Mumps, Masern, Röteln - Keine Reisen in Entwicklungsländer ohne ausreichenden Impfschutz

Spritze zieht Wirkstoff, Impfstoff aus Glasfläschchen

Höheres Infektionsrisiko in Reiseländern mit schwachem Gesundheitssystem

Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern treten immer öfter auch bei Erwachsenen auf. In Industriestaaten ist das Erkrankungsrisiko aufgrund umfassender Impfmaßnahmen niedriger, doch gerade bei Reisen in Länder wie Südafrika, Indonesien oder Vietnam besteht eine höhere Infektionsgefahr. Deshalb sollte vor Reiseantritt der Impfschutz überprüft werden.

Trend zu Reisen in Entwicklungsländer

Neue Statistiken belegen, dass immer mehr Menschen ihren Urlaub in einem Entwicklungsland verbringen. Ein wachsender Trend ist vor allem für Reisen in Länder wie Vietnam und Südafrika erkennbar. Doch in Entwicklungsländern mit schwachem Gesundheitssystem besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Viruserkrankungen Mumps, Masern und Röteln. In großen Teilen Afrikas hat nur rund 50 Prozent der Bevölkerung einen ausreichenden Impfschutz.

Wer eine Reise in Länder plant, die keine ausreichenden Impfmaßnahmen durchführen, sollte unbedingt rechtzeitig seinen Impfschutz überprüfen und sich von einem Reisemediziner oder in einer Apotheke beraten lassen. Erkranken Erwachsene an Masern oder Röteln, kann es zu schweren Krankheitsverläufen mit Komplikationen kommen.

Masern - höhere Sterblichkeitsrate als in Industrienationen

Das RNA-Masernvirus ist besonders häufig in Entwicklungsländern verbreitet, vor allem bedingt durch Mangelernährung und eine hohe Bevölkerungsdichte. Das Virus überträgt sich durch die Luft, die Inkubationszeit beträgt bis zu zehn Tage. Die Symptome äußern sich mit

In der Regel klingen die Beschwerden nach etwa zwei Wochen ab, dennoch können gerade bei Erwachsenen Komplikationen auftreten. Bei schweren Verläufen kann es zu Hirnhautentzündung, Kehlkopfinfektion und Lungenentzündung kommen. Die Sterblichkeitsrate in Entwicklungsländern liegt mit 25 Prozent deutlich höher als in den Industrienationen mit einer Todesfallquote von rund 0,1 Prozent.

Röteln - besonders große Gefahr für Schwangere

Röteln übertragen sich nicht so schnell wie Masern, dennoch zeigen Auswertungen immer wieder Krankheitsausbrüche.

Eine Rötelninfektion kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten können Röteln-Viren zu Missbildungen im Gehirn, an Augen und Herz des Kindes führen oder Fehlgeburten auslösen.

Röteln sind weltweit verbreitet, doch in dicht besiedelten Gebieten wie Indien ist die Infektionsgefahr deutlich größer. Erkrankungswellen kommen jedoch auch in Industrieländern wie den USA oder Europa vor.

Eine Rötelnerkrankung äußert sich mit Hautrötungen an Ohren und Augen, die sich schnell im Gesicht, im Nacken und auf andern Körperregionen ausbreiten. Erwachsene leiden häufig unter Fieber und starken Gliederschmerzen.

Durch frühzeitige Impfungen lassen sich Rötelninfektionen zu 100 Prozent verhindern.

Mumps - Ausbrüche auf nahezu allen Kontinenten

Zu Mumpsausbrüchen kommt es auf nahezu allen Kontinenten, doch in vielen Ländern Afrikas und Asiens ist aufgrund der mangelnden Immunisierung besondere Vorsicht geboten. Vor allem in Teilen Südafrikas wie Nigeria, auf den Philippinen und in Südostasien besteht ein hohes Ansteckungsrisiko.

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Nach etwa sieben Tagen kommt es bei rund einem Drittel der Infizierten zu einseitigen Entzündungen der Hals- und Ohrdrüsen, später zeigen sich die Entzündungen auf beiden Seiten. Betroffene leiden außerdem oft unter Fieberschüben, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Als Komplikationen können Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder Hodenentzündungen auftreten. Bei schweren Verläufen kann es zu dauerhaften Hörschäden oder in extremen Fällen zu Hirnhautentzündung kommen.

Zweiterkrankungen drohen selten, in der Regel besteht nach einer überstandenen Mumpserkrankung das ganze Leben Immunität gegen die Erreger.

Dringend empfohlen: Überprüfung des MMR-Impfschutzes

Da insbesondere in Dritte-Welt-Ländern ein erhöhtes Risiko für Virusinfektionen besteht, sollte vor Reiseantritt auf jeden Fall der MMR-Impfschutz (Masern, Mumps, Röteln) überprüft werden.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt MMR-Impfungen für Kinder und ungeimpfte Erwachsene, die noch nie an Masern, Mumps und Röteln erkrankt sind. Kinder sollten den Kombinationsimpfstoff zweimal mit einem Abstand von vier Wochen erhalten. Erwachsene können den Impfschutz nachholen, allerdings sollte die Impfdosis spätestens zehn Tage vor Reiseantritt verabreicht werden. Sind beispielsweise Impfungen gegen Gelbfieber erforderlich, kann die MMR-Impfung entweder im Abstand oder einem Monat oder gleichzeitig erfolgen. Bei Nachimpfungen tritt die Schutzwirkung innerhalb von vierzehn Tagen ein.

Grundsätzlich ist eine Überprüfung des Impfschutzes bei allen Auslandsreisen wichtig. Reisemediziner oder das Centrum für Reisemedizin (CRM) geben Impfempfehlungen für das jeweilige Reiseland.

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  • Bildnachweis: Spritze nimmt Wirkstoff auf © Kurt Kleemann - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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