Infektion mit Vibrionen - gefährliche Erreger aus dem Meer

Frauenfüße laufen über den Strand am Meer

Vibrio-Erreger sind wenig bekannt, können die Gesundheit geschwächter Menschen aber ernsthaft bedrohen

Bei Vibrionen handelt es sich um Bakterien, die in Salz- und Brackwasser sowie in Meeresfrüchten vorkommen. Auch in der Ostsee siedeln sich die Erreger an, wie seit 1994 bekannt. Virbrionen gelangen über Wunden in den Körper und sind insbesondere für Ältere, chronisch Erkrankte und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem gefährlich.

Vibrionen tummeln sich weltweit in Meerwasser und Brackwasser. Die Keime vermehren sich besonders stark bei Temperaturen über der 20-Grad-Marke.

Zu den bekanntesten Vibrionen-Typen zählt der Erreger Vibrio cholerae. Dieses Bakterium befindet sich in verunreinigtem Wasser und löst die Cholera aus, eine schwere Magen-Darm-Infektion, die lebensbedrohend sein kann.

Vibrio vulnificus in der deutschen Ostsee

Ein anderer Vibrio-Typ ist der Keim Vibrio vulnificus, der auch in der deutschen Ostsee gefunden wurde. Bereits mehrere Badegäste haben sich in den letzten Jahren mit dem Vibrio-Erreger infiziert.

Als Grund sehen Experten die ansteigenden Wassertemperaturen im Sommer mit Werten zwischen 17 und 19 Grad. An flachen Stellen, wo kaum Wasserbewegungen stattfinden, werden schnell Temperaturen von über 20 Grad erreicht - ein optimaler Nährboden für Vibrio vulnificus.

Symptome einer Vibrionen-Infektion

Wie es bisher aussieht, stellt das Bakterium Vibrio vulnificus für einen gesunden Menschen keine Gefahr dar. Doch bei älteren Personen über 60 Jahren und bei Menschen mit Vorerkrankungen oder schwacher Immunabwehr kann der Keim schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Kommen offene Wunden von gesundheitlich Vorbelasteten in Kontakt mit kontaminiertem Meer- oder Brackwasser, dringt Vibrio vulnificus in den Körper ein und breitet sich dort schnell aus.

Folgende Symptome können bei einer Infektion mit Vibrionen auftreten:

Bei einer Infektion nach dem Verzehr von Meeresfrüchten kann es innerhalb von etwa 15 Stunden zu starker Übelkeit und Brechdurchfall kommen. Vor allem bei Personen mit schwachem Immunsystem drohen schon nach wenigen Stunden heftige Hautausschläge, Blutvergiftung und multiples Organversagen. Um eine Infektion durch Meeresfrüchte zu vermeiden, sollten diese nie in rohem Zustand verzehrt werden.

Kommt verletzte Haut mit Schalentieren wie Austern, Garnelen oder Muscheln in Berührung, besteht das Risiko schwerer Wundinfektionen. Auch Hautverletzungen, die mit durch Vibrio-Erreger belastetes Meerwasser in Kontakt kommen, können sich schnell infizieren. Im Extremfall droht die Amputation der betroffenen Gliedmaße.

Gesunde müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen, doch Ältere und Personen mit Erkrankungen wie Diabetes und offenen Wunden sollten nicht in dem Wasser baden. Entzünden sich Wunden oder treten für Vibrio-Infektionen typische Symptome auf, ist es dringend angeraten, einen Arzt aufzusuchen.

Schnelle Therapiemaßnahmen sind besonders wichtig

Vibrionen-Erkrankungen werden in Deutschland noch relativ selten verzeichnet. Kommt es dennoch zu einer Infektion, sind aufgrund der schwerwiegenden Folgen sofortige Therapiemaßnahmen besonders wichtig, um eine Blutvergiftung und andere Komplikationen zu verhindern. Der Krankheitsverlauf kann sehr rasch voranschreiten, im schlimmsten Fall mit tödlichen Folgen.

Die Behandlung erfolgt in Form einer antibakteriellen Therapie. Zum Einsatz kommen Breitbandantibiotika wie Cephalosporinen oder Doxycyc.

Bei Entstehung einer Nekrose (Absterben von Zellen) kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

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  • Bildnachweis: day at the beach © Lev Dolgatshjov - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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