzustellen, und dem Gehirn zu melden.

Diese Informationen passen jedoch nicht immer zu den Sinneseindrücken, den uns der Gesichtssinn über die Augen vermittelt – das Innere eines Fahrzeuges scheint sich für unsere Augen nicht zu bewegen, während das Gleichgewichtsorgan starke Schaukelbewegungen meldet. Diese widersprüchlichen Informationen führen zu Schwindelgefühlen – und nachdem unser Körper gelernt hat, Schwindel als Gefahrensignal für verschluckte giftige Stoffe anzusehen, reagiert er mit Erbrechen, in dem gutgemeinten Versuch, das vermeintlich verschluckte Gift wieder aus dem Körper zu befördern.

Symptome

Neben der Übelkeit, sind auch

die Hauptsymptome. Man fühlt sich wie betäubt und kann den Bewegungen des Verkehrsmittels nicht mehr folgen. Der Zustand ist zwar unangenehm, aber im Grunde dennoch harmlos. Nur bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden können die Auswirkungen auch noch drastischer ausfallen, in ganz dramatischen Fällen sogar einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen.

Die Symptome beschränken sich meist auf den unmittelbaren Zeitraum der Reise. In praktisch allen Fällen klingen sie von selbst wieder ab, manchmal auch erst ein paar Tage nach dem auslösenden Ereignis.

Behandlung

In den letzten Jahren wurde im Bereich der Kinetose viel geforscht, bisher bewährt haben sich aber jedenfalls Pflaster, die den Wirkstoff Scopolamin enthalten, der über die Haut abgegeben wird, und aufsteigende Übelkeit bekämpft. Histamin ist nach neueren Studien ebenfalls wirksam, es wird normalerweise bei einer Immunreaktion freigesetzt, scheint aber auch bei instabilen Gleichgewichtsbedingungen die Reaktion des Körpers unter Kontrolle zu halten.

Ingwer ist ein altes Hausmittel, das aber bei Weitem nicht bei allen wirkt – asiatische Seeleute schwören allerdings darauf.

Ein sehr guter Ratschlag ist immer, die vorbeiziehende Umgebung zu beachten, und die Schaukelbewegungen bewusst wahrzunehmen, um so dem Gehirn über die Augen die selbe Information zu vermitteln, die es auch vom Gleichgewichtssinn bekommt. Damit wird das Schwindelgefühl und in der Folge auch die dadurch verursachte Übelkeit meist schon ausreichend unterdrückt.

Jedenfalls: Wer zu Reisekrankheit neigt, weiß das zumeist, und hat die Möglichkeit, sich darauf einzustellen. Scopolaminpflaster sollte man rechtzeitig besorgen und auch rechtzeitig aufkleben, damit ist die Wirkung am besten. Wer sein eigenes Hausmittelchen bereits gefunden hatte, sollte auf jeden Fall dabei bleiben, wenn es wirkt, alle anderen sollten ruhig einmal Ratschläge und Empfehlungen sammeln und das eine oder andere ausprobieren.

Reiseübelkeit: Tabletten vorher nehmen

Roter Mund mit Pille auf der Zunge
medicine dose © Graça Victoria - www.fotolia.de

Wer unter Reiseübelkeit leidet, soll Medikamente, die davor schützen, bereits ein bis zwei Stunden vor Reiseantritt einnehmen, rät das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

Geeignet sind Tabletten, Kapseln oder Kaugummis mit den Wirkstoffen Diphenhydramin oder Dimenhydrinat, aber auch Ingwerauszüge in Form von Kapseln oder Öl.

Bei sehr langen Reisen über mehrere Tage kann der Arzt auch ein Scopolamin-Pflaster verschreiben. Der Wirkstoff wird bis zu drei Tage lang kontinuierlich abgegeben. Das Pflaster muss etwa sechs Stunden vor Reiseantritt aufgeklebt werden.

Bei Autoreisen und Übelkeit in die Mitte setzen

Hund mit Sportbrille lehnt während der Autofahrt aus dem Seitenfenster
Happy © Natallia Vintsik - www.fotolia.de

Sollte bei einem Kind während einer Autoreise eine Reiseerkrankung mit den üblichen Symptomen wie Schwindel und Übelkeit auftreten, dann ist es hilfreich das Kind auf einen Platz in der Mitte des Autos zu setzen. Das Kind erhält von diesem Platz aus einen direkten Blick in die Fahrtrichtung.

Gameboy spielen oder lesen sollte vermieden werden.

Reisetabletten: Vorsicht bei Bluthochdruck

Als Reisebegleitung sind sie oft unentbehrlich: Mittel gegen Reiseübelkeit – sogenannte Antiemetika. Vorsichtig sein müssen jedoch Menschen, die gleichzeitig Arzneimittel gegen hohen Blutdruck einnehmen.

Wie die Apothekenzeitschrift Gesundheit berichtet, können Reisetabletten mit den Wirkstoffen Diphen-hydramin und Dimenhydrinat die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln verstärken, so dass diese in einer niedrigeren Dosis genommen werden müssten. Hochdruck-Kranke, die Reiseübelkeit befürchten, sollten deshalb dieses Problem mit dem Arzt besprechen.

Reisekrank? Nicht mit leerem Magen fahren

Leichte Kost vor Reiseantritt beugt der Reisekrankheit vor

Junge Frau mit Hut schaut während einer Bahnfahrt aus dem Fenster
train passenger © diego cervo - www.fotolia.de

Reisekrankheit mit heftiger Übelkeit und Schwindel verleidet vielen Menschen den Start in den Urlaub. Weil sie häufig auch erbrechen müssen, folgern viele Betroffene, sie dürften gar nichts essen. Falsch, schreibt die Gesundheitszeitschrift „Apotheken Umschau“.

Leichte Kost wie Obst, Gemüse, Salate, Kekse oder Zwieback schaden nicht. Auf keinen Fall soll man mit leerem Magen fahren. Er verhindert die Reisekrankheit nicht, sondern fördert sie sogar noch. Schon am Tag vor Reiseantritt sollte man allerdings auf starken Kaffee, Alkohol, Nikotin und scharfe, fettreiche Speisen verzichten.

Nützliche Tipps für verschiedenen Verkehrsmittel:

  • Bahn: In Fahrtrichtung setzen. Immer wieder im Gang auf und ab gehen. Beim Blick aus dem Fenster auf den Horizont schauen.
  • Bus: Im vorderen Teil, aber nicht über der Vorderachse Platz nehmen. Günstig ist freie Sicht durch die Frontscheibe.
  • Auto: Vorne sitzen. Der Fahrer muß abrupte Spurwechsel und Beschleunigung vermeiden. Für Frischluft sorgen. Mindestens alle zwei Stunden eine Pause einlegen.
  • Flugzeug: Am Mittelgang über den Tragflächen ist es am ruhigsten.
  • Schiff: In der Mitte des Schiffes unmittelbar über der Wasserlinie spürt man den Seegang am wenigsten. Oft an Bord an die frische Luft gehen, aber im Schatten bleiben. Nicht zu lange auf Objekte auf dem Schiff schauen, sondern lieber in die Ferne. Sich nicht auf die Schiffsbewegungen konzentrieren. Unterhaltungen sind eine gute Ablenkung, Lesen und Schreiben sind nicht empfehlenswert.

Kinder besonders oft reisekrank

Reiseübelkeit bei Kindern kann z.B. durch leichte Kost vermindert werden

Familie fährt im Auto in den Urlaub
Familie im Auto verreist © Kzenon - www.fotolia.de

Reiseübelkeit tritt am häufigsten bei Kindern zwischen dem zweiten und zwölften Lebenjahr auf. Gegen diese lästige Begleiterscheinung unserer Reiselust sind insgesamt nur fünfzehn Prozent aller Menschen "immun". Fünf bis zehn Prozent sind äußerst empfindlich, schreibt die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau. Erst jenseits des 50. Lebensjahres können sie mit Besserung der Beschwerden rechnen, weil die Sinnesorgane mit zunehmendem Alter unempfindlicher werden.

Biologisches Orientierungssystem

Forscher gehen davon aus, dass unser biologisches Orientierungssystem an das schnelle Reisen noch längst nicht angepasst ist.

In jedem Verkehrsmittel gibt es Sitzplätze, die Vorteile bieten: Im Auto neben dem Fahrer, im Bus vor der Vorderachse, im Flugzeug auf Höhe der Tragflächen und im Schiff an Deck in der Mitte.

Die richtige Ernährung

Auch die richtige Ernährung ist wichtig: leichte Kost, keine Süßigkeiten und kein Alkohol. Wer sicher ist, dass ihn dies alles nicht vor der Reiseübelkeit schützt, kommt um ein vorbeugendes Medikament nicht herum.

Ein Tipp für Eltern, die mit Kindern verreisen: Über Nacht fahren, denn im Schlaf gibt auch das Gleichgewichtssystem Ruhe.

Hund auf Reisen: Vorher nicht füttern

Kleiner weiß-brauner Hund guckt aus Autofenster
Dog sticking his head our of a car window © holdeneye - www.fotolia.de

Wer seinen Hund mit auf die Urlaubsreise nimmt, soll ihn vor Fahrtantritt und unterwegs nicht füttern. Viel frisches Trinkwasser ist dagegen ein Muss. Das rät die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau.

„Die meisten Tiere empfinden Reisen nicht als schön, sondern als enormen Stress“, weiß Kristina Bergerhausen vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn.

Katzen bleiben am liebsten zu Hause. Hunde aber sind Rudeltiere und meist nur dann richtig glücklich, wenn sie mit ihrer Familie zusammen sein dürfen. Aber im Auto kann sie wie die Menschen die Reisekrankheit quälen.

In schweren Fällen hilft ein Beruhigungsmittel vom Tierarzt.

Auf Reisen Kopfschmerzen keine Chance geben

Viele Reisende kennen das: die Koffer sind gepackt, man macht sich auf den Weg in den Urlaub - weg vom stressigen Alltag, rein in ein paar entspannende Tage. Wenn da die Kopfschmerzen nicht wären, die viele Urlauber auf ihrem Weg begleiten.

Spannungskopfschmerzen sind bei vielen Menschen ein lästiger Reisebegleiter. Doch es gibt Tipps, wie man es erst gar nicht dazu kommen lassen muss: nämlich mit den richtigen Arzneimitteln im Handgepäck.

Autofahrten als Kopfschmerzauslöser

Wer eine längere Autofahrt bis zu seinem Reiseziel vor sich hat, für den empfiehlt sich ein so genanntes Kombinationspräparat. In Sachen Kopfschmerzmittel bedeutet dies, dass das Medikament

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Paracetamol und
  • Koffein

enthält. Während ASS und Paracetamol schmerzlindernde Eigenschaften haben, wird diese von Koffein zusätzlich verstärkt, sodass Kombi-Präparaten die beste Wirkung nachgesagt wird. Je nach Stärke der Schmerzen sollten ein bis zwei Tabletten mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Kopfschmerzen im Flugzeug

Flugreisende sollten zusätzlich auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr achten, denn an Bord der Flugzeuge ist die Luftfeuchtigkeit gering, was zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führt. Zudem ist auch der Luftdruck niedrig - es kommt zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Körpers, was Kopfschmerzen verstärken kann. Um diesen vorzubeugen, empfehlen Experten etwa 150 Milliliter

pro Stunde.

Durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug können Kopfschmerzen entstehen
Durch die geringe Luftfeuchtigkeit im Flugzeug können Kopfschmerzen entstehen

Durchfall und Co. - Wenn exotische Speisen zur Gefahr werden

Im Urlaub sind wir oft neugierig auf fremde Landschaften, Kulturen und auch das landestypische Essen. Doch wer seine freien Tage nicht mit Durchfall und Magenkrämpfen zubringen will, sollte sich an bestimmte Hygieneregeln halten.

Weit weg von zu Hause stehen oft exotische Gerichte auf dem Speiseplan, die dem Verdauungstrakt zu schaffen machen. Aber auch vermeintlich harmlose Früchte oder offene Getränke können schlimme Verstimmungen auslösen, meist durch bestimmte Coli-Bakterien.

Die Verführung durch das Unbekannte

Ob die leuchtenden Feigen und Papayas auf dem Wochenmarkt, die duftende Couscous-Speise an der Strandbar oder der frisch gegrillte Fisch aus dem Imbissladen: Andere Länder und ihre kulinarischen Besonderheiten machen uns neugierig. Letztere sehen ja oft auch einfach nur verführerisch aus und duften köstlich.

Doch nicht immer geht das gut. Nahezu regelmäßig kommt es beim Urlaub in fernen Ländern durch unbekannte Gewürze zu Reisedurchfall bei den Touristen.

Keime im Trinkwasser und besonders fettreiche Speisen können auch für dauerhafte Magen-Darm-Probleme sorgen, die den Urlaub schnell verderben. Auch ernsthafte Infektionen mit Cholera oder Hepatitis A sind möglich.

Koch es, schäl es oder vergiss es

Das gilt als die wichtigste Regel im Umgang mit Essen in exotischen Reiseländern. Säfte, Salate und ungeschälte Früchte sind nicht selten mit Bakterien belastet. Selbiges gilt für Milch, aber auch Trinkwasser und Eiswürfel.

Bei Wasser ist man dann auf der sicheren Seite, wenn man es zuvor abkocht. Auch sollten besonders fettige und stark gewürzte Speisen aus Rücksicht auf den eigenen Verdauungstrakt mit Vorsicht genossen werden.

Speisen, die rohes Ei enthalten - auch Mayonnaise und bestimmte Desserts - sollten grundsätzlich gemieden werden. Auch Pasteten oder Hackfleisch, das nicht ganz durchgebraten wurde, können gefährlich sein.

Wenn der Verdacht auf Keime im Trinkwasser besteht, sollte man auch beim Zähneputzen auf Mineralwasser zurückgreifen. Auf Eiswürfel im Getränk verzichtet man lieber.

Auch Milch, Käse und Speiseeis können Krankheitserreger enthalten. Obst und Gemüse sollten nur in geschälter Form verzehrt werden.

Behandlung

Wen es dennoch erwischt, der kann dem Elektrolytverlust durch Durchfallerkrankungen mit einer Elektrolytlösung aus der Apotheke entgegenwirken. Wenn Fieber dazukommt oder der Durchfall blutig ist, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Warnung vor verseuchten Muscheln

Nahaufnahme fertig zubereitete Muscheln auf Teller
Steamed Mussels © maxexphoto - www.fotolia.de

Rund vierzig Prozent aller Muscheln aus dem Mittelmeer sind mit Viren verunreinigt, die die Leberentzündung Hepatitis A auslösen können, berichtet das Apothekenmagazin Diabetiker Ratgeber.

In der Gegend von Neapel wurden bis Mitte April bereits Hunderte von Infektionen gezählt. Muschel-Liebhaber, die eine Mittelmeerreise planen, sollten sich nach dem nun bekannt gewordenen hohen Infektionsrisiko auf jeden Fall impfen lassen. Der Schutz vor der Hepatitis A baut sich etwa 10 bis 14 Tage nach der Impfung auf.

Mittelmeer-Seeigel sind ungiftig

Wer am Mittelmeer in einen Seeigel tritt, muss keine Vergiftung befürchten, wohl aber mit Schmerzen und Schwellungen rechnen und einer Entzündung vorbeugen, erklärt Dr. Martin Ebbecke vom Giftinformationszentrum Nord im Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.

In den Tropen dagegen kommen sehr giftige Arten vor, deren Berührung sogar zum Tod führen kann. Die widerhakenbewehrten Stacheln der Mittelmeer-Seeigel kann man auch selbst mit einer Pinzette entfernen. Tief sitzende oder abgebrochene Stacheln entfernt besser der Arzt.

Zur Vorbeugung gegen Entzündungen werden in den Tagen danach Bäder des Wundbereiches in einer Mischung aus 50 Prozent Essig und 50 Prozent heißem Wasser empfohlen.

Drückende Probleme im Urlaub sind häufig

Ansicht von oben: Junger Mann sitzt auf Toilette und hält sich am Bauch fest
restroom trouble © Bojan Pavlukovic - www.fotolia.de

Wohl kaum ein gesundheitliches Problem kommt im Urlaub mit größerer Sicherheit: Auf dem „stillen Örtchen“ geht nichts mehr. Das muß nicht sein, sagt nun die Apothekenzeitschrift „Senioren Ratgeber“ und gibt Tips, wie man der Malaise begegnen kann:

1. Bewegung hält den Darm aktiv. Auf der Reise häufiger mal Pausen einlegen und einen Spaziergang machen.

2. Mindestens zwei Liter täglich trinken. Ein bewährtes Hausmittel: morgens ein Glas Wasser auf leeren Magen.

3. Essen in kleineren Portionen. Lieber fünfmal am Tag anstatt drei große Hauptmahlzeiten.

4. Bewußt ballaststoffreich essen. Gibt es nur weißes Brot, ausweichen auf Obst und Gemüse.

5. Wenn er denn kommt, Stuhlgang keineswegs unterdrücken. Was zu lange im Darm bleibt, verhärtet und macht größere Probleme. Deshalb sollte man mit Quell- und Ballaststoffen in der Reiseapotheke vorbeugen.

Flohsamenschalen, Leinsamen oder Weizenkleie mit viel Flüssigkeit eingenommen, aktivieren die Darmtätigkeit.

Antibiotika und Diarrhoe im Urlaub können zu multiresistenten Bakterien führen

Als risikoreichstes Reiseziel für Infektionen mit multiresistenten Bakterien gilt Südostasien

Mann reitet auf Kamel, hat weiteres Kamel an Leine an Strand mit Meer
Marokko Reise © Thaut Images - www.fotolia.de

Finnische Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass viele Reisen in subtropische und tropische Länder für die Touristen ein böses Erwachen mit sich bringen. Die Gefahr für die Ansteckung mit multiresistenten Keimen ist recht hoch.

Besonders wer Durchfall bekommt und/oder Antibiotika einnimmt, hat ein hohes Risiko.

Studie zum Zusammenhang von subtropischen Regionen und multiresistenten Bakterien

Für die Studie arbeitete man mit 90 Finnen, die eine Reise ins tropische bis subtropische Ausland geplant hatten. Alle Männer und Frauen hatten sich vorab beim Arzt informieren wollen, auf welche Krankheiten sie achten müssen. Dieses Verhalten zeugt von einem guten Gesundheitsbewusstsein.

Stuhlprobe vor und nach der Reise

Die Teilnehmer wurden eingehend aufgeklärt und waren auch mit der Abgabe einer Stuhlprobe einverstanden. So konnten die Ärzte vor Reiseantritt testen, wer bereits multiresistente Bakterien im Darm hatte. Dies waren mit fünf von 90 Personen erfreulich wenige.

Nach dem Urlaub meldeten sich alle Teilnehmer und gaben erneut eine Stuhlprobe ab. Nun waren 21 der 90 Proben positiv. Das bedeutet, dass sich jeder Fünfte in seinem Urlaub mit resistenten Bakterien infiziert hatte.

Risikoreiche Reiseziele

Am gefährlichsten war es dabei in Südostasien. 37 Prozent der Infektionen hatten hier stattgefunden. Auf Platz 2 lag Südasien mit 31 Prozent und auf Platz 3 Afrika mit 24 Prozent.

Ursachen einer Infektion

Ein Interview mit den Probanden gab den Forschern Aufschluss darüber, wie die Infektion stattgefunden hatte. Die Mehrheit war während der Reise an Durchfall erkrankt. Laut Berechnung steigt mit einer Reise-Diarrhoe demnach das Risiko um das 3-Fache.

25 Prozent der Diarrhoe-Betroffenen hatte ihren Durchfall außerdem mit einem Antibiotikum therapiert. Das ist nicht nur unnötig, wie die Ärzte betonen, sondern fördert das Entstehen von multiresistenten Keimen. Die Einnahme der Antibiotika vergrößerte das Risiko insgesamt um das 4-Fache.

Bei Urlaubern in Mexiko treten vermehrt Fälle von Cyclosporose auf

Möglicher Parasitenbefall: Mexiko-Urlauber sollten Durchfall ärztlich abklären lassen

Frau in schwarzer Unterwäsche krümmt sich und fasst sich vor Schmerzen an den Unterleib
Woman with abdominal pain. Pain in the human body © staras - www.fotolia.de

Der Begriff Cyclosporose ist nicht nur ein Zungenbrecher, er sagt den meisten Deutschen auch rein gar nichts. Das ist nicht ungewöhnlich, denn diese Krankheit ist sehr selten in Europa und entsprechend unbekannt. Dieses Jahr häufen sich jedoch die Meldungen aus Großbritannien, was die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Cyclosporose lenkt.

Krankheitsbild Cyclosporose

Bei der Krankheit handelt es sich um eine Infektion, die durch den Parasiten Cyclospora cayetanensis übertragen wird. Dieser Einzeller verursacht im menschlichen Körper eine starke Irritation des Verdauungstraktes und es kommt zu anhaltendem Durchfall. Dieser kann vor allem bei Menschen mit schwachen Immunsystem so schwerwiegend werden, das akute Lebensgefahr besteht.

Eine Ansteckung mit Cyclospora cayetanensis erfolgt über verseuchte Lebensmittel oder belastetes Trinkwasser. Der Erreger kann in seiner Dauerform, Oozysten genannt, lange Zeit darin leben und erst im menschlichen Körper seine Wirkung entfalten.

In Großbritannien wurden in den Sommermonaten 2017 nun erneut 58 Fälle einer Cyclosporose gemeldet und zwar jedes Mal von Briten, die aus einem Mexiko-Urlaub zurückkamen. Dies war bereits letzten (440 Erkrankte) und vorletzten Sommer (79 Erkrankte) der Fall und macht die European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) daher auf das Phänomen aufmerksam.

Urlauber sollten Durchfall ärztlich abklären lassen

Das ECDC hält es zudem für möglich, dass die Infektion nicht nur in Mexiko für Touristen eine Gefahr ist, sondern auch in anderen Ländern. Es ist wahrscheinlich, dass Betroffene nicht in jedem Fall einen Arzt aufsuchen beziehungsweise kein Nachweis der Parasiten erfolgt, da der Patient schnell wieder gesund wird.

Bei einem ansonsten fitten Organismus bekämpft das Immunsystem die Cyclosporose nämlich binnen weniger Tage und die Verdauung normalisiert sich wieder. Das ECDC rät allen Ärzte, bei Urlaubern, die mit wässrigem Durchfall ihre Praxis aufsuchen, eine Stuhlprobe auf den Erreger hin zu analysieren. Ein Standardtest führt zu einer charakteristischen Einfärbung.

Infektion mit Vibrionen - gefährliche Erreger aus dem Meer

Bei Vibrionen handelt es sich um Bakterien, die in Salz- und Brackwasser sowie in Meeresfrüchten vorkommen. Auch in der Ostsee siedeln sich die Erreger an, wie seit 1994 bekannt. Virbrionen gelangen über Wunden in den Körper und sind insbesondere für

  • Ältere
  • chronisch Erkrankte und
  • Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem

gefährlich.

Vibrionen tummeln sich weltweit in Meerwasser und Brackwasser. Die Keime vermehren sich besonders stark bei Temperaturen über der 20-Grad-Marke.

Zu den bekanntesten Vibrionen-Typen zählt der Erreger Vibrio cholerae. Dieses Bakterium befindet sich in verunreinigtem Wasser und löst die Cholera aus, eine schwere Magen-Darm-Infektion, die lebensbedrohend sein kann.

Vibrio vulnificus in der deutschen Ostsee

Ein anderer Vibrio-Typ ist der Keim Vibrio vulnificus, der auch in der deutschen Ostseegefunden wurde. Bereits mehrere Badegäste haben sich in den letzten Jahren mit dem Vibrio-Erreger infiziert.

Als Grund sehen Experten die ansteigenden Wassertemperaturen im Sommer mit Werten zwischen 17 und 19 Grad. An flachen Stellen, wo kaum Wasserbewegungen stattfinden, werden schnell Temperaturen von über 20 Grad erreicht - ein optimaler Nährboden für Vibrio vulnificus.

Symptome einer Vibrionen-Infektion

Wie es bisher aussieht, stellt das Bakterium Vibrio vulnificus für einen gesunden Menschen keine Gefahr dar. Doch bei älteren Personen über 60 Jahren und bei Menschen mit Vorerkrankungen oder schwacher Immunabwehr kann der Keim schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Kommen offene Wunden von gesundheitlich Vorbelasteten in Kontakt mit kontaminiertem Meer- oder Brackwasser, dringt Vibrio vulnificus in den Körper ein und breitet sich dort schnell aus.

Folgende Symptome können bei einer Infektion mit Vibrionen auftreten:

Bei einer Infektion nach dem Verzehr von Meeresfrüchten kann es innerhalb von etwa 15 Stunden zu starker Übelkeit und Brechdurchfall kommen. Vor allem bei Personen mit schwachem Immunsystem drohen schon nach wenigen Stunden heftige Hautausschläge, Blutvergiftung und multiples Organversagen. Um eine Infektion durch Meeresfrüchte zu vermeiden, sollten diese nie in rohem Zustand verzehrt werden.

Kommt verletzte Haut mit Schalentieren wie Austern, Garnelen oder Muscheln in Berührung, besteht das Risiko schwerer Wundinfektionen. Auch Hautverletzungen, die mit durch Vibrio-Erreger belastetes Meerwasser in Kontakt kommen, können sich schnell infizieren. Im Extremfall droht die Amputation der betroffenen Gliedmaße.

Gesunde müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen, doch Ältere und Personen mit Erkrankungen wie Diabetes und offenen Wunden sollten nicht in dem Wasser baden. Entzünden sich Wunden oder treten für Vibrio-Infektionen typische Symptome auf, ist es dringend angeraten, einen Arzt aufzusuchen.

Schnelle Therapiemaßnahmen sind besonders wichtig

Vibrionen-Erkrankungen werden in Deutschland noch relativ selten verzeichnet. Kommt es dennoch zu einer Infektion, sind aufgrund der schwerwiegenden Folgen sofortige Therapiemaßnahmen besonders wichtig, um eine Blutvergiftung und andere Komplikationen zu verhindern. Der Krankheitsverlauf kann sehr rasch voranschreiten, im schlimmsten Fall mit tödlichen Folgen.

Die Behandlung erfolgt in Form einer antibakteriellen Therapie. Zum Einsatz kommen Breitbandantibiotika wie Cephalosporinen oder Doxycyc. Bei Entstehung einer Nekrose (Absterben von Zellen) kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

Bei Krankheit sofort die Krankenkasse benachrichtigen, auch wenn man im Urlaub ist

Wird ein Krankheitsfall nicht sofort bei der Krankenkasse gemeldet, kann diese Zahlungen ablehnen

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

Wenn man im Urlaub ist und erkrankt, muss man sofort seine Krankenkasse benachrichtigen, weil man ansonsten keine Ansprüche auf Zahlung eines Krankengeldes hat, wie jetzt auch das Landessozialgericht Hessen in Darmstadt urteilte.

Der Fall war dieser, ein Versicherter, der in Spanien geboren ist, machte in seinem Heimatland Urlaub. Dort erkrankte er und wurde vom dortigen Arzt für 17 Monate krank geschrieben. Aber er hatte seine Krankenkasse in Deutschland nicht informiert.

Erst als er wieder hier erschien, ging er mit dem Antrag der Forderung auf Krankengeld zu seiner Kasse. Diese lehnte aber die Zahlung von 72.000 Euro zu Recht ab, weil der Versicherte seinen Anspruch zu spät geltend gemacht hatte, auch sei die lange Krankheitsdauer aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar.

Wie das Gericht sagt, hätte der Versicherte spätestens drei Tage nach dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit beim spanischen Gesundheitsamt diese dort vorlegen müssen, worauf die deutsche Krankenkasse dann informiert wird und einen Vertrauensarzt ihrer Wahl für eine Kontrolluntersuchung einschalten kann.

Was zahlen die Gesetzlichen Krankenkassen im Urlaub?

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenkasse"
Stempel Krankenkasse © bilderbox - www.fotolia.de

Nun beginnt für viele Menschen wieder die Reisezeit. Die Welt steht offen, doch bedeutet ein Urlaub manchmal nicht nur eitel Sonnenschein, sondern durchaus auch eine akut auftretende Erkrankung oder auch eine verlorene Zahnkrone.

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ärztliche Behandlungen oder auch Klinikkosten nach dem jeweiligen Landesrecht, sofern ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Trotz allem bleiben an dem kranken Urlauber einige Zuzahlungen hängen, die ganz schön ins Geld gehen können. So muss man in Spanien mit Zuzahlungen von 40% für Medikamente oder auch 100% beim Zahnarzt rechnen.

In Belgien werden bis zu 40% für einen Arztbesuch fällig und muss man stationär in eine Klinik dann sind es pro Tag knapp 14€. Um unangenehmen "Nebenwirkungen" des Urlaubes aus dem Weg gehen zu können, lohnt es sich vor dem Urlaubsantritt bei der Krankenkasse nachzufragen, welche Kosten im Notfall übernommen werden.

Reisen nach Afrika - Informationen über Meningitis-Risiko

Die Meningitis oder eitrige Hirnhautentzündung ist über den ganzen Globus verbreitet. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr mit Meningokokken in afrikanischen Ländern, die im Meningitis-Gürtel liegen. In den Regionen von Äthiopien bis zum Senegal kommt es immer wieder zu Epidemien durch Erreger der Typen A, C, W und Y.

Klimatische Bedingungen beeinflussen Meningitis-Häufigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registriert auch heute noch eine hohe Anzahl an Todesfällen durch Meningokokken verursachte Hirnhautentzündung in rund 15 afrikanischen Ländern. Vor allem die klimatischen Bedingungen fördern die Ausbreitung der Meningitis.

Bei anhaltenden Dürreperioden von Oktober bis März treten Meningitis-Erreger besonders häufig auf und breiten sich rasend schnell aus. Zu den besonders gefährdeten Gebieten gehören Länder im Meningitis-Gürtel wie

  • Uganda,
  • Kamerun,
  • die Elfenbeinküste,
  • Togo,
  • Ruanda,
  • Nigeria und
  • Tansania.

Urlauber, die eine Reise in diese Regionen planen, sollten sich vorab genau über ihren Impfstatus informieren und diesen bei Bedarf auffrischen lassen. Ein Reisemediziner oder ein Arzt mit reisemedizinischer Zusatzausbildung ist der richtige Ansprechpartner. Experten bewerten die erforderlichen Impfschutzmaßnahmen zwar unterschiedlich, dennoch wird neben dem Impfschutz gegen Malaria und Gelbfieber auch zur Meningitis-Impfung geraten.

Lebensbedrohliche Erkrankung mit vielfältigen Symptomen

Bei einer Ansteckung mit Meningokokken kann es zu schwerenwiegenden Symptomen kommen. Neben

  • starken Kopfschmerzen,
  • Erbrechen und
  • Fieber,

tritt meistens eine ausgeprägte Nackensteife auf, manchmal einhergehend mit Hautausschlag oder Lichtempfindlichkeit. Auch Gelenkschmerzen und Krampfanfälle gelten als Anzeichen für eine Hirnhautentzündung.

Nach Ausbruch der Erkrankung und bei einem dramatischen Verlauf, kann es innerhalb weniger Stunden zu

kommen. In sehr schweren Fällen treten Herzkreislaufversagen und gefährliche Blutgerinnungsstörungen auf, die in kurzer Zeit zum Tod führen.

Bei einer Meningitis-Erkrankung ist schnelles Handeln daher unabdingbar. Neben einer intensivmedizinischen Betreuung muss umgehend eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden.

In afrikanischen Ländern ist jedoch keine lückenlose medizinische Versorgung garantiert. Fehlen die richtigen Medikamente, steigt das Todesrisiko auf 60 bis 80 Prozent. Normalerweise liegt die Sterberate nach einer Meningitis-Infektion bei etwa 5 bis 10 Prozent.

Impfberatung etwa sechs Wochen vor Abreise

Meningokokken-Bakterien führen in der Regel innerhalb von 2-4 Tagen zu einem schweren Krankheitsbild, das lebensbedrohlich werden kann. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht vor allem bei Kontakt mit Einheimischen und bei Trekking-Touristen.

Afrikaurlauber, die in einer der Zonen im Meningitis-Gürtel ihren Urlaub verbringen möchten, sollten sich etwa sechs Wochen vor Reisestart zu einer Impfberatung beim Arzt oder in einer Apotheke anmelden. Fachlich geschulte Ärzte und Apotheker bieten umfassende Gesundheitsberatungen an und informieren, welcher Impfschutz erforderlich ist, zum Beispiel auch, ob und in welchen Gebieten ein Prophylaxe gegen Malaria sinnvoll ist.

Empfehlenswert ist eine Meningitis-Impfung rund 14 Tage vor Reisebeginn. Der Impfschutz ist drei Jahre wirksam.

Die Impfung für Afrikareisende schützt nicht gegen mitteleuropäische Erreger der Gruppe B, sondern gegen die Bakterienstämme A, C, W und Y. Seit Ende 2013 steht allerdings auch ein Impfstoff gegen B-Meningokokken zur Verfügung. Erreger der Gruppe B kommen aber vor allem in den USA und in Europa vor.

Die gefürchtetsten Infektionskrankheiten bei Fernreisen sind Hepatitis und Malaria

Trotz Furcht vor Infektionskrankheiten im Urlaub treten deutsche Reisende nicht von Reise ab

Impfung: Frau bekommt Spritze in Oberarm
impfung © emeraldphoto - www.fotolia.de

Die Deutschen lieben abenteuerliche Reisen – Safari-Trips nach Südafrika, auf den Spuren der Inkas nach Peru oder mit dem Rucksack durch Vietnam. Doch die Angst vor Infektionskrankheiten reist bei den meisten immer mit. Wie eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2010 Personen ab 14 Jahren im Auftrag des Online-Portals "GesundheitPro.de" herausgefunden hat, führen dabei die Krankheiten Hepatitis und Malaria die Liste der gefürchtetsten Infektionskrankheiten an (Hepatitis: 44,6 %; Malaria: 44,5 %).

Angst vor Urlaubskrankheiten

Ebenfalls groß ist die Furcht der Bundesbürger, sich auf Reisen eine Magen-Darm-Infektion (39,7 %) oder Salmonellen (35,7 %) einzufangen. Jeder Fünfte fürchtet zudem Cholera (22,9 %), Gelbfieber (21,1 %) und Typhus (20,4 %). Befürchtungen, sich im Urlaub mit dem Aids-Virus anzustecken, hat vor allem die jüngere Generation (14- bis 19-Jährige: 35,5 %; 20- bis 29-Jährige: 28,6 %).

Doch abschrecken lassen sich die meisten Reiselustigen nicht von ihrem Abenteuertrip, selbst wenn vor Reiseantritt klar werden sollte, dass der Urlaub gesundheitlich nicht ganz ungefährlich sein könnte. Die Umfrage ergab, dass nur 3,5 Prozent der Deutschen aufgrund einer reisemedizinischen Beratung beispielsweise durch den Hausarzt schon einmal ihre Urlaubspläne geändert haben.

Höheres Risiko für Senioren beim Auslandsurlaub bei Infektionskrankheiten

Besonders Senioren können bei einem Auslandsurlaub Infektionskrankheiten erleiden, die sogar auch tödlich enden können, so erklärt Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten in Wiesbaden.

Es werden nämlich weniger Antikörper und Abwehrzellen bei älteren Menschen durch das Immunsystem produziert, so dass es eher zu Infektionen kommen kann, die auch einen schwereren Verlauf haben. Auch führt eine schlechtere Ernährung, sowie auch zu wenig Flüssigkeit, denn viele ältere Menschen trinken zu wenig, zu einer Schwächung der Abwehrkräfte.

Schon im näheren Ausland, beispielsweise im Mittelmeerraum oder in Osteuropa, lauern unbekannte Krankheitserreger, weshalb gerade ältere Menschen sich vor einer Reise über eventuelle Infektionskrankheiten im Reiseland informieren und gegebenenfalls dagegen impfen lassen sollen.

Mumps, Masern, Röteln - Keine Reisen in Entwicklungsländer ohne ausreichenden Impfschutz

Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern treten immer öfter auch bei Erwachsenen auf. In Industriestaaten ist das Erkrankungsrisiko aufgrund umfassender Impfmaßnahmen niedriger, doch gerade bei Reisen in Länder wie Südafrika, Indonesien oder Vietnam besteht eine höhere Infektionsgefahr. Deshalb sollte vor Reiseantritt der Impfschutz überprüft werden.

Trend zu Reisen in Entwicklungsländer

Neue Statistiken belegen, dass immer mehr Menschen ihren Urlaub in einem Entwicklungsland verbringen. Ein wachsender Trend ist vor allem für Reisen in Länder wie Vietnam und Südafrika erkennbar.

Doch in Entwicklungsländern mit schwachem Gesundheitssystem besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Viruserkrankungen Mumps, Masern und Röteln. In großen Teilen Afrikas hat nur rund 50 Prozent der Bevölkerung einen ausreichenden Impfschutz.

Wer eine Reise in Länder plant, die keine ausreichenden Impfmaßnahmen durchführen, sollte unbedingt rechtzeitig seinen Impfschutz überprüfen und sich von einem Reisemediziner oder in einer Apotheke beraten lassen. Erkranken Erwachsene an Masern oder Röteln, kann es zu schweren Krankheitsverläufen mit Komplikationen kommen.

Masern - höhere Sterblichkeitsrate als in Industrienationen

Das RNA-Masernvirus ist besonders häufig in Entwicklungsländern verbreitet, vor allem bedingt durch Mangelernährung und eine hohe Bevölkerungsdichte. Das Virus überträgt sich durch die Luft, die Inkubationszeit beträgt bis zu zehn Tage. Die Symptome äußern sich mit

  • Hautausschlägen,
  • Entzündungen der Augen,
  • Husten und
  • Fieber.

In der Regel klingen die Beschwerden nach etwa zwei Wochen ab, dennoch können gerade bei Erwachsenen Komplikationen auftreten. Bei schweren Verläufen kann es zu

kommen. Die Sterblichkeitsrate in Entwicklungsländern liegt mit 25 Prozent deutlich höher als in den Industrienationen mit einer Todesfallquote von rund 0,1 Prozent.

Röteln - besonders große Gefahr für Schwangere

Röteln übertragen sich nicht so schnell wie Masern, dennoch zeigen Auswertungen immer wieder Krankheitsausbrüche. Eine Rötelninfektion kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten können Röteln-Viren zu Missbildungen im Gehirn, an Augen und Herz des Kindes führen oder Fehlgeburten auslösen.

Röteln sind weltweit verbreitet, doch in dicht besiedelten Gebieten wie Indien ist die Infektionsgefahr deutlich größer. Erkrankungswellen kommen jedoch auch in Industrieländern wie den USA oder Europa vor.

Eine Rötelnerkrankung äußert sich mit Hautrötungen an Ohren und Augen, die sich schnell im Gesicht, im Nacken und auf andern Körperregionen ausbreiten. Erwachsene leiden häufig unter Fieber und starken Gliederschmerzen. Durch frühzeitige Impfungen lassen sich Rötelninfektionen zu 100 Prozent verhindern.

Mumps - Ausbrüche auf nahezu allen Kontinenten

Zu Mumpsausbrüchen kommt es auf nahezu allen Kontinenten, doch in vielen Ländern Afrikas und Asiens ist aufgrund der mangelnden Immunisierung besondere Vorsicht geboten. Vor allem in Teilen Südafrikas wie Nigeria, auf den Philippinen und in Südostasien besteht ein hohes Ansteckungsrisiko.

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Nach etwa sieben Tagen kommt es bei rund einem Drittel der Infizierten zu einseitigen Entzündungen der Hals- und Ohrdrüsen, später zeigen sich die Entzündungen auf beiden Seiten. Betroffene leiden außerdem oft unter Fieberschüben, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Als Komplikationen können Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder Hodenentzündungen auftreten. Bei schweren Verläufen kann es zu dauerhaften Hörschäden oder in extremen Fällen zu Hirnhautentzündung kommen. Zweiterkrankungen drohen selten, in der Regel besteht nach einer überstandenen Mumpserkrankung das ganze Leben Immunität gegen die Erreger.

Dringend empfohlen: Überprüfung des MMR-Impfschutzes

Da insbesondere in Dritte-Welt-Ländern ein erhöhtes Risiko für Virusinfektionen besteht, sollte vor Reiseantritt auf jeden Fall der MMR-Impfschutz (Masern, Mumps, Röteln) überprüft werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt MMR-Impfungen für Kinder und ungeimpfte Erwachsene, die noch nie an Masern, Mumps und Röteln erkrankt sind.

Kinder sollten den Kombinationsimpfstoff zweimal mit einem Abstand von vier Wochen erhalten. Erwachsene können den Impfschutz nachholen, allerdings sollte die Impfdosis spätestens zehn Tage vor Reiseantritt verabreicht werden.

Sind beispielsweise Impfungen gegen Gelbfieber erforderlich, kann die MMR-Impfung entweder im Abstand oder einem Monat oder gleichzeitig erfolgen. Bei Nachimpfungen tritt die Schutzwirkung innerhalb von vierzehn Tagen ein.

Grundsätzlich ist eine Überprüfung des Impfschutzes bei allen Auslandsreisen wichtig. Reisemediziner oder das Centrum für Reisemedizin (CRM) geben Impfempfehlungen für das jeweilige Reiseland.

Man kann also einiges tun, um einer Erkrankung im Urlaub vorzubeugen oder diese zu bekämpfen - manchmal stellt sich aber auch die Frage, ob man trotz bestehender Erkrankung verreisen darf, wie zum Beispiel bei einer Atemwegserkrankung...

Verreisen trotz chronischer Atemwegserkrankung?

Chronische Erkrankungen gibt es viele. Eine pauschale Angabe darüber zu machen, ob man als Betroffener verreisen darf oder nicht, wäre wohl kaum möglich. Generell sollte man sich zu diesem Zweck immer an seinen Arzt wenden.

Grundsätzlich ist eine Reise mit Erkrankung jedoch nicht ausgeschlossen. Außerdem ist es für die Genesung auch gut, das gewohnte Umfeld einmal zu verlassen; je nach Krankheit und Ziel kann eine Reise auch sehr empfehlenswert sein.

Neben der Art der chronischen Krankheit ist also auch entscheidend, welches Ziel man wählt. Im Folgenden geben wir ein paar Hinweise für die Urlaubsplanung mit chronischer Atemwegserkrankung.

Wichtig ist vor allem eine gründliche Planung und Vorbereitung. Dies gilt besonders dann, wenn man zum ersten Mal an einen bestimmten Ort reist.

Eine Atemwegserkrankung kann durch unterschiedliche Faktoren entstehen und sich ebenso unterschiedlich zeigen.

Die Möglichkeiten an Ratschlägen sind dementsprechend vielfältig.

  • Hat man beispielsweise Probleme mit bestimmten Allergenen, sollte man die Regionen mit erhöhtem Aufkommen meiden.
  • Bei einer Überblähung der Lunge sollte man darauf schauen, wie weit man körperlich belastbar ist und dementsprechend auf bestimmte Tätigkeiten verzichten, ebenso auf merkbare Höhenlagen.
  • Wer ein Inhalationsgerät nutzt, muss sichergehen, dass dieses vor Ort gereinigt werden kann.
  • Ist man sauerstoffpflichtig, muss die Versorgung vor Ort gewährleistet sein; zudem sollte sich bei möglichen technischen Störungen Hilfe in der Nähe befinden.
  • Führen bestimmte Faktoren wie z.b. Rauch, Ozon, Kälte, Bodenbeläge etc. zu akuter Atemnot, sollte man sich bei der Unterkunft über Innenraumbelastungen informieren.
  • Man sollte stets das Verkehrsmittel reisen, welches am komfortabelsten und am wenigsten Probleme bereitet.
  • Erforderliche Medikamente müssen in ausreichender Menge mitgenommen werden; mögliche Zeitverschiebungen müssen bei der Einnahme berücksichtigt werden.
  • Man sollte sich vorab darüber informiert haben, wie die ärztliche Versorgung vor Ort aussieht und wo genau sich ein passender Arzt befindet - diese Information sollte auch das Hotelpersonal an der Rezeption kennen.

Herzschwache sollten Reise mit Arzt prüfen

Arzt in weißem Kittel sitzt mit Patientin in der Sprechstunde
at the doctor's office © endostock - www.fotolia.de

Menschen, die herzkrank sind oder unter starkem Bluthochdruck leiden, sollten im Vorfeld einer Reise erstmal mit ihrem Arzt sprechen. Einige Reiseziele sind für Patienten mit Herzschwäche oder einem Schrittmacher in keinster Weise geeignet.

Insbesondere das Klima des Reiseziels, Reiseart und Reisezeit sollten im Vorfeld geprüft werden.

Darauf müssen Diabetiker vor Urlaubstripps achten!

Eine Hand hält eine andere mit Blutstropfen an Fingerkuppe für Glucoseschnelltest o. Blutzuckertest für Diabetiker
Glucose level blood test © evgenyb - www.fotolia.de

Wer als Diabetiker eine längere Reise in ferne Länder plant, muss ein paar Dinge beachten, um seine Gesundheit im Urlaub nicht zu gefährden.

Wer plant, sportlich aktiver zu werden, als in seinem Alltag üblich, sollte vor seiner Abreise die Dosierung seiner Medikamente erneut mit seinem Hausarzt besprechen, da bei gleichbleibender Medikation die Gefahr einer Unterzuckerung besteht. In diesem Fall muss die Insulin-Dosis gesenkt oder die Aufnahme von Kohlenhydraten gesteigert werden.

Auch Zeitzonenwechsel, die längere Reisetage für Patienten implizieren, müssen mit mehr Insulin bedacht werden. Nehmen sie außerdem stets ihren Diabetikerausweis mit in den Urlaub, da dieser das Mitführen von Insulinspritzen erklärt und am Flughafen nicht zu Komplikationen beim Check-In führt.

Allergiker unterwegs - Worauf Fernreisende achten müssen

Grafik Seitenansicht menschlicher Kopf, vor ihm fliegen bunte Kugeln - Pollenallergie
pollenalergie © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Gerade im Winter brechen viele Menschen zu einer Fernreise in warme Gefilde auf, um dem trüben deutschen Winter zu entfliehen. Gerade Allergiker sollten eine Auslandsreise jedoch sorgfältig planen, rät die European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) aus Zürich, die gerade die Ergebnisse einer neuen Studie vorstellte.

So erlebten 9% der Befragten eine allergische Reaktion im Flugzeug, z.B. durch die Bordverpflegung oder die klimatischen Verhältnisse an Bord. 80% der allergischen Reaktionen wurden als "mäßig stark bis schwerwiegend" eingestuft. Sinnvoll sei es immer, ein auf Englisch verfasstes Schreiben des Allergologen mit auf eine Reise zu nehmen, das z.B. dem Kabinenpersonal hilft zu beurteilen, ob dir Bordmahlzeit unbedenklich eingenommen werden kann. Auch das Sicherheitspersonal am Flughafen muss dann zulassen, dass flüssige Medikamente mit an Bord genommen werden dürfen.

Einige Studienteilnehmer gaben an, dass sie auf Fernreisen ganz verzichteten, weil ihnen das Risiko zu groß erschien. Dies hielten die Experten für nicht nötig, doch sie raten, am Urlaubsort notfalls auf Snacks oder Mahlzeiten zu verzichten, wenn nicht garantiert werden kann, dass sie keine allergieauslösenden Substanzen enthalten.

Die Deutsche Herzstiftung hat ein neues Info- und Serviceset für Herzkranke im Urlaub erstellt

Menschen mit einer Herzerkrankung sind je nach Ausmaß ihrer Krankheit im Beruf und im Alltag eingeschränkt. Auch der Urlaub lässt sich für viele nicht ganz frei gestalten und muss auf die Krankheit angepasst werden.

Um diese Anpassung leichter zu machen, hat die Deutsche Herzstiftung nun ein neues Info- und Serviceset veröffentlicht, das es den Patienten leichter machen soll. Dieses Reiseset enthält im Wesentlichen vier Dinge.

Zum einen finden die Herzkranken ein Faltblatt vor, auf dem konkret und einfach verständlich gesagt wird, worauf man bei der Reise achten sollte. Es gibt sachliche Tipps für den Urlaub, die jeden Patient weiterbringen. Ferner lässt sich im Set eine praktische Vorbereitungs-Checkliste finden, die jeder für sich selbst durchgehen kann. So gibt es auf Garantie keine unangenehmen Überraschungen, wenn man bereits im Urlaubsort angekommen ist. Ebenfalls enthalten ist ein „Herz-Sprachführer“, damit auf Signale des Körpers richtig geachtet werden kann. Der vierte Teil des Sets richtet sich gezielt an Menschen, die ihren Urlaub im Ausland verbringen wollen. Unter „Herznotfall im Ausland: So holen Sie Hilfe“ kann jeder in Ruhe nachlesen, was bei einem plötzlichen Notfall im Urlaub getan werden sollte.

Gerade die Angehörigen des Patienten, die mit ihm auf Reisen gehen, sollten diese Informationen der Deutschen Herzstiftung gelesen haben, damit sie richtig reagieren können.

Unabhängig von diesem Reiseset rät die Stiftung allen Patienten, niemals einen Last-Minute-Urlaub zu beginnen, sondern spätestens einen Monat vor der Reise mit dem Arzt ausführlich über diese zu reden. Da der Mediziner die Daten des Patienten und sein Fachwissen hat, kann er am besten einschätzen, ob der Urlaub in Ordnung ist oder eine zu große Belastung darstellen würde.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: day at the beach © Lev Dolgatshjov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: flugangst © Udo Kroener - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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